König Garon I. saß im neuen königlichen Flugzeug und blickte nachdenklich auf die Metropole Troja hinab. Das Flugzeug selbst wurde erst vor kurzem fertig gestellt und absolvierte gerade seinen Jungfernflug. Das Personal selbst war handverlesen, trotzdem absolvierten die Piloten ebenso wie er gerade ihren ersten Flug in einem so großen Flugzeug, was aus der Neuheit von Flugzeugen in Feron resultierte.
Der achtstündige Flug hatte ihn ermüdet und trotz einiger Stunden Schlaf im Bett, welches ebenfalls in diesem fliegenden Palast vorhanden war, fühlte er sich erschöpft. Er seufzte in Gedanken daran, dass er vor einem Jahr noch sehr sportlich gewesen war. 6 Monate ans Bett gefesselt hinterließen eben ihre Spuren und er erinnerte sich noch gut daran, wie die Ärzte ihm berichtet hatten, dass selbst bei ausführlicher Reha und Physiotherapie es Jahre dauern könne, bis er wieder seine alte Beweglichkeit und Kraft zurückerlangt haben wird.
"Eine wirklich beeindruckende Stadt." sagte er halb zu sich selbst und halb zu seiner Frau, als das Flugzeug dem Erdboden immer näher kam. "Sobald wir die ersten wichtigen Termine erledigt haben und etwas Zeit ist, sollten wir uns unbedingt mit der Limousine die Stadt etwas näher ansehen. Ich würde es zwar nie offen zugeben, aber bei uns sieht es dagegen fast ärmlich aus." meinte er mit einem Grinsen.
"Ja das stimmt, aber Troja ist auch groß und mächtig und du weißt ja wie Politik funktioniert, der Palast besteht aus purem Gold, aber im inneren speist der König trocken Brot." erwiderte Irina auf ihre trocken scherzende Art und strich ihrem Gatten durch das Fell auf seinen Schultern. "Ich würde mir Troja auch liebend gern ansehen aber bist du dir sicher, dass du dir so viel vornehmen solltest? Die Ärzte meinten, dass du noch Ruhe brauchst." fuhr Irina weiter fort und schaute ihren Mann leicht besorgt an. Das letzte Jahr hatte auch an ihr gezehrt, wenn auch nicht so sichtbar wie an ihrem Mann. Obwohl sie nun nicht mehr die Kränkliche gewesen war, hatte man sie noch mehr in Watte gepackt als ohnehin, da es nicht sein konnte, dass sowohl König als auch Königin im Krankenhaus lagen.
"Ach die Ärzte." erwiderte Garon und winkte genervt mit einer Handbewegung ab. "Ich habe ein ganzes Jahr lang fast nichts anderes getan als auf die Ärzte zu hören, hinten im Flugzeug sitzt sogar unser Leibarzt. Ich möchte nur diese eine Gelegenheit nutzen, um all das zu vergessen. Eine Reise nach Troja war eigentlich schon vor dem ganzen Unsinn in Planung, lass uns also einfach dort anknüpfen." redete er auf sie ein und nahm ihre Hand mit der seinen, während er wieder zu ihr blickte und lächelte.
"Du hast recht."gab sie nach und schmiegte sich für einen Moment an ihn, bevor sie von einem Assistenten gestört wurden.
"Entschuldigen sie bitte, mein König, meine Königin," begann er, offenbar etwas verlegen weil er sie störte und verbeugte sich kurz bevor er weiter sprach "wir landen in einigen Minuten, weshalb ich euch nun bitten muss euch für den Empfang bereit zu machen."
"Gut, geh und berichte, dass wir gleich soweit sein werden." sagte Garon zum Assistenten, bevor er ihn mit einer Handbewegung wegschickte und sich von seiner Frau helfen ließ.
Dany beobachtete, wie das Flugzeug aus Feron in den Landeanflug überging und wenig später ein sichtlich geschwächter Garon I. die Maschine verließ. Rechts und Links standen mehr als zehntausend Soldaten der kaiserlichen Garde Spalier, wobei die ersten Reihen Standarten entweder mit dem Drachen Trojas oder dem Wolf Ferons präsentierten. Die Kapelle spielte zur Begrüßung den "Marsch des Odysseus", welchen sie damals zum Andenken an ihren gefallenen Admiral und ihrer ersten großen Liebe komponieren ließ. Daenerys schaute noch einmal, ob alles richtig sitzt, denn dieser Besuch war nicht unwichtig und sie wollte natürlich einen guten Eindruck hinterlassen. Feron stand bisher in jedem Konflikt auf der Seite Trojas und so sollte es auch in Zukunft bleiben. Sie konnte es sich nicht leisten weitere Verbündete zu verlieren, wenn das Imperium nicht Gefahr laufen sollte irgendwann isoliert dazustehen. Das ausländische Königspaar trat ihr entgegen und, während Dany ihre Arme zu einer Willkommensgeste ausbreitete, verbeugten sich ihre Begleiter - darunter Ratsherr Troilos, General Memnon und überraschenderweise in Vertretung für Ratsherr Baelisch der so selten in der Öffentlichkeit auftretende Geheimrat Varis. "König Garon, Königin Irena, im Namen des Volkes von Troja und von Rom heiße ich euch in unserer Hauptstadt willkommen." Dabei setzte Dany ihr bezauberndstes Lächeln auf. "Ich hoffe die lange Reise war nicht zu anstrengend für euch. Wir hörten auch in Troja von eurem angeschlagenen Gesundheitszustand und noch, bevor ich Tieropfer verbieten ließ, hatte ich damals im Tempel des Herakles ein Opfer für eure schnelle Genesung darbringen lassen." Obwohl es nicht ganz der Wahrheit entsprach äußerte sie anschließend folgende Höflichkeitsbekundung. "Und in der Tat scheint ihr euch von eurer Krankheit gut erholt zu haben."
Während das Königspaar das Flugzeug verließ und an den Spalier stehenden Soldaten vorbei auf Kaiserin Daenerys zu gingen. König Garond lief mit Hilfe eines Stocks, auf den er sich so wenig wie möglich stützte. Endlich bei der Kaiserin angekommen, war er froh nicht auf eine Pause oder den Arm seiner Frau angewiesen gewesen zu sein. Es würde tatsächlich langsam aber sicher besser. Die Kaiserin hatte tatsächlich weder Kosten noch Mühen gescheut um ihre Ankunft ihr so prachtvoll wie möglich zu gestalten.
"Ich danke euch für eure freundlichen Worte und dass ihr uns hier höchstpersönlich willkommen heißt." erwiderte Garon "Ich möchte zudem auch die Gelegenheit nutzen euch persönlich zu eurer Mutterschaft zu gratulieren." fügte er noch hinzu, da er ihr zwar schriftlich aber noch nicht in Person hatte gratulieren können. Besser spät als nie.
"Ihr seid zu freundlich daran zu denken. Ich danke euch. Und natürlich ist es für mich selbstverständlich einen so wichtigen Gast persönlich am Flughafen zu empfangen. Ich würde jetzt vorschlagen, dass wir den Bahnhof verlassen. Ihr wollt sicher mehr von Troja sehen, habe ich Recht?" Eine Antwort musste sie gar nicht erst abwarten, viel mehr war diese Frage rhetorischer Natur. "Gut dann folgt mir zu unseren Wagen." Gemeinsam schritten die gekrönten Häupter die Formationen der kaiserlichen Garde ab, welche sich über den ganzen Flughafen hinzogen. Am Ende wartete auf sie ein ganzer Konvoi an Limousinen, der sie zum Palast bringen sollte. Gut, der Empfang ist schon einmal gelungen und das war nur der Anfang. In der Tat sollte sie recht behalten, denn die Straßen waren gesäumt von zahlreichen Trojanern, ebenso die Fenster und Balkone entlang der Häuserfassaden. Sehr viele waren gekommen, um einen Blick auf das fremde Königspaar zu werfen und die trojanische Presse hatte diesen Besuch in den vergangenen Tagen geradezu hochstilisiert und alles mögliche getan, damit es nicht zu unangenehmen Verwechslungen mit den Greywolffanatikern kommt, die einst Massalia belagerten und sich in Wolfsfellen zu kleiden pflegten. Wie von Dany anberaumt fuhren sie auch mit offenen Fenstern und so konnten einige Glückliche unter ihren Untertanen tatsächlich einen Blick auf ihre Gäste werfen. Die Geräuschkulisse war natürlich überwältigend, aber das ist in Troja keine Seltenheit. Hoher Besuch ist ein Grund zu ausgiebigen Festen und ihr Volk war schon immer von froher Natur (ja Römer und Griechen, eben auch etwas dekadent )
Das Königspaar genoss sichtlich den Blick auf die trojanische Hauptstadt, was durch die kühle Brise, die gerade vorherrschte, wesentlich angenehmer gestaltet wurde, da sie die tropische Hitze deutlich abmilderte. Die Unmengen von Menschen, welche sich an die Straßen drängten um einen Blick auf ihre Kaiserin und das fremde Königspaar zu erhaschen. Es interessierte Garon durchaus, wie die Ankündigungen ihres Besuches in den letzten Tagen ausgesehen hatten. Die Stadt war wirklich prächtig geschmückt und interessanterweise nahezu ausschließlich im antiken Baustil gehalten. Sowohl Garon als auch Irina sagte er sehr zu, auch wenn sie sich ein wenig darüber wunderten, da er sich ein wenig mit der voranschreitenden Industrialisierung und Modernisierung biss.
"Unser Volk ist sehr gastfreundlich müsst ihr wissen und es war mir eine Herzensangelegenheit euch den Empfang zu bereiten, den ihr verdient habt und deshalb ließ ich die Presse in den letzten Tagen ausführlich über euch berichten. Auch um unangenehme Verwechslungen mit dem Wolfspakt zu vermeiden." Dany atmete kurz durch und schaute in die fragenden Gesichter von Garon und Irina. "Verzeiht mir, das ist eine alte Geschichte zu Anfang meiner Regentschaft. Eine wilde Sekte, deren Anhänger sich mit Wolfsfällen bedeckten bedrohte damals den Norden. Rom, Massalia und viele andere bis dato unabhängige Stadtstaaten ersuchten gegen sie meinen Schutz, weil Troja nach seinem Sieg über Mykene die regional stärkste Macht darstellte. Wir mussten diese Fanatiker schließlich militärisch besiegen. Als sie Massalia belagerten gab es keine Alternative dazu." Während sie aufpassen musste nicht alte Erinnerungen hochkommen zu lassen - ritt sie doch damals auf Drogons Rücken selber über das brennende Schlachtfeld und hatte sie zuvor in Rom das Messer eines von Greywolfs Assassinen vor der Nase. Nein, der heutige Tag ist zu schön um an so was zu denken.
Schon bald erreichten sie Daenerys' Kaiserresidenz. Einen prächtigen Palast, dessen hohen Mauern, Dächer und Türme sich hoch über der Stadt erhoben. Sie passierten das große Haupttor und auf sie wartete im Inneren des Hofes ebenfalls eine große Gardeabteilung, die mit Fackeln, statt Gewehren und Standarten, ausgerüstet war. Hinter den Soldaten standen noch mehr Menschen, Palastbedienstete - Stallburschen, Diener Handwerker, Küchenjungen, Beamte Höflinge etc. Sidon, einer ihrer getreuesten Leibwächter öffnete die Türe ihre Limousine und nach und nach stiegen sie alle aus. "Kommt, ich bin mir sicher ihr habt Hunger oder wollt ihr euch zuerst etwas frisch machen? Wenn ja wird euch meine Zofe Doreah zu euren Gemächern führen." Die gerade Genannte trat hervor und vollzog einen Knicks vor ihnen.
Die Fahrt mit der Limousine hatte ausgereicht, um den König wieder zu Kräften kommen zu lassen. Zudem wollte er sich vor der römischen Kaiserin, dem 17-jährigen Mädchen, keine Blöße geben indem er wie ein alter Mann wirkte, der alle paar Minuten eine Ruhepause brauchte. Auch wenn er sich zuweilen so fühlte. Das gebot ihm einfach sein Stolz.
Irina wollte schon zu sprechen anheben und das Angebot annehmen, da kam ihr Garon auch schon zuvor "Das Angebot ist sehr freundlich, aber wir sind beide noch ausgeruht genug um sofort zur Tafel schreiten zu können, ihr wisst ja wie das Essen auf langen Reisen so sein kann. Ich hätte vielleicht besser im Kerker als im Flugzeug frühstücken sollen." scherzte der König. Daraufhin begrüßte das königliche Paar die ihnen soeben vorgestellte Zofe, denn mit ihr würden sie sicher auch noch mehrfach zu tun haben, während sie hier verweilten.
Der König nahm sich einen Moment um über die Prächtige Architektur des Schlosses zu staunen. Ein ganzes Vermögen steckte im Bau und Unterhalt dieses Schlosses und er fragte sich, wie lange man Feron von diesem Geld unterhalten könnte.
Als der König zusammen mit der Kaiserin schon einige Schritte vorausgegangen war, wartete Irina noch einen Moment, bevor sie sich an die Zofe wandte. "Tut mir bitte einen Gefallen und sorgt dafür, dass mein Gemahl heute nicht mehr als einen Krug Bier oder vergleichbares erhält, er darf auf ärztliche Anweisung nicht mehr zu sich nehmen. Auch wenn er gern das Gegenteil behauptet." Nachdem diese Worte ausgetauscht waren, ging sie weiter.
Weiter vorn sprach König Garon mit Daenerys "Eine Frage, wenn ich sie mir erlauben darf: Wie geht es eurem Nachwuchs so? Man hört natürlich immer wieder etwas, aber man kennt die Presse ja.“
"Natürlich fragt nur. Meiner Rhaenys geht es ausgezeichnet und sie bereitet mir viel Freude, mein kleiner Sonnenschein." Auch, wenn ich dank ihr eher selten durchschlafe. Bei diesem Gedanken musste sie aufpassen nicht zu kichern. "Wenn ihr wollt könnt ihr sie später nach dem Fest selber sehen. Vielleicht habt ihr Glück und sie ist dann noch wach."
Wie es ihre Gäste wünschten begaben sie sich sogleich zu der festlich geschmückten Tafel. Obwohl in Troja die Nahrungsversorgung zwar nicht mehr heikel, aber dennoch leicht angespannt war, konnte die Kaiserin sich nicht lumpen lassen und musste ihren Gästen ein größeres Gelage auftischen. Sie wusste noch von ihrem Besuch in Feron, dass die Feroner eine sehr fleischhaltige Kost bevorzugten. Also ließ sie ihnen auch viel davon servieren: Über Holzkohle gegrillte Puten- und Rindfleischspieße – manche mit scharfen Schoten und gegrilltem Gemüse verfeinert, manche pur und medium gebraten, weil die Feroner es auch etwas blutig mögen. Filetsteaks, in einer würzigen Buttersoße eingelegte Wachteln und etwas von dem akmorischen Greifenfleisch, welches sie kurz vor der dortigen Konferenz gemeinsam mit Rhea zum ersten Mal aß. Diese und weitere Gerichte wurden serviert. Garon I. und seiner Gemahlin Irena schienen die Speisen zu schmecken, nur Dany stocherte teilweise recht unbehaglich in ihrem Teller rum.
„Es schmeckt wirklich vorzüglich, werter Kaiserin. Eure Köche haben sich große Mühe gegeben. Auch wenn die Beilagen bisweilen recht scharf sind.“
„Nun ich gebe das Kompliment gerne weiter.“
„Warum isst ihr so wenig? Seid ihr so viel Fleisch nicht gewohnt?“ Es schien auch Irena klar zu sein, dass Daenerys für gewöhnlich ausgewogenere Mahlzeiten zu sich nahm. „In der Tat esse ich für gewöhnlich nicht so viel Fleisch, aber das ist es nicht. Wenn ihr mich so fragt will ich offen sein. Troja ist gerade nur knapp einer Hungersnot entkommen und es gibt hier und dort gewisse Engpässe. Ich habe ein schlechtes Gewissen bei dem Anblick unserer reichlich gedeckten Tafel, während die Versorgung des Volkes nicht sicher gestellt ist. Das dürfte uns auch zu den politischen Themen führen so fürchte ich.“ Hierbei muss erwähnt werden, dass dies kein privates Festmahl für Daenerys und ihre Besucher war. Wie für gewöhnlich scharte sich der komplette Hofstaat unterhalb der kaiserlichen Tafel und sie alle bekamen das Gleiche zu essen. Dazu reichlich Wein, Bier, Marihuana und natürlich Tänzer, Gaukler, Musiker, Mimen und Narren zur Unterhaltung.
Das Essen schmeckte den Gästen aus Feron tatsächlich vorzüglich und sie hielten sich bei den Speisen auch nicht zurück. Der König selbst hatte zwar noch nicht zu seinem alten Appetit gefunden, aß aber auch eine recht gute Portion. Ihrer wölfischen Abstammung gemäß hielten sich die Feroner eher auf der carnivoren Seite der Nahrungsaufnahme. Garon bemerkte zwar, dass es der Kaiserin nicht so zuzusagen schien, allerdings sagte er dazu zunächst nichts. Er wusste, dass Menschen und nicht zuletzt die Kaiserin weniger Fleisch aßen, wie er ja auch mitbekommen hatte, als sie bei ihnen zu Gast war. Damals hatten sie die Köche beauftragt extra große Portionen an Obst und Gemüse aufzutragen und das Fleisch extra lange zu braten und zu kochen, um dem Geschmack der Besucher gerecht zu werden.
Ein wenig missgelaunt schaute er auf seinen einsamen Bierkrug. Einen Moment lang verfluchte er seine Frau dafür so sehr auf ihn achtzugeben, bevor er sich an die Kaiserin wendete.
"Ich glaube ich verstehe was ihr meint. Wie ihr wisst, ist es auch für uns nicht leicht gewesen, bevor wir das Joch der Barbaren nach vielen Jahren abschütteln konnten. Ich bin der Meinung, dass es alles andere als eine gute Politik von Flores ist, Nahrungsmittel als politisches Druckmittel zu nutzen und so mit einer Ernährungskrise, welchen Ausmaßes auch immer, zu drohen. Ich habe diesbezüglich schon mit meinen Ministern und dem Parlamentspräsidenten gesprochen und sowohl wir..." bei diesen Worten machte er eine Geste, welche seine Frau und sich umfasste, "...als auch die große Mehrheit des Parlamentes sind dafür uns in diesem Konflikt gegen die floresische Politik zu stellen. Da wir auch weiterhin an festen politischen als auch an festen wirtschaftlichen Banden interessiert sind, wären wir bereit im Falle eines Falles eure an unser Land grenzende Kolonie mit günstigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Das Königreich Feron schwimmt zwar nicht gerade im Geld. aber der neuerliche technologische Entwicklungsschub gibt uns einen gewissen Auftrieb." erklärte der König mit fester Stimme
"Ihr seid ein edler Monarch und ein guter Freund unseres Volkes, seid euch meiner Dankbarkeit gewiss. Es würde unsere Position im Falle einer Eskalation mit Flores stärken, wenn die Versorgung unserer nördlichen Kolonie gewährleistet ist. Ich gebe zu ich habe auch mit einem gewissen Hintergedanken eine zweite Kampfflotte nach Odysseia verlegen lassen. Ich möchte keinen Krieg, andernfalls hätte ich ihn schon längst haben können. Aber nur solange Flores nicht wieder zur alten Härte der Beschränkungen zurückkehrt, kann ich ihn vermeiden. Falls dem Rat ein plötzlicher Sinneswandel überkommt, möchte ich vorbereitet sein. Nun mit Ferons Unterstützung können wir weiteren diplomatischen Druck auf Flores ausüben nicht wieder alles zu verschärfen. Die derzeitige Situation ist bescheiden, aber langfristig wird Flores verlieren und nicht wir, weil wir unsere Landwirtschaft nun ebenfalls modernisieren und ausbauen. Bisher hatte das Imperium gezwungenermaßen andere Prioritäten.
Inwieweit wärt ihr an einer Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen interessiert? Habt ihr euch schon Gedanken über diese wie Pilze aus dem Boden sprießenden Wirtschaftsunionen gemacht?" fragte sie nicht ohne Hintergedanken.
"Ja, in der Tat, ich habe lange und gründlich über die verschiedenen Möglichkeiten nachgedacht, denn tatsächlich sind mehrere Parteien an uns herangetreten. Da ich selbst denke, dass diese Wirtschaftsunionen eine längerfristige Bedeutung in der Weltpolitik haben werden, habe ich mir die Entscheidung nicht zu einfach gemacht." erklärte er der jugendlichen Kaiserin seine Meinung zu der ganzen Sache. "Wegen der Lage und der Beziehungen Ferons hätte mehr als eine Union für uns Sinn gemacht. Aufgrund der jüngeren politischen Entwicklungen und da Feron mit Troja enge wirtschaftliche Beziehungen unterhält, habe ich mich für die eure Union entschieden. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie sich unsere Wirtschaft über ein solches Abkommen freuen würde." fügte der König den letzten Satz noch hinzu, als er an sein letztes Gespräch mit den führenden Wirtschaftsvertretern seines Reiches zurückdenken musste.
"Ich möchte allerdings noch Rücksprache mit dem Parlament halten, auch wenn ich mir der Mehrheit sicher bin. Rein rechtlich bin ich zwar in der Lage solche Verträge allein zu schließen, aber ihr kennt das ja: Im Falle eines Falles ist es immer besser sich mit den Leuten gut zu stellen, welche euch vom Thron stoßen oder schlimmer noch, eure Gesetze zunichte machen können." scherzte Garon bevor er einen Schluck aus seinem Bierkrug nahm.
"Ich persönlich begrüße es übrigens, dass ihr den Konflikt diplomatisch lösen wollt. Was mich aber noch interessiert: Was sind eure nächsten Schritte, denn wie wir alle Wissen: Wahrscheinlich kann es sogar Feron mit Flores militärisch aufnehmen, aber sie sind eine Wirtschaftsmacht, welche nicht allein agiert. Und auch die besten Reformen brauchen Zeit, das weiß ich aus Erfahrung." fragte der König eher interessiert als kritisch.
"Ein Beitritt eurer Nation zu unserem Wirtschaftsraum würde Troja als auch das gesamte Imperium bereichern. Zu gerne werde ich alles dafür notwendige ebenfalls in die Wege leiten. Zwar bin ich mir sicher, dass Byzanz nicht widersprechen wird, aber auch ich muss zunächst Rücksprache halten. Es wäre nicht gut einen meiner wichtigsten Verbündeten zu verärgern.
Wie mir nicht entging machte euer Land in jüngster Zeit auch große Fortschritte und, wenn ihr erst einmal Teil des römischen Wirtschaftsbundes seid, werden sie sich noch vergrößern. Das verspreche ich euch."
Die zweite Frage ließ sie erst einmal ein paar Sekunden im Raum stehen. Gerade wollte sie einem Pagen zurufen ihr Wein nachzuschenken, aber dann fiel ihr wieder ein, dass sie noch stillte und deshalb verzichtete sie auf den verlockenden roten Tropfen und ließ sich deshalb nur frischgepressten Kokosnusssaft einschenken. Kokosnüsse wuchsen in ihren westlichen Kolonien und werden seit kurzem ins Imperium importiert. "Ihr stellt mir eine äußerst gute Frage. In der Tat brauchen Reformen ihre Zeit, was uns im Gegensatz zum floresischen Rat bewusst ist." Diesen kleinen Seitenhieb konnte sie sich nicht verkneifen. "Und ich will auch keinesfalls die wirtschaftliche Stärke von Flores in Frage stellen. Die muss ich ihnen zugestehen, aber auch wir haben unsere Trümpfe ausgespielt. Phönizien und Akmora sind beispielsweise Länder, die zwar Flores politisches Anliegen verstehen, aber keinesfalls seine Methoden gut heißen. Eine erneute Einschränkung des Handels würde beide Länder in unser Lager treiben und das würde es uns ermöglichen Flores selber zu isolieren und mittels Drohgebärden zur erneuten Rücknahme zu zwingen, ehe unsere Vorräte zu Neige gehen." An den Blicken des Königs erkannte sie, dass sie die Frage wohl etwas missverstanden hat. "Verzeiht mir, manchmal bin auch nicht ganz bei mir. Ihr wollt erfahren wie ich gedenke einen von Flores losgetretenen Wirtschaftskrieg abseits der Sanktionen zu überstehen. Derzeit bemühe ich mich darum möglichst viele Partner für unsere Position zu gewinnen. Euch, Phönizien und ich werde sogar mit Mirtan sprechen, welches glaub ich auch mit einem floresischen Embargo belegt wurde und ihnen deshalb nicht wohlgesonnen sein dürfte. Snaringen und Flores verbindet einzig eine Erbfeindschaft, zugleich taute das Verhältnis zwischen Troja und Snaringen dank den Akai wieder auf. Nicht zu vergessen haben wir Byzanz an unserer Seite und Cuiviniens starke wirtschaftliche Verflechtungen in Troja macht es ihm auf kurze Sicht unmöglich einem Wirtschaftskrieg gegen uns beizutreten. Zunächst würde es sie noch härter treffen als uns, deshalb wird Cuivinien bei allen Unterschieden nichts gegen uns unternehmen, solange ich nicht etwas aus ihrer Sicht völlig inakzeptables tue. Und das gedenke ich nicht zu tun. Britannia ist in Flores' Bund, aber sie stehen noch aufgrund unserer und eurer Hilfe im Drakonienkrieg in unserer Schuld. König Konrad erscheint mir ehrenhaft genug dies auch ohne Erinnerung zu bedenken. Ich erhoffe mir deshalb auch einen mäßigenden Einfluss Britannias auf die Hitzköpfe in Flores. Wie ihr seht habe ich mir schon tiefgreifende Gedanken zur außenpolitischen Konstellation gemacht."
Während Kaiserin Daenerys erklärte wie sie zu handeln gedachte, nickte Garon leicht nachdenklich. Das war es, worauf er abgezielt hatte. "Das hört sich für mich gut an und ich denke auch, dass wir mit König Konrad jemanden an Flores Seite haben, mit dem es sich in diesem Wirtschaftskrieg gut reden lassen wird. Ich habe ihn immer als einen vernünftigen und aufgeschlossenen Mann kennen gelernt. Da er sein Volk durch schwere Zeiten führen musste, wird ihm sicher auch daran gelegen sein, einen ausufernden Konflikt zu vermeiden. Auch ist König Konrad ein Mann, der es geschafft hat, seine Leute aus einer Katastrophe zu den Anfängen neuen Wohlstands zu führen. Ich denke, dass man mit ihm rechnen muss." meinte der König und nahm erneut einen Bissen von seinem Teller.
"Entschuldigt die Frage," begann dieses Mal die Königin zu sprechen, welche bisher nur zugehört hatte. "Aber durch den Konflikt mit Flores angeregt ist euer Rechtssystem ebenfalls in den Fokus gerückt. Nun bin ich keine Expertin für das Recht eures Reiches, aber ich habe sehr wohl bemerkt, dass ihr durchaus im Bestreben seid Reformen vorzunehmen dies zu ändern, was ich sehr begrüße. Doch es würde mich sehr interessieren, was für Reformen euch vorschweben." fragte die Königin neugierig
"Ich kann mich noch zu gut an die Zeit unserer Staatsgründung erinnern. Mein Mann hat lange schlaflose Nächte damit verbracht, mit den verschiedensten Vertretern unseres Volkes die Verfassung und die Gesetzeswerke zu diskutieren. Wenn es den Leuten an ihre Privilegien geht, dann werden sie empfindlich, insbesondere wenn sie volle Brieftaschen haben." fügte Irina hinzu und musste an das Gefeilsche bezüglich einer Änderung der Steuern vor wenigen Monaten denken, als sie die Verhandlungen leiten musste. Sie fragte sich, wie ihr Mann dies auf Dauer so gut durchhielt.
„Wie ich sehe teilt ihr meine Einschätzung. Gut ich mag in den Augen vieler noch jung und unbedarft erscheinen, aber wenn erfahrenere Monarchen, wie ihr es seid, sich meiner Position anschließen, unterstreicht es nur umso mehr ihre Richtigkeit.“ Danach hörte Dany sich in aller Ruhe Königin Irenas Frage an. „Eine wahrlich berechtigte Frage. Zwar mag die Verfassung des Römischen Reiches mir mehr Macht und Befugnisse einräumen, als es die feronische eurem Mann tut, aber auch ich bin gewissen Zwängen unterworfen. In der Tat gibt beziehungsweise gab es für eine Rechtsreform zwei große Hindernisse.
Zum einen die technologische Rückständigkeit. All die modernen Praktiken und technischen Möglichkeiten, die vorm großen Verhängnis zur Verfügung standen, haben wir nicht.“ Dany schaute nun etwas verstohlen auf ihren Teller, so als würde es ihr schwerfallen das Nächste vorzubringen. Glücklicherweise nahm Varis ihr diese Bürde ab. „Meine Kaiserin wollte ausdrücken wir hatten keine andere Möglichkeit als auf bewährte, aber auch brutale Methoden zurückzugreifen. Viele Feinde forderten Troja heraus, in den nördlichen Königreichen stehen sich ehemalige Sklaven und Sklavenhalter zum Teil feindselig gegenüber, vielerorts herrschte und herrscht eine organisierte Kriminalität. Wir hatten bisher keine andere Wahl als oftmals mittels strenger Verhöre die Wahrheit herauszufinden. Jetzt jedoch...“ Er zwinkerte seiner Kaiserin zu und gab den Ball somit an sie zurück. „Jetzt jedoch schreitet der Fortschritt immer mehr voran. In Ländern wie Cuivinien gibt es Möglichkeiten mittels DNA-Proben und medizinischen Untersuchungen den Täter zweifelsfrei zu ermitteln. Die Spurensicherung kann Hinweise feststellen, was uns einfach noch nicht möglich war. Ich plane die trojanischen und römischen Sicherheitskräfte mit modernem Equipment zu versehen und im gleichen Atemzug die Folter weitgehendst abzuschaffen. Weitgehendst, denn gerade im Bereich des organisierten Verbrechens ist es auch mit diesen Mitteln alleine schwer die komplette Organisation hochzunehmen, ohne bereits ergriffene Mitglieder zum reden zu bewegen. Das versteht sich, dennoch ginge der Gebrauch dieser schrecklichen Praktiken sehr stark zurück. Das lässt sich leicht durchsetzen, sobald die Polizei die nötige Ausrüstung erhalten und auch im Umgang mit ihr geschult wurde.
Schwieriger wird es da schon bei der von mir geplanten Gerichtsreform, denn jene hängt nicht nur von technischen Bedingungen ab. Vor allem im ländlichen Raum, aber selbst in vielen Städten kontrolliert der Adel die Gerichte oder besser gesagt stellt die Gerichtsbarkeit. Ich habe selber während meines Besuchs in Latium erlebt, wie sie in Streitfällen Angehörige ihres eigenen Standes bevorzugen. Leider stellt der Adel in seiner Gesamtheit einen nicht zu unterschätzenden Machtfaktor dar. Eine Revolte könnten wir niederschlagen, weil ich in den letzten Jahren stetig das kaiserliche Heer ausbauen und die Kontingente des Adels beschränken ließ. Ein Blutvergießen unter meinem eigenen Volk will ich dennoch unter allen Umständen vermeiden. Deshalb führen wir derzeit Gespräche mit wichtigen und einflussreichen Adligen und versuchen jene von meinen Reformvorhaben zu überzeugen. Fürst Tysites von Pergamon konnte ich dafür bereits gewinnen.“
Nun unterbrach der bereits angetrunkene Troilos seine Monarchin. „Mein Vater ist hicks ... mit Verlaub er ist ein Riesenarsch!“ lallte er laut vor sich hin, hob sein Weinglas zum Prost und kippte es hinunter. Garon und Irena sahen ihn ungläubig an. „Verzeiht meiner Rechten Hand. Er ist ein sehr guter Ratgeber, aber auf Festen trinkt er für gewöhnlich zu viel Wein.“ Leider nicht nur da. fügte sie in Gedanken hinzu. „Was auch immer Fürst Tysites sein mag, er war gegen Zugeständnisse meinerseits bereit meine Vorhaben zu unterstützen und sich in seinen Kreisen für sie auszusprechen. Dafür habe ich ihm im Gegenzug ein größeres Truppenkontingent zugestanden und, was mir nicht leicht fiel..., versprochen im Erfolgsfall ihm Sardes zum Vasallen zu geben. Bisher war die Stadt ein direkter Vasall der Krone, aber ich brauchte Tysites' Fürsprache in seinen Kreisen. Somit wird es keine Revolte des Adels geben und ich kann meine Pläne umsetzen. Dafür ist Sardes ein kleiner Preis."
"Da muss ich ihnen recht geben, ein solches Geschäft ist wesentlich besser als ein Blutvergießen eines größeren Ausmaßes." erwiderte Irina und nickte zustimmend. "Wir hatten in dieser Hinsicht den Vorteil, dass wir bisher nie Reformen dieser Art durchsetzen mussten, aber ich erinnere mich noch gut an die Einführung der Gesetze zum Verbot der Kinderarbeit. Beinahe sämtliche Industriellen und nicht geringe Teile der Arbeiterschaft sind dagegen Sturm gelaufen. Auch wenn sie völlig verschiedene Motive hatten, so habe ich sie noch nie zuvor so vereint gesehen. Zum Glück waren die Kinderschutzgesetze sehr im Interesse der sozialistischen Fraktion, so dass sie uns dabei unterstützte die Arbeiterschaft von diesem Gesetz zu überzeugen. Die Wirtschaft selbst haben wir dann schließlich zu ihrem 'Glück' gezwungen. Ich hätte es einfach nicht weiter ertragen können, dass Kinder die 6 Jahre alt sind, 16 Stunden täglich in der Fabrik schuften, anstatt in die Schule zu gehen." erklärte die Königin und man merkte ihr an, dass dies ihr eine Herzensangelegenheit sein musste.
"Ich glaube wir sollten dem guten Troilos bei Gelegenheit einige Flaschen feronischen Bieres zukommen lassen. Ich bin mir sicher, dass sie nach seinem Geschmack sein werden." meinte Garon. Da Feroner in aller Regel einiges mehr vertrugen als Menschen, war normales feronisches Bier eher Starkbier und auch von äußerst guter Qualität. Garons Ansicht nach musste Troilos entweder sehr kompetent sein oder über erheblichen Einfluss verfügen, damit die Kaiserin seine Trunkenheit duldete. Laut sagte er jedoch: "Ich bin mir sicher, dass Troilos ein guter Berater ist, wenn er nicht gerade dem Alkohol zuspricht."
Nun aber zurück zum eigentlichen Thema: In Verbindung mit einer geplanten Militärreform planen wir wirtschaftliche Investitionen, um die erhöhten Ausgaben auch tragen zu können. Wir denken darüber nach, eine größere Summe in Britannia zu investieren. Da Feron und Britannia seit jeher gute Kontakte pflegen, könnte dies unserer Sache sehr dienlich sein."
Kaiserin Daenerys zeigte sich gegenüber den Plänen für Investitionen in Britannia offen. Jedoch merkte sie an diese erst nach dem offiziellen Beitritt Ferons zum römischen Wirtschaftsraum durchzuführen. Somit erschiene auch das Römische Reich als Ganzes in einem besseren Licht. Im Gegenzug bot sie Garon I. an einen Teil der Kosten zu übernehmen.
Ratsherr Troilos mag zwar betrunken gewesen sein, auch wenn nach seinen eigenen Maßstäben nicht genug, trotzdem arbeitete sein Gehirn noch und er sprach etwas an, was im Interesse seiner Familie und indirekt auch des Imperiums lag. Vor Garons Erkrankung wurden erste informelle Gespräche über einen Einstieg des Hauses der Lannoniden in den noch jungen feronischen Goldabbau begonnen und an jene knüpfte er lallend an. Obwohl vor allem Irena noch ihre Bedenken hatte, sagte Garon schließlich zu. Troilos freute sich, konnte er zumindest einmal den hohen Ansprüchen seines Vaters gerecht werden und das in seiner Funktion als betrunkene Rechte Hand der Kaiserin. Das wiederum würde Pergamon noch enger an das Kaisertum binden.
Zu später Stunde wurde es in der Festhalle ruhiger, obgleich die gekrönten Häupter aufgrund ihrer vertieften Gespräche und Troilos aufgrund seiner Trunkenheit sowieso nicht viel davon mitbekommen haben. Letzterer lag auch mittlerweile mit dem Kopf auf dem Tisch inmitten einer Weinlache und schnarchte leise vor sich hin.
"Ich glaube wir haben heute alles wichtige besprochen und sind zu Ergebnissen gekommen, mit denen sowohl das Römische Reich als auch Feron zufrieden sein können." Dany trank derzeit keinen Alkohol und Garon I. und seine Gemahlin Irena nur sehr wenig. Von dem her waren sie alle noch im vollen Besitz ihrer geistigen Kräfte und Irena erinnerte Dany an ihr Versprechen ihnen ihre kleine Tochter zu zeigen. Eigentlich wollte sich die Kaiserin für heute Nacht verabschieden und ins Bett legen und sie glaubte auch, dass Rhaenys bereits selig schlummerte, aber nichtsdestotrotz führte sie ihre feronischen Gäste in die kaiserlichen Gemächer und dort gerade zur Wiege der kleinen Kronprinzessin.
Aus dem Schlafzimmer der Prinzessin hörten sie schon das Babygeschrei, womit Dany sich schon einmal in einem Punkt geirrt hatte. Ihre Mutterinstinkte ließen sie schnell die Tür aufstoßen und als erstes in den Raum treten. "Sie hat eigentlich schon geschlafen und dann wurde sie wach und schrie. Ich habe versucht sie wieder in den Schlaf zu wiegen, aber bisher zwecklos." klagte eine gerade etwas überforderte Irri, die es jetzt wohl bereute der Amme heute freigegeben zu haben. "Gib sie mir, ich kümmere mich darum." Dany nahm ihre kleine Prinzessin in die Arme, wiegte sie sanft hin und her und beruhigte das Kind so allmählich. "Alles ist gut, ich bin bei dir. Schschsch..." Rhaenys hörte auf zu heulen und strahlte Dany an. Das Mädchen genoss es sichtlich in den Armen ihrer Mutter zu liegen und lehnte ihren kleinen Kopf gegen Danys Brüste. Jene wandte sich nun wieder ihrem Besuch zu. "Seht sie euch an, aber seid bitte leise. Sie soll nicht wieder aufgewühlt werden." Nun hätte man vielleicht erwarten können, dass der ungewöhnliche Anblick von Werwölfen diesen Effekt hat, aber nicht bei Rhaenys. Sie hatte schon Drogons, Rhaegals und Viserions Schnauzen vor Augen und erschrak sich von daher nicht so schnell. Irena jedenfalls verliebte sich in die Kleine sofort und fragte Dany, ob sie sie kurz halten könne, was die Kaiserin auch mit ein wenig Unbehagen erlaubte. Ihre Befürchtungen blieben aus und Rhaenys schien sich bei der feronischen Königin ebenfalls wohlzufühlen. Jedenfalls sang Dany ihr noch ein altes valyrisches Schlaflied vor, welches sie noch von ihrem Bruder Hektor kannte. Jener sang es ihr immer vorm einschlafen vor, als sie noch ein kleines Mädchen war. Nachdem ihre Tochter schlummerte, verabschiedete sie sich von ihren Gästen und wünschte ihnen eine geruhsame Nacht. Doreah begleitete Garon und Irena wieder auf ihre Gemächer, während Dany so die Müdigkeit überkam, dass sie sich noch komplett angezogen ins Bett fallen ließ.
Die nächsten zwei Tage nutzten König Garon und Königin Irena dazu Troja zu erkunden, wobei die Kaiserin sich ihnen als Reiseführerin zur Verfügung stellte. Von den berühmten Rennbahnen bis hin zur Drachenkuppel und dem Hektor-Mausoleum sahen sie alles. Auch den sagenumwobenen trojanischen Kriegshafen, was keine Selbstverständlichkeit war und unterstreichte, wie sehr Daenerys I. ihren Gästen vertraute. Zu jenem haben abgesehen von Marineangehörigen nur sehr wenige Personen zutritt.
Als die Zeit für die Heimreise anbrach schien Garon es sogar zu bedauern jetzt wieder ins Flugzeug steigen zu müssen und Daenerys konnte sich sogleich auf ihren nächsten wichtigen internationalen Termin vorbereiten.
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In Zusammenarbeit von Kreton und meiner Wenigkeit geschrieben.