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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1231
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    6. Juli 1716: An einem heißen Sommertag bricht König Robert IV. von Schottland zu einer Entenjagd auf. Der 70jährige gilt noch immer als körperlich belastbarer, erfahrener Jäger. Diesmal bleibt er aber wegen seiner Begeisterung wohl etwas zu lange in der Sonne. Als allmählich der Mittag hereinbricht, erleidet er einen Schwächeanfall und wird von den Begleitern auf eine Trage gelegt und mit Wasser versorgt. Der kurz darauf eintreffende Leibarzt lässt ihn noch zur Ader, doch diese besonders im freien Europa verbreitete und vielfach genutzte Behandlungsmethode scheint diesmal fehlzuschlagen. Am Abend bringt man den Monarchen schließlich auf seinen Sommerjagdsitz bei Aberdeen zurück, wo er die Sterbesakramente empfängt und noch vor Mitternacht das Zeitliche segnet. Nachfolger wird Roberts Sohn Malcolm, der seinen Namen in Alasdair IV. ändert. Der verstorbene König galt im Volk als „Befreier von der Knechtschaft“ und führte als zweiter europäischer Herrscher nach dem mittlerweile abgesetzten kanarischen Khan Schinab die Bauernbefreiung durch.


    6. Juli 1716: Ein Kompromissvorschlag des päpstlichen Nuntius in Khansbruck soll den Krieg auf Barbados beenden. Er würde zur Rückkehr des Adels auf seine Güter, einer Ausweitung der in der Karibik meist kaum existenten Allmenden und zur Fortdauer der Bauernbefreiung führen.


    7. Juli 1716: Das Hanseblatt verfasst ein ausführliches Portrait über Khan Friedrich I. von Westfalen und dessen Bemühungen um eine „Hebung der Oeconomie im ganzen Reiche“, das anscheinend recht gut ankommt. Auch sein neuer Titel wird ausgiebig gewürdigt.

  2. #1232
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    9. Juli 1716: Kalif Ahmad I. dankt Gott in einem langen, auch schriftlich verbreiteten Gebet für den mongolischen Sieg über den „falschen Kalifen“. Zudem würdigt er den Respekt, den Kronprinz Putraq von Dagomys den Heiligen Stätten gezollt habe und dessen Vorschlag für ein neues Gremium zur Verwaltung Mekkas und zur Organisation der jährlichen Hadsch, nicht zuletzt natürlich die Idee, auch Gelehrte aus Spanien und Marokko hinzuzuziehen.


    12. Juli 1716: Nach intensiven Verhandlungen in Debul bestätigen die drei vor Ort präsenten Großkhanate und die beiden freien indischen Föderationen ihre Vereinbarungen aus dem Frühjahr. Zudem sollen keine neuen Handelshemmnisse auf dem Subkontinent aufgebaut werden. Dies gilt als großer Erfolg für Maharadja Rama I., da die Mongolen letztlich darauf verzichten, ihren Sieg in Arabien zur Revision der in höchster Not geschlossenen Verträge zu nutzen.


    12. Juli 1716: Eine Nachfrage des dänischen Königs Radbod Nordlandsson in Kalmar ergibt, dass die im Vorjahr geplante Sonnenwendfeier aus Gründen der Sicherheit nicht stattfand. Bei der Antwort aus der frühreren Unionsresidenz wird nicht ganz klar, ob es um mögliche religiöse Unruhen oder um die Gefahren des Sonnenwendfeuers ging.

  3. #1233
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    13.-31. Juli 1716: Die ersten Gefechte zwischen den mit den Mongolen verbündeten Berbern und ihren feindlichen Bruderstämmen unter der Vorherrschaft des Rates der Kahina gehen von Letzteren aus und finden in den der Libyschen Wüste statt. Man muss wohl vermuten, dass die Kahina-Allianz bereits über den Vertrag von Kairo informiert worden ist und den Angriffen aus der östlichen Sahara präventiv begegnen will.


    14. Juli 1716: Satrap Jawas Khan von Maputo bittet die bereits im Vorjahr eingetroffene Gesandtschaft der Hanse zu einer zweiten Audienz.

    Nur für die Deutsche Hanse

    Achtung Spoiler:
    Der Satrap hat in Melaka Rücksprache gehalten und kann dem Hansebürgermeister und den Räten des Bundes mitteilen, dass eine Errichtung von nicht ummauerten Kontoren in den Städten der afrikanischen Satrapien Melakas gestattet wird. Sie müssen dann aber vom Gouverneur der jeweiligen Provinz im Einzelfall genehmigt werden.



    14.-20. Juli 1716:
    In einer mehrtägigen, immer wieder durch weiträumige Reiteroperationen unterbrochenen Schlacht westlich von Mopti gelingt es der Belagerungsarmee der Kahina, den Satrapensitz vom Hinterland abzuschneiden. Nur noch ein schmaler Korridor ganz im Südosten der Stadt ermöglicht es schnellen berittenen Boten, den Kontakt zu den weiter südlich und westlich gelegenen Provinzen des Großkhanats Quito zu halten.

  4. #1234
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    18. Juli 1716: Kronprinz Putraq von Dagomys empfängt eine Gesandtschaft des „östlichen“ Kalifen Ismael ibn Muhammad, um über eine Beilegung der Konflikte zu verhandeln. Die Arabische Wüste hatte auch vor dem Aufstand der Muwahhidun nicht mehr unter der Kontrolle mongolischer Satrapen gestanden, auch wenn das Reich dennoch eine lose Oberhoheit beanspruchte.


    24. Juli 1716: Das Großkhanat Melaka übergibt die Kontrolle über Dschidda wieder an das eurasische Teilreich, das gemäß der Teilungsvereinbarung von 1697 ganz Arabien regieren soll. Die Söldnertruppe und die Kriegsschiffe aus Südostasien sollen aber zunächst vor Ort bleiben, um die Sicherheit im Roten Meer und im Golf von Aden zu verbessern.


    27. Juli 1716: Nach langen, intensiven Verhandlungen gelingt es dem päpstlichen Nuntius auf Barbados, beide Seiten auf den vom Heiligen Stuhl gewünschten Kompromiss zu verpflichten und die „wilde“ Landverteilung zu beenden. Der von Kurur Khan vertretene Adel muss sich aber mit der Regierung des Erzbischofs Athenagoras und der endgültigen Abschaffung der Leibeigenschaft abfinden. Man hofft nun, dass die Bauernmilizen bereit sein werden, die Landrückgabe an den Adel durchzusetzen.

  5. #1235
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    1. August 1716: Als es der Armee des melakianischen Gouverneurs Eresik Khan gelingt, eine Reiterabteilung der freien Berber in einen Hinterhalt zu locken und größtenteil gefangen zu nehmen, ziehen sich die übrigen Verbände von der Belagerung Moptis zurück und geben auch ihre Stellungen am östlichen Nigerufer auf. Möglicherweise hat der Rat der Kahina zusätzliche Kräfte für die Kämpfe gegen die feindlichen Berberstämme angefordert.


    1.-31. August 1716: Der August ist in vielen Ländern Europas warm und trocken, so dass man mit der Ernte gut vorankommt. Die erhofften hohen Erträge haben sich nach ersten Rückmeldungen bestätigt.


    3. August 1716: Großkhan Batu V. soll sich bei einem Empfang für die Botschafter der fünf anderen Teilreiche außerordentlich freundlich und respektvoll verhalten haben. Die Krise zwischen den mongolischen Dynastien könnte also vielleicht wieder überwunden sein.

  6. #1236
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    4.-24. August 1716: Angesichts übergroßer Hitze ruhen die Gefechte in der Sahara für einige Wochen. Die westlichen Berber konnten ihren mit den Mongolen verbündeten Landsleuten bei ihrem beherzten Angriff bereits einige Oasen abnehmen und sich so eine gute Position für die in den Herbst- und Wintermonaten erwarteten, schwereren Kämpfe sichern. In der Nigergegend gewannen die Großkhanate Quito und Melaka hingegen die Oberhand.


    10. August 1716: Der islamische Rechtsgelehrte ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymān trifft mit der ihm zugestandenen Begleitung, seiner Lieblingsfrau und seinen ausschließlich muslimischen Wachleuten in Täbris ein, wo man ihn in einem angemessenen Domizil mit Zugang zu einer Moschee unter ehrenvollen Hausarrest stellt. Er hatte aber bereits deutlich gemacht, dass seine Anhänger und er niemals zu Verhandlungen bereit sein würden.


    13.-31. August 1716: In einigen Städten des Großkhanats Negübeihafen und seiner beiden Vasalleninseln Ögedeiland und Chellebayaland fällt überraschend viel Schnee. Der Winter auf der Südhemisphäre scheint zumindest in dieser Region unerwartet streng auszufallen.

  7. #1237
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    14. August 1716: Ein burgundischer Gesandter trifft in Quito ein und wird zwei Tage später von einem hochrangigen Minister des Großkhans empfangen.

    Nur für das Großherzogtum Burgund
    Achtung Spoiler:

    Der Minister bedankt sich höflich für das Mietangebot, muss aber leider ablehnen. Man benötige im Augenblick keine besonderen technischen Gerätschaften.



    14. August 1716: In Berlin kommen mehrere große Fenster aus Krakau an, die für das neue, vom Markgrafen persönlich geplante Gebäude der Domänenverwaltung bestimmt sind. Zahlreiche Schaulustige säumen die Straßen, sind doch Glasarbeiten dieser Größe sehr ungewöhnlich und selten. Einige loyale Hofbeamte bezeichnen diese Fenster auch als Zeichen für den Weitblick und Planungssicherheit des Monarchen.


    18. August 1716: Großkhan Yesun I. trifft wieder in Dagomys ein, wo er von Adel und Volk mit großer Begeisterung in Empfang genommen wird. Der Erzbischof hält eine Dankmesse, vermeidet aber in seiner Predigt jeden Bezug auf religiöse Konflikte und betont stattdessen die gottgewollte Einheit des Reiches über alle Unterschiede hinweg.

  8. #1238
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    21.-31. August 1716: Erste Erntefeste im Süden Europas werden in diesem Jahr besonders ausgelassen begangen und verbinden mancherorts sogar Menschen verschiedener Stände stärker miteinander. In einigen küstennahen Regionen Spaniens, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse besonders günstig sind, erlassen manche von der sozialen Lehre des Kalifen beeindruckte Edelleute ihren Bauern sogar die unbezahlten herbstlichen Frondienste.


    23. August 1716: Einige süditalienische Adelsfamilien feiern (angeblich zusammen mit nicht wenigen römischen Sympathisanten) das Fest des Gottes Vulcanus in einem Haus nahe des antiken römischen Marsfeldes, das mittlerweile dicht bebaut ist.


    27. August 1716: Einige schwedische Untertanen bringen dem nordischen Gott Odin vor der Pforte des Wasserschlosses zu Kalmar ein Opfer vom Korn und Bier der diesjährigen Ernte dar. Damit ist nach Berichten aus der Region auch die Bitte um Vergebung verbunden, da König Erik XV. von Schweden es aus Angst vor den Pfaffen versäumt habe, seine Zusage einzulösen und eine echte Sonnenwendfeier auf dem Schloss auszurichten.

  9. #1239
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    31. August 1716: Nach langen Verhandlungen schließen Kalif Ismael ibn Muhammad und der militärisch so erfolgreiche Kronprinz Putraq von Dagomys einen Friedensvertrag. Darin wird dem Kalifen eine (stark eingeschränkte) Heeresfolge und die Anerkennung der mongolischen Oberhoheit aberverlangt, während das eurasische Teilreich Geldzahlungen und die Lieferung dringend benötigter Lebensmittel zusagt. Die angeblich besonders stittige Titelfrage wird mit einem Kompromiss gelöst, wonach Ismael ibn Muhammad als Kalif anzusprechen sei, ohne dass damit Herrschaftsreche irgendeiner Art außerhalb seiner Stämme anerkannt werden.


    2.-5. September 1716: Das Westfälische Symposion zur Wirtschaft in Bielefeld beschäftigt sich in diesem Jahr mit den ökonomischen Möglichkeiten und Grenzen staatlicher oder regionaler Eingriffe in die Wirtschaft, etwa durch Exportverbote, Getreidekäufe oder die Vergabe von Privilegien. Die brandenburgische, westfälische und dänische Politik wird durchaus als erfolgreich gewertet, auch wenn sie den „Freihändlern“ unter den Wirtschaftsgelehrten missfällt.


    6.-12. September 1716:
    Die Käse- und Warenmesse in Paris wird zu einem sehr großen Erfolg, was auch mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung in Europa und dem Engagement burgundischer, englischer und irischer Kaufleute zu tun haben dürfte.

  10. #1240
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    8. September 1716: Bei einem Gespräch des dänischen Botschafters in Stockholm mit König Erik sollen nach Auskunft des schwedischen Hofes Unstimmigkeiten ausgeräumt und die gemeinsame Friedenspolitik bestätigt worden sein.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Der Botschafter berichtet nach Kopenhagen, dass König Erik die Affäre und die Sonnenwende mit einem Missverständnis zu erklären versuchte. Man habe bei der Hanse viel über einen besseren Schutz vor Feuersbrünsten gelernt. Das Opfer vor dem Schloss sei bei Hofe nur in geringem Maße wahrgenommen und nicht der dänischen Krone angelastet worden.



    9. September 1716: Als erster mongolischer Großkhan trifft Batu V. (Melaka) in Dagomys ein. Der jüngste Herrscher eines Teilreiches gilt als schwierige Persönlichkeit, die aber dank der wirtschaftlichen Stärke Südostasiens über großen Einfluss verfügt.


    9. September 1716: Kronprinz Putraq von Dagomys gibt im Auftrag seines Vaters die bereits angekündigte Gründung eines 57köpfingen Scherifenrates in Mekka bekannt. Die Zahl soll von der Summe aller Suren mit gerader Verszahl im Koran abgeleitet sein und den geraden Weg des Friedens und des Respekts vor der islamischen Offenbarung verdeutlichen. Zudem wird in der Offenbarung nach Auskunft eines Rechtsgelehrten der Universität Bagdad Gott genau 57mal „Rahman“ (der Barmherzige) genannt. Aus der freien Welt sind neben zwei Indern auch fünf allgemein anerkannte Rechtsgelehrte aus Marokko, Spanien und (etwas überraschend) Süditalien eingeladen.

  11. #1241
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    14. September 1716: Zum Jahrestag der Schlacht vor Porto Maurizio findet in Genua der seit vielen Jahren gefeierte Tag des Seemanns statt. Wie zuletzt üblich finden antifranzösische Ressentiments im offiziellen Programm keinen Platz mehr und werden allenfalls bei den volkstümlicheren Vergnügungen in begrenztem Maße geduldet.


    18. September 1716: Als zweiter Großkhan trifft Ashoka I. von Debul in Dagomys ein. Der betagte Herrscher des indischen Teilreiches reist in Begleitung seines gleichnamigen Enkels und Kronprinzen. Persönlich wird Ashoka als freundlich und unprätentiös beschrieben, sein Machtbereich ist jedoch stark von der expansiven und mongolenfeindlichen Allianz freier indischer Fürstentümer bedroht und konnte sich zuletzt nur durch die Hilfe der anderen Großkhanate vor weiteren Gebietsverlusten schützen.


    24.-28. September 1716: Die Burgundische Modische Woche in Gent wird auch in diesem Jahr von vielen Gästen besucht, wobei anders als bei fast allen anderen Herbstmessen die Frauen Europas einen großen Anteil der Besucher ausmachen. Nicht zuletzt die vom Kaiser geförderten bairischen Händlerinnen sind bei der Veranstaltung stark präsent.

  12. #1242
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    29. September 1716: Als dritter Gast trifft der nordamerikanische Großkhan Tohtu V. in der früheren Hauptstadt des Gesamtreiches ein. Das Großkhanat Shikawo verlor in den letzten eineinhalb Jahrzehnten fast das gesamte Küstengebiet, zahlreiche wichtige Städte und die wertvollen Plantagen im Südosten des Landes. Als Großmacht kann es daher nur noch mit gewissen Einschränkungen gelten, obwohl es dem Monarchen mit Hilfe Quitos gelang, die abgefallenen Provinzen weitgehend als Vasallenstaaten zu organisieren. Solange die starke Reiterei des Teilreiches über diese Vasallen ausreichend finanziert werden kann, dürfte sich Shikawo mit seinen ausgedehnten Prärieebenen aber wieder etwas stabilisieren können.


    1. Oktober 1716: Die bereits seit einigen Monaten geplante Einberufung des burgundischen Landtages in Dijon wird mit einem kleinen Fest begangen. Großherzogin Luise erklärt, man wolle auch weiterhin gute Beziehungen zum Reich und zur französischen Krone unterhalten, in der Wirtschaftspolitik aber möglicherweise neue Wege einschlagen.


    2.-7. Oktober 1716: Der italienische Handwerkerwettstreit in Turin wird von den Betrieben des Landes deutlich besser angenommen als im Vorjahr, doch es sind erneut vorwiegend Hersteller von Luxuswaren gekommen, die über eine bessere finanzielle Grundlage für schwierige Zeiten verfügen. Den Sieg trägt diesmal ein Uhrenmacher aus Pisa davon.

  13. #1243
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    5. Oktober 1716: Das englische Parlament tritt in London zusammen und schlägt mit großer Mehrheit vor, die Zivilliste für 1717 bei 850 000 S und damit auf einem recht hohen Niveau zu belassen. Der König hat nun natürlich die Möglichkeit, weitere Themen mit den Adligen und den übrigen Standesvertretern zu besprechen.


    8.-14. Oktober 1716: In Worms finden mehrtägige Exerzitien von Bischof und Domkapitel statt, die ein Zisterzienserprior aus Köln für seine Mitbrüder hält. Wenige Tage später tritt dann eine Konferenz mehrerer pfälzischer Oberhirten und Äbte zusammen, um über die „Heidelberger Ehrabschneidung“ zu beraten. Erzbischof Konrad von Mainz fasst die dort erzielten Ergebnisse in einem Brief an die Pfalzgräfin zusammen und bittet sie höflichst darum, Bischof Burkhard und seinen Domherren Genugtuung zu verschaffen. Als angemessene Entschädigung wurden im Vorjahr 410 000 S veranschlagt.


    11. Oktober 1716: Als vorletzter Großkhan trifft der südamerikanische Monarch Kabul I. in Dagomys ein. Dabei tritt er zwar geschmackvoll gekleidet und mit angemessenem Gefolge auf, verzichtet aber – vielleicht auf Rat seiner Vertrauten – auf übertriebenen Luxus. Man nimmt an, dass er Batu V. (Melaka) nicht unnötig provozieren möchte, denn die starke finanzielle Abhängigkeit Quitos vom südostasiatischen Teilreich dürfte ein wichtiges, kontroverses Thema der Begegnung aller sechs Großkhane werden.

  14. #1244
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    12. Oktober 1716: Auf Wunsch des neuen Königs treten die französischen Generalstände in Paris zusammen, um über den politischen Weg des Landes für die nächsten Jahre und den Umgang mit den Frondiensten zu beraten. Aus Adelskreisen wird berichtet, dass er dabei eine gewisse Erhöhung der Lasten für die Bauern in Erwägung ziehe.


    14.-31. Oktober 1716: Auf Barbados zeichnet sich eine uneinheitliche Reaktion der Bauern auf die „Khansbrucker Übereinkunft“ ab. Während im Süden der Insel das Land ohne große Gegenwehr in die Hände des Adels zurückgegeben wird, weigern sich die Menschen in den nördlichen Provinzen und im Inselinneren, die Bitte von Erzbischof Athenagoras zu erfüllen und den Kompromiss mitzutragen. Als der Oberhirte die von ihm mit päpstlichen Mitteln unterhaltenen Milizen entsenden möchte, weigern sich die meisten Kämpfer, den Befehl auszuführen. „Bauerntruppe schießt nicht auf Bauerntruppe“ wird auf der Insel bald zu einem geflügelten Wort. Man vermutet, dass die faktische Teilung der Insel zur Zeit des französisch-kanarisch-italienischen Krieges dabei eine gewisse Rolle spielt.


    20. Oktober 1716: Als letzter Großkhan trifft Berke I. (Negübeihafen) in Dagomys ein, der den weitesten Weg auf sich nahm. Sein Teilreich erwies sich zuletzt als erstaunlich stabil, bleibt aber militärisch und wirtschaftlich von Melaka und Quito abhängig. Finanziell sank diese Abhängigkeit aber dank der Reparationen Englands und Schottlands ein wenig.

  15. #1245
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    22. Oktober 1716: Bei den Übungen des Kalifen mit einigen marokkanischen Söldnern aus den freien Berbergebieten erleidet der Befehlshaber der Gläubigen eine leichte Verletzung an der rechten Hand, die sich unglücklich entzündet. In den Moscheen wird daraufhin Tag und Nacht um die Genesung des Herrschers gebetet. Der Satrap von Palermo schickt nach Bekanntwerden der Verletzung überdies einige erfahrene Mediziner der Universität an den Hof von Cordoba.


    25. Oktober 1716: Im Nordatlantik beginnen die Herbststürme in diesem Jahr unerwartet früh, so dass viele Kaufleute mit wertvoller Ladung einen südlicheren Kurs einschlagen, in sicheren Häfen Zuflucht suchen oder (wenn möglich) den Landweg zu ihrem Ziel nehmen. Besonders die schottischen Fischer bleiben hingegen häufig noch auf See, nachdem sie zuletzt nicht selten bessere Fahrzeuge aus Irland erwerben konnten.


    27. Oktober 1716:
    In den Hauptstädten der vier Provinzen Italiens beginnen die vom Khan einberufenen Zunftversammlungen. Im Piemont sind auch Vertreter der freien Bauern zu den Beratungen geladen, und natürlich werden stets einige Adlige und Kleriker bei den Versammlungen eingebunden, da sie am ehesten die Mittel aufbringen könnten, die benötigt würden, um Pachtgebühren, Löhne und Werkzeugkosten zu tragen.

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