Weil da im Lateinischen anima steht und nicht z.B. vita (mehr so Leben als Zustand oder Lebensweise). Ich lese das als "zu hassen, dass man eine lebendige Seele hat". Und das finde ich einen ziemlich deprimierenden Gedanken.
Hat Johannes sein Evangelium in Latein verfasst, oder ist das eine Übersetzung?
Die KI sagt: Das Johannesevangelium sowie die Johannesbriefe und die Offenbarung wurden im Altgriechisch verfasst. Historiker gehen davon aus, dass Johannes Griechisch als Zweitsprache erlernte, da dies die damalige Weltsprache im östlichen Römischen Reich war. Viele Sprachforscher betonen, dass sein Griechisch zwar grammatikalisch korrekt, aber stilistisch einfach ist und im Hintergrund stark von semantischen und aramäischen Denkmustern beeinflusst wurde („Griechisch schreiben, aber semitisch denken“).
Ich denke nicht, das man hier in der lateinischen Übersetzung anima <> vita auf die Goldwaage legen darf.
Aber an jenem Morgen war es Magie gewesen. Und es hörte nicht auf, Magie zu sein,
nur weil man [inzwischen] eine Erklärung dafür hatte ... (Terry Pratchett)
Ich arbeite mit dem, was ich habe und lesen kann![]()
Seele steht in der Bibel häufig für das Leben an sich. "Psyche" mit Leben zu übersetzen, passt also. Ist vielleicht nicht komplett wörtlich, trifft aber die Bedeutung sehr gut.
Ebenso die Interpretation von "hassen" in der Einheitsübersetzung. Damit sind keine Selbstmordgedanken oder Geringschätzung gemeint, sondern eine demütige Grundhaltung, die sich selbst nicht so wichtig nimmt, sondern sich mehr um den Anderen und um Gott bemüht. Ist ähnlich wie in den anderen Evangelien wo man seine Eltern "hassen" sollten.
Zu Lazarus:
Im Lukasevangelium gibt es ja ein Gleichnis vom Reichen Mann und dem armen Lazarus. (Lukas 16,19-31 Der Lazarus dort stirbt, kommt in Abrahams Schoß und der Reiche kommt ins Totenreich, wo er leidet. Der Reiche bittet dann Abraham, dass er Lazarus zu seinen Brüdern zurücksende, damit die Glauben. Abraham antwortet: Sie haben Mose und die Propheten, wenn sie nicht irhetwegen glauben, werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten zurückkommt.
Lazarus ist die einzige Figur in so einem Gleichnis, die einen Namen hat. Und bei Johannes passiert dann exakt das, was in Lukas steht: Lazarus kommt von den Toten zurück, aber viele glauben nicht, sondern wollen ihn umbringen, weil er ein Beweis dafür ist, dass Jesus der Messias ist.
Es waren auch wieder einige von den Ich-Bin-Worten dabei. Jesus ist: Die Tür, der Hirte, die Auferstehung und das Leben
Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal
Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.
Naja, die Erbsünde ist ja auch ne biblische Idee...nicht unbedingt katholisch, sondern gar christlich. Wird bloß häufig nicht so benannt oder irgendwie anders verstanden.
Das beißt sich gar nicht mit diesem Verständnis von "Das eigene Leben hassen".
Jesus "hasst" ja selbst sozusagen sein eigenes Leben, er spricht im Satz davor vom Weizenkorn, was in die Erde fällt und stirbt, damit daraus Frucht hervorgeht. Die Keimung einer Pflanze benutzt er als Sinnbild für sich selbst: Er gibt sein irdisches Leben am Kreuz für ein größeres Ziel, die Erlösung der Menschheit hin. Genau das selbe will er von seinen Nachfolgern, sie sollen ihr Leben einsetzen für ein größeres Ziel und es nicht für sich selbt aufsparen. Die Apostel haben auch genau dies später getan, sie haben ihr Leben bis zum Tod eingesetzt für die Verbreitung des Evangeliums.
Ich denke da könnte man auch als Mensch, der kein Christ ist, anknüpfen. Ein egoistisch für sich selbst aufgespartes Leben ist vielleicht am Ende lang, reich und ereignislos - aber was hat es genützt und was hat man erreicht? Ein Mensch, der sich für etwas größeres hingibt (Familie, Gesellschaft, Forschung, Politik) - dessen Andenken bleibt.
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