Das erste Final Fantasy erschien 1987 für das Famicom in Japan und 1990 in den USA für das NES. Letzteres ist die Version, die ich hier vorstellen werde. Das Spiel stammt von Square (heute Square-Enix, nach der Fusion mit Enix). Neben Dragon Quest gilt Final Fantasy als Mitbegründer des JRPGs, also Rollenspiele nach japanischer Machart. Entgegen hartnäckiger Gerüchte hat der Name nichts mit den Umständen einer Person vom Entwicklerteam oder der Firma Square zu tun. Man wollte einfach einen lateinischen Titel, der sich mit "FF" abkürzen lies. Zuerst wollte man das Spiel Fighting Fantasy nennen, doch es gab bereits ein Pen & Paper mit diesen Namen, also ist man irgendwie bei Final Fantasy gelandet.
Startet man das Spiel kommt zuerst die Prophezeiung der Helden, die man schließlich steuert. Einen klassischen Titelscreen gibt es nicht.
Es gibt nur einen einzigen Spielstand. Die Möglichkeit zu Speichern war damals noch kein fester Standard, so dass manch andere Spiele stattdessen über ein Passwortsystem verfügten. Doch jetzt im Rückblick finde ich es schon schlimm, wenn man damals seinen ganzen Fortschritt überschreiben musste, um das Spiel mal neu zu starten.
Die Textgeschwindigkeit kann man hier zwischen 1 bis 8 angeben, wobei 1 extrem langsam ist und sich 8 eher für Grindingsessions lohnt. 8 ist jedoch so schnell, dass man unter Umständen gar nicht mitbekommt, welchen Statuseffekt sich ein Charakter gerade eingefangen hat. Ich nehme 5, das liest sich angenehm und gibt genügend Spielraum zum Erstellen von Screenshots.
Gleich zum Anfang muss man eine wichtige Entscheidung treffen: Aus welchen Klassen soll die Party bestehen? Zur Auswahl stehen Krieger, Dieb, Schwarzgurt, Rotmagier, Weißmagier und Schwarzmagier. (Die Frage soll die Situation im Spiel beschreiben. Ich hatte hier keine Abstimmung durch die Leser im Sinn.)
Der Krieger ist der klassische physische Kämpfer, der viel austeilen und einstecken kann. Er kann nahezu jede Ausrüstung tragen, wird dadurch allerdings auch ein kostspieliges Teammitglied. Später kann er auch niedrige Weißmagie lernen. Man sollte mindestens einen Krieger im Team haben.
Diebe können in diesem Teil nicht stehlen. Sie sind schwache physische Kämpfer, die eher mit Geschwindigkeit und Glück glänzen. Glück spielt hier nur beim Flüchten aus Kämpfen eine Rolle. Jedoch ist die Berechnung auf eine erfolgreiche Fluchtchance im Hintergrund fehlerhaft, so dass es nach ein paar Level egal ist, ob man einen Dieb in der Gruppe hat. Später im Spiel können Diebe ein paar Zauber der Schwarzmagie lernen. Darunter gibt es auch einen guten Zauber, den ich in anderen Versionen dieses Teils gerne einsetze. Doch im NES-Original funktioniert dieser Zauber nicht. Somit ist in meinen Augen der Dieb sinnlos in dieser Version.
Der Schwarzgurt ist eine typische Glaskanone, wobei es etwas dauert, bis er großen Schaden austeilen kann. Ab so Level 10 ist er stärker, wenn er überhaupt keine Ausrüstung trägt. Dadurch spart man Geld, doch im Gegenzug benötigt man viele Heilitems für diese Klasse. Diese Kampfmönche verfügen zwar über viele HP, aber durch die geringe Verteidigung nehmen sie auch großen Schaden. Magie beherrschen sie nicht.
Ein Rotmagier kann weiße und schwarze Magie erlernen. Bei weißer Magie handelt es sich um Heilung und Defensivfähigkeiten, während schwarze Magie fast nur über Angriffszauber verfügt. Im Gegensatz zu den anderen Magiern kann der Rotmagier bessere Ausrüstung tragen und somit auch mehr Treffer einstecken. Er kann jedoch nicht jeden Zauber lernen, vor allem was höherstufige Magie zum Ende des Games betrifft. Somit sind Rotmagier in den ersten Spielstunden besser als die anderen Magier, werden aber nach immer mehr Spielzeit von den anderen überholt.
Weißmagier verfügen über viele Heilzauber und wenig Offensivmagie, die eher nur gegen Untote zum Einsatz kommt. Sie sind schwach und können kaum Rüstung tragen. Dennoch halten sie das Team am Leben und gerade deswegen ist in den meisten Teams ein Weißmagier vertreten.
Als letzte Option haben wir den Schwarzmagier. Eigentlich sollte dieser grundsätzlich stärker als der Rotmagier sein, doch der Intelligenzwert ist ebenfalls verbuggt und hat keinen Einfluss auf die Stärke eines Zaubers. Dadurch zaubert tatsächlich ein Rotmagier genau so gut wie Vertreter der anderen beiden Magiekünste, was so nicht beabsichtigt war. Ich möchte an dieser Stelle jedoch betonen, dass durch den Bug alle gleich schlecht zaubern. Magie hat einen Grundwert und dieser steigt im Laufe des Spiels nicht an, dafür war eigentlich die Intelligenz der Charaktere gedacht. Hinzukommt, dass ein anderer Bug den Schaden durch physische Attacken begünstigt, so das Magie allgemein in dieser Version nicht so gut ist.
An dieser Stelle daher die Empfehlung: Wenn man Final Fantasy I nachholen möchte, sollte man lieber zum Pixel Remaster greifen. Das Original hat zu viele Bugs.


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Im ersten gibt es noch gar keine namentlichen Charaktere?


