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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1126
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    21. März 1715: In mehreren Ostseeländern beginnen erste Prozesse zu den Lynchmorden, die man einzelnen Dorfgemeinschaften vorwirft. Dabei zeigt sich, dass die Beweisführung meist schwierig wird, da nur selten Aussagen gemacht werden. In aller Regel lassen es die örtlichen Richter daher bei einer strengen Ermahnung bewenden. Ausnahme ist dabei die Markgrafschaft, wo angesichts der klaren Stellungnahme des Monarchen in vielen Fällen weiter ermittelt wird.


    21. März 1715: Die Beduinenarmee beginnt nach der kampflosen Übergabe Mekkas mit der Belagerung von Medina und Dschidda. Besonders der Hafen der heiligsten Stadt des Islam dürfte auch wirtschaftlich eine große Rolle spielen, wenn die Hadsch wieder in Schwung kommen soll. Die eher geringen Geldeinnahmen der eroberten Gebiete könnten sich als Achillesferse der Rebellen erweisen.


    21.-31. März 1715: Einige Agenten des Khanats Westfalen bemühen sich angeblich, viele der bei den Hexenjagden vertriebenen Familien aufzuspüren und zur Umsiedlung zu bewegen. Da auch in einigen Dörfern des Landes Vertreibungen stattfanden, beginnen die Männer zunächst dort und in den unmittelbaren Nachbarländern, der Deutschen Hanse und der Markgrafschaft Brandenburg.

  2. #1127
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    22. März 1715: Pfalzgraf Balduin I. lässt verschiedene Berater, Zeitungsherausgeber und die führenden Vertreter der Handelsgilden zu sich kommen, um über die Vorwürfe aus Worms zu diskutieren.

    Nur für die Pfalzgrafschaft bei Rhein

    Achtung Spoiler:
    Die Vorwürfe einer einzelnen Zeitung im Herbst bezogen sich auf angebliche Neigungen des Bischofs zu „lutherischen“ Lehren. Diese wurden auch in seiner kritischen Haltung zum in der lateinischen und mongolischen Kirche festgelegten Zölibat für alle Kleriker festgemacht. Mit der auf Klatschgeschichten konzentrierten Neuausrichtung wurde dieses Thema dann sehr breit ausgemalt von mehreren unterschiedlichen Blättern aufgegriffen. Es wurde über Eskapaden des Domklerus und Orgien im Bischofshaus berichtet. Die theologische und kirchenrechtliche Haltung des Oberhirten trat dabei eher in den Hintergrund.



    22. März 1715: Auch der Patriarch von Sarai hält mittlerweile den päpstlichen Brief in seinen Händen, der sich vorwiegend mit den Ereignissen im Heiligen Land befassen dürfte.


    25. März 1715: Erzbischof Konrad von Mainz erlaubt den Bischöfen von Würzburg, Eichstätt, Augsburg und Konstanz, an der bairischen Reformliturgie teilzunehmen, soweit dies in ihren Amtsbereichen sinnvoll erscheine und der Heilige Stuhl keine Einwände erhebe.

  3. #1128
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    27. März 1715: Mit feierlichen Gottesdiensten verschiedener Religionsvertreter werden die Baumaßnahmen für das neue große ungarische Bergwerk bei Dobschau aufgenommen. Besonders die Barbaramesse zieht dabei ungewöhnlich viele Arbeiter an. In Genua wird zugleich die Zeichnung der Anleihen offiziell eröffnet.


    31. März 1715:
    Gouverneur Arrus Khan von Mettas übergibt die Insel offiziell der Verwaltung des Vasallenkhanats Beothuk. Nachdem Spitzbergen der Verwaltung des Zisterzienserordens übertragen worden war, hatte die Provinz offenbar kaum mehr Einnahmen erzielt, und so ist anscheinend auf der Botschafterkonferenz in Dagomys diese Einigung getroffen worden. Für Yesun I. dürfte ähnlich wie bei der von Schottland, England und Irland vermittelten Übergabe der Verwaltung Spitzbergens der propagandistische Vorteil darin liegen, dass die Inseln nicht vollständig abgetreten werden, das Reich also nominell nicht schrumpft. Dennoch kommt der Rückzug des mächtigsten Großkhanats aus dem Nordatlantik damit in gewisser Weise zum Abschluss.


    31. März 1715: Der Satrap Schimon Khan von Jaffa trifft auf einem schnellen Kriegsschiff in Beirut ein und ruft sofort eine allgemeine Mobilisierung aller Streitkräfte aus. Auch aus der zu seinem Amtsbereich zählenden, sehr wohlhabenden Mittelmeerinsel Zypern sind erste Aufgebote eingetroffen, die er offenbar bereits von See aus herbeirufen ließ. Aus Badgad und Damaskus wird zudem die Anwerbung von Söldnerminghan gemeldet. Im Süden sind hingegen die meisten Adels- und Volksaufgebote zu den Rebellen übergelaufen, die das Hochland Judäas, die Jordanebene, den Hedschas und das Innere Arabiens kontrollieren. Galiläa und der Sinai sind umkämpft, werden aber noch von den Loyalisten gehalten. Eine weitere Front ist zudem im Jemen entstanden, da die Südaraber sich anscheinend in ihrer großen Mehrheit zu den Mongolen bekennen.

  4. #1129
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    1.-30. April 1715: Eine Gesandtschaft des Kalifats reist durch mehrere Städte in Nordafrika und wird von den Gouverneuren der Satrapie Palermo in angemessener Weise empfangen. Besondere Vorkommnisse gibt es weder in Tunis noch in Algier und auch nicht in einer der kleineren Siedlungen.


    2. April 1715: Herzog Konrad V. von Schwaben trifft in Reutlingen ein, wo eine Begegnung mit der Bürgerschaft und einigen Adelsvertretern aus dem oberen Neckarraum geplant ist. Die Menschen sind erkennbar neugierig und wollen ihren Landesherrn unbedingt kennen lernen.


    2. April 1715: Anders als Mainz lehnen die Bischöfe der Salzburger Kirchenprovinz es ab, die bairische Reformpolitik mitzutragen und halten an der römischen Messtradition fest.

  5. #1130
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    5. April 1715: Der kanarische Bischof Stefan von Viterbo trifft nach langen Vorverhandlungen in Santiago ein, will aber offiziell nur den Heiligen Jakobus um seine Fürsprache für die Inseln und ihre christlichen Gemeinden bitten. Ob es auch zu Gesprächen mit Vertretern Galiciens kam, ist nicht bekannt.

    Nur für das Königreich Galicien


    Achtung Spoiler:
    Der Bischof war bereit, sich in einem bei Santiago gelegenen Kloster mit mehreren Klerikern der Hofkapelle zu treffen. Er hat zwar große Angst, dass die Christen als Kollaborateure der feindlichen Koalition gelten könnten, zeigt sich aber bereit, einige Fragen zu beantworten.



    5. April 1715: Die wichtige Hafenstadt Dschidda am Roten Meer wird fast kampflos von der Beduinenarmee eingenommen. Offenbar sind Teile der Bevölkerung von den Mongolen abgefallen, was meist dem Einfluss der Freitagspredigten zugeschrieben wird. Viele der Rechtsgelehrten und Vorbeter scheinen mit den religiösen Vorstellungen der Rebellen einverstanden zu sein.


    8. April 1715: Konrad V. von Schwaben wird in Tübingen von den Mitgliedern der Universität und den Ständevertretern aus Stadt um Umland feierlich in Empfang genommen. Der Rektor übergibt ihm eine reich bebilderte Geschichte seiner Dynastie, die man offenbar bereits im Vorjahr verfasst und in Druck gegeben hatte. Die lange Vorlaufzeit erwies sich dabei als günstig, so dass das Werk besonders gut gelungen wirkt.

  6. #1131
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    11. April 1715: Auch Medina streckt die Waffen, öffnet den Beduinenrebellen seine Tore und liefert den mongolischen Adel an die Angreifer aus. Ismael ibn Muhammad, der Halbbruder des jungen Scheichs Said ibn Muhammad aus der Familie des Scherifen von Mekka, der als Hüter der Heiligen Stätten amtiert, lässt sich noch am selben Abend zum Kalifen ausrufen. Damit ist er das nominelle Oberhaupt der von den Rebellen kontrollierten Gebiete. Bei der Zeremonie wird außerdem ein Wächterrat vorgestellt, der aus den Rechtsgelehrten einiger Stämme aus dem Landesinneren besteht. Den Vorsitz übernimmt der anerkannte, als streng geltende ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymān, der sich nach seiner Ausbildung in Bagdad bewusst in die Wüste zurückgezogen hatte, um nicht im Herrschaftsgebiet der Ungläubigen leben und wirken zu müssen.


    15. April 1715:
    Prinz Jalpa von Italien unterbricht auf Wunsch seines Vaters seinen Weg nach Buda und begibt sich stattdessen nach Gurk, wo ihn ungarische und einheimische Adlige in Empfang nehmen. Einige Tage später treffen dann auch Prinzessin Zizy und ihr Ehemann Jakob von Rosegg ein. Vor der gemeinsamen Abreise wird eine Ständeversammlung der verschiedenen Vasallen einberufen, da Arpad V. über den Bergbau und mögliche Handelsprivilegien sprechen möchte.


    15. April 1715: Großkhan Yesun I. trifft in Täbris ein und ruft dort die Satrapen der Region zusammen. Offenbar möchte er den Feldzug gegen die Beduinenrebellen im Heiligen Land selbst anführen, was die große Bedeutung zeigt, die man diesem Konflikt zuschreibt.

  7. #1132
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    17.-30. April 1715: Nach Bischof Burkard von Worms beklagen sich auch mehrere adlige Domherren der westdeutschen Diözese über unangemessene Berichte der Heidelberger Presse und fordern zum Teil eigene Entschädigungen ein. Einige von ihnen bitten die Landesherren ihrer Heimat um Hilfe, darunter die Landgrafschaft Hessen, das Khanat Westfalen und das Herzogtum Burgund. Das Erzbistum Köln wendet sich an den Immerwährenden Hansetag.


    18.-29. April 1715: Der neu ernannte islamische Wächterrat in Mekka beginnt mit einer feierlichen Zerstörung der Gräber aller Gefährten und Anhänger von Mohammed in den besetzten Gebieten. Auch das Prophetengrab selbst wird allen Schmucks entkleidet, um allein Gott die Ehre zu geben. Zeichen der Untreue wie Gebetsketten werden öffentlich verbrannt. Besondere Aufmerksamkeit findet, dass einige der von Kronprinz Putraq an Vertreter der Umma übergebenen Gegenstände aus dem Leben Mohammeds wie sein Siegelring und sein Trinkkelch in einen Brunnen geworfen werden. Stab, Schwert und Mantelkleid des Propheten bleiben hingegen zunächst unauffindbar. Ende des Monats verbieten dann zahlreiche Edikte den Besitz aller heterodoxen Schriften, die Feier des Prophetengeburtstages und sogar jeden öffentlichen Gesang. Für Christen und Juden werden strenge Regeln wie das Verbot, Pferde und Waffen zu besitzen, eingeführt. Anhänger „heidnischer“ Religionen erhalten drei Tage, das „Land der Muwahhidun“ endgültig zu verlassen. Ab Juni soll zudem die Kopfsteuer erhoben werden.


    19. April 1715: Kronprinz Putraq von Dagomys besteigt in Guangzou ein schnelles Schiff der melakianischen Flotte, das ihn direkt nach Mesopotamien bringen soll. Vielleicht möchte Großkhan Yesun I. seinen Sohn und Nachfolger in den bevorstehenden Kämpfen mit der streng-islamischen Rebellenarmee an seiner Seite wissen.

  8. #1133
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    23. April 1715: Als der Mantel und der Stab des Propheten in der Nähe von Mekka entdeckt werden, ordnet ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymān an, diese Dinge, die zeitlich seien und zuletzt Anlass zur Sünde gegeben hätten, zu verbrennen. Es erweist sich zunächst als schwierig, für diese Aufgabe jemanden zu bestimmen, doch zuletzt gehen die Reliqiuen in Flammen auf.


    24.-30. April 1715: Die Afrikanikí Agorá in Athen ist trotz der Krise im Heiligen Land und im Hedschas recht gut besucht. Einige Waren sind aber deutlich teurer geworden, wie Händler aus dem Mittelmeerraum und aus Westeuropa berichten.


    24.-30. April 1715: Zahlreiche Menschen fliehen aus den vom „östlichen“ Kalifat besetzten Gebieten nach Norden in die loyalen mongolischen Regionen. Es scheint sich dabei nicht nur um „Heiden“, sondern auch um Christen, Juden, Zoroastrier und nicht wenige Muslime zu handeln. Einerseits zeigt dies, dass die mongolische Herrschaft noch immer als milde und tolerant gilt, andererseits dürften die Operationen der Heere des Großkhans dadurch wie zuletzt in Nordwestindien deutlich erschwert werden, weil man die Flüchtlinge versorgen und schützen muss.

  9. #1134
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    28. April 1715: Ein jüdischer Kaufmann übergibt dem Großmufti von Badgad feierlich und in überraschend erfürchtiger Weise die verschollen geglaubten persönlichen Gegenstände des Propheten Mohammed. Anscheinend hatten Mitglieder der Scherifenfamilie diese Schätze ihres Glaubens aus Mekka herausgeschmuggelt und sie dann einem Nichtmuslim übergeben, dem sie vertrauten. Mit Recht gingen sie wohl davon aus, dass Ismael ibn Muhammad und ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymān ihre Leute vor allem zur Kontrolle muslimischer Reisegruppen anhalten würden. Die verbrannten oder in einem Brunnen versenkten Gegenstände waren vermutlich Fälschungen, wie man nun annehmen kann.


    28. April 1715: Die Großkhane Batu V. (Melaka) und Ashoka I. (Debul) erklären sich bereit, Hilfstruppen in den Jemen zu verschiffen, um die Südgrenze der Rebellen zu bedrohen und zugleich die arabischen Seehäfen zu schützen. Dies dürfte es dem eurasischen Teilreich in den nächsten Wochen leichter machen, eine ausreichend große Streitmacht in Syrien und Mesopotamien zu sammeln.


    29. April 1715: Konrad V. in trifft in der Hauptstadt Stuttgart ein. Auch hier ist eine längere Begegnung mit den Ständen vorgesehen, bei welcher der junge Herzog sich menschennah und freundlich zeigt.

  10. #1135
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    2. Mai 1715: Erzbischof Athenagoras trifft wieder auf Barbados ein, wo er die frohe Kunde bringt, dass der Heilige Stuhl die Insel nicht im Stich lassen werde. Vor Ort hat Kurur Khan mittlerweile die Regierung übernommen, zumal er durch seine Vermittlerdienste großes Ansehen erwerben konnte. Die beiden Männer scheinen sich aber zunächst einigen zu können und bilden eine Art Doppelregierung in Khansbruck.


    2. Mai 1715: Die Gesandtschaft des Kalifats ist trotz des Mangels an freiem Schiffsraum auf dem Nil in der Satrapie Kario eingetroffen. Die Männer übernachten in der Botschaft des Khanats Hellas, wo man sie auch verköstigen kann. Die Stadt selbst gleicht mittlerweile einem Truppenlager, und fast alle Schiffe sind damit beschäftigt, Getreide, Pferde, Soldaten und Ausrüstung zu transportieren.


    2. Mai 1715: Die in Dagomys verbliebenen Berater des Großkhans senden nach einem sehr langen, intensiven Gedankenaustausch mit dem hellenischen Botschafter einen schnellen Boten nach Täbris, um Großkhan Yesun I. über die Gespräche zu informieren und seine Antwort einzuholen.

  11. #1136
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    3.-9. Mai 1715: Die vom Königreich England geplante geamtbritische Handelsmesse findet zum ersten Mal in Dublin statt. Wie erwartet sind neben den Engländern vor allem Iren und Hanseaten vertreten, während schottische Kaufleute eher in den Hintergrund treten. Auch die Händler der englischen Festlandsgebiete zögern anscheinend noch ein wenig.


    3.-31. Mai 1715: Beide Kriegsparteien im Nahen Osten versuchen, die Rettung der Reliquien aus Mekka für ihre Propaganda zu nutzen. Während der Wächterrat so den Tauhid bestätigt sehen und davon ausgehen, dass die Einzigartigkeit Gottes weder durch den Verlust noch durch die Übergabe persönlicher Gegenstände des Propheten gemindert werde, verweisen viele Loyalisten darauf, dass einzig die milde mongolische Herrschaft Freundschaften dieser Tiefe zwischen Männern verschiedener Religionen ermögliche. Die Familie des Scherifen sei sich so ganz sicher gewesen, dass der jüdische Freund die Zeugnisse ihres Glaubens weder gegen eine Bezahlung ausliefern noch aus religiösem Hass verunehren oder gar zerstören werde. Auch Yesun I. kündigt an, den tapferen Händler persönlich ehren zu wollen, sobald der Hof in Bagdad eingetroffen sei.


    4.-31. Mai 1715: Auch das Kalifat von Cordoba scheint auf die Situation im Nahen Osten zu reagieren. Während ein Diplomat aus der Nordafrikagesandtschaft nach Palermo segelt, reiten zahlreiche Boten in die verschiedenen Dörfer und Oasen der freien Berberstämme. Angeblich sollen sie dort den Versuch unternehmen, weitere Krieger für einen Feldzug anzuwerben.

  12. #1137
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    5. Mai 1715: Der französische Hof meldet mit großer Trauer den Tod König Heinrichs VIII., der sein Land nunmehr 13 Jahre regiert und durch verschiedene Krisen geführt hatte. Die Botschaft Quitos kondoliert der Regierung als erste ausländische Vertretung. Nachfolger dürfte Heinrichs Neffe Ludwig werden, der als nächster männlicher Angehöriger gilt.


    6. Mai 1715:
    Nach langen und kontroversen Beratungen schlägt die Botschafterkonferenz der mongolischen Großkhanate und der freien amerikanischen Reiche in Quito vor, das Embargo gegen Italien und – soweit es offiziell noch in Kraft sein sollte – die Kanaren aufzuheben. Schinab Khan solle nicht bestraft, aber exiliert werden. Während die amerikanischen Embargos in der Folge rasch aufgehoben werden, ist aus Melaka, Negübeihafen und Debul noch keine endgültige Entscheidung bekannt.


    7. Mai 1715: Auf päpstlichen Wunsch ergeht eine feierliche Einladung der ostafrikanischen Bischöfe nach Rom, was die Einheit der Weltkirche stärken soll. Es dürfte einige Wochen dauern, alle Städte und Kleinstaaten der Region darüber in Kenntnis zu setzen, doch der Nuntius in Sansibar verfolgt die Sache mit großem Nachdruck.

  13. #1138
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    8. Mai 1715: Der päpstliche Legat in Sarai wird in den Palast des Patriarchen gebeten, wo neben dem mongolischen Oberhirten mehrere hochrangige Adlige anwesend sind.

    Nur für den Heiligen Stuhl

    Achtung Spoiler:
    Der Patriarch lässt dem Heiligen Vater seinen Dank für dessen Zurückhaltung ausrichten. Er sei mittlerweile von Großkhan Yesun zu Gesprächen bevollmächtigt worden. Im Augenblick wäre es vermutlich am besten, kein Öl ins Feuer zu gießen, denn die strenge Auslegung des Koran und die Konzentration auf die Einzigartigkeit Gottes hätten auch in den Städten viele fromme Muslime überzeugt. Möglicherweise habe die Rückgabe der Reliqiuen an Mekka als Auslöser der Unruhen gewirkt, weil die Anhänger ʿAbd al-Wahhāb ibn Sulaymāns gefürchtet hätten, diese würden die Verehrung weltlicher Dinge neu aufleben lassen. Der Großkhan und seine hohen Berater hielten es für das Beste, den Kampf auf einer rein weltlichen Ebene und ohne fremde Hilfstruppen zu führen, ihn also als bloßen Aufruhr zu deuten und damit jeden Verdacht eines Krieges gegen den Islam auszuräumen.



    8. Mai 1715: In Athen werden die beiden neuen hellenischen 250-Mann-Schiffe feierlich auf die Namen „Leander“ und „Hero“ getauft. Damit tragen die bedeutendsten Fahrzeuge der Flotte jeweils Namen aus der antiken griechischen Mythologie, was besonders Anhänger, Freunde und Priester der antikisierenden heidnischen Religionsgemeinschaft zu schätzen wissen.


    8. Mai 1715: Aus Nordafrika kommen erste Rückmeldungen der vom Kalifen entsandten Agenten, die zusätzliche Truppen rekrutieren sollen.

    Nur für das Kalifat von Cordoba

    Achtung Spoiler:
    Die Vasallenstämme sind sehr skeptisch, was den geplanten Kriegszug angeht. Man habe auf der Arabischen Halbinsel und im Heiligen Land keine Ortskenntnisse, was einen Wüstenkrieg sehr erschweren dürfte und hohe Verluste erwarten ließe. Man werde aber natürlich Truppen entsenden, wenn der Kalif seine Vasallen rufe. Die freien Berber haben bislang sich noch nicht geäußert, man hat aber um eine schnelle Entscheidung der einzelnen Stämme gebeten.

  14. #1139
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    10. Mai 1715: Pfalzgraf Balduin bittet mehrere befreundete Kleriker um Vermittlung im Streit mit dem Bistum Worms. Zudem kündigt er die Einführung eines Lizenzsystems an, damit künftig völlig unsachliche Berichte verhindern zu können.


    10. Mai 1715: Prinzessin Narantsetseg von Dagomys bittet den hellenischen Gesandten zum Gespräch. Ein Empfang durch die Tochter des Großkhans gilt als besondere Auszeichnung, nachdem der Monarch selbst nicht in der Stadt weilt.

    Nur für das Khanat Hellas

    Achtung Spoiler:
    Die Prinzessin dankt Hellas und dem Kalifat sehr für ihre Bereitschaft, Truppen zu schicken. Im Augenblick möchte ihr Vater aber alles tun, um den Konflikt einzuhegen und nicht zu einem Religionskrieg eskalieren zu lassen. Man betone daher in allen Satrapien mit einer bedeutenden muslimischen Bevölkerung, dass man allein gegen weltliche Rebellen und keinesfalls gegen Anhänger einer bestimmten Auslegung des Koran ins Feld ziehe.



    10. Mai 1715: Ein Gesandter des Kalifen trifft in Palermo ein, wo ihn der Satrap sofort mit großer Freundlichkeit in Empfang nimmt.

    Nur für das Kalifat von Cordoba

    Achtung Spoiler:
    Die Botschaft des Kalifen ist bereits auf Sizilien angekommen und soll in Nordafrika nun aktiv verbreitet werden. Der Satrap geht zwar nicht davon aus, dass sie in Arabien viel bewirken wird, in Nordafrika dürfte sie aber einige Bedeutung haben und fromme Muslime in ihrer Treue zum Großkhanat bestärken. In Palermo haben einige Sufiorden bereits begonnen, Geldmittel zur Unterstützung der loyalen Truppen und der Flüchtlinge zu sammeln. Der Befehlshaber der Gläubigen würde auf diese Weise stark zum Sieg über die Rebellen beitragen, vielleicht sogar viel mehr als durch die Entsendung von Reiterverbänden.

  15. #1140
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    11.-31. Mai 1715: Die muslimischen Rebellen auf der Arabischen Halbinsel beginnen damit, kleine Dörfer im Süden Mesopotamiens und im Osten Syriens zu überfallen und dort so viele Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände wie möglich zu rauben oder zu verbrennen. Dies soll es der langsam aufmarschierenden Armee des Großkhans wohl erschweren, sofort aktiv zu werden. Zudem ist der Satrap von Badgad dadurch gezwungen, seine Reiterei in kleinere Kontingente aufzuteilen, um das Land zu schützen. Als die Beduinen dann Mitte des Monats eine neue Großoffensive in Galiläa beginnen, stoßen sie kaum noch auf Widerstand. Zudem verstopfen erneut zahlreiche Flüchtlinge die Straßen nach Norden, so dass syrische Truppen nicht effektiv eingreifen können. Ein weiterer Großangriff im Jemen kann hingegen unter Aufbietung aller Kräfte und mit der Hilfe schiitischer Bürgermilizen aus den Hafenstädten abgewehrt werden. Dort entsteht schließlich eine Pattsituation beider Armeen, die sich zwischen Samtah und Sa’da gegenüberstehen. Weiter im Osten beginnt zudem ein von nächtlichen Überfällen geprägter Kleinkrieg am Wüstensaum.


    15. Mai 1715: Das Bistum Worms hat sich mittlerweile auch die Entschädigungsansprüche einzelner Domherren zu eigen gemacht und verlangt insgesamt 410 000 S von Pfalzgraf Balduin, die bis Anfang 1716 ausbezahlt werden müssten.


    15.-24. Mai 1715: Trotz aller Krisen blickt Europa in diesen Tagen auf Gent, wo die Krönung und Rangerhöhung der Großherzogin Luise I. von Burgund gefeiert wird. König Heinrich VIII. hatte sie noch vor seinem Tod bestätigt, so dass der Erzbischof von Reims beauftragt wird, die Feierlichkeiten im Namen der Krone zu begleiten. Das anschließende Fest ermöglicht es dem Adel West- und Mitteleuropas auch, die Ereignisse im Orient zu diskutieren und sich ganz allgemein über politische und religiöse Fragen auszutauschen.

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