Was auch immer das bedeutet![]()
Was auch immer das bedeutet![]()
Verstand op nul, frituur op 180.
Ja, die Aussendung der 70 kommt nur bei Lukas vor. Und es sind 70 und nicht 72 - allerdings gibt es hier Textvarianten. Der Codes Vaticanus hat hier die 70 - hingegen der Codex Sinaiticus beispielsweise 72
Die Lutherübersetzung orientiert sich hier an den 72, andere (die ich gewohnt bin) an den 70 - Das ist eigentlich wieder mal ein schönes Beispiel für eine Textunsicherheit, die der Bibel so häufig vorgeworfen wird. Hier hätten wir einen echten Bedeutungsunterschied. Und wie viel macht er für den Glauben oder das Textverständnis an sich aus?
Vielleicht mehr als ihr denkt: Ich gede von 70 aus. Warum:
Die 70 sind parallel zu
70 Leute von Jakob die nach Ägypten gehen (Genesis 46,27 und Exodus 1,5)
70 Älteste, die mit Mose, Aaron Nadab und Abihu auf den Berg Sinai steigen, um dort mit Gott einen Bund zu schließen. (Exodus 24,1-11)
70 Älteste in Numeri 11,14-29 die Mose helfen, das Volk zu leiten
Diese 70 repräsentieren das Volk Gottes. Es fing mit den 70, die nach Ägypten gingen an. Dann werden sie von 70 Leitern beim Bundesschluss repräsentiert. Noch ab und zu taucht im AT die 70 als Anzahl von Personen auf.
Es ist wahrscheinlich, dass Jesus, wenn er schon zum zweiten Mal Leute auf Mission schickt und es mehr sind als die 12 - dass er dann wieder eine symbolische Anzahl schickt. Diese 70, die Jesus aussendet stehen für das neue Volk Gottes, dass er ins Leben rufen will, so denke ich zumindest.
Die Zahl 72 hingegen taucht in der Bibel sonst nur einmal als Mengenangabe für eine Kriegsbeute auf und hat keine weitere Relevanz.
Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal
Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.
Ah, dann liegt das daran, dass ich ursprünglich eine Lutherübersetzung gelesen habeDanke für die Erläuterung!
Das mit dem rückkehrenden bösen Geist interpretiere ich folgendermaßen: die Implikation dabei ist die Abwesenheit des Heiligen Geistes. Sprich, ein solcher Mensch braucht einen Wandel im bzw. (je nach Bedeutung des Wortes Wandel) durch den Geiste, um einen solchen Fall zu verhindern. Er muss also in Folge auch wirklich zum Glauben kommen, damit es ihm etwas nutzt. Oder?
Edith bemerkt, dass Kantel ja so ziemlich genau das auf der letzten Seite schon kommentiert hat, hatte ich nur nicht gelesen, weil ich vorhin unterbrechungsbedingt nur Kapitel 10 wirklich gelesen hatte und jetzt nicht mehr so weit hochgescrollt war![]()
Geändert von Mendelejev (01. Februar 2026 um 19:11 Uhr)
Ich mag die rege Diskussion hierMal sehen, was Lukas weiter schreibt
Lukas 11 (Teil 2)
Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Im Gegensatz zu uns scheint die Frau aus der Volksmenge Jesu Worte direkt so zu verstehen, dass sie darüber glücklich ist
- "Das gegenwärtige Geschlecht ist ein böses Geschlecht" (V. 29), aka, "We live in a society"?
- Jona bezieht sich natürlich auf das Buch Jona. Vers 30 konkret auf Jona 3,3ff, wo er sich in die "gewaltige Stadt Ninive" begibt.
- Die Königin von Saba (V. 31; vgl. 1. Könige 10, 1ff) taucht auch wieder auf. Also mit Jona jemand vom "hohen" Norden (Meer) und mit der Königin jemand aus dem "tiefen" Süden. Beide umspannen quasi die Welt, in deren Mitte etwas Größeres als Salomo (V. 31) und Jona (V. 32) steht.
- Der Rest der Rede verarbeitet Licht-Motive, die in den anderen Übersetzungen schon vorkommen. Licht unterm Scheffel, Licht der Welt etc. Da mach ich mir jetzt keine neuen Gedanken zu.
- Es folgt ein vergleichsweise generischer Diss gegen nen Pharisäer. An "mens sana in corpore sano" glaubt Jesus offenbar nicht. Das veranschaulicht, dass das gegenwärtige Geschlecht wirklich, wie behauptet, böse ist.
- Am stärksten finde ich noch Vers 47: "Ihr erbaut den Propheten Grabmäler, während eure Väter sie getötet haben"
Zu Vers 27-28 frage ich mich, wie Katholiken trotz solcher Verse zu ihrer extremen Marienverehrung gekommen sind. Ich lese immer wieder die Implikation raus, dass sie Jesus in dieser Zeit für verrückt hielt. Und selbst wenn nicht, sagt Vers 28 ja recht eindeutig, nicht derartigen Fokus auf sie zu legen.![]()
Guter Punkt, danit sind ja Marias Boobies gemeint![]()
Als Protestant frage ich mich das natürlich auch.
Sie ist grade in Kapitel 1 und 2 des Lukasevangeliums eine extrem bemerkenswerte Person. Sie ist auch später unter den ersten Jüngern in der Apostelgeschichte. Und nimmt dort vermutlich eine (einflussreiche?) Rolle ein.
Die Lehren über ihre lebenslange Sündlosigkeit und ihre lebenslange Jungfräulichkeit halte ich nicht für biblisch. Das Dogma über ihre Sündlosigkeit entsteht z.B. auch erst sehr spät und beruft sich eher auf katholische Traditionen.
Dies sind so Hauptstreitpunkte zwischen Katholiken und Protestanten, die auch immer wieder zu Diskussionen führen, die teilweise bis dahin gehen, dass man der Gegenseite Ketzerei oder Götzenanbetung vorwirft. Sozusagen ein theologisches Minenfeld.Wobei natürlich jeder seine eigene Überzeugung für die einzig richtige hält.
(ich auch...
)
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Die 72, wo sie ja grade erwähnt wird, kenne ich eigentlich nur von den Muselmanen und ihren 72 Jungfrauen im Paradies. (Wobei die da wohl auch nicht lange Jungfrauen bleiben dürften!)
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Die wachen jeden Morgen wieder als Jungfrauen auf.![]()
https://www.bibleserver.com/LUT.ELB.MENG.EU/Lukas12
Lukas 12 (Teil 1)
Achtung Spoiler:
Bemerkungen/ Gedanken:
- Die ersten Verse lesen sich für mich ein wenig nach "generisches Jesus-Gerede". Nur bei V. 4 musste ich kurz an "Einer flog übers Kuckucksnest" denken
- Vers 5 finde ich dann wesentlich interessanter: Töten und in die Hölle werfen, das klingt nach Teufel. Aber es wird nicht weiter ausgeführt, um wen es sich dabei handelt. Stattdessen kommt dieser seltsame Sperlingsvergleich: 5 Sperlinge = 2 Kupfer, Mensch > Sperlinge - ähm, ok? Vermutlich fehlt mir der Bezug zu Spatzen, um zu erkennen, warum das ein großartiger Vergleich ist. Oder so.
- Lässt sich die Kommunion (oder Konfirmation? Also das, was die Kinder halt machen müssen) aus Vers 8 ableiten? Bei der Taufe bekennt man sich als Kleinkind noch nicht. Aber die Kommunation ist dann so ein öffentliches Ding.
- Vers 10 ist auch wieder kryptisch. Jesus darf man haten (gut zu wissen
), aber den Heiligen Geist nicht? Vor ein paar Posts gab es die Stelle, wo ich stärker über den Heiligen Geist nachgedacht hab. Wenn ich mich da an meinen Schluss zurückdenke (Heiliger Geist ~ Freude und Gemeinschaft unter Menschen), passt das aber. Auch als Nicht-Christ kann man Freude und Gemeinschaft erfahren und dabei mitwirken, sie zu bewahren. Wer sich dagegen stellt, stellt sich gegen die Gesellschaft und hat keine Vergebung verdient. Wer sich gegen Jesus ausspricht, muss das noch nicht ablehnen - nur ihn als Sohn Gottes, der auf die Erde kam.
- In Vers 12 erhält der Heilige Geist eine weitere Facette: Er lehrt einen in der dunkelsten Stunde, was man zu sagen hat.
- Es folgt, auf einen Zwischenruf, ein Gleichnis, das in den anderen Übersetzungen bisher nicht enthalten war. Die Botschaft hingegen (Schätze nicht für sich sammeln, sondern reich für Gott sein) kam zumindest mal bei Markus so ähnlich vor. Bemerkenswert: Es geht nicht darum, Schätze für Gott zu sammeln sondern "reich für Gott" zu sein. Man kann das so lesen, dass man selbst der Schatz für Gott ist. Heute würde man vielleicht Self-Care sagen.
- Nach den Spatzen folgt in Vers 24 wieder ein Vergleich mit Vögeln. Diesmal mit Raben.
- "Wenn ihr also nicht einmal etwas ganz Geringes vermögt, wozu macht ihr euch da Sorge um das Übrige?"
- Die Message in den hinteren Zeilen dieses ersten Teils klingt ziemlich öko. Verwundert mich aber beim darüber Nachdenken nicht wirklich, denn öko könnte man als nicht-christlichen Ausdruck für schöpfungsbewundernd gebrauchen.
- V. 34: "Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein" - Gollum hätte es nicht besser sagen können
Die ersten Verse handeln wie ich das lese vom Weltgericht.
Vers 5 klingt mir nach dem falschen Propheten aus der Offenbarung, der mit seinem "Zeichen des Tieres" Menschen ein Direktticket in die Hölle geben kann. Das könnte auch sinnbildlich unter der Lästerung des Heiligen Geistes von ein paar Zeilen später gemeint sein, weil es die einzigen mir bekannten Dinge, die mir bekannt sind, sind, die keine Vergebung erfahren können.
Sie Offenbarung kenne ich noch nicht![]()
aber die Spekulation wollte ich trotzdem mal einwerfen, um nach Meinungen dazu zu fischen.
Bei Vers 8 denke ich eher an sowas wie Märtyrer gegenüber Taqiyyisten.Oder Petrus und seinen Hahn. (wobei der sich ja bald danach gebessert hat)
Oder Verbreitung des Evangeliums gegenüber stillschweigendem, rein privatem Praktizieren könnte auch passen.
Der Heilige Geist ist aber auch generell ziemlich kryptisch beschrieben. Ich glaube, das Konzept mit dem Tempel desselben kommt auch erst später, bei Paulus.![]()
Geändert von Mendelejev (07. Februar 2026 um 14:00 Uhr)
Ich hätte Vers 5 direkt auf Gott bezogen: Menschen können nur töten, Gott entscheidet über das ewige Leben.
Dies. Der Teufel kann niemanden "in die Hölle werfen", das macht Gott, der Allmächtige. Der Satan wird von Gott am Ende der Zeit selbst in die Hölle geworfen werden.
Es geht dabei um die Gottesfurcht, die Ehrfurcht und der Respekt vor Gott. Es geht in Vers 11 darum, dass Jesus die Jünger warnt, dass man sie in den Synagogen vor Gericht stellen wird. Jesus' Nachfolger sollen sich nicht vor den Menschen fürchten, die dort über sie zu Gericht sitzen, sondern vor Gott Ehrfurcht haben, der viel mächtiger ist, und bei dem ein anderes Gericht kommt.
Zum Vers 8 (Gott bekennen vor den Menschen) - Ja, davon lässt sich meines Wissenens nach die Konfirmation (Vom lateinischen: Bestätigung, Bekräftigung) ableiten. Ich bin da ja nicht so drin, weil wir inunserer Freikirche nur Erwachsene Jugendliche taufen. Und das Bekenntnis des Glaubens bei der Taufe abgefragt wird. Bei Christen, die Babys taufen, geht das ja nicht, weil das Kind nichts bekennen kann. Dieses Bekenntnis wird dann mit Erreichen der vollen Religionsmündigkeit mit 14 Jahren "nachgeholt". Es gibt aber auch noch einen ähnlichen Vers im Römerbrief, also diese Stelle wäre nicht die einzige, die aussagt, dass man sich zu Jesus bekennen soll.
Der Konfirmationsbrauch hat sich leider zu so einem Jugendlichen-Übergangs-Ritual-Ding entwickelt und ist häufig bei vielen bis einigen vom Glauben abgekoppelt. Man könnte frech behaupten: So mancher Jugendlicher machts nur wegen dem Geld und nicht weil ihm der Glaube und Gott etwas bedeuten.
Kommunion hingegen bedeutet Gemeinschaft, so nennen die Katholiken das Feiern des Abendmahls oder der Eucharistie. Wenn die katholischen Kinder dort zum ersten Mal dabei sind, spricht man von Erstkommunion. Die findet deutlich früher statt, als die evangelische Konfirmation. Ich weiß nicht, ob die Katholiken außer durch das gemeinschaftliche Aufsagen des apostolischen Glaubensbekenntnisses noch weitere Bekenntnisbräuche haben.
Zur "Sünde gegen den heiligen Geist": Matthäus und Markus setzen diesen Vers in Zusammenhang mit dem Ereignis, dass die Pharisäer behaupten, Jesus würde die Dämonen mit dem Beelzebub austreiben. In Markus 3,28-30 heißt es dazu: "28 Wahrlich, ich sage euch: Alles wird den Menschenkindern vergeben werden, die Sünden und die Lästerungen, so viel sie auch lästern mögen; 29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. 30 Denn sie hatten gesagt: Er hat einen unreinen Geist."
Markus gibt also als Grund für diese Aussage von Jesus an: "Denn sie hatten gesagt: Er hat einen unreinen Geist." - Die Sünde gegen den Heiligen Geist oder die Lästerung des Heiligen Geistes ist hier: Zu sagen, Jesus ist nicht vom Heiligen Geist gesagt und tut seine Werke nicht von Gott her, sondern er ist von einem bösen Geist besessen und tot seine Werke vom Teufel her. Eben, er würde "den Teufel mit dem Beelzebub austreiben".
Wie ich das verstehe: Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Wer ihn für vom Teufel gesandt hält, mauert sich die einzige Tür zu Gott und zum Himmel selbst zu. Wie soll man Vergebung bekommen, wenn den einzigen Weg, auf dem man Vergebung bekommen kann, für die Personifizierung des Bösen hält? - Was Menschen leider häufig übersehen ist der Satz davor: "Jede Sünde kann vergeben werden." Zumindest heißt es das in der Parallelstelle bei Matthäus und Markus.
Lukas stellt den Satz hier allerdings in einen anderen Kontext. Ich weiß noch nicht genau, warum er das tut, und was die theologische Aussage dahinter ist. Ich muss noch ein paar Monate warten, bis ich mit meinen Predigten dort angekommen bin - ist ein interessantes exegetisches Problem, das ich noch nicht beackert habe und das etwas Nachforschungen, Überlegung und Gebet bedarf, deswegen kann ich dazu noch nichts sagen.
Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal
Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.