Der teuerste und modernste Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, schreibt derzeit unfreiwillig Schlagzeilen. Während das Schiff unter US-Präsident Donald Trump zur Abschreckung des Iran am Dienstag auf Kreta angekommen ist, berichten das „Wall Street Journal“ (WSJ) und der US-Sender NPR (National Public Radio) von massiven technischen Mängeln.
Das Hauptproblem: Die 650 Toiletten der schwimmenden Kleinstadt fallen regelmäßig aus.
USS Gerald R. Ford im Dauereinsatz: Toiletten streiken
Seit Juni 2025 ist die USS Gerald R. Ford ununterbrochen auf See. Ursprünglich für sechs Monate geplant, wurde die Mission mehrfach verlängert. Mit einer voraussichtlichen Einsatzdauer von elf Monaten könnte das Schiff einen historischen Rekord für die US-Navy aufstellen.
Doch der Dauerbetrieb fordert seinen Tribut. Wie Mark Montgomery, ein pensionierter Konteradmiral, gegenüber dem WSJ erklärte, leiden unter den langen Einsatzzeiten nicht nur die rund 5000 Besatzungsmitglieder, sondern auch die Hardware: „Nach acht Monaten auf See beginnt die Ausrüstung zu brechen, und lange geplante Wartungsarbeiten müssen verschoben werden.“
Verstopfte Rohre: Ein 400.000-Dollar-Problem pro Reinigung
Das installierte VCHT-System (Vacuum Collection, Holding and Transfer), das Abfälle mittels Unterdruck durch die Rohre saugt, ist offenbar eine Fehlkonstruktion. Ein Bericht des Government Accountability Office (GAO) stellte fest, dass die Abwasserrohre für die enorme Besatzung zu schmal dimensioniert sind.
Die Folgen sind laut NPR und internen E-Mails drastisch:
Tägliche Notrufe: Allein 2025 gab es bisher 32 offizielle Hilferufe wegen defekter Toiletten.
Extreme Wartungskosten: Um Kalkablagerungen in den engen Rohren zu lösen, muss die Marine eine spezielle Säurereinigung durchführen. Kostenpunkt laut internen Unterlagen: 400.000 US-Dollar pro Reinigungsvorgang.
Fremdkörper im System: Techniker fanden alles von T-Shirts bis zu 1,20 Meter langen Seilen in den Leitungen.
Ein Verantwortlicher schrieb in einer internen E-Mail, die der Sender NPR zitierte: „Mein Team arbeitet derzeit 19 Stunden am Tag, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.“ Die Navy bestätigt die Probleme, betont jedoch, dass die Einsatzfähigkeit nicht gefährdet sei.