Ja, Planung ist nach meiner Meinung ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein Aufbau-Spiel, das Spaß macht, anstatt in Stress auszuarten, wo man den Dingen hinterherläuft, weil man sich vorher keine Gedanken gemacht hat. Bei einem Freizeitpark kann und muss man wahrscheinlich einfach den Eingebungen folgen, da es keine einengenden Rahmenbedingungen gibt außer den finanziellen Mitteln. Allerdings dürfte maan dort auch im späteren Spiel merken, dass ein wenig Planung hilfreich sein kann, siehe das Thema der Wege.
Also, zunächst ist mir aufgefallen, dass in der Fruchtbarkeitsübersicht von Aiberbach außer für eingeweihte und Ameisenfährtenleser kaum zu erkennen war, welche Ansicht eigentlich welche Getreideart zeigt. Da ich das heute selbst nochmal gebraucht habe, hier also die Nachlieferung mit Beschriftung:
Und gleich noch eine Nachlieferung: Die Grundwasser-Situation in Aiberbach. Im Gegensatz zu Leidenfeld ist hier das reine Urstromtal, wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen, dass wir nicht genügend Brunnen in Wohnhäusernähe bekommen, ein wesentlicher Faktor für die Effizienz der Arbeitskräfte.
Nun aber nochmal zur Planung:
Mir ist anhand der nochmaligen Betrachtung der Bilder vom letzten Post aufgefallen, dass oben im Norden wohl falsch geplant wurde. Daher wurde die neue korrigierte Planung für diesen Teil einfach mal mit etwas grelleren Farben drübergeschmiert. Die Felder dort folgen jetzt (ungefähr) der guten Gerstefruchtbarkeit. Da Gerste das wichtigste Getreide im Spiel ist, war diese Anpassung nötig.
Nun aber weiter. Wo der Siedlertreck gesetzt wird, ist ja schon klar. Nach 5 Häusern muss allerdings die Origin gewählt werden. Also, muss nicht, aber natürlich sollte man das machen, denn damit verbinden sich ja neben dem einen Malus auch diverse Boni.
Die im letzten Spiel verwendeten Origins sind hier alle nicht angesagt:
- Leidenfeld hatte Vogtland --> das reduziert die Fruchtbarkeit der Äcker um 25 %, das wollen wir nicht, da ja hier Landwirtschaft getrieben werden soll
- Eichenhau hatte Nürnberg --> Eisenbasierend – hier gibts kein Eisen, also abgelehnt
- Schenfurt hatte die Tischlergesellen --> Holzwirtschaft, die brauchen wir hier nicht, hier gehts um eine Zuliefer-Region mit Landwirtschaft
Also schaut man sich die verbleibenden 6 Origins an. Vorweg ein paar Worte zu dem, was man da zu sehen bekommt:
- Boni und Malus können Dinge betreffen, die man selbst nicht beeinflussen kann, z.B.
- - Fruchtbarkeit --> nicht durch den Spieler veränderbar
- - Effizienz --> Ausbeute aus Rohmaterialien bei der Verarbeitung zu Produkten
- - Preise --> Rabatte oder Aufschläge auf Einkaufs- oder Ausstattungskosten
- dem entgegen stehen Dinge, die man beeinflussen kann, z.B. die Arbeitsgeschwindigkeit in bestimmten Produktionsstätten, das kann man mit mehr Produktionsstätten oder Arbeitern ausgleichen
Beispiel für eine schlechte Origin ist hier Leidenfeld mit den Kleinbauern:
- der Zufriedenheitsbonus auf Nahrungsvielfalt funktioniert nach meiner Erfahrung nicht (siehe vorletztes Posting)
- die Kleinbauern sind Mist: Um 20 % mehr Ausbeute in den Obst- und Gemüsegärten zu bekommen, muss man die Familien an die Gärten binden, damit gehen einem die 11 Monate freie Obstbauern verloren, die man für Förster, Kräutersammler oder sporadisch zu besetzende Produktionen nutzen kann. Ok, man muss die nicht festbinden, aber wozu nimmt man dann die Origin?
- bleiben noch die besseren Förster: Ja, die sind ohne Zweifel gut. Allerdings kann man die mit freien Obsthausfamilien mehr als kompensieren, siehe die Massen an Försterinnen im letzten Spiel in Schenfurt.
Bei den verbleibenden 6 sind noch 3 brauchbare dabei:
Kandidat 1: Regensburg
- Geld für alle bewohnten Gehöfte ist sehr nett, man bekommt ab dem zweiten Monat ein (stetig wachsendes) Einkommen, Gemüse und Obst könnten damit viel früher kommen
- Ok, die Materialien für das Hochleveln von Wohnhäusern sind jetzt kein Problem, die hat man immer. Geld kosten erst die Level III und IV, wenn man dann nicht genug auf Tasche dafür hat, ist das sowieso ein Mistspiel und man macht das besser aus. Außerdem wollen wir hier eine Satelliten-Region bauen, da wird es höchstens zwei Bäcker auf Level III geben. Und vielleicht einen Schuster, obwohl der ja schon in Leidenfeld gebaut wurde.
- Importe von Salz fallen aus. Nahrungsvielfalt schafft man auch ohne Würste (noch, irgendwann soll es auch Level V- und IV-Häuser geben, dann könnte das wichtig werden). Und für Exporte von Würsten lohnt es auch nicht, wegen der Einfuhraufschläge.
- Eisen-Importe billiger. Oder EisenBARREN-Importe? Man weiß es nicht. Natürlich muss Aiberbach irgendwann mal Werkzeuge mittels Importen auf die Reihe kriegen. Aber:
- - Das Gleiche gilt für Leidenfeld. Hier bietet sich eine Beschaffungsgemeinschaft an, also einer von beiden beschafft für Beide und die Werkzeuge werden dann geteilt. Läuft nach derzeitigen Stand auf 15 Eisen oder Eisenbarren pro Jahr hinaus --> im schlimmsten Fall 250 Silberlinge pro Jahr, das kriegen wir schon allein mit nen paar Karotten raus --> unwichtig.
- Blöd ist natürlich der Malus auf die Zufriedenheit. 1 % Steuer (Standard bei meinen Regionen) haben normalerweise 0 Auswirkungen, hier stellt sich die Frage, was 20 % praktisch bedeuten. Immerhin sind die 80 oder 81 % ein wackliges Ding (siehe Leidenfeld), vor allem, wenn man keinen Bedarf an Level II-Werkstätten hat. Risiko! Wenn in einer Landwirtschaftsregion der zügige Nachzug nicht läuft, sitzt man auf massig Feldern ohne Bauern.
Wertung: mal sehen
Kandidat 2: Straßburg
- Bonus 1 und 3 sind "entweder-oder". Nur bei reichen Vorkommen, so wie hier, kommt die Steinmetzwerkstatt zum Einsatz, dafür muss man dann eine Handelsstraße zum Verkauf der behauenen Steine bauen. Ein Steinsammlerlager geht nur auf nicht-reichen Vorkommen. Hier wird zwar die Effizienz gesteigert, das ist aber eigentlich nicht relevant:
- - Ein nicht-reiches Vorkommen ist trotzdem irgendwann zuende (typisch 120 + 30 % = 156, das macht man in zwei Monaten weg) und aufgrund des Exportpreises sind das mehr oder weniger 36 Silberlinge Einkommensgewinn.
- - Ein reiches Vorkommen braucht keine Effizienz, das kann man mit zusätzlichen Arbeitskräften ausgleichen. Außerdem wird bei zu viel Produktion (und Export) der Markt übersättigt, also auch nur ein begrenztes Vergnügen.
- Baukosten für Burgplaner: Nein, wir werden hier kein riesigen Stein-Manor bauen, dazu ist die Gefahr, dass dabei das Spiel über den Jordan geht, viel zu groß, da der Burgplaner noch heftig verbugt ist.
- Der Malus auf Jäger und Fischer ist irrelevant, das kann mit einer zusätzlichen Familie ausgleichen, lachhaft.
Wertung: uninteressant bis blödsinnig
Kandidat 3: Weiden
Das ist eine sehr gute Origin, allerdings nicht für eine Flachlandkarte wie hier.
- Ich habe keine Erfahrung mit Landwirtschaft in Höhenlagen. Vielleicht gibt es da einen natürlichen Malus, der hiermit ausgeglichen wird? Oder ist das wirklich was obendrauf? Keine Ahnung, hier jedenfalls irrelevant.
- preiswertere Tierimporte: Das ist mal wirklich ein Knaller. Müsste man mal rechnen: ca. 45 Ochsen (je 20), 10 Pferde (je 60) plus 100 Hinterhofviecher (rechnen wir mal mit 20) ergibt zusammen 3.500 Silberlinge mit einem Einsparpotenzial von 700. Das ist schonmal ne Hausnummer, vor allem während der Aufbauphase. Allerdings kosten 3 Obst- und Gemüsegärten genau das schon allein und davon werden je 6 Stück gebraucht, das relativiert die Zahl schon wieder etwas. Entweder man hat einen gesunden Handel, dann kann man sich auch die Viecher leisten, oder man macht auf leere Hose, dann helfen einem die 20 % wahrscheinlich auch nicht viel.
- wieder mal Arbeitsgeschwindigkeit von Abbaugrube und Schachtmine: Hier hätten wir eine Abbaugrube für den Lehm, die ist allerdings nach 4-5 Monaten leer. Damit keine Relevanz. Außerdem wäre ein solcher Bonus natürlich auch mit einer einzigen Familie mehr locker zu übertreffen.
- Malus auf Werkstätten: Nach meinem Verständnis würde das den Materialverbrauch pro hergestelltem Produkt betreffen – habe leider keine weiterführenden Informationen gefunden. Wie auch immer, hier uninteressant, weil wir hier nicht werken wollen. Könnte höchstens Schneider und Bäcker treffen, das wäre aber in einer fruchtbaren Region kein Problem, da kriegt man immer noch viel viel viel mehr raus, als der Export-Markt aufnehmen kann.
Wertung: Bei Höhenkarten auf jeden Fall interessant, hier aber nicht gut genug.
Damit würde ich tatsächlich zu Kandidat 1 tendieren. Allein die ständig reinkommende Kohle pro Haus pro Monat macht da ein fettes und festes Einkommen. Konstanten Zuzug von zwei Familien vorausgesetzt, was sicher in Jahr zwei eher schwierig wird, ergeben sich im ersten Jahr 117 Silberlinge zusätzlich, am Ende von Jahr 2 sind es 525 und am Ende von Jahr 3 schon über 1200.
Für eine kleine poplige Bauernregion, die außerdem noch einen soliden Steine-Export hat, klingt das sehr verlockend. Außerdem gehen natürlich Gerste, Flachs und beide Brotsorten nach Leidenfeld sowie Überschüsse bei Brot und Gemüse ins Ausland. Das könnte also wirklich eine REICHE, sogar eine SEHR reiche Region werden, die sich den notwendigen Schutz der Grenzen dauerhaft leisten könnte.
Noch ist nichts entschieden, Meinungen sind gern erwünscht.
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Vor jeder Ernte müssen ja eh die Farmhäuser alle angefasst werden, um die Priorität fürs Dreschen auf "Niedrig" zu stellen 


