Die Funktionsweise einer sogenannten Hydra (oder Mini-Hydra) basiert auf einer gezielten Ausnutzung der zugrundeliegenden Berechnungs-Engine von Oxygen Not Included. Sie ist ein Meisterwerk der fluidmechanischen Systemarchitektur, das zwei fundamentale physikalische Gesetze des Spielcodes manipuliert: das Ein-Element-pro-Kachel-Prinzip und die Überdruck-Abschaltung.
Ein standardmäßiger Elektrolyseur verbraucht 1000 g/s Wasser und spaltet dieses in zwei separate Massenströme auf: 888 g/s Sauerstoff (O2) und 112 g/s Wasserstoff (H2). Im Normalbetrieb stößt die Maschine beide Gase chaotisch in ihre direkte Umgebung aus. Das zwingt einen im regulären Spielverlauf dazu, energieintensive Gas-Filter (120 Watt) zu betreiben, um die Gase für Generatoren und Atemsysteme sauber zu trennen. Die Hydra eliminiert diesen Filteraufwand komplett durch den Einsatz von Flüssigkeitsschichten. Das Spiel erlaubt es strikt nicht, dass sich zwei verschiedene Elemente (eine Flüssigkeit und ein Gas) dieselbe Kachel im selben Berechnungs-Frame teilen. Bei einer Hydra wird der Elektrolyseur im unteren Bereich mit zwei hauchdünnen Schichten unterschiedlicher Flüssigkeiten geflutet, hier unten Salzwasser mit 100 kg pro Kachel, darauf dann reines Wasser mit 100 kg pro Kachel, damit die Maschine nicht als „überflutet“ blockiert.
Da die unteren Auslasskacheln des Elektrolyseurs durch diese Flüssigkeiten besetzt sind, ist die Engine gezwungen, die neu entstehenden Gase physisch in die angrenzenden, freien Kacheln zu verschieben. Da der linke luftdurchlässige Ziegel bereits mit Wasserstoff gefüllt war, kann der Sauerstoff nur durch den Gitterziegel rechts oben in die Kolonie entweichen. Sobald sich in den Kammern einmal eine reine Gas-Atmosphäre (Wasserstoff links, O2 rechts) etabliert hat, sorgt das System dafür, dass nachfolgende Gase exakt in ihre jeweiligen Monokulturen sortiert werden. Es entsteht eine mechanische, stromlose 100%-Filterung.
Ein regulärer Elektrolyseur stellt seine Arbeit ein, sobald der Gasdruck in seiner Umgebung 2000 g pro Kachel erreicht. Dies verhindert den unendlichen Aufbau von atmosphärischem Druck. Bei der Hydra prüft der Sensor des Elektrolyseurs jedoch nur die Kacheln, in denen er sich physikalisch befindet. Da dort die flüssigen Medien mit geringer Masse liegen, registriert die Maschine niemals den tatsächlichen Gasdruck der angrenzenden Kammern. Das Ergebnis ist ein infiniten Gasspeicher. Die Kammern können problemlos auf hunderte von Kilogramm pro Kachel komprimiert werden, ohne dass der Elektrolyseur jemals wegen Überdrucks stoppt. Die installierten Gas-Pumpen müssen nicht kontinuierlich laufen, was massiv Energie spart.
Die Mini-Hydra ist als SPOM (Self-Powered Oxygen Machine) konzipiert. Die energetische Bilanzrechnung sieht wie folgt aus: Die 112 g/s erzeugter Wasserstoff reichen aus, um einen Wasserstoff-Generator kontinuierlich zu speisen, welcher bei einem Verbrauch von 100 g/s exakt 800 Watt elektrische Leistung generiert. Da der Elektrolyseur selbst nur 120 Watt benötigt und die Gas-Pumpen im Intervallbetrieb laufen, produziert das System einen permanenten Energieüberschuss sowie einen Netto-Überschuss von 12 g/s Wasserstoff. Wenn deine Duplikanten nun das Hamsterrad aktivieren, speisen sie mechanische Energie (400 Watt) direkt in dieses isolierte Stromnetz ein. Eine integrierte Intelligente Batterie lädt sich durch die Muskelkraft der Duplikanten auf. Sobald sie voll ist, schaltet sie den Wasserstoff-Generator augenblicklich ab. Da der Elektrolyseur dank der Hydra-Mechanik im Hintergrund ungehindert weiterläuft und ununterbrochen Wasserstoff in den infiniten Speicher drückt, wird in dieser Phase kein einziges Gramm Wasserstoff verbrannt. Du nutzt die kostengünstige Arbeitskraft der Duplikanten, um die interne Systemspannung zu halten, während sich deine Energiereservespeicher exponentiell für zukünftige Projekte füllen.
Das wahre Gehirn dieser Anlage ist ihr automatisiertes Logiknetzwerk, das die Stoffströme hocheffizient steuert und Systemausfälle verhindert. Die Aktivierung der Wasserstoffpumpe erfolgt über einen Atmosensor in der linken Kammer, der auf einen Schwellenwert von über 3000 g/Feld kalibriert ist. Sobald dieser Druck erreicht ist, sendet der Sensor ein grünes Signal. Dieses Signal läuft durch ein Buffer-Gate (Puffer-Gatter). Ein Buffer-Gate hat die technische Aufgabe, ein grünes Signal für eine exakt definierte Zeitspanne aufrechtzuerhalten, selbst wenn das Eingangssignal des Sensors bereits wieder auf rot umgesprungen ist. In diesem Fall ist das Buffer-Gate auf mindestens 10 Sekunden eingestellt. Das verhindert das gefürchtete „Flickern“ (kurzzyklisches An- und Ausschalten) der Pumpe bei minimalen Druckschwankungen, schont das Stromnetz und sorgt dafür, dass die Pumpe immer hocheffiziente, maximale Gasmengen pro Sekunde durch die Rohre jagt.
Auf der rechten Seite befindet sich die Sauerstoffpumpe, welche strategisch am absoluten oberen Scheitelpunkt ihrer Kammer positioniert ist. Diese Geometrie stellt sicher, dass selbst bei minimalen Druckinstabilitäten niemals schwereres Rest-CO2 angesaugt werden kann, da sich dieses physikalisch bedingt immer unten absetzen würde. Die Pumpe befördert reinen O2 direkt in den Haupt-Sauerstofftank der Kolonie. Ihre Steuerung basiert auf einer logischen UND-Verknüpfung (AND-Gate): Die Pumpe springt nur dann an, wenn der Füllstand des Ziel-Tanks unter 90 % liegt UND gleichzeitig der lokale Luftdruck am Auslass beziehungsweise an der Pumpe einen Wert von über 4000 g/Feld aufweist. Dadurch wird ein Leerlaufen der Pumpe im Fast-Vakuum blockiert.
Während die Elektrolyse im Kern der Hydra für die interne Sortierung dauerhaft läuft, verfügt das Gesamtsystem über eine übergeordnete Sicherheitsabschaltung. Ein separater Atmosensor misst den allgemeinen Luftdruck am Haupt-Belüftungsauslass innerhalb der Kolonie. Registriert dieser Sensor einen kritischen Überdruck von über 5000 g/Feld, sendet er ein rotes Signal direkt an den Elektrolyseur und knipst ihn aus. Da die Hydra rein physikalisch unendlich viel Gas produzieren kann, riegelt diese Automatisierung das System rechtzeitig ab, bevor der unkontrollierte O2-Ausstoß in den Wohnbereichen zu bleibenden Gehörschäden (popped eardrums) und extremen Stressreaktionen bei deinen Duplikanten führt.