Im Subgenre der 4X-Weltraum-Rundenstragie gilt Master of Orion 2 als Meilenstein und in der Fachpresse sowie weiten Teilen der Community als bis heute unerreicht. In der jüngeren Geschichte gibt es mit Stellaris & Endless Space 2 neuere Vertreter, welche nicht den Vergleich mit dem berühmten Vorbild scheuen müssen – ob sie es jedoch auch übertrumpfen, bleibt jedem selber überlassen zu bewerten.
Endless Space 2 zählt wie Stellaris zu denjenigen Vertretern, welche komplexeres Gameplay auffahren. Ein Gigant unter Zwergen ist Paradox in seiner selbst mitgebauten Globalstrategie-Nische geworden. Freilich gibt sich Paradox damit nicht zufrieden und ist seit jeher auf der Suche nach seinem ganz eigenen Heiligen Gral: Der Zugänglichkeit zu ihren hochkomplexen und umfangreichen Strategiespielen. Persönlich muss sich sagen, dass dieser Punkt jedoch in diesem Zweikampf für mich jedoch eindeutig an Endless Space 2 geht.
ENDLESS SPACE 2
Inklusive der bisher 4 erschienen DLC fährt das Spiel 12 einzigartige Spezies auf, wo sich keine gleich wie die andere – ein alleinstellungsmerkmal von Endless Space:
Terraner (Menschen) – ist der Klassiker unter den Bewohnern eines Sci-Fi-Universums. Es gruppiert sich aus machtbesessene Menschen, die von einem autokratischen Imperator angeführt werden. Als Allrounder stechen die Imperialen in keiner Disziplin deutlich hervor mit Ausnahme der Diplomatie sowie einer erhöhten Mobilmachung an Militärpersonal. Darüber hinaus kann der Imperator seinen politischen Einfluss, der sonst nur als Ressource für diplomatisches Geschick fungiert, nutzen, um Bau- wie auch Forschungsvorhaben zu beschleunigen.
Sophon -sind ein Volk, das sich auf die Forschung sowie die Entdeckung des Weltraums spezialisiert hat. Dementsprechend besitzen sie flinke Erkundungsschiffe und entwickeln am schnellsten neue Technologien. Der Preis für diese Spezialisierung sind schwache Bodentruppen, sodass feindliche Planeten viel schwieriger zu erobern sind.
Craver – haben das zuletzt genannte Problem wirklich nicht, denn das Kriegswesen bestimmt ihren Alltag. Ihre Bodentruppen wie auch Raumschiffe genießen schlagkräftige Vorteile, doch als weitbekannte militaristische Sklaventreiber haben sie keine Chance, Verbündete auf dem Parkett der Diplomatie zu finden.
Vodyani - dagegen sind ein sehr spirituelles Volk. Gebunden an ihre Archen nutzen sie den Glauben ihrer Untergebenen, um die Weltraumexpansion voranzutreiben. Sie lassen sich nicht auf einem System nieder, sondern leben auf Ihren Archen – wenn sie es für opportun halten, verfrachten sei Ihre Bevölkerung inkl. bereits errichteter Gebäuden in ein neues System. Ihre fanatischen Bodentruppen übertreffen sogar die Leistung der gewalttätigen Craver.
Lumeris - sind die Weltraummakler im Endless-Universum. Dust – die Währung des Spiels – bestimmt ihr Leben und dementsprechend spielt der interstellare Handel eine tragende Rolle für dieses Volk. Sie schwimmen regelrecht im Geld und können als Einzige damit Planeten kolonisieren.
Horatio - ist ein reicher Narzisst, der sein Vermögen sowie Kenntnisse der genetischen Manipulation dazu nutzt, um eine Bevölkerung zu schaffen, die ihm gleicht. Doch die Ästhetik der eigenen Kreationen hat ihren Preis, der sich zumeist in erhöhten Produktionskosten für Raumschiffe niederschlägt.
Rissgeborenen - stammen aus einer anderen Dimension und sind im Endless-Universum gestrandet, als sie vor einer Katastrophe im eigenen Umfeld fliehen mussten. Diese ätherischen Wesen können die Zeit mittels einer Singularität manipulieren und somit alle damit beeinflussten Prozesse deutlich beschleunigen. Allerdings stellt die Vermehrung der eigenen Bevölkerung für sie eine Herausforderung dar, die nur mit industrieller Produktion zu bewältigen ist.
Ungefallenen - diese baumähnlichen Wesen erobern benachbarte Systeme, indem sie erst über lange Zeit riesige Baumranken hinüberwachsen lassen und anschließend instantan alle lebensfähigen Planeten besiedeln. Als überzeugte Pazifisten genießen sie Vorteile in einem harmonischen Zusammenleben mit anderen Lebewesen. Doch auch die Kriegskunst, ist ihnen nicht fremd. Pazifist kommt eben auch von pacare (lat. für befrieden, unterwerfen) und nicht nur von pax (lat. für Friede).
Vaulters - starten ohne Heimatplaneten, stattdessen verfügen sie über ein einziges, gigantisches Kolonieschiff, das unbegrenzt viele Welten besiedeln kann. und können direkt losbauen! Denn im Gegensatz zu anderen Rassen müssen die Vaulters keine Außenposten errichten, ihre Kolonien sind sofort einsatzbereit. Die Kehrseite der Medaille: Vaulters können keine zusätzlichen Kolonieschiffebauen, sondern sind auf ihr Mutterschiff angewiesen, das sich nach jeder Besiedelung erst neu aufladen muss. Außerdem dauert es danach noch zehn wertvolle Runden, bis man eine weitere Kolonie gratis erzeugen kann. Eine der coolsten Eigenschaften der Vaulters steht schon von Anfang an zur Verfügung: Wir können in jedem besiedelten System günstige Sternentore errichten, die danach alle miteinander verbunden sind und die unsere Schiffe blitzschnell von einem Ort zum nächsten transportieren.
Schemen - diese geisterhaften Wesen verfügen nur über ein einziges verborgenes System auf der gesamten Map. Anstatt klassische Kolonien zu gründen und so ihre Grenzen zu erweitern, errichten sie heimlich Zufluchtsorte auf neutralen oder feindlichen Welten. Dazu muss die Fraktion möglichst unentdeckt vorgehen und das Hacking-Feature gekonnt einsetzen. In diesem Zusammenhang ist es praktisch, dass bis auf Schiffe der Leviathan-Klasse zu Spielbeginn von Haus aus ohne Verwendung eines Ausrüstungsslots tarnfähig sind.
Hissho - sind eine auf Militär und Expansion ausgerichtete Fraktion, deren wichtigste Spielmechanik Keii ist - eine Ressource, die nur in Schlachten wiederhergestellt werden kann. Sie wird benötigt, um spezielle Fähigkeiten einzusetzen, und beeinflusst auch den Gehorsam im Hissho-Imperium, welcher an die Stelle von Zufriedenheit tritt. Mit ihrer überlegenen Offensive werden die Hissho nur untergehen, wenn die Kriegsmaschinerie nicht finanzieren werden kann und die Ehre (Keii) sich von Ihnen abwendet. Da bei ausbleibenden militärischen Erfolgen oder langen Friedenszeiten das Keii ausgeht, läuft deren Bevölkerung dann schnell Amok. Die Flotten der Hissho sind stark, vielseitig und dank ihrer Fähigkeit, Mehrzweckmodule einzubauen, in der Lage, nahtlos zwischen verschiedenen taktischen Bewaffnungen zu wechseln. So können sie sowohl mit Unterstützungs- und Verteidigungs- oder Angriffsmodulen bestückt werden.
Nakalim – haben bereits zu Spielbeginn 2 der 5 Technologiestufen des Forschungsbaumes vollständig erforscht. Ihre eigene Bevölkerung generiert keinerlei Forschung und die restliche Forschung ist halbiert. Durch das Einsammeln von Relikten auf der Karte, können sie zusätzliche Forschungspunkte generieren.
Die Qual der Wahl bekanntlich – ich pick mir die Sophon heraus. Ihr hoher Wissenschaftsoutput wird dadurch noch gepuscht, dass bei noch nicht von Ihnen entdeckten Technologien, die benötigten Forschungskosten in Relation dazu abnehmen, wie viele andere Hauptfraktionen diese noch nicht erforscht haben. Und ebenfalls gekoppelt mit ihrer Spezialpolitik, dass sie als einzige Technologie bereits aus der übernächsten Technologiestufe aktive erforschen können, sind sie in der Lage regelrecht durch Teilbereiche des Technologienbaum zu sprinten um vereinzelte High-End-Technologien in der 5 Technologiestufe weit vor den anderen Fraktionen für sich nutzbar zu machen.
Gespielt wird mit allen Hauptfraktionen (12 = 11 KI + ich) in einer Spiralgalaxie mit 8 Armen. Bis auf den Punktsieg sind alle Siegvarianten zugelassen. Schwierigkeit ist Mittel. Um zu unterbinden, dass die Erklärung des Gameplays 20 Posts verschlingt, bevor wir überhaupt das 1. Ingame-Bild zu Gesicht bekommen, werde ich auf die entsprechenden Spielfeature eingehen, wenn diese für das Gameplay sowie die Story relevant werden.
Dies alles ist aber zu diesem Zeitpunkt noch ferne Zukunftsmusik. Wir starten wie unsere 11 Konkurrenten mit einem Planeten (1) und 2 Schiffen. Das Hochfahren der Forschung stellt in den ersten Runden eine untergeordnete Priorität dar – essentieller ist dagegen das Bevölkerungswachstum sowie Produktion in Gang zu bekommen. Wie bei der CIV-Reihe, hängt das Bevölkerungswachstum hauptsächlich vom Nahrungsüberschuss ab. Ergo mehr zu Essen = schneller zusätzliche Bevölkerungseinheiten. In diesem Sinne wird eine Systemverbesserung in Auftrag gegeben, welche zusätzlich 10 Produktion + 10 Nahrung generiert.
In den Bau zusätzlicher Schiffe brauche ich aktuell sowie nicht investieren. Unser Held – wir können ihn als Gouverneur in einem unserer Systeme einsetzen, welcher dann dort individuelle Boni generiert – oder als Befehlshaber mit einem eigenen Schiff (1) einer unserer Flotte zuweisen. Da wir ihn jederzeit transferieren können, widmet er sich dem letztgenannten Aufgabenspektrum.
In unserem Startsystem befindet sich eine Kuriosität – das Äquivalent zu Barbarendörfer in Civ. Sie können entweder durch Bauprojekte erforscht werden oder durch Sonden. Da eines unserer Startschiff über 2 Sonden verfügt – welche sich nach Verbrauch nach einer Abklingzeit automatisch wieder aufladen – nutzen wir eine davon, um die Kuriosität zu erforschen. Sonden können nicht nur zum Erkunden eben dieser (2) im gleichen System, wo sich das Schiff gerade befindet genutzt werden, sondern auch als Erkundungssonde (3), welche ausgesendet wird um den umliegenden Weltraum zu erkunden.
Unser Heimatsystem ist über 2 Sprunglinien (4) mit benachbarten Systemen (5) verbunden. Zu Beginn des Spieles stellen diese die einzige Möglichkeit da, zwischen den System zu reisen. Im Verlauf des Spieles kann man durch neue Antriebssysteme auch zu anderen Systemen durch den freien Weltraum reisen – jedoch ist die zurückgelegte Wegstrecke auf den Sprunglinien dann immer noch größer als im freien Weltraum.
Wie bereits angekündigt, sendet unser Schiff (3) 1 Sonde (4) aus, um die Kuriosität (1) aufzudecken und zu erfahren, was uns als Überraschung (5) erwartet und als Loot offenbart sich, das Aufdecken der beiden Nachbarsysteme (6). Die andere Kuriosität (2) können wir aktuell wegen der fehlenden Technolgien ncoh nicht erkunden. Unser Heimatsystem ist zu ehren unser Spezies in Sophon umbenannt worden.



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Deswegen werde ich trotzdem mitlesen, wenn auch vermutlich nur still.
