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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1276
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    10. Juni 1717: Der päpstliche Kanzleivorsteher Pater Alfred Schimmel (OFM) aus Köln stellt für die kommende Wahl des Oberhauptes der Christenheit eine Liste der lebenden Kardinäle zusammen. Sie weicht nur unwesentlich von der 1708/09 vereinbarten Verteilung ab, die für die Weltkirche gelten sollte. Aus den Großkhanaten Dagomys, Quito und Melaka und dem Khanat Italien fehlt jeweils ein Purpurträger, dessen Ernennung nach dem Tod eines Amtsvorgängers noch nicht erfolgt ist.

    Anfang Juni 1717 lebende Kardinäle nach ihrer Herkunft

    Großkhanat Dagomys: 34
    Kurienkardinäle: 15
    Großkhanat Quito: 14
    Großkhanat Shikawo: 11
    Großkhanat Melaka: 9
    Khanat Italien: 8 (darunter der Erzbischof von Barcelona)
    Königreich Frankreich: 8 (mit den südfranzösischen Vasallen)
    Heiliges Römisches Reich: 6 (auf möglichst viele Reichsstände verteilt)
    Spanien (Kalifat von Cordoba und Königreich Galicien): 5
    Khanat Hellas: 4
    Großkhanat Debul: 3
    Königreich England: 3
    Freie Reiche in Amerika: 3
    Großkhanat Negübeihafen: 1
    Kaiserreich China: 1
    Freie Reiche in Indien: 1
    Freie Reiche in Ostafrika: 1
    Khanat Ungarn: 1
    Schweizerische Eidgenossenschaft: 1
    Deutscher Orden: 1 (zusätzlich zum Reich)
    Herzogtum Burgund: 1 (zusätzlich zum Reich)
    Königreich Schottland: 1
    Irische Föderation: 1
    Nordische Königreiche: 1


    11.-30. Juni 1717: Im Königreich Galicien werden zahlreiche Verdächtige angezeigt und von den ausschwärmenden Söldnern des Landes zur Überprüfung in Gewahrsam genommen. In einigen Fällen tragen die potentiellen Täter dabei Verletzungen davon, was wohl mit dem Zorn der Bevölkerung über die Zerstörung so vieler religiöser Kunstwerke zu tun haben dürfte.


    14. Juni 1717: Dem Vernehmen nach sollen sich einige hellenische Adlige aus dem Norden des Khanats beim Eintreffen der Todesnachricht aus Rom spontan zu einem fröhlichen Umtrunk verabredet haben. Der „Bauernfreund auf dem Papstthron“ war offenbar keineswegs überall beliebt.

  2. #1277
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    18. Juni 1717: Der Großmufti von Cordoba erklärt in einem Rechtsgutachten, dass fromme Muslime gehalten seien, gemäß der rechtgläubigen Auslegung des Koran jede Darstellung des Allerbarmers, des Propheten oder einer Kreatur des Höchsten zu meiden. Dennoch sei eine Zerstörung solcher Bilder nur in Ausnahmefällen und im Auftrag des Kalifen erlaubt. Daher müssten sowohl die Zerstörungen während des Krieges in Mekka und Medina wie auch der kürzlich bekannt gewordene Vandalismus in Santiago als Akte als der Ketzerei gewertet werden, soweit sie von Muslimen begangen worden seien.


    20.-30. Juni 1717: In den letzten Junitagen wird der Tod des Heiligen Vaters allmählich in den europäischen Ländern und den westlichen Satrapien des Großkhanats Dagomys bekannt. Die Kirchengemeinden lassen überall ihr Trauergeläut erschallen und feiern Requien für das im Volk sehr beliebte Oberhaupt der Christenheit. Die mongolische Reichspost aller sechs Großkhanate ermöglicht es den Bistümern, die Nachricht weiterzutragen und zugleich sämtliche Kardinäle zu informieren.


    22. Juni 1717: Die Großkhane Batu V., Ashoka I. und Berke I. treffen gemeinsam in Debul ein, wo ein großer Empfang für den indischen Adel und die Botschafter aller in der Hauptstadt vertretenen Mächte stattfindet. Das opulente Fest soll wohl die finanzielle und politische Stärke der mongolischen Teilreiche und ihre fortdauernde Eintracht unterstreichen. Als Erfolg gilt, dass der Botschafter der Föderation von Induru an den Feierlichkeiten ohne erkennbare Vorbehalte teilnimmt.

  3. #1278
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    23. Juni 1717: Der langjährige Hansebürgermeister Chrysostomos Baur trifft in Rom ein, wo er an den Trauergottesdiensten für Papst Laurentius teilnehmen kann. In der Stadt besteht auch eine kleine deutschsprachige Händlerkolonie, die den anerkannten Kaufmann sofort einlädt, einige Mitglieder zu treffen. Größere Feste seien aber wegen der Staatstrauer im Augenblick nicht möglich.


    23.-24. Juni 1717: Die Sonnenwendfeier in Schonen, auf Seeland und in Jütland wird von der Bevölkerung wieder etwas größer begangen, auch wenn die christliche Konnkurrenz recht stark bleibt. Auf dem Reichstag werden beide Arten der Festlichkeit angeboten, und einige Adlige nehmen sogar an verschiedenen Veranstaltungen teil, soweit dies möglich ist. Am Folgetag findet dann eine wichtige Sitzung des Reichstages statt.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die Stände schlagen vor, jeweils ein Regiment aus den beiden Provinzen und ein drittes aus Schonen zur Verfügung zu stellen, sofern der dortige Landtag zustimmt. Das Land und die finanzielle Ausstattung sollen zunächst vom Krongut, dem Besitz der Freibauern und der Allmende genommen werden, um die Adelsreiterei zu schützen. Dafür erhalten alle an Finanzierung und Ausstattung der Armee beteiligten Bauernhöfe eine Steuerbefreiung.



    23.-25. Juni 1717: Auch in der Markgrafschaft Brandenburg und im Khanat Westfalen wird in einigen Dörfern die Sonnenwende gefeiert. Manchmal dehnen sich die Feierlichkeiten sogar über zwei Tage aus. Dennoch kommt es anscheinend nicht zu größeren Konflikten zwischen Anhängern verschiedener Bekenntnisse.

  4. #1279
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    29. Juni 1717: Am Festtag des Heiligen Petrus und Paulus wird in vielen Städten und Dörfern des freien Europa und auch in den Satrapien, in denen der Tod des Papstes bereits bekannt wurde, besonders des verstorbenen Oberhirten der Weltkirche gedacht. Viele Kardinäle wählen diesen Termin, um ihre Reise nach Rom mit einer feierlichen Messe zu beginnen oder ihre Ortskirchen dem Schutz der Apostelfürsten anzuvertrauen.


    4. Juli 1717: Das Bistum Augsburg gibt bekannt, dass jeder Konvent bischöflichen Rechts und jede Pfarrkirche mit mindestens zwei bepfründeten Kaplaneien künftig einen Chor gründen soll, um den bairischen Ritus feiern zu können. Ab der Fastenzeit 1719 müssen dann überall regelmäßig Messfeiern mit Hilfe dieser Chöre gestaltet werden.


    6. Juli 1717: Die Krönung des schottischen Königs Alasdair IV. am Todestag seines Vaters in Edinburgh wird auf einem Holzthron zelebriert, in welchen der Stone of Scone eingelassen wurde. Männer aus dem Volk nehmen in großer Zahl an den Feierlichkeiten teil, da man die Plätze in der Kathedrale verlost hat. Die Namensänderung soll nach Auskunft des Hofes eine Verbindung zur Regierungszeit Alexanders III. schaffen. Der neue Monarch verspricht dabei, die Politik seines Vaters – insbesondere auch die Bauernbefreiung – fortzuführen.

  5. #1280
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    8.-18. Juli 1717: Die Julimitte ist in diesem Jahr etwas trockener als gewöhnlich. Einige Bauern fürchten, dass dies dem Wachstum des Getreides schaden könnte. Eine echte Missernte dürfte sich daraus aber nicht entwickeln.


    12.-31. Juli 1717: Gesandte des Kalifen suchen trotz der großen Hitze verschiedene Stämme der Kahina-Allianz auf. Die Berberscheichs nehmen die Gäste zwar höflich auf, nutzen aber wo möglich abgelegene Teile der jeweiligen Lager für ihre Gespräche. Es scheint dort ein gewisses Misstrauen gegen den Befehlshaber der Gläubigen zu geben, der sich öffentlich mehrfach für die mongolische Herrschaft eingesetzt hat. Dennoch verspricht man stets, sämtliche Vorschläge im gemeinsamen Rat zu prüfen.


    18. Juli 1717: Der chinesische Kaiser Lizong II. gibt bekannt, dass mehrere Minister ihr Amt zur Verfügung gestellt hätten, „um Veränderungen im Geiste der Ahnen zu ermöglichen“. Bislang ist nicht ganz klar, was zu dieser Entwicklung führte und ob bei Hofe auch Machtkämpfe ausgetragen worden sind.

  6. #1281
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    22. Juli 1717: Der dänische Reichstag in Kopenhagen erlebt eine kontroverse und stürmische Sitzung, die sogar im Handelsblatt einen ausführlichen Niederschlag findet und daher schnell öffentlich bekannt wird. König Radbad war es anscheinend gelungen, ein spezielles System für die Proskription zusätzlicher Truppen durchzusetzen und so seine Heeresmacht deutlich zu vergrößern. Bei ersten Abstimmungen war die Belastung aber noch ganz auf die freien Bauern abgewälzt worden. Nun erreicht der Monarch mit all seinem Ansehen, dass auch klösterlicher Landbesitz einbezogen werden muss. Die Äbte, Bischöfe und viele Adlige aus christlichen Familien prostestieren lautstark und vehement, und einige Edelleute mit einer heidnischen Prägung geraten einmal sogar in eine Prügelei mit ihren Standesgenossen. Die Macht des Königs reicht letztlich aber aus, um den Reichstag in einer Kampfabstimmung mit hauchdünner Mehrheit zur Annahme seines Wunsches zu bewegen, so dass die Klöster ihre vollständige Befreiung von Abgaben und anderen Lasten in Dänemark für die Proskription zusätzlicher Truppen verlieren. Nordlandsson hat angekündigt, im kommenden Jahr die erforderlichen organisatorischen Vorbereitungen zu treffen, so dass mit der Aushebung zweier Regimenter begonnen werden kann.


    24.-31. Juli 1717: In Heidelberg beginnt nach einer Einigung unter kaiserlicher Vermittlung der vorgezogene pfälzische Landtag. Bischof Burkhard von Worms und sein Domkapitel sollen für ihre Ehrverletzung 410000 S Entschädigung erhalten, aber 400000 S werden niedrig verzinst an die Regierung verliehen, wobei man sich auf 0,5% einigt. Die rasche Einigung gilt als großer Erfolg der Pfalzgräfin und auch des neuen Kaisers. Nun muss allerdings noch über die Bestrafung der Zeitungsbesitzer beraten werden.


    25. Juli 1717: Der Festgottesdienst zum Heiligen Compostelanischen Jahr in Santiago mit König Fernando V. und zahlreichen geistlichen und weltlichen Würdenträgern wird von vielen Pilgern aller Stände aus Spanien, Frankreich und England mitgefeiert. Nach dem Schlussegen werden zudem Almosen auf dem Markplatz vor der Kathedrale verteilt.

  7. #1282
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    28. Juli 1717: In Caen kommt es nochmals zu einem Treffen der Unterhändler aus dem Großkhanat Negübeihafen mit den Diplomaten beider britischer Mächte.

    Nur für die Königreiche Schottland und England

    Achtung Spoiler:
    Die mongolischen Gesandten fragen nach, ob bereits eine Entscheidung getroffen worden sei? Man wolle nicht drängen, müsse aber den langen Weg nach Negübeihafen beachten. Sollten sich die Zahlungen verändern, wäre man sehr dankbar, dies dem Großkhan zeitig mitteilen zu können.



    29. Juli 1717:
    Der berühmte Theologe Pasquier Quesnel hält in Marburg vor einem von den vielen Anhängern überfüllten Hörsaal seine Abschiedsvorlesung. Der mittlerweile 83jährige hatte sich im Frühjahr entschieden, das Dozentenamt aufzugeben und ins Bistum Amiens zurückzukehren, wo er seit Jahren von einem Bischofsvikar vertreten wird. Die konzise, allgemeinverständliche Zusammenfassung seiner Lehren in dieser Vorlesung wird noch Anfang August in Druck gegeben und im Herbstbuchhandel veröffentlicht.


    31. Juli 1717: In Tarent segnet der langjährige Vorleser und geistliche Berater des Khans das Zeitliche. Der 86jährige Mufti aus Cordoba hatte als Haupt der islamischen Geistlichkeit bei Hofe gegolten. Die Neubesetzung seines Amtes wird daher mit Spannung erwartet.

  8. #1283
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    1. August 1717: Der päpstliche Camerlengo, der gemeinsam mit einigen Kardinälen während der Sedisvakanz die Tagesgeschäfte des Heiligen Stuhls führt, gibt in einem Schreiben an die Winzer des Landes bekannt, dass trotz des Todes von Laurentius I. das Weinfest im Herbst stattfinden soll. Die Entscheidung gilt als umstritten, da mehrere Kardinäle eine solche Veranstaltung in diesen Tagen für unangemessen halten.


    4. August 1717: An einem äußerst heißen Sommertag gelingt es starken Reiterkontingenten der Kahinaallianz, die Oase Selima weit im Osten der Sahara zu besetzen. Offenbar haben sie einen südlichen Weg durch die Wüste gewählt. Von dort aus lassen sich die mongolischen Provinzen Oberägyptens und des Sudan angreifen. Die westlichen Berberstämme wollen offenbar einen weiteren Kriegsschauplatz eröffnen, auf welchem sie nicht ständig den Reiterverbänden der östlichen Berberallianzen gegenüberstehen.


    8. August 1717: Großkhan Batu V. wird bei seiner Ankunft in Melaka von den Vertretern des Kuriltai und des Hofes mit erkennbarer Freude begrüßt. Auch eine große Volksmenge ist am Hafen versammelt und bereitet ihm einen begeisterten Empfang. Zwar hatte der Herrscher bei der Konferenz der Teilreiche die meisten finanziellen Zugeständnisse gemacht, doch in dem sehr wohlhabenden südostasiatischen Großkhanat wird die Stabilisierung des Bundes aller mongolischen Reiche offenbar deutlich stärker gewichtet.

  9. #1284
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    10. August 1717: Die hellenische Hofverwaltung kommt beim Khan zusammen, um über die Neubesetzung der Stellung eines Vorlesers und Islamgelehrten in Tarent zu beraten.

    Nur für das Khanat Hellas

    Achtung Spoiler:
    Einheimische Rechtsgelehrte diesen Ranges sind leider nicht zu finden, da das Land kaum islamisch geprägt ist und nicht über eigene Ausbildungsstätten verfügt. Im Kalifat könnte Hellas vermutlich jemanden anwerben, der anderen Religionen freundlich zugewandt ist. Echte Synkretisten sind unter islamischen Rechtsgelehrten aber sehr selten. Dazu müsse vielleicht in Zentalasien um Unterstützung gebeten werden.



    11. August 1717: Einige Mitglieder der pfälzischen Adelskurie schlagen vor, die Zeitung aus Heidelberg wegen ihrer Missachtung der rechten Weltordnung zu schließen. Das Vermögen der Redaktion könne vielleicht der Stadtkasse zufallen. Man wolle aber einer Entscheidung der Pfalzgräfin nicht vorgreifen.


    15. August 1717:
    Am Festtag der Himmelfahrt Mariens trifft der päpstliche Legat für den Norden Europas in Kopenhagen ein, um mit mehreren Äbten einen Gottesdienst zu feiern. Wie es heißt, soll er auch eine Protestnote an den Reichstag überbracht haben, die aber erst während der nächsten Sitzung des Gremiums verlesen werden dürfte, da sie nicht als öffentliche Stellungnahme gedacht zu sein scheint.

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