Tja, mein Festival wurde ja leider letztes Wochenende abgesagt....einen Erfahrungsbericht will ich trotzdem mal loswerden.
Mittwoch abends bereits nach Holland gefahren, mit massig Vorfreude und lecker Bierchen im Bauch. Auf dem Weg kam schon die erste Meldung über Insta rein, dass die Tagesbesucher gestrichen werden und alle mit Freitags und Samstagstickets keinen Zugang erhalten.
Ein Kumpel von mir wollte (unabhängig von unserer Gruppe) Freitags hin, da hab ich ihn noch bisschen geneckt, das er sich mal lieber Weekend-Ticket hätte holen sollen.
Wir dann irgendwann vor der Schranke zum Parkplatzeingang eingetroffen, wo schon viele andere genau so Bekloppte darauf warteten, dass am nächsten Tag um 5-6 Uhr morgens der Parkplatz geöffnet wird.
Bis hierhin ist grandiose Stimmung, Musikboxen laufen, Leute gehen die Straße entlang, man trinkt und unterhält sich. Selbst die Mücken die mich hier hart erwischt haben, nerven nicht.
Donnerstag morgen dann auf den Parkplatz gefahren, alle Sachen auf Bollerwagen geladen und zum Campingeingang gezogen. Die ersten Astra Raketen schießen durch den Darm, aber die Dixies zwischen Parkplatz und Campinggelände sind zum Glück noch fast unbenutzt. Später auf dem Campingplatz sind zum Glück fest installierte Toilleten mit Spülung und unten ein bisschen offen, so dass man bei dem Wetter nicht eingeht und atmen kann. Mittlerweile ganz geiles Wetter, es wird immer wärmer. Eine Stunde bevor der Zeltplatz aufmacht hat dann auch schon da auf einer Tribüne ein DJ aufgelegt und ich hab schon leicht einen sitzen.
Ok, in Wahrheit habe ich eigentlich schon seit Mittwoch Abend Dauerpegel, das Schlafen im Auto die Nacht davor hat nämlich auch nicht funktioniert.
Dann öffnen sich die Tore und es geht los, schnell einen guten Platz sichern, kontrolliert wurde ich quasi gar nicht ausser einer Hosentaschenleerung.
Ich war natürlich der Arsch, der den Bollerwagen ziehen durfte. Ein Kumpel von uns muss zum Auto zurück, weil er seine große Musikbox nicht mit reinbringen darf (wie es aber auch im Vorherein schon mitgeteilt wurde). Ein anderer Kumpel kriegt seine allerdings rein.
Obwohl wir so früh da sind, sind die meisten guten Spots schon weg. Die anderen Plätze werden erst nach und nach frei gegeben.
Obwohl sich schon jede Menge Leute sammeln, geben die aber nicht weiter frei. Dementsprechend kommt es zu einem Massenansturm, als dann endlich der nächste Platz freigegeben wird. Jeder schmeißt irgendwo seine Zelte hin, wir sind direkt am Straßenrand und haben kaum Platz. Neben uns sind noch zwei andere Deutsche, diese nehmen wir jetzt in unser Camp mit auf.
Der Boden ist weil er am Straßenrand ist, so hart, dass man kaum die Heringe reinbekommt.
Meine Stimmung ist momentan etwas auf dem Tiefpunkt. Als dann aber alles steht und wir die neuen Kollegen im Camp willkommen heißen wird auch der erste Filax angemischt. Ein Trichter hebt die Stimmung wieder an.
Nach ein wenig Einlebung wird sich die Badehose angezogen und zu den kostenlosen kalten Außenduschen marschiert, nach der Dusche ist man wieder etwas nüchterner und gut gelaunt.
Der nächste Filax-Trichter wartet. Ab 18:00 soll es auf dem Festivalgelände losgehen, mittlerweile ist die Hitze aber schon hart am ballern, wir gehen also erst etwas später los, als es ein wenig abkühlt.
Auf dem Gelände treffen wir wieder Freunde, die auf einem anderen Zeltplatz sind. Stunde später oder so marschieren wir nochmal zum Zeltplatz, Trichter nachlegen.
Ein Kumpel, der aber noch da geblieben war und später dazu stoßen wollte ist dermaßen hackedicht, dass ich entscheide bei ihm zu bleiben und bisschen aufzupassen. Hab das Ganze ja eh schon alles wie oft gesehen und es sind ja noch 3 Tage.
Also marschieren alle anderen wieder hoch, ich höre mir das unverständliche Gebrabbel meines Kollegen an, bis er später auf so einem Doppelcampingstuhl einpennt.
Als das Festivalgelände oben nochmal mit einer Tributeshow und Feuerwerk beendet, die ich wehmütig vom Zeltplatz mitverfolge, wünschte ich mir doch, ich wäre oben.
Kurz darauf kommen dann meine Leute zurück, man trifft im Camp ein und plötzlich die nächste Nachricht auf Instagram und überall.
Defqon wird abgebrochen, die Regierung hat einen Code Red rausgegeben. Es ist auch alles irgendwie unklar, wie lange man noch bleiben darf, manche sagen bis SA, andere sagen FR ist Abreise.
Wir gehen also nochmal auf dem Zeltplatz mit paar Leuten feiern, wollen uns einen schönen letzten Abend machen.
Währenddessen randalieren ein kleiner Teil Besoffener, reißen am Festivaleingang alles ein, auch die Tore und stürmen auf das Gelände. Davon kriege ich aber nicht wirklich was mit, erst später anhand von Videos.
Freitag morgens dann relativ früh aufgestanden, alle Sachen gepackt und los, bevor es unerträglich wird. Ich bin wieder der Arsch der den Bollerwagen ziehen darf und wo ich anfangs mit einem Kater aufgewacht war, ging es im Laufe des Campabbaus auch dank Elektroylten wieder gut.
Als ich dann aber durch die Sonne den Wagen ziehen darf und am Auto ankomme bin ich total am Ende,fix und fertig und hart am katern. An fahren ist nicht zu denken.
Also muss das meine Freundin erledigen, während ich auf dem Beifahrer Platz nehme. Die Rückfahrt gestaltet sich mit ein paar Kotzzwischenstopps, sowie einem während der Fahrt in ne Tüte kotzen, sehr... kräftezehrend.
Dabei ballern auch 40° Sonne die jeden Zwischenstopp zum Kotzen noch unerträglicher machen.
Irgendwann ist es aber Gott sei Dank geschafft.
Ich wünschte nur, es hätte sich mehr gelohnt. Aber bei 40° Sonne war es wohl besser so, dass das Festival abgesagt wurde, das hätte ich sonst nicht überlebt.
Nur hätte man das vielleicht im Vorherein schon machen sollen....


Zitieren

