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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1321
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    4. Mai 1718: Die fünf unabhängigen südamerikanischen Reiche vereinbaren einen Austausch von Botschaftern und ständige Konsultationen zu politischen und wirtschaftlichen Fragen. Es ist denkbar, dass die Kooperation der Europäer und der Inder ihnen als Vorbild dient.


    5. Mai 1718: Die englische Gesandtschaft in Oslo unterzeichnet im Auftrag König Eduards VII. einen Bündnisvertrag mit der norwegischen Krone. Damit gewinnt künftig wohl eine zweite britsche Macht nach der Irischen Föderation zusätzlichen Einfluss in Nordeuropa.


    6. Mai 1718: Das Kaiserreich China entsendet eine Delegation, die nach Indien reisen und mit den dortigen Satrapen und freien Fürsten über politische und wirtschaftliche Themen sprechen soll. Kaiser Lizong II. versucht auf diese Weise vermutlich, die Möglichkeiten des Hafenzugangs besser zu nutzen, den ihm die Mongolen eingeräumt haben.

  2. #1322
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    8.-28. Mai 1718: Der „Kölner Volksbote“ und die „Heilbronner Stimme“ berichten in einigen Artikeln über die Zerstörungen in der Kathedrale von Santiago und die Suche des Königs von Galicien nach den Tätern. Dabei wird auch erwähnt, dass einige Briefe aufgetaucht seien, in denen Verbindungen sowohl zu islamischen Gelehrten im Kalifat als auch zu „lutherisch“ gesinnten Adligen in Südfrankreich angedeutet würden. Die Echtheit dieser Schreiben sei aber nur schwer einzuschätzen.


    12.-22. Mai 1718: In der östlichen Sahara treffen sich die Oberhäupter der verschiedenen Allianzen, um über die genaue Verteilung der Geld- und Lebensmitteltribute an die drei Stammesbünde zu beraten. Anders als im Westen besteht hier kein übergreifendes, für sämtliche Stämme sprechendes Gremium, so dass das Ganze einige Zeit dauern dürfte.


    16.-27. Mai 1718: Die Afrikanikí Agorá in Athen wird wieder von zahlreichen Kaufleuten aus dem Mittelmeerraum besucht. Es scheint aber, als habe die Reichweite der Handelsmesse in diesem Jahr ein wenig abgenommen, was möglicherweise mit der erwarteten Konkurrenz in Genua zu tun haben könnte.

  3. #1323
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    18.-28. Mai 1718: Nach einer einwöchtigen Klausur versammeln sich die Kurienkardinäle und einige erfahrene Nuntien in Rom, um über den Konflikt zwischen der Großmächteallianz und Italien zu beraten. Da das Ganze offenkundig als Handelsstreit begonnen hat, treten fast alle Purpurträger für strikte Neutralität ein, die Honorius IV. schließlich auch zusagt.


    22. Mai 1718:
    Großkhan Batu V. (Melaka) verbietet mehreren Familienmitgliedern (darunter auch seiner Schwester Ojuna und ihrem Ehemann) nach einem heftigen Streit künftig jeden Zugang zum Hof und sogar den Aufenthalt in der Hauptstadt. Kronprinz Tenzin – der Sohn Ojunas – darf aber zunächst im Amt bleiben. Batus mittlerweile recht gebrechlicher Vater Jagun Khan konnte offenbar nicht mehr zwischen den Geschwistern vermitteln.


    31. Mai 1718: Eine weitere Aufführung eines neuen Werkes des aufstrebenden Komponisten Johann Sebastian Bach in Antwerpen zieht außerordentlich viele Gäste aus Frankreich und Westdeutschland an. Auch englische, schottische und galicische Adlige haben sich auf den weiten Weg nach Flandern gemacht, um das Ereignis miterleben zu können. Bach wird mittlerweile offenbar weit über Burgund hinaus von Musikliebhabern verehrt.

  4. #1324
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    2. Juni 1718: Eine königliche Kommission beginnt mit der Überprüfung von zwei schottischen Festungen, die zuletzt nicht mehr unterhalten worden sind. Es soll sich abgeblich um die bedeutenden Bollwerke Dumfries (4) und Hawick (5) an der englischen Grenze handeln.


    4. Juni 1718: Im Jahr nach dem tragischen Ableben des Kalifen wird die damals abgesagte Hochzeit der nordafrikanischen Hochadligen Amara mit dem merinidischen Prinzen Karim mit angemessenem, aber nicht übertriebenen Aufwand und verhaltener Freude von Volk und Adel im Kreis der Kalifendynastie und der afrikanisch-mongolischen Familie der Braut gefeiert. Die beiden Eheleute scheinen sich sehr gut zu verstehen.


    4.-10. Juni 1718: Das westfälische Symposion befasst sich in diesem Jahr mit den Kosten und dem Nutzen des Straßenbaus in europäischen Ländern. Die Zahl der Gäste liegt im mittleren Bereich.

  5. #1325
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    5. Juni 1718: Die bairische Klosterbothin greift in einem längeren Artikel die Frage auf, ob hinter den im Vorjahr durchgeführten Angriffen auf die Kathedrale von Santiago tatsächlich „lutherische“ oder islamische Kräfte aus Südfrankreich und dem Kalifat stecken könnten, in deren Augen die Wallfahrt als Bedrohung oder Abgötterei erscheine. Die Frage bleibt offen, auch wenn die Autorin es zumindest für möglich hält. Das pfälzische Pendant der Zeitung verzichtet hingegen bislang auf jede Berichterstattung zu dem Thema.


    8. Juni 1718: Nach einer langen Sitzung des Kronrates stimmt Großkhan Kabul I. (Quito) zähneknirschend zu, die erwarteten Geldmittel aus den übrigen Teilreichen nicht sofort auszugeben, sondern zur Schuldentilgung und zum Unterhalt der Flotte zurückzuhalten. Angeblich hatte ihm vor allem sein Vertrauter und Jugendfreund Cihan Khan zu dieser Entscheidung geraten und war damit letztlich durchgedrungen.


    12. Juni 1718: Der Erzbischof von Santiago wird kurz nach der Morgenmesse tot in seinem Gemach aufgefunden, wo er offenbar ein einfaches Frühstück einnehmen wollte. In der Stadt läuten sofort die Totenglocken, und der Klerus wird aufgerufen, Sterbemessen zu lesen. Da der Heilige Stuhl über das freie Besetzungsrecht verfügt, wird das Domkapitel zusammenkommen, um für den Verstorbenen zu beten.

  6. #1326
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    14. Juni 1718: Die Expedition bairischer Ordensschwestern macht auf ihrem Weg nach Tibet und in den Himalaya in Dagomys Station. Großkhan Yesun ist offenbar sehr beeindruckt von den Frauen und sagt ihnen zu, dass sie die Reichspost für ihren weiteren Weg nach Asien nutzen dürfen. Damit sollten sie deutlich schneller vorankommen und auch von den Gouverneuren und Satrapen gastlich aufgenommen werden.


    18.-29. Juni 1718: Das Generalkapitel des Deutschen Ordens in der Ballei Canterbury wird von zahlreichen englischen Adligen besucht, die den Ritterbrüdern nahestehen. Auch der Klerus des Erzbistums ist stark vertreten. Die Eröffnungsmesse wird sogar vom englischen Primas persönlich gehalten, der in seiner Predigt auf die segensreiche Wirkung der „vom Heiligen Geist erfüllten Gemeinschaft“ eingeht.


    20. Juni 1718: Die beiden vom König ernannten Regimentskommandeure in Jütland und auf Seeland berichten, dass ihre jeweiligen Aushebungen gut vorangingen. Man müsse bislang kaum auf die Autorität der Krone und des Reichstages pochen, um die Bevölkerung zur Mitwirkung anzuhalten.
    Geändert von Jon Snow (06. Oktober 2026 um 09:07 Uhr)

  7. #1327
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    22. Juni 1718: In Schwerin treffen mehrere junge Adlige ein, die sich offenbar Hoffnungen machen, in die Fußstapfen verstorbener Verwandten treten und ein enges Verhältnis zum Markgrafen aufbauen zu können. Der politische Einfluss des Monarchen auf diesen Stand könnte so rascher wieder anwachsen als zunächst befürchtet.


    27. Juni 1718: Der päpstliche Nuntius für Spanien bittet um eine Audienz beim galicischen König, um ihn über einen Briefwechsel mit dem Heiligen Stuhl zu informieren.

    Nur für das Königreich Galicien

    Achtung Spoiler:
    Der Heilige Vater würde gern einen Erzbischof und Kardinal ernennen, der dem königlichen Kurs eine Stütze sein könnte. Es käme entweder jemand in Frage, dessen Haltung zur in die Kritik geratenen Wallfahrt ausgleichend ausfiele oder auch jemand, der ganz entschieden zugunsten des Pilgerwesens auftreten würde.



    29. Juni 1718: Am Festtag der Apostel Petrus und Paulus fallen die Predigten in diesem Jahr sehr unterschiedlich aus. Besonders in Frankreich und Burgund treten viele Kleriker für eine „Industrialisierung“ ein, unter welcher sie nach dem Vorbild einiger Gelehrter eine stärkere Neigung zu Fleiß und Mühe im einfachen Volk verstehen. In anderen Ländern unterstützen viele Priester und Bischöfe hingegen einen bauernfreundlichen Kurs nach dem Vorbild des verstorbenen Papstes Laurentius. Ihre Zahl hat aber offenbar auch in Deutschland und den südeuropäischen Ländern etwas abgenommen.

  8. #1328
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    30. Juni 1718: Die Expedition bairischer Ordensschwestern ins tibetische Hochland verlässt unter dem Schutz des Großkhans Dagomys und reitet nach Osten weiter. Einige Frauen aus dem mongolischen Reichsadel begleiten die Benediktinerinnen, deren Selbstvertrauen und Eigenständigkeit großen Eindruck erweckte. Auch die Töchter des Kronprinzen Putraq aus erster Ehe (Sandesja und Salisja) dürfen sich auf ihr Drängen für eine gute Woche der – übrigens nach mongolischer Art im Männersitz reitenden – Gruppe anschließen.


    30. Juni 1718: In Kopenhagen treffen sich einige Edelleute und Händler aus den nordischen Ländern, um über eine mögliche Zukunft der Kalmarer Union zu sprechen.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die Logen haben sich wie gewünscht sehr stark auf Oslo konzentriert, konnten aber in einem halben Jahr noch keine Machtpositionen für sich sichern oder gar Anhänger des Königs von Norwegen auf ihre Seite ziehen. In der Kaufmannschaft der Hauptstadt gewann man aber einige Mitglieder. König Radbod kann nun auch kurzfristige Anordnungen geben, wenn er möchte. Der Brief an den früheren König Erik wurde mit einem vertrauenswürdigen Boten bereits im Frühjahr losgeschickt, bislang traf aber noch keine Antwort ein. Aus Seeland und Jütland werden sehr schöne Sonnenwendfeiern gemeldet, während Schonen und die beiden früheren Unionskönigtümer etwas stärker das Johannesfest begingen. Menschen, die sowohl Sonnenwende wie den Geburtstag des Täufers feiern, sind mittlerweile recht selten geworden und werden meist auch von beiden Seiten zu einer klaren Entscheidung gedrängt.



    2. Juli 1718: Einige Vertreter der hellenischen Botschaften treffen in Tarent ein, um dem Khan über ihre Eindrücke von den verschiedenen Höfen Bericht zu erstatten.

    Nur für das Khanat Hellas

    Achtung Spoiler:
    Die besten Informationen zu Prinzessin Aniuna können die Botschaften in Dagomys, Melaka und – etwas überraschend – Kairo liefern. Sie gilt nicht als Gegnerin des Kronprinzen, denn die Ehe der beiden scheint liebevoll und gut zu sein. Allerdings versucht sie offenbar, den Sohn Putraqs aus erster Ehe so oft und lange wie möglich aus Dagomys fernhalten und immer wieder andere Länder schicken zu wollen. Aniuna und der Kronprinz haben in den mittlerweile 15 Jahren ihrer Ehe nicht weniger als acht Kinder geschenkt bekommen, und man nimmt allgemein an, dass die Kronprinzessin ihren die Nachfolge ihres Vaters sichern möchte, sobald dieser den Thron besteigt. Zuletzt soll sie auch ein Auge auf die Teilreiche Quito, Shikawo, Negübeihafen und Melaka geworfen haben, wo die jeweiligen Herrscher keine eigenen Söhne haben und wohin es enge familiäre Bindungen gibt. Sogar das stets etwas abseitsstehende Debul ist der Prinzessin über die Ehefrau des dortigen Kronprinzen – der jüngeren Schwester Aniunas – nicht fremd. Die genauen Pläne der ehrgeizigen jungen Frau sind bislang aber noch nicht ganz klar.

  9. #1329
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    7. Juli 1718: Im Winter der Südhalbkugel beginnt ein Kuriltai des Großkhanats Negübeihafen. Großkhan Berke I. versammelt den Adel seines ausgedehnten, aber dünn besiedelten und recht armen Teilreiches in der Hauptstadt, um über die künftige Politik zu beraten.


    11. Juli 1718: Eine mit päpstlichen Mitteln finanzierte Bauernschar aus dem Norden von Barbados trifft in Khansbruck ein, um Forderungen der „freien“ Inselbezirke an Erzbischof Athenagoras und dessen Regierung zu überbringen. Darin soll es vor allem um die noch immer praktizierte gewaltsame Rückführung entflohener Leibeigener im Süden gehen.


    14. Juli 1718: Der „Rat der 57“ in Mekka beginnt mit der Rückzahlung veruntreuter Gelder aus dem Vermögen der früheren Scherifenfamilie. Man vermutet aber, dass wegen der bereits erfolgten Anwerbung von Söldnern nicht alle Gläubigen ihre guten Gewissens zugunsten der Heiligen Stätten gespendeten Mittel zurückerhalten können.

  10. #1330
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    18.-31. Juli 1718: In einigen rheinischen Dörfern kommt es während der Erntezeit zu ersten Konflikten zwischen Gutsverwaltern und Bauern wegen der höheren Fronleistungen, die mittlerweile erhoben werden. Es werden aber nur in Einzelfällen gewaltsame Übergriffe gemeldet, die dann auch stets leicht unterdrückt werden können. Auffällig ist, dass die betroffenen Regionen sich nahezu auf die ganze Flusslänge vom Bodensee bis in den Mündungsbereich erstrecken.


    22. Juli 1718: Als zwischen Genua und Marseille ein reich beladenes Handelsschiff aus dem Kalifat verloren geht, beschuldigen sich die Hafenverwaltungen gegenseitig, Piraten auf die Spur des Fahrzeugs gebracht zu haben. Es ist allerdings nicht einmal klar, ob das Ausbleiben des Seglers überhaupt auf einen Akt der Seeräuberei zurückgeht.


    25. Juli 1718: Am Festtag des Apostels Jakobus gibt der päpstliche Nuntius die Ernennung eines neuen Erzbischofs für Santiago bekannt. Mit dem ursprünglich aus dem Königreich Frankreich stammenden, aber seit gut 40 Jahren in Galicien lebenden Abt Johannes von Augbagne fiel die Entscheidung zugunsten eines bekannten Anhängers der Wallfahrt.

  11. #1331
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    27. Juli 1718: Eine weitere Bachaufführung in Dijon unter freiem Himmel wird vom örtlichen Adel mit einem kleinen Turnier verbunden, um die burgundische Rittertradition mit der von vielen Menschen geschätzten musikalischen Kultur zu verknüpfen. Vor allem aus Frankreich und Süddeutschland sind viele Edelleute erschienen, aber etwas überraschend treffen auch einige italienische Gäste ein.


    27. Juli 1718: Während der Rundreise des chinesischen Gesandten in Indien kommt es auch zu einem Treffen mit dem böhmischen Botschafter in Debul. Man begegnet sich auf einem Landgut im Grenzgebiet des Großkhanats zur Föderation von Induru, wo der fernöstliche Diplomat Station macht.

    Nur für das Khanat Böhmen

    Achtung Spoiler:
    Der chinesische Botschafter hat bereits von Böhmen gehört und kennt sogar den Preis für die sichere Bestimmung eines Längengrades, den Quito und Prag gemeinsam ausgelobt haben. Seinen Worten zufolge dient die Rundreise vor allem wirtschaftlichen Zwecken, man wolle damit kein Zeichen zugunsten der radikal-religiösen Kräfte innerhalb der Föderation und andernorts setzen.



    29. Juli 1718: Die italienische Regierung bietet Marseille an, eine gemeinsame Untersuchung zur Piraterie an der gemeinsamen Mittelmeerküste durchzuführen, deren Leitung durchaus von den Franzosen übernommen werden könne. Zudem sollen wegen der Anreise zur Fiera italienische Patrouillen ausgeweitet und für die Rückfahrt sogar Konvois angeboten werden. Einige französische und merinidische Hafenmeister nutzen die Gelegenheit bereits, um vor einer Reise nach Italien zu warnen, da dort die nötige Sicherheit nicht gewährleistet sei.

  12. #1332
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    1. August 1718: In Frauenchiemsee trifft ein Brief der Asienexpedition ein, der offenbar bis zur böhmischen Ostgrenze mit der Reichspost transportiert worden ist.

    Nur für das Khanat Baiern

    Achtung Spoiler:
    Die Ordensschwestern berichten von ihrer Abreise aus Dagomys, bei der zwei erst 16jährige Töchter des Kronprinzen und einige andere adlige Damen mitgeritten seien. Offenbar pflegt man bei Hofe eine recht großzügige Haltung gegenüber weiblicher Selbständigkeit, was den Mongolen auch zu früherer Zeit immer wieder nachgesagt worden ist und was auch an der gewohnten „männlichen“ Reitposition der Begleiterinnen deutlich wurde. Viele der Damen hatten zahlreiche Fragen zum bairischen „Frauenregiment“, erzählten aber auch von ihrem Alltag. Offenbar gelten Großkhan und Kronprinz als sehr integer und freundlich, was es dem hohen Adel erleichtert, seine Töchter und Söhne an den Hof zu schicken. Auch der große Sieg bei Bagdad hat offenbar viel Zuversicht ausgelöst, nachdem man den Niedergang des Reiches lange für unvermeidlich gehalten hatte.



    4. August 1718: Großkhan Batu V. (Melaka) zeigt sich bei mehreren öffentlichen Anlässen demonstrativ im Kreis seiner verbliebenen Familie und stets in Begleitung des Kronprinzen Tenzin. So soll offenbar deutlich werden, dass der Ausschluss Ojunas, ihres Ehemannes und einiger anderer Familienangehöriger vom Hofleben den Zusammenhalt der Dynastie und die gesicherte Nachfolge nicht beschädigt hat.


    7. August 1718: Großkhan Kabul I. ist persönlich beim Baubeginn eines prachtvollen neuen Lustschlosses an der Pazifikküste zugegen. Dafür sollen Liegenschaften des Familienzweiges in Sarai und Dagomys veräußert worden sein, da der Monarch angeblich zusagte, diesmal keine Mittel aus der Staatskasse zu entnehmen und vor allem nicht die Sonderzahlung der übrigen Teilreiche anzugreifen. Allerdings werden offenbar fronpflichtige Bauern aus dem gesamten Andenraum zusammengezogen, um eine bessere Straße zwischen Quito und der Baustelle anzulegen, auf welcher Kabul I. nach Fertigstellung des Schlosses schnell und sicher reisen kann.

  13. #1333
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    10.-20. August 1718: Die Augustmitte ist unerwartet kühl, aber trocken. Die Ernte sollte also ohne Schwierigkeiten eingebracht werden können.


    12. August 1718: Der Stadtrat von Marseille beschließt, eine gemeinsame Untersuchung der Sicherheit zur See mit Italien nur unter Leitung eines königlichen Beamten durchführen zu wollen. Offenbar besteht auch nach gut zehn Jahren noch der Verdacht, dass der Khan mit Piraten im Bunde sein könnte. Zudem werden in der ersten Monatshälfte weitere Schiffe vermisst, obgleich keine größeren Stürme in der Region tobten.


    15. August 1718: Am Hochfest der Himmelfahrt Mariens feiert Papst Honorius mit einigen bereits eingetroffenen Theologen die Messe in der Basilika Santa Maria Maggiore. Dabei übernimmt Patriarch Basilius von Konstantinopel die Festpredigt, der beim Konklave ebenfalls als papabile gegolten hatte.

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