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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5761
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Apostelgeschichte allgemein:
    Die Apostelgeschichte müsste eigentlich Geschichte des Heiligen Geistes heißen. Denn häufig ist er die handelnde Person und die Apostel folgen ihm.
    Es geht um die Ausbreitung des Evangeliums nachdem Jesus in den Himmel verschwunden ist.
    Die Gliederung gibt grob der Vers 8 vor: "Ihr werden Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde."
    Es startet mit dem Kraft empfangen und dem Empfang des Heiligen Geistes.
    Dann sind sie Zeugen zuerst in Jerusalem, dann im Umland, dann in Samaria und dann bis ans Ende der Erde. Fürs Ende der Erde steht dann am Ende der Apostelgeschichte beispielhart Rom, die damalige Haupt- und Weltstadt. Diese Gliederung ist sozusagen der Hauptgedanke der Apostelgeschichte. Es geht dabei auch um die Frage, wie das Evangelium von den Juden zu den Heiden kommt, und ob das neue Gottesvolk nur aus Juden besteht, ober ob und falls ja wie Heiden dazukommen können.

    12. Apostel:
    Die Wahl von Matthias ist auch interessant: Der taucht danach nie wieder in der Bibel auf. Manche vertreten tatsächlich die Meinung, dass eben wirklich Jesus selbst sich den 12. Apostel ausgesucht hat, nämlich Paulus von Tarsus. Das werden wir in Kapitel 9 lesen.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  2. #5762
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    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    Ich bin auch immer verwundert, dass sogar gebildete Menschen (wie hier im Forum beispielsweise Mongke oder Gulaschkanone) so etwas denken. Gerade die reformatorische Theologie ist doch bei der Sündenverfallenheit des Menschen noch weitaus pessimistischer als die katholische. Luthers ganze Lehre ergibt doch überhaupt keinen Sinn, wenn der Mensch grundsätzlich gut ist oder aus eigenem freiem Willen das Gute wählen kann?
    Weiß nicht ob ich gesagt habe, dass ich das denke, aber natürlich glauben die großen Konfessionen fast alle daran (weiß nicht ganz ob die Predestinationlehre dem entgegen steht). Es gibt definitiv sich christlich nennenende Gruppen die das nicht tun, die sind dann häretisch. Gleichzeitig ist die Erbsünde für mich das größte Problem am Glauben. Bin halt krasser Individualist und es passt für mich nicht zu einem allgütigen Gott mich für etwas zu verdammen, für das ich nichts kann.
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

    Mehrfacher Gewinner einer DET-Runde und Sieger der Herzen(2/7)

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  3. #5763
    Wee Free Man Avatar von Rob Anybody
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    Das Thema Erbsünde verwirrt mich. Ist es nicht Jesus der sagt: "Für deine Erbsünde kannst du nichts, ich erlöse dich?"

    Und bei den selber begangenen Sünden, kommt es darauf an, das man bereut.
    Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
    nur weil man [inzwischen] eine Erklärung dafür hatte ...
    (Terry Pratchett)

  4. #5764
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    Apostelgeschichte allgemein:
    Die Apostelgeschichte müsste eigentlich Geschichte des Heiligen Geistes heißen. Denn häufig ist er die handelnde Person und die Apostel folgen ihm.
    Es geht um die Ausbreitung des Evangeliums nachdem Jesus in den Himmel verschwunden ist.
    Die Gliederung gibt grob der Vers 8 vor: "Ihr werden Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde."
    Es startet mit dem Kraft empfangen und dem Empfang des Heiligen Geistes.
    Dann sind sie Zeugen zuerst in Jerusalem, dann im Umland, dann in Samaria und dann bis ans Ende der Erde. Fürs Ende der Erde steht dann am Ende der Apostelgeschichte beispielhart Rom, die damalige Haupt- und Weltstadt. Diese Gliederung ist sozusagen der Hauptgedanke der Apostelgeschichte. Es geht dabei auch um die Frage, wie das Evangelium von den Juden zu den Heiden kommt, und ob das neue Gottesvolk nur aus Juden besteht, ober ob und falls ja wie Heiden dazukommen können.

    12. Apostel:
    Die Wahl von Matthias ist auch interessant: Der taucht danach nie wieder in der Bibel auf. Manche vertreten tatsächlich die Meinung, dass eben wirklich Jesus selbst sich den 12. Apostel ausgesucht hat, nämlich Paulus von Tarsus. Das werden wir in Kapitel 9 lesen.
    Hierzu die Anmerkung das Mathiass angenommener Sarkophag in Trier als Reliquie liegt. Habs letztes Jahr gesehen, war einerseits ergreifend, anderseits auch unspektakulärer als gedacht
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
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  5. #5765
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Zitat Zitat von Rob Anybody Beitrag anzeigen
    Das Thema Erbsünde verwirrt mich. Ist es nicht Jesus der sagt: "Für deine Erbsünde kannst du nichts, ich erlöse dich?"

    Und bei den selber begangenen Sünden, kommt es darauf an, das man bereut.
    Das ist ein bisschen anders.


    Erst mal Sünde an sich: Sie hindert uns am Kontakt mit Gott. Sie hat 4 Dimensionen:

    1. Sünde dich ich tue: Das Böse, was ich andern Menschen zufüge. Das Gute, was ich unterlasse. Das Schlechte, mit dem ich Gottes Gebote übertrete. Das ist das, was viele Menschen landläufig unter Sünde verstehen. Und was einem einleuchtet: Du sollst nicht stehlen, wer dagegen verstößt begeht die Sünde des Diebstahl. Du sollst den Benachteiligten helfen: Wer das unterlässt, begeht eine Sünde.
    2. Sünde die an mir verübt wird. Jeder leidet unter der Sünde anderer. Du wirst bestohlen, betrogen, über dich wird gelästert. Das sollte nicht so sein. Aber jeder von uns macht diese Erfahrungen. Wir werden schon als Kinder nicht so geliebt, wie wir es eigentlich sollten, weil unsere Eltern begrenzt sind - und eben auch Sünder, die oft genug Böses tun. (manche mehr, viele Gott sei Dank weniger.)
    3. Sünde, die sich in einer Haltung widerspiegeln. Da geht es gar nicht so sehr um einzelne Taten, sondern um eine Geisteshaltung. Das kann man, denke ich, am ehesten als Atheist verstehen, wenn man es mit Rassismus oder Chauvinismus vergleicht: Ein Rassist wird vielleicht sagen: "Ich habe doch keinem Schwarzen etwas zuleide getan, was willst du?". Das Problem liegt nicht unbedingt in einzelnen Taten, sondern in der Haltung. Der Rassist sieht Menschen mit anderer Herkunft als minderwertig an, diese Einstellung ist das Verwerfliche. Und irgendwann erwachsen aus dieser Haltung böse Dinge.
    In Bezug auf Gott wäre da die größte Haltungssünde der Stolz. Die Einstellung: Der hat mir gar nicht zu sagen und er soll erst mal mir Rede und Antwort stehen. Es gibt auch Unterlassenshaltungen: Das wichtigste Gebot: Liebe Gott von ganzen Herzen - ist ein Haltungsgebot. Und jeder Mensch verstößt gegen dieses Gebot, da keiner von Natur aus Gott von ganzem Herzen liebt.
    4. Jetzt kommt hinzu: Eine fatalistische Dimension. Man kommt da nicht raus. Jedes kleine Kind wächst in diese Sünde hinein und der Mensch kann sich anstrengen wie er will, es gelingt ihm nicht, komplett sündlos zu sein. Am meisten merkt man es, wenn man die Gesellschaft betrachtet. Es gibt so viele gute Ideen, Initiativen und Philosophien, die Welt zu verbessern. Viele haben gute Ansatze. Keine funktioniert zumindest nicht umfassend. Weil die Menschheit nicht aus dieser Sünde herauskommt. Gier, Zorn, Hass, Lieblosigkeiten und Egoismus schlagen immer wieder durch. Die Menschheit scheint dazu verdammt zu sein, in jeder Generation die nächste glorreiche Idee auszuprobieren, wie man die Welt zu einem Utopia umwandelt - und immer wieder zu scheitern. Und woher kommt das, warum ist das so? Warum wird ein kleines Kind in eine Welt hineingeboren, in der es Gutes und Schönes gibt, aber in der es immer wieder Hass und Wut ausgesetzt ist und später selbst dazu beitragen wird?
    Diese Dimension ist das, was das Christentum mit Erbsünde meint.

    Durch Umkehr und Buße befreit uns Jesus durch die Vergebung am Kreuz nicht nur von der Erbsünde, sondern von allen vier Dimensionen der Sünde. Zumindest im Stand vor Gott. Leider ist unser Hintern noch hier auf der Erde und wir wachsen nur langsam in diesen neuen Menschen hinein.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

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  6. #5766
    Wee Free Man Avatar von Rob Anybody
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    ... Diese Dimension ist das, was das Christentum mit Erbsünde meint.

    Durch Umkehr und Buße befreit uns Jesus durch die Vergebung am Kreuz nicht nur von der Erbsünde, sondern von allen vier Dimensionen der Sünde. Zumindest im Stand vor Gott. Leider ist unser Hintern noch hier auf der Erde und wir wachsen nur langsam in diesen neuen Menschen hinein.
    Für mich ist der Begriff Erbsünde weitergehend. Es gibt nicht nur das "Pech" in eine sündige Welt hinein geboren zu werden, sondern um das "Glück" das meine Geburt viele Sünden "erfordert" hat. Ohne evtl. Vergewaltigungen und Seitensprünge in meiner langen Ahnenkette, ohne die die vielen Kriege, Vertreibungen und Verfolgungen seit der Kreuzigung Jesu (auch durch die Kirche: zB Albigenserkreuzzug, Inquisition) wären meine Vorfahren nicht wie geschehen aufeinandergetroffen. Der Zeitpunkt der Geburt und die Kombination der Gene wäre ohne diese Sünden anders. Ohne die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes gäbe es hier keinen Rob Anybody.

    Und von all diesen "unverschuldeten Sünden" befreit die Taufe. Weshalb ja auch Nottaufen bei Sternenkindern/ Engelskindern so wichtig sind.
    Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
    nur weil man [inzwischen] eine Erklärung dafür hatte ...
    (Terry Pratchett)

  7. #5767
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Ich würde "Erbsünde" eher folgendermaßen interpretieren - man kann in dieser Realität ohne anderen Lebewsen Schaden zuzufügen, jedenfalls nicht als Mensch oder auch nur irgendein Tier. Das ständige Wegnehmen dessen, was andere vielleicht oder tatsächlich auch brauchen könnten (schließlich sind hier alle Dinge begrenzt) "verflucht" einen quasi zu einee gewissen Grundbosbeit.

    Zitat Zitat von Rob Anybody Beitrag anzeigen
    ⁷nden" befreit die Taufe. Weshalb ja auch Nottaufen bei Sternenkindern/ Engelskindern so wichtig sind.
    Das finde ich allerdings sehr schwierig. Wenn du als Säugling oder Kleinkind in China oder Arabien geboren wirst und stirbst, bist du halt gelackmeiert, ohne im Leben auch nur eine einzige bewusste Entscheidung für irgendwas getroffen zu haben? Wie war das mit "lasset die Kinder zu mir kommen"? Ist für mich ein klarer Grund, die Bekenntnis-, nicht die Säuglingstaufe zu unterstützen - im Vertrauen, dass Gott alle Kinder aufnimmt. Die logische Implikation einer notwendigen Säuglingstaufe ist inkompatibel mit dem eben erwähnten höchsten Gebot und jeglichen Passagen über Gottes Liebe - also müssen wir (also von der Existenz "des christlichen" Gottes überzeugte Menschen - ich hab letztes Jahr eine Palette von Erfahrungen gemacht, die mich zu dieser Überzeugung gebracht haben ) davon ausgehen, dass sie ein institutionalisierter Aberglaube ist, der Gott kleiner macht, als er ist.

  8. #5768
    Wee Free Man Avatar von Rob Anybody
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    Und wenn die Taufe nun gar nicht für Gott wichtig ist, sondern für Menschen, wie Gulaschkanone oder Monkge, für die sonst die Last der Erbsünde zu schwer ist.
    Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
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  9. #5769
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Die für uns leider nicht klar zu beantwortende Frage ist halt, mag Gott Rituale und bildet das als Teil des "Imago Dei" mit einer gewissen Varianz auf den Menschen ab, oder macht er sich die Tendenz des Menschen, Rituale zu mögen, zu Nutzen als Konzept, das für uns bestimmte Sachen greifbarer macht und gleichzeitig eine intergenerationelle Komponente hat?

    Amos 5 macht zB jedenfalls klar, dass selbst wenn, Rituale klar unter Gerechtigkeit/Liebe stehen.

    Ich muss aber auch gestehen, dass ich gegenüber selbst dem Wort "Tradition", mit dem das Konzept von Ritualen stark verknüpft ist, ziemlich allergisch bin und bei seinem unironischen Aufkommen brauchgemachten Unfug wittere/assoziiere wie sich als Dämonen verkleiden und Leute mit Stöcken zu verkloppen. Oder halt diese ganzen rechten Sargons, Shapiros und dergleichen, die von "Tradition" schwafeln… kann ich gar nicht ab.

  10. #5770
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Erinnert mich jedenfalls an ein Video (wenn auch von einem Satiriker), das ich letzte Woche anhehört habe, über politische Tendenzen nach dem OCEAN/C LIDC-Modell. Hohe Offenheit klingt als Begriff erstmal toll, verachtet Traditionen bis aufs Mark, passt so recht in keine vordefinierte Gruppe, und denkt sich Alternativkonzepte aus, die meist komplett nicht funktionieren. (während niedrige Offenheit pragmatischer ist aber stark zu Konformismus und Status-Quo-Anpassung neigt… oder halt Ritualismus besonders braucht?).

  11. #5771
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Zitat Zitat von Rob Anybody Beitrag anzeigen
    Für mich ist der Begriff Erbsünde weitergehend. Es gibt nicht nur das "Pech" in eine sündige Welt hinein geboren zu werden, sondern um das "Glück" das meine Geburt viele Sünden "erfordert" hat. Ohne evtl. Vergewaltigungen und Seitensprünge in meiner langen Ahnenkette, ohne die die vielen Kriege, Vertreibungen und Verfolgungen seit der Kreuzigung Jesu (auch durch die Kirche: zB Albigenserkreuzzug, Inquisition) wären meine Vorfahren nicht wie geschehen aufeinandergetroffen. Der Zeitpunkt der Geburt und die Kombination der Gene wäre ohne diese Sünden anders. Ohne die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes gäbe es hier keinen Rob Anybody.

    Und von all diesen "unverschuldeten Sünden" befreit die Taufe. Weshalb ja auch Nottaufen bei Sternenkindern/ Engelskindern so wichtig sind.
    Sprich: Die Welt war scheiße, ist scheiße und wird scheiße sein, aber die Scheiße, die war, wischt man am Anfang ab, damit man wenigstens nur für die eigene Scheiße verantwortlich ist?
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  12. #5772
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 2
    Achtung Spoiler:
    1 Als dann der Tag des Pfingstfestes herbeigekommen war, befanden sie alle sich an einem Ort beisammen.
    2 Da entstand plötzlich ein Brausen vom Himmel her, wie wenn ein gewaltiger Wind daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in welchem sie weilten;
    3 und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich (in Flämmchen) zerteilten und von denen sich eine auf jeden von ihnen niederließ;
    4 und sie wurden alle mit heiligem Geist erfüllt und begannen in anderen Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab auszusprechen.
    5 Nun waren aber Juden in Jerusalem wohnhaft, gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
    6 Als nun dieses Brausen erfolgt war, kamen sie in großer Zahl zusammen und gerieten in Bestürzung; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
    7 Da wurden sie alle betroffen und fragten voll Verwunderung: »Sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?
    8 Wie kommt es denn, daß wir ein jeder sie in unserer eigenen Sprache reden hören, in der wir geboren sind:
    9 Parther, Meder und Elamiter und wir Bewohner von Mesopotamien, von Judäa und Kappadocien, von Pontus und (der Provinz) Asien,
    10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und der Landschaft Libyen bei Cyrene, auch die hier ansässigen Römer,
    11 geborene Juden und Judengenossen, Kreter und Araber – wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten Gottes verkünden!«
    12 So waren sie alle betroffen und ratlos und sagten einer zum anderen: »Was hat das zu bedeuten?«
    13 Andere aber spotteten und sagten: »Sie sind voll süßen Weins!«
    14 Da trat Petrus im Verein mit den Elfen auf und redete sie mit laut erhobener Stimme so an: »Ihr jüdischen Männer und ihr anderen alle, die ihr in Jerusalem wohnt: dies sei euch kundgetan und schenkt meinen Worten Gehör!
    15 Diese Männer hier sind nicht betrunken, wie ihr meint – es ist ja erst die dritte Stunde des Tages –,
    16 nein, hier erfüllt sich die Verheißung des Propheten Joel:
    17 ›In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Gott, da werde ich von meinem Geist auf alles Fleisch ausgießen, so daß eure Söhne und eure Töchter prophetisch reden und eure jungen Männer Gesichte schauen und eure Greise Offenbarungen in Träumen empfangen;
    18 ja, sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, so daß sie prophetisch reden.
    19 Und ich werde Wunderzeichen erscheinen lassen oben am Himmel und Wahrzeichen unten auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchwolken.
    20 Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und herrliche.
    21 Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.‹«  
    22 »Ihr Männer von Israel, vernehmt diese Worte! Jesus von Nazareth, einen Mann, der als Gottgesandter durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wißt, vor euch erwiesen worden ist –
    23 diesen Mann, der nach dem festgesetzten Ratschluß und der Vorherbestimmung Gottes euch preisgegeben war, habt ihr durch die Hand der Gesetzlosen ans Kreuz nageln und hinrichten lassen.
    24 Gott aber hat ihn auferweckt, indem er die Wehen des Todes löste, weil er ja unmöglich vom Tode festgehalten werden konnte.
    25 David sagt ja mit Bezug auf ihn: ›Ich habe den Herrn allezeit vor meinen Augen gesehen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.
    26 Deshalb freute sich mein Herz, und meine Zunge frohlockte; zudem wird auch mein Leib in Hoffnung ruhen;
    27 denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich belassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger die Verwesung sieht.
    28 Du hast mir Wege des Lebens kundgetan; du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht.‹
    29 Werte Brüder! Ich darf mit Freimütigkeit zu euch vom Erzvater David reden: er ist gestorben und ist begraben worden, und sein Grabmal befindet sich bis auf den heutigen Tag hier bei uns.
    30 Weil er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide zugeschworen hatte, es solle einer von seinen leiblichen Nachkommen auf seinem Throne sitzen,
    31 so hat er vorausschauend von der Auferstehung Christi geredet, daß dieser nämlich weder dem Totenreich überlassen worden ist noch sein Leib die Verwesung gesehen hat.
    32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt: dafür sind wir alle Zeugen!
    33 Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und den verheißenen heiligen Geist empfangen hat vom Vater, hat er jetzt diesen (Geist), wie ihr selbst seht und hört, hier ausgegossen.
    34 Denn nicht David ist in die Himmel hinaufgefahren; wohl aber sagt er selbst: ›Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten,
    35 bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner Füße!‹
    36 So möge denn das ganze Haus Israel mit Sicherheit erkennen, daß Gott ihn zum Herrn und zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!«
    37 Als sie das hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie wandten sich an Petrus und die anderen Apostel mit der Frage: »Was sollen wir tun, werte Brüder?«
    38 Da antwortete ihnen Petrus: »Tut Buße und laßt euch ein jeder auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen, dann werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen.
    39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die noch fern stehen, soviele ihrer der Herr, unser Gott, berufen wird.«
    40 Auch noch mit vielen anderen Worten redete er ihnen eindringlich zu und ermahnte sie: »Laßt euch aus diesem verkehrten Geschlecht erretten!«
    41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und so kamen an jenem Tage etwa dreitausend Seelen (zu der Gemeinde) hinzu.
    42 Sie hielten aber beharrlich fest an der Lehre der Apostel und an der (brüderlichen) Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den (gemeinsamen) Gebeten.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Pfingsten ist so ein Fest, bei dem ich mir immer durchlese, warum es gefeiert wird und selbiges dann wieder vergesse. Hier ist also die Originstory (Erfüllung der Apostel mit dem hl. Geist), vielleicht kann ich es mir jetzt mal merken
    • "jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden" (V. 6) klingt wieder nach dem Babel-Motiv. Nur umgedreht: Der Heilige Geist kehrt die Sprachverwirrung um, sodass jeder die Botschaft vernehmen kann. Apropos: Rund um das Thema hab ich irgendwann mal den Roman Snow Crash gelesen und in guter Erinnerung behalten.
    • Bevor es in die entlegensten Ecken der Welt geht, wird die Welt in Vers 9f überblickt.
    • Betrunkene weltweit können sich im Suff auch verstehen (V. 13)
    • Ich denke zur Zeit zu viel über Fantasy nach. Bei Petrus und den Elfen dachte ich in V. 14 erst an was anderes
    • Zur dritten Stunde des Tages kann man nicht betrunken sein? Ist das die jüdische Variante von kein Bier vor vier? (V. 15)
    • In Vers 16 referenziert Petrus Joel 3, 1-5. Er zitiert fast wörtlich. Die Art und Weise, wie er das tut, erinnert mich wieder an Jesus.
    • Die Verse, die er für Jesus anführt, sind die Psalme 16 (V. 8-11), 89 (V. 4-5) und 110 (V. 1). Auch die zitiert er quasi wörtlich, ich kann seiner Argumentation über David aber nicht wirklich folgen. Jesu Wundertaten, Kreuzigung, etc. schon eher. Oder versucht er hier vielmehr, JC als David übergeordnet zu installieren ("Denn nicht David ist in die Himmel hinaufgefahren", V. 34)? Weil Jesus in den Köpfen der gläubigen Juden mit ihm als Stammvater konkurrieren muss?
    • Die ersten 3000 sind getauft
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  13. #5773
    Zurück im Norden
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    Zitat Zitat von Gulaschkanone Beitrag anzeigen
    Weiß nicht ob ich gesagt habe, dass ich das denke, aber natürlich glauben die großen Konfessionen fast alle daran (weiß nicht ganz ob die Predestinationlehre dem entgegen steht). Es gibt definitiv sich christlich nennenende Gruppen die das nicht tun, die sind dann häretisch. Gleichzeitig ist die Erbsünde für mich das größte Problem am Glauben. Bin halt krasser Individualist und es passt für mich nicht zu einem allgütigen Gott mich für etwas zu verdammen, für das ich nichts kann.
    Ich kann mich auch irren, aber hattest du andernorts die Lehre nicht mal als "katholischen Schwachsinn" bezeichnet? Nur wären dann halt auch Luther oder Calvin katholische Schwachsinnige.

  14. #5774
    Zurück im Norden
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Dornenkrone, Judenkönig Aber der Pilatus gefällt mir bei Johannes. Das "Seht, der Mensch!" schwebt wie die Frage nach Wahrheit über den Dingen Emoticon: fly
    • Er betont auch zweimal, dass er "keinerlei Schuld" an Jesus findet (in V. 4 und V. 6). Er versucht sogar, ihn freizugeben (V. 12)
    • In seiner Darstellung hat er etwas Gotthaftes, Übergeordnetes. Zumindest auf der Erde (vgl. V. 11; die Macht wurde von oben gegeben). Er hat "die Macht [Jesus] freizugeben, und auch die Macht [Jesus] kreuzigen zu lassen?" Das ist eine sehr große Macht, die ich als Leser eher bei Gott vermutet hätte.
    • "Wir haben keinen König als den Kaiser!" klingt irgendwie cool.
    Nietzsche hat Pilatus - wenn auch mit antisemitischem Unterton - "den einzig anständigen Mann im Evangelium" genannt, weil er sich nicht auf "Judenhändel" einlasse. Vermutlich kommt er aber etwas zu gut weg, was Johannes auch ein wenig andeutet. Er soll ja eigentlich keinen religiösen Streit schlichten, sondern ein Urteil darüber fällen, ob es sich bei dem jungen Rabbi vor ihm um einen Aufrührer handelt. Wenn er überzeugt war, das dem nicht so sei, hätte er ihn freisprechen müssen. Als Karrierist entschied er sich aber, den Mächtigen vor Ort nachzugeben.

    Wenn Jesus Pilatus auf seine selbstsichere Aussage über seine Macht hin darauf hinweist, dass diese ihm "von oben" gegeben sei, spricht er in zweierlei Hinsicht etwas Wahres aus: Religiös gesehen hat Gott das Ganze zugelassen, und auch Jesus hat sich freiwillig den Heiden in die Hand gegeben. Politisch war Pilatus' Macht die geliehene Amtsgewalt des Imperiums, und der Hohe Rat wusste das auch. Der Vorwurf, "kein Freund des Kaisers" zu sein, konnte für ihn ernste Konsequenzen haben, falls man ihn in Syrien oder Rom hören und ernst nehmen würde.

  15. #5775
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    Zitat Zitat von Rob Anybody Beitrag anzeigen
    Und wenn die Taufe nun gar nicht für Gott wichtig ist, sondern für Menschen, wie Gulaschkanone oder Monkge, für die sonst die Last der Erbsünde zu schwer ist.
    Es geht mir nicht um Last. Ich empfinde sie, als zutiefst ungerecht und unpassend zu einem allgütigen Gott, um den es sich ja handeln soll. Zumindest wenn sie ererbt, von Adam und Eva sei. Kantels Deutung ist da ja leicht anders, die beiden kommen ja gar nicht expressis verbis vor. Ansonsten stimme ich dem zu was Mendel über Kindstaufe sagt. Die Vorhölle dafür haben die Katholiken ja eh abgeschafft.
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
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