Pfalzgrafschaft bei Rhein
Schwerpunkt: Studentenviertel in Heidelberg
Die Universität Heidelberg ist eine Einrichtung der Bürger. Daher studieren dort auch sehr viele Ausländer, die von den Handelshäusern der Stadt häufig angeworben werden und so die Verbindungen der Kaufleute in andere Regionen erweitern.
Auf der Tradition aufbauend, dass an der Universität von Heidelberg von jeher viele Ausländer studieren, und um ihren weiteren Zuzug zu begünstigen, wird zu ihrer Unterbringung nach böhmischem Vorbild die Einrichtung einer neuen Kollegienverwaltung mit mehreren Kollegien beschlossen.
Die Liegenschaften der Kollegien und Bursen sollen nach Möglichkeit in Universitätsnähe, in jedem Fall aber in Nähe zueinander entstehen und so die Keimzelle eines "Universitätsviertels" ähnlich dem
quartier latin in Paris oder der einstmals geplanten
Pfaffenstadt in Wien bilden. Anders als in anderen Reichsstädten wie auch Prag oder Rostock ist die Universität in Heidelberg jedoch als Einrichtung der Bürger bekannt und dies soll in der Gestaltung auch abgebildet werden- anstatt eine um den Hof herum angelegte Bildungsinstitution soll in Heidelberg damit eher der Kern einer "Unterstadt" als zweitem Zentrum parallel zur "Oberstadt" rund um die pfalzgräfliche Residenz angelegt werden, eines eigenen Stadtteils, in dem Studenten, Bürger, Händler und fahrendes Volk frei verkehren und sich austauschen können. Je nach Möglichkeit soll dies durch die Vergabe weitgehender universitärer Privilegien unterstützt werden.
Was die Kollegien selbst betrifft, so sollen diese mit Blick auf die bereits vorhandene Präsenz ausländischer Studenten und sich anbahnende Kooperationen im Reich selbst eingerichtet werden, so schlägt man im ersten Jahr die Errichtung jeweils eines Kollegiums für die Herkunftsländer innerhalb und jene außerhalb der Reichsgrenzen vor. Als Partner hervorzuheben wären hier etwa Westfalen, Böhmen und Brandenburg auf der einen Seite sowie Italien und die Schweiz auf der anderen, auch wenn die Kollegien auch Bürgern anderer Länder offenstehen mögen. Man bittet im nächsten Jahr um Rückmeldung, ob eine spezifischere Aufteilung oder die Errichtung weiterer Kollegien mit Blick auf die Herkunft der Auslandsstudenten angemessen erscheint.
Als Namensgeber für die Kollegien würde man bedeutende Schutzheilige der am Wormser Streit beteiligten Kirchensitze heranziehen oder auch bedeutende Kirchenmänner, die diese Sitze im Laufe der Zeit innehatten, angefangen mit jenen von Mainz und Worms - die politische Botschaft soll klar verständlich eine weitere Versöhnung und Annäherung an den heimischen Klerus sein, dessen Ansehen durch die Zeitungsaffäre gelitten hat. Nach Möglichkeit werden sie daher auch zu Eröffnung und Weihe eingeladen bzw. eingeladen, die Riten selbst zu übernehmen, soweit das mit der üblichen Etikette vereinbar ist.
Kostenpunkt: 50 000 S pro Kollegium, also 100 000 S insgesamt