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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1156
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    28. Juli 1715: In Gent und Enschede versammeln sich auf Geheiß der Landesherren einige als verschwiegen bekannte Ständevertreter, um über die Kaiserwahl zu beraten.

    Nur für das Khanat Westfalen

    Achtung Spoiler:
    Die Stände sind sehr überrascht, dass ausgerechnet der italienische Khan in Betracht gezogen wird. Aus Sicht aller Vertreter habe er niemals deutsche Interessen respektiert, gelte als eher intrigant und als Freund von Piraten und Unruhestiftern.


    Nur für das Großherzogtum Burgund

    Achtung Spoiler:

    Eine Wahl Ludwigs würde die Zustimmung der Stände finden, und man vertraut darauf, dass die Großherzogin als Kaiserin eine starke Position innehätte, sollte es dazu kommen.



    28.-31. Juli 1715: Ein zweiter Besteigungsversuch des Großkönigs durch mehrere bairische Ordensschwestern in einer ausschließlich weiblichen Seilschaft kommt weiter als diejenige, die sich im Vorjahr auf den Weg gemacht hatte. Allerdings hat man nach einem unerwartet schnellen Wetterumschwung erneut mit einer entkräfteten Teilnehmerin zu tun. Schließlich entscheidet sich die erfahrenste Führerin der Gruppe, bei der Ordensfrau zu bleiben und die übrigen Teilnehmerinnen und Ortskundigen ins Tal absteigen zu lassen. Da die zwei am Berg zurückgebliebenen Alpinistinnen in den nächsten Tagen nicht zurückkehren und eine rasch zusammengestellte Rettungsmannschaft zur Umkehr gezwungen ist, muss man leider vom Schlimmsten ausgehen.


    30. Juli 1715: Erste Rückmeldungen schottischer, norwegischer und hanseatischer Fischer zeichnen ein sehr positives Bild über die bisherige Saison. Da die Ernte mittlerweile fast sicher schwach ausfallen wird, gilt diese Nachricht als besonders wichtig.

  2. #1157
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    31. Juli 1715: Der päpstliche Legat in Paris ist für mehrere Stunden in der Botschaft Quitos, was in der Stadt große Aufmerksamkeit erregt.

    Nur für den Heiligen Stuhl

    Achtung Spoiler:
    Der Botschafter hat die Wünsche des Papstes schriftlich aufgenommen und verspricht, sie nach Qutio zu übermitteln. Er wird sich in einem Begleitschreiben auch dafür einsetzen, Barbados unter europäischer Kontrolle oder ganz unabhängig zu belassen, um so die Krakauer Liberation zu bestätigen.



    2. August 1715: Der italiensche Khan Urus I. trifft mit mehreren vertrauenswürdigen Adligen und Bürgern zusammen, um über die aktuelle politische Situation Europas zu beraten.

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Die Männer sind überrascht von diesem Vorschlag aus Deutschland, war man doch eher von einem geringen Ansehen Italiens nördlich der Alpen ausgegangen. Daher gratulieren die dem Khan zunächst für sein dortiges Prestige. Zugleich weisen sie darauf hin, dass das Reich kaum als Vorbild für Italien dienen könne, eine Kandidatur also als persönliche Rangerhöhung des Monarchen gelten müsse. Es sollte daher auch gegenüber den Deutschen betont werden, dass Italien keine Verpflichtungen eingehe, wenn der Khan zum Kaiser gewählt werde.



    5. August 1715: Eine hanseatische Delegation trifft in Südafrika ein, wo trotz des südlichen Winters ein recht mildes Wetter eine ruhige Fahrt ermöglichte. Die mongolische Herrschaft wirkt hier gefestigter als in den Berbergebieten und im Osten des Kontinents, was besonders der klugen Politik des Satrapen Jawas Khan von Maputo zugeschrieben wird. Dieser hatte die lokalen Fürsten und Stämme an den Goldeinnahmen aus der Region beteiligt und so deren Loyalität sichergestellt.

  3. #1158
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    6. August 1715: Als die Hanseaten in Südafrika nach Jawas Khan fragen, bietet ihnen der Gouverneur der Kapprovinz an, ein Schreiben zu überbringen. Alternativ könnten sie zu Lande oder zur See nach Maputo weiterreisen.


    6. August 1715: Bei einem feierlichen Requiem mit der deutschen Gemeinde in Rom für Benedikt I. würdigt Papst Laurentius den verstorbenen Kaiser als Garanten der Ruhe und Besonnenheit, die in seiner benediktinisch geprägten Heimat und seiner persönlichen Frömmigkeit begründet gewesen seien. Man könne als Christ nur für einen Mann von ähnlichen Qualitäten beten, wenn die Stände nun zur Wahl schritten.


    6. August 1715: Der chinesische Kaiser Lizong II. entsendet nach europäischem Vorbild zwölf Botschafter in die Großkhanate und in andere Regionen, in denen bedeutende freie Reiche bestehen. Neben Indien, Tibet, Ostafrika und Nordamerika sollen auch der Heilige Stuhl und das Königreich Frankreich gebeten werden, diplomatische Vetreter zuzulassen. Europa gilt in vielen nichtmongolischen Ländern als politisches Vorbild, weil es ein eigenes Staatensystem ohne festen Bezug auf die mongolische Herrschaft bildet und noch immer weiterentwickelt. Die Gesandtschaften galten bei Hofe aber als umstritten, weil mit dem Botschafterstatus die Beachtung höfischen Zeremoniells vor Ort verbunden ist, was in den Großkhanaten auch den Kotau einschließt.

  4. #1159
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    7. August 1715: Mehrere hessische Ständevertreter bitten Landgraf Shibani um ein Gespräch zur anstehenden Kaiserwahl, das dieser auch zusagt. Es findet noch vor der Abreise nach Mainz statt.


    9. August 1715: Herzog Konrad V. trifft in Göppingen ein, wo sich die Stände des Filstales versammelt haben. Hier scheint die Staufertradition eine besonders große Rolle zu spielen, und einige Adlige schlagen mittelfristig sogar eine Kandidatur für das Kaiseramt vor. Das alte Schwaben sei schließlich ein Zentrum der früheren Kaisermacht gewesen.


    11.-31. August 1715: Die Kämpfe im Jemen, im Süden Syriens, am Nordrand der Arabischen Wüste und am Persischen Golf flammen wieder auf. Die Mongolen bleiben weitgehend in der Defensive, können ihre Positionen aber bislang halten. Angeblich bestehen bei den Arabern zudem Meinungsverschiedenheiten über die richtige Strategie.

  5. #1160
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    15. August 1715: Herzog Konrad V. trifft in Wiesensteig ein, wo die Stiftskanoniker ihn mit großer Ehrerbietung aufnehmen und bewirten. Dort wird auch das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel begangen. Der Prior predigt dabei über die Tugenden eines gottgefälligen Fürsten, bleibt aber in seinen Aussagen eher konventionell.


    18. August 1715: Die Stadt Berlin verschärft verschiedene Regelungen zu Taufen, Trauungen und Beerdigungen und schränkt so den Aufwand weiter ein, den Bürger und Einwohner bei diesen Anlässen treiben dürfen. Obwohl solche Gesetze üblich sind und auch einen sozialen Nutzen haben, erregen die hohen Bußgelder eine gewisse Aufmerksamkeit. Gerade in der Hauptstadt, die in einer gewissen Rivalität zu Schwerin steht, scheinen die Ideen des Markgrafen auf große Resonanz zu stoßen.


    18.-31. August 1715: Zahlreiche hanseatische Kaufleute treffen in Mainz ein, wo in Kürze die Kaiserwahl beginnen soll. Offenbar wollen sie nicht nur Gewinne erzielen sondern versuchen auch, neue Geschäftsfelder zu eröffnen und so langfristig zu profitieren.

  6. #1161
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    19.-31. August 1715: In Mainz treffen die Delegierten aller Reichsstände ein, um unter der Leitung des Erzbischofs und des Pfalzgrafen Balduin die Kaiserwahl durchzuführen. In der Öffentlichkeit ist noch nicht bekannt, welche Personen sich zur Verfügung stellen wollen, meist wird aber über eine brandenburgische und eine bairische Kandidatur spekuliert. In mehreren Artikeln der freien pfälzische Presse – die sich seit der Einführung der Lizenzen deutlich vorsichtiger äußert – geht es sogar um die mögliche Wahl eines nichtdeutschen Fürsten.


    20. August 1715: Im Khanat Baiern wird die Ernennung des 56jährigen Hochadligen Manas zum neuen Khan des „Klosterlandes“ bekanntgegeben. Da der neue Monarch sich auch bei der Kaiserwahl als Kandidat zur Verfügung stellen soll, ist er auf dem Weg nach Mainz, so dass die Huldigung der Stände bei seiner Rückkehr erfolgen wird.


    22. August 1715: In Jerusalem gelingt es einer Delegation des Großkhans erstmals, Kontakt zu den muslimischen Rebellen aufzunehmen und über ein Ende des Krieges zu verhandeln. Als Zeichen des guten Willens erklärt sich Ismael ibn Muhammad bereit, die gefangenen Diplomaten aus Hellas freizulassen und nach Ägypten zu bringen. ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymān hat sein Einverständnis zu Gesprächen mit den „Ungläubigen“ gegeben.

  7. #1162
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    25. August 1715: Kronprinz Putraq von Dagomys trifft in Basra ein, wo sein Vater bereits auf ihn wartet. Die beiden beratschlagen längere Zeit mit der Armeeführung, um eine Strategie für den Umgang mit der arabischen Bedrohung zu finden.


    30. August 1715: Herzog Konrad V. trifft sich auf der Schwäbischen Alb mit Vertretern der Bauernschaft, um über die aktuelle Erntesituation zu beraten. Gerade die ertragsarmen Böden des Mittelgebirges dürften von der Dürre besonders stark betroffen sein. In den südlichen Landesteilen sollen einige Grundherren bereits Getreide horten.


    2. September 1715: Die chinesischen Diplomaten, die künftig in den Großkhanaten, Afrika und Europa Dienst tun sollen, gehen an Bord offizieller Kurierschiffe des mongolischen Postdienstes. Offenbar hat ihnen Batu V. (Melaka) diese Möglichkeit zugesagt.

  8. #1163
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    3.-16. September 1715: Die Rückmeldungen von Fronaufsehern, Bauernvertretern und im Getreidehandel tätigen Kaufleuten deuten wie befürchtet auf eine sehr schwache Ernte in Europa und den westlichen Satrapien hin. Erste Grundherren in Ungarn – wo die Adligen besonders hohe Verantwortung für die Versorgung ihrer Untergebenen tragen – haben bereits ein Verkaufsverbot für Getreide verhängt. Die Hansestadt Köln kündigt zudem öffentlich an, den Brotpreis auf ihrem Territorium zu subventionieren.


    4. September 1715: Auf Barbados scheint sich zunächst der vom Adel unterstützte und mit den Zheng verbündete Armeegeneral Kurur Khan durchzusetzen. Erzbischof Athenagoras verliert die Abstimmung im Inselkuriltai sehr deutlich, so dass die strengen Sondergesetze für Bauern und die Zwangsarbeit für „Rebellen und Banditen“ in Kraft treten.


    4. September 1715: Als erstes europäisches Land verhängt das Hochstift Konstanz auf den Druck der seit den Bauernaufständen im Landtag recht stark vertretenen „einfachen Leut“ ein Ausfuhrverbot für Getreide und Bodenseefisch. Da die Bischofsstadt große Bedeutung für den Handel in Süddeutschland hat, könnte dies auch andernorts die Neigung erhöhen, strenge Maßnahmen zu ergreifen.
    Geändert von Jon Snow (12. Mai 2026 um 12:56 Uhr)

  9. #1164
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    6. September 1715: Der Markgraf von Brandenburg ruft einen „Sonderrat“ zusammen. Da er zur Eile drängt, können zunächst nur die bei Hof präsenten Adligen erscheinen, die ohnehin nach ihrer Loyalität ausgewählt wurden oder der militärischen Ordnung nahestehen. So ist der Monarch imstande, alle von ihm gewünschten Maßnahmen umzusetzen.

    Nur für die Markgrafschaft Brandenburg

    Achtung Spoiler:
    Die Anordnungen können sofort an die Grundherren, Städte und Hafenverwaltungen gehen, wenn der Markgraf es wünscht. Für den Ankauf des Fischs in großem Maßstab wären wohl vertraglich gebundene Kaufleute am besten geeignet, sie könnten aber auch geneigt sein, persönlich davon zu profitieren. Alternativ müsste man Hofbeamte nach Norden senden. Allerdings lässt sich in der Kürze der Zeit nicht ernsthaft daran denken, eine „präzise Einschätzung der aktuellen Vorräte in den Provinzen“ zu erhalten.



    7. September 1715:
    Die Gespräche zwischen mongolischen und arabischen Unterhändlern in Jerusalem werden ohne Ergebnis abgebrochen. Man vermutet, dass die Araber bereits von den Angriffen berberischer Reiterverbände im Süden der Sahara gehört haben.


    7. September 1715: Die toskanischen und ligurischen Stadtklöster erhöhen den Etat, den ihre Almosenmeister zur Versorgung bedürftiger Familien verwenden können. Italien dürfte als stark von Handel und Handwerk geprägtes Land besonders unter der Missernte und den drohenden Exportbeschränkungen leiden.
    Geändert von Jon Snow (12. Mai 2026 um 13:13 Uhr)

  10. #1165
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    8. September 1715: Das Khanat Ungarn kündigt Subventionen für Getreideverkäufer und eine Unterstützung der Versorgungsstellen an, welche auf den Gütern von reichen Adligen und vor allem bei den Klöstern des Landes eingerichtet worden sind und die der Monarch mit einem gern genutzten Begriff als „Suppenküchen“ bezeichnet. Dies sollte die Getreide- und Fischpreise stabilisieren.


    10.-30. September 1715: Die Markgrafschaft Brandenburg reagiert mit einem von Friedrich August I. persönlich zusammengestellten Maßnahmenpaket auf die schlechte Ernte. Neben dem sofortigen staatlichen Ankauf großer Fisch- und Salzmengen auf den Ostseemärkten wird die Verwendung von Getreide für die Herstellung von Bier und Branntwein verboten. Zudem sollen bestehende Getreidevorräte erfasst, Fischereirechte ausgesetzt und die Zölle auf Nahrungsmittel pauschal ohne vorherige Prüfung erhoben werden, um jede Verzögerung zu vermeiden. Die Preise im Land geben darauf überraschend schnell nach, da nun in einigen Regionen Mitte Oktober sogar ein leichter Überschuss zu verzeichnen ist, der dann sofort für den Winter eingelagert wird. Da anfallende Bußgelder – besonders die Brauerei wird häufig weitergeführt – direkt den Maßnahmen zufließen, ist auch in der Folge genug Geld für die staatlichen Aktivitäten vorhanden. Kehrseite ist allerdings, dass in der Satrapie Krakau, im Khanat Böhmen und in mehreren Ostseeländern (namentlich in Dänemark, Schweden und Finnland) sowie im Südosten des Khanats Westfalen die Preise nochmals deutlich steigen.


    11. September 1715: Die Satrapien Kairo und Bagdad verbieten angesichts der schlechten Ernte den privaten Verkauf von Getreide und Viehfutter, um die großen Armeen weiterhin versorgen zu können. Alle Erträge der Latifundien und Gutshöfe müssen direkt an Einkäufer des Heeres oder der beiden Verwaltungen veräußert werden. Ende des Monats ziehen dann auch die (faktisch nur noch auf Zypern bestehende) Satrapie Jaffa und einige angrenzende Gouvernements der Satrapien Konstantinopel, Palermo und Rhodos nach.

  11. #1166
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    13.-32. September 1715: Der bairische Khan Manas I. verteilt auf seinem Weg nach Mainz Geld an die Klöster, damit diese die Armenspeisung ausweiten können.


    14. September 1715: Zum Jahrestag der Schlacht vor Porto Maurizio findet in Genua der seit vielen Jahren gefeierte Tag des Seemanns mit einer großen Präsentation der modernen, neu gekauften Schiffe statt. Dieser letzte Dienst der zerfallenen Kanaren sorgt auch dafür, dass in der Stadt zahlreiche kanarische Flaggen an den Häusern zu sehen sind.


    14. September 1715: Hansebürgermeister Baur bringt ein Gesetz in den Immerwährenden Hansetag ein, wonach Subventionen einzelner Städte wie aktuell der westdeutschen Metropole Köln nicht mehr erlaubt sein sollen. Die Meinung der Delegierten hierzu ist offenbar sehr uneinheitlich.

  12. #1167
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    16. September 1715: Im Bistum Freising wird ein recht mildes Urteil über die Jugendbande gefällt, der neben anderen Vergehen auch Zauberei vorgeworfen worden war. Die meisten Knaben und Mädchen werden als Knechte und Mägde verschiedenen Klöstern oder Adligen zugeteilt, denen man zutraut, sie von ihrem Lebenswandel abzubringen. Im Volk wird diese Milde aber meist abgelehnt, und auch in der Klosterbothin erscheint wenige Tage später ein sehr kritischer Artikel über das allzu verständnisvolle Gericht.


    16. September 1715: Hansebürgermeister Baur erleidet im Bundestag eine unerwartet hohe Abstimmungsniederlage, da angesichts der gerade in den Städten spürbaren Teuerung kein Delegierter eine Zustimmung zu seinem Gesetz gegen Nahrungsmittelsubventionen wagt. Sogar das ansonsten äußerst loyale Hanseblatt veröffentlicht eine Karikatur, in welcher ein unschwer als Baur erkennbarer reicher Mann hungernden Handwerkern empfiehlt, einfach Kuchen zu essen, wenn ihnen das Brot ausgegangen sei. Kurz darauf führen auch Ulm und Aachen eigene Subventionen ein, um der Teuerung Einhalt zu gebieten.


    16. September 1715: Kalif Ahmad I. stellt ebenfalls Mittel bereit, um das tägliche Brot für die besonders betroffenen Regionen in seinem großen Land zu verbilligen und erlaubt es seiner Hofverwaltung, den dafür nötigen Kredit bei Bedarf zu erhöhen. Zudem entscheidet er sich, auch an seiner Tafel nur noch einfache Speisen auftragen zu lassen, um ein Zeichen seiner Solidarität zu geben. Die Handelshäuser vergünstigen daraufhin den Zins für den neuen Kredit, um dem Befehlshaber der Gläubigen nachzueifern und ihren Anteil zu leisten.

  13. #1168
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    17. September 1715: In Quito beginnen die großen Feierlichkeiten zum Thronjubiläum des Großkhans Kabul I. und der Herrscher der übrigen fünf Teilreiche. Da Amerika anders als Europa nicht von einer Missernte betroffen ist, stoßen die hohen Ausgaben bei Adel und Volk vorwiegend aus finanziellen Gründen auf gewisse Vorbehalte. Die Eröffnung in der Hauptstadt ist aber dennoch außerordentlich gut besucht und zeigt nochmals die ganze Pracht, zu der die mongolischen Handwerker und Kaufleute imstande sind. Da der neue Thron erst im Oktober enthüllt werden soll, stehen Marmorstatuen im Vordergrund, die überlebensgroß alle 43 Großkhane darstellen, die bisher regierten. Als eine besondere Überraschung werden Repliken dieser Statuen am selben Tag in den Hauptstädten aller übrigen Teilreiche enthüllt und den jeweiligen Monarchen zum Geschenk gemacht. In Dagomys soll zudem bei der Rückkehr Yesuns I. ein meterhohes Porträt der aktuell regierenden Großkhane für den Audienzsaal übergeben werden.


    17. September 1715: Die Satrapien Rhodos und Palermo sagen dem Khanat Hellas zu, keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen, die den Handel mit Nahrungsmittel schädigen könnten, solange dies irgendwie möglich sei. Der Khan genießt dort offenbar ein hohes Ansehen.


    17. September 1715: Herzog Konrad V. trifft in Ehingen ein, wo man angesichts der sehr schwachen Ernte erstmals Schwierigkeiten hat, den Hof angemessen zu verpflegen. Die Ständevertreter bitten den Monarchen daher darum, rasch auf die Maßnahmen Ulms zu reagieren und selbst Subventionen für Brot einzuführen.

  14. #1169
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    19.-25. September 1715: Die süd- und zentralfranzösischen Vasallengrafschaften erlassen in rascher Folge Exportverbote für Getreide, Fisch und Mehl. Offenbar fürchtete man dort, die wohlhabenderen Nachbarländer könnten zu viel Nahrung an sich bringen. Einige Tage darauf werden in Genua erstmals Kaufleute von einer Volksmenge daran gehindert, Fisch und Getreide aus der Stadt zu bringen.


    22. September 1715: Auch das Herzogtum Burgund führt Subventionen auf Getreide und einige andere Grundnahrungsmittel ein. In Enschede hatte man offenbar nur auf diesen Schritt gewartet und erlässt ein bereits vorbereitetes Exportverbot auf Getreide, Fisch, verarbeitete Grundnahrungsmittel und Mehl für ganz Westfalen.


    22.-30. September 1715: Auf der Arabischen Halbinsel beginnen wieder etwas heftigere Kämpfe zwischen den Mongolen und den arabischen Rebellen. Beide Seiten können ihre Positionen aber fast überall halten.

  15. #1170
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    25. September 1715: Mit Galicien führt ein weiteres europäisches Reich Subventionen ein, um mehr Getreide und Fisch ins eigene Land zu bringen. Da in der Umgebung nur noch wenig Nahrung verfügbar ist, fließt nun sogar schottischer Fisch nach Spanien.


    25. September 1715: Die neue Prager Residenz wird mit einem Festakt eingeweiht, der viele Adlige und Kleriker in der Hauptstadt zusammenführt. Mehrere Klöster beginnen daraufhin damit, zusätzliche Spenden für die Armen einzuwerben, was die Situation im Winter wohl deutlich entspannen dürfte.


    25. September 1715: In der – mittlerweile deutlich zurückhaltenderen – pfälzischen Presse wird die Tendenz vieler deutscher Länder, sich vorwiegend um sich selbst zu kümmern, in der Regel recht kritisch beurteilt. Allerdings fordern immer mehr Kommentatoren, nun müsse auch die Pfalz diesen Weg gehen, solange kein Kaiser im Amt sei.

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