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Thema: Frankreichs Geschichtsarchive

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    Pyramisu Avatar von Tiramisu
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    Zerfall der Kalmarer Union

    Während Frankreich noch in Barbados beschäftigt war, sah es sich im Frühjahr 1708 zu einer Intervention in der Kalmarer Union (bestehend aus Dänemark, Schweden und Norwegen) genötigt, die vom dänischen König Erik regiert wurde.
    Um die chaotische Situation im Norden zu verstehen, muss man sich zu den Anfängen der Bauernaufstände im Herbst 1706 zurückbegeben.
    Damals rebellierten in der Kalmarer Union die dänische Insel Seeland und die norwegischen Städte Oslo sowie Trondheim.

    Obwohl König Erik anfangs auf eine harte militärische Strategie gegen die Rebellen setzte, scheiterte seine erste Offensive auf der Insel Seeland, auf der sich die dänische Hauptstadt Kopenhagen befand.
    Die Insel Seeland hatte für Dänemark eine finanziell derart zentrale Rolle, dass der König den Schiffen seiner "Nordischen Handelsgesellschaft NHG" eine Sondergenehmigung gab, mit ihnen Handel zu treiben. Ansonsten stellte er die Insel unter einer Seeblockade, um sie zur Kapitulation zu bewegen.

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    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    6.-31. Oktober 1706: Einige Zeit nach dem Einbringen der Ernte beginnen auch in Europa die Leibeigenen und städtischen Unterschichten mehrerer Länder zu rebellieren. Betroffen sind [...] mehrere Inseln Dänemarks mit Kopenhagen, Norwegen mit Oslo und Trondheim
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    11. Oktober 1706: Der nordische König Erik setzt hingegen auf ein hartes Vorgehen. Die in Kopenhagen weilenden Prinzen Harald und Björn erhalten den Oberbefehl über die vor Ort verfügbaren loyalen Truppen, die den Aufstand militärisch niederschlagen sollen. Zugleich erklärt der Herrscher, dass die norwegischen Einkünfte in diesem Jahr ganz der Krone zur Aufstandsbekämpfung zur Verfügung gestellt werden sollen und fordert die Bischöfe der beiden betroffenen Königreiche dazu auf, indifferente Klöster aufzuheben und illoyale Kleriker zu exkommunizieren.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    26.-27. Oktober 1706: Da das Wetter im hohen Norden immer schlechter wird, lassen sich die militärisch unerfahrenen Prinzen Björn und Harald zu einem überhasteten Angriff auf Kopenhagen verleiten, als ihnen ein Informant ein Überlaufen der meisten Handwerker in Aussicht stellt. Als diese Hoffnung sich nicht erfüllt, geraten die beiden in eine schwierige Lage und entscheiden sich letztlich, Seeland ganz zu räumen. Die Verluste der königlichen Truppen sind aber recht moderat (0,1 Regimenter LI aus dem dänischen Reichsteil), so dass man auf Jütland Truppen für das nächste Frühjahr sammeln kann. Die bereits aufgebotenen Schweden werden dafür zum Teil von der Bewachung der Arbeitssklaven abgezogen und in Schonen zum Schutz des dänischen Adels eingesetzt. Damit haben die Kalmarer Loyalisten zwei gute Möglichkeiten, Seeland bei günstiger Witterung erneut anzugreifen. König Erik erklärt außerdem öffentlich, man werde im Frühjahr wie die „Wilde Jagd“ über Norwegens Rebellen hereinbrechen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    1. März 1707: Die Prinzen Björn und Harald machen den Kopenhagener Bürgern erneut den Vorschlag, ihre Wünsche und Forderungen an König Erik weiterzugeben und sich für deren Annahme einzusetzen. Gerüchten zufolge soll der Monarch selbst vorgeschlagen haben, beide jungen Männer als Vermittler einzusetzen, nachdem sie in der Hauptstadt mit so großem Jubel empfangen worden waren, als sie von ihrer Kaperfahrt zurückkehrten.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    1705: Gründung der Nordischen Handelsgesellschaft (NHG) für den Nordamerikahandel
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    18. März 1707: Kurz nach Beginn der sicheren Seefahrt im Ostseeraum treffen 400 Mann SI und 600 Mann LI vom Söldnermarkt Narwa in Göteborg ein. Da die übrigen Truppen der drei Kronen ihre Winterquartiere bereits verlassen haben, könnten die militärischen Operationen bald beginnen. Dabei setzt nun auch König Erik auf eine Kombination aus Verhandlungen mit den städtischen Rebellen und militärischer Gewalt. Als Besonderheit gilt, dass Seeland von der königlichen Flotte blockiert werden soll, so dass nur die NHG-Schiffe dort noch Handel treiben (aber keine Personen befördern) dürfen. Ziel ist es vermutlich, der NHG zusätzliche Einnahmen zu verschaffen und zugleich den Druck auf die dortigen Handwerker erhöhen, Kopenhagen friedlich an die Truppen des Monarchen zu übergeben. Die drei recht großen Schiffe der Handelsgesellschaft sind bereits ins Baltikum gesegelt, um dort Getreide zu erwerben.
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  2. #77
    Pyramisu Avatar von Tiramisu
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    Ausländische Einflüsse in der Kalmarer Union

    In Norwegen konnte Trondheim von königlichen Truppen befriedet werden, während die Belagerung der Stadt Oslo sich ohne nennenswerte Ergebnisse monatelang hinzog.
    Letztlich erzielte König Erik kaum militärische Erfolge.

    Zu allem Überfluss gab es mehrere Indizien dafür, dass sich ausländische Mächte in den Revolten einmischten, um ihre eigenen Einfluss in der Kalmarer Union auszuweiten.

    Das erste Indiz sind die engen Beziehungen zwischen der Hanse und der Rebellen auf Seeland. Diese wurden von hanseatischen Schmuggel-Schiffen unterstützt, obwohl das hanseatische Oberhaupt dies unterbinden wollte. Besonders als König Erik nach etwa einem halben Jahr damit aufhörte, die Seeländer mit seiner Handelsgesellschaft zu beliefern, um sie dadurch endgültig zur Kapitulation zu zwingen, waren für die Rebellen die hanseatischen Schmuggler besonders wichtig.

    Sie riefen sogar nach hanseatischem Vorbild die „freie Wikingerrepublik Seeland“ aus, die sowohl die Leibeigenschaft als auch die Sonderstellung des christlichen Klerus abschaffte, sodass die neu ausgerufene Religionsfreiheit die alten Heiden der Wikinger begünstigte.
    Im übrigen sprachen sich neben den Bauern und Bürgern sogar Teile des niederen Adels für die neue Republik aus, da sie vermutlich mit dem Heidentum sympathisierten.

    Genau diese Bevölkerungsgruppen gehörten sehr bald zu König Eriks Anhängern, nachdem er den drastischen Schritt wagte, im Mai 1708 die politischen Forderungen der Seeländer offiziell zu akzeptieren und dafür den Stand des Adels fallen zu lassen.
    Der Grund hierfür war, dass er die einkommensstarke Insel Seeland möglichst schnell und unversehrt zurückhaben wollte. Zudem waren die Rebellen, unter anderem dank des ausländischen Einflusses, derart stark, dass König Erik sich eine sehr teure Söldnerarmee hätte leisten müssten, um die Insel gewaltsam zurückzuerobern.

    Der dänische Adel hingegen hätte eine militärische Lösung mithilfe der Truppen des Deutschen Ordens bevorzugt, statt sich den Rebellen zu beugen.
    Als Reaktion auf König Eriks Meinungsumschwung ernannte der Adel seine Prinzensöhne Harald und Björn zu den Herrschern von Jütland bzw. Seeland, wobei der dänische Adel hauptsächlich nur auf Jütland und nicht auf Seeland ihre Macht inne hatte.

    Kurioserweise hatten die Kanaren bereits vor knapp einem halben Jahr Harald und Björn zur Erlangung ihres eigenen Reiches gratuliert, noch bevor sie ihre Herrschertitel überhaupt verleiht bekamen. Somit wussten die Kanaren sehr wahrscheinlich im Voraus darüber bescheid, dass die beiden populären Söhne ihren Vater irgendwann verraten würden. Dies kann als ein weiteres Indiz für die ausländische Einmischung gewertet werden.
    Den Kanaren ging es schon seit Längerem darum, möglichst viele europäische Reiche zu destabilisieren, um auf destruktive Weise Einfluss zu üben.

    König Eriks Loyalisten, zu denen sein dritter Sohn Radbod gehörte, versammelten sich hingegen auf Schonen, da Eriks Einfluss auf Seeland noch nicht wiederhergestellt war. Historisch gesehen war Schonen ein Teil Dänemarks, obwohl es sich im südlichen Teil der schwedischen Landmasse befand.

    Die Königreiche Schweden und Norwegen nutzten die zersplitterten Machtverhältnisse in Dänemark dazu aus, ihre Unabhängigkeit von der Kalmarer Union zu erklären. Dabei stand der neu ausgerufene König von Schweden dem Deutschen Orden sehr nahe. Dieser Orden besaß in Schweden bereits Balleien und somit einen gewissen Einfluss. Einer ihrer Hochmeister residierte sogar noch vor der Zeit der Revolution in Stockholm.

    Insofern handelte es sich um die dritte ausländische Macht, die die Autorität von König Erik untergrub.
    An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass Balleien des Deutschen Ordens für den lokalen Oberherren (in diesem Fall König Erik) zwar wirtschaftlich profitabel sein können, aber auch im Falle von Revolten den Separatismus begünstigen können, falls der Orden mit der Politik des Herrschers nicht einverstanden ist.

    Es bahnte sich allein schon dadurch ein Konflikt mit dem Deutschen Orden an, weil die antiklerikale Gesinnung hanseatischer Freidenker auf Seeland überschwappte, denen sich König Erik letztlich beugte. In der hanseatischen Stadt Köln wurden der Stand des Klerus sogar noch deutlicher angefeindet als auf Seeland.

    Die Kalmarer Union war nur noch ein Schatten ihrer selbst - nicht zuletzt aufgrund des Interessenkonfliktes fremder Mächte.
    In dieser Zeit gelang es ihr dennoch unter König Erik mit Frankreich und Burgund ein militärisches Bündnis einzugehen. Vermutlich sollte so die Einmischung der anderen Mächte unterbunden werden, die zu Ungunsten Frankreichs noch viel mehr Einfluss in der Kalmarer Union erlangt hätten.

    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    In Stockholm residiert der Hochmeister des Deutschen Ordens. Die Stadt profitiert daher in gewissem Maße von der Wirtschaft nichtschwedischer Balleien.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    24.-31. März 1707: Die Verhandlungen zwischen Monarchen, Adel und den revoltierenden Handwerkern und Bauern in vielen Ländern Europas gehen weiter. [...] Auf Seeland haben die Rebellen mittlerweile einen gemeinsamen Rat gebildet und treten in Gespräche mit der Krone ein, die durch die Prinzen Harald und Björn vertreten wird. Sie fordern eine schnelle Abschaffung der Leibeigenschaft, eine Landverteilung, einen Anteil an der Stadtregierung sowie die Aufhebung kirchlicher Sonderrechte im ganzen Reich. Ähnliche Forderungen werden von den Rebellen im Erzbistum Köln erhoben, wobei hier die kirchenkritischen Stimmen besonders laut sind.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    7.-19. April 1707: Ein erster Vorstoß der Kalmarer Söldner (400 Mann SI und 600 Mann LI) in Richtung Nordwesten bleibt nach einigen Anfangserfolgen im Grenzgebiet zwischen den drei Reichen stecken. Offenbar haben sich die Bauern die Geländeverhältnisse geschickt zunutze gemacht, um die ortsfremden Söldner aufzuhalten. Dennoch sind die Verluste beider Seiten noch gering. Da man bislang aus Angst vor weiteren Aufständen wie vom König befohlen die schwedische und norwegische Reiterei im Lande beließ, könnte man die Truppen der Krone zudem rasch verstärken.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    9. April 1707: Ein erstes Getreideschiff der NHG legt in Kopenhagen an, wo die Preise bereits über das gewöhnliche Maß hinaus gestiegen sind, seit die Kalmarer Flotte Seeland von allen Handelsrouten abgeschnitten hat und nur noch Schmuggel und Geschäfte der NHG möglich sind. Die Gewinne der Gesellschaft könnten daher trotz der Umstellung der Geschäfte nach Osten und den damit verbundenen Schwierigkeiten recht ansehnlich ausfallen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    24. April 1707: Ein zweites Getreideschiff der NHG legt in Kopenhagen an und verkauft seine wertvolle Fracht. Zwar wächst der Unmut in der Stadt auf die Gewinnsucht des Königs, doch wagen es die neuen Herren der Stadt nicht, Fahrzeug oder Ladung zu beschlagnahmen, um die künftige Versorgung nicht in Gefahr zu bringen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    1.-26. Mai 1707: Auch in Norwegen nehmen die Kämpfe Fahrt auf, und nach zähem und auf beiden Seiten recht verlustreichem Kampf gelingt der Durchbruch der königlichen Armee an die Stadtgrenze von Oslo. Die Zwangsarbeiter der Krone wurden mittlerweile vollständig im Osten Schonens konzentriert, um die norwegische Armee für die Kämpfe freizumachen, und auch einige Kontingente aus Schweden greifen in die Gefechte ein. Anfang Juni ist die Stadt dann schließlich vollständig eingeschlossen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    12.-30. Juni 1707: Die königlich-norwegische Armee bei Oslo stößt weiter nach Norden vor, um die Belagerung der Stadt besser abzusichern. Die Bauernhaufen müssen sich daraufhin ins Hinterland zurückziehen, während die Handwerker und städtischen Arbeiter versuchen, die recht starken Mauern zu verteidigen. Söldner und Adelsaufgebote beginnen nun mit der Belagerung, die sich aber einige Zeit hinziehen könnte.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    15. Juni 1707: Die Bauern und Handwerker auf Seeland geben auch weiterhin nicht auf. Sie haben inzwischen sogar nach hanseatischem Vorbild einen ständigen Rat gewählt, der sich aller Belange der Insel annehmen soll. Die Prinzen Björn und Harald gehen inzwischen davon aus, dass sie mit ihrer Armee von Jütland aus übersetzen und die Bauernhaufen gewaltsam besiegen müssen.
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    1.-18. Juli 1707: Auf königliche Anweisung hin versuchen 300 Mann LR und 300 Mann LI die norwegische Hauptstadt Oslo abzuriegeln, um dadurch allen übrigen Truppen den Rücken freizuhalten. Diese sollen nun einen Angriff auf die Provinz Trondheim durchführen. Zudem erhalten die Rebellen in Oslo Gelegenheit, sich kampflos zu ergeben, um wieder der Gnade des Monarchen teilhaft zu werden. Die Zünfte würden dann künftig an der Stadtregierung beteiligt. Andernfalls müsse man eine hohe Kontribution verlangen und den Stadtrat nach freier Entscheidung des Königs umgestalten. Die Bürger erhalten eine Bedenkzeit bis zwei Wochen nach der „Befriedung“ der Region Trondheim.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    13. Juli 1707: In Oslo wird eine echte Stadtregierung der Rebellen gegründet, die weitgehend aus Vertretern der Zünfte besteht, in der aber auch städtische Arbeiter und sogar mehrere Bauern aus dem Umland Ämter innehaben. Bis zum Monatsende folgen Breda, Antwerpen, Brügge und Hannover diesem Vorbild, während Kopenhagen einen gemeinsamen Rat für ganz Seeland einrichtet, um die Verbindung der städtischen und ländlichen Rebellen zu stärken.
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    16.-31. Juli 1707: in der zweiten Monatshälfte legen wieder Getreideschiffe der NHG in der von der nordischen Flotte blockierten Hafenstadt Kopenhagen an. Die Preise sind nun aber spürbar angestiegen, was man dem Scheitern der Gespräche zwischen Vertretern Seelands und den Prinzen Björn und Harald zuschreibt. Bei den in Jütland stehenden Truppen wächst mittlerweile auch die Ungeduld, und die beiden jungen Prinzen müssen immer wieder als Schlichter eingreifen. Gerüchten zufolge soll zudem der Schmuggel nach Seeland deutlich zugenommen haben und vor allem von Kaufleuten der Hanse getragen werden.
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    24. Juli 1707: Die königlich-norwegische Armee erringt bei Halmar einen wichtigen Sieg über die Bauernhaufen, die sich daraufhin in die umliegenden Wälder zurückziehen. Dadurch ist der Weg nach Trondheim weitgehend frei, auch wenn man noch fast 400 Meilen vor sich hat. Die Bauern in der Region nördlich von Hamar scheinen bislang größtenteils friedlich geblieben zu sein. Zudem werden 600 Mann SR und LR aus Dänemark und 300 neu aufgebotene SR aus Schweden als Verstärkung entsandt.
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    9. August 1707: Der Skalde Ragnar von Dalby und Prinz Radbod treffen sich in Kalmar, um über bessere Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung aller drei Reiche zu beraten und dem König entsprechende Vorschläge unterbreiten zu können. Dazu haben sie einige Vertreter der verschiedenen Stände aus Dänemark, Norwegen und Schweden im Schloss Radbods versammelt.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    [zunächst auf Wunsch gelöscht]
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    14. August 1707: Vor Oslo kommt es zu kleineren Gefechten der Rebellen mit Truppen der norwegischen und schwedischen Krone, welche die Stadt abriegeln sollen. Dabei nutzen die Aufständischen einige Schleichwege, die offenbar nur Ortskundigen bekannt sind, um ihre Gegner zu überraschen. Die Adelsreiterei hält aber trotz einiger Verluste stand und kann letztlich ihre Blockade aufrechterhalten.
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    19. August 1707: Hansebürgermeister Baur gibt Befehl, einige Schiffe zur Unterstützung der Blockade Seelands zu entsenden, die offenbar nicht zuletzt von hanseatischen Schmugglern unterlaufen wird. Der Immerwährende Hansetag stimmt aber auf einer sofort einberufenen Sitzung mit großer Mehrheit dagegen, so dass die Anweisung widerrufen wird. Die Vertreter Lübecks, Hamburgs und Bremens hatten argumentiert, dass König Erik seine NHG mit dieser Blockade unangemessen bevorzuge, da sie dennoch Lieferungen durchführen dürfe. Daran solle sich der Bund nicht auf Kosten der eigenen Kaufleute beteiligen.
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    24. August 1707: Eine norwegisch-dänische Reitereinheit hat Trondheim erreicht, während die Fußtruppen noch vorsichtig in Richtung Norden vorrücken. Die Handwerker der Stadt zeigen sich sofort verhandlungsbereit, nachdem die meisten Bauernhaufen in die Wälder oder Berge geflohen sind und keine große Unterstützung mehr leisten können.
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    2. September 1707: Nach kurzen Verhandlungen mit der Vorhut der königlichen Armee gibt sich die Handwerkerschaft Trondheims kampflos geschlagen. Ähnlich wie in Genua erhält die Krone im Zuge einer Stadtreform einen Vertreter im Rat, wobei die übrigen Veränderungen zugunsten der Zünfte eher moderat ausfallen.
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    8. September 1707: Die NHG stellt auf Anweisung König Eriks ihre Fahrten nach Seeland ein, um den Druck auf die rebellierenden Bauern und Handwerker zu erhöhen. Nur wenige Tage später weist Hansebürgermeister Baur die Bundesflotte erneut an, Schmuggel von Händlern der Gemeinschaft mit zu unterbinden, was der Immerwährende Hansetag bislang verhindert hat. Daher wird nun für Mitte des Monats eine neue Sitzung einberufen, auf welcher beide Seiten ihre Ansichten darlegen sollen. Baur weist im Vorfeld darauf hin, dass die Schmuggler dem Ruf der ganzen Hanse schadeten.
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    10. September 1707: Ein dänischer Reichstag, der wegen der Kämpfe in Jütland tagt, bittet in einer Petition an König Erik darum, das Angebot des Deutschen Ordens annehmen zu dürfen. Die Waffenhilfe der Brüder könne vielleicht dazu beitragen, den Aufruhr schnell zu beenden, so dass man nicht erst auf den Sieg über Oslo warten müsse.
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    17. September 1707: Der Immerwährende Hansetag tritt in Lübeck zusammen, um über den Schmuggel zwischen Seeland und den Bundesstädten zu sprechen, ohne dass eine Einigung erzielt werden kann. Die Vertreter der Kommunen sehen offenbar weiterhin keinen Grund, die Kalmarer Union mit eigenen Schiffen bei der Bekämpfung des Schmuggels nach Seeland zu unterstützen oder Maßnahmen gegen Handelsschiffe des Bundes zu ergreifen, die sich dort engagieren. Die meisten Handwerker sympathisieren überdies recht offen mit den dänischen Rebellen, was den Kaufleuten zusätzlichen Rückhalt verleiht.
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    27. September 1707: Die königlich-norwegische Armee und die Söldner des Monarchen sind mittlerweile im Umland Oslos zusammengezogen worden, wobei etwa 300 Reiter weiterhin das Gebiet zwischen Trondheim und der Hauptstreitmacht schützen, da die Bauern in den Wald- und Bergregionen noch immer größere Banden bilden. Man versucht zunächst, in Gesprächen mit den Rebellen auf die kampflose Übergabe Trondheims zu verweisen und eine friedliche Lösung herbeizuführen, doch die wohlbefestigte Hauptstadt bleibt zunächst hart. Ohne Befreiung der Bauern von ihrem drückenden Los werde man die Waffen nicht strecken.
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    4.-8. Oktober 1707: Nachdem die Bürger und Bauern in Oslo die Bedenkfrist verstreichen ließen, befielt König Erik, die Stadt durch ständige Angriffe zu zermürben und 1000 S für einen Verräter zu versprechen, der die Tore öffnet oder ein Mitglied des Rates ermordet. Allerdings werden die Verluste der vorwiegend eingesetzten Söldner rasch untragbar, so dass der Obrist mit dem Abzug seiner Männer droht, sollten sie weiterhin für ein derart aussichtsloses Unterfangen in den Tod geschickt werden. Da auch die Adelsreiterei und Vertreter der loyalen LI-Aufgebote nicht in die Bresche springen können und wollen, soll Oslo nun ausgehungert werden.
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    8. Oktober 1707: Der nordische Prinz Radbod begibt sich nach Lübeck, um eine förmliche Protestnote zu überbringen. Man habe klare Hinweise, dass Seeland von Schmuggeln des Hansebundes versorgt werde und könne dies keinesfalls akzeptieren. Einige Vertreter des Immerwährenden Hansetages nehmen das Schriftstück entgegen, bestreiten aber eine Verwicklung des Bundes und verweisen darauf, dass Dänemark eine Blockade selbst durchsetzen müsse.
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    4. November 1707: Der dänische Adel, dessen Aufgebote in Jütland stehen, bittet nach einer Versammlung seinen König darum, das Hilfsangebot des Deutschen Ordens anzunehmen zu dürfen. So könne man die Rebellen deutlich schneller besiegen als im Alleingang.
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    17. November 1707: Die Belagerung von Oslo wird wegen des hereinbrechenden Winters unterbrochen. Da die königlich-norwegische Armee mit ihren Hilfstruppen aber in der Nähe der Stadt überwintert, kann man eine gewisse Kontrolle der Zugangswege aufrechterhalten. Mit Beginn des Frühjahrs soll dann ein neuer Anlauf unternommen werden, die Rebellen zur Aufgabe zu bewegen oder die Festung zu erstürmen.
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    22. November 1707: Die Delegierten von Bauern, Bürgern und überraschend auch einige Niederadlige und einfache Kleriker treffen sich in Kopenhagen zu einem Landtag. Wenige Tage später wird die „freie Wikingerrepublik Seeland“ ausgerufen, die künftig von einem siebenköpfigen Rat regiert werden soll, in welchem alle landwirtschaftlichen Inselregionen und Kopenhagen vertreten sein werden. In ersten Reformgesetzen wird die Leibeigenschaft aufgehoben, das Grundeigentum der Kirche enteignet, die Religionsfreiheit hergestellt und den „altnordischen“ Kulten ein ehemaliges Kirchengebäude als Tempel überlassen.
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    14. Dezember 1707: Der kanarische Kronprinz Schinab gibt bei einem Kunsthandwerker zwei goldene Trinkhörner in Auftrag, um die nordischen „Wikingerprinzen“ Björn und Harald zu ihrer Eroberung eines eigenen Reiches zu beglückwünschen. Offenbar nimmt man vor der afrikanischen Küste an, dass Seeland eine neue Provinz sei, welche von Männern erobert wurde, die den Kriegern der „Wilden Fahrt“ glichen und unter dem Befehl der beiden Weltumsegler standen.

    21. Dezember 1707: Der Kalmarer Hofberater Ragnar trifft sich zu einer Verhandlungsrunde mit Vertretern der Rebellen, die angeblich bis weit in die Nacht hinein andauert, aber von gegenseitigem Respekt geprägt sein soll. Möglicherweise kommt doch noch eine friedliche Übereinkunft zwischen der Krone einerseits und den Bauern, Handwerkern und Arbeitern andererseits zustande. Öffentlich wird aber von beiden Seiten Stillschweigen bewahrt, so dass keine Informationen über Art und Umfang der Gespräche nach außen dringen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    12. Januar 1708: Die Sklavenaufseher der Kalmarer Union beginnen mit der Freilassung aller Zwangsarbeiter, die ihre Strafe abgebüßt haben. König Erik hatte entschieden, sich auf die Arbeitsdienste zu beschränken, die man bei den Urteilen ausgesprochen hatte, so dass kein dauerhafter Sklavenstand in den nordischen Königreichen entstehen dürfte. Angesichts der Aufstände auf Seeland und in Oslo könnte sich diese Entscheidung als richtig erweisen, da unter den Zwangsarbeitern so die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit bestehen bleibt.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    18. Januar 1708: Der Kalmarer Hof tritt an König Erik heran, um über die Finanzierung der in diesem Jahr möglicherweise geplanten militärischen Operationen zu sprechen. Handgelder oder Soldkosten sind aus dem Staatsetat bislang nicht vorgesehen. In Schweden bieten die Balleien des Deutschen Ordens an, die „Schonenarmee“ (0,4 Minghan SR und 0,3 Minghan LR) für dieses Jahr zu finanzieren. Da dort auch die meisten Zwangsarbeiter beschäftigt sind, wäre die militärische Präsenz auch abseits der Republik Seeland sehr nützlich. In Dänemark erklären sich erneut die Bistümer bereit, die beiden Heere (0,3 Minghan SR, 0,1 Minghan LR und 0,5 Regimenter LI in Jütland sowie 0,2 Minghan SR und 0,3 Minghan LR aus Dänemark in Südnorwegen) aus ihren Mitteln zu unterhalten. Für Norwegen zeichnet sich zunächst noch keine Lösung ab, man könnte dort aber vielleicht die Klöster fragen, ob sie die Handgelder für das Heer bei Oslo (0,2 Minghan SR, 0,1 Minghan LR und 0,3 Regimenter LI) übernehmen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    29. Januar 1708: Die Frage der diesjährigen Handgelder in der Kalmarer Union scheint nach einem Gespräch des schwedischen und norwegischen Adels mit König Erik gelöst zu sein. In Dänemark nimmt man das Angebot der Bistümer an, während der Monarch den Vorschlag des Deutschen Ordens ablehnt. Da er zudem deutlich zu verstehen gibt, dass er über die Norweger sehr enttäuscht wäre, sollten sie für die gottgewollte Ordnung nicht selbst ein Opfer bringen wollen, bleibt dem dortigen Adel kaum etwas anderes übrig, als offiziell auf die Handgelder für 1708 zu verzichten. Die Schweden schließen sich dieser Entscheidung kurz darauf an, um Unmut zwischen den Königreichen zu vermeiden.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    24. Februar 1708: Der Kalmarer Prinz Radbod trifft in Paris ein, wo bereits ein Konsulat der Union angesiedelt worden ist. Der dritte Sohn König Eriks ist bereits seit dem vergangenen Jahr in diplomatischer Mission unterwegs, um die nordischen Königreiche in Europa ins rechte Licht zu setzen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    27. Februar 1708: Der nordische König Erik gruppiert seine Truppen für die mit Beginn der Schneeschmelze erwartete verstärkte Belagerung Oslos um. Je 200 Mann SR und 200 Mann LR aus allen drei Reichen, also insgesamt immerhin 1200 Reiter, sollen die Stadt von der Außenwelt abschneiden. Allerdings müsste man die Verteilung anpassen, da Norwegen insgesamt nur über 100 LR verfügt. Dänemark hat gegenwärtig bereits 500 Reiter im südlichen Norwegen stationiert, so dass man dies leicht ausgleichen könnte. Die aus Schonen kommenden schwedischen Reiter wären dann mit LI ersetzbar.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    21. März 1708: Eine Delegation des republikanischen Rates aus Seeland trifft in Kalmar ein, um mit König Erik über ein friedliches Ende der Revolte zu verhandeln. Vertreter der Stände Dänemarks bitten aber darum, der Monarch möge den Reichstag einberufen und gewählte Delegierte an den Gesprächen beteiligen. Auch Schweden und Norwegen kündigen an, ihre Reichstage einberufen zu wollen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    26. März 1708: In Chambord beginnt ein burgundisch-nordfranzösischer Ständetag, bei dem es nach übereinstimmenden Berichten von Adligen, Kaufleuten und Diplomaten um einen Bündnisvertrag mit der Kalmarer Union gehen soll. Die genauen Modalitäten dringen noch nicht nach außen, aber da König Heinrich VIII. und Herzog Johann X. gemeinsam für diese Vereinbarung eintreten und Prinz Radbod ebenfalls anwesend ist, dürfte eine Annahme äußerst wahrscheinlich sein. Allerdings sollen zahlreiche Wortmeldungen auf ein recht deutliches Unbehagen von Delegierten beider Länder hindeuten.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    31. März 1708: Der nordische König Erik spricht längere Zeit mit den Adligen, die ihm den Wunsch der Stände nach einer Einberufung der Reichstage überbracht haben. Dabei weist der Monarch auf die starke Befestigung Kopenhagens und den überproportionalen Anteil Seelands an den Einnahmen der Krone bei. Die Kräfte der Reiche seien nicht ausreichend, um die Insel zurückzuerobern und bei einer Anwerbung zahlreicher Söldner seien hohe Schulden zu erwarten, die ein verwüstetes Seeland nicht abtragen könne. Es sei daher bereits ein Erfolg, die Seeländer überhaupt zu echten Verhandlungen bewegt zu haben, welcher keinesfalls aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Letztlich gelingt es Erik damit, die Einberufung der Reichstage auf Anfang Mai zu verlegen, was ihm zusätzliche Zeit für Verhandlungen verschafft.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die Delegation aus Seeland wäre prinzipiell mit einem königlichen Vertreter im Rat und der Sonnenwendfeier in Kopenhagen zur Demonstration seiner Oberhoheit einverstanden. Man könne aber das Land nicht mehr an den Adel oder die Kirche zurückgeben, da man hier bei den Bauern im Wort stehe. Eine Entschädigung, an der sich die Seeländer zusammen mit der Krone beteiligten, sei aber im Bereich des Möglichen. Auch sei man bereit, Adelsvertreter und Kleriker im Seeländer Rat zuzulassen, der dann als eigenständige Inselregierung wieder dem König unterstellt werden könne. Ob es für Schonen und Jütland dann ähnliche Regelungen geben solle, überlasse man dem Monarchen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    7. April 1708: Die Prinzen Erik und Harald treffen in Kalmar ein, um ihren Vater bei den Verhandlungen mit der Seeländerdelegation zu unterstützen. König Erik stellt außerdem 5000 Silberdinare für die Gespräche zur Verfügung, was bei dem als sparsam geltenden Monarchen eher ungewöhnlich ist und die Bedeutung eines Erfolges deutlich zeigt.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    9. April 1708: Die burgundisch-französische Ständeversammlung stimmt dem Kalmarvertrag mit deutlicher Mehrheit zu, nachdem sich beide Monarchen nochmals ausdrücklich dafür ausgesprochen haben und Prinz Radbod die Weisheit und Vertragstreue seines Vaters wortreich und eloquent betonte. Er könnte also in Kraft treten, sobald sich die drei Monarchen darauf verständigen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    12. April 1708: Auf Wunsch König Eriks äußern sich einige vertrauenswürdige Adlige zu den Gesprächen mit der seeländischen Gesandtschaft. Die meisten von ihnen treten allerdings eher für eine militärische Lösung ein, um den Aufstand nicht noch zu belohnen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    16. April 1708: König Erik von Dänemark, Norwegen und Schweden bittet die Vertreter des seeländischen Rates und die dänischen Adligen, die ihm den Wunsch der Stände nach einer Einberufung des Reichstages überbracht haben, zu einer „Verhandlungsklausur“ ins Schloss. Einige Tage später treffen zudem Vertreter der auf Seeland begüterten Edelleute ein, die meist aus dem Feldlager vor Oslo oder aus Jütland gekommen sind. Die Atmosphäre zwischen ihnen und den Bauernvertretern ist aber mehr als frostig.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die Delegation der Republik unterstützt den Vorschlag, die enteigneten Kirchengüter auf der Insel, die noch nicht verteilt worden sind, an den Adel zu übergeben und bietet an, den Rat entsprechend zu informieren und um seine Zustimmung zu bitten. Die Adelsvertreter sind hingegen regelrecht empört, dass man ihnen und der Kirche ihre Besitztümer nehmen will, zumal die „Entschädigung“ verhältnismäßig gering ausfallen würde. Einige Delegierte sind sogar der Ansicht, dass Entschädigungen an Adel und Kirche zuallererst aus dem Krongut genommen werden sollten, wenn der König den Rebellen schon so weit entgegenkomme. Auch die Abschaffung der Leibeigenschaft auf Seeland könne allenfalls über einen langen Zeitraum und gegen eine finanzielle Entschädigung der Grundherren erfolgen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    1.-9. Mai 1708: Im Norden überschlagen sich die Ereignisse, als einige Vertreter der Republik Seeland in Kalmar nach einem heftigen Streit mit den Delegierten des Adels deutlich darauf hinweisen, dass der König ohnehin auf ihrer Seite stehe und der zweite Stand nur die Chance habe, sich mit den Angeboten zu begnügen, die man ihnen mache. Schließlich habe der von König Erik entsandte Skalde in dessen Auftrag und im Beisein von mehreren seeländischen Priestern die Götter befragt und dabei erfahren, dass die Bauern und Handwerker im Recht seien. Die Adligen reisen daraufhin noch in der Nacht zusammen mit den Prinzen Harald und Björn ab und segeln am nächsten Morgen zurück nach Jütland. Dort tritt ein Rumpfreichstag zusammen, der Harald zum neuen König von Dänemark und Björn zum Herzig von Seeland ausruft. In Schonen versammeln sich hingegen die königstreuen Stände, um König Erik den Rücken zu stärken. Dabei handelt es sich um Vertreter der Bürger und Bauern und um einige Niederadlige, die lange bei Hofe Dienst taten und zum größten Teil zum heidnischen Glauben zurückgekehrt sind. Auch der schwedische und norwegische Reichstag treten zusammen und erklären die Union mit Dänemark offiziell für beendet, wobei zunächst nur Schweden sofort einen neuen König (den eng mit dem Deutschen Orden verbundenen Baron Waldemar von Sigunta) wählt. Der Rat der Republik Seeland kündigt hingegen an, die Verhandlungen mit dem „weisen, gerechten und gottesfürchtigen König Erik“ rasch abschließen zu wollen, um mit vereinten Kräften für die Rechte aller Stände eintreten zu können.
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  3. #78
    Pyramisu Avatar von Tiramisu
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    Militärische Intervention Frankreichs und Burgunds

    Das Bündnis mit der Kalmarer Union war nicht bei allen französischen Ständen beliebt, da z.B. französische (sowie burgundische und süddeutsche) Bischöfe verhaltene Sympathien für den dänischen Adel zeigten, die unter anderem auch gegen die antiklerikalen Seeländer Heiden kämpften.

    Noch verworrener war die Situation in Norwegen, wo sich die Truppen der drei Königreiche von Dänemark, Schweden und Norwegen gegenüber standen, nachdem sie wenige Tage zuvor noch gemeinsam gegen die Rebellen in Oslo gekämpft hatten. Nun waren Schweden und Norwegen den Dänen plötzlich feindlich gesinnt.

    In Schonen, das zuvor von einer kleinen norwegischen Truppe bewacht wurde, verschanzten sich ebenjene Norweger in der Festung von Helsingborg. Ganz in der Nähe Helsingborgs, auf der anderen Seite der Meerenge, versammelten sich seeländische Truppen im Hafen von Kopenhagen, um bei Bedarf schnell verschifft zu werden.
    Weitere versprengte Streitmächte der verschiedenen kalmarer Fraktionen begaben sich ebenfalls in Position, unternahmen aber zunächst aufgrund der konfusen Situation keine Kampfhandlungen.

    Derweil wurden Französische und burgundische Schiffe recht schnell nach Beginn der chaotischen Umstürze für den Einsatz im Norden verschifft.
    Mithilfe seiner Unterstützer aus Seeland konnte König Erik kleine Truppenverbände der Schweden aus Schonen verjagen.
    Wenig später verbündeten sich Schweden und Norwegen jedoch miteinander, um ihre neu gewonnene Souveränität zu schützen und einen Separatfrieden mit König Erik auszuschließen.
    Selbst dem neuen König Harald von Jütland boten sie ein Bündnis an.

    An der Südküste Norwegens zwischen Kristiansand und Stavanger plünderten seeländische Truppen die Besitztümer des Adels mit dem Ziel der Bauernbefreiung, obwohl König Erik mithilfe seiner Anhänger eher einen finanziellen Vorteil aus den Plünderungen ziehen wollte.
    Doch seine Truppen wurden recht schnell aus Norwegen und wenig später sogar aus Schonen verdrängt.
    Infolgedessen schloss sich die Stadt Oslo den siegreichen Norwegern an.

    Zuvor war Oslo jedoch einige Zeit lang interessiert daran gewesen, sich dem mittlerweile bauernfreundlichen König Erik anzuschließen. Immerhin erlangte er im Juni 1708 dank seines neu erlangten Rufes die Kontrolle über die wichtige Insel Seeland.
    In Europa versuchte er seine Toleranz den Heiden gegenüber zu beschwichtigen, indem er sein Bekenntnis zum christlichen Glauben betonte.

    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    4.-31. Mai 1708: Der Aufruf des Kalmarer Königs Erik wird zunächst in den drei Ländern der Krone und später auch im ganzen europäischen Raum bekannt. Wie zu erwarten stand, wird er von den verschiedenen Ständen recht unterschiedlich aufgenommen, wobei der Klerus in den meisten Ländern sehr zurückhaltend bleibt und die Situation zunächst nicht bewertet. Nur einige süddeutsche, burgundische und französische Bischöfe gehen in ihren Predigten kurz darauf ein, wobei sie eher die Position des Adels vertreten, ohne sich jedoch stark zu exponieren. Papst Laurentius hat sich bislang noch nicht geäußert und dürfte in Jerusalem auch erst relativ spät ein genaues Bild der Lage bekommen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    6.-8. Mai 1708: In Schonen beginnen erste militärische Operationen, wobei die Truppen der drei Königreiche sich offenbar noch in einer Phase der Unsicherheit befinden. Die 300 Mann LI aus Norwegen, die bereits zuvor den Süden und die Festung Helsingborg gesichert hatten, verschanzen sich zunächst in der Hafenstadt, um die weitere Entwicklung abzuwarten. Die schwedischen Reiter, die vorwiegend mit der Banditenbekämpfung und der Kontrolle aller Zwangsarbeiter befasst waren und mit 300 Mann recht schwach sind, bleiben zunächst an Ort und Stelle, um weitere Befehle abzuwarten. Angeblich hat ihr Kommandeur den unter seiner Ägide stehenden Gefangenen aber eine Befreiung auf Ehrenwort in Aussicht gestellt, sollten sie ohne Verwüstungen und Straftaten in ihre jeweilige Heimat zurückkehren. Auch im Süden werden erste Truppenbewegungen gemeldet: 100 der 500 LI-Kämpfer aus Jütland sollen sich in Richtung Küste begeben haben, was wohl auf ihre Abkehr vom Adel hindeuten könnte. Die königliche Flotte macht sich ebenfalls auf den Weg, um Truppen an ausgewählte Orte zu transportieren. Auch die Streitmacht Seelands begibt sich zum größten Teil in den Hafen Kopenhagens, um rasch verlegt werden zu können. Die gemischte Streitmacht im Süden Norwegens scheint hingegen noch an Ort und Stelle zu verweilen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    9. Mai 1709: Französische Truppen werden zur Verschiffung vorbereitet, zudem werben die Agenten des burgundischen Herzogs auf dem Söldnermarkt Lüttich SI-Kämpfer an. Da man in Westeuropa noch nichts von den Ereignissen im Norden gehört hat, schießen die Gerüchte zunächst ins Kraut, verstummen später aber auch sofort wieder.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    11.-14. Mai 1708: In Schonen brechen nach der erfolgreichen Anlandung von etwa 900 LI-Kämpfern aus Seeland erste Kämpfe aus. Die königstreuen Dänen versuchen, in einem gut ausgeführten nächtlichen Angriff die etwa 300 schwedischen Reiter zu überwältigen. Dies gelingt zwar nicht, da der schwedische Kommandeur alle Zwangsarbeiter freilässt, so dass die Seeländer in Kämpfe mit den erbosten Männern hineingezogen werden; da die meisten von ihnen aber keine Waffen haben und nur noch nach Hause wollen, bleibt den Schweden dennoch nur der Rückzug in Richtung Norden. Der beherzte Angriff der Loyalisten hat den Großteil Schonens (außer dem unmittelbaren Umland Helsingborgs) damit in die Hand Eriks und seiner Getreuen gebracht.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    18. Mai 1708: Der norwegische Reichstag wählt einen erfahrenen Baron aus Telemark zum neuen König des unabhängigen Reiches. Dieser nimmt – wohl aus außenpolitischen Gründen – den Namen Olav IV. an. Zudem ermächtigen die Stände ihn, mit Oslo zu verhandeln und die nötigen Zugeständnisse zuzusagen. Der schwedische und norwegische Reichstag geben zudem bekannt, dass sie einen Vertrag zur gegenseitigen Hilfe vereinbart hätten, um ihre Unabhängigkeit zu wahren und einen Separatfrieden mit König Erik auszuschließen. Auch Harald V. wird eingeladen, sich dem Bündnis anzuschließen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    20. Mai 1708: Ein Gesandter des nordischen Königs Erik trifft in Stralsund ein, um mit dem Provinzial der pommerschen Deutschordensritter zu sprechen. Dieser leitet im Augenblick stellvertretend den ganzen nordostdeutschen Ordenszweig, da die meisten Priore sich beim Pfingsttag in Uppsala aufhalten.

    22. Mai 1708: Nach dem Abschluss des Bündnisvertrages zwischen Norwegen und Schweden erklären sich die vor Oslo lagernden Truppenkontingente der drei Reiche für die Rebellen. In Jütland ist zwar anscheinend noch keine Entscheidung über den Verzicht Haralds V. auf die schwedische und norwegische Krone gefallen, doch das Misstrauen gegenüber König Erik scheint bislang etwaige Meinungsunterschiede zwischen den „neuen“ Monarchen zu überdecken.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    23. Mai 1708: Das isländische Alting schließt sich nach intensiven Diskussionen König Erik an, den man weiterhin als legitimen Monarchen aller drei Königreiche betrachtet und dem man wohl auch am ehesten zutraut, eine machtvolle Politik im Nordatlantik zu betreiben, welche dem Handel Islands nutzen könnte.

    24. Mai 1708: In Oslo treffen zwei Delegationen ein, mit welchen der Rat parallel verhandelt. Während die Getreuen König Eriks von seinem Skalden Ragnar von Dalby und dem früheren Leiter der seeländischen Diplomaten in Kalmar angeführt werden, haben die Norweger eine Gruppe von Adligen und Handwerkern aus dem Umland der Stadt geschickt.

    24.-27. Mai 1708: Das Ordenstreffen in Uppsala, das eigentlich als freudige Veranstaltung für die Ritter und ihre Gönner gedacht war, ist nun von der politischen Krise der Kalmarer Union geprägt. Beim Pfingsthochamt zum Abschluss der Veranstaltung predigt Erzbischof Andreas von Uppsala zum Thema der Gnadengaben (1 Kor 12), ohne direkt auf die Unabhängigkeit Schwedens einzugehen. Da der Oberhirte als Freund und Vertrauter König Waldemars gilt, aber bereits seit Jahresbeginn als Festprediger feststand, könnte es sich auch um einen Kompromiss handeln, die aktuelle Situation auszuklammern.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    25.-31. Mai 1708: Zwischen Kristiansand und Stavanger greifen LI-Aufgebote Seelands einige Adelssitze und Landgüter an, die wegen der vollständigen Mobilisierung im Land nur schlecht bewacht sind. Die meisten Bauern ziehen sich daraufhin mit ihren Familien und ihrem Besitz weiter ins Landesinnere zurück, da sie hoffen, die Angreifer würden sich nicht so weit von der Küste wegbewegen. Die Seeländer erklären im Namen König Eriks, sie seien nicht zur Eroberung gekommen, sondern um die Frondienste aufzuheben und den Bauern eine spürbare Verbesserung ihres Lebens zu ermöglichen.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    26.-28. Mai 1708: Kalmarer Diplomaten treffen in Nowgorod, Narwa und Riga ein, um mit den dortigen Satrapen zu sprechen. Diese empfangen ihre Gäste dann auch relativ rasch, was vermutlich auch ein wenig an ihrer Neugier in Bezug auf die Ereignisse liegt.

    27.-31. Mai 1708: König Erik und seine drei Herausforderer intensivieren ihre Bemühungen um die öffentliche Meinung in ihren Ländern und in ganz Europa. Während der bisherige Monarch der Kalmarer Union seine christliche Gesinnung betont und den Verrat seiner Söhne beklagt, versuchen die Rebellen, ihn als Wendehals, Lügner und eigennützigen Tyrannen darzustellen. Diese „Kriegspropaganda“ nimmt Anfang und Mitte Juni dann nochmals deutlich Fahrt auf.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    1.-14. Juni 1708: Die königliche Flotte der Kalmarer Union greift nun auch in Mittelnorwegen am Meer liegende Grundherrschaften an. Zugleich versuchen die zwischen Kristiansand und Stavanger verbliebenen Streitkräfte, die eroberten Güter wieder nutzbar zu machen und für die Kriegsanstrengungen finanziell auszubeuten. Es zeigt sich aber rasch, dass König Erik in Norwegen über keinerlei Rückhalt mehr verfügt, so dass die Reiterei des Adels ohne große Probleme eine Grundherrschaft nach der anderen zurückerobern kann, fast immer sogar unterstützt von einzelnen Bauernmilizen. Als die Verluste der königlichen LI-Aufgebote zu sehr anwachsen, evakuiert man schließlich die restlichen Truppen im Süden, solange man noch den Zugang zum Meer hat.
    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    2.-7. Juni 1708: In einem machtvollen Vorstoß erobern die vor Oslo liegenden Truppen der drei nordischen Königreiche das nur von wenigen LI-Aufgeboten verteidigte Schonen zurück. Glücklicherweise hat König Erik an der schwedischen Grenze Späher positioniert, so dass die Seeländer wissen, ob aus dieser Richtung Gefahr droht. Da dies zunächst nicht der Fall ist, gelingt es ihnen zumindest, sich geordnet zurückzuziehen und das Umland Kalmars mit der königlichen Residenz zu schützen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Offensive geben der Stadtrat Oslos und die Offiziere der norwegischen LI-Aufgebote in Helsingborg bekannt, dass sie sich der legitimen Regierung König Olavs IV. anschließen werden.
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  4. #79
    Pyramisu Avatar von Tiramisu
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