Zweiter Versuch:
Da ich, wie schon geschrieben, bei Steam viel mitverfolgt habe, wie die Spieler während der Beta-Entwicklung Erkenntnisse gewonnen und ihre Spielweise angepasst haben, werde ich, auch basierend auf meinen eigenen Erkenntnissen aus dem "immer noch" erste Spiel mit der Version mal einen kleinen Guide für ein Lernspiel runterpinseln.
Ich empfehle auch den erfahrenen ML-Spielern, zunnächst ein Spiel zu beginnen, in dem man sich voll auf die eigenen Aktivitäten und die Entwicklung und Arbeit in der eigenen Region konzentrieren kann. Hierfür sind folgende Einstellungen hilfreich:
- keine AIs und keine Off-Map-AI (Hildeboldt)
- 3 Banditenlager pro Jahr, 1 bereits zum Start (Geschmackssache)
- sonst alles auf Standard, am ehesten würde ich noch Wetterereignisse ausschalten, die Logistik ist das zentrale Thema im Spiel und muss, so meine Erfahrung, teilweise neu erlernt und hoch optimiert werden
Wer es sich etwas leichter machen will, nimmt eine Region am Kartenrand, mein Spiel ist Leidenfeld in der Kartenmitte, das verlängert die Reisezeiten der Händler.
Start:
Man bekommt entweder
- Pilze oder Beeren sowie
- Kleintiere oder Fische/Aale
und
zwei aus Steine, Lehm und Eisen.
Zwei dieser Ressourcen werden als "reichhaltig" gegeben, es sei denn, man haat "fruchtbares" Land, dann ist nur eine Ressouce reichhaltig.
Alle Ressourcen wurden generft, man muss damit planvoll umgehen. Vorweg: Reichhaltige Stein-, Lehm- oder Eisenminen sollten zunächst vollständig abgebaut werden, bevor man Schachtminen drübersetzt, da diese weniger Ertrag liefern, das ist wohl gewollt.
Neu ist, dass man jetzt in den ersten 12 Monaten inb einer neuen Siedlung pro Monat zwei neue Siedler bekommt (Zufriedenheit > 55 %).
Normaler Start mit Bau von 6 Häusern, Speicher, Lagerhaus, Holzfällercamp, zweiter Anbindebalken, so kommt man am 2.4. auf 6 Siedler. Danach 2 weitere Häuser bauen, denn ab Mai sollte man auf jeden Fall schon 2 neue Familien pro Monat haben.
Wichtig: Die neue Version basiert auf Einzelhäusern. Doppelhäuser sollte man nur noch für Obst- und Gemüsegärten sowie für die Brauerei, Bäckerei oder andere wichtige Werkstätten bauen. Man benötigt die vielen Hinterhöfe der Einzelhäuser zur Nahrungsversorgung. Meine Empfehlung: Doppelhäuser für Gemüse erst im Herbst bauen, das Gemüse sollte man erst ab Jahr zwei brauchen. Größe max. 2 Leichengruben, sonst wird das Pflanzen zu teuer.
Die Stufe I-Bürger wollen: 1 aus Sammelgütern (Pilze/Beeren), Obst, Gemüse oder Getreide und 1 Tierprodukt, z.B. Fleisch, Eier, Milch, Fisch, Aal.
Man bekommt ja jeweils ein Sammelvorkommen sowie ein Tiervorkommen. Je nachdem,. ob diese reich sind, kann man damit schon einmal die Versorgung durch jeweils einen Typ von Nahrung sicherstellen. Das, was die höchste Anzahl anbietet, so früh wie möglich einsammeln. Beeren/Pilze wachsen jetzt anscheinend auch im Juli noch.
Bei Tiervorkommen Limits setzen: Kleintiere sollte man beim Limit so lassen, wie es das Spiel vorgibt, das sorgt für konstantes Nachwachsen, sonst wartet man ewig. Bei Fischen/Aalen das Limit etwa auf 2/3 setzen, da habe ich noch keine Erfahrung mit, dieser Wert wurde aber von anderen als brauchbar beschrieben.
Neu: Kleintiere geben keine Häute mehr, sondern Pelze. Die kann man nur verkaufen, geben aber frühes Einkommen.
Mitte Juni bekommt man Familie 10, ab hier kann man die Miliz ausschicken, um das erste Räuberlager zu plündern. Das Geld in die Region schicken!
Anfang Juli kommt Familie 11. Ab dann kann man einen Händler losschicken: Feuerholz und Bretter verkaufen, keine Handelsrouten kaufen. Das Pferd sollte man ordern, sobald das Banditengeld oder Hanndelseinnahmen da sind. Das Pferd kostet jetzt 60, daher sind erst Einnahmen erforderlich. (Der Händler sollte nicht mit der Miliz auf Banditenjagd gehen, daher erst Familie 11 abwarten.)
Hilfreich ist hier zum Beispiel die Origin-Wahl "Vogtland". Damit bekommt man auf alle Minor-Trades ein zusätzliches Geld, Feuerholz und Bretter gehen also für 2 Geld raus.
Mit dem nun fließenden Geld finanziert man Hinterhof-Tiere. Man sollte mit Schweinen anfangen, die geben relativ schnell zwei Fleisch alle paar Moonate (geht jetzt schneller als in der Vorversion) und können so die Tierprodukte ergänzen.
Ab dem Herbst, Oktober?, kann man anfangen, Gemüse anzubauen. Zuerst Kohl nehmen, der liefert am meisten Ertrag. Wenn nicht genug Geld da ist, kann man auch rote Beete nehmen, die ist preiswert. Zwei Gemüsehäuser reichen locker aus, um weit ins Jahr zwei zu kommen.
Wichtig: Alles, was Überschuss ist, z.B. Sammelnahrung, Fische/Aale, verkaufen und dafür die Hinterhöfe ausbauen. Wichtig ist am Anfang nur, den ersten Winter mit mindestens einer Nahrunngsart pro Haus zu überstehen.
Banditenlager plündern und für Retinues oder Söldner sparen (Geld in die Schatzkammer).
Alles, was produziert, benötigt jetzt Werkzeug zur Wartung. Man sollte Mitte des Jahres 2 (Juni) so um die 10-15 Werkzeuge angespart haben, um die nach und nach anfallenden Wartungen abzufangen. Hat man kein Eisen, muss man Eisen importieren und in einer Dorfschmiede ein paar Werkzeuge zusammenklöppeln.
Grundsätzlich bleibt man so lange wie möglich auf Level I-Häusern. Hochleveln nur für wirklich benötigte Werkstätten. Dazu sollte man sich die Preise im Handelspunkt anschauen, ob die Herstellung überhaupt lohnt. Wenn man Vogtland genommen hat, sind z.B. Tischlerprodukte nicht für den Export geeignet, da Bretter schon 2 Geld bringen, Schilde und Holzteile sind dann aber zu billig im Verkauf. Gleiches gilt dann auch für Kriegsbögen.
Wichtig ist, dass man nicht zuviel Nahrunsgvielfalt aufbaut. Auf Level 2 werden z.B. neben 1 Tierprodukt nur 2 verschiedene vegetarische Sachen benötigt. Man käme also mit einmal Beeren/Pilze, einmal Gemüse und einmal Fleisch aus. Und auch das ist nur wichtig, wenn man auf Level III wollte (da benötigt man aber noch Kleidung, das ist ein eigenes Thema).
Also, die Entwicklung läuft jetzt viel langsamer. Man muss mehr auf die Logistik achten: Ich hatte z.B. Unmengen an Beeren, habe aber nicht genügend Marktstände in dem betreffenden Speicher gehabt, um die auf den Markt zu bringen. Nur die Anzahl der Marktstände kontrollieren, reicht nicht, man muss auch hinter die Prozentzahlen schauen, und dann ggf. auf die einzelnen Marktstände, um zu sehen, wo das Problem liegt.
Das wichtigste ist wohl jetzt der Handel. Alles raus, was nicht gebraucht wird (Minor Trades, auf sowas auch bei den Obst- und Gemüsesorten achten, die man anbaut), nur dann kommt man zu genügend Geld, um benötigte Güter importieren zu können. Man kann jetzt 4 Händler mit Pferden je Handelsposten haben, und die benötigt man auch ziemlich bald, also Geld für Pferde vorhalten und Händler nachstopfen, sobald sich Zeug ansammelt.
Obstgärten sind überhaupt erst nach Jahr 2 sinnvoll, vorher sollte man in Schafe investieren. Viehändler bauen und 5 Schafe und 5 Lämmer einkaufen und dann die Herde wachsen lassen. Das Optimum liegt wohl bei 33 Schafen und 33 Lämmern. Damit kann man dann einen Metzger anstellen, der auch Häute für Schuhe liefert. Außerdem bekommt man Wolle für Kleidung, die benötigt jetzt keine Zusatz-Materialien mehr. Wird aach erst für Stufe III gebraucht.
Kurzer Überblick noch zu den Hinterhoftieren:
- Schweine geben 2x Schweinefleisch (alle 2 oder 3 Monate)
- Ziegen geben 1 Ziegenfleisch + 1x Haut + 1x Milch (unterschiedliche Zyklen, ist aber auch verbessert worden)
- Hühner geben 1 Hühnerfleich + 1 Ei (Ei monatlich, Fleisch auch alle 2 oder 3 Monate)
Wer "schön" spielen will, fängt mit Schweinen an und geht dann über Hühner auf Ziegen auf etwa ein Drittel von jedem. Schon Ende des zweiten Jahres wird mann in Nahrung ertrinken.
Das Hochleveln ist, wie bereits gesagt, nicht mehr das Wichtigste, da es bisher nur den einen Entwicklungsteil gibt (Origin).
Daher sollte man sich das Leveln für Werkstätten, Brauerei und Obstgärten aufheben.
Ungedeckte Bedarfe werden jetzt in Hintergrund aufsummiert. Das führt dazu, dass man beim Leveln von II auf III erst einmal einen Riesenbedarf an Kleidung / Schuhen zu decken hat, der sich aus der Vergangenheit ergibt. Daher die Empfehlung, zunächst große Mengen davon ansammeln, bevor man sie auf dem Marktplatz freigibt. Kleidung und Schuhe verbrauchen sich jetzt, daher ist hier ständiger Nachschub erforderlich. Kritisch ist wohl insbesondere Kleidung, hier bberichten die Spieler von bis zu 6 Schneidern für 10-15 Level III Häuser.
Und zuletzt noch zum Bier:
Es gibt zwar die Aussage, dass nur Leute ab Level II Bier verbrauchen, und so wird es auch bei der Taverne angezeigt. Spieler haben jedoch nachgerechnet und festgestellt, dass alle saufen. Jede Familie 1 Bier pro 3 Monate. Auch bei Bier sollte man also erst einen höheren Bestand aufbauen, bevor man die Kneipe aufmacht.
Noch ein paar Tipps hinterher:
- Framerate auf 60 FPS begrenzen
- Autosave auf 5 Minuten stellen
- kurze Wege in den Produktionsketten
- möglichst keine Güter in Speicher und Warenhaus aufnehmen, die nicht auf dem Markt angeboten werden sollen
- zur Banditenabwehr Söldner nutzen, Banditenlager mit Retinues ausräumen
- evtl. auf Englisch spielen, da im Deutschen noch zahlreiche Beschreibungen fehlen oder falsch sind
- Der Burgpaner ist ein Crash-Produzent: Nur das Hauptgebäude bauen und den Garnisionsturm, danach besser Finger weg davon.
Grundsätzlich zieht das Spiel jetzt deutlich mehr Power, unter 32 GB RAM und 8 GB VRAM braucht man eigentlich nicht anfangen.
TL;DR:
Kann man spielen, sollte aber ein Übungsspiel machen, um die neuen Mechaniken und Güter zu verstehen sowie die Strategie anzupassen.



Zitieren
und da wundern sich die Leute warum sie Probleme haben....


