Wenn ich das recht verstehe, will Lao doch explizit nicht die Ausrichtung der Zeitungen steuern, sodass er doch gar nichts (zumindest nicht aktiv) kopiert?![]()
Hast du eine Idee, wie das aussehen könnte? Ich hab sonst mal versucht, das ganze für nen Schwerpunktentwurf zu konkretisieren:
Man nimmt den Wormser Streit und den diesbezüglich noch tagenden Landtag zum Anlass, um einige noch offene Fragen bezüglich der "freien" Presse zu klären und die pfälzische Zeitungslandschaft somit auf neue Grundlagen zu stellen.
- Zunächst wird das Rechtsgutachten aus Hessen, wonach der Staat für gedruckte Inhalte nicht unmittelbar haftet, zum Präzedenzfall und damit zu geltender Rechtslage erklärt.
- Im nächsten Schritt wird eine Art der Presseaufsicht nach brandenburgischem Vorbild eingeführt, entweder, indem die noch bestehenden Zeitungen zu einer Gilde oder Zunft zusammengefasst werden oder indem das bisherige System der Lizenzvergabe abgeändert wird und statt Höflingen vermehrt Angehörige aller Stände - angesehene Mitglieder des Klerus, des Adel und des Bürgertums, damit auch der Universität, der Handelshäuser und der Zünfte- zunächst ehrenamtlich eingebunden werden. Auch eine Kombination beider Varianten ist denkbar, so könnte die eigentliche Presseaufsicht sich aus den Lizenzgebern zusammensetzen und noch über der Zunft oder Gilde stehen. Die Gestaltung der Detailfragen obliegt den damit betrauten Hofbeamten, den beteiligten Zeitungen sowie dem Landtag.
Ziel der Presseaufsicht ist es jedenfalls, an Stelle des Hofes die Auflagen zu entwerfen, nach denen die einzelnen Zeitungen arbeiten müssen, damit einhergehende Rechte und Pflichten klar zu definieren und Verantwortung für die Inhalte zu tragen. Sie erhält ein staatliches Monopol bei der Lizenzvergabe, es sollte aber klar sein, dass sie dessen auch wieder verlustig werden kann, wenn den damit einhergehenden Pflichten nicht nachgegangen wird. Der Hof selbst tritt dabei in den Hintergrund und behält sich lediglich eine Möglichkeit der indirekte Einflussnahme vor, in dem er eine Rolle bei der Ernennung der Lizenzvergeber spielt.
Das im Vorjahr beschlagnahmte Material wird unter Obhut der Presseaufsicht auf die überlebenden Zeitungen respektive die Gilde oder Zunft aufgeteilt. Personal kann allerdings von den neuen Inhabern weiterbeschäftigt und weitere Zeitungen unter dem Schirm des neuen Gremiums gegründet werden. Man hofft, dass sich die angeschlagene Presselandschaft unter diesen Bedingungen langsam wieder erholen wird können. In diesem Zusammenhang stellt man auch die Option in den Raum, einen Teil der freigewordenen Kapazitäten der Kooperation mit dem böhmischen Gelehrtenjournal (und damit der aufkeimenden Kooperation der Universitäten Prags und Heidelbergs) zur Verfügung zu stellen.
Neben einer abschließenden Klärung der Rechtslage soll das neue Gremium wie schon in Brandenburg für einen freien Informationsaustausch sorgen, den Hof damit an die Spitze eines Netzwerks setzen, das die Stände verbindet, und dabei diverse Synergieeffekte mit den durch Balduinsbund, Korrespondentennetzwerk und Postsystem bereits bestehenden Informationsfluss und der freien Presselandschaft nutzen.
Kostenpunkt: 100 000 S
Sonstiges
- Mit je 15 000 S werden Balduinsbund und "arme Ritter" erneut gefördert.
- Die Einlagen der Handels- und Handwerksbank werden um 10 000 S auf 450 000 S erhöht. Aus den damit insgesamt verfügbaren 80 000 S sollen in Zusammenarbeit mit den Zünften Anreize geschaffen werden, um die während der Hungerkrise nach Westfalen ausgewanderten Handwerker zur Rückkehr zu bewegen- die Zünfte selbst wie auch etwaige Familienmitglieder etc. werden als Vermittler eingeschaltet, um die Auswanderer jetzt, nachdem sich die Versorgungslage in der Pfalz wieder stabilisiert hat, und gerade auch nach den Aufständen in Westfalen im Vorjahr, wieder zur Rückkehr zu bewegen.
- Die Einlagen der Landwirtschaftsbank werden um 20 000 S auf 500 000 S erhöht.
- Mit 5000 S aus der Staatskasse unterstützt man die Beteiligung der eigenen Händler in Frankfurt, mit weiteren 5000 die Beteiligung der Handwerker am Wettstreit in Italien.
- Mit weiteren 5 000 S unterstützt man die Beteiligung der eigenen Kaufleute an der Handelsmesse in Genua, daneben sollen wie schon in Frankfurt und Paris auch dort für zusätzlich 15 000 feste Marktstände errichtet werden, um jede künftige Beteiligung zu erleichtern.
- Mit je 5000 S beteiligt man sich auch an den Symposien in Böhmen und Westfalen.
- Der Kurs in Sachen Korrespondentennetzwerk und Presse wird beibehalten. Man hofft weiterhin, wie bereits angedeutet schwarze Zeilen schreiben zu können.
- Die im Vorjahr aufgelösten wechselseitigen Privilegien mit Italien werden gegen eine Zahlung von 50 000 S als einseitige Privilegien wieder aufgegriffen. Die aktuelle List der Privilegien umfasst somit:
Seit 1710: Gegenseitige Privilegien der Stufe 1 mit der Landgrafschaft Hessen (mit Vasallen)
Seit 1710: Gegenseitige Privilegien der Stufe 1 mit dem Khanat Westfalen (mit Vasallen)
Seit 1710: Gegenseitige Privilegien der Stufe 1 mit dem Herzogtum Schwaben (mit Vasallen)
Seit 1715: Gegenseitige Privilegien der Stufe 1 mit der Eidgenossenschaft (mit Vasallen)
Seit 1718. Einseitige Privilegien der Stufe 1 im Khanat Italien (mit Vasallen)
Kredit
Es wird ein neuer Kredit in Höhe von 1 374 025 bei der Schweiz beantragt, um den fälligen Kredit in Höhe von 1 474 025 (mit Zinsen) abzubezahlen. Zur Überbrückung der Differenz werden 100 000 S aus der Staatskasse beigesteuert, um den Schuldenstand zumindest zu stabilisieren.
Finanzen
Einnahmen: 730 000 S (Steuereinnahmen) + 102 000 S (Einnahmen des Postdienstes) + 5000 S (Rücklagen aus dem Vorjahr) = 837 000 S
Ausgaben: 100 000 (Schwerpunkt) + 130 000 (Hofhaltungskosten) + 175 000 (Verluste des Postdienstes) + 54 000 (Verluste des Korrespondentennetzwerkes) + 2000 (Verluste des Balduinsbundes) + 10 000 (Forderungen aus Worms) +2000 S (Zinsen an Worms) + 30 000 (Zahlungen an Balduinsbund und "Arme-Ritter-Kasse") + 30 000 (Erhöhung der Einlagen der Banken) + 20 000 (Messe Genua) + 5000 (Messe Frankfurt) + 5000 (Handwerkerwettstreit Italien) + 50 000 (Ausgleichszahlung für die einseitige Vergabe von Handelsprivilegien der Stufe 1 in Italien) + 5000 (Vertretung beim Symposium in Böhmen) + 5000 (Vertretung beim Symposium in Westfalen) + 105 000 (Militärkosten) + 100 000 (Kreditrückzahlung) = 828 000 S
=> 9000 Rest
Am Ende musst du es wissen ich persönlich würde dir dies empfehlen.
Falls du aber lieber keinen SP investieren möchtest, kannst du auch einfach das Lizenzsystem weiterhin über den Hof laufen lassen. Die Neue Westfälische Zeitung (regierungstreu, bisher in Richtung Boulevardjournalismus orientiert) und die "Klosterbothin II" stehen ja beide bereit und könnten Anfang des Jahres ihre Ausgaben veröffentlichen.
Khan von Hessen
König von Deutschland
Pfalzgraf am Rhein
Oder so. Kann mir die Aufsicht auch noch über der Zunft/Gilde als übergeordnete Organisation vorstellen. Solange der Grundgedanke/erwünschte Effekt in dem Schwerpunkt ersichtlich ist mach ich die konkrete Variante gerne von der Umsetzbarkeit abhängig bzw. davon, wie du das am besten einpflegen kannst, aber Presseaufsicht nach brandenburgischem Vorbild scheint ein guter Vorschlag zu sein und auch, das hessische Gutachten zum Anlass zu nehmen, die ganze Haftungsfrage etwas vom Staat zu entkoppeln.
Aber gut, danke für die Rückmeldung, dann hab ich mit dem Schwerpunkt zumindest mal einen Grundstock und mach mich die Tage mal an die Abgabe.
Ja. Die Ausrichtung zu steuern war der Versuch, sie näher an bereits bestehenden und funktionierenden Vorbildern zu orientieren, das war der vorherige Plan, scheiterte aber an der Umsetzbarkeit, kurz gesagt.
Aber bei dem Thema wird irgendwie nur so halb mitgelesen, hab ich das Gefühl.![]()
Hab hier abgegeben.