27. Oktober 1715: Die Mannheimer Stadtverwaltung zwingt zwei große Getreideschiffe auf dem Rhein zum Anlegen, nachdem diese das Stapelrecht missachtet hatten. Die Preise im Umland der Stadt geben daraufhin deutlich nach. Das Stapelrecht könnte sich für die Stadt dieses Jahr als besonders nutzbringend erweisen, sobald wieder mehr Nahrungsmittel auf dem Rhein nach Süden gebracht werden.
Das Stapelrecht scheint ja mein großes Glück zu sein, gerade weil der Rhein benötigt wird, um Lebensmittel in den Süden zu transportieren. Damit meine Leute nicht hungern werde ich mich aus dem Stapelrecht versorgen müssen. Gibt es da noch Nachbesserungsbedarf? Also, mehr Patroullien oder so? Falls ja, folgender Plan:
- Der Pfalzgraf lädt vertrauenswürdige Kaufmannshäuser ein, sammelt für einen gemeinsamen Fonds und versorgt sie bei Bedarf mit staatlichen Mitteln (ggf. mit Krediten im neuen Jahr), damit sie gezielt vom Stapelrecht Gebrauch machen, um die Lagerhäuser wieder mit Nahrung zu füllen und die Hungerkrise abzuwenden. Also, keine Brandenburgaktion, wo die Pfalz sich auf Kosten ihrer Nachbarn satt frisst, sondern einfach, um auf einen Stand zu kommen, mit dem alle über den Winter kommen, wobei vorausgesetzt ist, dass man auch in der Pfalz den Gürtel enger schnallen muss und nicht auf Kosten der Nachbarn im Überfluss lebt.
- Die sollen sich aber auch darum kümmern, dass überschüssige Waren sinnvoll verteilt und nicht einfach an den Meistbietenden verhökert werden. Hier kann man ja die Auslandskontakte, die Uni und den Balduinsbund nutzen, um einen Überblick zu gewinnen. Überschüssige Nahrung soll den Weg dorthin finden, wo sie gebraucht wird. Damit sollen die Nachwirkungen der Subventionen, die die Handdelsströme verzerren, gebremst werden.
Hierzu können auch gerne unabhängige Hofbeamte oder Experten von der Universität Lagerbestände, Rechnungen etc. prüfen, um zu vermeiden, dass die Kaufleute mehr Nahrung für die Pfalz horten, als nötig, aber ich hoffe eigentlich, Missbrauch bereits dadurch zu begrenzen, dass der Pfalzgraf selbst die Kaufleute auswählt, die an dieser Aktion beteiligt werden. Es geht hier ja auch um einen patriotischen Dienst für Heimat und Lehensherr und die Kaufleute können zwar aus dieser Krise Gewinn schlagen, haben dann aber auch mit dem vollen Zorn des Pfalzgrafen zu rechnen anstatt mit seiner Dankbarkeit, die stehen ja mit Rang und Namen dafür ein, dass sie die ihnen anvertraute Mission guten Gewissens erledigen, und sie würden ja trotzdem noch Gewinn machen, bei der Nachfrage, die es bei Getreide gibt, nur halt nicht so hohe, wie sie könnten.
Kannst du den Plan so nachvollziehen und wäre der sinnvoll umsetzbar? Wäre das nach außen hin überhaupt auf den Pfalzgrafen zurückzuverfolgen und wenn ja, auch so darzustellen, wie es angedacht ist? Also, als Rettungsmaßnahme für seine Untertanen und Verteilungsmaßnahme fürs Reich und nicht als Missbrauch des Stapel rechts und Selbstbereicherung? Oder hasst mich das halbe Reich dann grundlos?