
Zitat von
Tim Twain
Werte versammelte Reichsstände,
mit dem Tod Kaiser Benedikts ist nicht nur ein Amt neu zu besetzen. Es ist eine Zeit zu Ende gegangen, in der dieses Reich in besonderer Weise zusammengefunden hat. Sein Ansehen reichte weit über seine Person hinaus. Es lag darin begründet, dass es gelungen ist, dieses Reich als Ganzes zu führen – über Unterschiede hinweg, über Interessen hinweg, getragen von dem Vertrauen, dass es einen gemeinsamen Weg gibt.
Gerade in diesen Tagen wird sichtbar, was das bedeutet hat. Ob an den Höfen der Fürsten, auf den Märkten des Reiches oder in seinen Kirchen – überall zeigt sich, welche Kraft dieses Amt entfalten kann, wenn es das Verbindende in den Mittelpunkt stellt. Denn die Stärke dieses Reiches lag nie darin, dass alle gleich dachten. Sie lag immer darin, dass trotz aller Unterschiede gemeinsam gehandelt werden konnte.
Kaiser ist man nicht nebenbei.
Es ist kein Amt, das sich führen lässt, ohne den Blick beständig auf das Reich als Ganzes zu richten. Wer dieses Amt übernimmt, muss bereit sein, die Interessen des Reiches über die des eigenen Landes zu stellen. Die Rolle als Landesfürst tritt dabei zwangsläufig zurück. München mag Sitz des Hofes sein – doch der Blick des Kaisers darf nicht an den Grenzen des eigenen Landes enden. Nicht jede Entscheidung, die dem Reich dient, ist zugleich ein unmittelbarer Gewinn für Baiern. Doch genau darin liegt die Verpflichtung dieses Amtes.
Kaiser Benedikt I. ist von uns gegangen, und damit stellt sich die Frage, wer diesen Weg fortführen soll. Nachdem aus unterschiedlichen Teilen des Reiches der Wunsch an uns herangetragen wurde, erneut Verantwortung im Kaiseramt zu übernehmen, wird sich Khan Manas, bairischer Khan dieser Aufgabe stellen. Khan Manas wird das Erbe Benedikts ehren, indem er die Interessen des Reiches über die eigenen stellt. Wie bisher werden sich auch seine Schwerpunkte nicht allein am eigenen Land orientieren – sondern am Reich als Ganzem. Und er wird zwischen den Ständen vermitteln, auf Ausgleich statt Zuspitzung setzen und die Einheit des Reiches bewahren.
Denn am Ende entscheidet sich die Zukunft dieses Reiches nicht allein an seiner Größe, seiner Macht oder seinem Wohlstand. Sie entscheidet sich daran, ob es gelingt, die vielen Stimmen, Interessen und Unterschiede dieses Reiches immer wieder zu einem gemeinsamen Handeln zusammenzuführen. Es braucht einen Kaiser, der verbindet.