Nunja...
Also es ist durchaus ein nettes Spiel, das dem Spieler beim Vorgehen relativ viele Freiheiten lässt. Egal ob das nun die Entscheidung ist, ob ich lieber lautlos durch die Level schleiche oder mich einfach mit dem Sturmgewehr im Anschlag durch die Reihen baller, oder ob es in den Gesprächen ist. Das regt natürlich sehr dazu an, es mehr als nur einmal durchzuspielen. Nur an einigen wenigen Stellen sind die Entscheidungen, vor die man gestellt wird, etwas merkwürdig.
Achtung Spoiler:
Zudem sind die Dialoge (wenn auch nur auf Englisch, aber was solls) gut vertont worden und - auch wenn die Charaktere im Spiel oft hölzern wirken (aufgrund der "tollen" Animationen) - Gefühle werden recht gut rübergebracht.
Die Story ist durchaus gelungen, wenn auch sie sicher keinen Innovationspreis gewinnen wird. Teilweise ist sie vorhersehbar, an anderen Stellen hält sie aber doch die ein oder andere Überaschung bereit. Das Ende fand ich etwas enttäuschend - aber vielleicht muss ich das Spiel einfach nochmal durchspielen um ein anderes, vielleicht total bombastisches Ende zu sehen
Leider krankt das Spiel deutlich an einigen unschönen Bugs und Makeln.
Teilweise gibt es Probleme mit dem Motionblur (übrigens mMn ein selten dummer Effekt, so wie er teilweise in Spielen eingesetzt wird). Dann gibt es, wie ich in dem anderen Beitrag schon geschrieben hab andauernd Hänger. Die Gegner spawnen nämlich, anstatt von Anfang an im Level zu sein. Sprich: Gegnergruppe erledigen, weitergehen, Nächste Gegnergruppe spawnt. Ist schön zu beobachten, wenn man Stealth ausreichend skillt womit Awareness dann dauerhaft aktiv ist und man die Gegner auch durch Wände anhand eine Dreiecks sieht. Genau beim spawnen kam es bei mir immer zu fiesen Hängern - An der Hardware kann es definitiv nicht liegen so wie das Spiel aussieht (nichts für Grafikfetischisten). Das Spawnen der Gegner führt ausserdem dazu, dass beim Laden oftmals die Gegner nicht korrekt mitgeladen werden. Gegner sind oft nicht an Ort und Stelle und spawnen dann mitunter in den ungünstigsten Situationen hinter einem.
Die Spawn-Ruckler sind vorallem dann nervig, wenn Gegner während eines Kampfes hinzu kommen - so wie oftmals während einem Alarm oder eigentlich während jedem Bossfight, was die Sache teilweise unnötig frustig gemacht hat. Das Spawnen beim Alarm ist ausserdem manchmal wirklich dumm gemacht, denn die Verstärkung steht dann oftmals plötzlich in einer Ecke in die sie sich bestimmt nicht hat schleichen können. Achja - hab ich erwähnt, dass die KI teilweise aussetzer hat wodurch es passiert, dass sich Gegner ohne Gegenwehr einfach um die Ecke bringen lassen oder einfach mal an Ecken hängen bleiben?
Abseits der Spawnproblamtik ist ausserdem das Steuern durch den Computer, der einem in seinem Safehouse zur Verfügung steht um eMails zu checken oder Equipment zu kaufen, ziemlich nervig. Auch hier dauert es teilweise eine gefühlte Ewigkeit bis die gewünscht Aktion nach einem Klick auch wirklich durchgeführt wird. (Und ja, die Probleme habe nicht nur ich)
Nebenmissionen sucht man übrigens vergebens. Man kann sich nur bei den meisten Missionen "Sidequests" erkaufen, die aber meist auch nicht über das Hacken eines Computers hinaus gehen. Die Minispiele, die beim Knacken von Schlössern oder hacken von PCs gelöst werden müssen, sind übrigens verkraftbar und längst nicht so nervig wie ich es zum Beispiel bei MEII empfand. Nur das Hacken ist gewöhnungsbedürftig, aber auch nicht dramatisch. Man hat den Dreh sehr schnell raus.
Das Inventar - wenn man es so nennen kann - ist übrigens auch relativ gut gelöst. Sammeltrieb entsteht aber zu keinem Zeitpunkt. Rüstungen und Waffen muss man sich in den meisten Fällen erkaufen. Nur Munition und Upgrades für Waffen und Rüstungen findet man hier und da in den Levels verstreut.
Fazit:
Wer über die Fehler und die altbackene Grafik hinweg sehen kann, hat mit Alpha Protocol sicher Spass. Es ist für ein Rollenspiel leider Gottes etwas kurz geraten, wie ich finde. Ich glaube mehr als 10 Stunden habe ich gewiss nicht gebraucht um es durchzuspielen. In der Zeit wird man aber gut unterhalten und es läd ja auch wie gesagt zum erneuten Spielen ein.
Wer Mass Effect gespielt und gemocht hat, kann bei Alpha Protocol denke ich ohne weiteres zugreifen. Der Spielablauf ist ähnlich actionreich, wenn auch die Präsentation natürlich längst nicht so bombastisch ist.



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