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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5806
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 14
    Achtung Spoiler:
    1 In Ikonium gingen sie in derselben Weise (wie in Antiochia) in die Synagoge der Juden und predigten mit solchem Erfolg, daß sowohl von den Juden als auch von den Griechen eine große Zahl zum Glauben kam.
    2 Von den Juden aber reizten die, welche ungläubig geblieben waren, die heidnische Bevölkerung zur Erbitterung gegen die Brüder an.
    3 Dennoch blieben Paulus und Barnabas geraume Zeit dort und predigten freimütig im Vertrauen auf den Herrn, der für das Wort seiner Gnade dadurch Zeugnis ablegte, daß er Zeichen und Wunder durch ihre Hände geschehen ließ.
    4 Da entstand eine Spaltung unter der Bevölkerung der Stadt: die einen hielten es mit den Juden, die anderen mit den Aposteln.
    5 Als aber die Heiden und die Juden im Einvernehmen mit der dortigen Obrigkeit voller Wut den Beschluß faßten, sich tätlich an ihnen zu vergreifen und sie zu steinigen,
    6 entflohen sie, nachdem sie Kunde davon erhalten hatten, in die lykaonischen Städte Lystra und Derbe und deren Umgegend
    7 und setzten auch dort die Verkündigung der Heilsbotschaft fort. 
    8 Nun wohnte da in Lystra ein Mann, der keine Kraft in seinen Beinen hatte; er war von Geburt an lahm und hatte noch niemals gehen können.
    9 Dieser hörte der Predigt des Paulus zu; und als dieser ihn fest ansah und erkannte, daß er den Glauben hatte, der zu seiner Heilung nötig war,
    10 rief er ihm mit lauter Stimme zu: »Stelle dich aufrecht auf deine Füße hin!« Da sprang er auf und ging umher.
    11 Als nun die Volksmenge sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und riefen auf lykaonisch aus: »Die Götter haben Menschengestalt angenommen und sind zu uns herabgekommen!«
    12 Dabei nannten sie Barnabas Zeus und den Paulus Hermes, weil dieser es war, der das Wort führte;
    13 und der Priester des Zeus, der vor der Stadt seinen Tempel hatte, brachte Stiere und Kränze an das Stadttor und wollte mit den Volksscharen Opfer darbringen.
    14 Als die Apostel Barnabas und Paulus das vernahmen, zerrissen sie ihre Kleider, sprangen in die Volksmenge hinein
    15 und riefen laut: »Ihr Männer, was tut ihr da? Wir sind auch nur Menschen von derselben Art wie ihr und verkündigen euch die Heilsbotschaft, damit ihr euch von diesen Verkehrtheiten zu dem lebendigen Gott bekehrt, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin ist, geschaffen hat.
    16 Er hat in den vergangenen Zeiten alle Heidenvölker ihre eigenen Wege gehen lassen,
    17 doch sich durch seine Wohltaten nicht unbezeugt gelassen, indem er euch Regen und fruchtbare Zeiten vom Himmel her gesandt und euch reichlich Nahrung geschenkt und eure Herzen mit Freude erfüllt hat.«
    18 Durch diese Worte brachten sie die Menge nur mit Mühe davon ab, ihnen zu opfern.
    19 Es kamen dann aber Juden aus Antiochia und Ikonium herüber, welche die Einwohnerschaft umstimmten; sie steinigten Paulus und schleiften ihn zur Stadt hinaus in der Meinung, er sei tot.
    20 Als ihn aber die Jünger umringten, stand er auf und ging wieder in die Stadt hinein.
    21 Am folgenden Tage zog er dann mit Barnabas nach Derbe weiter. Sie verkündigten die Heilsbotschaft (auch) in dieser Stadt und kehrten, nachdem sie zahlreiche Jünger gewonnen hatten, nach Lystra, Ikonium und (dem pisidischen) Antiochia zurück.
    22 Sie stärkten überall die Herzen der Jünger, ermahnten sie zu festem Ausharren im Glauben und wiesen sie darauf hin, daß wir durch viele Leiden in das Reich Gottes eingehen müssen.
    23 Sie erwählten ihnen für jede Gemeinde Älteste und befahlen diese unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.
    24 Als sie dann Pisidien durchzogen hatten, kamen sie nach Pamphylien,
    25 wo sie in Perge das Wort (des Herrn) noch predigten; dann zogen sie nach Attalia hinab.
    26 Von dort fuhren sie zu Schiff nach Antiochia, von wo aus sie der Gnade Gottes für das Werk, das sie nun glücklich vollbracht hatten, befohlen worden waren.
    27 Nach ihrer Ankunft beriefen sie eine Gemeindeversammlung und berichteten über alles, was Gott durch sie vollbracht hatte, besonders darüber, daß er den Heiden die Tür zum Glauben aufgetan habe.
    28 Sie blieben sodann noch längere Zeit bei den Jüngern dort.


    Bemerkungen/ Gedanken:


    • Apostel kommen in Stadt, predigen, sind erfolgreich, spalten Bevölkerung, sollen gesteinigt werden, ziehen weiter - I see a pattern here
    • Paulus hat auch die Zauberkraft von Jesus und bringt einen Lahmen zum Gehen.
    • An das Problem hatte ich, nachdem ein Großteil der Handlung im monotheistischen ~Jerusalem gespielt hat, gar nicht gedacht: Die Heiden sind ja noch Polytheisten
    • Witzig - aber irgendwie konsequent und der inneren Logik der Welt gehorchend - finde ich dabei, dass sie Barnabas und Paulus als griechische Götter betrachten. Waren die griechischen Götter zu dem Zeitpunkt noch ein Ding oder waren das Jupiter und Merkur, die aber in der Ecke (Griechenland) die griechischen Namen behalten haben?
    • Durch die Kürze, in der die Steinigung von Paulus abgehandelt wird, hat das etwas comichaftes: Zwei Dudes zerreißen sich die Klamotten weil ein paare andere Dudes ein Tier töten wollen und werden dafür mit Steinen beworfen
    • Nett finde ich das Detail, dass die Juden, die sie umstimmen, aus den Gegenden kommen, wo die Apostel zuvor waren. Die Oppostion wird stärker, die Handlungen haben Konsequenzen
    • Vers 22: "daß wir durch viele Leiden in das Reich Gottes eingehen müssen" finde ich zwar nachvollziehbar angesichts der Tatsache, dass die Jünger überall mit Gewalt fortgejagt werden, impliziert aber diese Haltung, dass das irdische Leben leidvoll sein müsse, um ins Himmelreich einziehen zu dürfen. Ich halte es lieber mit Vicky Leandros
    • Am Ende schließt sich ein Kreis, sie kehren nach Antiochia zurück.


    Das müssten die Stationen gewesen sein (rot hin, blau zurück):


    Bild

    Und so schickt einen Google heute, wenn man die gleichen Stationen zu Fuß machen wollte:

    Bild

    Also wenn mal jemand 16 Tage nix zu tun hat und in der Zeit auf Schlaf verzichten kann...
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  2. #5807
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Das war die erste Missionsreise des Apostel Paulus. Zwei weitere werden folgen.
    Du hast bei deiner Karte Staiontion 8 und 9 durcheinandergebracht, Lystra müsste vor Derbe kommen.

    Diese Städte dort im Inneren Kleinasiens bilden den Südteil der Provinz Galatien. An die Christen dort könnte der Galaterbrief gerichtet sein, der vermutlich bald nach der ersten Missionsreise von Paulus geschrieben wurde.

    Auffällig ist die jüdische Aggression, mit der versucht wird, das Evangelium zu unterdrücken. Hatte Paulus selbst noch bei Stephanus' Steinigung wohlwollend danebengestanden und die Kleider gehalten, ist er jetzt selbt das Opfer und überlebt nur, weil die Steiniger ihn für tot halten. Da ist es verständlich, dass er sagt, man müsse durch Leiden ins Reich Gottes gehen muss. Es steht ja die Frage im Raum: Wenn wir jetzt auch Jesus nachfolgen, machen die das dann auch mit uns?
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  3. #5808
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    Du hast bei deiner Karte Staiontion 8 und 9 durcheinandergebracht, Lystra müsste vor Derbe kommen.
    Stimmt:

    6 entflohen sie, nachdem sie Kunde davon erhalten hatten, in die lykaonischen Städte Lystra und Derbe und deren Umgegend
    [...]
    8 Nun wohnte da in Lystra ein Mann, der keine Kraft in seinen Beinen hatte; er war von Geburt an lahm und hatte noch niemals gehen können.
    [...]
    21 Am folgenden Tage zog er dann mit Barnabas nach Derbe weiter. Sie verkündigten die Heilsbotschaft (auch) in dieser Stadt und kehrten, nachdem sie zahlreiche Jünger gewonnen hatten, nach Lystra, Ikonium und (dem pisidischen) Antiochia zurück.

    Hatte mich schon über den seltsamen Umweg gewundert
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  4. #5809
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 15
    Achtung Spoiler:
    1 Da trugen einige (Gläubige), die aus Judäa (nach Antiochia) herabgekommen waren, den Brüdern die Lehre vor: »Wenn ihr euch nicht nach mosaischem Brauch beschneiden laßt, könnt ihr die Rettung nicht erlangen!«
    2 Als nun dadurch eine Aufregung (in der Gemeinde) und ein heftiger Streit zwischen diesen Männern und Paulus und Barnabas entstanden war, faßte man den Beschluß, Paulus und Barnabas nebst einigen anderen aus ihrer Mitte sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen.
    3 Diese wurden also von der Gemeinde feierlich entlassen und reisten dann durch Phönizien und Samarien, wobei sie (überall) von der Bekehrung der Heiden berichteten und dadurch allen Brüdern große Freude bereiteten.
    4 Nach ihrer Ankunft in Jerusalem wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott durch sie vollführt hatte.
    5 Da traten einige, die zu der Partei der Pharisäer gehört hatten und gläubig geworden waren, mit der Forderung auf, man müsse (die Heidenchristen) beschneiden und von ihnen die Beobachtung des mosaischen Gesetzes verlangen.
    6 So traten denn die Apostel und die Ältesten zur Beratung über diese Frage zusammen.
    7 Nachdem nun eine lange, erregte Erörterung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: »Werte Brüder! Ihr wißt, daß Gott schon vor längerer Zeit mich in eurem Kreise dazu erwählt hat, daß die Heiden durch meinen Mund das Wort der Heilsbotschaft vernehmen und so zum Glauben kommen sollten.
    8 Und Gott, der Herzenskenner, hat selbst Zeugnis für sie dadurch abgelegt, daß er ihnen den heiligen Geist gerade so verliehen hat wie uns:
    9 er hat keinen Unterschied zwischen uns und ihnen gemacht, indem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hat.
    10 Warum versucht ihr also jetzt Gott dadurch, daß ihr den Jüngern ein Joch auf den Nacken legen wollt, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermocht haben?
    11 Nein, durch die Gnade des Herrn Jesus glauben wir auf dieselbe Weise die Rettung zu erlangen wie jene auch.«
    12 Da schwieg die ganze Versammlung still und schenkte dem Barnabas und Paulus Gehör, die einen Bericht über alle die Zeichen und Wunder erstatteten, die Gott unter den Heiden durch sie getan hatte.
    13 Als sie damit zu Ende waren, nahm Jakobus das Wort zu folgender Ansprache: »Werte Brüder, hört mich an!
    14 Symeon hat berichtet, wie Gott selbst zuerst darauf bedacht gewesen ist, ein Volk aus den Heiden für seinen Namen zu gewinnen.
    15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein; denn es steht geschrieben:
    16 ›Hierauf will ich umkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen; ich will ihre Trümmer wieder aufrichten und sie selbst neu erstehen lassen,
    17 damit die Menschen, welche übriggeblieben sind, den Herrn suchen, auch alle Heiden, die mir als mein Volk zu eigen gehören, spricht der Herr, der dieses vollbringt,
    18 wie es von Ewigkeit her kund geworden ist.‹
    19 Deshalb bin ich meinerseits der Ansicht, man solle denen, die aus der Heidenwelt sich zu Gott bekehren, keine (unnötigen) Lasten aufbürden,
    20 sondern ihnen nur die Verpflichtung auferlegen, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Fleisch erstickter Tiere und vom (Genuß von) Blut fernzuhalten.
    21 Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, weil er ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.«
    22 Hierauf beschlossen die Apostel und die Ältesten im Einvernehmen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu wählen und sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, zwei Männer, die unter den Brüdern eine führende Stellung einnahmen.
    23 Durch diese ließen sie folgendes Schreiben überbringen: »Wir Apostel und Älteste senden als Brüder unseren Brüdern, den Heidenchristen in Antiochia, Syrien und Cilicien, unsern Gruß.
    24 Da wir vernommen haben, daß einige aus unserer Mitte zu euch gekommen sind und euch durch Reden beunruhigt und eure Seelen in Aufregung versetzt haben, ohne daß sie einen Auftrag dazu von uns erhalten hatten,
    25 so haben wir in einer Versammlung den einmütigen Beschluß gefaßt, Männer zu erwählen und zu euch zu senden zusammen mit unserm geliebten Barnabas und Paulus,
    26 zwei Männer, die ihre Seele für den Namen unsers Herrn Jesus Christus eingesetzt haben.
    27 Wir haben also Judas und Silas abgesandt, die euch dasselbe auch noch mündlich mitteilen werden.
    28 Es ist nämlich des heiligen Geistes und unser Beschluß, euch keine weitere Last aufzubürden als folgende Stücke, die unerläßlich sind:
    29 daß ihr euch vom Götzenopferfleisch, vom Blutgenuß, vom Fleisch erstickter Tiere und von Unzucht fernhaltet. Wenn ihr euch davor bewahrt, werdet ihr euch gut dabei stehen. Gehabt euch wohl!«
    30 So wurden diese denn verabschiedet und kamen nach Antiochia, wo sie die Gemeinde beriefen und das Schreiben übergaben.
    31 Als jene es gelesen hatten, freuten sie sich über den tröstlichen Zuspruch.
    32 Judas aber und Silas, welche Propheten waren, spendeten auch ihrerseits den Brüdern durch viele Ansprachen Zuspruch und stärkten sie (im Glauben).
    33 Nachdem sie dann einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern in Frieden wieder zu ihren Auftraggebern entlassen.
    34 Silas aber entschloß sich, dort zu bleiben.
    35 Paulus und Barnabas blieben dann in Antiochia, indem sie das Wort des Herrn lehrten und die Heilsbotschaft mit noch vielen anderen verkündigten.
    36 Nach einiger Zeit aber sagte Paulus zu Barnabas: »Laß uns doch wieder ausziehen und in allen Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, uns nach den Brüdern umsehen, wie es mit ihnen steht!«
    37 Nun wollte Barnabas auch den Johannes mit dem Beinamen Markus (wieder) mitnehmen;
    38 Paulus aber hielt es nicht für recht, einen Mann mitzunehmen, der sich (das vorige Mal) in Pamphylien von ihnen getrennt und sie nicht auf das Arbeitsfeld begleitet hatte.
    39 So kam es denn zwischen beiden zu einem hitzigen Streit, infolgedessen sie sich voneinander trennten: Barnabas nahm den Markus zu sich und fuhr zu Schiff nach Cypern;
    40 Paulus dagegen wählte sich Silas zum Begleiter und trat (mit ihm) die Landreise an, nachdem er von den Brüdern der Gnade des Herrn anbefohlen worden war.
    41 Er durchzog (zunächst) Syrien und Cilicien und stärkte die dortigen Gemeinden.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Oh, es geht um Beschneidung. Das wird saftig.
    • Geografisch kehren Paulus und Barnabas nochmal ganz zum Ursprung ihrer Reise und ihres Wirkens zurück. Je wichtiger die Fragen, desto näher an oder in Jerusalem müssen sie beantwortet werden.
    • "der Herzenskenner" (V. 8) ist ein Beiname, denn Gott hier zum ersten Mal erhält. Für Jesus war Gott - logischerweise - immer der Vater. Im alten Testament war er der Herr. Jetzt ist er bei Petrus scheinbar der Herzenskenner. Er wird immer weicher.
    • Egalité (V. 9)
    • Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis Emoticon: tanne
    • Einerseits interessant, wie eine theologische Streitfrage hier erörtet und wie sie begründet wird, andererseits zum Lesen auch etwas fad. Ist das sowas, was der Papst und seine Päpstline in Rom die ganze Zeit über machen?
    • Die Beschlussfassung (V. 23-29) ist auch ultraformell. 5 Verse Einleitung und 1 Vers Content und Grußformel - so sehen Mails heute auch noch aus.
    • Blut darf nicht genossen werden? Trinken die nicht alle Jesu Blut? (V. 20)
    • "Heidenchristen" klingt irgendwie nach ner Beleidigung
    • V. 36: Paulus und Barnabas ist ja ne richtige Bromance - und Barnabas muss alles kaputt machen Emoticon: wtraurig
    • Dafür gibt es jetzt einen Wettbewerb
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  5. #5810
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Da machst du ein Fass auf zwischen Transsubstantiations-, Konsubstantiations- und Symbolikinterpretationen. Das mit dem "Finger weg von Blut" taucht auch später noch mal auf, ist also nicht nur Jakobus' Meinung.

    Spricht aber natürlich bei der Abendmahlfrage für die Symbolikinterpretation.
    Geändert von Mendelejev (30. Oktober 2026 um 17:33 Uhr)

  6. #5811
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Muss aber auch sagen: hab die Apg vor ein paar Monaten erst gelesen (und zuvor nur als Kind irgendwann mal), und die Konflikte der letzten paar Kapitel waren mir gar nicht so stark augefallen - Paulus' Steinigung, das Emoticon: simato zwischen ihm und Barnabas (im Gegensatz zu Barabbas und Barsabbas ) und Markus…

  7. #5812
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Apostelgeschichte 15
    Achtung Spoiler:
    1 Da trugen einige (Gläubige), die aus Judäa (nach Antiochia) herabgekommen waren, den Brüdern die Lehre vor: »Wenn ihr euch nicht nach mosaischem Brauch beschneiden laßt, könnt ihr die Rettung nicht erlangen!«
    2 Als nun dadurch eine Aufregung (in der Gemeinde) und ein heftiger Streit zwischen diesen Männern und Paulus und Barnabas entstanden war, faßte man den Beschluß, Paulus und Barnabas nebst einigen anderen aus ihrer Mitte sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen.
    3 Diese wurden also von der Gemeinde feierlich entlassen und reisten dann durch Phönizien und Samarien, wobei sie (überall) von der Bekehrung der Heiden berichteten und dadurch allen Brüdern große Freude bereiteten.
    4 Nach ihrer Ankunft in Jerusalem wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott durch sie vollführt hatte.
    5 Da traten einige, die zu der Partei der Pharisäer gehört hatten und gläubig geworden waren, mit der Forderung auf, man müsse (die Heidenchristen) beschneiden und von ihnen die Beobachtung des mosaischen Gesetzes verlangen.
    6 So traten denn die Apostel und die Ältesten zur Beratung über diese Frage zusammen.
    7 Nachdem nun eine lange, erregte Erörterung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: »Werte Brüder! Ihr wißt, daß Gott schon vor längerer Zeit mich in eurem Kreise dazu erwählt hat, daß die Heiden durch meinen Mund das Wort der Heilsbotschaft vernehmen und so zum Glauben kommen sollten.
    8 Und Gott, der Herzenskenner, hat selbst Zeugnis für sie dadurch abgelegt, daß er ihnen den heiligen Geist gerade so verliehen hat wie uns:
    9 er hat keinen Unterschied zwischen uns und ihnen gemacht, indem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hat.
    10 Warum versucht ihr also jetzt Gott dadurch, daß ihr den Jüngern ein Joch auf den Nacken legen wollt, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermocht haben?
    11 Nein, durch die Gnade des Herrn Jesus glauben wir auf dieselbe Weise die Rettung zu erlangen wie jene auch.«
    12 Da schwieg die ganze Versammlung still und schenkte dem Barnabas und Paulus Gehör, die einen Bericht über alle die Zeichen und Wunder erstatteten, die Gott unter den Heiden durch sie getan hatte.
    13 Als sie damit zu Ende waren, nahm Jakobus das Wort zu folgender Ansprache: »Werte Brüder, hört mich an!
    14 Symeon hat berichtet, wie Gott selbst zuerst darauf bedacht gewesen ist, ein Volk aus den Heiden für seinen Namen zu gewinnen.
    15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein; denn es steht geschrieben:
    16 ›Hierauf will ich umkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen; ich will ihre Trümmer wieder aufrichten und sie selbst neu erstehen lassen,
    17 damit die Menschen, welche übriggeblieben sind, den Herrn suchen, auch alle Heiden, die mir als mein Volk zu eigen gehören, spricht der Herr, der dieses vollbringt,
    18 wie es von Ewigkeit her kund geworden ist.‹
    19 Deshalb bin ich meinerseits der Ansicht, man solle denen, die aus der Heidenwelt sich zu Gott bekehren, keine (unnötigen) Lasten aufbürden,
    20 sondern ihnen nur die Verpflichtung auferlegen, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Fleisch erstickter Tiere und vom (Genuß von) Blut fernzuhalten.
    21 Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkündiger, weil er ja in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.«
    22 Hierauf beschlossen die Apostel und die Ältesten im Einvernehmen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu wählen und sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabbas und Silas, zwei Männer, die unter den Brüdern eine führende Stellung einnahmen.
    23 Durch diese ließen sie folgendes Schreiben überbringen: »Wir Apostel und Älteste senden als Brüder unseren Brüdern, den Heidenchristen in Antiochia, Syrien und Cilicien, unsern Gruß.
    24 Da wir vernommen haben, daß einige aus unserer Mitte zu euch gekommen sind und euch durch Reden beunruhigt und eure Seelen in Aufregung versetzt haben, ohne daß sie einen Auftrag dazu von uns erhalten hatten,
    25 so haben wir in einer Versammlung den einmütigen Beschluß gefaßt, Männer zu erwählen und zu euch zu senden zusammen mit unserm geliebten Barnabas und Paulus,
    26 zwei Männer, die ihre Seele für den Namen unsers Herrn Jesus Christus eingesetzt haben.
    27 Wir haben also Judas und Silas abgesandt, die euch dasselbe auch noch mündlich mitteilen werden.
    28 Es ist nämlich des heiligen Geistes und unser Beschluß, euch keine weitere Last aufzubürden als folgende Stücke, die unerläßlich sind:
    29 daß ihr euch vom Götzenopferfleisch, vom Blutgenuß, vom Fleisch erstickter Tiere und von Unzucht fernhaltet. Wenn ihr euch davor bewahrt, werdet ihr euch gut dabei stehen. Gehabt euch wohl!«
    30 So wurden diese denn verabschiedet und kamen nach Antiochia, wo sie die Gemeinde beriefen und das Schreiben übergaben.
    31 Als jene es gelesen hatten, freuten sie sich über den tröstlichen Zuspruch.
    32 Judas aber und Silas, welche Propheten waren, spendeten auch ihrerseits den Brüdern durch viele Ansprachen Zuspruch und stärkten sie (im Glauben).
    33 Nachdem sie dann einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern in Frieden wieder zu ihren Auftraggebern entlassen.
    34 Silas aber entschloß sich, dort zu bleiben.
    35 Paulus und Barnabas blieben dann in Antiochia, indem sie das Wort des Herrn lehrten und die Heilsbotschaft mit noch vielen anderen verkündigten.
    36 Nach einiger Zeit aber sagte Paulus zu Barnabas: »Laß uns doch wieder ausziehen und in allen Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, uns nach den Brüdern umsehen, wie es mit ihnen steht!«
    37 Nun wollte Barnabas auch den Johannes mit dem Beinamen Markus (wieder) mitnehmen;
    38 Paulus aber hielt es nicht für recht, einen Mann mitzunehmen, der sich (das vorige Mal) in Pamphylien von ihnen getrennt und sie nicht auf das Arbeitsfeld begleitet hatte.
    39 So kam es denn zwischen beiden zu einem hitzigen Streit, infolgedessen sie sich voneinander trennten: Barnabas nahm den Markus zu sich und fuhr zu Schiff nach Cypern;
    40 Paulus dagegen wählte sich Silas zum Begleiter und trat (mit ihm) die Landreise an, nachdem er von den Brüdern der Gnade des Herrn anbefohlen worden war.
    41 Er durchzog (zunächst) Syrien und Cilicien und stärkte die dortigen Gemeinden.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Oh, es geht um Beschneidung. Das wird saftig.
    • Geografisch kehren Paulus und Barnabas nochmal ganz zum Ursprung ihrer Reise und ihres Wirkens zurück. Je wichtiger die Fragen, desto näher an oder in Jerusalem müssen sie beantwortet werden.
    • "der Herzenskenner" (V. 8) ist ein Beiname, denn Gott hier zum ersten Mal erhält. Für Jesus war Gott - logischerweise - immer der Vater. Im alten Testament war er der Herr. Jetzt ist er bei Petrus scheinbar der Herzenskenner. Er wird immer weicher.
    • Egalité (V. 9)
    • Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis Emoticon: tanne
    • Einerseits interessant, wie eine theologische Streitfrage hier erörtet und wie sie begründet wird, andererseits zum Lesen auch etwas fad. Ist das sowas, was der Papst und seine Päpstline in Rom die ganze Zeit über machen?
    • Die Beschlussfassung (V. 23-29) ist auch ultraformell. 5 Verse Einleitung und 1 Vers Content und Grußformel - so sehen Mails heute auch noch aus.
    • Blut darf nicht genossen werden? Trinken die nicht alle Jesu Blut? (V. 20)
    • "Heidenchristen" klingt irgendwie nach ner Beleidigung
    • V. 36: Paulus und Barnabas ist ja ne richtige Bromance - und Barnabas muss alles kaputt machen Emoticon: wtraurig
    • Dafür gibt es jetzt einen Wettbewerb
    Jetzt sind wir endlich an der Stelle mit der Blutwurst, die wir letztes Jahr beim Forentreffen hatten. In 21 kommt es nochmal leicht anders. Vielleicht kann Kantel ja die Stellen vergleichen. Ein befreundeter Jude meinte zu mir unlängst, dass die Blutwurstvorschrift bei ihnen eine hygenische Vorschrift sei und er es deshalb seltsam fände, dass einige Christen ihr heilsrelevanten Charakter gäben. Das war ja mein ich letztes Jahr genau die Frage. Die erstickten Tiere verstehe ich btw. auch nicht.
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

    Mehrfacher Gewinner einer DET-Runde und Sieger der Herzen(2/7)

    Vom Kurfürst, über Admiral, Jarl, Botschafter und König zum Papst-ein Leben im Civforum.

  8. #5813
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    20.734
    Blutwurst
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  9. #5814
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    Apostelgeschichte 16
    Achtung Spoiler:
    1 Weiter kam er dann auch nach Derbe und Lystra. Und siehe, hier war ein Jünger namens Timotheus – der Sohn einer gläubig gewordenen Jüdin, aber eines griechischen Vaters –,
    2 dem von den Brüdern in Lystra und Ikonium ein empfehlendes Zeugnis ausgestellt wurde.
    3 Paulus wünschte diesen als Begleiter auf der Reise zu haben; so nahm er ihn denn zu sich und vollzog die Beschneidung an ihm mit Rücksicht auf die Juden, die in jenen Gegenden (wohnhaft) waren; denn es wußten ja alle, daß sein Vater ein Grieche war.
    4 Auf ihrer Wanderung durch die Städte machten sie den Gläubigen dort zur Pflicht, die von den Aposteln und Ältesten in Jerusalem beschlossenen Satzungen zu beobachten.
    5 So wurden denn die Gemeinden von ihnen im Glauben gestärkt und nahmen täglich an Zahl zu.
    6 Sie zogen dann weiter durch Phrygien und das galatische Land, weil sie vom heiligen Geist daran gehindert wurden, die Heilsbotschaft in (der römischen Provinz) Asien zu verkündigen.
    7 Als sie aber in die Nähe von Mysien gekommen waren, machten sie den Versuch, nach Bithynien zu gelangen, doch der Geist Jesu gestattete es ihnen nicht;
    8 sie zogen vielmehr an der Grenze von Mysien hin und kamen so an die Küste nach Troas hinunter.
    9 Hier erschien dem Paulus nachts ein Traumgesicht: Ein mazedonischer Mann stand da und sprach die Bitte gegen ihn aus: »Komm nach Mazedonien herüber und hilf uns!«
    10 Als er diese Erscheinung gesehen hatte, suchten wir sofort eine Gelegenheit, nach Mazedonien zu gelangen, weil wir aus ihr schlossen, daß Gott uns dazu berufen habe, ihnen die Heilsbotschaft zu verkündigen. 
    11 So segelten wir denn von Troas ab und fuhren geradeswegs nach Samothrake, am folgenden Tage nach Neapolis
    12 und von dort nach Philippi, welches die erste Stadt des (dortigen) mazedonischen Bezirks ist, eine römische Kolonie. In dieser Stadt blieben wir einige Tage
    13 und gingen am Sabbattage zum Stadttor hinaus an den Fluß, wo wir eine (jüdische) Gebetsstätte vermuteten. Wir setzten uns dort nieder und redeten zu den Frauen, die sich da versammelt hatten.
    14 Unter den Zuhörerinnen befand sich auch eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira (in Lydien); ihr öffnete der Herr das Herz, so daß sie den Worten des Paulus Beachtung schenkte.
    15 Als sie sich dann samt ihren Hausgenossen hatte taufen lassen, sprach sie die Bitte aus: »Wenn ihr wirklich in mir eine treue Jüngerin des Herrn erkannt habt, so kommt in mein Haus und wohnt bei mir!« So nötigte sie uns (zu sich). 
    16 Als wir nun (eines Tages wieder) auf dem Wege zu der Gebetsstätte waren, begegnete uns eine Magd, die von einem Wahrsagegeist besessen war und ihrer Herrschaft durch ihr Wahrsagen viel Geld einbrachte.
    17 Die ging hinter Paulus und uns her und rief laut: »Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die euch den Weg zur Rettung verkündigen!«
    18 Das setzte sie viele Tage hindurch fort. Darüber wurde Paulus unwillig; er wandte sich um und sprach zu dem Geist: »Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren!«, und er fuhr wirklich auf der Stelle aus.
    19 Als nun die Herrschaft sah, daß es mit ihrer Hoffnung auf Geldgewinn vorbei war, ergriffen sie den Paulus und Silas, schleppten sie auf den Marktplatz vor die Behörde,
    20 führten sie vor die Stadtrichter und sagten: »Diese Menschen stören die Ruhe in unserer Stadt; sie sind Juden
    21 und verkünden Gebräuche, die wir als Römer nicht annehmen und ausüben dürfen.«
    22 Da trat die Volksmenge gleichfalls gegen sie auf, und die Stadtrichter ließen ihnen die Kleider vom Leibe reißen und ordneten ihre Auspeitschung an.
    23 Nachdem sie ihnen dann viele Stockschläge hatten verabfolgen lassen, setzten sie sie ins Gefängnis mit der Weisung an den Gefängnisaufseher, er solle sie in sicherem Gewahrsam halten.
    24 Der warf sie auf diesen Befehl hin in die innerste Zelle des Gefängnisses und schloß ihnen die Füße in den Block ein. 
    25 Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und priesen Gott in Lobliedern; die übrigen Gefangenen aber hörten ihnen zu.
    26 Da entstand plötzlich ein starkes Erdbeben, so daß die Grundmauern des Gefängnisses erbebten; sofort sprangen sämtliche Türen auf, und allen fielen die Fesseln von selbst ab.
    27 Als nun der Gefängnisaufseher aus dem Schlaf erwachte und die Türen der Gefängniszellen offenstehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich das Leben nehmen; denn er dachte, die Gefangenen seien entflohen.
    28 Paulus jedoch rief mit lauter Stimme: »Tu dir kein Leid an, denn wir sind alle noch hier!«
    29 Da rief jener nach Licht, stürzte in die Zelle hinein und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder;
    30 dann führte er sie hinaus und fragte sie: »Ihr Herren, was muß ich tun, um gerettet zu werden?«
    31 Sie antworteten: »Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du mit deinem Hause gerettet werden.«
    32 Nun verkündigten sie ihm und allen seinen Hausgenossen das Wort des Herrn.
    33 Da nahm er sie noch in derselben Stunde der Nacht zu sich, wusch ihnen die blutigen Striemen ab und ließ sich mit all den Seinen sogleich taufen.
    34 Danach führte er sie in seine Wohnung hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und frohlockte mit seinem ganzen Hause, daß er zum Glauben an Gott gekommen war. 
    35 Als es dann Tag geworden war, schickten die Stadtrichter ihre Gerichtsdiener und ließen sagen: »Laß jene Männer frei!«
    36 Der Gefängnisaufseher teilte dem Paulus diese Botschaft mit: »Die Stadtrichter haben sagen lassen, ihr sollt freigelassen werden; so geht jetzt also hinaus und zieht in Frieden weiter!«
    37 Paulus aber entgegnete ihnen: »Sie haben uns ohne Verhör und Urteil öffentlich auspeitschen lassen, obgleich wir römische Bürger sind, haben uns ins Gefängnis gesetzt und wollen uns jetzt unter der Hand ausweisen? O nein! Sie sollen selbst herkommen und uns hinausgeleiten!«
    38 Die Gerichtsdiener überbrachten diese Antwort den Stadtrichtern. Diese bekamen einen Schrecken, als sie hörten, daß es sich um römische Bürger handle;
    39 sie kamen also, entschuldigten sich bei ihnen und führten sie (aus dem Gefängnis) hinaus mit der Bitte, sie möchten die Stadt verlassen.
    40 Da gingen sie aus dem Gefängnis hinaus und begaben sich zu Lydia, besuchten dann die Brüder, sprachen ihnen zu und zogen weiter.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Paulus nimmt sich einen jungen Mann als Begleiter und schnibbelt an seinem Schniedel rum? Emoticon: huh
    • V. 4 erscheint mir wieder konsequent: In Rom Jerusalem wurde etwas erlassen, jetzt muss es in die hintersten bekehrten Winkel getragen werden. Dadurch wächst der Glaube. Hat schonmal jemand ein Handyspiel gemacht, bei dem man nicht irgendeine Farm, sondern den Glauben aufbauen muss?
    • Was zum Teufel ist denn "der Geist Jesu" (V. 7)? Bisher wurde immer vom Heiligen Geist (der vereitelt im Vers zuvor Bekehrungen) oder von Jesus gesprochen. Ist das ein weiterer Geist? Der, den Jesus am Kreuz aufgegeben hat?
    • Und warum wechselt in V. 10 die Erzählperson von der 3. Person Singular in die 1. Person Plural? Das passiert in allen Übersetzungen.
    • Bella - bellaaa! Neapolis! Emoticon: karlsruhe
    • Einmal mehr sind es Frauen, die Obhut gewähren (V. 15) und sich dabei auch noch taufen lassen. Bei dem Namen Lydia klingelt irgendwas.
    • In Vers 17 wechselt die Erzählperson wieder Emoticon: wtf
    • Scheint aber nichts mit der Bibel gewesen zu sein, die Magd im Folgevers ist ne andere. Sie erinnert an den Zauberer von Zypern. Betreibt irgendeine Wahrsagekunst (laut Elberfelder was Delphisches) und verdient damit Geld. So wie der Zauberer Barjesus hieß und nicht "böse" war, sagt sie auch die Wahrheit über Paulus et al. Also irgendwie gut, aber das Geldverdienen dürfte JC nicht schmecken.
    • Paulus macht wieder was Jesushaftes, indem er den Geist austreibt.
    • Das Apostelbusiness bleibt gefährlich
    • Die Passage, in der die Helden Apostel aus dem Gefängnis freikommen, erinnert an Petrus und damit wieder an Jesus. Das Erdbeben (V. 26) lässt Erinnerungen an das Erdbeben, das den Tempel in Jerusalem zerstört hat, wach werden. Diesmal überlebt aber der Gefängniswärter - weil er gläubig wird. Auch solche Leute können gerettet werden.
    • Gut, der Name Paulus klingt schon sehr römisch (V. 38)
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  10. #5815
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Klingt mir ja nicht danach, als dass die Magd auch nur eine Sesterze mit der Wahrsagerei verdient hat, eher der kapitalistische Sklaventreiber. Emoticon: monokel
    Edith: Permanentbandit

    Edith2: Dabei wundert es mich, dass die Apostel noch gar nicht von Banditen überfallen wurden bei all der Reiserei.
    Geändert von Mendelejev (31. Oktober 2026 um 11:06 Uhr)

  11. #5816
    Wee Free Man Avatar von Rob Anybody
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    Ich habe mal gelesen: Auf der britischen Insel waren die Straßen für Reisende nie so sicher wie unter den Römern. Selbst Frauen konnten alleine von Stadt zu Stadt unterwegs sein. Ich weiß nicht, ob diese Aussage stimmt, aber möglicherweise haben die Römer überall im römischen Reich für Sicherheit gesorgt.
    Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
    nur weil man [inzwischen] eine Erklärung dafür hatte ...
    (Terry Pratchett)

  12. #5817
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Blut essen:
    Da gibts bis heute bei Christen Diskussionen zu. Ich würde wissentlich auch kein Gericht mit Blut essen. Aber ich fände die Vorstellung auch eklig. Beim "Erstickten" geht es, denke ich, um die Art des Schlachtens. Wenn du kein Blut essen willst, ist es wichtig, dass das Tier ausgeblutet ist. Das geht vor allem, wenn man das Tier zur Schlachtung schächtet, wie es auch Muslime bis heute tun. Beim Erwürgen fließt das Blut ja nicht raus, gerinnt dann vielleicht und bleibt im Kadaver - den man dann dementsprechend nicht essen soll. Wie sonst bei den Völkern in der Zeit geschlachtet wurde, weiß ich allerdings nicht. Ich vermute, dass das Schächten und Ausbluten auch bei den Nachbarvölkern weit verbreitet war.
    Das Gebot geht ja auch nicht nur auf das Mose-Gesetz zurück, sondern auf den Bund, den Gott mit Noah schließt. Es gilt also auch alttestamentlich gesehen nicht nur für das Bundesvolk Israel, sondern auch für alle Heiden. (Siehe Genesis 9,1-7) Von daher ergibt es aus judenchristlicher Sicht Sinn, dies auch für die Heidenchristen zu gebieten.
    Ob das jetzt "heilsnotwendig" ist, wie Gulasch fragt: "Heilsnotwendig" bedeutet, dass etwas wichtig ist, zu glauben, um in den Himmel zu kommen bzw. erlöst zu werden - eben das "Heil" zu bekommen. Das sind meiner Meinung nach nicht so viele Dinge. Das apostolische Glaubensbekenntnis ist hier eine gute Richtschnur. Zur Frage nach dem Essen von Blut passt diese Kategorie überhaupt nicht. Ich vermute, dass dein Gesprächspartner entweder nicht wusste, was das Wort bedeutet oder dass er es ironisch verwendet hat. Im Sinne, dass er nicht versteht, warum Christen sich überhaupt dran halten. Das machen manche auch nicht. Solche Gerichte wie Blutwurst, Tollatsch oder auch manche Grützwurst wurden ja im "christlichen" Deutschland erfunden. Zu der ganzen Blut-essen-geschichte kann ich zusammenfassen dnur sagen: und ich denke es gibt ungefähr 127 wichtigere Dinge im christlichen Glauben.

    Blut essen beim Abendmahl:
    Das ist natürlich eine Diskussion zwischen den Konfessionen. Während die Katholiken eben glauben, dass Hostie und Wein sich tatsächlich in Fleisch und Blut Christi verwandeln, lehnen die Reformierten dies ab. (Lutheraner haben so ne Zwischenposition). Ob die ersten Christen glaubten, dass sie bei ihrem Abendmahl wirklich Blut trinken, ist eben gerade die Streitposition. Ich denke ja nicht, aber das evangelikale Sakramentsverständnis ist eben auch das reformierte. Und Apostelgeschichte 15 wäre tatsächlich ein Argument für ein symbolisches Verständnis des Abendmahles ohne Wandlung.

    Heidenchristen und Judenchristen:
    Das sind die normalen Begriffe, wie man die verschiedenen Gruppen im 1. Jahrhundert bezeichnet. Da ist keine beleidigende Zweitbedeutung dabei. Es erschließt sich, das die einen vorm Glauben an Jesus Juden gewesen sind, die anderen Heiden. Ich bin ein Heidenchrist. Vermutlich jeder andere Gläubige im Forum auch. Judenchristen sind selten geworden, man nennt sie heute "Messianische Juden". https://de.wikipedia.org/wiki/Messianische_Juden

    Barnabas und Johannes Markus
    Das ist das letzte Mal, dass sie vorkommen werden. Johannes Markus wird noch mal in den Briefen erwähnt. Die Apostelgeschichte erzählt ab Kapitel 15 nur noch, was Paulus erlebt.
    Nach kirchlicher Überlieferung missioniert Johannes Markus weiter auf Zypern, später dann mit Petrus und schreibt aufgrund der Predigten von Petrus das Markusevangelium.

    Silas und Timotheus
    sind die beiden neuen Begleiter. Und ja, Timotheus wird beschnitten. Nach Recht ist er jüdischer Herkunft wegen seiner Mutter. Er wird manches Mal am Rand auftauchen, ist Mitautor mehrerer Briefe von Paulus. Silas heißt manchmal auch Silvanus.

    Der Geist Jesu
    Das ist eine andere Bezeichnugn für den Heiligen Geist. Der heißt manchmal auch "Geist Gottes" oder "der Tröster" oder einfach nur "der Geist" oder "Gottes Kraft".

    Der "Wir-Bericht"
    Sehr schön, dass dir der Wechsel des Personalpronomens aufgefallen ist. Das zieht sich durch die Übersetzungen, weils im Grundtext so steht. Es bedeutet: Der Autor ist dabei. Der Autor ist eben Lukas, wie er selbst zum Start des Buches schreibt. Anscheinend haben sie ihn in Troas oder auf dem Weg dahin getroffen und mitgenommen.

    Christentum in Europa:
    Es war den Menschen damals nicht so wichtig, weil die Kontinente nicht so etabliert waren, aber in Apostelgeschichte 16 gibt es zum ersten Mal Christen in Europa. So ist nach Asien und Afrika der dritte Kontinent der alten Welt erreicht.

    Paulus und sein römisches Bürgerrecht:
    Das wird noch manchmal wichtig werden. Woher hat er das eigentlich, denn damals war es noch selten. Man geht davon aus, dass Paulus Vater/Großvater/Vorfahr im Dienst für die römische Armee gewesen ist, die durch Zilizien (Tarsus) durchgezogen ist. Irgendwas mit nem Krieg gegen die Seleukiden - ich weiß nicht mehr genau, was da war.

    Banditen und Überfälle:
    Sind tatsächlich nie ein Problem beim Umherreisen und Evangelisieren. Diese Frage hab ich mir so noch nie explizit gestellt, weil sie immer schon beantwortet wurde. Im Galaterbrief steht: "Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn." (Gal 4,4) Und tatsächlich sind die Umstände um die Zeitenwende herum für die Ausbreitung des Evangeliums sehr gut:
    Das römische Reich hat ne große Ausdehnung.
    Im Römischen Reich herrscht die Pax Romana - Banditen stören das Business und den Reichtum, also geht das römiche Reich gegen sie vor.
    Die Juden haben sich im römisen Reich, aber auch in Persien ausgebreitet. Es gibt also überall Juden und Synagogen, die erste Anlaufstellen sind. Dort gibt es auch Bibeln, in Form von Schriftrollen. Bücher sind ja teuer und schwer zu transportieren als Rolle.
    Überall sprechen Leute Griechisch. Jeder Händler, jeder halbwegs gebildete kann das. Griechisch ist die Lingua Franca und fast immer die Antwort auf die Frage: Warum konnten die miteinander sprechen?
    Das Römische Reich hat noch zur Folge, dass überall gleiche Gesetze gelten, Schiffsverkehr im ganzen Mittelmehr ist "innerstaatlich" ohne Grenzüberquerung oder Zölle.
    Die großen Revolten und Reichskrisen sind noch ein paar (2) Jahrhunderte entfernt.
    - Von daher sind die Umstände tatsächlich ideal. Euch fällt es daran auf, dass Überfälle nie ein Problem sind. Man kann die Frage allerdings auch so beantworten, dass bei den ärmlich aussehenden Aposteln sowieso nichts zu holen ist. Geld werden sie gut versteckt haben und besonders gut gekleidet waren sie sicher nicht.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  13. #5818
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Geld hatten sie als gute Apostel eh nicht dabei, wenn sie sich an das halten, was Jesus den Jüngern gesagt hat
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  14. #5819
    Für mehr Klink im ***** Avatar von Gulaschkanone
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    Herzlichen Dank Kantel, die Unterschiede bei 21 diskutieren wir dann. Mein Gesprächspartner meint eben, dass sei Rabbi immer in Gesundheitsvorschriften und religiöse Vorschriften unterschied.

    Ich dachte immer Judenchristen wären heutzutage diejenigen, die unabhängig ihrer Herkunft suich als Christen auch an alles Jüdische hielten, egal was sie vor ihrer Bekehrung waren.

    Paulus Bürgerrecht kann verschiedene Ursachen haben, Vater Freigelassener, Verleihung durch Tarsus etc. Interessanter finde ich, dass hier von "Wir" gesprochen wird. Hatten also mehrere das Bürgerrecht?
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

    Mehrfacher Gewinner einer DET-Runde und Sieger der Herzen(2/7)

    Vom Kurfürst, über Admiral, Jarl, Botschafter und König zum Papst-ein Leben im Civforum.

  15. #5820
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Geld hatten sie als gute Apostel eh nicht dabei, wenn sie sich an das halten, was Jesus den Jüngern gesagt hat
    Manchmal überbringen sie ja Geldspenden, dann haben sie das dabei. Oder so eine Schiffsüberfahrt, die muss auch bezahlt werden. Sie müssen ja auch mal was zu Essen kaufen, man kann sich schlecht wochenlang bei Gastgebern durchfressen, davon werden die arm. Paulus arbeitet ja bei längeren Aufenthalten auch nebenbei als Zeltmacher, seinem gelernten Beruf.
    Die Anweisung an die Jünger beim Aussenden der 12 ist auch nicht als Anweisung für jeden Christ zu allen Zeiten zu verstehen, sondern erst mal nur für die 12 zu diesem Missionseinsatz. Er sagt ja später, dass sie ein Börse mitnehmen sollen.
    Es gibt da zwei verschiedene Herangehensweisen: Die eine ist die des Bettelmönches - das wären eben Mänche die tatsächlich ohne Geld losziehen und nur vom Wohlwollen der Bevölkerung anwesend sind. Ich glaub, die Franziskaner waren früher so unterwegs. Man muss aberauch sehen, dass so ein Umherziehen ohne Geld die Gastgeber unter Druck setzen kann. heutzutage werden Missionare auf Reisen meist von irgendjemand ausgesandt und Leute aus deren Heimat unterstüzen sie für ihren Lebensunterhalt durch Spenden. Ob man das so macht und wie viel Geld und Besitz man mitgibt, wird in der Missionstheologie tatsächlich kontrovers diskutiert.



    Ich weiß ansonsten nicht, wer außer Paulus noch römischer Bürger sein soll, es muss ja eigentlich Silas sein, denn der war mit im Gefängnis. Ansonsten kommt dafür am ehesten Lukas in Frage. Aber das ist wohl Spekulation. Bei Paulus wird es später in der Apostelgeschichte noch 2 Mal ne Rolle spielen.
    Geändert von Der Kantelberg (31. Oktober 2026 um 21:39 Uhr)
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