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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #1096
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    28. August 1714: Die vom Kalifen zur Verfügung gestellte Schutzflotte trifft in Las Palmas de Gran Canaria ein. Sie wird sich die Sicherung der Seewege zwischen der Straße von Cádiz und den Karibischen Inseln künftig mit den Mongolen teilen, die ihren Hauptstützpunkt weiterhin auf La Palma haben werden. Satrap Berdi Khan von St. Petrus hat überdies bereits zugesagt, die drei befestigten Häfen in der westkanarischen Föderation nach dem Vorbild La Palmas (also mit der Übergabe aller Gewinne an die jeweilige Regierung) zu pachten, was die wirtschaftliche Situation stabilisieren könnte.


    31. August 1714: Wie erhofft zeichnet sich nun doch eine wenigstens durchschnittliche Ernte in den meisten Ländern Europas ab, die vermutlich im Nordwesten des Kontinents sogar mit etwas Glück leicht überdurchschnittlich ausfallen könnte. Besonders Westfalen, Flandern, die Pfalzgrafschaft und die badischen Gebiete des Herzogtums Schwaben dürfen also auf höhere Erträge hoffen, sobald die Weinlese und die Obsternte beendet worden sind.


    2.-6. September 1714: Der italienische Handwerkerwettstreit in Mailand erlebt in diesem von großer Unsicherheit geprägten Jahr eine eher schwache Beteiligung. Der Sieg eines Büchsenmachers aus Turin gilt aber allgemein als hochverdient.

  2. #1097
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    3.-30. September 1714: Im Lauf des Monats werden aus Schonen zahlreiche Akte zivilen, oft von Frauen getragenen Widerstands gemeldet. Gefangen genommene Verdächtige beziehen sich häufig direkt auf König Radbod, dessen Aufrufe mittlerweile in der Provinz verbreitet werden, wie es scheint. Da die Ordensritter auf Anweisung des Hochmeisters bislang die Gerichtsbarkeit des Adels und der Kirche respektieren, werden in der Regel sehr milde Urteile gefällt.


    8. September 1714: König Fernando V. begeht seinen Hochzeitstag in Santiago, um viele Menschen aus verschiedenen Ständen für diese Idee zu begeistern. Zahlreiche Höflinge begleiten ihn bei den Feierlichkeiten. Allerdings sind sehr lange Ehen eher die Ausnahme, weil meist ein Partner früh das Zeitliche segnet, etwa im Kindbett, durch eine Krankheit, während einer langen Handelsreise oder bei kriegerischen Verwicklungen. Leibeigene können sich eine solche Hochzeitsfahrt ohnehin nicht leisten.


    8. September 1714: Der schwedische Reichstag beschließt während einer Sondersitzung der Stände, Briefe an den Heiligen Stuhl, den Kaiser und den Hochmeister des Deutschen Ordens zu schreiben und um den Rückzug der Ritterbrüder aus Schonen zu bitten. Man werden die Balleien auch weiterhin gegen jede Bedrohung schützen, könne aber eine Fortdauer der Besatzung nur schwer mittragen. Es müsse den schonischen Ständen wenigstens die Gelegenheit gegeben werden, sich ohne militärische Bedrohung zu versammeln. Möglicherweise kämen dafür Südschweden oder Südnorwegen in Frage.

  3. #1098
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    13. September 1714: Eine angeblich bereits zur Zeit des „Philosphensultans“ Osman unter der Regierung Yunus’ I. entstandene, als Qizilbasch bezeichnete schiitische Bewegung hat sich in der Region um den bedeutenden Satrapensitz Täbris und am Kaspischen Meer so stark verbreitet, dass ihr Anführer Nadir – der ebenfalls den Ehrentitel „Sultan“ trägt und sich auf Osman bezieht – in Dagomys die Erhebung zu einer lizenzierten Religion erbittet. Zuletzt war die Liste unter Yunus IV. geändert worden. Es wäre also denkbar, dass dabei auch eine Überprüfung anderer Religionsgemeinschaften durchgeführt werden könnte.


    14. September 1714: Zum Jahrestag der Schlacht vor Porto Maurizio findet in Genua der seit vielen Jahren mit Begeisterung gefeierte Tag des Seemanns statt. Diesmal sind auch einige französische Gäste daran beteiligt, was der Veranstaltung einen weniger kriegerischen, rückwärtsgewandten Charakter verleiht. Stattdessen rufen Redner aus dem Khanat und einige städische Beamte zu einem neuen Weg des Friedens mit den französischen und burgundischen Nachbarn auf.


    15.-18. September 1714:
    Das Ökonomische Symposium in Bielefeld ist in diesem Jahr etwas schwächer besucht als üblich. Möglicherweise haben viele Interessenten nicht noch einmal die Mittel aufzubringen vermocht, nach Westdeutschland zu reisen.

  4. #1099
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    16. September 1714: Die Großkhanate Melaka, Quito, Dagomys und Negübeihafen kommen überein, die Flottenverteilung im Südpazifik neu zu regeln. Dabei sollen vor allem Dagomys und Quito entlastet werden, während Melaka und (in engen Grenzen) Negübeihafen mehr Verantwortung übernehmen können, da sie gegenwärtig finanziell etwas besser dastehen.


    18. September 1714: Erzbischof Adalbert von Lund verfasst einen von zahlreichen Klerikern und Adligen aus Schonen unterzeichneten Offenen Brief, in welchem er König Radbod und Hochmeister Louis-Thomas von Savoyen bittet, Frieden zu schließen. Eine Autonomie der Provinz könne dafür ins Auge gefasst werden. Allerdings müsse ein möglicher Herzog von den Ständen gewählt werden. Ansgar von Kallinge könne sich ja ebenso wie auch andere Hochadlige für dieses Amt bewerben. Es gebe auch keinen Grund, weshalb der Orden den Schutz der Christen besser sicherstellen könne, wenn er einen Herzog nach seinem Willen ernenne.


    22. September 1714: Nach der Zustimmung des Heiligen Stuhls zum Kompromiss in Ostafrika werden von gemischten Kommissionen die geplanten neuen Kleindiözesen vorbereitet. Ihre Einrichtung dürfte nicht sehr lange dauern, da es sich meist um die unabhängigen Kirchen handelt, die bereits den jeweiligen Stadt- und Staatsgrenzen angepasst sind. Die nötigen Gründungsbullen sollen dann von der Nuntiatur in Sansibar ausgefertigt und später vom Heiligen Stuhl unterzeichnet werden.

  5. #1100
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    25. September 1714: Eine Verhandlungsdelegation der Großkhanate trifft in Mailand ein. Sie steht unter der Leitung der Hofbeamten Ghiyas Khan (Melaka) und Cihan Khan (Quito) und vertritt alle fünf Teilreiche, die ein Embargo gegen das Khanat verhägt haben. Auch einige Beobachter aus Dagomys sind Teil der Gruppe, was wohl die Einmütigkeit der Mongolen unterstreichen soll. Außerdem sind mehrere Diplomaten der freien südamerikanischen Khanate und der Konföderation erschienen.

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Die Teilreiche wären bereit, das Embargo im kommenden Jahr aufzuheben. Italien müsste aber dafür Barbados in die Unabhängigkeit entlassen, da man in Amerika nicht mehr das nötige Vertrauen hat, eine solche strategisch günstig gelegene Insel in der Hand des langjährigen Verbündeten des Khanats der Kanarischen Inseln zu belassen.



    28. September 1714: Erzbischof Athenagoras von Barbados trifft in Rom ein und wird von Papst Laurentius persönlich zur Audienz gebeten. Dabei erhält er den Empfang, der einem Staatsoberhaupt zusteht. Der Heilige Stuhl hält also an seiner Politik fest, wonach Barbados rechtmäßig die Unabhängigkeit erklärt und den Erzbischof zum Inseloberhaupt gewählt habe.


    30. September 1714: Herzogin Luise von Burgund erreicht nach einer sehr schnellen Fahrt über das Mittelmeer Marseille. Dort wird sie von Vertretern der französischen Krone und zahlreichen Adligen Burgunds in Empfang genommen und nach Dijon geleitet, wo noch während des kommenden Monats der Landtag zusammentreten soll. Die nominelle Hauptstadt liegt näher und ist auch nicht durch Mordtaten in der Familie belastet.

  6. #1101
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    1. Oktober 1714: Nach dem Abschluss der Weinlese bestätigt sich die Hoffnung vieler Bauern im Rheinland, dass die Ernte sogar etwas besser als gewöhnlich ausfallen könnte. Man darf also in dieser Region leicht überdurchschnittliche Erträge erwarten, was auch in anderen Teilen Mittel- und Westeuropas die Nahrungsmittelpreise stabilisieren dürfte.


    1. Oktober 1714: Angesichts der Bedrohung einzelner Balleien beginnt der Deutsche Orden mit Truppenverlegungen nach Schweden und in die brandenburgischen Liegenschaften. Es handelt sich offenbar um Söldnerverbände, die zuletzt als Reserve bereitstanden. Damit dürfte die Sicherheit der Ordensniederlassungen deutlich erhöht werden.


    3. Oktober 1714: In Stockholm und Lund trifft ein Angebot des Deutschen Ordens ein, das die Situation wieder stabilisieren soll. Schweden könnte den Schutz Schonens wieder wie zuvor sicherstellen, Schonen seine Autonomie innerhalb des dänischen Reichsverbandes erklären. Als Überraschung gilt, dass der Hochmeister zusichert, das freie Wahlrecht der Stände anzuerkennen und nicht mehr auf Ansgar von Kallinge besteht. Erzbischof Adalbert von Lund bittet König Radbod daraufhin, einen schonischen Provinziallandtag einzuberufen.

  7. #1102
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    4. Oktober 1714: In Kopenhagen tritt der erweiterte Kronrat zusammen, um über den vom Orden vorgeschlagenen Friedensplan zu beraten. Zudem setzt sich König Radbod mit dem schonischen Erzbischof brieflich in Verbindung.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die Berater und Hochadligen raten sehr dazu, die Frist nicht verstreichen zu lassen, um nicht den Vorwand für einen neuen Angriff zu bieten, den man vermutlich nicht mehr abwehren könnte. Es sei unklar, ob Burgund seine Hilfstruppen gegen den Willen der Generaloberin Baierns im Feld halten würde, und Frankreich könnte zur See allein zu schwach sein. Man dürfe wohl auch nicht mehr darauf hoffen, dass der Heilige Stuhl entscheidend eingreifen werde. Einige Tage später kommt dann aber zumindest das Einverständnis von Erzbischof Adalbert und mehreren schonischen Baronen, sich – bei freiem Geleit – in Kopenhagen dem dänischen Reichstag bei dessen Sitzung anzuschließen. Nur müsse dies unbedingt vor Ablauf des Ultimatums geschehen.



    5.-25. Oktober 1714: In Schonen verbreiten sich etwas überraschend Gerüchte, wonach die königstreuen Frauen zum Teil einem Hexenzirkel angehören sollen und ihre Aktivitäten von diesem gesteuert würden.


    6. Oktober 1714: In London tritt zum zweiten Mal in diesem Jahr das englische Parlament zusammen, um über die Zivilliste und mögliche Handelsvorrechte zu beraten, die König Eduard VII. vereinbaren möchte.

  8. #1103
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    9.-15. Oktober 1714: Das päpstliche Weinfest in Rom wird in diesem Jahr wieder nach dem Ende der Weinlese begangen. Als Ehrengast fungiert der Satrap von Jaffa Schimon Khan, der vom Großkhan eigens die Erlaubnis bekommen hatte, seinen Amtsbereich zu verlassen. Die Besucherzahl bleibt allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück.


    11. Oktober 1714: Auch das schottische Parlament tritt wie in den letzten Jahren parallel zur englischen Sitzung zusammen, um rasch reagieren und mögliche Themen sofort diskutieren zu können, die sich in London möglicherweise ergeben werden.


    12.-22. Oktober 1714: Aus dem Norden des Hedschas werden Angriffe beduinischer Stämme gemeldet, die mehrere Handelskarawanen überfallen. Da der Satrap nicht im Lande weilt, übernimmt der Kommandeur der arabischen Hilfstruppen zeitweilig das Kommando über alle Reiterverbände in der Region und versucht, die Handelsrouten zu schützen. Zugleich bittet er brieflich in Dagomys darum, dies nicht als Anmaßung zu werten.

  9. #1104
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    14. Oktober 1714: Der burgundische Landtag tritt in Dijon zusammen und feiert Herzogin Luise als neue Landesherrin. Heinrich VIII. belehnt sie wie versprochen mit allen zum Haus Burgund gehörenden Ländern und Titeln und nimmt den Treueeid der Stände entgegen. Im Anschluss leisten auch die Stände des Herzogtums und aller Vasallen ihren Eid gegenüber der jungen Monarchin. Beim abendlichen Bankett können sich die beiden Herrscher für einige Zeit miteinander und mit den bisherigen Regentinnen vertraulich unterhalten.

    Nur für das Königreich Frankreich und das Herzogtum Burgund


    Achtung Spoiler:
    Vertrauliche Rückmeldungen wichtiger Ständevertreter beider Seiten ergeben, dass eine Rangerhöhung zur Großherzogin anders als noch vor 13 Jahren nicht mehr auf großen Widerspruch stoßen dürfte.



    19. Oktober 1714: Mit dem frühen Beginn der Herbststürme endet die sichere Seefahrt im Nordatlantik dieses Jahr recht abrupt. Es gelingt aber fast allen Seeleuten, noch rechtzeitig geeignete Häfen anzusteuern. Einige Kaufleute riskieren es allerdings, verderbliche Waren noch weiterzutransportieren, wenn sie diese sonst nicht mehr mit Gewinn verkaufen könnten.


    25. Oktober 1714: Trotz der späten Jahreszeit tritt der dänische Reichstag zusammen, wobei auf Initiative König Radbods mit einem gemeinsamen Verbrüderungsmahl begonnen wird, das auch zum Gedankenaustausch beitragen soll. Erneut sind auch einige Vertreter aus den anderen beiden nordischen Reichen erschienen. Auch Ansgar von Kallinge ist gekommen und zeigt mit großem Gefolge sein gewachsenes Selbstbewusstsein, nachdem Kaiser und Papst in der Frage der schonischen Autonomie auf Seiten des Ordens zu stehen scheinen.

  10. #1105
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    27.-31. Oktober 1714: Erste Beratungen des dänischen Reichstages sind von heftiger Kritik am Vorgehen des Deutschen Ordens geprägt, der als Gemeinschaft christlicher Ritter nicht befugt sei, einfach europäische Länder zu überfallen und die Abtrennung von Provinzen zu fordern. Es zeichnet sich in vielen Redebeiträgen aber auch ab, dass man angesichts der in den letzten Wochen geäußerten Unterstützung durch Kaiser und Papst und der unsicheren Situation der Verbündeten kaum mehr eine andere Wahl sieht, als die Forderungen nach einer Autonomie Schonens zu akzeptieren.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    In allen Provinzen teilen die meisten Ständevertreter den Zorn König Radbods, sehen aber in dieser Situation kaum einen anderen Ausweg, als die Forderungen zu erfüllen. Man müsse sonst im Frühjahr mit einem Angriff überlegener Kräfte rechnen, dem man nicht mehr gewachsen sei. Es sei auch kaum zu erwarten, diesen durch erfolgreiche Propaganda anwenden zu können.

    Nur für den Deutschen Orden

    Achtung Spoiler:
    Ansgar von Kallinge berichtet nach Kalmar, dass er vom hohen schonischen Klerus mit etwas größerem Respekt behandelt werde, was wohl mit der öffentlichen Stellungnahme des Heiligen Stuhls zu tun habe.



    29. Oktober 1714: Aus Cordoba wird berichtet, dass der päpstliche Legat mittlerweile einen schriftlichen Entwurf des Friedensvertrages erarbeitet habe, der auch von allen Mitgliedern der Koalition bestätigt worden sei. Nun soll weiterverhandelt werden, um die Interessen der Verbündeten zu wahren und zugleich den Inseln eine Zukunftsperspektive zu geben.


    1. November 1714: Auch im Mittelmeerraum und in Nord- und Ostsee endet die sichere Seefahrt für diesen Herbst. Die Fischereisaison gilt als überdurchschnittlich, was gerade in einem etwas schwächeren Erntejahr besonders vorteilhaft sein dürfte.

  11. #1106
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    2.-10. November 1714: Schwere Herbststürme sorgen für Verwüstungen in verschiedenen Städten und Dörfern auf beiden Seiten des Nordatlantik. Die nordamerikanischen Häfen scheinen dabei stärker betroffen zu sein als die europäischen, wie berichtet wird.


    3.-24. November 1714:
    Der Beduinenaufstand in Arabien weitet sich offenbar aus, und eine Reiterschwadron der Rebellen unterbricht die Verbidungswege zwischen Jaffa, Jerusalem und dem Hedschas. Die Hintergründe des Geschehens sind unklar, es könnten aber sowohl materielle als auch religiöse Motive zusammenwirken. Die Rückgabe verschiedener vom Propheten verwendeter Gegenstände durch Kronprinz Putraq sorgte offenbar auch für Diskussionen, wer diese kostbaren Reliquien auf welche Weise hüten dürfe.


    4. November 1714: Herzogin Luise greift bei ihrer ersten Ansprache als Monarchin sehr viele aktuelle Themen auf, bemüht sich aber vor allem darum, die Spaltung zwischen den beiden Lagern zu heilen. Zunächst schlägt sie vor, den dänischen Reichstag abzuwarten und zugleich einen dauerhaften Rat einzurichten, um in der Hauptstadt alle Stimmen zur Geltung bringen zu können. Die Stände wären damit offenbar einverstanden, wenn die Zusammensetzung dieses Gremiums alle Landesteile abdeckt. Mehrere Adlige verlangen aber, dass man die Todesfälle innerhalb der Dynastie aufklären müsse. Auch Luise selbst könne kaum daran gelegen sein, dass die Mörder ihres Onkels und ihrer beiden Brüder straflos blieben.

  12. #1107
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    7. November 1714: Wie erhofft geben die Verhandlungspartner Italiens eine Einschätzung zu den Vorschlägen des Khans ab.

    Nur für das Khanat Italien
    Achtung Spoiler:

    Die amerikanischen Diplomaten erklären, dass ein Kondominium nicht in Frage komme. Die Insel müsse in die Unabhängigkeit entlassen werden und könne dann selbst entscheiden, welche Bündnispartner sie unter Umständen in Betracht ziehe. Die freien Khanate wären bereit, insgesamt 470 000 S „Abzugskosten“ zu bezahlen. Sie weisen darauf hin, dass das Khanat nicht als einziges Land Solddienste anbieten könnte, sollten die vitalen Interessen eines Reiches oder einer Regierung solches erfordern.



    8. November 1714: Der burgundische Landtag wird fortgeführt, nachdem Herzogin Luise der Einrichtung einer Untersuchungskommission zugestimmt hat und den auf beiden Seiten sehr respektierten Grafen Raimund von Nevers zum Vorsitzenden ernannt hat. Zudem wird mit der Auswahl möglicher Mitglieder des neuen Regierungsrates begonnen.


    9. November 1714: An einem nebligen Herbsttag, bei dem die Stimmung der Versammlung zu den äußeren Gegebenheiten zu passen scheint, stimmt der dänische Reichstag – wenn auch unter Protest gegen die „äußere Einmischung in ein seit Jahrhunderten freies Land“ – den Forderungen des Deutschen Ordens zu. Die Provinz Schonen soll als autonomes, zur dänischen Krone im Vasallenverhältnis stehendes Herzogtum neu organisiert werden. Die Herzogswürde wird durch freie Wahl des Landtags vergeben, der Gewählte wird dann vom König in sein Amt eingeführt und legt vor ihm den Treueeid ab. Ein Anhänger des Ansgar von Kallinge weist kurze Zeit später darauf hin, dass der Hochmeister auch gefordert habe, man müsse „vom Gebiet Kalmar ablassen“. Dies sei als förmlicher Verzicht zu verstehen. Einige Ständevertreter erklären zwar, König Radbod habe bereits seit Jahren zugesagt, gegen die Brüder des Nordens keine Gewalt anzuwenden, doch da eine Rückgabe Kalmars ohnehin nicht zu erwarten steht, stimmen die Stände letztlich auch hier dafür, Schloss und Umland dem Königreich Schweden abzutreten. Mit der erhofften friedlichen Wiedererrichtung der Union, so mehrere Adlige, werde die frühere Residenz dann wieder für die gemeinsame Regierung verfügbar sein.

  13. #1108
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    12.-30. November 1714: Khan Arpad V. sendet ungewöhnlich viele Briefe an die Vasallen des Kernlandes, um den Adel zu einigen aktuellen Themen zu befragen. Diese werden nach außen hin aber zunächst nicht näher erläutert.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:
    Die meisten Rückmeldungen sind eher propäpstlich, weil man die kurzfristige Übertragung eines umkämpften Gebietes an eine dritte, vorgeblich neutrale Macht für äußerst fragwürdig hält. Es sei überdies bereits öffentlich bekannt gewesen, dass der Heilige Stuhl sich auf eine Unterstützung der Unabhängigkeit von Barbados festgelegt hatte.



    16. November 1714: Die beiden östlichsten Kanareninseln erklären sich bereit, ihre Häfen und Hafenfestungen gegen eine Pachtgebühr nach mongolischem Vorbild an Länder der Koalition oder den geplanten neuen Orden zu verpachten. Die langjährige Residenz des kanarischen Khans bittet hingegen noch um genauere Informationen, wie dieser Orden organisiert sein solle.


    22. November 1714: Mehrere bairische Bischöfe sind für einige Tage bei Generaloberin Hildegard von Oberalteich zu Gast. Hauptgesprächspunkt soll wohl die vom Chorgesang geprägte Liturgie sein, bei welcher die priesterliche Rolle zurücktreten müsste.

  14. #1109
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    27. November 1714: Die Kämpfe in Nordwestarabien und der Satrapie Jaffa weiten sich nach Berichten von Kaufleuten weiter aus. Einer Reiterschwadron gelingt sogar die Besetzung der Vororte Jerusalems, auch wenn die Heiligen Stätten und die Altstadt zunächst unter der Kontrolle mongolischer Truppen verbleiben. Im Hedschas hat der junge Scheich Said ibn Muhammad aus der Familie des Scherifen von Mekka das Kommando über die meisten Hilfstruppen des Großkhanats Dagomys übernommen. Er scheint aber zunächst bemüht, seine Kräfte zum Schutz der Städte des Propheten zusammenzuhalten.


    29. November 1714: Kabul I. und Batu V. geben die zeitweilige Verpfändung der weltweit bekannten, höchst ertragreichen Smaragdminen im Großkhanat Quito an das wohlhabende Großkhanat Melaka bekannt. Dafür scheint das südamerikanische Teilreich erneut einen hohen zinslosen Kredit und zusätzlich eine beträchtliche Einmalzahlung zu erhalten.


    2. Dezember 1714: In Guangzhou beginnt der Kuriltai des Großkhanats Melaka, bei welchem Batu V. die zahlreichen Erfolge der letzten Jahre hervorhebt und neben seinem Vater auch seinem Schwager und mehreren anderen Ratsmitgliedern für ihre Unterstützung dankt. Der mittlerweile 35jährige Monarch wirkt deutlich gereift und scheint seine Unsicherheit nicht mehr durch ein betont forsches Auftreten überspielen zu wollen.

  15. #1110
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    4. Dezember 1714: In verschiedenen deutschen Ländern nutzen die Bischöfe, Äbte, Pfarrer und Domherren den Barbaratag, um über die Rolle der Frau in der Kirche zu sprechen. Die Zielrichtung unterscheidet sich dabei sehr deutlich: Während manche mit den bairischen Benediktinerinnen verbundene Kleriker die Bedeutung der weiblichen Klugheit, Sanftmut und Glaubensstärke für die Kirche hervorheben, sprechen sich andere eher dafür aus, die gottgewollte Ordnung nicht zu verwischen. Dabei nehmen sie nicht selten Bezug auf den Besteigungsversuch eines Berges, der keinerlei geistlichen Nutzen mit sich bringe und nur menschlicher Eitelkeit schmeichle – gewiss nicht einmal für Männer im Ordensstand ein geeignetes Ziel. Der Nürnberger Münsterprediger deutet sogar an, dass die schlechtere Ernte dieses Jahres eine Strafe Gottes solcherlei Nichtigkeiten sein könne.


    6. Dezember 1714: Am Nikolaustag treten wieder zahlreiche junge bairische Ordensleute als Vertreter des Bischofs von Myra auf und beschenken die Kinder ihrer Gemeinden. Diesmal sind offenbar nicht nur die Frauenorden aktiv, was zeigt, dass die Idee sich weiter verbreitet hat. In Schwaben und Hessen übernehmen ebenfalls einige Nonnen den beliebten Brauch.


    8. Dezember 1714:
    Großkhan Kabul I. erteilt verschiedenen Kunsthandwerkern aus Dagomys und den indischen und chinesischen Satrapien den Auftrag zur Herstellung eines kostbaren Jubiläumsthrones in Quito. Es war lange Zeit üblich gewesen, dass der im Kuriltai vertretene Adel zu besonderen Herrschaftsjubiäen wertvolle Throne herstellen ließen, die dann bei der Ehrung des Monarchen erstmals zum Einsatz kamen und später in einem der vielen Paläste oder Schlösser bei Dagomys für die Repräsentation genutzt wurden. Sehr lange regierende Großkhane wie Sartaq I., Putraq I., Yunus I. und Yunus IV. besaßen so gleich mehrere dieser Throne und konnten zusätzlich auf die Repräsentationsmöbel ihrer Vorfahren zurückgreifen. Yunus IV. wurden im Laufe seiner vielen Regierungsjahre letztlich nicht weniger als zwölf der kostspieligen Sitzgelegenheiten geschenkt. In der Bürgerkriegszeit geriet dieser Brauch aber allmählich aus der Übung, weil die finanziellen Mittel anderweitig besser eingesetzt zu sein schienen. Die letzten Jubiläumsthrone für Batu II. (1625), Yunus V. (1640), Tohtu III. (1678) und Yunus VII. (1689) waren dann deutlich schlichter als noch im 16. Jahrhundert. Kabul I. möchte aber für sein 15jähriges Regierungsjubiläum im kommenden Herbst wieder an die kostbaren, eindrucksvollen Kunstwerke früherer Zeiten anknüpfen.

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