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Thema: [Manor Lords 0.80.050] - Wolfgangs Aufstieg

  1. #46
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    Jahr 11 – mitten im Sommer

    Wolfgang ist nach der Episode mit dem Hofmaler wieder nach Eichenhau zurückgekehrt.

    Mit Erstaunen stellt er fest, dass seine hochmotiverten Bauersleute doch den zweiten Spot bestellt haben. Die Erträge sind ähnlich hoch wie am Südspot, allerdings mickert der Weizen hier etwas. Das könnte jedoch auch mit der späten Aussaat zu tun haben, in den nächsten Jahren kann man hier vielleicht auf mehr hoffen.

    Allerdings sieht Wolfgang die Herausforderung, für die Ernte genügend willige Hände zu finden. Es würden 12 Familien auf den Feldern gebraucht und dazu kämen noch 12 Ochsentreiber, über den Daumen also nochmal etwa 6 Familien. Im Zweifelsfall würde Wolfgang also auch Familien aus dem Eisenviertel heranziehen müssen, um bei der Ernte zu helfen.

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    Auch ist zu sehen, dass die Söldner immer noch ein gutes Leben in den Regionen des Lords führen, die vermaledeiten Räuber hatten sich noch nicht sehen lassen. Nicht dass es Wolfgang um das Geld geht, die Schatzkammer (und der Drachenhort) mussten schon erweitert werden, um die Steuereinnahmen der glücklichen Leidenfelder aufzunehmen, aber die Röcke jagt Wolfgang lieber selbst.

    Die neuen Siedler haben sich sämtlich im Eisendorf eingefunden und bearbeiten schon das Brennholzgebiet. Im Moment wechselt eine Familie noch regelmäßig zwischen der Brennholzhütte und der Köhlerei, das Forsthaus zu besetzen, war Wolfgang jedoch wichtig, hier will er stabile Verhältnisse

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    Die fleißigen Schmiede haben unterdessen die vorgegebene Anzahl an Werkzeugen produziert und gehen sich nun erstmal gründlich schrubben. Da derzeit keine Abnehmer für Eisenbarren zu sehen sind, lässt Wolfgang also die Eisenmine und die Gießerei unbesetzt und die dort beschäftigten Familien den Ausbau der Region mit neuen Häusern, Hinterhöfen und Logistikgebäuden vorantreiben.

    Zu diesem Zeitpunkt ist auch die zweite Kräuterernte des Jahres eingefahren. Aus Erfahrung weiß Wolfgang, dass eine Sammlerhütte 57 Kräuter pro Jahr liefert (Erntezeiten März, Juni und November) und auch eine bevölkerungsstarke Region damit immer über die Runden kommt.

    Wolfgang beendet diesen Bericht nun, da er vor hat, seine Familie zu besuchen, die sich im fernen Nürnbergischen trotz der gelegentlichen Unterstützung mehr schlecht als recht durchs Leben wurschtelt.

    So kann er zwar die erste Ernte in Eichenhau nicht persönlich überwachen, aber wird bei seiner Wiederkehr die Bücher prüfen und sich so einen Einblick verschaffen, was die Bemühungen gebracht haben.

    Also stempelt er noch kurz die Handelsbücher beider Regionen, auf dass er nach seiner Rückkehr nachvollziehen kann, welches Geld wohin geflossen ist.

    Leidenfeld scheint seine Handelsbilanz immer noch zu verbessern, die wenigen Exporte für Mörtel und behauene Steine nach Eichenhau, die eher einmaligen Charakter haben, verfälschen das Bild nicht wirklich.
    Es ist allerdings zu sehen, dass die in Leidenfeld gezogenen Gemüse nicht mehr viele Überschüsse generieren. Sollten nochmals neue Bürger gebraucht werden, würde man auf diese Einnahmen verzichten müssen. Das macht Wolfgang keine Sorgen, sobald Eichenhau die Marke von 1.200 für das Regionsvermögen überschreitet, wird auch dort die drückende 1 %-Steuer eingeführt und so über die Zeit die Leidenfelder Rückgänge ausgleichen. Außerdem leidet Wolfgangs Schatzkammer, wie schon festgestellt, keine Not.

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    Und auch in Eichenhau nehmen die Handelseinnahmen zu. Der ins Kraut schießende Kohl erwirtschaftet bereits Unmengen an Geld und die paar Pimperlinge für die Baumaterialien der Steinkirchen verschwinden geradezu in den Einträgen über die Einnahmen. Bald, bald würde die Produktion von Rüstungsgütern beginnen, mit der sich märchenhafte Gewinne einfahren lassen, so viel weiß Wolfgang aus der Geschichte seiner Familie und gewissen Andeutungen der Wahrsagerin, die für ihn einen 10 $-Blick in eine sehr ferne Zukunft geworfen hatte Emoticon: glaskugel

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    Und nun begibt sich Wolfgang auf die Reise, die viel länger dauern wird, als er plant. Was würde aus den armen Händlerfrauen, Försterinnen und Bäuerinnen werden ohne die ständige Zuwendung ihres geliebten Lords
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  2. #47
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    Jahr 12 – ein Jahr des Kummers und der Freuden

    Wolfgang ist zurück, ein langes 3/4-Jahr war er in der heimischen Region geblieben. Zwar wollte er noch vor dem Winter zurückkehren, aber das Schicksal wollte es anders:
    Sein geliebter Vater war im Herbst erkrankt und kurz nach Beginn des neuen Jahres verstorben. Wolfgang hatte auch eine Botschaft an Fridolin gesandt, aber als diese endlich ankam, war sie bereits von der Nachricht vom Tod Godhards überholt worden. Der Bote war in den tiefen Wäldern von Wölfen gefressen worden und die Briefe wurden erst Wochen später von Jägern gefunden und, soweit möglich, gerettet. Vielleicht würde es eines Tages Postmänner geben, die allen Gefahren trotzen könnten Emoticon: rodeo
    Dieses Briefbeförderungs-Dingens bedarf jedenfalls dringend einiger Reformen, aber das liegt weit außerhalb der Macht Wolfgangs. Immerhin ist er sich sicher, dass die Zukunft hier unvorstellbare Fortschritte bereithält.

    Nach dem Tod des Vaters blieb Wolfgang noch einige Zeit vor Ort, um Mutter und dem „hochqualifizierten Ausrufer“ und Erben des Besitzes den Übergang zu erleichtern. Weit von den einträglichen Regionen seiner Herrschaft entfernt, sicherte er zu, mit 200 Silberlingen pro Monat die Familie zu unterstützen, immerhin dem Doppelten der aktuellen Königssteuer. Er war sich sicher, dass seine Regionen das abwerfen würden, wenn Fridolin keinen Mist gemacht und Henriette Ottilie ihre Hobbys weiterhin auf Feuerspucken fokussieren hatte.

    Nun sitzt er also Mitte März mit Fridolin im Eichenhauer Manor, im Leidenfelder Herrenhaus könnte nicht die richtige Athmosphäre herrschen, fürchtet er. Fridolin berichtet und Wolfgang kommt aus dem Staunen nicht heraus:
    • Schier unfassbare Erträge hatten die Felder erbracht, auch die recht knapp vor der Ernte bestellten. Aus den 95 Weizengarben ließen sich, nach Dreschen und Mahlen unvorstellbare 380 Weizenbrote herstellen (Bäckerei hat Faktor 4 für Weizenbrot). Damit ließen sich HUNDERTE Untertanen ernähren oder traumhafte Exportgewinne erzielen!
    • 209 Gerste bedeuteten 209 Malz aus eigener Produktion und damit mehr als 400 Bier für die Siedler in den Regionen des Lords (Faktor 2 für Malz zu Bier). Damit würde der Durst der Leidenfelder noch lange nicht zu stillen sein, dennoch winkt hier ein sehr lukrativer Handel zwischen den Regionen, der die mit Goldketten behängten Malzhändler der Außenlande ein wenig in Verlegenheit bringen könnte.
    • Was mit den Unmengen an Flachs geschehen könnte, muss Wolfgang erst einmal durchdenken. Ein spontaner Gedanke ist, die Produktion von Gambesons in Eichenhau zu konzentrieren. Das in Leidenfeld produzierte Leinen aus dem dort geernteten Flachs könnte nach Eichenhau geschafft werden und dort höchst effizient mittels Export an kriegslüsterne Barone geliefert werden. Außerdem hätten die Händler, die Malz nach Leidenfeld schaffen, dann auch eine Rücktour


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    Die Ernte wurden mit allen verfügbaren Händen eingebracht“ berichtet Fridolin, „Selbst die Försterinnen mussten mit ran, Entschuldige “. Obwohl sich bei dieser Bemerkung Wolfgangs Stirn umwölkt, fährt Fridolin mutig fort: „Ich habe aber die Holzfällerlager verlegen lassen, damit entsprechend Deinen Planungen die Flächen künftig neu geordnet werden können. So wurde Platz an der Königsstraße für neue Handelsposten geschaffen, wenn sie denn gebraucht werden. Und der Bau der Häuser im Bauerndorf wurde vorangetrieben, so dass wir in diesem Jahr vielleicht auf die Hilfe der Förster (und Försterinnen) verzichten können.“ Wolfgang entspannt sich sichtlich.

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    Außerdem habe ich vor kurzem den Tischler, der die Holzteile aus Brettern hergestellt hat, abreißen lassen, da wir viel zuviel Holz für Neubauten brauchen.“ sagt Fridolin etwas kleinlaut, denn er weiß nicht, ob er damit wohl gehandelt hat (unterhalb der Kneipe in der Mitte der Siedlung). Zum Beweis seiner Überlegungen legt er Wolfgang die Statistik für das aktuelle Jahr vor.

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    Wolfgang ist überrascht, dass sein Bruder, der bisher nur durch Zählen zweistelliger Anzahlen von Keulen der Jagdbeute aufgefallen ist, solche Bilanzen lesen kann. In der Tat weisen die Produktionszahlen für Bauholz und Bretter Defizite auf, Fridolin hat also aus seiner Sicht alles richtig gemacht, und die Holzteile-Produktion zum richtigen Zeitpunkt lahmgelegt. Dass dafür das Haus abgerissen und nun neu gebaut werden muss, liegt an der nachhaltigen Bodenkontamination durch die Sägespäne, die einer gründlichen Aufarbeitung bedarf, bevor hier wieder eine Familie wohnen und einen Hinterhof mit Tieren betreiben darf (Hinterhof-Werkstätten können nicht, wie Hinterhöfe in Level I-Häusern einfach abgerissen und ersetzt werden, hier muss die ganze Butze abgerissen und neu gebaut werden).

    Außerdem“, so setzt sich Fridolins Bericht fort, „habe ich in der Südostecke der Siedlung ein neues Brennmaterial-Gebiet anlegen lassen. So soll sichergestellt werden, dass in der Siedlung nahes, regional erzeugtes Brennmaterial zur Verfügung steht und Bewohner der Siedlung und die Lagerarbeiter nicht bis zur Eisensiedlung laufen müssen, um Holzkohle zum Heizen zu bekommen.

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    Wolfgang ist beeindruckt. Sollte sein hasenjagender Bruder sich wirklich als nützlicher Verwalter erwiesen haben?

    Und nun kommen wir zur Eisensiedlung“, sprach Fridolin und holte eine Flasche besten 30-tägigen Single Malts aus der Rüstkiste des Lords.

    Fridolin hat sich diesen Teil bewusst bis zum Ende aufgespart, jetzt kommt sein endgültiger Triumpf:
    Schau mal, alle künftigen Doppelhäuser für die Rüstungsschmiede sind gebaut. Und bezogen. Und die Leute arbeiten, solange sie noch keine Werkstätten haben, in der Mine und in der Gießerei. Und der erste Rüstungsschmied produziert bereits Plattenrüstungen, die Implantate unter den Rüstungsgütern.

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    Wolfgang ist bereits gebumsfidelt und gebauchklatscht von diesen Entwicklungen, aber Fridolin setzt noch einen drauf: „Und ich habe, so wie Du es gewünscht hast, ab 1.200 Regionsvermögen eine Steuer von 1 % festgesetzt.

    Wolfgang wird schwindelig Emoticon: crazyeyes

    Sein bisher eher durch schlichte Auffassungen von Lebensführung und Hauswirtschaft aufgefallener Bruder hatte offenbar eine geistige Schallmauer durchbrochen (Wolfgang wusste zwar nicht, was das war, aber es KLANG gut). Welche Möglichkeiten das eröffnen sollte, würde Wolfgang erst sehr viel später bewusst werden, aber heute Abend ist er PLATT.

    Nach all den guten Neuigkeiten ist nun jedoch Trauerarbeit zu leisten: Die beiden Brüder werden nun die Flasche noch etwas auf dem Tisch lassen und sich gemeinsam an ihren Erzeuger erinnern, Godhard, den Kreuzzügler, der 10.000 Türken erschlagen hat, bevor er den schmählichen Rückzug antreten musste, der mit einer rostigen zerfetzten Rüstung heimkehrte, ohne die Reichtümer, die im Heiligen Land auf die Männer Gottes hätten warten sollen, und immer ein aufrechter und gottesfürchtiger Mann geblieben war.

    Wolfgang und Fridolin nehmen nun Abschied bis der Morgen graut und die blühenden Regionen wieder ihrer Aufmerksamkeit bedürfen Emoticon: together

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  3. #48
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    Mögen die beiden in Frieden ihren Single Malt genießen und am nächsten Tag noch etwas davon haben.

  4. #49
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    ein fiktives Interview mit dem Autor

    Seit vier Tagen gibt es hier kein Update. Ist die Story tot?
    Nein, natürlich nicht. Ich hatte viel zu tun und war abends erst spät zurück und ziemlich ausgebrannt. Außerdem wollte ich den Lesern, die ebenso in der Woche vielleicht nicht soviel Zeit haben, die ewig langen Posts zu lesen, die Zeit geben, das am Wochende in Ruhe im Bett oder auf der Couch nachzulesen Emoticon: lesen

    Wann geht es weiter?
    In den nächsten Tagen wird es wieder Updates geben. Manches wurde schon vorgeschrieben. Aber die Geschichte zur Story braucht noch ein bisschen Feinschliff.

    Muss man mit Drama rechnen? Henriette Ottilie scheint ja schon zu rauchen wie ein Vulkan und Fridolin und seine Gesine sitzen sozusagen auf dem Hotspot.
    Hier liegt etwas in der Luft Emoticon: jein.
    Fridolin hat nicht alles erzählt. Bald nach dem legendären Besäufnis wird sich Wolfgang an Fridolins letzte Worte, vielleicht schon im Halbschlaf gesprochen, erinnern und Aufklärung fordern. Doch wie Wolfgangs Mutter immer sagt: "Kein Wind ist so schlecht, dass er nicht etwas Gutes bringt."

    Heißt das, Henriette Ottilie und Wolfgang werden doch noch zusammen glücklich?
    Zusammen glücklich? ZUSAMMEN GLÜCKLICH??? Emoticon: pissed
    Entschuldigung
    In dieser Story sicherlich nicht. Ich arbeite daran, dass sie "nicht zusammen" glücklich werden! Víelleicht reicht es am Ende dafür, dass jeder für sich glücklich wird, aber ganz bestimmt nicht zusammen. Das Würfelspiel des Lebens hat hier die Augen des Teufels ausgerollt, es ist ein Wunder, dass dieser Beziehung ein Kind entsprossen ist.

    Ein Kind? Wie geht das denn jetzt? Wo kommt hier plötzlich ein Kind her?
    Nun, ich könnte jetzt mit den Blumen und Bienen anfangen, aber ich setze das mal als bekannt voraus.
    Natürlich musste ein Erbe her. Im Mittelalter war das nicht immer eitel Vergnügen. Mal für den einen, mal für die andere nicht.
    Wolfgang ist ein gesunder junger Mann. In Leidenfeld gibt es eine ganze Anzahl von "kleinen Lords" und "kleinen Ladies", die bekannten Persönlichkeiten der Region recht ähnlich sehen. Natürlich wird darüber nur hinter der vorgehaltenen Hand getuschelt, aber die Familien solcher Kuckuckskinder genießen durchaus einige Zuwendungen anonymer Art, immer wieder mal taucht ein Durchreisender vor einer solchen Haustür auf und stellt einen Korb mit ein paar Gaben ab, bevor er fluchtartig die Region verlässt (die Geschichte mit dem Maler hat sich wohl rumgesprochen ).
    Ja, auch Henriette Ottilie hatte einen Knaben geboren, Justus genannt, der langsam das Alter ereicht, in dem Wolfgang etwas mit ihm anfangen und auch die nötige Zeit erübrigen kann. Justus wird ab jetzt seinen Vater begleiten, den er seit einigen Jahren nur noch als gelegentlichen Schlafgast kennt, und in der Zukunft hoffentlich zu einer wertvollen Stütze heranwachsen.

    Ist die Zukunft schon erkennbar?
    Ja, das Spiel ist so gut wie durch. Ohne zu viel verraten zu wollen: Wolfgangs Träume werden sich erfüllen, die Regionen blühen und gedeihen und am Ende wird Wolfgang, ob seines Erfolges berauscht, vielleicht mit allen Konventionen und seinen Ketten brechen.

    Wie lange müssen die Leser diesen schier unsäglichen Spannungsbogen noch ertragen?
    Bis Ostern sollte die Story in der Kiste sein, das ist aber keine Garantie. Die aktuellen Lieferprobleme in der Straße von Hormus schlagen auch hier durch
    Es wurde, wie bereits angedeutet, viel vorbereitet, allerdings muss ausgewählt, sortiert und coloriert werden. Jedes Jahr wird etwa 2 Updates bekommen und die Story wird im Jahr 25 enden. Ein bisschen kommt also noch

    Was möchten Sie den Lesern noch mitgeben?
    Die dankenden Worte spare ich mir für das Ende auf. Ich bitte um Nachsicht, wenn die Updates nicht ganz so flott kommen.
    Darüber hinaus möchte ich noch etwas zu abgebrochenen, unvollendeten, nie fertiggestellten Stories sagen:
    Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass nicht jeder dafür geboren ist, wie einst ein blauer Krieger, seinen eigenen Untergang, bedingt durch falsche Entscheidungen, überraschende Entwicklungen oder schlichtes Pech, bis zum bitteren Ende zu dokumentieren.
    Es scheint, dass Stories, in denen etwas schiefgeht, öfter mal dazu führen, dass die Autoren auf Tauchstation gehen. Meine Ansage an diese wäre: "Schlagt einen Nagel durch, macht eine klare Ansage und lasst die Leser ein bisschen analysieren und ausweiden ". Ich würde trotzdem kein Problem darin sehen, einer solchen Story meine Stimme zur SdM zu geben und ich denke, das sehen auch andere so, immerhin ist das hier ein Gamer-Forum, jeder hat hier schon mehr Niederlagen als Erfolge einstecken müssen.
    Also, liebe Autoren gescheiterter Story-Versuche, taucht wieder auf und belebt das Forum

    Bis die Tage

  5. #50
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    Jahre 12/13 – Wem das Glück gewogen ist

    Es war eine lange Nacht, und der nächste Tag war kurz für die Brüder, schon wenige Stunden nach dem Aufwachen verschwand die Sonne hinter dem Horizont.
    Wolfgang hatte vor Jahren in der väterlichen Bibliothek die Apokryphen eines früheren Mönches gefunden, Raymond Chandler genannt, in denen dieser niedergelegt hatte: „Während die Anderen schon unter den Krallen des Katers ächzen, ist der Whisky-Trinker gerade erst richtig besoffen.“ Zwar hatte dieser alte Weise Whiskey trinken müssen, der in Wolfgangs Regionen weit weg von Trinkwasserquellen entsorgt werden müsste, aber die Wahrheit dieses Spruches kann er nicht leugnen.

    Geweckt wurden sie allerdings von einem kleinen Lord, dem „Echten“, Justus genannt, der von Gesine, Fridolins holdem Weib ausgesandt wurde, denn die Händler Leidenfelds hatten Nachricht gebracht, dass die Lords seit zwei Tagen nicht mehr gesehen wurden. Also war Justus, Frucht einer fatalen Nacht voller Furcht und Verzweiflung, Sohn von Henriette Ottilie und Wolfgang, mit dem nächsten Händlerkarren nach Eichenhau gefahren, um Vater und Onkel aufzuspüren.

    Wolfgang hatte sich, ob seines fehlenden Talents für den Umgang mit Kindern, bisher wenig um den Jungen gekümmert, der eh von seiner Frau völlig vereinnahmt wurde, während er selbst in den Wäldern Leidenfelds und Eichenhaus die Sprößlinge des Waldes besah. So hatte sich Justus enger an Onkel und Tante angeschlossen, die sowieso viel besser als seine Eltern waren – eine Erkenntnis, die von allen Kindern irgendwann Besitz ergreift, bis es ans Studieren oder Erben geht.

    Vater, Oheim, seid ihr krank?“, so rief er mit seiner hellen Stimme, noch 1,5 Jahre vom Stimmbruch entfernt.
    Fridolin und Wolfgang schafften es gerade so, auf die Beine zu kommen. Mit schwachen Stimmen und zittrigen Knien konnten sie den Knaben überzeugen, dass sie nur etwas Falsches gegessen hätten und es ihnen schon viel besser ginge. Und während er beim abendlichen Frühstück seinen Sohn betrachtete, ging ihm langsam auf, dass der Bengel nun bald 12 Jahre alt würde, das Alter, in dem Väter ihre Söhne den klammernden Händen ihrer Mütter entreißen, um aus ihnen Männer zu machen. Und wie wichtig ein Vater ist, hatte Wolfgang gerade erst rekapituliert, unterstützt von Single Malt und einem Bruder, der inzwischen auf dem Weg zu einem brauchbaren Freund war. In Wolfgangs Hinterkopf begannen schon wieder Gedanken ein Eigenleben zu führen, aber noch wollte Wolfgang nichts davon hören und sperrte die Tür gleich wieder zu.

    Dennoch beschloss er, bei Fridolin vorzufühlen, wie sich denn der Junge aus dem Drachenhort befreien ließe. Und da fiel ihm wieder Fridolins Gemurmel beim Einschlafen ein, irgendwas mit einem Casanald und Henriette Ottilie.

    Also beschloss er, Justus mit dem nächsten Händlerkarren nach Hause zu schicken und mit Fridolin eine große Runde durch Eichenhau zu drehen, zur Ausnüchterung und hochnotpeinlichen Befragung.

    Was Wolfgang während dieser Inspektion überrascht, ist die Zufriedenheit der Bevölkerung. All überall begegnen ihm frohe Gesichter und lächelnde Bürger, überall er hört frohgemutes Geschwätz. Tatsächlich ist die Glückseligkeit so hoch, dass inzwischen die ausländischen Händler, des Lobes voll über Eichenhau, in den barbarischen Gegenden der Außenlande über dieses menschengemachte Paradies berichten und so kommen nun monatlich zwei neue Siedlerfamilien in Eichenhau an.

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    Achtung Spoiler:
    Die Zufriedenheit konnte durch den Bau der Level II-Häuser im Eisendorf erreicht werden, nur diese Häuser generieren genügend Bedarfe, die es zu erfüllen gilt, um hier die Schwelle zu überspringen.


    Warum Fridolin dieses nicht erwähnt hat, ist Wolfgang ein Rätsel, er kann jedoch feststellen, dass mehr als genug Häuser bereitstehen, um die hochwillkommenen Neuankömmlinge zu behausen. Viele von ihnen würden im Bauerndorf Platz finden, so dass für die nächste Ernte genügend Hände, Rücken und Beine zur Verfügung ständen.

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    Im Bauerndorf stehen zwar noch zahlreiche Häuser leer, dennoch sind für die bevorstehende Ernte bereits viele Bauernfamilien verfügbar, den Rest der benötigten Arbeitskräfte wird man aus dem Dorf rekrutieren müssen.

    Und inzwischen ist auch der dritte Spot für die Felder freigeholzt worden, so dass Bauholz künftig vorrangig aus der links liegenden Holzwirtschaft kommen muss, dort, wo die feschen Försterinnen durch den Wald schleichen.

    Und so kommt es, dass Wolfgang nun seinen Bruder ausholt zu dem Thema Henriette Ottilie und Casanald. Wolfgang ist keine "beste Freundin", er wollte nicht ALLES WISSEN, aber was Fridolin da erzählt, klingt unglaublich.

    In den trüben Novembertagen war in Leidenfeld ein Barde aufgetaucht, genau von der Gilde, die Wolfgang mit Vorliebe schnell wieder über die Grenze jagt. Ein Barde aus Baden mit dem absonderlichen Künstlernamen Casanald und einem Gebaren, als müsse alle Weiblichkeit bei seinem Auftritt in Ohnmacht fallen.
    Nun, die Leidenfelderinnen schätzten ihre Männer, immerhin hatte man es hier zu Wohlstand gebracht, da konnte ein dahergelaufener Lauteschmied nicht so einfach die guten Gefühle verdrängen. Oder lag es an der unverständlichen Sprache?
    Doch ein Herz hatte er tatsächlich erobern können, das Drachenherz von Leidenfeld, so lässt Fridolin es verlauten. Im Dorf war es Gespräch den ganzen langen Winter lang: Aus dem Herrenhaus erklingt die Laute zu gereimten Versen in Zeiten, in denen rechtschaffende Leute in Morpheus' Armen der Ruhe pflegen. Vielleicht war es Henriette Ottilies vogtländische Herkunft, die sie dazu drängte, diesen sprachlich hoffnungslos isolierten Poeten vom Rande der Gesellschaft in ihre Mitte zu holen? Emoticon: hug

    Es heißt ja, die Feder sei mächtiger als das Schwert. Was muss dieser Casanald für eine mächtige Feder haben, dass er den Drachen besiegen konnte, dachte Wolfgang. Sollte sich der Felsen, der auf seinem Leben liegt, bewegen? Fridolin ließ durchblicken, dass Henriettes Wesen zwar nicht sympathischer, aber doch etwas sanfter geworden war, auch Gesine sah das so, so Fridolins Worte, und dem weiblichen Radar, was damals noch garnicht erfunden war, muss man trauen, das weiß Wolfgang aus zahllosen Hausbesuchen.

    Also beschließt Wolfgang, zunächst seine Abwesenheit von Leidenfeld etwas auszudehnen, um dem sprießenden zarten Glück dort eine Chance zu geben. Und er beauftragt Fridolin, den kleinen Lord stärker unter seine Fittiche zu nehmen. Auch Fridolins Leidenschaft sind die Wälder, allerdings ist er dort hinter anderem scheuen Wild her, seine vergangene berufliche Laufbahn als Jäger lässt ihn mehr nach flinken Hasen als nach fußkranken Försterinnen schauen, und das will ihm Gesine auch geraten haben Emoticon: nudelholz

    Und so wird es besiegelt, Fridolin wird Justus mit in die Wälder nehmen und ihn so dem derzeit sowieso nicht mehr so starken mütterlichen Interesse entziehen. Und Wolfgang wird im Eichenhauer Herrenhaus ein „Jugendzimmer“ einrichten, auf dass der Junge im nächsten Jahr zu seinem Vater zieht. Ab jetzt wird Wolfgang ein besserer Vater werden und dem Jungen die Welt erklären, wie sie ein aufstrebender Lord sieht.

    Und so zieht der Winter ins Land, Fridolin und Justus durch die Wälder Leidenfelds und Wolfgang um die Häuser von Eichenhau. Zu Weihnachten kann es Wolfgang nicht vermeiden, das Treiben im Leidenfelder Herrenhaus zu beschauen, es scheint in die richtige Richtung zu gehen, wenn nur des Nachts Ruhe herrschte
    Justus bekommt eine leichte Rüstung der Eichenhauer Waffenschmiede geschenkt, zusammen mit einem kleinen Schwert (aus Holz, was ihn sehr ärgert), aber Wolfgang lässt nebenbei fallen, dass man als Eichenhauer Lord natürlich viel mehr Wert auf Rüstung und Waffen legen muss, man lebt schließlich an der Grenze. Dies und andere, für einen fast 12-jährigen Jungen verlockende, Andeutungen verfehlen ihre Wirkung nicht, und so wird ausgemacht, den Namenstag des kleinen Lords in Eichenhau zu feiern, an der gefährlichen Grenze, in den Iden des März, wenn der Winter aus dem Land gejagt ist.

    Also geschieht es, und es begibt sich, dass Justus, nunmehr 12 Jahre alt und zum Geburtstag mit einem echten (kleinen) Schwert beschenkt, „noch ein paar Tage in Eichenhau dranhängt“.
    Henriette Ottilie und der Mann mit der großen Feder reisen schnell ab, es scheint eine Honigmondfinsternis in Leidenfeld bevorzustehen, welche die dringende Anwesenheit der Baronin erfordert.

    Nach ein paar Tagen, im Juli, besieht sich Wolfgang sein Eichenhau und erfreut sich an blendenden Aussichten für die Zukunft.

    Das Bauerndorf um die zwei Getreidespots im Süden und Osten ist mächtig gewachsen, fast alle Häuser sind besetzt und in allen Hinterhöfen scharren Hühner oder zicken Ziegen, bei der bevorstehenden Ernte wird das Dorf erstmals ohne städtische Hilfskräfte auskommen, selbst für die 12 Ochsen hier sowie die Lager und Speicher sind genügend arbeitswillige Untertanen behaust und versorgt.

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    Außerdem wurden im Winter die Farmhäuser für den Nordspot gebaut und mit Beginn des Frühjahrs die Felder gepflügt und die Saat ausgebracht. Die zu erwartenden Ersterträge sehen bereits sehr vielversprechend aus, in den Folgejahren werden sie sich auf diesem sehr fruchtbaren Land noch deutlich erhöhen. Leider werden zur Ernte dieses Spots wieder alle entbehrlichen Arbeitskräfte zusammengezogen werden müssen, denn zwischen den Feldern und der Eisensiedlung gibt es noch nichts außer freiem Platz.

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    Weiteres tut sich nahe des Stadtzentrums. Hier wurden zahlreiche Häuser gebaut, aus denen künftig Händler rekrutiert werden sollen, denn Eichenhau wird viele davon brauchen, um die zahlreichen überschüssigen Güter und Nahrungsmittel zu exportieren. In den Hinterhöfen wurden Bienenhäuser gebaut, welche Wachs und Honig produzieren. Das sind beides Handelsgüter mit hohem Marktwert, so dass Eichenhaus Finanzkraft gestärkt wird. Fast noch wichtiger ist jedoch der Bonus, den Bienenhäuser für Gemüse- und Obstgärten sowie für die Felderträge bringt. Zwar ist dieser auf den ersten Blick nur gering, aber über die Masse summiert sich das.

    Und apropos Obst: Die mangelnde Versorgungslage beim Obst ist Wolfgang schon lange ein Dorn im Auge. Schon kurz nach dem Winter werden die letzten eingelagerten Früchte wie Kostbarkeiten gehandelt – hiermit soll bald Schluss sein. Wolfgang hat angeordnet, die freien Flächen um die Stadt, hier hin zum Bauerndorf, mit Obstgärten zu versehen, auf dass ab dem nächsten Jahr der Mangel ein Ende findet. Es wird noch weitere Obstgärten geben müssen, das hat sogar Justus schon herausbekommen, als Wolfgang ihm die Zahlen von Produktion und Verbrauch gezeigt hat Emoticon: taetschel

    Außerdem wurden noch jeweils ein Mälzer und ein Weber gebaut, die schon lange geplant waren, aber nun ob der drohenden reichen Erträge der Felder gebraucht werden, um die Brauerei und die Schneider mit genügend Malz bzw. Leinen zu versorgen.

    Und wie man sieht, sind auch schon wieder Söldner in den Landen des Lords stationiert, die Händler haben Nachricht von Unruhen in den Gebieten hinter den Grenzen gebracht.

    So, Wolfgang geht nun mit Justus noch zu den Rüstungsschmieden, auf dass er das Eisen lieben lernt, die künftig sprudelnde Quelle schier unendlicher Einnahmen.

    Im Dezember dreht Wolfgang wieder eine Runde durch die Stadt. Er muss Justus suchen, dieser ist seit Stunden unterwegs und schnorrt wahrscheinlich wieder Kekse und Tee bei den Bürgern. Der kleine Lord, den niemand mehr in seiner Anwesenheit so nennen darf, immerhin ist er „fast 13“, ist äußerst beliebt bei den Bürgern, denn er hat ein freundliches und offenes Wesen und interessiert sich inzwischen sehr für die Arbeit der Bürger und ihre Lebensumstände.

    Also geht Wolfgang an den neuen Obstgärten vorbei, die im Osten entstanden sind und schaut dabei mit heimlicher Vorfreude nach Süden, denn auch dort sind neue Obstgärten entstanden. Zwar sind die neuen Bürger noch weit entfernt vom Wohlstand ihrer Kollegen im Westen der Stadt, aber Wolfgang wird mit Strukturförderungsmaßnahmen dafür sorgen, dass die armen Brüder im Osten bald die Wohlstandslücke schließen können.

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    Und bald wird Wolfgang fündig. Nachdem er in der neuen Schneiderei an der Nordseite der Kirche nachgeschaut hat, findet er seinen Sprößling in der ebenfalls neuen Bäckerei (11 Uhr von der Kirche), wo die Unmassen an Weizenmehl und Roggenmehl in leckeres frisches Brot verwandelt werden. Um diese Zeit ist allerdings nur noch Brotessen möglich und die Bäckersleute kneifen vor Müdigkeit bereits mit den Augen. Wolfgang entlastet sie nach einem kurzen Gespräch von der anstrengenden Gegenwart seines wissbegierigen Sohnes und so gehen kurz danach in diesen Häusern die Lichter aus, auf dass auch morgen wieder frisches Brot zum Frühstück bereitsteht.

    Damit ist das Jahr 13 vorbei, trotz der unheilvollen Jahreszahl herrscht in Wolfgangs Herz eitel Sonnenschein, in diesem Jahr ist alles gelungen.

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  6. #51
    Registrierter Benutzer Avatar von Herbert Steiner
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    Danke für das informative Intermezzo und den amüsanten Folgepost

    Ich baue für die Handwerksbetriebe nur Einzelhäuser, damit kann man z.B. (genügend Getreide vorausgesetzt) zwei Bäcker - je einen für Weizen und Roggen - parallel laufen lassen.
    Ich habe auch gelesen, dass die Produktivität zweier Einzelhäuser höher sein soll als eines Doppelhäuser, das habe ich aber nie verifiziert.

  7. #52
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    Zitat Zitat von Herbert Steiner Beitrag anzeigen
    Danke für das informative Intermezzo und den amüsanten Folgepost

    Ich baue für die Handwerksbetriebe nur Einzelhäuser, damit kann man z.B. (genügend Getreide vorausgesetzt) zwei Bäcker - je einen für Weizen und Roggen - parallel laufen lassen.
    Ich habe auch gelesen, dass die Produktivität zweier Einzelhäuser höher sein soll als eines Doppelhäuser, das habe ich aber nie verifiziert.
    Auch hier sind in beiden Regionen jeweils zwei Bäckereien am Laufen, eben für Weizenbrot und Roggenbrot parallel. Allerdings sind das immer Doppelhäuser. Die Erfahrung sagt, dass aufgrund der geringen Vorratshaltung von Ausgangsmaterialien in allen Handwerksbetrieben (nur 2 Stück) das Doppelhaus immer besser sein sollte, weil die zusätzlichen Läufer dann dafür sorgen, dass öfter mal bis zu 4 Stück bereitliegen, um verarbeitet zu werden, und sich so eben die Wartezeiten reduzieren.

    Bekommt man es wirklich hin, eine Produktionskette komplett eng benachbart zusammenzufassen, mag es ein Patt geben, aber nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen muss das Doppelhaus eigentlich immer vornliegen.

    Ausnahmen sind:
    • Metzger, die Schafe schlachten, die schlachten Viecher unglaublich schnell, da sollte einer immer reichen
    • Schuster: wenn man nicht sehr viel Leder hat und keine größeren Mengen Schuhe braucht, geht sich das aus - ich lege die jedoch immer als Doppelhäuser aus, die erstmal nur ein Haus bekommen und bei Bedarf später ausgebaut werden
    • Brauereien: sind ein Zwischending; angefangen wird wie beim Schuster, dann auf Doppelhaus ausgebaut und irgendwann (gefühlt ab 120 Familien) muss dann noch ein Einzelhaus dazu, da sonst der Durchsatz nicht mehr reicht, trotz strenger Cluster-Bauweise mit kürzesten Wegen (siehe hier auch Eichenhau), zeige ich aber nochmal extra

  8. #53
    Tanzt Avatar von zerialienguru
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    Ich goutiere das sprachliche Niveau dieser Geschichte

  9. #54
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    Jahr 14 – Rechnen und Raffen

    Der Winter schlägt noch immer seine frostigen Krallen in das Land, doch Wolfgang und Justus gelüstet es, die Fortschritte des Wohnungsbauprogrammes zu besichtigen, über den Winter waren alle verfügbaren Arbeitskräfte eingespannt worden, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen.

    Und so lässt sich nun im Bauerndorf im Südosten ein gar gewaltiger Fortschritt bestaunen, wiederum sind zahlreiche Häuser hinzugekommen, in denen sogar schon Hühner ihrer ersten Fütterung entgegensehnen.

    Achtung Spoiler:
    Solche Hinterhöfe werfen auch schon Nahrung und Güter ab, wenn noch keine Bewohner in den Häusern sind. Wenn man es sich also leisten kann, steht einem frühzeitigen Ausbau nichts entgegen.


    Mit diesen Familien, die noch vor dem Sommer einziehen würden, wäre es des Guten eigentlich zuviel, aber Wolfgang hat noch einmal die alten Karten der Großen Expedition studiert und plant (weit) in die Zukunft.

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    Und auch im Norden, bei der Eisensiedlung war gewaltig gebaut worden: ganze 18 Häuser waren hier entstanden, in denen endlich festangestellte Bauern angesiedlet werden sollten. Bis zur Ernte würden wohl nur eine Handvoll Familien hier ein neues Heim finden, aber „Der Mann, der anfing, die Steine wegzutragen, war der Mann, der den Berg beseitigte.“

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    Wolfgang bedrückt immer noch, dass die Eisensiedlung und die Rüstung nicht vorwärtskommt, aber zunächst hat die Landwirtschaft Vorrang. Nicht dass es noch um die Ernährung ginge. Wie im letzten Bild zu sehen, werden jetzt bereits Brote beider Sorten in Mengen produziert, die selbst die kräftigsten Holzfäller nicht alle in wertvollen Dünger verwandeln können. Doch die Nebenerträge sind es, die Wolfgangs Denken hier treiben.
    Hör zu Junge. Wir produzieren hier mehr Gerste und daraus Malz, als wir hier in Eichenhau verbrauchen können. Die Überschüsse exportieren wir nach Leidenfeld, die seit Jahr und Tag von fremdländischen Händlern Malz einkaufen müssen, zu Preisen, die einen gerechten Krieg rechtfertigen würden, falls wir eine Armee hätten. So sorgen wir dafür, dass Leidenfeld nicht so viel Geld ins Ausland exportiert, denn uns würde der Export ins Ausland nicht mehr Geld einbringen als der nach Leidenfeld.“ so Wolfgangs Vortrag an den inzwischen lang aufgeschossenen Spross.
    Das heißt, dass wir insgesamt gewinnen.“ ist Justus Erkenntnis und Vater Wolfgang freut sich, dass sein Sohn offenbar langsam versteht, dass Brot nicht in der Bäckerei wächst und Bier nicht in der Taverne.

    Hinzu kommt, dass wir aufgrund der Drei-Felder-Wirtschaft, ohne Brachland-Pausen dazwischen, viel Flachs ernten. Und da wir zwei Schneidereien haben, können wir viele Gambesons produzieren und an den Baron von Entenhausen verkaufen.“ fügt Wolfgang hinzu. „Zwar könnten wir stattdessen auch die Rüstungsproduktion erhöhen, aber über alles gibt die Landwirtschaft die beste Rendite.

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    Wieder zurück am heimischen Küchentisch rechnet Wolfgang mit Justus ein bisschen rum:

    Wir haben bei der letzten Ernte mehr als 300 Gerste geerntet. Das bedeutet 300 Malz, aus denen 600 Bier entstehen könnten. Unsere Bürger (und auch der Lord) benötigen allerdings beim derzeitigen Stand nur 400 Bier pro Jahr (Anzahl Familien x 4). Das heißt, per Stand heute könnten 100 Malz nach Leidenfeld exportiert werden, was den Leidenfeldern rund 1.000 Silberlinge pro Jahr für teure ausländische Importe ersparen würde. Allerdings wächst unsere Bevölkerung ständig, es wird also weniger Malz für Leidenfeld werden mit der Zeit.“

    Dann müssen wir noch mehr Gerste anpflanzen.“ lautete die Schlussfolgerung des hellen Sohnemanns (der auch irgendwann mal Bier kosten wollte).

    Richtig, mein Sohn, und das werden wir tun.“ Wolfgang zog noch einmal die Karte hervor. „Schau hier in die Waldecke im Südosten, Justus. Dort werden bald Holzfäller die restlichen Bäume roden, denn dort ist bestes Gersteland.
    Und nun zum Flachs, dem zweiten Nebenprodukt der Getreideernte. Schon jetzt können wir allen Flachs in den Webereien in Leinen und das Leinen in den Schneidereien zu Gambesons verarbeiten, denn Leidenfeld versorgt uns aus der dortigen Wollproduktion zuverlässig mit Kleidung. Und diese Gambesons bescheren uns gewaltige Einnahmen.

    Aber ist das nicht zum Nachteil der Leidenfelder? Sie könnten doch auch die Kleidung ins Ausland verkaufen?“ war Justus' nächste Frage.

    Ja, natürlich könnten sie das, aber sie würden nicht mehr dafür bekommen, als hier in Eichenhau.“ Wolfgang würde noch ein bisschen mit Justus weiter rechnen müssen, bis dieser verstehen würde, dass der Handel zwischen den Regionen in jedem Fall zum Vorteil des Lords ausgeht.

    Einszweidrei, im Sauseschritt
    Läuft die Zeit; wir laufen mit.


    Mitte August sind nun die Pläne aufgegangen.
    In der Eisensiedlung im Norden bzw. deren Wurmfortsatz (wie es die Eisenleute sehen), dem Bauerndorf rund um die Kirche, sind inzwischen genügend Familien eingezogen, um die Ernte am Nordspot enthusiastisch angehen zu können.
    Im Südwesten ist an der Waldkante zum Hasenjagdgebiet ein Holzfäller dabei, Platz für künftige Felder zu schaffen und auch ein Farmhaus samt Stall wurde schon gebaut, von dem aus diese Felder bewirtschaftet werden sollen. Oberhalb der Position des Holzfällers würden bald neue Häuser entstehen, in denen 5 Familien die Feldbewirtschaftung und das Führen der Ochsen übernehmen sollen.

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    Wie mit Blick auf den Handel zu erkennen, hat Leidenfeld die wenig ergiebige Gambeson-Produktion inzwischen aufgegeben und liefert das Leinen, das aus den eher mittelprächtigen Flachserträgen entsteht, an Eichenhau, um dort die hochspezialisierte Gambeson-Produktion zu fördern.
    So können sich die Schneider in Leidenfeld gänzlich auf die Produktion von Kleidung aus Wolle konzentrieren, die zwar deutlich weniger Gewinne bringt (Exportwert Kleidung: 3 vs. Exportwert Gambesons: 10), aber Wolfgang profitiert davon, da er beide Regionen besteuert und damit das Gesamteinkommen für ihn zählt. Durch den Regionenhandel verkürzen sich auch die Handelswege, so dass die Händler mehr Volumen in der gleichen Zeit handeln, vorausgesetzt, es sind genügend Handelsgüter vorhanden.

    Einszweidrei, im Sauseschritt
    Läuft die Zeit; wir laufen mit.


    Ende Oktober sind an der Waldkante im Südwesten bereits Grundrisse für die neuen Häuser abgesteckt. Über den Winter sollen diese Häuser gebaut werden, obwohl die nächsten Familien noch in das Bauerndorf im Norden einziehen werden. Dennoch sollen hier im Frühjahr Felder angelegt und gepflügt werden, um spätestens im Herbst dort zu säen. Dafür müssen jedoch noch die restlichen Bäume im Straßen-Quarree beseitigt werden, auch das soll im Winter geschehen.

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    Die nun schon seit langer Zeit abgesteckten Grundrisse für die Häuser zwischen den Obstgärten im Südwesten und den Mälzereien/Webereien bereiten Wolfgang immer noch Kopfschmerzen. Er braucht an allen anderen Ecken der Region Leute, deshalb wurden diese Bauten gestoppt (Pause-Knopf im Spot-Menü) und eine konsequente Entscheidung wieder einmal vertagt (Berliner Origin ).

    Dem aufmerksamen Beobachter fällt vielleicht auf, dass sich unten im Südwesten auch etwas tut, dort ist ein Holzfäller aufgetaucht. Hier ist ein weiterer Gerstenspot in Reichweite, und zwar ein ziemlich großer.
    Lange hat Wolfgang mit der Entscheidung gerungen (siehe oben), doch nun ist es gewiss, auch hier wird in die Landwirtschaft investiert, soll der vermaledeite Baron von Entenhausen schwarz werden, bis die versprochenen Waffenlieferungen bei ihm eintreffen!

    Und so wird Eichenhau, obwohl die ursprünglich angepeilte Bevölkerung von 110 Familien bereits deutlich überschritten ist, wohl viele weitere Siedler benötigen.

    Dass die Landwirtschaft weiterhin Priorität genießt, rechtfertigen jedoch die Auswertungen der Ernte: Die Erträge von Flachs und Gerste fordern die nachgelagerten Produzenten zu Höchstleistungen heraus, hier stehen gewaltige Mengen an Gambesons und Malz, respektive Bier, ins Haus.

    Darüber hinaus hat Wolfgang mit Hilfe von Justus eine strategische Entscheidung ausgetüftelt:
    • In der unfruchtbaren Region von Leidenfeld gedeiht Weizen nur sehr, sehr, und nochmal, sehr mäßig. Zwar reichten in der Vergangenheit die Erträge dort aus, sogar Weizenbrot zu exportieren. Allerdings ist die Fruchtbarkeit dort für Roggen sehr viel höher.
    • In Eichenhau hingegen ist die Weizenfruchtbarkeit sehr viel höher. Roggen gedeiht hier auch hervorragend, aber die Weiztenfruchtbarkeit ist viel mehr wert.
    • Also werden die Regionen spezialisiert: Bereits mit der nächsten Ernte wird in Leidenfeld nur noch Roggen geerntet und zu Roggenbrot verarbeitet, in Eichenhau wird ausschließlich auf Weizen und das daraus entstehende Weizenbrot gesetzt.
    • Die Versorgung der Level III-Häuser mit beiden Brotsorten wird wiederum durch regionalen Handel realisiert, wobei Überschüsse in den „echten“ Export gehen. Das erfordert ein bisschen Rechnerei und Monitoring, um hier die richtigen Limits einzustellen, aber bei genügend Produktion kann nicht soviel schiefgehen.
    • Und somit erscheinen nun zwar die zwei Bäckereien pro Region zur parallelen Herstellung beider Brotsorten überflüssig, jedoch rechtfertigen die (künftig mindestens in Eichenhau) zu produzierenden Mengen durchaus die Existenz konkurrierender Bäcker, so die Aussage von Wolfgangs Kartellwächter, der zu diesem Zeitpunkt empfiehlt, nur noch eine Brotpreiserhöhung pro Tag zuzulassen.


    Und so endet die Geschichte für heute. Heute ist nicht alle Tage, Wolfgang (und Justus) kommen wieder, keine Frage.

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  10. #55
    Registrierter Benutzer Avatar von L. de Medici
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    Das artet ja in "Arbeet & Matetik" aus. Damit ist der landläufige Adlige doch arg überfordert. Da schaut er sich in seinem mickrigen Dorf lieber Bilder dieser Utopie an. Denn um eine solche muss es sich handeln, wie sonst würde sich sowas Geniales erklären lassen.

  11. #56
    Tanzt Avatar von zerialienguru
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    Zu Roggen und Weizen: Findet dort trotzdem ein Fruchtwechsel statt, oder ist das ein Monokulturanbau?
    Ich speiel wie gesagt nur ab und zu Farthest Frontier, da sind Fruchtwechsel wichtig, um die Fruchtbarkeit der Böden nicht langfristig zu ruinieren.

  12. #57
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    Zitat Zitat von zerialienguru Beitrag anzeigen
    Zu Roggen und Weizen: Findet dort trotzdem ein Fruchtwechsel statt, oder ist das ein Monokulturanbau?
    Ich speiel wie gesagt nur ab und zu Farthest Frontier, da sind Fruchtwechsel wichtig, um die Fruchtbarkeit der Böden nicht langfristig zu ruinieren.
    Also grundsätzlich wird auf jedem Feld durchgewechselt zwischen:
    • Roggen / Weizen
    • Gerste
    • Flachs


    Roggen und Weizen dürfen nicht auf demselben Feld in der Fruchtwechselfolge sein, da sich dann der Boden nicht mehr erholen kann.

  13. #58
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    Nu isses passiert: Die neue Main Version ist raus: 0.80.065

    https://steamcommunity.com/games/136...30784633340012

    Und ich muss noch zwei Wochen warten, bis ich alles hier in der Story runtererzählt habe, bis ich damit anfangen kann

  14. #59
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    Zitat Zitat von Glorfindel Beitrag anzeigen
    Nu isses passiert: Die neue Main Version ist raus: 0.80.065
    Fang doch damit neu an und berichte live

  15. #60
    Registrierter Benutzer Avatar von L. de Medici
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    Zitat Zitat von brettschmitt Beitrag anzeigen
    Fang doch damit neu an und berichte live
    Erst die alte Version erzählen und dann live die neue spielen.

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