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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5686
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Ne, ich hab momentan einfach keine Zeit
    .

    Möglicherweise ab September. Das entscheidet sich Montag.

  2. #5687
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Emoticon: wisch
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    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  3. #5688
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Johannes 1
    Achtung Spoiler:
    1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
    2 Dieses war im Anfang bei Gott.
    3 Alle Dinge sind durch dieses (Wort) geworden, und ohne dieses ist nichts geworden (von allem), was geworden ist.
    4 In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
    5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht ergriffen.
    6 Es trat ein Mann auf, von Gott gesandt, sein Name war Johannes;
    7 dieser kam, um Zeugnis abzulegen, Zeugnis von dem Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kämen.
    8 Er war nicht selbst das Licht, sondern Zeugnis sollte er von dem Licht ablegen.
    9 Das Licht war da, das wahre, das jeden Menschen erleuchtet, es kam gerade in die Welt;
    10 es war in der Welt, und die Welt war durch ihn (der das Licht war) geschaffen worden, doch die Welt erkannte ihn nicht.
    11 Er kam in das Seine, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf;
    12 allen aber, die ihn annahmen, verlieh er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, nämlich denen, die an seinen Namen glauben,
    13 die nicht durch Geblüt oder durch den Naturtrieb des Fleisches, auch nicht durch den Willen eines Mannes, sondern aus Gott gezeugt sind.
    14 Und das Wort wurde Fleisch und nahm seine Wohnung unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, eine Herrlichkeit, wie sie dem eingeborenen Sohne vom Vater verliehen wird; eine mit Gnade und Wahrheit erfüllte.
    15 Johannes legt Zeugnis von ihm ab und hat laut verkündet: »Dieser war es, von dem ich gesagt habe: ›Der nach mir kommt, ist (schon) vor mir gewesen, denn er war eher als ich.‹«
    16 Aus seiner Fülle haben wir ja alle empfangen, und zwar Gnade über Gnade.
    17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, aber die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus Christus geworden.
    18 Niemand hat Gott jemals gesehen: der eingeborene Sohn, der an des Vaters Brust liegt, der hat Kunde (von ihm) gebracht. 
    19 Dies ist nun das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, die ihn fragen sollten, wer er sei.
    20 Da bekannte er unverhohlen und erklärte offen: »Ich bin nicht Christus.«
    21 Sie fragten ihn weiter: »Was denn? Bist du Elia?« Er sagte: »Nein, ich bin es nicht.« »Bist du der Prophet?« Er antwortete: »Nein.«
    22 Da sagten sie zu ihm: »Wer bist du denn? Wir müssen doch denen, die uns gesandt haben, eine Antwort bringen! Wofür gibst du selbst dich aus?«
    23 Da antwortete er: »Ich bin die Stimme dessen, der in der Wüste ruft: ›Ebnet dem Herrn den Weg!‹, wie der Prophet Jesaja geboten hat.«
    24 Die Gesandten aber gehörten zu den Pharisäern
    25 und fragten ihn weiter: »Warum taufst du denn, wenn du weder Christus noch Elia, noch der Prophet bist?«
    26 Da antwortete Johannes ihnen: »Ich taufe nur mit Wasser; aber mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt,
    27 der nach mir kommt und für den ich nicht gut genug bin, ihm den Riemen seines Schuhwerks aufzubinden.«
    28 Dies ist in Bethanien geschehen jenseits des Jordans, wo Johannes sich aufhielt und taufte.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Matthäus fing mit Jesu Stammbaum an. Markus mit dem "Anfang der Heilsbotschaft". Lukas mit sich selbst ("habe auch ich mich entschlossen [...]"). Johannes wiederum beginnt ziemlich kryptisch, irgendwie Genesishaft (). Während im 1. Buch Mose Gott am Anfang Himmel und Erde schuf, war laut Johannes "im Anfang [...] das Wort". Die Frage, welcher Anfang denn der Anfängliche war, stellt sich nur auf den ersten Blick. Denn Gott war das Wort. Substituieren ("Alle Dinge sind durch dieses (Wort) geworden [...]") liefert demnach, dass das Wort Himmel und Erde schuf? Das hat eine gewisse Tiefsinnigkeit (ich denke so in Richtung ~jeder lebt in seiner eigenen Realität, die durch Gedanken und Worte entstehen, aber nicht objektifizierbar sind).
    • Meine Fresse ist das direkt dicht. Gott, Wort, Leben und Licht werden stark miteinander verknüpft. Da könnte man direkt nen kompletten Beitrag nur zu den ersten paar Versen schreiben: Wenn das Leben das Licht der Menschen ist, ist der Tod die Finsternis? Oder der Schatten? Und was passiert, wenn das Licht nicht mehr leuchtet - gibt es dann die Schatten auch nicht mehr? Oder lebt die Finsternis weiter? Ist das Licht (V. 4f) jenes, das von Gott geschaffen ward (1. Mose 1, V. 3) oder nochmal ein anderes Licht? Ist das Christentum ein Scheinkult? Kann KI das Wort sein oder generiert es nur Wörter? Etc. etc.
    • Bislang war mir Jesus als "Licht der Welt" geläufig. In Vers 4 ist vom "Licht der Menschen" die Rede. Könnte das Gleiche meinen, ergibt aber spannende Interpretationsansätze, wenn ein Licht für die Welt strahlt und eins für ihre Bewohner. Wobei ich Gott als Schöpfer eher in der Rolle des Lichts der Welt verstanden hätte. Oder dieser Welle-Teilchen Welt-Menschen-Dualismus ist 2/3 der Dreifaltigkeit.
    • Auftritt Johannes. Ist das derselbe Johannes, der das Buch Johannes geschrieben haben soll? Er wird jedenfalls direkt in die Lichtmetaphorik eingebaut, als "Zeuge". Was zeugt von Licht, außer das Licht selbst? Der Schatten, den es wirft? Die Hand, welche die Fackel trägt?
    • Himmel, das wird ja immer kryptischer: "Kinder Gottes [...] [die] aus Gott gezeugt" sind. Also aus Licht bzw. aus dem Wort. Wie durch einen Zauberspruch? Genügt das richtige Wort, um ein Kind Gottes zu werden? Und wie lautet dieses Wort? Hat irgendwie was von einem Passwort
    • Jedenfalls wurde es Fleisch. Greift Vers 14 schon die Geburt Jesu vorweg? In Vers 15 kündigt Johannes ihn jedenfalls an. Die Formulierung erinnert an bspw. Markus ("Nach mir kommt der, welcher [...]", Mk 1,7), wird aber in einen Widerspruch gestellt: "Der nach mir kommt, ist [...] vor mir gewesen". Die zeitliche Verkehrung ähnelt dem Ausspruch "die Ersten werden die Letzten sein" (vgl. Mt 19,29-30). Mir ist aber noch nicht klar, was aus der Ähnlichkeit folgt. Jesus ist (verglichen mit Johannes) der Letztere, aber schöpfungsgeschichtlich als Wort~Gott der Frühere. Er dient damit vielleicht als Beleg für diese Behauptung? Falls sie bei Johannes überhaupt noch vorkommt.
    • Die Trennung zwischen Mose und Jesus in V. 17 hat was von der Unterscheidung zwischen Recht (Gesetz und Steintafel) und Gerechtigkeit (Gnade und Wahrheit).
    • Johannes definiert sich als Erstes dadurch, was er nicht ist (V. 20). Ich finde allerdings V. 23 noch spannender: "Ich bin die Stimme" passt zu seiner Rolle als "Zeuge des Wortes". Was sie genau sagt, erscheint mir vergleichsweise egal (Hauptsache Jesaja zitiert). Das wirkt allerdings wie ein Gedanke, den ich so ähnlich schonmal gehabt haben könnte. Er ist sich jedenfalls seiner Rolle bewusst.
    • Der Text wird zwar durch das Einsetzen der Handlung weniger kryptisch, aber wenn ich das so lese, verstehe ich allmählich, wie man sich ein ganzes Studium mit Theologie beschäftigen kann Ich könnte zwar noch weiterlesen, aber den Rest des Kapitels nehm ich mir für wann anders vor. Da geht mir sprachlich jetzt schon zu viel ab - und ich bin froh, dass ich vor Johannes Pause gemacht hab
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  4. #5689
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Da steckt schon viel drin.
    Eine Sache, die mich verwirrt, ist: Jo 1:21 sagt Johannes selbst, er ist nicht Elia, aber Mt 17:13 identifiziert ihn als Elia. Muss man da zwischen der Person Elia (der ja auch kurz davor in Mt 17:3 erscheint) und einem Typus Elia (dem dann Johannes der Täufer entspricht) unterscheiden?
    Hab aber auch Könige, wo es um Elia geht, noch nicht gelesen, vielleicht versteht man es damit besser.

  5. #5690
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Johannes 1 (Teil 2/2)
    Achtung Spoiler:
    29 Am folgenden Tage sah er Jesus auf sich zukommen; da sagte er: »Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! (Jes 53,4.7)
    30 Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: ›Nach mir kommt ein Mann, der (schon) vor mir gewesen ist; denn er war eher da als ich.‹
    31 Ich selbst kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbart würde, deshalb bin ich gekommen, ich mit meiner Wassertaufe.«
    32 Weiter legte Johannes Zeugnis ab mit den Worten: »Ich habe gesehen, daß der Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabschwebte und auf ihm blieb;
    33 und ich selbst kannte ihn nicht, aber der, welcher mich gesandt hat, um mit Wasser zu taufen, der hat zu mir gesagt: ›Auf welchen du den Geist herabschweben und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit heiligem Geiste tauft.‹
    34 Nun habe ich selbst es auch gesehen und bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist.«
    35 Am folgenden Tage stand Johannes wieder da mit zweien seiner Jünger,
    36 und indem er den Blick auf Jesus richtete, der dort umherging, sagte er: »Seht, das Lamm Gottes!«
    37 Als die beiden Jünger ihn das sagen hörten, gingen sie hinter Jesus her;
    38 dieser wandte sich um, und als er sie hinter sich herkommen sah, fragte er sie: »Was sucht ihr?« Sie antworteten ihm: »Rabbi« – das heißt übersetzt ›Meister‹ –, »wo hast du deine Herberge?«
    39 Er antwortete ihnen: »Kommt mit, so werdet ihr es sehen!« Sie gingen also mit und sahen, wo er seine Herberge hatte, und blieben jenen ganzen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
    40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und hinter Jesus hergegangen waren.
    41 Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: »Wir haben den Messias« – das heißt übersetzt ›den Gesalbten‹ – »gefunden.«
    42 Er führte ihn dann zu Jesus; dieser blickte ihn an und sagte: »Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas – das heißt übersetzt ›Fels‹ – heißen.«
    43 Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus und sagte zu ihm: »Folge mir nach!«
    44 Philippus stammte aber aus Bethsaida, dem Heimatort des Andreas und des Petrus.
    45 Philippus traf (darauf) den Nathanael und berichtete ihm: »Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, aus Nazareth.«
    46 Da sagte Nathanael zu ihm: »Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?« Philippus erwiderte ihm: »Komm mit uns sieh!«
    47 Als Jesus den Nathanael auf sich zukommen sah, sagte er von ihm: »Siehe da, in Wahrheit ein Israelit, in dem kein Falsch ist!«
    48 Nathanael fragte ihn: »Woher kennst du mich?« Jesus antwortete ihm mit den Worten: »Noch ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen.«
    49 Da antwortete ihm Nathanael: »Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!«
    50 Jesus gab ihm zur Antwort: »Du glaubst (an mich), weil ich dir gesagt habe, daß ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe? Du wirst noch Größeres als dies zu sehen bekommen.«
    51 Dann fuhr er fort: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes über dem Menschensohn hinauf- und herabsteigen sehen.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Die Bezeichnung Jesu als "Lamm Gottes" (Agnus Dei) ist mir geläufig, wenn ich mich nicht täusche begegnet sie uns hier allerdings zum ersten Mal in Form von Johannes' Ausspruch. Der soll sich - laut Menge - auf Jesaja 53 beziehen. Und wir in Vers 36 sogar wiederholt.
    • Bei Markus 1 kommt dieser Ausspruch nicht vor. Dafür wird das Folgende ("der Geist wie eine Taube", V. 32) dort so dargestellt, als passiere es in dem Moment, in dem Jesus getauft wird. Bei Johannes wird das Ereignis nur indirekt beschrieben ("Ich habe gesehen [...]").
    • Im Gegensatz zu Markus (ich mach mir jetzt nicht die Mühe, alle Ereignisse mit den übrigen Evangelien zu vergleichen und nehme Markus als Stellvertreter) werden Andreas und Simon Petrus von Johannes hinter Jesus hergeschickt. Bei Markus fand er sie selbst "am Ufer des Galiläischen Sees" (Markus 1, 16).
    • Ich bin mir nicht sicher, was mir besser gefällt. In Johannes' Variante ist der Übertragungsgedanke stärker ("nach mir kommt ein Mann [...]"), Jesus ist so sehr "vor" Johannes, dass er sogar dessen Jünger "übernimmt". Indem sie Johannes folgten, folgten sie - ohne es zu wissen? - bereits Jesus. Außerdem stärkt es die Figur Johannes. Andererseits fängt Jesus so nicht bei null an, um sie alle zu fangen. Andreas und Petrus sind seine Starterpokémon
    • Im Folgenden schart Jesus weitere Jünger um sich, das ist recht unspektakulär. Bemerkenswert sind allerdings die Verse 50 und 51: "Du wirst noch Größeres als dies zu sehen bekommen [...] Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes über dem Menschensohn hinauf- und herabsteigen sehen" - das klingt vielversprechend
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  6. #5691
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
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    Johannes 1:35-42
    Achtung Spoiler:
    35 Am folgenden Tage stand Johannes wieder da mit zweien seiner Jünger,
    36 und indem er den Blick auf Jesus richtete, der dort umherging, sagte er: »Seht, das Lamm Gottes!«
    37 Als die beiden Jünger ihn das sagen hörten, gingen sie hinter Jesus her;
    38 dieser wandte sich um, und als er sie hinter sich herkommen sah, fragte er sie: »Was sucht ihr?« Sie antworteten ihm: »Rabbi« – das heißt übersetzt ›Meister‹ –, »wo hast du deine Herberge?«
    39 Er antwortete ihnen: »Kommt mit, so werdet ihr es sehen!« Sie gingen also mit und sahen, wo er seine Herberge hatte, und blieben jenen ganzen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
    40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und hinter Jesus hergegangen waren.
    41 Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: »Wir haben den Messias« – das heißt übersetzt ›den Gesalbten‹ – »gefunden.«
    42 Er führte ihn dann zu Jesus; dieser blickte ihn an und sagte: »Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas – das heißt übersetzt ›Fels‹ – heißen.«
    [*]Im Gegensatz zu Markus (ich mach mir jetzt nicht die Mühe, alle Ereignisse mit den übrigen Evangelien zu vergleichen und nehme Markus als Stellvertreter) werden Andreas und Simon Petrus von Johannes hinter Jesus hergeschickt. Bei Markus fand er sie selbst "am Ufer des Galiläischen Sees" (Markus 1, 16).
    Nicht Andreas und Petrus, sondern Andreas und ein unbenannter Jünger, Petrus wird erst danach aufgegabelt.

  7. #5692
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    https://www.bibleserver.com/LUT.ELB.MENG.EU/Johannes2

    Johannes 2

    Achtung Spoiler:
    1 Am dritten Tage darauf fand zu Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu nahm daran teil;
    2 aber auch Jesus wurde mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen.
    3 Als es nun an Wein mangelte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: »Sie haben keinen Wein (mehr)!«
    4 Jesus antwortete ihr: »Was kümmern dich meine Angelegenheiten, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.«
    5 Seine Mutter sagte dann zu den Aufwärtern: »Was er euch etwa sagt, das tut.«
    6 Nun waren dort sechs steinerne Wassergefäße aufgestellt, wie es die Sitte der jüdischen Reinigung erforderte; jedes von ihnen faßte zwei bis drei große Eimer.
    7 Da sagte Jesus zu den Aufwärtern: »Füllt die Gefäße mit Wasser!« Sie füllten sie darauf bis oben hin.
    8 Dann sagte er zu ihnen: »Schöpft nun davon und bringt es dem Speisemeister!« Sie brachten es hin.
    9 Als aber der Speisemeister das zu Wein gewordene Wasser gekostet hatte, ohne zu wissen, woher es gekommen war – die Aufwärter aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es –, ließ der Speisemeister den Bräutigam rufen
    10 und sagte zu ihm: »Jedermann setzt doch (seinen Gästen) zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken geworden sind, dann den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.«
    11 Hiermit machte Jesus den Anfang seiner Zeichen zu Kana in Galiläa; er offenbarte dadurch seine (göttliche) Herrlichkeit, und seine Jünger lernten an ihn glauben.
    12 Hierauf zog er nach Kapernaum hinab, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger; sie blieben dort aber nur wenige Tage;
    13 denn weil das Passah der Juden nahe bevorstand, zog Jesus nach Jerusalem hinauf.
    14 Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen.
    15 Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihnen die Tische um
    16 und rief den Taubenhändlern zu: »Schafft das weg von hier, macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhaus!«
    17 Da dachten seine Jünger an das Schriftwort: »Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.«
    18 Nun richteten die Juden die Frage an ihn: »Welches Wunderzeichen läßt du uns sehen (zum Beweis dafür), daß du so vorgehen darfst?«
    19 Jesus antwortete ihnen mit den Worten: »Brecht diesen Tempel ab, so werde ich ihn in drei Tagen wieder erstehen lassen!«
    20 Da sagten die Juden: »Sechsundvierzig Jahre lang hat man an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder erstehen lassen?«
    21 Jesus hatte aber den Tempel seines eigenen Leibes gemeint.
    22 Als er nun (später) von den Toten auferweckt worden war, dachten seine Jünger an diese seine Worte und kamen zum Glauben an die Schrift und an den Ausspruch, den Jesus (damals) getan hatte. 
    Einführung: Das Wirken Jesu in Jerusalem inmitten des Unglaubens und Halbglaubens des Volkes
    23 Während er sich nun am Passahfest in Jerusalem aufhielt, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, weil sie die Wunderzeichen sahen, die er tat.
    24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte
    25 und von niemand ein Zeugnis über irgendeinen Menschen nötig hatte; denn er erkannte von sich selbst aus, wie es innerlich mit jedem Menschen stand.


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Jesus offenbart seine Herrlichkeit bei Johannes, indem er Wasser zu Wein verwandelt. Das Wunder ist hinlänglich bekannt, in den anderen drei Evangelien kam es allerdings nicht vor. Bemerkenswert finde ich den Rahmen, innerhalb dessen das Wunder vollbracht wird: Eine Hochzeit. In den anderen Evangelien wurde Jesus das ein oder andere Mal als Bräutigam inszeniert. Er agiert hier als guter Gastgeber anstelle des eigentlichen Bräutigams.
    • Außerdem setzt es den Tonfall, in dem Jesus den Menschen erscheint: Hochzeiten sind landläufig Freudenfeste, das heißt, Jesus ruft eine Art Christenparty aus, indem er sich zu erkennen gibt
    • In Vers 4 fährt Jesus seiner Mutter ganz schön übers Maul. Diese Stelle wird aber unterschiedlich übersetzt, in keinem Fall klingt er sonderlich nett, sondern distanziert sich sprachlich von ihr:
      • Luther und Elberfelder: "Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?"
      • EÜ: Was willst du von mir, Frau?

    • Die sprachliche Distanz könnte man auch auf eine Bräutigam-Rolle übertragen: Seine Mutter ist für ihn nur eine "Frau", da er als Bräutigam mit einer anderen vermählt ist?
    • Das Versprechen vom Ende von Johannes 1 geht somit in Erfüllung. Das bestätigt der Autor in Vers 11. Es klingen weitere Zeichen an.
    • In den anderen Evangelien hat seine Mutter ihn nicht begleitet (vgl. V. 12). Die Mutter ist bei Johannes in seine Schar deutlich enger eingebunden
    • Huch, Jesus randaliert hier schon im Tempel (V. 13ff)? Bei den anderen war das irgendwie deutlich später. Mein erster Gedanke war, dass er vielleicht ein weiteres Mal randalieren wird, aber der Ausspruch in V. 19 ("in drei Tagen wieder erstehen") klingt sehr eindeutig. Damit überspringt Johannes ganz schön viel World-Building.
    • Jesu Tod wird in V. 22 eiskalt vorweggenommen.
    • Ich bin, ob der Chronologie dieses Kapitels, einigermaßen verwundert als hätte ich Zeichen gesehen
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  8. #5693
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    Johannes 3
    Achtung Spoiler:
    1 Nun war da unter den Pharisäern ein Mann namens Nikodemus, ein Mitglied des Hohen Rates der Juden;
    2 dieser kam zu Jesus bei Nacht und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen: du bist als Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann solche Wunderzeichen tun, wie du sie tust, wenn Gott nicht mit ihm ist.«
    3 Jesus gab ihm zur Antwort: »Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben her geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.«
    4 Nikodemus entgegnete ihm: »Wie kann jemand geboren werden, wenn er ein Greis ist? Kann er etwa zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?«
    5 Jesus antwortete: »Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.
    6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
    7 Wundere dich nicht, daß ich zu dir gesagt habe: Ihr müßt von oben her geboren werden.
    8 Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Ebenso verhält es sich auch mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.«
    9 Nikodemus entgegnete ihm mit der Frage: »Wie ist das möglich?«
    10 Jesus gab ihm zur Antwort: »Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
    11 Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und geben Zeugnis von dem, was wir gesehen haben, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
    12 Wenn ich von den irdischen Dingen zu euch geredet habe und ihr nicht glaubt: wie werdet ihr da glauben, wenn ich von den himmlischen Dingen zu euch rede?
    13 Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem einen, der aus dem Himmel herabgekommen ist, (nämlich) der Menschensohn, der im Himmel ist.
    14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß auch der Menschensohn erhöht werden,
    15 damit alle, die (an ihn) glauben, in ihm ewiges Leben haben.
    16 Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.
    17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht dazu in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde.
    18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht (an ihn) glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
    19 Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, die Menschen aber die Finsternis mehr geliebt haben als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
    20 Denn jeder, der Nichtiges treibt, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;
    21 wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott getan.«
    22 Hierauf begab sich Jesus mit seinen Jüngern in die Landschaft Judäa und blieb dort längere Zeit mit ihnen und taufte.
    23 Aber auch Johannes war (damals noch) als Täufer zu Änon in der Nähe von Salim tätig, weil es dort reichlich Wasser gab; und die Leute kamen dorthin und ließen sich taufen;
    24 Johannes war nämlich damals noch nicht ins Gefängnis geworfen.
    25 Da kam es denn zu einem Streite von seiten der Jünger des Johannes mit einem Juden über die Reinigung (durch die Taufe);
    26 und sie kamen zu Johannes und berichteten ihm: »Rabbi, der Mann, der jenseits des Jordans bei dir war und für den du mit deinem Zeugnis eingetreten bist, denke nur: der tauft (jetzt auch), und alle laufen ihm zu.«
    27 Da gab Johannes ihnen zur Antwort: »Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel her gegeben ist.
    28 Ihr selbst könnt mir bezeugen, daß ich gesagt habe: ›Ich bin nicht Christus, sondern bin nur als sein Vorläufer gesandt.‹
    29 Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich von Herzen über den Jubelruf des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun vollkommen geworden.
    30 Er muß wachsen, ich dagegen muß abnehmen.
    31 Er, der von oben her kommt, steht höher als alle anderen; wer von der Erde her stammt, der gehört zur Erde und redet von der Erde her. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen anderen;
    32 er legt Zeugnis von dem ab, was er (im Himmel) gesehen und gehört hat, und doch nimmt niemand sein Zeugnis an.
    33 Wer sein Zeugnis angenommen hat, der hat damit besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist.
    34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott verleiht den Geist nicht nach einem Maß.
    35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
    36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne ungehorsam bleibt, wird das Leben nicht zu sehen bekommen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihn gerichtet.«


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Das Wunderwirken bleibt nicht unbemerkt. Wobei er bislang nur Wasser in Wein verwandelt hat. Frage mich, ob das ein kleiner Seitenhieb gegen die Pharisäer ist, dass Nikodemus ausgerechnet durch dieses Wunder auf Jesus aufmerksam wird.
    • In den anderen Evangelien taucht(e) Nikodemus nicht auf. Sein Name bedeutet so viel wie "Sieger aus dem Volk", fast wie Nikolaus. Laos ist aber (Quelle: Internet) eher das Volk als Masse oder als Kriegsvolk, während demos eine politische Komponente hat.
    • Das "von oben" geboren werden in V. 3ff ist sehr kryptisch. Elberfelder und Luther übersetzen "von Neuem", was mich vage ans Taufen erinnert (V. 5 ergänzt das "von oben" geboren werden um Wasser und Geist). Also in dem Sinne, dass die fleischliche Geburt ("Was aus dem Fleisch geboren ist [...], V. 6) nur die Hülle liefert, in welcher der Geist lebt, der noch einmal gottgerecht geboren werden muss ("aus Wasser und Geist", V. 5). Im übertragenen Sinne finde ich es jedenfalls nicht so schwer zu verstehen, wie es Nikodemus offenbar fällt ("Wie ist das möglich?", V. 9). Außer, ich liege komplett daneben oder habe rund 2000 Jahre kulturellen und aufklärerischen Vorsprung
    • In gewisser Weise macht das Johannes für mich zu einer Vaterfigur von Jesus: Was Maria für den fleischlichen Teil von Jesu ist, ist Johannes für den geistlichen Teil. Es braucht beides, bevor Jesus gänzlich in Erscheinung treten kann. Joseph spielt dabei keine Rolle.
    • Wurde Jesus von Maria und Johannes in die Welt gepair-programmiert?
    • "Aus dem Geist geboren" klingt wiederum so, als hätte man selbst keinen Einfluss darauf. So, wie man sich nicht aussuchen kann, aus welchem Uterus man krabbelt.
    • Vers 13 finde ich auf eine schöne Weise kryptisch. Hat was von einem Rätsel: Der, der hinabgestiegen ist, ist hinaufgestiegen und außerdem immer noch da. Die Antwort wird gegeben (Menschensohn), die drei Zustände (hinauf, hinab, oben) lassen eine irgendwie geartete Dreifaltigkeit anklingen. Bislang spricht Jesus bei Johannes mehr in Rätseln, als in Gleichnissen.
    • Die in Vers 14 erwähnte Begebenheit (Mose und die (eherne) Schlange) hatte ich, bis ich es gerade eben nachgelesen habe), komplett vergessen.
    • Die Verse 16 bis 21 scheinen mir von zentraler Bedeutung zu sein. Zusammengefasst sagt Jesus Folgendes, was sich wie eine Sammlung von Axiomen anliest:
      1. Wer an [Jesus] glaubt, geht nicht verloren.
      2. Wer an [Jesus] glaubt, hat ewiges Leben.
      3. [Jesus] richtet nicht die Welt.
      4. Die Welt wird durch [Jesus] gerettet.
      5. Wer an [Jesus] glaubt, wird nicht gerichtet.
      6. Wer nicht an [Jesus] glaubt, ist schon gerichtet.

    • Wesentlich ist der Glaube an [Jesus] (ich schreibe [Jesus], weil Jesus auffällig indirekt von sich spricht). Aus dem Nicht-Glaube folgen allerdings 1., 2. und 5. nicht zwangsläufig. Insbesondere wird man nicht gerichtet - man wurde schon gerichtet (s. 6.). Fragt sich, was das für Auswirkungen hat. Ist dann das Wandeln auf Erden eine Art Hölle für die Betroffenen? Müssen alle, die nicht dran glauben, dran glauben? Und wie ist das, wenn der Ungläubige keine Chance hatte, von Jesus zu erfahren (im Gegensatz zu bspw. mir - ich glaube nicht an Jesus, kenne aber die Lore)? Gibt es einen dritten Zustand neben glauben und nicht glauben? Von den "Axiomen" wird er zumindest nicht erfasst.
    • Neben dem Verhältnis Gläubiger <> Jesus beschreiben die "Axiome" auch das Verhältnis "Jesus <> Welt. Jesus richtet nicht, er ist also nicht aktiv. Stattdessen wird durch sein bloßes (passives) Sein die Welt gerettet (salvetur; kann auch heilen oder erlösen bedeuten). Mir erscheint das insofern relevant, als dass die Welt auch in Abwesenheit eines aktiven Jesus heilen kann. Es gibt ja so Sprüche in Richtung ~man stirbt erst dann wirklich, wenn man in Vergessenheit gerät. Eine (in meinen Augen valide) Folgerung aus den Axiomen wäre für mich, dass solange Jesus ist, wird die Welt gerettet. Geheilt trifft es vielleicht besser, weil das mehr nach einem Prozess klingt und weniger nach einer einmaligen Errettung.
    • Für richten steht im Lateinischen steht "iudicare", also richten im Sinne von Recht sprechen bzw. ein Urteil bilden. Mir gefällt die Mehrdeutigkeit im Deutschen besser ("richten" kann auch aufrichten im Sinne von reparieren sein).
    • Des Weiteren verkündet Johannes früh den Richtgedanken bzw. stellt ein "Gericht" (V. 19) in Aussicht und spielt Licht gegen Finsternis aus (wir erinnern uns an Kapitel 1). Christen sind Motten.
    • Der Taufkrieg Gefolgt von einer sehr weisen und erschreckend erwachsenen Reaktion Johannes'. Klassischer NPC-Move. Er bezeichnet sich noch nicht einmal als Trauzeuge, sondern einfach nur als "Freund" des Bräutigams.
    • "Wer die Braut hat, ist der Bräutigam" wär mal ein lustiger Trauspruch
    • Die Antithetik in Vers 30 (einer wächst, der andere nimmt ab) erinnert mich flüchtig an das Ab- und Aufsteigen vom Himmel. Die Gegenläufigkeit und Richtung der Bewegung ist gleich, Johannes wird so zu einer Facette von Jesus Es hat auch etwas organisches, biologisches. Ein Kreislauf: Pflanze wächst, Blatt fällt runter, wird zu Humus, neue Pflanze wächst.
    • Die Verse 31ff klingen wie die "Axiome", nur aus Johannes sicht. Oder ergänzend dazu:
      1. [Jesus] steht höher als/ über alle/n anderen.
      2. [Jesus] legt unbezeugtes Zeugnis ab.
      3. [Jesus] Zeugnis annehmen macht Gott wahrhaftig.
      4. [Jesus] redet die Worte Gottes.
      5. Wer an [Jesus] glaubt, hat ewiges Leben.
      6. Wer nicht an [Jesus] glaubt (ungehorsam bleib) erfährt den Zorn Gottes.

    • 2. und 3. definieren, was glauben heißt: unbezeugtes Zeugnis annehmen. Gibt es niemanden, der 3. tut, ist Gott nicht wahrhaftig. Hat was von Pratchett.
    • 5. von Johannes ist 2. von Jesus. 6. ist quasi 6. Wobei es bei Johannes so klingt, als ob der Ungläubige noch gerichtet wird, während er es bei Jesus schon ist. Zusammengenommen ist man "von Anfang bis Ende" am Sack, wenn man nicht an Jesus glaubt.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  9. #5694
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    Johannes 4

    Achtung Spoiler:
    1 Als nun der Herr erfuhr, den Pharisäern sei zu Ohren gekommen, daß Jesus mehr Jünger gewinne und taufe als Johannes –
    2 übrigens taufte Jesus nicht selbst, sondern nur seine Jünger –,
    3 verließ er Judäa und kehrte wieder nach Galiläa zurück;
    4 dabei mußte er aber seinen Weg durch Samaria nehmen.
    5 So kam er denn ins Gebiet einer samaritischen Stadt namens Sychar, die nahe bei dem Felde liegt, das Jakob einst seinem Sohne Joseph geschenkt hatte.
    6 Dort war aber der Jakobsbrunnen. Weil nun Jesus von der Wanderung ermüdet war, setzte er sich ohne weiteres am Brunnen nieder; es war ungefähr die sechste Stunde.
    7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: »Gib mir zu trinken!«
    8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt weggegangen, um Lebensmittel zu kaufen.
    9 Da sagte die Samariterin zu ihm: »Wie kommst du dazu, da du doch ein Jude bist, von mir, einer Samariterin, einen Trunk zu erbitten?« – Die Juden haben nämlich mit den Samaritern keinen Verkehr. –
    10 Jesus gab ihr zur Antwort: »Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüßtest, wer der ist, der einen Trunk von dir wünscht, so würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben.«
    11 Da erwiderte ihm die Frau: »Herr, du hast ja kein Gefäß zum Schöpfen, und der Brunnen ist tief: woher willst du denn das lebendige Wasser nehmen?
    12 Du bist doch nicht mehr als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat? Und er selbst hat aus ihm getrunken samt seinen Söhnen und seinen Herden.«
    13 Jesus antwortete ihr: »Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten;
    14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht wieder Durst leiden, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die zu ewigem Leben sprudelt.«
    15 Die Frau antwortete ihm: »Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht wieder durstig werde und nicht mehr hierher zu kommen brauche, um Wasser zu holen!«
    16 Da sagte Jesus zu ihr: »Geh hin, rufe deinen Mann und komm dann wieder hierher!«
    17 Die Frau antwortete: »Ich habe keinen Mann.« Jesus erwiderte ihr: »Du hast mit Recht gesagt: ›Ich habe keinen Mann‹;
    18 denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Ehemann; damit hast du die Wahrheit gesagt.«
    19 Die Frau entgegnete ihm: »Herr, ich sehe: du bist ein Prophet.
    20 Unsere Väter haben auf dem Berge dort (Gott) angebetet, und ihr behauptet, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten müsse.«
    21 Jesus erwiderte ihr: »Glaube mir, Frau: die Stunde kommt, in der ihr weder auf dem Berge dort noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
    22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn die Rettung ist aus den Juden.
    23 Es kommt aber die Stunde, ja, sie ist jetzt schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater will solche als seine Anbeter haben.
    24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in Wahrheit anbeten.«
    25 Da sagte die Frau zu ihm: »Ich weiß, daß der Messias kommt, den man Christus nennt; wenn der kommt, wird er uns über alles Auskunft geben.«
    26 Jesus antwortete ihr: »Ich bin’s, der mit dir redet.«
    27 In diesem Augenblick kamen seine Jünger und wunderten sich darüber, daß er mit einer Frau redete; doch fragte ihn keiner: »Was willst du (von ihr)?« oder: »Wozu redest du mit ihr?«
    28 Da ließ nun die Frau ihren Wasserkrug stehen, ging in die Stadt zurück und sagte zu den Leuten dort:
    29 »Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Sollte dieser vielleicht Christus sein?«
    30 Da gingen sie aus der Stadt hinaus und begaben sich zu ihm.
    31 Inzwischen baten ihn seine Jünger: »Rabbi, iß!«
    32 Er antwortete ihnen aber: »Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nichts wißt.«
    33 Da sagten die Jünger zueinander: »Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?«
    34 Jesus erwiderte ihnen: »Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.
    35 Sagt ihr nicht selbst: ›Es währt noch vier Monate, bis die Ernte kommt‹? Nun sage ich euch: Laßt eure Augen ausschauen und seht die Felder an: sie sind (schon jetzt) weiß zur Ernte.
    36 Nunmehr empfängt der Schnitter Lohn, und zwar dadurch, daß er Frucht sammelt zu ewigem Leben, damit beide sich gemeinsam freuen, der Sämann und der Schnitter.
    37 Denn in diesem Falle trifft das Sprichwort zu: ›Ein anderer ist’s, der da sät, und ein anderer, der da erntet.‹
    38 Ich habe euch ausgesandt, um das zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt: andere haben die Arbeit geleistet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.«
    39 Aus jener Stadt aber wurden viele von den Samaritern an ihn gläubig infolge der Versicherung der Frau: »Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.«
    40 Als nun die Samariter zu ihm gekommen waren, baten sie ihn, er möchte bei ihnen bleiben; und er blieb auch zwei Tage dort.
    41 Da wurden noch viel mehr Leute infolge seiner Predigt gläubig
    42 und sagten zu der Frau: »Wir glauben jetzt nicht mehr infolge deiner Aussage; denn wir haben nunmehr selbst gehört und wissen, daß dieser wirklich der Retter der Welt ist.«
    43 Nach Verlauf der beiden Tage aber zog Jesus von dort weiter nach Galiläa (Mt 4,12),
    44 wiewohl er selbst ausdrücklich erklärt hatte, daß ein Prophet in seiner eigenen Heimat keine Anerkennung finde.
    45 Doch als er nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer gastlich auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn sie waren gleichfalls auf dem Fest gewesen.
    46 So kam er denn wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Es war aber in Kapernaum ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank darniederlag.
    47 Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm und bat ihn, er möchte (nach Kapernaum) hinunterkommen und seinen Sohn heilen; denn dieser lag im Sterben.
    48 Da sagte Jesus zu ihm: »Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr überhaupt nicht!«
    49 Der königliche Beamte entgegnete ihm: »Herr, komm doch hinab, ehe mein Kind stirbt!«
    50 Jesus antwortete ihm: »Gehe heim, dein Sohn lebt!« Der Mann glaubte der Versicherung, die Jesus ihm gegeben hatte, und machte sich auf den Heimweg,
    51 und schon während seiner Rückkehr kamen ihm seine Knechte mit der Meldung entgegen, daß sein Sohn lebe.
    52 Da erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der sein Befinden sich gebessert habe. Sie antworteten ihm: »Gestern in der siebten Stunde hat das Fieber ihn verlassen.«
    53 Nun erkannte der Vater, daß es in jener Stunde geschehen war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: »Dein Sohn lebt«; und er wurde gläubig mit seinem ganzen Hause.
    54 Dies ist das zweite Wunderzeichen, das Jesus wiederum (in Kana) nach seiner Rückkehr aus Judäa nach Galiläa getan hat.


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Jesus hat den Taufkrieg gewonnen Emoticon: smug
    • Vers 2 wirkt unscheinbar, kommt mir aber wichtig vor: Jesus tauft gar nicht selbst. Es wird nur in seinem Namen getauft.
    • Der Aufenthalt in Samaria ist mir aus den anderen Evangelien nicht bekannt. Den barmherzigen Samariter kenne ich und mein Bauchgefühl sagt mir, dass der irgendwann noch auftaucht. Die Samariterin, der Jesus am Brunnen begegnet, ist nicht so barmherzig. Aber auch nicht unbarmherzig. Sie wirkt wie ein NPC, in den sich der Leser hineinversetzen kann und das Geschehen hat was von einem Gleichnis, nur dass es "live" passiert:
      • Wer aus dem falschen Brunnen trinkt (= den falschen Lehren folgt) wird immer dürsten
      • Wer das richtige Wasser trinkt (=Jesu Lehre) wird ~ewig leben (nie mehr dürsten)
      • Keinen Mann haben ~ bereit zur Vermählung mit Jesus sein (nachdem sie schon viele Ehen geführt hat, die nicht anhielten)

    • Als "Wasser des Lebens" ist mir ein Wunderwasser, wie Jesus es beschreibt, auch aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm bekannt.
    • "Die Rettung ist aus den Juden" (V. 22) - Jesus erntet die Schellen, die Moses gesät hat Emoticon: smug
    • Im vorigen Kapitel wurde die "Geburt in Geist" beschrieben, substituiert man Geist mit Gott (s. V. 24), wird daraus die Geburt in Gott. Nach der Geburt ist die Geistlichkeit nicht abgeschlossen, auch das Gebet muss in "Geist und [...] Wahrheit" erfolgen. Als ob die Geburt andauert. So, wie man nach der fleischlichen Geburt auch weiterlebt.
    • War Jesus Informatiker oder warum waren die die Jünger verwundert, dass er "mit einer Frau" redet (V. 27)? Sie scheinen nicht daüber verwundert zu sein, dass er mit einer Samariterin redet
    • "Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende" (V. 34) klingt unfassbar pathetisch, passt aber zu der Lesart, dass das Wasser (s. "Gleichnis" oben) sinnbildlich für was anderes steht. Der fleischliche Körper braucht Wasser und Nahrung. Der geistige Körper braucht Gebet und Bekenntnis zu Gottes Wille.
    • Vers 36 lässt mich den Kreislaufgedanken vom vorigen Post nochmal aufnehmen: Ewiges Leben erfährt, wer an [Jesus] glaubt. Leben wird eingerahmt von Geburt und Tod (Aussaat und Ernte ~ Sämann und Schnitter). Was steckt dann ewiges Leben ab? Gibt es eine Geburt und einen Tod in der Ewigkeit, die beide so gestaltet sind, dass es "Sämann und Schnitter" freut? Oder ist es ein Kreislauf, weil der Tod wieder Platz für eine Geburt macht? Das führt mich jetzt regelrecht auf buddhistische/ Wiedergeburtsgedankengänge
    • Die Samariter, mit denen Jesus hier zu schaffen hat, verhalten sich besser, als so mancher Jude sich noch verhalten wird (vgl. V. 41f). Aus Glaube wird Gewissheit. Und wie um diesen Gedanken zu bestätigen, geht Jesus nach Galiläa und sagt, dass "ein Prophet in seiner eigenen Heimat keine Anerkennung" finde (V. 44).
    • Zunächst begegnet ihm die Heimat aber gastfreundlich und er vollbringt das zweite Wunderzeichen. Es passt zu dem ganzen Gerede von Geburt und ewigem Leben, dass man es zusammenfassen kann mit: "dein Sohn lebt!" (V. 50).
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  10. #5695
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  11. #5696
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    Zitat Zitat von Gulaschkanone Beitrag anzeigen
    Schön das es weitergeht. Nikodemus kommt später nochmal vor. Die Rolle wurde für The Chosen massiv ausgebaut.
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  12. #5697
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    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
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  13. #5698
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    jup schau die grade mit Unterbrechungen
    Zitat Zitat von Nahoïmi Beitrag anzeigen
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  14. #5699
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Insbesondere wird man nicht gerichtet - man wurde schon gerichtet (s. 6.). Fragt sich, was das für Auswirkungen hat. Ist dann das Wandeln auf Erden eine Art Hölle für die Betroffenen? Müssen alle, die nicht dran glauben, dran glauben?
    Ein bisschen Schrödingers Katze? Emoticon: katze
    Die ist "schon gerichtet" und so gut wie tot. Es sei denn, sie lebt halt doch noch und wird wieder aus der Kiste entfernt. Da gibt es später dann irgendwo bei Paulus das berühmte "wir waren tot in unseren Übertretungen".
    Zu welchem Grade "gerichtet" allerdings "verurteilt" impliziert, ist eine andere Frage. Die augustinische Kirchenlehre ist da ja extrem pessimistisch in ihrer Auslegung.

  15. #5700
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    Johannes 5
    Achtung Spoiler:
    1 Hierauf fand ein Fest der Juden statt, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
    2 Nun liegt in Jerusalem am Schaftor ein Teich, der auf hebräisch Bethesda heißt und fünf Hallen hat.
    3 In diesen lagen Kranke in großer Zahl, Blinde, Lahme und Schwindsüchtige [die auf die Bewegung des Wassers warteten.
    4 Ein Engel des Herrn stieg nämlich von Zeit zu Zeit in den Teich hinab und setzte das Wasser in Bewegung. Wer dann nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, gleichviel mit welchem Leiden er behaftet war].
    5 Nun lag dort ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre an seiner Krankheit gelitten hatte.
    6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, daß er schon so lange Zeit als Kranker dort zugebracht hatte, fragte er ihn: »Willst du gesund werden?«
    7 Der Kranke antwortete ihm: »Ach, Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich schafft, wenn das Wasser in Bewegung gerät; während ich aber hingehe, steigt immer schon ein anderer vor mir hinab.«
    8 Jesus sagte zu ihm: »Steh auf, nimm dein Bett auf dich und bewege dich frei!«
    9 Da wurde der Mann sogleich gesund, nahm sein Bett auf sich und ging umher. Es war aber (gerade) Sabbat an jenem Tage.
    10 Daher sagten die Juden zu dem Geheilten: »Heute ist Sabbat; da darfst du das Bett nicht tragen!«
    11 Doch er antwortete ihnen: »Der Mann, der mich gesund gemacht hat, der hat zu mir gesagt: ›Nimm dein Bett auf dich und bewege dich frei!‹«
    12 Sie fragten ihn: »Wer ist der Mann, der zu dir gesagt hat: ›Nimm es auf dich und gehe umher!‹?«
    13 Der Geheilte wußte aber nicht, wer es war; denn Jesus hatte sich in der Menschenmenge, die sich an dem Orte befand, unbemerkt entfernt.
    14 Später traf Jesus ihn im Tempel wieder und sagte zu ihm: »Du bist nun gesund geworden; sündige fortan nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfährt!«
    15 Da ging der Mann hin und teilte den Juden mit, Jesus sei es, der ihn gesund gemacht habe.
    16 Deshalb verfolgten die Juden Jesus, weil er solche Werke (auch) am Sabbat tat.
    17 Jesus aber antwortete ihnen: »Mein Vater wirkt (ununterbrochen) bis zu dieser Stunde; darum wirke ich auch.«
    18 Deshalb trachteten die Juden ihm um so mehr nach dem Leben, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
    19 Daher sprach sich Jesus ihnen gegenüber so aus: »Wahrlich, wahrlich ich sage euch: der Sohn vermag von sich selber aus nichts zu tun, als was er den Vater tun sieht; denn was jener tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn.
    20 Denn der Vater hat den Sohn lieb und läßt ihn alles sehen, was er selbst tut; und er wird ihn noch größere Werke als diese sehen lassen, damit ihr euch wundert.
    21 Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, ebenso macht auch der Sohn lebendig, welche er will.
    22 Denn auch der Vater ist es nicht, der jemand richtet; sondern er hat das Gericht ganz dem Sohne übertragen,
    23 damit alle den Sohn ebenso ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
    24 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tode ins Leben hinübergegangen.
    25 Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Es kommt die Stunde, ja sie ist jetzt schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die, welche auf sie hören, werden leben.
    26 Denn wie der Vater (das) Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohne verliehen, (das) Leben in sich selbst zu haben;
    27 und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht abzuhalten, weil er ein Menschensohn ist.
    28 Wundert euch nicht hierüber! Denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern ruhen, seine Stimme hören werden,
    29 und es werden hervorgehen: die einen, die das Gute getan haben, zur Auferstehung für das Leben, die anderen aber, die das Böse betrieben haben, zur Auferstehung für das Gericht.
    30 Ich vermag nichts von mir selbst aus zu tun; nein, wie ich es (vom Vater) höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen (durchzuführen) suche, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.« 
    31 »Wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis ungültig.
    32 (Nein) ein anderer ist es, der mit seinem Zeugnis für mich eintritt, und ich weiß, daß das Zeugnis, das er über mich ablegt, wahr ist.
    33 Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat Zeugnis für die Wahrheit abgelegt;
    34 ich aber nehme das Zeugnis von einem Menschen nicht an, sondern erwähne dies nur deshalb, damit ihr gerettet werdet.
    35 Jener war wirklich die Leuchte, die mit hellem Schein brannte; ihr aber wolltet euch nur eine Zeitlang an ihrem Lichtschein vergnügen.« 
    Das Zeugnis des Vaters
    36 »Ich aber habe ein Zeugnis, das gewichtiger ist als das des Johannes; denn die Werke, die der Vater mir zu vollführen übertragen hat, eben die Werke, die ich vollbringe, bezeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat.
    37 So ist also, der mich gesandt hat, der Vater selbst, mit seinem Zeugnis für mich eingetreten. Ihr habt weder seine Stimme jemals gehört noch seine Gestalt gesehen;
    38 und auch sein Wort habt ihr nicht als bleibenden Besitz in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.
    39 Ihr durchforscht (wohl) die (heiligen) Schriften, weil ihr in ihnen ewiges Leben zu haben vermeint, und sie sind es auch wirklich, die von mir Zeugnis ablegen;
    40 aber trotzdem wollt ihr nicht zu mir kommen, um wirklich Leben zu haben.« 
    Angriff auf den Unglauben und die Ehrsucht der Juden; Zeugnis des Mose
    41 »Ehre von Menschen nehme ich nicht an,
    42 vielmehr habe ich bei euch erkannt, daß ihr die Liebe zu Gott nicht in euch tragt.
    43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, doch ihr nehmt mich nicht an; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.
    44 Wie könnt ihr zum Glauben kommen, da ihr Ehre voneinander annehmt, aber nach der Ehrung, die vom alleinigen Gott kommt, kein Verlangen tragt?
    45 Denkt nicht, daß ich euer Ankläger beim Vater sein werde! Nein, es ist (ein anderer) da, der euch anklagt, nämlich Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.
    46 Denn wenn ihr Mose glaubtet, dann würdet ihr auch mir glauben; denn ich bin es, von dem er geschrieben hat (1.Mose 3,15; 49,10; 5.Mose 18,15).
    47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie solltet ihr da meinen Worten Glauben schenken?«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Jesus ist schon wieder in Jerusalem Emoticon: holmes. Es wirkt, als ob er der heiligen Stadt der Juden mehrere Chancen gibt.
    • Der Verweis aufs Hebräische in V. 2 fällt mir auf. Zumeist (oder bisher immer?) nimmt die Übersetzung keinen Bezug darauf, dass sie eine Übersetzung ist.
    • Was viele nicht wissen: Der Teich hat außerdem Skyrim publiziert.
    • Der Teich klingt nach dem Wunderwasser aus dem vorigen Kapitel ("wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht wieder Durst leiden")
    • Jesus vollbringt ein weiteres Wunder, es wird aber nicht als Zeichen benannt. Ein paar bereits bekannte Motive klingen an:
      • Jesus wirkt ursprünglich im Geheimen, wird dann aber von der Menge bemerkt
      • Sein Handeln wird in Opposition zu Arbeiten am Sabbat gestellt. Hier irritiert mich V. 17: "Mein Vater wirkt (ununterbrochen) bis zu dieser Stunde" - der hat doch aber am 7. Tag ausdrücklich geruht?
      • Jesus wird für sein Tun kritisiert

    • In V. 19 bis 23 kommt es zu einer längeren Ausführung über die Beziehung zwischen Vater/[Gott] und Sohn/[Jesus]: Zum einen kann der Sohn nichts, was der Vater nicht auch kann (V. 19), aber durch seine Liebe stellt er "noch größere Werke" in Aussicht. Das finde ich einigermaßen geschickt: Er stellt sich nicht über Gott, sondern inszeniert sich nur als Werkzeug, durch das Gott noch krasseren Shit macht. Erst als Richter stellt sich [Jesus] über [Gott], wobei er diese Hoheit auch nur übertragen bekommen hat. Vers 23 fasst 2/3 der Dreieinigkeit zusammen.
    • Diese Aspekte (Jesus ist Gott, Jesus bringt Gericht) werden in V. 26 und 27 sowie in V. 30 wiederholt. Sie sind eingebettet in eine Ausführung über eine Gegenüberstellung von Leben und Tod. Im Kern wird ausgeführt, was es bedeutet, an Jesus zu glauben (denn von den "Axiomen" wissen wir: Wer an Jesus glaubt, hat ewiges Leben). Nämlich: Gutes tun (V. 29). Oder plakativer: Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen vor Gericht.
    • Anschließend geht es viel um Versetzungen. Also Zeugnisse. Jesus kann nicht über Jesus Zeugnis ablegen. Das Zeugnis eines Menschen nimmt Jesus nicht an (V. 34), wobei ich den zweiten Halbsatz nicht einzuordnen vermag: "[ich] erwähne dies nur deshalb, damit ihr gerettet werdet". Geht das in die Richtung: An Jesus glauben ~ Zeugnis ablegen ~ ewiges Leben ~ Errettung? Auch wenn Jesus diesen ~Glauben/ Zeugnis nicht annimmt?
    • Bleibt nur einer, der glaubhaft Zeugnis über Jesus ablegen kann: [Gott], vgl. V. 36ff. Die Argumentation ist aber reichlich dünn. Es ist ein Zeugnis, dass weder "gehört" noch "gesehen" ward (V. 37) und wird von bzw. durch Jesus bezeugt, der aber über sich selbst kein gültiges Zeugnis ablegen kann (V. 31) In Kurzform klingt das für mich so: "Mir könnt ihr nicht glauben, aber ich sage euch, was Gott sagt. Dem könnt ihr glauben."
    • Als "Beleg" führt Jesus dann noch Moses ins Feld. Menge referenziert einige Stellen im AT:
      • 1. Mose 3,15: Da geht es um die Schlange im Paradies
      • 1. Mose 49,10: "Nicht wird das Zepter von Juda weichen noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis der kommt, dem er gebührt, und die Völker werden ihm Gehorsam leisten."
      • 5. Mose 18,15: " Einen Propheten gleich mir wird der HERR, dein Gott, dir (jeweils) aus deiner Mitte, aus deinen Volksgenossen, erstehen lassen: auf den sollt ihr hören!"

    • Alles in allem ein sehr sperriges und theologisierendes Kapitel. Gefällt mir nicht so.



    Die nächsten ~7 Tage ist nochmal Pause, da werde ich zu beschäftigt sein.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

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