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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5701
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    Joh. 3 16 war der Trauerspruch meiner Oma: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben."

  2. #5702
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Ist auch der typische Beispielspruch zum Vergleich unterschiedlicher Bibelübersetzungen.

  3. #5703
    Zurück im Norden
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    Zu Kapitel 3 lässt sich vielleicht noch ergänzen, dass das Evangelium natürlich aus einer christlichen Gemeinde stammt. Johannesjünger scheint es noch einige Jahrzehnte nach dem Tod Jesu und des Täufers gegeben zu haben, und auch Flavius Josephus bezeugt seinen Tod unter Herodes Antipas. Bei ihm soll er sogar noch so viele Anhänger gehabt haben, dass eine militärische Niederlage des Herodes allgemein als Strafe Gottes für die Hinrichtung des Täufers galt.

  4. #5704
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Oh hier gings ja weiter. Cool.

    Johannes ist als Evangelium viel philospophischer und theologischer als die anderen 3. Typische Besonderheiten:

    - Johanneischer Dialog: Es wird viel geredet. Wir hatten ja schon die Gespräche mit Nikodemus und der Frau am Jakobsbrunnen. Weitere werden folgen. Die Gespräche sind meist dadurch gekennzeichnet, dass Jesus was merkwürdiges sagt, was der Gesprächspartner nicht versteht und Jesus erklärt damit eine geistliche Wahrheit. Beispiel bei Nikodemus: Die Wiedergeburt
    - Es gibt 7 Wunderzeichen und 7 "Ich-bin-Worte". " Wunder haben wir schon gelesen: Die Hochzeit zu Kana und die Heilung des Lahmen am Teich Bethesda. Das erste Ich-bin-Wort kommt in Kapitel 6
    - Jesus geht drei mal zum Passahfest nach Jerusalem, erst beim letzten wird er gekreuzigt. Die Synoptiker (Markus, Matthäus, Lukas) berichten nur von einer Reise nach Jerusalem
    Und dann gibts noch manch anderen Unterschied zu den anderen 3 Evangelien.

    Meine Meinung dazu ist: Johannes kannte beim Verfassen die anderen Schriften und wollte bewusst andere Dinge berichten als die bekannten. Ohne ihn würden ganz wichtige Teile der Bibel fehlen. Der berühmteste aller Bibelverse ist wohl eben bereits beprochener Johannes 3,16: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn sandte, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat."
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  5. #5705
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Bei "eingeboren" les ich immer zuerst "eigeboren" #Echsenmenschensohn Emoticon: aluhut

  6. #5706
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Naja, es heißt "monogenos" im Original. Eingeboren verwenden wir nicht mehr in der normalen Sprache. Es bedeutet, dass dies das einzige Kind ist.
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  7. #5707
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    Naja, es heißt "monogenos" im Original. Eingeboren verwenden wir nicht mehr in der normalen Sprache. Es bedeutet, dass dies das einzige Kind ist.
    Wieder was gelernt. Dachte das wäre sowas wie eingegeben.
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

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  8. #5708
    Zurück im Norden
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    Zitat Zitat von Der Kantelberg Beitrag anzeigen
    - Es gibt 7 Wunderzeichen und 7 "Ich-bin-Worte". " Wunder haben wir schon gelesen: Die Hochzeit zu Kana und die Heilung des Lahmen am Teich Bethesda. Das erste Ich-bin-Wort kommt in Kapitel 6
    Vielleicht noch ergänzend (obwohl das schon bei dir angeklungen ist, also eher als Verdeutlichung): Bei Johannes heißen die Wunder immer Zeichen (Semeia). Eigentlich soll der Glaube aus dem Vertrauen an Jesus kommen, aber wenn das nicht gelingt, sollen Jesu Hörer wenigstens den Zeichen glauben.

  9. #5709
    Altes Mann Avatar von goethe
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    ich weiß ich auch, woher der Spruch "es geschehen noch Zeichen und Wunder" kommt


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  10. #5710
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Johannes 6
    Achtung Spoiler:
    1 Hierauf begab sich Jesus auf die andere Seite des Galiläischen Sees, des Sees von Tiberias;
    2 es zog ihm aber dorthin eine große Volksmenge nach, weil sie die Wunderzeichen sahen, die er an den Kranken tat.
    3 Jesus stieg aber auf den Berg hinauf und ließ sich dort mit seinen Jüngern nieder;
    4 das jüdische Passah stand aber nahe bevor.
    5 Als nun Jesus sich dort umschaute und eine große Volksmenge zu sich kommen sah, sagte er zu Philippus: »Woher sollen wir Brote kaufen, damit diese zu essen haben?«
    6 So fragte er aber, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wußte wohl, was er tun wollte.
    7 Philippus antwortete ihm: »Für zweihundert Denare Brot reicht für sie nicht hin, damit jeder auch nur ein kleines Stück erhält.«
    8 Da sagte einer von seinen Jüngern, nämlich Andreas, der Bruder des Simon Petrus, zu ihm:
    9 »Es ist ein Knabe hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische (zum Verkauf bei sich) hat, doch was ist das für so viele?«
    10 Jesus aber sagte: »Laßt die Leute sich lagern!«, es war nämlich dichter Rasen an dem Ort. So lagerten sich denn die Männer, etwa fünftausend an Zahl.
    11 Jesus nahm sodann die Brote, sprach den Lobpreis (Gottes) und ließ sie unter die Leute austeilen, die sich gelagert hatten; ebenso auch von den Fischen, soviel sie begehrten.
    12 Als sie dann satt geworden waren, sagte er zu seinen Jüngern: »Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nichts umkommt.«
    13 Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die beim Essen übriggeblieben waren.
    14 Als nun die Leute das Wunderzeichen sahen, das er getan hatte, erklärten sie: »Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!«
    15 Da nun Jesus erkannte, daß sie kommen und sich seiner Person mit Gewalt bemächtigen würden, um ihn zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er für sich allein.
    16 Als es dann Abend geworden war, gingen seine Jünger an den See hinab,
    17 stiegen in ein Boot und wollten über den See nach Kapernaum hinüberfahren. Die Dunkelheit war bereits eingetreten und Jesus immer noch nicht zu ihnen gekommen;
    18 dabei ging der See hoch, weil ein starker Wind wehte.
    19 Als sie nun etwa fünfundzwanzig bis dreißig Stadien weit gefahren waren, sahen sie Jesus über den See hingehen und sich ihrem Boote nähern; da gerieten sie in Angst.
    20 Er aber rief ihnen zu:
    21 »Ich bin’s; fürchtet euch nicht!« Sie wollten ihn nun in das Boot hineinnehmen, doch sogleich befand sich das Boot am Lande, (und zwar da) wohin sie fahren wollten.
    22 Am folgenden Tage überzeugte sich die Volksmenge, die am jenseitigen Ufer des Sees stand, daß dort weiter kein Fahrzeug außer dem einen gewesen war und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern zusammen das Boot bestiegen hatte, sondern daß seine Jünger allein abgefahren waren.
    23 Doch es kamen jetzt andere Fahrzeuge von Tiberias her in die Nähe des Platzes, wo sie das Brot nach dem Dankgebet des Herrn gegessen hatten.
    24 Als die Volksmenge nun sah, daß Jesus ebensowenig da war wie seine Jünger, stiegen auch sie in die Fahrzeuge und kamen nach Kapernaum, um Jesus zu suchen.
    25 Als sie ihn dann auf der anderen Seite des Sees angetroffen hatten, fragten sie ihn: »Rabbi, wann bist du hierher gekommen?«
    26 Jesus antwortete ihnen: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Wunderzeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
    27 Verschafft euch doch nicht die Speise, die vergänglich ist, sondern die Speise, die für das ewige Leben vorhält und die der Menschensohn euch geben wird; denn diesen hat Gott der Vater besiegelt.«
    28 Da entgegneten sie ihm: »Was sollen wir denn tun, um die Werke Gottes zu wirken?«
    29 Jesus antwortete ihnen mit den Worten: »Das Werk Gottes besteht darin, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.«
    30 Da fragten sie ihn: »Welches Zeichen tust du nun, damit wir es sehen und zum Glauben an dich kommen? Womit kannst du dich ausweisen?
    31 Unsere Väter haben das Manna in der Wüste zu essen bekommen, wie geschrieben steht: ›Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.‹«
    32 Da sagte Jesus zu ihnen: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Himmelsbrot gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Himmelsbrot;
    33 denn das Brot Gottes ist das, welches aus dem Himmel herabkommt und der Welt Leben gibt.«
    34 Da riefen sie ihm zu: »Herr, gib uns dieses Brot allezeit!«
    35 Da sagte Jesus zu ihnen: »Ich bin das Brot des Lebens! Wer zu mir kommt, den wird nimmermehr hungern, und wer an mich glaubt, den wird niemals wieder dürsten.
    36 Aber ich habe euch (schon) gesagt: Ihr habt mich wohl gesehen, glaubt aber doch nicht.
    37 Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nimmer hinausstoßen;
    38 denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen auszuführen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
    39 Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem dem, was er mir gegeben hat, nichts verloren gehen lasse, sondern es am jüngsten Tage auferwecke.
    40 Denn das ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.«
    41 Da murrten die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist«,
    42 und sie sagten: »Ist dieser nicht Jesus, Josephs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er da jetzt behaupten: ›Ich bin aus dem Himmel herabgekommen?‹«
    43 Jesus antwortete ihnen mit den Worten: »Murret nicht untereinander!
    44 Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht, und ich werde ihn dann am jüngsten Tage auferwecken.
    45 Es steht ja bei den Propheten geschrieben: ›Sie werden alle von Gott gelehrt sein.‹ Jeder, der (es) vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.
    46 Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte; denn nur der eine, der von Gott her (gekommen) ist, nur der hat den Vater gesehen.
    47 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer da glaubt, hat ewiges Leben!
    48 Ich bin das Brot des Lebens.
    49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind dann doch gestorben;
    50 hier dagegen ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit man davon esse und nicht sterbe.
    51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist: wenn jemand von diesem Brote ißt, so wird er ewiglich leben; und zwar ist das Brot, das ich (zu essen) geben werde, mein Fleisch, (das ich geben werde) für das Leben der Welt.«
    52 Nun gerieten die Juden in Streit untereinander und sagten: »Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben?«
    53 Da sagte Jesus zu ihnen: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes eßt und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch;
    54 wer (dagegen) mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn am jüngsten Tage auferwecken.
    55 Denn mein Fleisch ist wahre Speise, und mein Blut ist wahrer Trank.
    56 Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm.
    57 Wie mich mein Vater, der das Leben in sich trägt, gesandt hat und ich Leben in mir trage um des Vaters willen, so wird auch der, welcher mich ißt, das Leben haben um meinetwillen.
    58 Von solcher Beschaffenheit ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; es ist nicht von der Art, wie die Väter es gegessen haben und gestorben sind; nein, wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.«
    59 So sprach Jesus, als er in der Synagoge zu Kapernaum lehrte.
    60 Viele nun von seinen Jüngern, die ihm zugehört hatten, erklärten: »Das ist eine harte Rede: wer kann sie anhören?«
    61 Weil aber Jesus bei sich wußte, daß seine Jünger darüber murrten, sagte er zu ihnen: »Das ist euch anstößig?
    62 Wie nun (wird es sein), wenn ihr den Menschensohn dahin auffahren seht, wo er vordem war?
    63 Der Geist ist es, der das Leben schafft, das Fleisch hilft nichts; die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben;
    64 aber es sind unter euch auch solche, die nicht glauben.« Jesus wußte nämlich von Anfang an, wer die waren, welche ungläubig blieben, und wer der war, der ihn verraten würde.
    65 Er fuhr dann fort: »Aus diesem Grunde habe ich euch gesagt: ›Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater verliehen ist.‹«
    66 Von da an zogen sich viele seiner Jünger von ihm zurück und begleiteten ihn nicht mehr auf seinen Wanderungen.
    67 Daher sagte Jesus zu den Zwölfen: »Ihr wollt doch nicht auch weggehen?«
    68 Simon Petrus antwortete ihm: »Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens;
    69 und wir haben den Glauben und die Erkenntnis gewonnen, daß du der Heilige Gottes bist.«
    70 Jesus antwortete ihnen: »Habe nicht ich selbst euch Zwölf erwählt? Und einer von euch ist ein Teufel.«
    71 Er meinte damit aber den Judas, den Sohn Simons aus Kariot; denn dieser sollte ihn verraten, (und war doch) einer von den Zwölfen.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Es steht die Speisung der 5000 auf dem Programm. Die kennen wir schon aus den anderen Evangelien. Johannes dient es als weiteres Zeichen dafür, dass Jesus der Prophet ist (vgl. V. 14)
    • Im Unterschied zu den anderen Evangelien wird ausdrücklich der Begriff "König" für Jesus benutzt (V. 15), wenngleich er diese Rolle für sich ablehnt und sich zurückzieht.
    • Der Prophet kommt zum Berg
    • Jesu Spaziergang übers Wasser ist von Matthäus bekannt, bei Johannes gibt es aber keinen Sturm. Stattdessen latscht Jesus nachts rüber.
    • Mir gefällt Jesu Schlitzohrigkeit. Das gibt der Speisung nochmal einen anderen Drall als nur zu zeigen, dass Jesus krasse Dinge kann. Die Leute werden aufgefordert, die krassen Dinge zu hinterfragen (V. 27)
    • Vers 30 macht mich etwas stutzig. So viele Leute folgen ihm und halten ihn für den Propheten, weil er bereits Zeichen vollbracht hat. Aber an ihn glauben tun sie deshalb noch nicht? Wie viele Zeichen brauchen die denn noch? - Jesus spricht den Widerspruch in V. 36 selbst offen an
    • Jesus zieht bei seiner Antwort und durch den Vergleich mit Manna (V. 32) eine Parallele zu Moses. Er ist eine Art Moses++, weil er nicht nur das Brot bringt, sondern selbst das Brot ist (V. 35, 48). Jenes B rot wird mit dem ewigen Leben assoziiert (V. 47), nur durch Jesus kann man dieses also erlangen.
    • Sei das Brot, das du in der Welt sehen willst
    • Vers 45 bezieht sich auf Jesaja 54,13: "Alle deine Söhne werden vom HERRN unterwiesen und das Wohlbefinden deiner Söhne wird reich gesegnet sein."
    • Das ganze Kapitel, vor allem ab Vers 48, macht für mich deutlich nachvollziehbarer, wieso die Hostie im Christentum so eine wichtige Rolle spielt und warum die Katholen darauf bestehen, dass es der Leib Jesu ist, den sie da essen. Damit essen sie ja das Brot des Lebens.
    • Als Lazytarier finde ich spannend, dass Fleisch zu Brot wird.
    • V. 56: "Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm." :cz: Theologisch leuchtet mir aber ein, dass (außer Sex) eine Verschmelzung zweier Körper durch Verspeisen realisiert werden kann. Iirc kann Kannibalismus auch ein Ausdruck extremer/ pervertierter Zuneigung sein, weil man den anderen ganz in sich aufnehmen will.
    • Persönlich würde ich das dann aber im übertragenen Sinne verstehen. Also dass es darum geht, Jesu Lehre durch Glaube an ihn vollständig in sich aufzunehmen (und so selbst zu einer Art Mini-Jesus zu werden), als es wörtlich auszulegen.
    • Jesus weiß alles Emoticon: aluhut (V. 64)
    • Spannender Schluss des Kapitels. Jesus beginnt mit einer großen Gefolgschaft und verprellt einen Großteil davon. Vor diesem Hintergrund sind die letzten Verse bemerkenswert: Einer der Zwölf, Judas, mag zwar ein Teufel sein, aber sogar ihn hat Jesus erwählt und zieht in den ganzen Heuchlern vor, die nur das irdische Brot fressen wollen und sich nicht für das Himmelsbrot interessieren.
    • Das macht das Kapitel, obwohl der Mittelteil recht länglich ist, in meinen Augen zu einem der bislang Stärksten.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  11. #5711
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    Was ist ein Lazytarier?
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  12. #5712
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    Jemand der zu faul ist, Fleisch zu essen.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  13. #5713
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    Haben katholische Vegetarier ob der Realpräsenz ein Problem?

    Viel Interessante finde ich aber den letzten Vers. Wenn Judas ein Teufel und dann doch einer der 12 ist, ist dann die "Nachwahl" in der Apostelgeschichte, die dem Autor ja bekannt war überhaupt zulässig?
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
    Einheit, Einheit, gib mir meine Minghan wieder :p

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  14. #5714
    Zurück im Norden
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    Die Apostelgeschichte ist ja mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom selben Autoren wie das Lukasevangelium. Dort wird Matthias den Aposteln zugelost - man stellt zwei geeignete Männer auf und wirft dann nach einem Gebet das Los. Im Allgemeinen wird unter Exegeten angenommen, dass Matthäus, Lukas und Johannes unahängig voneinander entstanden, aber das Markusevangelium bzw. (im Fall von Johannes) eine Variante davon kannten. Johannes muss also nicht unbedingt denselben Apostelbegriff verwendet haben wie Lukas, selbst wenn man davon ausgeht, dass der Vers so gemeint ist, wie du ihn verstehst.

    In der Apg wird es aber ohnehin so ausgedrückt, dass Judas einer der Zwölf war und Anteil am selben Dienst hatte (immerhin hatte Jesus ihn ausgewählt), nun aber ein anderer sein Amt erhalten sollte. Ein Jünger, der von Anfang an dabei gewesen war, würde nun mit den elf verbliebenen Aposteln Zeuge von Jesu Auferstehung sein.

  15. #5715
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    Johannes 7
    Achtung Spoiler:
    1 Hierauf zog Jesus in Galiläa umher; denn in Judäa wollte er nicht umherziehen, weil die Juden ihm nach dem Leben trachteten;
    2 es stand aber das jüdische Laubhüttenfest nahe bevor.
    3 Darum sagten seine Brüder zu ihm: »Mache dich von hier auf den Weg und begib dich nach Judäa, damit deine Jünger auch dort die Werke sehen, die du tust;
    4 denn niemand wirkt doch in der Verborgenheit, wenn er sich in der Öffentlichkeit geltend machen will. Willst du überhaupt solche Tätigkeit ausüben, so zeige dich der Welt öffentlich« –
    5 nicht einmal seine Brüder nämlich glaubten an ihn.
    6 Da antwortete Jesus ihnen: »Meine Zeit ist noch nicht da; für euch freilich ist die Zeit immer gelegen.
    7 Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber haßt sie, weil ich von ihr bezeuge, daß ihr ganzes Tun böse ist.
    8 Geht ihr nur zum Fest hinauf, ich gehe zu diesem Fest nicht hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.«
    9 So sprach er zu ihnen und blieb in Galiläa.
    10 Als dann aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern ganz in der Stille.
    11 Die Juden suchten nun während des Festes nach ihm und fragten: »Wo ist er?«
    12 Und unter den Volksscharen war viel Gerede über ihn; die einen sagten: »Er ist ein guter Mann«; andere dagegen behaupteten: »Nein, er ist ein Volksverführer«;
    13 doch niemand redete mit voller Offenheit über ihn aus Furcht vor den Juden. 
    14 Als aber die Festwoche schon zur Hälfte vorüber war, ging Jesus zum Tempel hinauf und lehrte.
    15 Da wunderten sich die Juden und sagten: »Wie kommt dieser zur Schriftgelehrsamkeit, obwohl er doch keinen Unterricht in ihr erhalten hat?«
    16 Da antwortete ihnen Jesus mit den Worten: »Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat;
    17 wenn jemand dessen Willen tun will, wird er inne werden, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich von mir selbst aus rede.
    18 Wer von sich selbst aus redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und bei dem findet sich keine Ungerechtigkeit.
    19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? Und doch erfüllt niemand von euch das Gesetz! Warum sucht ihr mich zu töten?«
    20 Die Volksmenge antwortete: »Du bist von Sinnen! Wer sucht dich denn zu töten?«
    21 Jesus antwortete ihnen: »Ein einziges Werk habe ich (hier in Jerusalem) getan, und ihr seid allesamt verwundert darüber.
    22 Mose hat euch die Beschneidung gegeben – von Mose stammt sie freilich nicht, sondern von den Erzvätern –, und so beschneidet ihr denn einen Menschen (auch) am Sabbat.
    23 Wenn (nun) ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit das mosaische Gesetz nicht gebrochen wird: da wollt ihr mir zürnen, weil ich einen ganzen Menschen am Sabbat gesund gemacht habe?
    24 Urteilt nicht nach dem äußeren Schein, sondern gebt ein gerechtes Urteil ab!« 
    25 Da sagten einige von den Bewohnern Jerusalems: »Ist dieser Mensch es nicht, den sie zu töten suchen?
    26 Und seht nur: er redet ganz öffentlich, und man sagt ihm kein Wort! Die Oberen werden doch nicht etwa zu der Erkenntnis gekommen sein, daß dieser der Messias ist?
    27 Freilich von diesem wissen wir, woher er stammt; wenn aber der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt.«
    28 Da rief Jesus im Tempel, wo er lehrte, laut aus: »Ja, ihr kennt mich und wißt, woher ich stamme! Und doch bin ich nicht von mir selbst aus gekommen, sondern es ist der rechte Sender, der mich gesandt hat, den ihr aber nicht kennt.
    29 Ich kenne ihn, weil ich von ihm her (ausgegangen) bin, und er hat mich gesandt.«
    30 Da suchten sie ihn festzunehmen, doch niemand legte Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
    31 Aus dem Volke kamen aber viele zum Glauben an ihn und sagten: »Wird wohl Christus, wenn er kommt, mehr Wunderzeichen tun, als dieser getan hat?«
    32 Die Pharisäer erfuhren, daß das Volk solche Ansichten im geheimen über ihn äußerte; daher schickten die Hohenpriester und die Pharisäer Diener ab, die ihn festnehmen sollten. 
    33 Da sagte Jesus: »Nur noch kurze Zeit bin ich bei euch, dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat.
    34 Ihr werdet mich (dann) suchen, aber nicht finden, und wo ich (dann) bin, dahin könnt ihr nicht kommen.«
    35 Da sagten die Juden zueinander: »Wohin will dieser gehen, daß wir ihn nicht finden können? Will er etwa zu den Juden gehen, die unter den Griechen zerstreut leben, und der Lehrer der Griechen werden?
    36 Welchen Sinn hat dieses Wort, das er ausgesprochen hat: ›Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden‹ und ›Wo ich (dann) bin, dahin könnt ihr nicht kommen‹?« 
    37 Am letzten, dem großen Tage des Festes aber stand Jesus da und rief laut aus: »Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
    38 Wer an mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers fließen.«
    39 Damit meinte er aber den Geist, den die, welche zum Glauben an ihn gekommen waren, empfangen sollten; denn der (heilige) Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht zur Herrlichkeit erhoben worden war.
    40 Nun sagten manche aus dem Volk, die diese Worte gehört hatten: »Dieser ist wirklich der Prophet!«
    41 Andere sagten: »Er ist Christus«; wieder andere meinten: »Christus kommt doch nicht aus Galiläa!
    42 Hat nicht die Schrift gesagt, daß Christus aus dem Samen Davids und aus der Ortschaft Bethlehem, wo David gewohnt hat, kommen soll?«
    43 So entstand seinetwegen eine Spaltung unter dem Volk.
    44 Einige von ihnen hätten ihn nun gern festgenommen, aber keiner legte Hand an ihn. 
    45 So kamen denn die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern zurück, und diese fragten sie: »Warum habt ihr ihn nicht hergebracht?«
    46 Die Diener antworteten: »Noch niemals hat ein Mensch so geredet, wie dieser Mann redet!«
    47 Da erwiderten ihnen die Pharisäer: »Habt auch ihr euch irreführen lassen?
    48 Ist etwa irgendein Oberer oder ein Pharisäer zum Glauben an ihn gekommen?
    49 Nein, nur dieses gemeine Volk, das vom Gesetz nichts weiß – verflucht sind sie!«
    50 Da sagte Nikodemus, der früher einmal zu Jesus gekommen war und ihrer Partei angehörte:
    51 »Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, ohne daß man ihn zuvor verhört und seine Schuld festgestellt hat?«
    52 Da gaben sie ihm zur Antwort: »Stammst du vielleicht auch aus Galiläa? Forsche doch nach und lerne begreifen, daß aus Galiläa kein Prophet hervorgeht!«
    53 Dann gingen sie weg, ein jeder in sein Haus; 


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Die Stimmung hat sich in Vers 1 ja radikal gedreht - un in Vers glauben nicht einmal seine Brüder an ihn Bemerkenswert dabei finde ich, dass diese ihm Ratschläge geben und somit infrage stellen. Bei den anderen Evangelien war mir das zumindest nicht aufgefallen. Glaub ich.
    • Vers 7 ist stark
    • Sneaky Jesus wieder Emoticon: tronde Das ist, nach der Aktion am Berg, das zweite Mal, dass er genau das tut, was die Jünger kritisieren: "in der Verborgenheit" bzw. "ganz in der Stille" wirken.
    • Die Szene, wo er trotzdem vor dem Tempel lehrt, hat was von "I know him. He's me." (bzw. umgekehrt).
    • V. 28: Jesus wird vom Grundfunk bezahlt Emoticon: runEmoticon: aluhut
    • Diese ganze Chose rund ums Jesus-Töten finde ich irgendwie konstruiert und wirr. Zum einen sicherlich, weil ich das Heilen eines Kranken am Sabbat als Verbrechen nicht ernst nehmen kann. Zum anderen, weil der Vergleich mit dem Beschneiden irgendwie komisch wirkt. Aber vor allem, weil es so hin und her springt. Sehr mordlüstern wirken die Juden (noch) nicht, das lässt für mich die Sorge künstlich erscheinen. Sie sind offenbar auch zu blöd, ihn direkt zu erkennen. Der einzige, der die Heilung am Sabbat hochspielt, ist Jesus. Dann streiten sie verbal, dann wollen sie ihn festnehmen (da handelt das Volk jetzt lüstern), aber doch nicht. Sie bringen in V. 31 ihren Glauben zum Ausdruck, was in V. 32 dann nur "im geheimen" [sic!] passiert. Und eigentlich ist es nicht das Volk, sondern "die Oberen" (V. 26, V. 32) bzw. die Angst(?) vor diesen, welche das Volk aufstachelt. Summa summarum wirkt das Volk hier auf mich ziemlich blöd, wie ne Herde Schafe halt.
    • Die Blödheit der Juden hat mich in Vers 35 sogar kurz zum Auflachen gebracht: "Will er etwa [...] der Lehrer der Griechen werden?"
    • Ist natürlich gemein, ich habe einen Wissensvorsprung Emoticon: tronde
    • Vers 38f liest sich für mich wie ein Indiz, dass man Jesu Lehren nicht allzu wörtlich auslegen solle. Die "Ströme lebendigen Wassers" werden ganz klar als "Geist" aufgefasst.
    • Vers 39 ist überhaupt spannend: "denn der (heilige) Geist war noch nicht da". Im AT wurde der ja nur ein paar Mal erwähnt, da war er aber schon da. Ggf. ist er noch nicht bei den Menschen da? Dafür muss Jesus anscheinend erst "zur Herrlichkeit erhoben" werden. Was auch immer das genau bedeutet; ich hätte jetzt die Auferstehung damit in Verbindung gebracht. Der heilige Geist ist dann der Teil, der unter den Christen/ Gläubigen verbleibt.
    • Und das Volk blökt weiter Emoticon: simato. "Christus kommt doch nicht aus Galiläa!" (V. 41) klingt, als hätte es ein geflügeltes Wort werden können.
    • V. 42 verdeutlicht, warum Matthäus so viel Wert darauf gelegt hat, Jesu Stammbaum auf David zurückzuführen.
    • Die "Spaltung unter dem Volk" (V. 43) wird in dieser Deutlichkeit jedenfalls nur bei Johannes berichtet. Es erhöht tatsächlich die Spannung und sorgt auch dafür, dass der Tod am Kreuz nicht so sehr aus heiterem Himmel kommt.
    • Bin geneigt, das mal ansatzweise auf die Situation in Sachsen-Anhalt zu legen: Volk gespalten (eine Hälfte für die AfD, eine Hälfte dagegen). Was wäre dann Jesus in dieser Situation?
    • In Vers 50 ist Nikodemus wieder da
    • Irgendwas scheint die Leute an Galiläa zu stören
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

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