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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5641
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Ach noch was, bevor Lukas schon wieder zu Ende geht:

    Merkt ihr, wie es Lukas beim Zachäus schon wieder um Geld, Reichtum, Armut und Besitz geht? Mongke sagt, er hätte mehr abgeben sollen - aber im Ernst, er braucht ja auch noch Geld für sein unrechtmäßigen Gewinn, den er vierfach erstatten soll. - Von welchem reichen Menschen habt ihr gehört, er würde auf einmal die Hälfte den Armen geben? Das machen die meisten doch erst, wenn sie tot sind. Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel sagt Jesus. Die Jünger fragen, wer kann dann überhaupt gerettet werden? Die Antwort ist: Menschen wie Zachäus. Jesus sagt: Heute ist diesem Haus Rettung widerfahren.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  2. #5642
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Lukas 20
    Achtung Spoiler:

    1 Eines Tages nun, als er das Volk im Tempel lehrte und die Heilsbotschaft verkündigte, traten die Hohenpriester und Schriftgelehrten samt den Ältesten an ihn heran
    2 und sagten zu ihm: »Sage uns, aufgrund welcher Vollmacht du hier in dieser Weise auftrittst oder wer es ist, der dir die Vollmacht dazu gegeben hat?«
    3 Da antwortete er ihnen: »Auch ich will euch eine Frage vorlegen; sagt mir:
    4 Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?«
    5 Da überlegten sie bei sich folgendermaßen: »Sagen wir: ›Vom Himmel‹, so wird er fragen: ›Warum habt ihr ihm dann keinen Glauben geschenkt?‹
    6 Sagen wir dagegen: ›Von Menschen‹, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, daß Johannes ein Prophet (gewesen) ist.«
    7 So gaben sie ihm denn zur Antwort, sie wüßten nicht, woher sie stamme.
    8 Da sagte Jesus zu ihnen: »Dann sage auch ich euch nicht, aufgrund welcher Vollmacht ich hier so auftrete.«
    9 Er begann dann dem Volk folgendes Gleichnis vorzutragen: »Ein Mann legte einen Weinberg an, verpachtete ihn an Weingärtner und ging dann für längere Zeit ins Ausland.
    10 Als nun die Zeit da war, sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, damit sie ihm (seinen Teil) vom Ertrag des Weinbergs abgäben; aber die Weingärtner mißhandelten diesen und schickten ihn mit leeren Händen zurück.
    11 Da sandte er nochmals einen andern Knecht; sie aber mißhandelten und beschimpften auch diesen und schickten ihn mit leeren Händen zurück.
    12 Er sandte darauf noch einen dritten; sie aber schlugen auch diesen blutig und warfen ihn hinaus.
    13 Da sagte der Herr des Weinbergs: ›Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn hinsenden; vor diesem werden sie sich doch wohl scheuen.‹
    14 Als die Weingärtner ihn aber erblickten, überlegten sie miteinander und sagten: ›Dies ist der Erbe! Wir wollen ihn töten: dann fällt das Erbgut uns zu.‹
    15 So stießen sie ihn denn aus dem Weinberge hinaus und schlugen ihn tot. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen machen?
    16 Er wird kommen und diese Weingärtner ums Leben bringen und den Weinberg an andere vergeben.« Als sie das hörten, sagten sie: »Nimmermehr!«
    17 Jesus aber blickte sie an und sagte: »Was bedeutet denn dieses Schriftwort: ›Der Stein, den die Bauleute (als unbrauchbar) verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden‹?
    18 Jeder, der an diesem Steine zu Fall kommt, wird zerschmettert werden; auf wen aber der Stein fällt, den wird er zermalmen.«
    19 Da suchten die Schriftgelehrten und Hohenpriester ihn noch in derselben Stunde festzunehmen, fürchteten sich jedoch vor dem Volk; sie hatten nämlich wohl gemerkt, daß er dieses Gleichnis gegen sie gerichtet hatte.
    20 So lauerten sie ihm denn auf und sandten Aufpasser ab, die sich das Aussehen gesetzesstrenger Leute geben sollten, damit sie ihn durch einen seiner Aussprüche fingen und ihn dann der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters überliefern könnten.
    21 Die fragten ihn also: »Meister, wir wissen, daß du offen redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes mit Wahrhaftigkeit lehrst:
    22 ist es recht, daß wir dem Kaiser Steuern entrichten, oder nicht?«
    23 Da er nun ihre böse Absicht durchschaute, sagte er zu ihnen:
    24 »Zeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift trägt er?« Sie antworteten: »Des Kaisers.«
    25 Da sagte er zu ihnen: »Nun, so gebt dem Kaiser, was dem Kaiser zukommt, und Gott, was Gott zukommt.«
    26 Und sie vermochten ihn nicht bei einem Ausspruch vor dem Volk zu fangen und wußten, voll Verwunderung über seine Antwort, nichts mehr zu sagen.
    27 Hierauf traten einige Sadduzäer herzu, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm eine Frage vor
    28 mit den Worten: »Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: ›Wenn jemandem sein Bruder stirbt, der eine Frau hat, jedoch kinderlos geblieben ist, so soll sein Bruder die Frau ehelichen und für seinen Bruder das Geschlecht fortpflanzen.‹
    29 Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos;
    30 der zweite heiratete sie darauf,
    31 dann der dritte und in derselben Weise alle sieben, hinterließen aber keine Kinder und starben;
    32 zuletzt starb auch die Frau.
    33 Wem von ihnen wird diese nun bei der Auferstehung als Frau angehören? Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.«
    34 Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Kinder der jetzigen Weltzeit heiraten und werden verheiratet;
    35 diejenigen aber, welche würdig befunden worden sind, an jener Weltzeit und an der Auferstehung der Toten teilzunehmen, die heiraten weder noch werden sie verheiratet;
    36 sie können dann ja auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind.
    37 Daß aber die Toten auferweckt werden, das hat auch Mose bei (der Erzählung von) dem Dornbusch erkennen lassen, indem er dort den Herrn ›den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs‹ nennt.
    38 Gott ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden, denn alle leben ihm.«
    39 Da antworteten mehrere Schriftgelehrte: »Meister, du hast trefflich gesprochen!«
    40 Sie wagten auch hinfort nicht mehr, ihm eine Frage vorzulegen.
    41 Er sagte dann aber zu ihnen: »Wie kann man behaupten, Christus[10] sei Davids Sohn?
    42 David selbst sagt ja doch im Psalmbuch: ›Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten,
    43 bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner Füße.‹
    44 David nennt ihn also ›Herr‹; wie kann er da sein Sohn sein?«
    45 Zu seinen Jüngern aber sagte er, während das ganze Volk zuhörte:
    46 »Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gewändern einherzugehen, und sich auf den öffentlichen Plätzen gern begrüßen lassen; die auf die vordersten Sitze in den Synagogen und auf die obersten Plätze bei den Gastmählern Anspruch machen;
    47 die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete verrichten; diese werden ein besonders strenges Gericht erfahren.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Ich glaube, die Gegenfrage von Jesus hatten wir in den anderen Evangelien bei der Konfrontation mit den Hohenpriestern nicht. "Dann sage auch ich euch nicht, aufgrund welcher Vollmacht ich hier so auftrete" (V. 8) finde ich aber ne rhetorisch coole - wenn auch kommunikativ nicht konstruktive - Antwort
    • Das Gleichnis vom Erben des Weinbergbesitzers ist hingegen sehr bekannt. So bekannt, dass ich mir nicht eigens die Mühe gemacht habe, es in den anderen Evangelien nachzuschlagen und mir neue Gedanken zu machen. Die Unterschiede sind laut Wikipedia subtil:
      • Lukas nennt in Vers 9 "das Volk" als Adressaten, bei den anderen richtet es sich an die Priester und Ältesten
      • Bei Lukas werden die Knechte nicht gesteinigt
      • Wie bei Matthäus wird der Sohn nach dem Rauswurf getötet (bei Markus sofort)
      • Die beschriebene Reaktion ("Nimmermehr!", V. 16) gibt es nur bei Lukas.

    • Vers 17 rezitiert (einmal mehr) die Psalme (Ps 118,22) und ergänzt es inhaltlich um ein anderes Zitat (Jes 8,14), das einen Stein zum Inhalt hat. Der Eckstein wird so in diesem Kontext zu dem Stein, der zermalmt. Das finde ich sprachlich ganz nett gemacht
    • Auch bei Lukas lässt sich Jesus vom Denar und den römischen Steuern nicht aufs Glatteis führen.
    • "Jemandem sein Bruder" (V. 28) - Asideutsch
    • Die theologische Falle mit den sieben kinderlosen Brüdern stellte auch Markus nahezu wortgleich in Markus 12,18ff. Mir ist vor allem ein feiner Unterschied aufgefallen: Lukas "begründet", was es heißt, dass Gott ein Gott der Lebenden ist. Er schreibt "denn alle leben ihm". Das ist eine etwas sperrige Formulierung, die anderen Übersetzungen schreiben: "für ihn". Finde ich deshalb bemerkenswert, weil es definiert, was Leben in dem Kontext bedeutet. Es eröffnet die Möglichkeit, dass in irgendeiner Form von irdischem Tod das Leben weitergeht, wenn man weiter "für Gott" lebt, also eine ~gläubige Seele~ ist. Bei Markus hatte ich mich an der Stelle über den christlichen Friedhofskult gewundert, er lässt sich hiermit besser in Einklang bringen.
    • Bei Markus prüfen ihn die Gelehrten ein weiteres Mal mit der Frage nach dem wichtigsten Gebot. Bei Lukas scheinen sie geschlagen zu sein.
    • Der Schluss (das David-Zitat) und die Warnung an die Jünger ist wieder gleich.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  3. #5643
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    "Jemandem sein Bruder" (V. 28) - Asideutsch
    Das ist hier grammatisch was anderes. Es ist kein Dativ possessivus, sondern der Bruder stirbt jemandem weg. Der alte Menge übersetzt halt manchmal sperrig...
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  4. #5644
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Der zermalmende Stein erinnert mich noch an Daniel und Emoticon: kratz die Statue der Weltreiche?

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