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Thema: Fragen zur Geschichte

  1. #3946
    yay! Avatar von Setcab
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    Zitat Zitat von Empirate Beitrag anzeigen
    Leute, die von Wissenschaft weniger Ahnung haben (egal ob Geschichtswissenschaft oder Epidemiologie oder Klimaforschung...) behaupten gar zu gern den alten Blödsinn von der "Lehrmeinung", und dass "die" Wissenschaft darum kämpfen würde, diese um jeden Preis zu erhalten, und am Ende "blamiert" wäre, wenn irgendwelche kühnen Denker (weitaus seltener Denkerinnen ) die dann ins Wanken brächten.

    So funktioniert Wissenschaft nicht.

    Wissenschaft schafft, anders als der Name suggeriert, kein gesichertes Wissen, sondern ist ein Annäherungsprozess, auf dem Erkenntnisse aktiv aufgesucht werden, um der Wahrheit allmählich näherzukommen, in der Annahme, dass der jetzige Erkenntnisstand immer nur ein Zwischenstand ist. Wissenschaft ist ein Prozess, der auf Fragen und dem Abgleich bereits gewonnener Erkenntnisse mit neuen und alten Beobachtungen beruht. Das, was die Leute "Lehrmeinung" nennen, ist einfach eine Theorie, die derart oft von allen Seiten attackiert, überprüft und hinterfragt wurde (und das entweder ohne Erfolg, oder mit dem Ergebnis, dass die aktuelle Theorie eben weiterentwickelt und verfeinert wurde), dass man damit nun erstmal nicht mehr weiterkommt, bis jemand eine neue Idee hat oder eine neue Beobachtung macht.

    Echte Wissenschaftler*innen reagieren auf neue Daten nicht mit "Kann gar nicht sein, oh nein, mein Weeeeeeltbiiiiiild! Hängt den Ketzer!!", sondern mit "Oh wie interessant, das hieße dann ja, dass... Hm, lass mal sehen, welche Auswirkungen das auf XYZ hat und wie wir das mit ABC in Einklang bringen!"

    Niemand, der "unbequeme" Fragen stellt, tut irgendetwas anderes als Wissenschaftler*innen selbst.
    Niemand, der neue Erkenntnisse beigesteuert hat, hat jemals "die" Wissenschaft in irgendwelche Schwierigkeiten gebracht – sondern sie lediglich vorangebracht.


    Warum das in der Schule nicht beigebracht wird, verwundert mich immer wieder....

    [/rant]
    In der Theorie stimme ich dir zu, in der Praxis glaube ich aber schon, dass dieses spezielle Klientel da andere Erfahrungen macht. Wenn man Wissenschaftler*innen lange unaufgeforderte Texte schreibt, die den Großteil vom aktuellen Wissensstand in Frage stellen, denken sie sich in der Regel nicht: "Oh wie interessant, das hieße dann ja, dass... Hm, lass mal sehen, welche Auswirkungen das auf XYZ hat und wie wir das mit ABC in Einklang bringen!", sondern eher: "Ich habe in meiner Arbeitszeit Besseres zu tun, als dem nächsten komischen Kauz zu erklären, warum er falsch liegt." und ehrlich gesagt stimmt das halt auch.
    Sie/Ihr

    Storys:
    (Civ 4 BASE 5.0): Die Geschichte des römischen Reiches (abgeschlossen)
    (Civ 4 BASE 6.0): Das Reich der Mitte auf dem Weg durch die Geschichte (abgebrochen)

  2. #3947
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    Leute wie Däniken wenden sich allerdings ohnehin eher an die breite Öffentlichkeit als an ein Fachpublikum. Sie wollen schließlich Geld mit ihren Ideen verdienen. Wenn es Funde gibt, deren Bedeutung zunächst nicht erkannt wird, besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass jemand später darauf zurückkommt. Ein Beispiel wären die 1987/88 bei Kalkriese gefundenen Silbermünzen, Spielsteine und Schleuderbleie, die von einem Laien (einem britischen Offizier) entdeckt wurden und die bereits im 19. Jh. diskutierte, dann aber mehrheitlich verworfene Verortung der Varusschlacht (oder eines Teils einer mehrtägigen Schlacht) stützten. Hier konnte der Laie aber eben auch etwas mehr vorweisen als eine bloße Überzeugung und die Aussage, es könne natürlich auch alles ganz anders gewesen sein.

  3. #3948
    rogue trader Avatar von Oppenheimer
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    Zustimmung. Wobei ich mal behaupten will, dass auch ein Großteil der breiten Öffentlichkeit absolut in der Lage ist, Däniken & Co. richtig einzuordnen.
    Die Lösung für das Fermi- Paradoxon: In einer Gesellschaft, die z.B. in der Lage ist eine Dyson-Sphäre zu bauen, dauern Genehmigungsverfahren einfach viel zu lang.

  4. #3949
    Zurück im Norden
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    Zitat Zitat von Oppenheimer Beitrag anzeigen
    ... die dazu noch einer gewissen... Gattung (?) zuzuordnen sind. Ich meine, ja nur, die Atlantiserzählung existiert ja nicht im leeren Raum. Die Leute haben da öfter mal irgendwelche Sozialordnungen in der Art... moralischer Erbauungsschriften (...?) beschrieben, gerne auf Inseln.
    Das stimmt. Im konkreten Fall kommt sogar noch dazu, dass die von Platon vorgestellte Sozialordnung gar nicht auf der Insel verwirklicht war, sondern bei den "Urathenern". Hintergrund ist, dass im Anschluss an die Diskussion um den platonischen Idealstaat in der Politeia - der so ziemlich das Gegenteil des zeitgenössischen Athen sein sollte - in beiden Dialogen auch die Frage der möglichen Verwirklichung angeschnitten wurde. Konnte ein Staat mit Gütergemeinschaft, strikt ständischer Organisation und politischer und wirtschaftlicher Autarkie überhaupt praktisch existieren? Und konnte er sich - wie das demokratische Athen in den Perserkriegen - sogar gegen eine feindselige Umwelt behaupten?

    Im anschließenden Timaois-Dialog berichtet der Athener Kritias dann, der berühmte Solon (ein Freund seines Urgroßvaters) habe in Ägypten von den großen Taten der Urathener und von ihrer politischen Organisation erfahren. Es sei in heiligen, in ägyptischen Tempeln verwahrten Schriften genau festgehalten, dass es einmal ein noch größeres und mächtigeres Reich als das der Perser gegeben habe, eben die Land- und Seemacht Atlantis. Sie habe fast ganz Europa und Afrika erobert, um dann ähnlich wie die Perser in Griechenland einzufallen- natürlich mit einem noch viel größeren Heer als Dareios und Xerxes. Die Athener seien damals als autarkes Bauernvolk nach dem Muster des Idealstaates organisiert gewesen und hätten letztlich ganz allein - also ohne die Hilfe eines Seebundes oder gar der Lakedaimonier - die Invasion abgewehrt.

    Im Kritias-Dialog wird das Ganze dann noch weiter ausgeführt und Atlantis näher beschrieben, aber dieser ist nicht vollständig erhalten (oder wurde vielleicht gar nicht fertiggestellt). Jedenfalls ist damit aus Sicht der Gesprächspartner der Beweis erbracht, dass so etwas wie der Idealstaat existieren konnte und sogar noch wehrhafter sein würde als das demokratische Athen des 5. Jh.

  5. #3950
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    Zitat Zitat von Oppenheimer Beitrag anzeigen
    Zustimmung. Wobei ich mal behaupten will, dass auch ein Großteil der breiten Öffentlichkeit absolut in der Lage ist, Däniken & Co. richtig einzuordnen.
    und er hat bestimmt viele erst mal auf das Thema Geschichte gebracht,denen Geschichte vorher egal war.

  6. #3951
    Blue Heeler Genießer Avatar von Baldri
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    Oder auf Science-Fiction.
    Zitat Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
    Stimmt, ich habe da so eine Art Phantomschmerz, den ich kaum noch merke ... ^^

  7. #3952
    rogue trader Avatar von Oppenheimer
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    ... Wieder andere sollen sich ja noch rassistischeren Themenkreisen zugewendet haben...
    Die Lösung für das Fermi- Paradoxon: In einer Gesellschaft, die z.B. in der Lage ist eine Dyson-Sphäre zu bauen, dauern Genehmigungsverfahren einfach viel zu lang.

  8. #3953
    Blue Heeler Genießer Avatar von Baldri
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    Was genau meinst du?

    (Der Sprung von Dänicken zu Star Gate war für nicht schwer!)
    Zitat Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
    Stimmt, ich habe da so eine Art Phantomschmerz, den ich kaum noch merke ... ^^

  9. #3954
    rogue trader Avatar von Oppenheimer
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    Ich meinte noch rassistischer als Paläoastronautik, nicht als Science Fiction.
    Die Lösung für das Fermi- Paradoxon: In einer Gesellschaft, die z.B. in der Lage ist eine Dyson-Sphäre zu bauen, dauern Genehmigungsverfahren einfach viel zu lang.

  10. #3955
    Zurück im Norden
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    An wen denkst du denn konkret?

  11. #3956
    rogue trader Avatar von Oppenheimer
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    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    An wen denkst du denn konkret?
    Ich meine damit, dass von Däniken sich zwar einerseits immer dagegen gewehrt hat, von Rechtsextremisten "vereinnahmt" zu werden, gleichzeitig aber ein Posterboy für COMPACT und verwandte Publikationen war und sich auch gerne von denen hat interviewen lassen. Uralte Aliens und Artikel über Umvolkung und anderem Fascho- Scheiß auf einer Seite.

    Ebenso beim Kopp- Verlag, der seine Bücher über einen längeren Zeitraum verlegt hat..
    Geändert von Oppenheimer (23. Januar 2026 um 20:19 Uhr)
    Die Lösung für das Fermi- Paradoxon: In einer Gesellschaft, die z.B. in der Lage ist eine Dyson-Sphäre zu bauen, dauern Genehmigungsverfahren einfach viel zu lang.

  12. #3957
    Grünkohlgroßmaul Avatar von Bassewitz
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    Also das wären für mich auch zwei ganz große Redflags. Nichts für ungut, aber zeig mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist.
    Zitat Zitat von Azrael Beitrag anzeigen
    Was Basse sagt. :D
    Zitat Zitat von Simato Beitrag anzeigen
    Passe, wenn nicht Basse :schwaerm:
    Zitat Zitat von Der Gevatter Tod Beitrag anzeigen
    Da will ich mich einmal im Leben anpassen (...) und BasedBasse rückt mich direkt zurecht :D

  13. #3958
    Registrierter Benutzer Avatar von Karleon
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    Zitat Zitat von Oppenheimer Beitrag anzeigen
    Ich meine damit, dass von Däniken sich zwar einerseits immer dagegen gewehrt hat, von Rechtsextremisten "vereinnamt" zu werden, gleichzeitig aber ein Posterboy für COMPACT und verwandte Publikationen war und sich auch gerne von denen hat interviewen lassen. Uralte Aliens und Artikel über Umvolkung und anderem Fascho- Scheiß auf einer Seite.

    Ebenso beim Kopp- Verlag, der seine Bücher über einen längeren Zeitraum verlegt hat..
    Allgemein neigt diese ganze Szene, welche davon lebt alternative Interpretationen unters Volk zu bringen, dazu sich rechte Verschwörungsmythen anzueignen. Man teilt ja auch die grundsätzliche Haltung "Wir gegen das Establishment"...
    "Krieg ist Gottes Weg den Amerikanern Geographie beizubringen..."
    The Daily Show

  14. #3959

  15. #3960
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    Zitat Zitat von Oppenheimer Beitrag anzeigen
    Ich meine damit, dass von Däniken sich zwar einerseits immer dagegen gewehrt hat, von Rechtsextremisten "vereinnahmt" zu werden, gleichzeitig aber ein Posterboy für COMPACT und verwandte Publikationen war und sich auch gerne von denen hat interviewen lassen. Uralte Aliens und Artikel über Umvolkung und anderem Fascho- Scheiß auf einer Seite.

    Ebenso beim Kopp- Verlag, der seine Bücher über einen längeren Zeitraum verlegt hat..
    Das war mir tatsächlich nicht bewusst, aber vielen Dank!

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