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Thema: [DMS2] Zum Po hier entlang!

  1. #2446
    Zurück im Norden
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    1) Das ist möglich, aber ich würde eher davon abraten. Bei solchen Dingen ist es meist besser, konkrete Zahlen wirklich deutlich zu verändern.

    3) Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass diese "Aufsicht" sich irgendwie auszahlen könnte. Man verkauft ja deshalb nicht mehr, sondern hat einfach nur höhere Verwaltungskosten.

    5) Das kann ich gerade nicht beantworten, dafür sind die Effekte zu stark verschränkt.

  2. #2447
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    1) Ok, dann kann ich die Rechtskodifikation ja im Prinzip aus meinem Schwerpunktplan streichen "Bei solchen Dingen ist es meist besser, konkrete Zahlen wirklich deutlich zu verändern." klingt nämlich nicht so, als sei es auch nur sinnvoll, die aktuelle Gesetzgebung hinsichtlich der Zünfte zu erfassen.

    3) Wenn ein Handwerksgeselle nicht mehr selber Stühle zusammenklöppelt, sondern stattdessen 10 Bauern dies für sich tun lässt, die ansonsten untätig in ihren kalten Stuben rumsitzen würden, lohnt sich das nicht?


    Ich würde die Reform nicht als "Entstehung von Konkurrenz" betrachten, sondern als eine "Ausdehnung der Zünfte auf den ländlichen Raum". Zusammen mit den nun von dir gelieferten Informationen also sogar eine "Ausdehnung über bereits existierende Konkurrenz".
    Zudem sind die Partenariati ja nicht als Konkurrenz zu den Zünften gedacht, sondern sie sind den Zünften untergeordnet und gehören den Zunftmeistern. Die Gesellen agieren hierbei als Genossenschaftler, profitieren also unmittelbar von ihren Gewinnen.
    Im Idealfall läuft es dann demnächst so, dass die Handwerksmeister hochqualitative Güter in den Städten fertigen, eben weil sie dazu die Qualifikationen besitzen, und die Gesellen zusammen mit günstigen Bauernhandwerker in Masse einfache Güter produzieren. Damit könnte es einerseits zu einer Steigerung der Lebensqualität in ganz Italien kommen (einfach weil einfache Konsumgüter erschwinglicher werden) oder man überschwemmt damit Exportmärkte - das war ja bereits bei der Gründung der Borsa di Genova vorgesehen:
    Zitat Zitat von SP zur Gründung der Börse
    Ein weiterer Schwerpunkt soll der Warenhandel werden. Das Khanat produziert große Mengen an Handwerkserzeugnissen, die womöglich nicht vollständig im Inland nachgefragt werden. Über die Börse soll es eine weitere Absatzmöglichkeit geben, wo Zwischenhändler Waren effizient erwerben und weiterverkaufen können. Auf diesem Wege soll dem produzierenden Gewerbe ein zusätzlicher Vetriebskanal eröffnet werden.
    [...] Für den zusätzlichen Warenhandel wird außerdem ein Lagerhaus für weitere 50.000 S errichtet.

    Macht das meinen Plan für dich vielleicht verständlicher? Die Partenariati sind quasi den Zünften untergeordnete Genossenschaften, die gezielt die verschiedenen Stärken der Bevölkerungsschichten anspielen sollen.
    Geändert von Simato (11. Juli 2026 um 23:54 Uhr)
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
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  3. #2448
    Zurück im Norden
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    Ländliche, nicht an Zunftregeln gebundene Produktion gibt es ja bereits, etwa in den Satrapien Osteuropas. Ich kann das umsetzen, fürchte aber immer noch, dass der von dir erhoffte Effekt nicht eintreten wird. Entweder fehlt es dann in den Städten an Arbeitskräften - weil die Gesellen ja alle aufs Land sollen, um von Hof zu Hof zu tingeln - oder es entsteht wirklich neue Konkurrenz, die den Zünften das Wasser abgräbt.

  4. #2449
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    Die Gesellen müssen ja nicht alle aufs Land. Eben soviele, wie sinnvoll. Und quasi hauptsächlich bzw. ausschließlich in den Wintermonaten, da die Bauern im restlichen Jahr ja ihrer bisherigen Tätigkeit nachgehen sollen.
    Das sollte auch unbedingt als kontinuierlicher Prozess erfolgen und nicht innerhalb eines einzelnen Jahres übers Knie gebrochen werden. Solche strukturellen Umbrüche müssen langsam erfolgen und sich natürlich entwickeln, da wir eben große Verwerfungen möglichst vermeiden wollen. Gerade aus dem Grund setze ich für das Thema ja auch drei Schwrpunkte, einerseits um den Prozess Stück für Stück zu begleiten und andererseits um der notwendigen Aufmerksamkeit gerecht zu werden.

    Grundsätzlich soll ja auch eine Konkurrenz entstehen. Aber eben unter den Zünften selbst. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft!
    Nach meiner Auffassung ist es bisher ja so, dass die Zünfte eben nicht in Konkurrenz zueinander stehen, weil man alles in einem starren Zahlenkorsett abgesteckt hat. Jeder Betrieb bekommt jedes Jahr die gleiche Anzahl an Rohstoffen, zum selben Preis, und produziert damit die selbe Anzahl an Produkten, die zum identischen Preis verkauft werden. Jahr für Jahr, ohne Innovation, ohne Produktivitätssteigerung. Stillstand ist wirtschaftlicher Tod. Und genau den erleidet das Khanat aktuell.
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
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  5. #2450
    Zurück im Norden
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    Ja, Zünfte haben schon auch ihre Nachteile, wobei der Rohstoffmarkt zumindest von den Zahlen her nicht so restriktiv ist, wie du es darstellst. Ich glaube, das ließe sich auch nicht auf diese Weise abbilden. Grundsätzlich kannst du schon auch recht haben, aber eben sehr langfristig. Es ist nicht so, dass auf dem Land unendlich viel Arbeitskraft ungenutzt ist oder dass es eine riesige zusätzliche Nachfrage nach Stühlen oder Körben gäbe. Ich vermute, dass du mit einem milderen Reformansatz erstens die Zünfte eher mitnehmen kannst und zweistens die Stärke Italiens nicht zu sehr tangierst.

  6. #2451
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    Was würdest du denn als mildere Reform ansehen? Mir würden da folgende Elemente in den Sinn kommen:
    1. Ein Aufheben der starren Produktionsquoten und Preisbindungen
    2. Eine freiwillige und begrenzte handwerkliche Betätigung der Bauern in den Wintermonaten
    3. Etablieren einer staatlichen Handwerkskammer mit eigenen Qualitätsstandards - das wäre aber wohl das schärfste Schwert weil es unmittelbar am Fundament der Zünfte sägen würde
    4. Aufheben des Erstbezugsrechts für Zünfte von Rohstoffen

    Vorallem 1 wäre wohl essentiell, weil es eben für Wettbewerb sorgen würde.

    Wir müssen hier auch bedenken, dass in einigen Jahren Handwerksmeister aus Ungarn zurückkehren werden mit frischen Kapital. Das ist eine langfristige Investition gewesen, die dann auf fruchtbaren Boden fallen muss. Dafür müssen wir den Weg ebnen


    Warum mir aber mein Reformmodell besonders gefällt, liegt an zwei wichtigen Punkten:
    1. Es schafft Einnahmen für die Krone über das Auktionsmodell. Diese Einnahmen sind dringend notwendig.
    2. Die Partenariati könnten mittelfristig als Unternehmen an die Borsa di Genova gehen und sich dort nach dem Vorbild der VOC etablieren. Man könnte ihnen darüber weitere Privilegien zugestehen, wie beispielsweise eine Banklizenz, um ihre Unternehmenskraft weiter auszuschöpfen.

    Aber wenn das alles zu tiefgreifend ist, dann muss ich das wohl hinten anstellen.
    Mir gehen nur langsam echt die Ideen aus, um das Ruder in Italien noch irgendwie rumzureißen. Nichts fruchtet so recht... Auch nicht die empfohlenen Staatsbetriebe. Selbst wenn man da nur die Erträge/Verluste zählt und Investitionskosten und deren Zinsen außen vor lässt, sind diese ein großes Verlustgeschäft. Die Manifattura steht bei einem kumulierten Ertrag i.H.v. 325k (bei 500.000 Investitionskosten vor 8 Jahren!), die Poste Italiane bei -20.000 S (bei 100.000 Investition vor 7 Jahren). Wenn man jetzt noch die Zinsen und Investitionskosten einbezieht, stehen wir insgesamt bei einem Verlust i.H.v. 1.095.720 S. Dazu kämen dann sogar noch Opportunitätskosten.... Und das, wo die Staatsbetriebe ja sogar als Sanierung für den Haushalt empfohlen wurden
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
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  7. #2452
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    Ich hab mir jetzt nochmal einige Gedanken dazu gemacht und würde die Reform auf deinen Einwurf hin dann sanfter gestalten, und zusätzlich mit einem ganz neuen Twist versehen. Das passiert aber weiterhin in zwei Schwerpunkten, um da entsprechend Effekte zu erzielen. Gib mir dazu doch mal bitte ein Feedback - auch ob die Finanzierung so ausreichend wäre oder ob ich nach unten/oben anpassen sollte

    Zitat Zitat von SP für 1717
    Modernisierung der Zunftordnung - 25.000 S

    In diesem Jahr wird Khan Urus die erste konkrete Reform des Zunftwesens in die Wege leiten. Ziel ist es nicht, die Zünfte in ihrem Kern zu erschüttern, sondern ihnen die Werkzeuge zu geben, die sie brauchen, um in einem sich wandelnden europäischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
    Die Reform umfasst drei Kernelemente:

    1. Aufhebung der Produktionsquoten
      Bislang ist jedem Betrieb eine feste Jahresproduktion zugeteilt, unabhängig von Nachfrage und Auftragslage. Künftig sollen die Zünfte flexibel auf die Marktlage reagieren können - in nachfragestarken Jahren mehr produzieren, in schwachen Jahren Ressourcen schonen. Dies schafft Anreize für Effizienz und Innovation ohne die Grundstruktur der Zünfte anzutasten.

    2. Aufhebung der Preisbindung
      Von nun an setzen die Handwerker ihre Preise eigenverantwortlich, orientiert an Marktlage, Nachfrage und Qualität der Ware. Die Zünfte behalten dabei das Recht, Mindeststandards für Qualität und Handwerksehre zu definieren - nicht aber den Preis. Dies ermöglicht eine marktgerechtere Preisbildung, schützt die Käufer vor Willkür und gibt den Exporthandel auf den europäischen Märkten deutlich mehr Spielraum.
      Zur Unterstützung der einzelnen Handwerksbetriebe sollen die Zunftmeister jedoch jährlich eine Empfehlung für einen Preis ausgeben, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Handwerksbetrieb betriebswirtschaftlich versiertes Personal besitzt.

    3. Einbindung des ländlichen Raums
      Sofern es opportun erscheint, dürfen künftig Landwirte, gegen eine angemessene Bezahlung, für die Produktion handwerklicher Güter in die Pflicht genommen werden. Dies gilt jedoch ausschließlich für die Wintermonate!
      Dieses Instrument soll einerseits die Möglichkeit bieten Auftragsspitzen abzufedern und andererseits besonders kostengünstig produzieren zu können. Gleichzeitig bietet es der Landbevölkerung ein weiteres Einkommen in den sonst kargen Monaten, wo sie ihrer Hauptbeschäftigung nicht nachgehen können.


    Die Qualitätsstandards und das Zunftmonopol bleiben vollständig erhalten. Die Reform gibt den Zünften mehr Freiheit und Flexibilität - sie nimmt ihnen nichts.

    Als zweiten Schwerpunkt zur Zünftereform würde ich dann 1720 dennoch die Partenariati einführen, allerdings mit einer ganz anderen Ausgestaltung.
    Ich würde die Partenariati als Allianz von Handwerkern und Händlern konzipieren wollen. Beide Schichten leiden unter der Anleihe, aber vielleicht sind 2x wenig Kapital zusammengenommen ausreichend Kapital, um geschäftstätig zu sein?
    Die Idee wäre, dass die Partenariati Unternehmen wären, die einerseits den Zunftmeistern und andererseits den Kaufleuten gehören. In einer weiteren Ausbaustufe könnte man sie vielleicht sogar öffentlich an der Börse notieren. Jedenfalls sollen die Kaufleute den unmittelbaren Vertrieb der Handwerkserzeugnisse übernehmen, ohne das dafür erstmal Geld zwischen den Parteien fließt. Die Zünfte kümmern sich um die Produktion, die Kaufleute um den Vertrieb - zusammen stemmen sie die nötige Investition um überhaupt Güter anbieten zu können. Man teilt sich also das Risiko, aber dafür auch den Profit.
    Man könnte hier dann einerseits einen Kommissionshandel aufbauen, andererseits einen Direktvertrieb (Kaufleute ziehen mit Mustern in Europa umher, verkaufen dann die Waren auf Bestellung, ein Eilbote geht zurück zum Betrieb oder zur Börse und von da aus werden die Waren verschickt) oder auch ein Saisonkontrakt-Modell (man verkauft dieses Jahr die Waren, die nächstes Jahr geliefert werden sollen). Das alles baut exakt auf den Dingen auf, für die die Börse gegründet wurde.

    Was hältst du davon?
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
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  8. #2453
    Zurück im Norden
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    Man könnte es versuchen! Du hast ja einen gewissen zusätzlichen Einfluss bei den Zünften, so dass sie vielleicht stärker mitziehen, wenn sie wenigstens eine Möglichkeit sehen, besser oder gleich wegzukommen. Du hast ja ohnehin auf den Export gehofft? Da sind Waren mit einer höheren Gewinnspanne natürlich nützlicher, weil die Transportkosten mit den Verkehrsmitteln der Zeit sehr hoch sind.

  9. #2454
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    Die Reform so ist ja in zwei Schritten vorgesehen. Die erste schafft einfach nur mehr Wettbewerb, aber in einem Rahmen, den die Zünfte mitgestalten. Das soll für Innovation und steigende Produktivität sorgen.
    Erst der zweite Schritt bringt dann die Handwerker und Kaufleute zusammen, um so gemeinsam für bessere Exportgeschäfte zu sorgen.


    Du hältst das ganze also für deutlich weniger disruptiv und besser durchführbar? Dann versuchen wir das so.
    Sind 25k an Finanzierung dafür ausreichend? Oder zuviel oder zu wenig?
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
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  10. #2455
    Zurück im Norden
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    Du musst gerade etwas aufs Geld schauen, oder? Wären 50000 S noch möglich?

  11. #2456
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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    Etwas Du hast mich doch aktiv mit in den Ruin getrieben

    Ja, dann mache ich wohl 50k locker, wenns denn hilft. Ich erwarte dafür aber ein sattes Etatwachstum, Herr SL! Emoticon: achja


    Kannst du mir sagen, ob es für mich deutlich nachteilig wäre, wenn ich der Pfalz einseitige Privilegien gewähre? Die italienischen in der Pfalz würden dann aufgehoben
    Geändert von Simato (15. Juli 2026 um 12:01 Uhr)
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  12. #2457
    Held der Arbeiterklasse Avatar von Simato
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  13. #2458
    Zurück im Norden
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    Ich denke nicht.

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