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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5776
    Für mehr Klink im ***** Avatar von Gulaschkanone
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    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    Ich kann mich auch irren, aber hattest du andernorts die Lehre nicht mal als "katholischen Schwachsinn" bezeichnet? Nur wären dann halt auch Luther oder Calvin katholische Schwachsinnige.
    Die Predestinationslehre? Schwachsinn kann sein, katholisch ist sie ja eigentlich nicht. Ich persöhnlich glaube nicht dran und bin da auch nicht bei Luther in der Werke vs. sola fide Frage.
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

    Mehrfacher Gewinner einer DET-Runde und Sieger der Herzen(2/7)

    Vom Kurfürst, über Admiral, Jarl, Botschafter und König zum Papst-ein Leben im Civforum.

  2. #5777
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 3
    Achtung Spoiler:
    1 Petrus und Johannes aber gingen (eines Tages) zusammen um die neunte Stunde, die Gebetsstunde, in den Tempel hinauf.
    2 Da wurde (gerade) ein Mann herbeigetragen, der von seiner Geburt an lahm war und den man täglich an das sogenannte Schöne Tor des Tempels hinsetzte, damit er sich dort Almosen von den Besuchern des Tempels erbitte.
    3 Als dieser nun Petrus und Johannes sah, die in den Tempel hineingehen wollten, bat er sie um ein Almosen.
    4 Da sah Petrus samt Johannes ihn scharf an und sagte: »Sieh uns an!«
    5 Jener blickte sie nun aufmerksam an in der Erwartung, eine Gabe von ihnen zu erhalten.
    6 Petrus aber sagte: »Silber und Gold besitze ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth: Gehe umher!«
    7 Dann faßte er ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf; da wurden seine Füße und Knöchel augenblicklich fest;
    8 er sprang auf, konnte stehen, ging umher und trat mit ihnen in den Tempel ein, indem er umherging und sprang und Gott pries.
    9 So sahen ihn denn alle Leute, wie er umherging und Gott pries;
    10 sie erkannten in ihm auch den Mann, der sonst, um Almosen zu erbitten, am Schönen Tore des Tempels gesessen hatte, und wurden voller Staunen und Verwunderung wegen der Heilung, die an ihm vorgegangen war.
    11 Da er sich aber fest zu Petrus und Johannes hielt, strömte das gesamte Volk zu ihnen bei der sogenannten Halle Salomos zusammen, außer sich vor Staunen. 
    12 Als Petrus das sah, richtete er folgende Ansprache an das Volk: »Ihr Männer von Israel, was wundert ihr euch über diesen Mann, oder was seht ihr uns so erstaunt an, als hätten wir durch eigene Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, daß er umhergehen kann?
    13 Nein, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr (den Heiden) ausgeliefert und vor Pilatus verleugnet habt, als dieser seine Freigebung beschlossen hatte;
    14 da habt ihr den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Begnadigung eines Mörders verlangt,
    15 dagegen den Fürsten des Lebens hinrichten lassen. Diesen hat Gott von den Toten auferweckt: dafür sind wir Zeugen!
    16 Und auf Grund des Glaubens an seinen Namen hat sein Name diesem Manne hier, den ihr seht und kennt, jetzt Kraft verliehen, und der durch Jesus (in uns) gewirkte Glaube hat ihm vor euer aller Augen diese seine gesunden Glieder geschenkt.
    17 Und nun, ihr Brüder: ich weiß, daß ihr aus Unwissenheit gehandelt habt, wie auch eure Oberen;
    18 Gott aber hat auf diese Weise das in Erfüllung gehen lassen, was er schon vorher durch den Mund aller Propheten verkündigt hat, daß nämlich sein Gesalbter leiden werde.
    19 So tut denn Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden vergeben werden,
    20 auf daß Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen und er den für euch zum Gesalbten bestimmten Jesus senden kann.
    21 Diesen muß allerdings der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung alles dessen, was Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von der Urzeit her verkündet hat.
    22 Mose hat ja gesagt: ›Einen Propheten wie mich wird der Herr, unser Gott, euch aus euren Brüdern erstehen lassen: auf den sollt ihr in allem hören, was er zu euch reden wird;
    23 und jede Seele, die auf diesen Propheten nicht hört, soll aus dem Volke ausgerottet werden!‹
    24 Aber auch alle anderen Propheten, soviele ihrer von Samuel an und in den folgenden Zeiten aufgetreten sind, haben diese Tage angekündigt.
    25 Ihr seid die Söhne der Propheten und gehört dem Bunde an, den Gott mit euren Vätern geschlossen hat, als er dem Abraham die Verheißung gab: ›In deiner Nachkommenschaft sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.‹
    26 Für euch zuerst hat Gott seinen Knecht erstehen lassen und ihn gesandt, um euch dadurch zu segnen, daß ein jeder unter euch sich von seinen Bosheiten bekehrt.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Petrus erinnert ein weiteres Mal an Jesus: Er heilt einen Lahmen.
    • Ich wusste gar nicht, dass auch die Apostel solche Wunder vollbracht haben sollen. Aber das ist plausibel, wenn es mit dem Heiligen Geist einhergeht.
    • Jetzt müssen Petrus und Johannes hoffentlich nicht fürchten, dass sie auch Jesu Tod am Kreuz teilen
    • "So tut denn Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden vergeben werden" (V. 19) - das "Bußetun" klingt für mich nicht so jesusig. Vielleicht, weil sich das auf seine Kreuzigung bezieht und die Angesredeten jetzt erst Buße tun können?
    • Auch das Gerede von der "Endzeit", das in Vers 21 anklingt, kommt mir weniger jesusig vor. Er bezieht sich damit aber auf u.a. Mose (V. 22) und erinnert an den Bund Gottes mit den Menschen.
    • Ich bin mal gespannt, ob Petrus Reziption von Jesu Botschaft abweichen wird. Bei den Propheten hatten wir es ja, dass die immer schlechter geworden sind, bis es in Jesus, dem ultimativen Propheten, kulminierte. Würde mich zumindest nicht wundern, wenn jetzt wieder die Entfernung wächst.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  3. #5778
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Pfingsten:
    Apostelgeschichte 2 ist eines der wichtigsten Kapitel in der diesem Buch. Mongke hat ja schon erkannt: Babel wird zurückgedreht, es ist die Entstehung der Pfingstfestes und die Altestamentlichen Zitate.

    Zitieren des AT im NT:
    Die Leute haben oft keine Bibel vorliegen. Petrus zitiert die Psalmen aus dem Gedächtnis. Manchmal fassen die neutestamentlichen Prediger und Autoren auch mehrere Stellen zu einem Mischzitat zusammen. Später wird im griechischen Raum oft die Septuaginta verwendet. Die unterscheidet sich an manchen Punktem vom masoretischen Text, auf dem die meisten unserer heutigen Bibelübersetzungen basieren - daher kommen manchmal Unterschiede.

    Petrus David-Argumentation:
    Ja, er will darstellen, dass Jesus krasser ist als David. David hat von einer Auferstehung geschrieben: "Du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen". Dies ist David aber nicht passiert. Also muss es sich auf jemand anders beziehen. Dieser Andere ist Jesus.

    Letzter Vers in Kap 2
    Für meine eigene Glaubensrichtung hatte dieser Vers eine besondere Bedeutung: "Sie hielten aber beharrlich fest an der Lehre der Apostel und an der (brüderlichen) Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den (gemeinsamen) Gebeten." - Darauf hat sich vor fast 200 Jahren die kleine Bewegung berufen, aus der meine Freikirche hervorging.
    Allgemein sind Reofrmationsbestrebungen im Christentum ja immer: Zurück zu den Wurzeln, zurück zur Bibel und zu den ersten Christen. Und da orientiert man sich daran, was die getan haben. Hier werden 4 Punkte genannt: Lehre, Gemeinschaft, Abendmahl, Gebet. Das ist bis heute das, was viele Gemeinden und Kirchen hauptsächlich ausmacht.


    Weiter Apg 3
    Ja, Petrus und Johannes (und auch die anderen Apostel) machen genau das, was Jesus tat. Sie predigen das Evangelium und vollbringen Wunder.
    Und dafür bekommen sie das Gleiche, was Jesus bekommt: Sie werden vom Hohen Rat verhaftet. Und ja, sie müssen auch die Kreuzigung fürchten. Vielleicht nicht die Kreuzigung, aber Todesstrafe und Verfolgung. Diese Thematik wird die ganze Apostelgeschichte und das weiter NT durchziehen.

    Aufruf zur Buße:
    Das ist genau das, was Jesus predigt: "Tut Buße und glaubt an das Evangelium", "Ich bin gekommen, Sünder zu Buße zu rufen". Petrus folgt in seinem Bußaufruf Jesus eins zu eins nach. Interessant, dass du einen gegenteiligen Eindruck hast.
    Selbiges bei der Endzeit. Wir haben in den drei Synoptikern jeweils die Endzeitthematik enthalten. Im Matthäusevangelium ist ihr sogar eine ganze Rede (die "Endzeitrede") gewidmet. Vielleicht hast du es aber auch anders gemeint?
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  4. #5779
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Für mich klang Endzeit nach "nach Jesus". Und jetzt ist ja "nach Jesus". Aber es gibt wohl ein "nach nach Jesus". Die Endzeiten scheinen verschiedene Qualitäten für mich zu haben, weil sie einmal an Jesus anknüpfen und einmal in einer abstrakten Zukunft liegen.
    Bei Jesu Tod tat sich ja zB auch schon die Erde auf, aber jetzt geht es weiter.

  5. #5780
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    Zitat Zitat von Gulaschkanone Beitrag anzeigen
    Die Predestinationslehre? Schwachsinn kann sein, katholisch ist sie ja eigentlich nicht. Ich persöhnlich glaube nicht dran und bin da auch nicht bei Luther in der Werke vs. sola fide Frage.
    Ich meinte die peccatum originale-Lehre. Die Prädestination ist eigentlich eher nicht lutherisch, sondern wird meist mit Calvin verbunden.

  6. #5781
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    Der Tradition nach wurden einige Apostel gekreuzigt, darunter Petrus und Andreas. In den biblischen Schriften wird darüber aber nicht mehr berichtet. Selbst der Tod des Paulus wird in der Apostelgeschichte zwar für die Zukunft angedeutet, aber nicht mehr erzählt. Jakobus und Stefanus finden aber den Tod, der eine durch Herodes (eine Hinrichtung mit dem Schwert), der andere durch eine erboste Volksmenge (die ihn steinigt).

  7. #5782
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    Apostelgeschichte 4
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    1 Während sie noch zum Volk redeten, traten die Priester sowie der Tempelhauptmann und die Sadduzäer an sie heran;
    2 diese waren nämlich unwillig darüber, daß sie dem Volk ihre Lehre vortrugen und die an Jesus vollführte Auferstehung von den Toten verkündeten.
    3 Sie nahmen sie also fest und setzten sie in Gewahrsam bis zum folgenden Morgen; es war nämlich bereits Abend.
    4 Viele aber von denen, welche die Ansprache (des Petrus) gehört hatten, waren zum Glauben gekommen, so daß die Zahl der (gläubigen) Männer sich (nunmehr) auf etwa fünftausend belief.
    5 Am andern Morgen aber versammelten sich ihre Oberen sowie die Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem,
    6 auch der Hohepriester Hannas, ferner Kaiphas, Johannes, Alexander und alle, die zu einer hohenpriesterlichen Familie gehörten.
    7 Dann ließ man sie vorführen und fragte sie: »Durch was für eine Kraft oder durch welchen Namen habt ihr dies (Zeichen) vollführt?«
    8 Da wurde Petrus mit heiligem Geist erfüllt und sagte zu ihnen: »Ihr Oberen des Volkes und ihr Ältesten!
    9 Wenn wir uns heute wegen der einem kranken Menschen erwiesenen Wohltat zu verantworten haben (und gefragt werden), durch wen dieser Mann hier gesund geworden sei,
    10 so soll euch allen und dem Volk Israel kundgetan sein: In der Kraft des Namens Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott aber von den Toten auferweckt hat – ja, durch dessen Namen steht der Mann hier gesund vor euch!
    11 Dieser (Jesus) ist der von euch Bauleuten verworfene Stein, der zum Eckstein geworden ist;
    12 und in keinem andern ist die Rettung zu finden; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.«
    13 Als sie nun die freudige Zuversicht des Petrus und Johannes sahen und in Erfahrung gebracht hatten, daß es Menschen ohne Schulung und ohne gelehrte Bildung waren, verwunderten sie sich; sie erkannten auch wohl, daß sie Begleiter Jesu gewesen waren,
    14 und weil sie den Mann, der geheilt worden war, bei ihnen stehen sahen, wußten sie nichts zu entgegnen.
    15 Sie ließen sie also aus der Ratssitzung abtreten und berieten miteinander die Frage:
    16 »Was sollen wir mit diesen Menschen machen? Denn daß ein unverkennbares Wunderzeichen durch sie geschehen ist, das ist allen Einwohnern Jerusalems bekannt geworden, und wir können es nicht bestreiten.
    17 Damit aber die Kunde davon sich nicht noch weiter unter dem Volk verbreitet, wollen wir ihnen ernstlich gebieten, in Zukunft zu keinem Menschen mehr unter Nennung dieses Namens zu reden.«
    18 Sie ließen sie dann wieder hereinrufen und geboten ihnen, überhaupt nichts mehr unter Nennung des Namens Jesu verlauten zu lassen und zu lehren.
    19 Doch Petrus und Johannes antworteten ihnen mit den Worten: »Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, euch mehr zu gehorchen als Gott!
    20 Wir unserseits können es ja unmöglich unterlassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben!«
    21 Jene fügten noch weitere Drohungen hinzu, ließen sie dann aber frei, weil sie keine Möglichkeit fanden, sie zu bestrafen, (auch) mit Rücksicht auf das Volk, weil alle Gott wegen des Geschehenen priesen;
    22 denn über vierzig Jahre war der Mann alt, an dem dieses Heilungswunder geschehen war.
    23 Nach ihrer Freilassung kehrten Petrus und Johannes zu den Ihrigen zurück und berichteten ihnen alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten.
    24 Als jene es vernommen hatten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und beteten: »Herr, du bist es, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, geschaffen hat;
    25 du hast durch den heiligen Geist zu unsern Vätern durch den Mund Davids, deines Knechtes, gesagt: ›Was soll das Toben der Heiden und das eitle Sinnen der Völker?
    26 Die Könige der Erde erheben sich, und die Fürsten rotten sich zusammen gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten!‹
    27 Ja, es haben sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, in dieser Stadt Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Volksscharen Israels zusammengetan,
    28 um alles auszuführen, was deine Hand und dein Ratschluß vorherbestimmt haben, daß es geschehen sollte.
    29 Und jetzt, Herr, blicke hin auf ihre Drohungen und verleihe deinen Knechten Kraft, dein Wort mit allem Freimut zu verkündigen!
    30 Strecke deine Hand dabei zu Heilungen aus und laß Zeichen und Wunder durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus geschehen!«
    31 Als sie so gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und verkündigten das Wort Gottes unerschrocken. 
    32 Die Gesamtheit der Gläubiggewordenen aber war ein Herz und eine Seele, und kein einziger nannte ein Stück seines Besitzes sein ausschließliches Eigentum, sondern sie hatten alles als Gemeingut.
    33 Zudem legten die Apostel mit großem Nachdruck Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus ab, und alle erfreuten sich großer Beliebtheit.
    34 Denn es gab auch keinen Notleidenden unter ihnen; alle nämlich, welche Ländereien oder Häuser besaßen, verkauften diese, brachten dann den Erlös aus dem Verkauf
    35 und stellten ihn den Aposteln zur Verfügung; davon wurde dann jedem nach seiner Bedürftigkeit zugeteilt.
    36 So besaß (z.B.) Joseph, der von den Aposteln den Beinamen Barnabas, das heißt auf deutsch ›Sohn der Tröstung‹, erhalten hatte, ein Levit, aus Cypern gebürtig, einen Acker;
    37 den verkaufte er, brachte dann den Geldbetrag und stellte ihn den Aposteln zur Verfügung.


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Petrus und Johannes werden festgenommen, eine Art "erste Hinrichtung light". Es passiert, was Kantel angedroht hat
    • Bei Vers 8 frage ich mich, wie das mit dem heiligen Geist genau funktioniert. Ich dachte, der bekommt man einmal und hat ihn dann? Vers 8 klingt aber so, als ob das nur momentweise gilt und er nen "Cooldown" hat. Dass er von heiligem Geist erfüllt ist, erkennt man zumindest sprachlich daran, dass er wieder wie Jesus (in dessen Namen und für ihn) spricht.
    • Psalm 118,22 (der mit dem Eckstein, V. 11) wird bei Matthäus (21,42), Markus (12,10f) und Lukas (20,17) selbst verwendet. Petrus zitiert ihn also direkt.
    • Die Hohepriester sind einerseits entwaffnet (V. 14), wollen aber nicht einsehen, dass Jesus wirklich der Messias war und verbieten seinen Namen. Über bestimmte Dinge zu reden ist in Diktaturen ja en vogue, wenn man sie nicht ungeschehen machen kann, aber vergessen machen möchte. Insbesondere, wenn sie mit himmlischem Frieden zu tun haben
    • Die "vierzig Jahre" in V. 22 ist sicher wieder symbolisch zu lesen als große Veränderung.
    • Die "Könige der Erde" und die "Fürsten" sind, aus Sicht der Apostel, die Hohepriester und die Römer ("in dieser Stadt", also Jerusalem). Das leuchtet ein, auch wenn es so viel umfassender klingt, wenn man die heutige Dimension der Erde heranzieht.
    • Die Begegnung mit Repression stärkt den Glauben der Jünger (V. 31)
    • Ist das da in Vers 32 - ist das Sozialismus?! Emoticon: run
    • Passt aber zu einigen von Jesu Lehren, die ich als unerwartet sozialistisch in Erinnerung habe. Einige kirchliche Institutionen wie Klöster praktizieren das afaik heute noch so, dass es nur ein kleines Handgeld gibt und man ansonsten von dem lebt, was Kloster, Klostergarten etc. hergeben. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das für die (katholischen) Kirchen gilt: Die sind zwar extrem wohlhabend und reich ausgestattet, wenn ein Haufen Gold hinter dem Altar liegt, gehört der aber niemandem direkt sondern jeder kann ihn anschauen. Ausnahmen bestätigen die Regel.
    • Ich persönlich bin ja viel zu egoistisch-liberal, als dass ich mein ganzes Vermögen vorbehaltlos mit einer Glaubensgemeinschaft teilen würde
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  8. #5783
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Kommunalismus - Selbst die Zahnbürste ist Gemeinbesitz! Emoticon: su

    Ich denke mal, das hängt sehr davon ab, welche Menschen man um sich hat. Das Klammern an Privatbesitz ist ja grundsätzlich ein Angstding.
    Man ist halt misstrauisch - sowas abzuziehen ginge nur mit guten Leuten. Aber es schon ein tolles Ideal, privatprofitorientiertes Ellenbogengetue, das hinter einer unfassbaren Menge unserer menschgemachten Probleme in der Welt steckt, zu minimieren.
    (Passt gut zu meiner letzte Seite geäußerten Idee/Interpretation, dass unsere metaphysische Wettbewerbsverdammtheit die "Ursünde" ist. )

  9. #5784
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Vierzig Jahre:
    Das zeigt vor allem, dass der Mann allen vom Gesicht her als lahmer Bettler an der Pforte bekannt war. Man kann das Wunder also schwer leugnen. Ob die 40 Jahre symbolisch noch mit der 40jährigen Wüstenwanderung der Israeliten in Zusammenhang stehen - könnte sein.

    Könige der Erde:
    Das Erstaunlichste ist, dass hier die Regierung des jüdischen Volkes von den Aposteln als "Nationen" angesehen wird. Der Hohe Rat ist eigentlich nicht "Könige der Erde", sondern "unsere Leute - Gottes eigenes Volk" - Eine Linie, die sich im Verlauf der Apostelgeschichte vertiefen wird, leider.
    Es ist für den Hohen Rat aber auch scheiße: Grade haben sie Jesus umbringen lassen und gedacht: Jetzt hat der Spuk ein Ende. Und da kommen seine Nachfolger daher und machen genau das Gleiche. Und du kannst nichtmal was gegen sie unternehmen, weil ganz Jerusalem diesen Geheilten kennt.

    Sozialismus:
    Ja, genau. Du hast ja die Anwendung in den Geistlichen Orden schon angebracht. Es gibt solche Kommunitäten auch im evangelischen Raum. Vor 150 Jahren schossen z.B. in Deutschland diese Diakonissen-Mutterhäuser aus dem Boden.
    Und ja, die ersten Christen leben an diesem Punkt das, was Christus geboten hat: Sie verzichten auf Besitz und versorgen damit die Armen mit Essen.
    Das zeigt uns auch, dass Kapitalismus eigentlich schwer mit dem Christentum überein zu bringen ist. An solchen Texten sieht man mal wieder, was ich immer sage: Das Christentum des Westens ist auf dem reichen Auge blind.

    Barnabas:
    Den Namen kann man sich merken, der taucht noch ab und zu auf.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

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  10. #5785
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 5
    Achtung Spoiler:
    1 Ein Mann dagegen namens Ananias verkaufte im Einvernehmen mit seiner Frau Sapphira ein Grundstück,
    2 behielt aber einen Teil des Erlöses unter Mitwissen seiner Frau für sich zurück: er brachte nur einen Teil davon und stellte ihn den Aposteln zur Verfügung.
    3 Da sagte Petrus: »Ananias, warum hat der Satan dir das Herz erfüllt, daß du den heiligen Geist belogen und einen Teil vom Erlös des Ackers für dich zurückbehalten hast?
    4 Blieb er nicht dein Eigentum, wenn du ihn unverkauft gelassen hättest, und stand dir nicht auch nach dem Verkauf die Verfügung über ihn frei? Warum hast du dir eine solche Handlungsweise in den Sinn kommen lassen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!«
    5 Als Ananias diese Worte hörte, fiel er nieder und gab seinen Geist auf. Da kam große Furcht über alle, die es hörten.
    6 Die jüngeren Männer aber standen auf, hüllten die Leiche in Tücher und trugen sie zum Begräbnis hinaus.
    7 Nach Verlauf von etwa drei Stunden trat auch seine Frau ein, ohne von dem Vorgefallenen etwas zu wissen.
    8 Petrus redete sie mit den Worten an: »Sage mir: habt ihr das Grundstück für diesen Preis verkauft?« Sie antwortete: »Ja, für diesen Preis.«
    9 Da sagte Petrus zu ihr: »Warum habt ihr beide euch verabredet, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann zu Grabe getragen haben, stehen vor der Tür, und sie werden auch dich hinaustragen!«
    10 Da fiel sie augenblicklich zu seinen Füßen nieder und gab ihren Geist auf; und als die jungen Männer hereinkamen, fanden sie sie als Leiche vor; sie trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Manne.
    11 Da kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die davon hörten. 
    12 Durch die Hände der Apostel aber geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volke, und alle (Gläubigen) pflegten sich einmütig in der Halle Salomos zu versammeln;
    13 von den übrigen aber wagte sich niemand dort störend an sie heranzudrängen, sondern das Volk hielt sie hoch in Ehren.
    14 Und immer mehr kamen solche hinzu, die an den Herrn glaubten, ganze Scharen von Männern und Frauen;
    15 ja man brachte die Kranken sogar auf die Straßen hinaus und legte sie dort auf Betten und Bahren, damit, wenn Petrus käme, wenigstens sein Schatten auf den einen oder andern von ihnen fiele.
    16 Aber auch aus den rings um Jerusalem liegenden Ortschaften strömte die Bevölkerung zusammen und brachte Kranke und von unreinen Geistern Geplagte dorthin, die dann alle geheilt wurden. 
    17 Da erhob sich aber der Hohepriester samt seinem ganzen Anhang, nämlich die Partei der Sadduzäer; sie waren voll von Eifersucht,
    18 ließen die Apostel festnehmen und sie in das öffentliche Gefängnis setzen.
    19 Aber ein Engel des Herrn öffnete während der Nacht die Gefängnistüren, führte sie hinaus und gebot ihnen:
    20 »Geht hin, tretet offen auf und verkündigt im Tempel dem Volk alle diese Lebensworte!«
    21 Als sie das gehört hatten, begaben sie sich mit Tagesanbruch in den Tempel und lehrten dort. Der Hohepriester und sein Anhang hatten sich inzwischen eingestellt und den Hohen Rat und die gesamte Ältestenschaft der Israeliten zur Versammlung berufen lassen und sandten nun ins Gefängnis, um sie vorführen zu lassen.
    22 Als aber die Diener hinkamen, fanden sie sie im Gefängnis nicht vor und meldeten nach ihrer Rückkehr:
    23 »Wir haben das Gefängnis ganz fest verschlossen gefunden, auch die Wächter standen auf ihrem Posten an den Türen; als wir aber aufschlossen, haben wir niemand drinnen vorgefunden.«
    24 Als der Tempelhauptmann und die Hohenpriester diese Meldung vernahmen, waren sie ihretwegen ratlos, welche Bewandtnis es damit wohl haben möchte.
    25 Da kam einer und meldete ihnen: »Denkt nur! Die Männer, die ihr ins Gefängnis gesetzt habt, die stehen jetzt im Tempel und lehren das Volk!«
    26 Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie herbei, doch ohne Anwendung von Gewalt; denn sie hatten zu befürchten, vom Volk gesteinigt zu werden. 
    27 Sie brachten sie also herbei und stellten sie vor den Hohen Rat; und der Hohepriester verhörte sie folgendermaßen:
    28 »Wir haben euch doch ausdrücklich geboten, auf Grund dieses Namens nicht zu lehren, und trotzdem habt ihr mit eurer Lehre ganz Jerusalem erfüllt und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen!«
    29 Da antwortete Petrus, und die Apostel erklärten: »Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!
    30 Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und hingerichtet habt.
    31 Diesen hat Gott durch seine rechte Hand zum Anführer und Retter erhöht, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu verleihen.
    32 Für diese Tatsachen sind wir Zeugen und auch der heilige Geist, den Gott denen verliehen hat, die ihm gehorsam sind.«
    33 Als jene das hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie waren entschlossen, sie hinrichten zu lassen. 
    34 Doch da stand in der Versammlung ein Pharisäer namens Gamaliel auf, ein beim ganzen Volk hochangesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Männer auf kurze Zeit hinausführen
    35 und richtete dann folgende Ansprache an die Versammlung: »Ihr Männer von Israel, überlegt euch wohl, wie ihr mit diesen Leuten verfahren wollt!
    36 Denn vor einiger Zeit trat Theudas auf und gab sich für etwas Besonderes aus, und eine Anzahl von etwa vierhundert Männern fiel ihm zu; aber er fand den Tod, und alle seine Anhänger wurden zersprengt und vernichtet.
    37 Nach diesem trat Judas aus Galiläa zur Zeit der Schätzung auf und brachte einen Volkshaufen zum Aufstand unter seiner Führung; aber auch er kam ums Leben, und sein ganzer Anhang wurde zerstreut. 
    38 Und nunmehr gebe ich euch den Rat: Steht von diesen Leuten ab und laßt sie gewähren! Denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen ausgeht, so wird es zunichte werden;
    39 hat es aber seinen Ursprung in Gott, so werdet ihr diese Leute nicht zu vernichten vermögen. Laßt ihr euch nur nicht gar als Widersacher Gottes erfinden!« Daraufhin folgten sie seinem Rat:
    40 sie ließen die Apostel wieder hereinrufen und geißeln und befahlen ihnen, auf Grund des Namens Jesu nicht mehr zu predigen; dann gab man sie frei.
    41 So gingen sie denn aus dem Hohen Rat weg, hocherfreut, daß sie gewürdigt worden waren, um des Namens (Jesu) willen Schmach zu erleiden;
    42 und sie hörten nicht auf, täglich im Tempel und in den Häusern zu lehren und die Heilsbotschaft von Christus Jesus zu verkündigen.


    Bemerkungen/ Gedanken:


    • Wer beim Kommunismus nicht mitmacht, muss dran glauben
    • Wenn Ananas das nur seiner Frau erzählt hat, woher weiß Petrus dann davon? Entweder es kommt irgendwie raus oder er weiß es von oben. Gott soll ja allwissend sein. Aber so viele Belege dafür hab ich noch gar nicht gefunden; das wäre einer.
    • Die Formulierung "seinen Geist auf[geben]" in V. 5 und 10 erinnert an den Kreuztod Jesu
    • Nicht nur Petrus darf zaubern (V. 12). Passenderweise ist es Vers 12
    • Sie hätten Jesus haben können, jetzt reicht ihnen der Schatte von Petrus
    • Mir kommen die Apostel zunehmend wie eine Truppe nobler Diebe im Stile von Ocean's Eleven vor Außerdem erinnert die Befreiung aus einem dunklen Steinkasten durch einen Engel daran, dass Jesus sein Steingrab verlassen hat. Auch da hatten Engel ihre Flügel im Spiel, zumindest traf Maria welche an. Sogar diese Facette scheint von Jesus auf die Apostel übergegangen zu sein.
    • Ansonsten fällt mir auf, dass die Apostelgeschichte im dramatischen Sinne "spannender" ist. Man hat hier klare Protagonisten und Antagonisten, die miteinander ringen und den Konflikt vorantreiben (bis hin zum Richturteil). Ich meine, dass Lukas so ähnlich geschrieben hat; die anderen Evangelien waren eher berichtend/ theologisierend.
    • Vers 28ff klingt entweder wie ein Gebet oder ein Bekenntnis/ einen Amtseid, bei dem ich mir vorstellen kann, dass den nicht nur Petrus, sondern jeder folgende "Papst"/ Pfarrer/ whatever leistet.
    • Gamaliel (V. 34) klingt nach einem Elfennamen. Heißt aber wohl "Gott belohnt mich"
    • Durch die bisherigen Lehren ist die Anhängerschaft wohl schon so groß geworden, dass sie eine kritische Masse erreicht haben könnte (vgl. V. 35ff)
    • "hocherfreut, daß sie gewürdigt worden waren, um des Namens (Jesu) willen Schmach zu erleiden" (V. 41) - das ist so eine Facette von Glauben, die ich im Leben nicht verstehen werde
    • Für die Statistik-Fans: Jetzt sind genau 50% des Neuen Testaments erreicht.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  11. #5786
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Bei Hananias und Saphira gehts nicht hauptsächlich darum, dass sie Geld für sich behalten haben, sondern darum, dass sie gelogen haben. Petrus sagt ja, dass ihnen die Verfügung frei steht und fragt, warum er den Heiligen Geist belügt. Die beiden sind der Prototyp des frommen Heuchlers. Sie tun so als wären sie auch so wohltätig wie Barnabas, aber heimlich halten sie zurück. Und so wie Jesus über die frommen Heuchler geredet hat, so passiert es jetzt. Eine Warnung für alle Scheinheiligen, die nur so tun als lebten sie Gott hingegeben aber im Geheimen anders handeln.

    Der Vers 29 ist wie der inhaltlich gleiche im vorigen Kapitel auch herauszuheben: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen". Daran haben sich viele Gläubige orientiert. Manchmal zum Missfallen der umgebenden Gesellschaft. Das ist bis heute so. Daher kommt der Widerstand gegen den Zeitgeist, der manchmal von Christen aufgebracht wird. Leider häufig zu selten, wie ich finde. Es ist halt schwer bis gefährlich, sich gegen den Mainstream zu stellen.

    Am bemerkenswertesten in diesem Kapitel ist der Sinneswandel bei den Aposteln. Ein paar Monate zuvor waren sie noch ängstlich und liefen alle fort. Petrus selbt hatte Jesus verleugnet, aus Angst vor der Todesstrafe. Jetzt steht ihnen so eine Strafe ins Haus und sie gehen sehenden Auges und aufrechten Ganges genau hinein. Dass die Hinrichtung abgewandelt wird in Auspeitschen ist ja nur diesem Gamaliel zu verdanken.


    Noch mal was zur Nachfolge: Die Apostel machen einfach genau das, sie folgen Jesus nach:
    Jesus lässt sich taufen - die Apostel taufen Menschen
    Jesus gibt Hungrigen zu Essen - die Christen verkaufen ihre Habe und investieren es in Essen
    Jesus wiedersteht den Regierenden und den frommen Heuchlern - die Apostel auch
    Jesus heilt Kranke - die Apostel heilen Kranke
    Jesus predigt von Umkehr und Buße - die Apostel tun es ihm gleich
    Jesus leidet als Gerechter - Die Jünger kriegen auch die 39 Schläge.
    Vielleicht kommt daher die Freude darüber.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  12. #5787
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 6
    Achtung Spoiler:
    1 In diesen Tagen nun entstand bei der Zunahme der Zahl der Jünger laute Unzufriedenheit der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Verpflegung nicht genügend berücksichtigt würden.
    2 So beriefen denn die Zwölf die Gesamtheit der Jünger und sagten: »Es scheint uns nicht das Richtige zu sein, daß wir die Verkündigung des Wortes Gottes hintansetzen, um den Tischdienst zu besorgen.
    3 So seht euch nun, ihr Brüder, nach sieben bewährten, mit Geist und Weisheit erfüllten Männern aus eurer Mitte um, damit wir sie zu diesem Dienst bestellen;
    4 wir selbst aber wollen uns ausschließlich dem Gebet und dem Dienst am Wort widmen.«
    5 Dieser Vorschlag fand den Beifall der ganzen Versammlung, und man wählte Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, ferner den Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Judengenossen aus Antiochia.
    6 Diese Männer ließ man vor die Apostel hintreten, die (für sie) beteten und ihnen die Hände auflegten.
    7 Das Wort Gottes breitete sich nun immer weiter aus, und die Zahl der Jünger vermehrte sich in Jerusalem stark; sogar eine große Menge von Priestern wurde dem Glauben gehorsam.
    8 Stephanus aber, ein Mann voll Gnade und Geisteskraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volke.
    9 Da traten einige Mitglieder der sogenannten Synagoge der Freigelassenen sowie der Cyrenäer und Alexandriner und der Synagogen der Cilicier und der Provinz Asien auf und führten mit Stephanus Streitgespräche,
    10 vermochten jedoch gegen die Weisheit und den Geist, mit dem er redete, nicht aufzukommen.
    11 Infolgedessen stifteten sie Männer an, die aussagen mußten: »Wir haben ihn Lästerworte gegen Mose und gegen Gott aussprechen hören.«
    12 So wiegelten sie denn das Volk sowie die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, fielen dann über ihn her, schleppten ihn mit sich und führten ihn vor den Hohen Rat.
    13 Hier ließen sie falsche Zeugen auftreten, die aussagten: »Dieser Mensch hört nicht auf, Reden gegen die heilige Stätte hier und das Gesetz zu führen.
    14 So haben wir ihn sagen hören: ›Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche abändern, die Mose uns verordnet hat.‹«
    15 Als nun alle, die im Hohen Rate saßen, ihre Blicke gespannt auf ihn richteten, sahen sie sein Antlitz (verklärt) wie das Angesicht eines Engels.

    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Ich vermute mal, dass beide (Helleneisten und Hebräer) Untergruppen der Glaubensgemeinschaft sind? Also zwischen diesen Streit aufkommt, der durch "sieben bewährten, mit Geist und Weisheit erfüllten Männern" (V. 3) geschlichtet werden muss?
    • Hat was von Diakonen. Wenn ich mich richtig an die Diakonweihe, bei der ich mal dabei war, erinnere, gab es da auch so Handauflegen wie in V. 6 beschrieben
    • Es findet dadurch eine Arbeitsteilung statt: Gebet und "Dienst am Wort" (also die theologische Arbeit) und das Profane (Streitschlichten)
    • Von Jesus ging der Hl. Geist und die Superkräfte auf die Jünger über, von diesen nun auf die "Diakone" (V. 8). So entsteht allmählich eine Hierarchie. Auf dem unteren Level ist man aber nicht vor Repression gefeit (V. 11f), auch diese Bürde wird mit dem Hl. Geist weitergegeben. Dafür ist auch Stephanus "verklärt" (V. 15) und freut sich.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  13. #5788
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Apostelgeschichte 7
    Achtung Spoiler:
    1 Der Hohepriester fragte ihn nun: »Verhält sich dies so?«
    2 Da antwortete Stephanus: »Werte Brüder und Väter, hört mich an! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien wohnte, bevor er sich in Haran niedergelassen hatte,
    3 und gebot ihm: ›Verlaß dein Heimatland und deine Verwandtschaft und ziehe in das Land, das ich dir zeigen werde!‹
    4 Da wanderte er aus dem Lande der Chaldäer aus und ließ sich in Haran nieder. Von dort ließ Gott ihn dann nach dem Tode seines Vaters in dieses Land hier übersiedeln, das ihr noch jetzt bewohnt;
    5 doch gab er ihm keinen festen Besitz darin, auch nicht einen Fuß breit, verhieß ihm jedoch, er wolle es ihm und seiner Nachkommenschaft späterhin zum Eigentum geben, obgleich er damals noch kein Kind hatte.
    6 So lauteten aber Gottes Worte: ›Seine Nachkommen werden als Beisassen in einem fremden Lande ansässig sein, wo man sie vierhundert Jahre lang knechten und mißhandeln wird;
    7 doch das Volk, dem sie als Knechte dienen werden, will ich richten‹, sagte Gott; ›und hierauf werden sie ausziehen und mir an dieser Stätte dienen.‹
    8 Dann gab Gott ihm den Bund der Beschneidung, und so wurde Abraham der Vater Isaaks, den er am achten Tage beschnitt; Isaak wurde dann der Vater Jakobs und Jakob der Vater der zwölf Erzväter.
    9 Weil dann aber die Erzväter auf Joseph neidisch wurden, verkauften sie ihn nach Ägypten; doch Gott war mit ihm
    10 und rettete ihn aus allen seinen Bedrängnissen und verlieh ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem ägyptischen König, der ihn zum Gebieter über Ägypten und über sein ganzes Haus einsetzte.
    11 Da kam eine Hungersnot und große Drangsal über das ganze Land Ägypten und Kanaan, und unsere Väter hatten nichts zu essen.
    12 Als aber Jakob erfuhr, daß in Ägypten Getreide zu haben sei, sandte er unsere Väter zum erstenmal hin.
    13 Beim zweitenmal gab sich dann Joseph seinen Brüdern zu erkennen, und Josephs Herkunft wurde dem Pharao bekannt.
    14 Joseph sandte dann hin und ließ seinen Vater Jakob und seine gesamte Verwandtschaft holen, im ganzen fünfundsiebenzig Seelen.
    15 So zog denn Jakob nach Ägypten hinab, wo er starb und ebenso auch unsere Väter;
    16 sie wurden nach Sichem überführt und in dem Grabe beigesetzt, das Abraham für eine Geldsumme von den Söhnen Hemors in Sichem gekauft hatte.« 
    17 »Je näher aber die Zeit der Verheißung kam, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, desto mehr wuchs das Volk in Ägypten an und wurde zahlreich,
    18 bis ein anderer König zur Regierung über Ägypten kam, der von Joseph nichts wußte.
    19 Dieser verfuhr arglistig gegen unser Volk und mißhandelte unsere Väter, so daß sie ihre neugeborenen Kinder aussetzen mußten, damit sie nicht am Leben bleiben sollten.
    20 In dieser Zeit wurde Mose geboren und war ein ausnehmend schönes Kind; drei Monate lang wurde er im Elternhause aufgezogen,
    21 und als man ihn dann ausgesetzt hatte, nahm ihn die Tochter Pharaos zu sich und erzog ihn für sich selbst zum Sohn.
    22 So wurde denn Mose in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war gewaltig in seinen Worten und Taten.
    23 Als er aber volle vierzig Jahre alt geworden war, stieg das Verlangen in ihm auf, sich einmal nach seinen Brüdern, den Israeliten, umzusehen;
    24 und als er einen von ihnen sah, dem Unrecht geschah, leistete er ihm Beistand und verschaffte dem Mißhandelten Genugtuung, indem er den Ägypter erschlug.
    25 Dabei war er der Meinung, seine Volksgenossen würden zu der Einsicht kommen, daß Gott ihnen durch seine Hand Rettung schaffen würde; doch sie erkannten es nicht.
    26 Am folgenden Tage kam er gerade dazu, als zwei von ihnen einen Streit miteinander hatten; da wollte er sie versöhnen, damit sie Frieden hielten, indem er sagte: ›Ihr Männer, ihr seid doch Brüder: warum tut ihr einander unrecht?‹
    27 Der aber, welcher seinem Genossen unrecht tat, stieß ihn zurück mit den Worten: ›Wer hat dich zum Oberhaupt und Richter über uns eingesetzt?
    28 Willst du mich etwa ebenso erschlagen, wie du gestern den Ägypter erschlagen hast?‹
    29 Um dieses Wortes willen ergriff Mose die Flucht und lebte als Fremdling im Lande Midian, wo ihm zwei Söhne geboren wurden.
    30 Als dann wieder volle vierzig Jahre vergangen waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbusches.
    31 Als Mose das sah, verwunderte er sich über die Erscheinung; als er aber näher hinzutrat, um genauer zuzusehen, erscholl die Stimme des Herrn:
    32 ›Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.‹ Da begann Mose zu zittern und wagte nicht, genauer hinzusehen.
    33 Der Herr aber sagte zu ihm: ›Ziehe dir die Schuhe ab von den Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land.
    33 Der Herr aber sagte zu ihm: ›Ziehe dir die Schuhe ab von den Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land.
    34 Ich habe die Mißhandlung meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Seufzen gehört; darum bin ich herabgekommen, sie zu erretten. Und jetzt komm: ich will dich nach Ägypten senden!‹
    35 Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sagten: ›Wer hat dich zum Oberhaupt und Richter (über uns) gesetzt?‹, eben diesen hat Gott als Oberhaupt und Erlöser gesandt durch die Vermittlung des Engels, der ihm im Dornbusch erschienen war.
    36 Dieser ist es auch, der sie (aus dem Lande) weggeführt hat, indem er Wunder und Zeichen im Lande Ägypten und am Roten Meer sowie vierzig Jahre lang in der Wüste tat.
    37 Dieser Mose ist es, der zu den Israeliten gesagt hat: ›Einen Propheten wie mich wird Gott euch aus euren Volksgenossen erwecken.‹
    38 Dieser ist es, der bei der Gemeindeversammlung in der Wüste Vermittler gewesen ist zwischen dem Engel, der auf dem Berge Sinai zu ihm redete, und zwischen unsern Vätern, derselbe, der lebendige Worte empfing, um sie uns mitzuteilen.
    39 Doch unsere Väter wollten ihm nicht gehorsam sein; vielmehr stießen sie ihn von sich und sehnten sich nach Ägypten zurück
    40 und sagten zu Aaron: ›Mache uns Götter, die vor uns herziehen sollen! Denn von diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat, wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.‹
    41 So machten sie sich denn damals ein Stierbild, brachten diesem Götzen Opfer dar und hatten ihre Freude an den Werken ihrer Hände.
    42 Da wandte Gott sich von ihnen ab und gab sie dahin, daß sie dem Sternenheer des Himmels dienten, wie im Buch der Propheten geschrieben steht: ›Habt ihr etwa mir Schlachttiere und Opfergaben während der vierzig Jahre in der Wüste dargebracht, ihr vom Hause Israel?
    43 Nein, das Zelt des Moloch und das Sternbild des Gottes Rephan habt ihr getragen, die Götzenbilder, die ihr zur Anbetung angefertigt hattet; darum werde ich euch über Babylon hinaus (in die Verbannung) wegführen lassen.‹« 
    44 »Die Hütte des Zeugnisses hatten unsere Väter in der Wüste so, wie Gott es angeordnet hatte, als er dem Mose gebot, sie nach dem Vorbild, das er gesehen hatte, herzustellen.
    45 Diese (Hütte) haben unsere Väter dann auch übernommen und sie unter Josua in das Gebiet der Heidenvölker gebracht, die Gott vor den Augen unserer Väter vertrieb; (und so blieb es) bis zur Zeit Davids.
    46 Dieser fand Gnade vor Gott und erbat es sich als Gunst, eine Wohnung für den Gott Jakobs zu finden.
    47 Aber erst Salomo hat ihm ein Haus erbaut.
    48 Doch der Höchste wohnt nicht in einem Bau, der von Menschenhand hergestellt ist, wie der Prophet sagt:
    49 ›Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wäre es, das ihr mir bauen könntet?‹ – sagt der Herr – ›oder welches wäre die Stätte der Ruhe für mich?
    50 Hat nicht meine Hand dies ganze Weltall geschaffen?‹« 
    51 »O ihr Halsstarrigen und an Herz und Ohren Unbeschnittenen! Immerfort widerstrebt ihr dem heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.
    52 Wo ist ein Prophet gewesen, den eure Väter nicht verfolgt haben? Und so haben sie auch die getötet, welche das Kommen des Gerechten vorausverkündigt haben, an dem ihr jetzt zu Verrätern und Mördern geworden seid.
    53 Auf Anordnung von Engeln habt ihr das Gesetz empfangen und es doch nicht gehalten!«
    54 Als sie das hörten, ging es ihnen wie ein Stich durchs Herz, und sie knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
    55 Er aber, voll heiligen Geistes, blickte fest zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
    56 und rief aus: »Ich sehe die Himmel aufgetan und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen!«
    57 Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los;
    58 dann stießen sie ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Dabei legten die Zeugen ihre Obergewänder ab zu den Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus
    59 und steinigten den Stephanus, der betend ausrief: »Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!«
    60 Alsdann auf die Knie niedergesunken, rief er noch laut aus: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!« Nach diesen Worten gab er seinen Geist auf.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Stephanus, aus der zweiten Reihe, spricht nun wie Jesus. Mit dem Heiligen Geist wurde auch die Fähigkeit auf ihn übertragen, so zu sprechen wie der Menschensohn. Der zitierte wiederum oft Moses und das tut auch Stephanus hier, wenn er von Abraham erzählt. Die Kette ist also irgendwie "Gott -> Abraham -> Moses -> Jesus -> Petrus -> Stephanus". Fehlt eigentlich noch David.
    • Inhaltlich lernen wir nichts kennen, was wir nicht im AT schonmal gelesen hätten (lang ist's her ). Ist aber ganz nett, das nochmal so zusammengefasst zu lesen. Ein paar Details hatte ich schon lange wieder vergessen (Mose Flucht in V. 28 z.B.)
    • Interessant, wie viel Mühe Stephanus sich gibt, den Hohepriestern gegenüber die Verbindung zwischen beginnendem Christentum und Judentum aufzuzeigen. Vor allem die Parallele zu Mose Verleugnung (V. 35) scheint mir wichtig zu sein: Der anerkannte "Superprophet" des AT wurde auch zuerst verleugnet. Der noch nicht anerkannte "Superprophet" des NT wird verleugnet. Dabei hat der Superprophet des AT den des NT angekündigt (V. 37) - s. auch "Wo ist ein Prophet gewesen, den eure Väter nicht verfolgt haben?" (V. 52)
    • Ah, in Vers 45 tritt David ja doch noch kurz in Erscheinung
    • "die Erde [ist] der Schemel meiner Füße" (V. 49) ist auch so ne lässige Klärung der Besitzverhältnisse
    • Die Steinigung Stephanus kommt nicht überraschend nach dem, was er gerade geredet hat. In Vers 60 zeigt sich eine weitere Parallele zwischen ihm und Jesus: Er gibt seinen Geist auf. Aber er hat jemanden, den er vorher bitten kann, diesen Geist aufzunehmen (V. 59). Das hatte Jesus nicht, kann er auch nicht so wirklich haben.
    • Bemerkenswert ist auch sein Ausruf: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!". Er scheint mir in seinem Glauben beim Sterben sogar gefestiger als Jesus, der das Verlassen-Sein beklagt hat.
    • So, welcher Apostel stirbt als nächster?
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  14. #5789
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    Apostelgeschichte 8
    Achtung Spoiler:
    1 An jenem Tage kam es aber zu einer schweren Verfolgung der Gemeinde in Jerusalem. Da zerstreuten sich alle mit Ausnahme der Apostel in die Landbezirke von Judäa und Samaria.
    2 Den Stephanus aber bestatteten gottesfürchtige Männer und veranstalteten eine feierliche Trauerfeier um ihn.
    3 Saulus aber wütete gegen die Gemeinde, indem er überall in die Häuser eindrang, Männer und Frauen fortschleppte und sie ins Gefängnis werfen ließ.
    4 Die Versprengten nun zogen im Lande umher und verkündigten die Heilsbotschaft.
    5 Dabei kam Philippus in die Hauptstadt von Samarien hinab und predigte ihren Bewohnern den Gottgesalbten.
    6 Die Volksmenge zeigte sich allgemein für die Predigt des Philippus empfänglich, indem sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat;
    7 denn aus vielen fuhren die unreinen Geister, von denen sie besessen waren, mit lautem Geschrei aus, und zahlreiche Gelähmte und Verkrüppelte wurden geheilt.
    8 Darüber herrschte in jener Stadt große Freude.
    9 Nun hatte schon vorher ein Mann namens Simon in der Stadt gelebt, der sich mit Zauberei abgab und die Bevölkerung von Samaria dadurch in Staunen versetzte; denn er behauptete von sich, er sei etwas Großes.
    10 Alle waren für ihn eingenommen, klein und groß, und erklärten: »Dieser Mann ist die Kraft Gottes, welche die große heißt.«
    11 Sie waren aber deshalb für ihn so eingenommen, weil er sie lange Zeit durch seine Zauberkünste in Erstaunen gesetzt hatte.
    12 Als sie jetzt aber dem Philippus Glauben schenkten, der ihnen die Heilsbotschaft vom Reiche Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, Männer wie Frauen.
    13 So wurde denn Simon ebenfalls gläubig; er schloß sich nach seiner Taufe eng an Philippus an und kam nicht aus dem Staunen heraus, als er die Zeichen und großen Wunder sah, die da geschahen.
    14 Als nun die Apostel in Jerusalem vernahmen, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, entsandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
    15 Diese beteten nach ihrer Ankunft für sie, daß sie den heiligen Geist empfangen möchten;
    16 denn dieser war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren lediglich auf den Namen des Herrn Jesus getauft worden.
    17 Infolgedessen legten sie (die beiden Apostel) ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist.
    18 Als nun Simon sah, daß durch die Handauflegung der Apostel der heilige Geist verliehen wurde, bot er ihnen Geld an
    19 und bat: »Verleiht doch auch mir diese Kraft, daß jeder, dem ich die Hände auflege, den heiligen Geist empfängt.«
    20 Petrus aber gab ihm zur Antwort: »Dein Geld fahre samt dir ins Verderben, weil du gemeint hast, die Gabe Gottes durch Geld erkaufen zu können!
    21 Du hast keinen Anteil und kein Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht aufrichtig vor Gott.
    22 Darum bekehre dich von dieser deiner Bosheit und bete zum Herrn, ob dir vielleicht das Trachten deines Herzens vergeben werden mag;
    23 denn ich sehe, daß du in ›Galle der Bitterkeit‹ und in ›Bande der Ungerechtigkeit‹ geraten bist.«
    24 Da antwortete Simon: »Betet ihr für mich zum Herrn, daß nichts von dem, was ihr ausgesprochen habt, mich treffen möge!«
    25 Als sie nun (die beiden Apostel) das Wort des Herrn bezeugt und gepredigt hatten, machten sie sich auf die Rückreise nach Jerusalem und verkündigten (dabei noch) in vielen samaritischen Ortschaften die Heilsbotschaft.
    26 Ein Engel des Herrn aber gebot dem Philippus: »Mach dich auf und begib dich um die Mittagszeit auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und einsam ist!«
    27 Da machte er sich auf und ging hin. Und siehe, ein Äthiopier, ein Hofbeamter und Würdenträger der äthiopischen Königin Kandace, der ihren gesamten Schatz zu verwalten hatte, war nach Jerusalem gekommen, um dort anzubeten.
    28 Jetzt befand er sich wieder auf der Heimreise und saß auf seinem Wagen, indem er den Propheten Jesaja las.
    29 Da gebot der Geist dem Philippus: »Tritt hinzu und halte dich nahe an diesen Wagen!«
    30 So lief denn Philippus hinzu, und als er hörte, wie jener den Propheten Jesaja las, fragte er ihn: »Verstehst du auch, was du liest?«
    31 Er antwortete: »Wie sollte ich das können, wenn mir niemand Anleitung gibt?« Dann bat er Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
    32 Der Wortlaut der Schriftstelle nun, die er gerade las, war dieser: »Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank geführt, und wie ein Lamm vor seinem Scherer stumm bleibt, so tat er seinen Mund nicht auf.
    33 In seiner Erniedrigung wurde das Strafgericht über ihn aufgehoben, und wer wird seine Nachkommenschaft berechnen? Denn erhoben wird sein Leben von der Erde hinweg.«
    34 Da wandte sich der Hofbeamte an Philippus mit der Frage: »Ich bitte dich: von wem redet hier der Prophet? Von sich selbst oder von einem andern?«
    35 Da tat Philippus seinen Mund auf und verkündigte ihm, indem er an dieses Schriftwort anknüpfte, die Heilsbotschaft von Jesus.
    36 Als sie nun so auf der Straße dahinfuhren, kamen sie an ein Gewässer; da sagte der Hofbeamte: »Hier ist ja Wasser! Was steht meiner Taufe noch im Wege?«
    37 [Philippus antwortete ihm: »Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so darf es wohl geschehen.« Jener antwortete: »Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist.«]
    38 Er ließ also den Wagen halten, und beide stiegen in das Wasser hinab, Philippus sowohl wie der Hofbeamte, und er taufte ihn.
    39 Als sie dann wieder aus dem Wasser heraufgestiegen waren, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Hofbeamte sah ihn nicht mehr; denn freudig zog er auf seiner Straße weiter.
    40 Philippus aber befand sich in Asdod; er zog dort von Ort zu Ort und verkündigte die Heilsbotschaft in allen Städten, bis er nach Cäsarea kam.


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • So, wie die jüdische Gemeinde einst ins Exil zerstreut wurde, ergeht es nun der christlichen Gemeinde. Sie müssen aber nicht bis nach Babylon, sondern nur nach Judäa und Samaria.
    • Das Christentum beginnt, sich räumlich auszubreiten. Bis ins Ferne Äthiopien. Das Vorgehen bleibt das gleiche: In Wort (Predigt) und Tat (Zeichen) die Heilsbotschaft verkünden.
    • Simon the Sorcerer - gab es nicht auch ein Computerspiel, das so hieß?
    • Sogar ein Zauberer und ein Hofbeamter werden von der Heilsbotschaft eingenommen. Sie hat also mehr Zauberkraft als andere unirdische und irdische Mächte.
    • Ich finde es auch interessant, wie klar die Schritte zum Glauben auch hier schon getrennt werden: Predigt anhören, auf Namen Jesu getauft werden, Heiligen Geist empfangen. Man braucht immer jemanden, der diesen Schritt schon getan hat.
    • Glaube kann man nicht kaufen.
    • Straße nach Gaza
    • Kandace ist doch nicht die erste reiche schwarze Königin, die uns in der Bibel begegnet, oder? War da nicht auch was mit Salomon? Emoticon: kratz
    • Der Gesandte kann den Propheten Jesaja lesen? (V. 28) Dann muss es in dieser Geschichte schon eine Verschriftlichung von Jesajas Buch geben. Muss aber ziemlich kryptisch sein, wenn man dafür eine Anleitung braucht
    • Das hat, wie die einzelnen Stufen und das Erfordern eines "Glaubensspenders" was Sektenhaftes. Zum richtigen Glauben kann man nicht von sich aus kommen, dafür muss man in der richtigen Gemeinschaft sein. U.a. wegen solcher Elemente kann ich nicht glauben, zumindest nicht so, wie die Kirchen es meiner Wahrnehmung nach erwarten. Was bringt Glaube, wenn nicht jeder (vernünftige) Mensch ihn von sich aus finden kann? Muss er nicht so universell gültig sein, dass man keine Anleitung dafür braucht?
    • Die in Vers 32 zitierte Stelle ist Jesaja 53, 7f.
    • Vers 37 erhält das - soweit ich weiß - wesentliche Element des christlichen Glaubensbekenntnisses: dass "Jesus Christus der Sohn Gottes ist."
    • Wird Philippus als nächster sterben?
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  15. #5790
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    Simon the Sorcerer ist ein älteres Adventure, soll ziemlich lustig sein.

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