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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5731
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Weil da im Lateinischen anima steht und nicht z.B. vita (mehr so Leben als Zustand oder Lebensweise). Ich lese das als "zu hassen, dass man eine lebendige Seele hat". Und das finde ich einen ziemlich deprimierenden Gedanken.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  2. #5732
    Wee Free Man Avatar von Rob Anybody
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    Hat Johannes sein Evangelium in Latein verfasst, oder ist das eine Übersetzung?

    Die KI sagt: Das Johannesevangelium sowie die Johannesbriefe und die Offenbarung wurden im Altgriechisch verfasst. Historiker gehen davon aus, dass Johannes Griechisch als Zweitsprache erlernte, da dies die damalige Weltsprache im östlichen Römischen Reich war. Viele Sprachforscher betonen, dass sein Griechisch zwar grammatikalisch korrekt, aber stilistisch einfach ist und im Hintergrund stark von semantischen und aramäischen Denkmustern beeinflusst wurde („Griechisch schreiben, aber semitisch denken“).

    Ich denke nicht, das man hier in der lateinischen Übersetzung anima <> vita auf die Goldwaage legen darf.
    Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
    nur weil man [inzwischen] eine Erklärung dafür hatte ...
    (Terry Pratchett)

  3. #5733
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Ich arbeite mit dem, was ich habe und lesen kann

  4. #5734
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Seele steht in der Bibel häufig für das Leben an sich. "Psyche" mit Leben zu übersetzen, passt also. Ist vielleicht nicht komplett wörtlich, trifft aber die Bedeutung sehr gut.

    Ebenso die Interpretation von "hassen" in der Einheitsübersetzung. Damit sind keine Selbstmordgedanken oder Geringschätzung gemeint, sondern eine demütige Grundhaltung, die sich selbst nicht so wichtig nimmt, sondern sich mehr um den Anderen und um Gott bemüht. Ist ähnlich wie in den anderen Evangelien wo man seine Eltern "hassen" sollten.


    Zu Lazarus:
    Im Lukasevangelium gibt es ja ein Gleichnis vom Reichen Mann und dem armen Lazarus. (Lukas 16,19-31 Der Lazarus dort stirbt, kommt in Abrahams Schoß und der Reiche kommt ins Totenreich, wo er leidet. Der Reiche bittet dann Abraham, dass er Lazarus zu seinen Brüdern zurücksende, damit die Glauben. Abraham antwortet: Sie haben Mose und die Propheten, wenn sie nicht irhetwegen glauben, werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten zurückkommt.

    Lazarus ist die einzige Figur in so einem Gleichnis, die einen Namen hat. Und bei Johannes passiert dann exakt das, was in Lukas steht: Lazarus kommt von den Toten zurück, aber viele glauben nicht, sondern wollen ihn umbringen, weil er ein Beweis dafür ist, dass Jesus der Messias ist.


    Es waren auch wieder einige von den Ich-Bin-Worten dabei. Jesus ist: Die Tür, der Hirte, die Auferstehung und das Leben
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  5. #5735
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Möglicherweise spielt bei mir die (erz-)katholische Erfahrung/ Haltung mit Erbsünde etc. rein, dass das Leben beschissen sei und es nur darum ginge, sich für das Leben nach dem Tod zu qualifizieren. Damit stehe ich auf Kriegsfuß.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  6. #5736
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Naja, die Erbsünde ist ja auch ne biblische Idee... nicht unbedingt katholisch, sondern gar christlich. Wird bloß häufig nicht so benannt oder irgendwie anders verstanden.
    Das beißt sich gar nicht mit diesem Verständnis von "Das eigene Leben hassen".

    Jesus "hasst" ja selbst sozusagen sein eigenes Leben, er spricht im Satz davor vom Weizenkorn, was in die Erde fällt und stirbt, damit daraus Frucht hervorgeht. Die Keimung einer Pflanze benutzt er als Sinnbild für sich selbst: Er gibt sein irdisches Leben am Kreuz für ein größeres Ziel, die Erlösung der Menschheit hin. Genau das selbe will er von seinen Nachfolgern, sie sollen ihr Leben einsetzen für ein größeres Ziel und es nicht für sich selbt aufsparen. Die Apostel haben auch genau dies später getan, sie haben ihr Leben bis zum Tod eingesetzt für die Verbreitung des Evangeliums.

    Ich denke da könnte man auch als Mensch, der kein Christ ist, anknüpfen. Ein egoistisch für sich selbst aufgespartes Leben ist vielleicht am Ende lang, reich und ereignislos - aber was hat es genützt und was hat man erreicht? Ein Mensch, der sich für etwas größeres hingibt (Familie, Gesellschaft, Forschung, Politik) - dessen Andenken bleibt.
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  7. #5737
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Johannes 13
    Achtung Spoiler:
    1 Vor dem Passahfest aber, da Jesus wohl wußte, daß für ihn die Stunde gekommen sei, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen, bewies er den Seinen, die in der Welt waren, die Liebe, die er (bisher) zu ihnen gehegt hatte, bis zum letzten Augenblick.
    2 Es war bei einem Mahl, und schon hatte der Teufel dem Judas Iskariot, dem Sohne Simons, den Entschluß des Verrats eingegeben.
    3 Weil Jesus nun wußte, daß der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und daß er von Gott ausgegangen sei und wieder zu Gott hingehe,
    4 erhob er sich beim Mahl von seinem Platz, legte die Oberkleidung ab, nahm einen linnenen Schurz und band ihn sich um.
    5 Danach goß er Wasser in das Waschbecken und begann seinen Jüngern die Füße zu waschen und sie mit dem linnenen Schurz, den er sich umgebunden hatte, abzutrocknen.
    6 So kam er denn auch zu Simon Petrus. Dieser sagte zu ihm: »Herr, du willst mir die Füße waschen?«
    7 Jesus antwortete ihm mit den Worten: »Was ich damit tue, verstehst du jetzt noch nicht, du wirst es aber nachher verstehen.«
    8 Petrus entgegnete ihm: »Nun und nimmer sollst du mir die Füße waschen!« Jesus antwortete ihm: »Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an mir.«
    9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: »Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!«
    10 Jesus antwortete ihm: »Wer gebadet ist, dem braucht nichts weiter gewaschen zu werden als die Füße, sondern er ist am ganzen Körper rein; und ihr seid rein, jedoch nicht alle.«
    11 Er kannte nämlich seinen Verräter wohl; deshalb sagte er: »Ihr seid nicht alle rein.«
    12 Nachdem er ihnen nun die Füße gewaschen und seine Oberkleidung wieder angelegt und seinen Platz am Tisch wieder eingenommen hatte, sagte er zu ihnen: »Versteht ihr, was ich an euch getan habe?
    13 Ihr redet mich mit ›Meister‹ und ›Herr‹ an und habt recht mit dieser Benennung, denn ich bin es wirklich.
    14 Wenn nun ich, der Herr und der Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße zu waschen;
    15 denn ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit ihr es ebenso machet, wie ich an euch getan habe.
    16 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr, und ein Sendbote nicht höher als sein Absender.
    17 Wenn ihr dies wißt – selig seid ihr, wenn ihr danach handelt!
    18 Nicht von euch allen rede ich; ich weiß ja, wie die beschaffen sind, welche ich erwählt habe; aber das Schriftwort muß erfüllt werden: ›Der mein Brot ißt, hat seine Ferse gegen mich erhoben.‹
    19 Schon jetzt sage ich es euch, noch bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, daß ich es bin (den die Schrift meint).
    20 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer dann, wenn ich jemand sende, ihn aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.«
    21 Nach diesen Worten wurde Jesus im Geist aufs tiefste erschüttert und sprach es offen aus: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten!«
    22 Da blickten die Jünger einander an und waren ratlos darüber, wen er meinte.
    23 Es hatte aber einer von seinen Jüngern bei Tisch seinen Platz an der Brust Jesu, nämlich der, den Jesus (besonders) lieb hatte.
    24 Diesem gab nun Simon Petrus einen Wink und sagte ihm: »Laß uns wissen, wen er meint!«
    25 Jener lehnte sich nun auch sogleich an die Brust Jesu zurück und fragte ihn: »Herr, wer ist es?«
    26 Da antwortete Jesus: »Der ist es, dem ich den Bissen (in die Schüssel) eintauchen und reichen werde.« Darauf tauchte er den Bissen ein, nahm ihn und reichte ihn dem Judas, dem Sohne Simons aus Kariot.
    27 Nachdem dieser den Bissen genommen hatte, fuhr der Satan in ihn hinein. Nun sagte Jesus zu ihm: »Was du zu tun vorhast, das tu bald!«
    28 Was er ihm damit hatte sagen wollen, verstand keiner von den Tischgenossen.
    29 Einige nämlich meinten, weil Judas die Kasse führte, wolle Jesus ihm sagen: »Kaufe das ein, was wir für das Fest nötig haben«, oder er solle den Armen etwas geben.
    30 Nachdem nun jener den Bissen genommen hatte, ging er sogleich hinaus. Es war aber Nacht. 
    31 Nach seinem Weggange nun sagte Jesus: »Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht worden!
    32 Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, so wird Gott auch ihn in sich selbst verherrlichen, und zwar wird er ihn sofort verherrlichen.
    33 Liebe Kinder, nur noch kurze Zeit bin ich bei euch; dann werdet ihr mich suchen, und, wie ich schon den Juden gesagt habe: ›Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht kommen‹, so sage ich es jetzt auch euch.« 
    34 »Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander lieben sollt; wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
    35 Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.« 
    36 Da fragte ihn Simon Petrus: »Herr, wohin gehst du?« Jesus antwortete ihm: »Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen.« Petrus antwortete ihm:
    37 »Herr, warum sollte ich dir jetzt nicht folgen können? Mein Leben will ich für dich hingeben!«
    38 Da antwortete Jesus: »Dein Leben willst du für mich hingeben? Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bevor du mich dreimal verleugnet hast.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Während Judas zuletzt noch "von sich aus" als böse dargestellt wurde, tritt nun der Teufel auf den Plan und gibt ihm "den Entschluß des Verrats" ein (V. 2). Er fährt auch in ihn ein (V. 27)
    • Johannes reitet auch deutlich mehr auf dem Verrat herum und bereitet ihn vor. Statt (wie in den anderen Evangelien) nur zusagen, er wüsste, dass er verraten würde, macht er es hier "praktisch" durch das Waschen (den Verrat kann er nicht abwaschen, er kann aber jedem auf die Füße - und damit die Ferse, vgl. V. 18) schauen.
    • Die Szene rückt für mich die Waschung Jesu Füße durch Maria in ein anderes Licht, wenn Jesus sagt: "Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keinen Anteil an mir" (V. 8) und es ein Liebesbeweis (V. 1) darstellt. Das legt nahe, dass ein Anteil von Maria auf Jesus übergegangen ist. Aber welcher könnte das sein und welche Rolle spielt er?
    • "Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr"
    • Sendungen sind transitiv und können bis zu Gott zurückverfolgt werden
    • Ich dachte, Petrus wäre Jesu Pet-Jünger? Wer ist dann der Kerl, der in Vers 23 auftaucht
    • Vers 27 liest sich, als führe der Satan in Folge von Jesu Handlung in Judas ein. Damit wäre es Jesus selbst, der den notwendigen Verrat an sich begeht , um "aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen" (V. 1). Was er in gewisser Weise tun muss, der Zweck des Lamms ist, geopfert zu werden. Aber es entlastet in meinen Augen Judas, der zwar moralisch empfänglich für den Satan war (s. vorige Kapitel), aber hier am Ende fremdbestimmt (von Jesus "erwählt" und vom Teufel "gelenkt") handelt.
    • Die Bezeichnung der Aufforderung in Vers 34 als "Gebot" rückt die Nächstenliebe sprachlich in die Nähe der 10 Gebote von Moses. Jesus fügt ihnen das elfte Gebot hinzu.
    • Petrus wird verleugnen. Vielleicht kann er deshalb nicht der Pet-Jünger sein
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  8. #5738
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Füße waschen:
    War damals notwendig wegen Straßendreck und keinem geschlossenem Schuhwerk. Man hat dreckige Füße, wenn man ins Haus geht. Füße anderer Leute zu waschen war normalerweise Sklavenarbeit. Was Jesus hier tut ist ne Erniedrigung.
    Ich hab das bisher noch nie mit der Waschung von Jesus durch Maria in Verbindung gebracht.

    Jünger, den Jesus liebte:
    Das ist Johannes, der Autor selber. Der wird im Evangelium noch ab und zu auftauchen.

    Liebt einander:
    Es geht hier nicht um Nächstenliebe, sondern um die Liebe unter den Glaubensgeschwistern. Die Nächstenliebe geht darüber hinaus, weil sie auch für Menschen gilt, die nicht an Jesus glauben.
    Leider tun sich viele Christen damit schwer. Es gibt untereinanderdoch öfter Streit oder Missgunst, besonders zwischen den unterschiedlichen Konfessionen.

    Abschiedsrede:
    Kapitel 13 bis 17 im Johannesevangelium nennt man Abschiedsrede. Jesus ist mit seinen Jüngern ein letztes Mal beisammen vor der Kreuzigung. In den synoptischen Evagelien setzt er hier das Abendmahl ein und viel mehr passiert nicht. Hier bei Johannes wird noch viel durch Jesus gelehrt.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

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  9. #5739
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    Abschiedsrede:
    Kapitel 13 bis 17 im Johannesevangelium nennt man Abschiedsrede. Jesus ist mit seinen Jüngern ein letztes Mal beisammen vor der Kreuzigung. In den synoptischen Evagelien setzt er hier das Abendmahl ein und viel mehr passiert nicht. Hier bei Johannes wird noch viel durch Jesus gelehrt.
    Dann schauen wir mal, was er da so lehrt. Rein vom Aufbau ist mir aufgefallen, dass die Kapitel 13 bis 17 kürzer sind, als die vorangegangenen.

    Johannes 14
    Achtung Spoiler:
    1 »Euer Herz erschrecke nicht! Vertrauet auf Gott und vertrauet auf mich!
    2 In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten;
    3 und wenn ich hingegangen bin und euch eine Stätte bereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit da, wo ich bin, auch ihr seid.
    4 Und wohin ich gehe – den Weg dahin kennt ihr.«
    5 Da sagte Thomas zu ihm: »Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst: wie sollten wir da den Weg kennen?«
    6 Jesus antwortete ihm: »Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
    7 Wenn ihr mich erkannt hättet, würdet ihr auch meinen Vater kennen; von jetzt an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.«
    8 Philippus sagte zu ihm: »Herr, zeige uns den Vater: das genügt uns.«
    9 Da sagte Jesus zu ihm: »So lange Zeit schon bin ich mit euch zusammen, und (trotzdem) hast du mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen; wie kannst du sagen: ›Zeige uns den Vater!‹
    10 Glaubst du nicht, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, spreche ich nicht von mir selbst aus, nein, der Vater, der dauernd in mir ist, der tut seine Werke.
    11 Glaubet mir, daß ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubt doch um der Werke selbst willen!« 
    12 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch vollbringen, ja er wird noch größere als diese vollbringen;
    13 denn ich gehe zum Vater, und alles, um was ihr (dann) in meinem Namen bitten werdet, das werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht werde.
    14 Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bitten werdet, so werde ich es tun. –
    15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten;
    16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer geben, damit er bis in Ewigkeit bei euch sei:
    17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und ihn nicht erkennt; ihr aber erkennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. –
    18 Ich will euch nicht verwaist zurücklassen: ich komme zu euch!
    19 Nur noch eine kurze Zeit, dann sieht mich die Welt nicht mehr; ihr aber seht mich, daß ich lebe, und ihr sollt auch leben!
    20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in euch.« 
    Verheißung der innigsten Geistes- und Liebesgemeinschaft mit Gott und Jesus
    21 »Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.«
    22 Da fragte ihn Judas – nicht der Iskariot –: »Herr, wie kommt es, daß du dich (nur) uns offenbaren willst und nicht (auch) der Welt?«
    23 Jesus antwortete ihm mit den Worten: »Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
    24 Wer mich nicht liebt, hält auch meine Worte nicht; und doch kommt das Wort, das ihr hört, nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.« 
    25 »Dies habe ich zu euch geredet, während ich bei euch weilte.
    26 Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch über alles (Weitere) belehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. –
    27 Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht so, wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!
    28 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: ›Ich gehe hin und komme wieder zu euch.‹ Hättet ihr mich lieb, so hättet ihr euch gefreut, daß ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.
    29 Und schon jetzt habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr zum Glauben kommt, wenn es geschieht.
    30 Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst der Welt; doch über mich hat er keine Macht.
    31 Damit aber die Welt erkennt, daß ich den Vater liebe und so tue, wie der Vater mir geboten hat: erhebt euch! Laßt uns von hier aufbrechen!«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Ich bin manchmal verwirrt darüber, ob man Jesus nun bis zum Ende nachfolgen kann, oder nicht. Am Anfang von Johannes 14 beschreibt er, dass genau das möglich ist und er Stätten bereiten wird. Aber wenn ich mich recht entsinne hieß es ein paar Kapitel früher mal, dass niemand ihm dahin folgen könne, wo er hingehe?
    • Thomas ist auch verwirrt
    • Die "dummen" Fragen von Thomas und Philippus machen auf mich den Eindruck, als solle damit Vers 10f vorbereitet werden und damit 2/3 der Dreifaltigkeit erklärt werden: Jesus ist im Vater und der Vater ist in Jesus. Gott wirkt durch Jesus.
    • Die Antwort auf die Frage, wohin er gehe, gibt er in Vers 13.
    • Vers 12 wiederum klingt überaus lukrativ.
    • Vers 16f klingt nach dem verbleibenden Drittel der Dreifaltigkeit. Den "Helfer" wird zwar hier noch nicht heiliger Geist genannt, aber "Geist der Wahrheit" klingt bereits danach. Vers 26 macht des dann überdeutlich. Seine Beschreibung ist freilich kryptisch: Einen Geist, den die Welt nicht sieht und erkennt? Also etwas, das keine Form oder wahrnehmbare Eigenschaften besitzt (im Gegensatz zu Jesus)? Er stärkt auf jeden Fall die Brücke von Jesus zu den Jüngern: Gott ist in Jesus. Wenn man Jesu Blut trinkt, ist Jesus in einem selbst. Und wenn man Jesus liebt = seine Gebote hält (V. 15), ist auch der Geist in einem. Könnte man auch als plot device sehen, um göttliche Gegenwart in Abwesenheit eines physischen Gottes zu ermöglichen. Wie das möglich ist, muss auf jeden Fall beantwortet sein, bevor Jesus stirbt. Am Ende muss die Göttlichkeit in den Menschen fortbestehen (vgl. 20 und 23f). Ich frage mich nur, ob die Einführung des Geistes der Wahrheit Jesu Rolle und den ritualisierten Kannibalismus nicht abschwächen. Es gibt einen weiteren Weg, der über besagten Geist führt.
    • Vers 22 bezieht sich wohl auf Judas Thaddäus (sagt die KI). Ich wusste gar nicht, dass es zwei Judasse gab Auffallend, dass wieder einer der Jünger zu Wort kommt. Bislang waren die eher stumm und wenn, dann haben die weniger NPCigen Jünger geactet (Judas, Petrus)
    • "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch" (V. 27) ist ein schöner Satz Der gesamte Vers gibt mir Gandalf-ezählt-Pipping-vom-Tod-Vibes
    • Vers 31 gibt mit wiederum lasst-uns-Orks-jagen-Vibes
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  10. #5740
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    Vers 6:

    "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich."

    Dies ist meine Meinung nach die deutlichste Formulierung eines christlichen Absolutheitsanspruches. Jesus selbst sagt, er ist der einzige Weg zu Gott und es gibt keinen Anderen.
    Das war außerdem das sechste Ich-Bin-Wort.


    Jesus bis zu Ende nachfolgen:
    Die Jünger können ihm jetzt nicht folgen. Denn er wird in den Tod gehen, und danach in den Himmel.
    Am Ende der Zeit bei der Auferstehung der Toten aber werden die Jünger Jesus folgen.
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  11. #5741
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    Johannes 15
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    1 »Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.
    2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, entfernt er, und jede (Rebe), die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringe.
    3 Ihr seid bereits rein infolge des Wortes, das ich zu euch geredet habe:
    4 bleibt in mir, so bleibe ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.
    5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben: wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reichlich Frucht; dagegen ohne mich könnt ihr nichts vollbringen.
    6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; man sammelt sie dann und wirft sie ins Feuer: da verbrennen sie.
    7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet, um was ihr wollt: es wird euch zuteil werden.
    8 Dadurch ist mein Vater verherrlicht, daß ihr reichlich Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.« 
    9 »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt: bleibet in meiner Liebe!
    10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und damit in seiner Liebe bleibe.
    11 Dies habe ich zu euch geredet, damit die Freude, wie ich sie habe, auch in euch (vorhanden) sei und eure Freude vollkommen werde. –
    12 Das ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.
    13 Größere Liebe kann niemand haben als die, daß er sein Leben für seine Freunde hingibt.
    14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
    15 Ich nenne euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht hat keine Einsicht in das Tun seines Herrn; vielmehr habe ich euch Freunde genannt, weil ich euch alles kundgetan habe, was ich von meinem Vater gehört habe.
    16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestellt, daß ihr hingehen und Frucht bringen sollt und eure Frucht eine bleibende sei, auf daß der Vater euch alles gebe, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
    17 Dies ist mein Gebot an euch, daß ihr einander liebet.« 
    18 »Wenn die Welt euch haßt, so bedenkt, daß sie mich noch eher als euch gehaßt hat!
    19 Wenn ihr aus der Welt wärt, so würde die Welt euch als das zu ihr Gehörige lieben; weil ihr aber nicht aus der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, deshalb haßt euch die Welt.
    20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: ›Ein Knecht steht nicht höher als sein Herr.‹ Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort befolgt, so werden sie auch das eure befolgen.
    21 Dies alles aber werden sie euch um meines Namens willen antun, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.
    22 Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen geredet hätte, so wären sie frei von Verschulden; so aber haben sie keine Entschuldigung für ihr Verschulden.
    23 Wer mich haßt, der haßt auch meinen Vater.
    24 Wenn ich nicht solche Werke unter ihnen getan hätte, wie kein anderer sie getan hat, so wären sie frei von Verschulden; so aber haben sie (alles) gesehen und doch sowohl mich als auch meinen Vater gehaßt.
    25 Aber es muß das Wort, das in ihrem Gesetz geschrieben steht, erfüllt werden: ›Sie haben mich ohne Grund gehaßt.‹ –
    26 Wenn aber der Helfer kommt, den ich euch vom Vater her senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis über mich ablegen.
    27 Doch auch ihr seid (meine) Zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir (gewesen) seid. 


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Da ist auch ein Ich-bin-Wort, da, in Vers 1: Ich bin der wahre Rebstock
    • Das ganze Gerede davon, "in ihm" bleiben zu müssen, hat in mir (no pun intended) den Gedanken geweckt: Ist Jesus dann nicht auch eine Art Käfig? Wenn man in ihm bleiben muss, hat man nicht mehr die Freiheit, ihn zu verlassen. Dann zu bemerken, dass es vielleicht blöd war und wieder zurückzukommen (wie der verlorene Sohn).
    • Wobei er freilich keinen Zwang auferlegt, sondern nur Bedingungen stellt: "so bleibe ich in euch" (V. 4), "Wer nicht in mir bleibt" (V. 6), "Wenn ihr in mir bleibt" (V. 7)
    • Kann man überhaupt rein in Jesus und wieder raus? Wie oft kann man dieses Rein-Raus-Spiel treiben?
    • Den Text würde ich so gern mal einer pubertären Klasse vorlegen
    • Nach dem abstrakten in-mir-Gefasel hittet Vers 13 ("Größere Liebe kann niemand haben als die, daß er sein Leben für seine Freunde hingibt.") anders. Das ist auf einmal so erschreckend konkret und endlich. Es rückt Jesu baldigen Kreuztod noch in ein anderes Licht (nicht nur Erlösung, sondern ultimativer Liebesbeweis). Es hat mir auch einen Ohrwurm von Chris-de-Burgh beschert: https://www.youtube.com/watch?v=AUaiSr_D5pQ Der zitiert diesen Vers am Ende, mir war nicht bekannt, dass das eine Bibelreferenz ist: "Greater love hath no man than this / That a man lay down his life for his friend."
    • Der direkt anschließende Vers 14 klingt wiederum nach einem Dark Pattern: "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete." Ich würde nicht sagen, dass Freundschaft bedingungslos sein sollte. Sie sollte aber auch nicht so einseitig diktiert werden, wie das bei Jesus anklingt. Freundschaft findet für mich auf Augenhöhe statt. Ansonsten ist es ein Abhängigkeitsverhältnis, also eine Art Knechtschaft - auch wenn Jesus seine "Freunde" (V. 14) nicht mehr "Knechte" (V. 15) nennt. Freund funktioniert für mich nicht als Gegenteil von Knecht.
    • Die zweite Hälfte liest sich für mich wie ein erweiterter Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gibt. Unmittelbar verlangt er nur, "daß [sie] einander liebe[n]" (V. 17). Wenn sie das tun, wie er es getan haben, werden sie die gleichen Konsequenzen (die Welt hasst sie) erdulden müssen. Hier funktionieren die Gegensätze Liebe und Hass für mich.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  12. #5742
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Johannes 16
    Achtung Spoiler:
    1 Dies habe ich euch gesagt, damit ihr nicht Anstoß nehmt.
    2 Man wird euch in den Bann tun; ja, es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tötet, Gott eine Opfergabe darzubringen meint.
    3 Und so werden sie verfahren, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben. 
    4 Aber ich habe euch dies gesagt, damit, wenn die Stunde der Erfüllung kommt, ihr daran gedenkt, daß ich es euch gesagt habe. »Dies habe ich euch aber nicht gleich anfangs gesagt, weil ich noch bei euch war.
    5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: ›Wohin gehst du?‹,
    6 sondern weil ich dies zu euch gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt.
    7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, so wird der Helfer nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingegangen bin, werde ich ihn zu euch senden.
    8 Und wenn er gekommen ist, wird er der Welt die Augen öffnen über Sünde und über Gerechtigkeit und über Gericht:
    9 über Sünde, (die darin besteht) daß sie nicht an mich glauben;
    10 über Gerechtigkeit, (die darin besteht) daß ich zum Vater hingehe und ihr mich fortan nicht mehr seht;
    11 über Gericht, (das darin besteht) daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
    12 Noch vieles hätte ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen.
    13 Wenn aber jener gekommen ist, der Geist der Wahrheit, der wird euch in die ganze Wahrheit einführen; denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hört, das wird er reden und euch das Zukünftige verkündigen.
    14 Er wird mich verherrlichen, denn von meinem Eigentum wird er es nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein;
    15 deshalb habe ich gesagt, daß er es von meinem Eigentum nimmt und es euch verkündigen wird.« 
    16 »Nur noch eine kurze Zeit, so seht ihr mich nicht mehr; dann wieder eine kurze Zeit, so werdet ihr mich sehen.«
    17 Da sagten einige von seinen Jüngern zueinander: »Was meint er damit, daß er zu uns sagt: ›Nur noch eine kurze Zeit, so seht ihr mich nicht mehr; dann wieder eine kurze Zeit, so werdet ihr mich sehen‹, und weiter: ›Ich gehe hin zum Vater‹?«
    18 Sie sagten also: »Was meint er mit dem Ausdruck ›eine kurze Zeit‹? Wir verstehen seine Worte nicht.«
    19 Jesus merkte, daß sie ihn darüber befragen wollten, und sagte zu ihnen: »Darüber verhandelt ihr miteinander, (was das zu bedeuten habe) daß ich gesagt habe: ›Nur noch eine kurze Zeit, so seht ihr mich nicht mehr, dann wieder eine kurze Zeit, so werdet ihr mich sehen‹?
    20 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: ihr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit wird zur Freude werden.
    21 Wenn eine Frau Mutter werden soll, so ist sie traurig, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß ein Mensch in die Welt geboren ist.
    22 So seid auch ihr jetzt in Traurigkeit; aber ich werde euch wiedersehen: dann wird euer Herz sich freuen, und niemand wird euch eure Freude rauben.
    23 Und an jenem Tage werdet ihr mich um nichts mehr befragen. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet, so wird er es euch in meinem Namen geben.
    24 Bisher habt ihr noch nie um etwas in meinem Namen gebeten: bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude vollkommen sei.« 
    25 »Dies habe ich euch in Gleichnissen verkündet; es kommt aber die Stunde, da werde ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch reden, sondern euch mit voller Offenheit Kunde über den Vater geben.
    26 An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten, und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde;
    27 denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und den Glauben gewonnen habt, daß ich von Gott ausgegangen bin.
    28 Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; hinwiederum verlasse ich die Welt und kehre zum Vater zurück.« –
    29 Da sagten seine Jünger: »Siehe, jetzt redest du frei heraus und gebrauchst keine bildliche Rede mehr;
    30 jetzt wissen wir, daß du alles weißt und niemand dich erst zu befragen braucht; darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist.«
    31 Jesus antwortete ihnen: »Jetzt glaubt ihr?
    32 Wisset wohl: es kommt die Stunde, ja sie ist schon da, daß ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in das Seine, und ihr mich allein lassen werdet. Und doch bin ich (alsdann) nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
    33 Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Bedrängnis; doch seid getrost: ich habe die Welt überwunden!«


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Die Verse 1-3 klingen eher nach einem Abschluss von Johannes 15 oder taugen hier als Übergang.
    • Vers 4 hat (verständlicherweise) so "Hätte ich euch das von Anfang an gesagt, wärt ihr mir nicht gefolgt"-Vibes - Vers 12 wiederum hat "Trust me bros"-Vibes
    • Ich bin immer noch überrascht, welche Rolle der Heilige Geist als "Helfer" bei Johannes spielt, nachdem er in den übrigen Evangelien quasi non-existent war.
    • Interessant, dass die Gerechtigkeit und das Gericht in Vers 10 nicht als Auflösung oder Gegenstück zur Sünde formuliert wird (im Sinne von: wer nicht an Jesus glaubt, wird bestraft). Überhaupt stehen diese zwar in einer juristischen Beziehung, aber so wie Jesus sie auslegt, in einer verdrehten Art. Oder besser gesagt: in einer theologischen(?) Art: Das Gericht soll zu Gerechtigkeit führen und das Richten des Fürsten führt auch dazu, dass Jesus zu Gott zurückkehrt. Aber es fühlt sich ungerecht an, weil Jesus bestraft wird. Vor Gericht soll außerdem Sünde bestraft werden. Wenn die Sünde der Unglaube ist, wäre die Strafe, den Ungläubigen die Göttlichkeit weggenommen wird.
    • V. 13: "er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hört, das wird er reden" - wie funktioniert das denn? Muss er das Gehörte nicht auch wieder von sich aus "reden"? Oder geht es darum, dass er nur Worte gebrauchen kann, die auch Gott/Jesus gebraucht hätte? So wie Saurons Mund nur in gut?
    • Bei der Verunsicherung der Jünger (V. 16ff) treten im Gegensatz zu vor 2 oder 3 Kapiteln keine Jünger namentlich hervor.
    • Vers 21 lässt den Vergleich von Jesu Tod (und Wiederauferstehung) mit einer Geburt zu. Ein paar Parallelen springen ins Auge, bin aber zu faul, weiter darauf rumzudenken
    • Die Aussage "Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet, so wird er es euch in meinem Namen geben" (V. 23) scheint Jesus wichtig zu sein, er wiederholt sie in diesem Kapitel.
    • Im Gegensatz zu den Jüngern (V. 29) hab ich nicht so sehr den Eindruck, dass sich Jesu Ausdrucksweise geändert hat. Bie Johannes hat er auch nicht so viele Gleichnisse benutzt wie V. 25 vermuten lässt. Es sei denn, das ist eine Referenz auf die anderen Evangelien.
    • Der Begriff "Zerstreuung" in V. 32 lässt mich abermals an Babel denken. Da führt der Versuch, zu Gott zu streben, auch zur Zerstreuung, als der Turm eingestürzt wurde. Den "Turm", den Gott geschickt hat (Jesus) stürzen die Menschen ein und in der Folge werden seine Anhänger zerstreut.
    • "Ich habe die Welt überwunden" (V. 33) ist ein geiler Satz Könnte der Titel einer Badass-Autobiografie sein
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  13. #5743
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    Naja, die Erbsünde ist ja auch ne biblische Idee... nicht unbedingt katholisch, sondern gar christlich. Wird bloß häufig nicht so benannt oder irgendwie anders verstanden.
    Ich bin auch immer verwundert, dass sogar gebildete Menschen (wie hier im Forum beispielsweise Mongke oder Gulaschkanone) so etwas denken. Gerade die reformatorische Theologie ist doch bei der Sündenverfallenheit des Menschen noch weitaus pessimistischer als die katholische. Luthers ganze Lehre ergibt doch überhaupt keinen Sinn, wenn der Mensch grundsätzlich gut ist oder aus eigenem freiem Willen das Gute wählen kann?

  14. #5744
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Ich glaub der Name "Erbsünde" wird in den Nicht-katholischen Konfessionen nicht verwendet. Obwohl das gleiche ausgesagt wird: Du bist als Mensch verloren, in Schuld geboren und kannst selbst nix dagegen machen.

    Vielleicht hat auch der Gedanke damit zu tun, dass diese Erbsünde durch den Geschlechtsakt bei der Zeugung vererbt wird. Das denken wir nämlich nicht. Ich weiß nicht mal ob das wirklich katholische Lehre ist oder ob man sich das nur so erzählt?
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  15. #5745
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    Bei mir ist es schlicht so, dass ich wenn, dann nur katholisch kenne und den Evangelen nix andichten will. Zumal die ohne Papst eh so uneinheitlich sind.

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