Diese Woche habe ich ja Montag ohne auf dem Rad zu sitzen entspannt begonnen und mich dann über die Tage bis Freitag langsam gesteigert, ohne die Regeneration aus den Augen zu verlieren.
Am Freitag habe ich dann zum ersten Mal seit Silvester wieder ein Rennen der offiziellen Zwiftserien absolviert. Es ging über einen hügeligen Kurs in New York.
Vor allem in der ersten Hälfte des Rennens stehen hier einige knackige Anstiege auf dem Programm, ehe es dann entspannter wird und im Finale nochmal über zwei kurze Hügel geht.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich diesmal in der Kategorie von 270-390 Rennpunkten antreten muss. Zuletzt war ich bei 160-270 unterwegs. Das ist somit direkt 2 Kategorien höher als zuletzt (da die Kategorien ja immer etwas überschneiden). Ich bin gespannt, ob ich auf dem Niveau mitfahren kann.
Das Rennen startet direkt mit einem hohem Tempo und am ersten längeren Anstieg, kann ich mich in der vorderen Hälfte des Feldes behaupten.
Glücklicherweise ist das Tempo im Feld zwar extrem hoch, aber auch sehr gleichmäßig. Es gibt keine richtig harten Attacken sondern es ist eher ein Ausscheidungsfahren. Das liegt mir deutlich mehr als die kurzen extremen Beschleunigungen.
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Kurz darauf geht es dann direkt in die härteste Anstiegskombination des Tages.
Ich fahre den Berg direkt von vorne an und habe damit etwas Spielraum, ehe ich an das Ende des Feldes durchgereicht werde.
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Der Anstieg wird extrem hart gefahren und in den 2 Minuten geht meine Durchschnittsleistung von 270 auf 293 hoch.
Es gibt bereits kleine Lücken im Feld und mein Puls ist nahe am Maximum. Aber bisher halte ich die Räder der Fahrer vor mir und der Anstieg ist fast vorbei. Es sieht gut aus und ich bin nun guter Stimmung, dass ich die Spitzengruppe über die Anstiege hier halten kann.
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Aufgrund der extrem hohen Belastung, befürchte ich zwischendurch immer wieder jeden Moment reißen lassen zu müssen. Irgendwie kann man sich dann aber doch immer noch überwinden und beißt nochmal auf die Zähne.
So komme ich auf einer sehr guten Position über den vorletzten Hügel und habe die Spitze weiter im Blick. Die Spitzengruppe ist keine 40 Fahrer mehr stark und damit habe ich meine persönlichen Erwartungen in jedem Fall erfüllt.
Am letzten Hügel bin ich dann nur noch froh, dass es vorbei ist und schaffe nur noch einen halbherzigen Sprint.
Ich habe mir die Feder bis zum Schluss aufgehoben und konnte so auch mit meinem schlechten Sprint noch ein wenig Positionen gut machen. Aber im Nachgang habe ich mich wieder geärgert, dass ich nicht nochmal alles reingeworfen habe.
Im Endergebnis eine Zeit unter 30 Minuten und Platz 16. Das bedeutet, dass wir hier mit mehr als 40 Kilometern pro Stunde im Schnitt unterwegs waren. So schnell war ich glaube noch in keinem längeren Rennen.
Damit bin ich extrem zufrieden und nach ganz vorne waren es nur wenige Sekunden. Ich hatte vorher ja überlegt, ob ich auf dem Niveau mithalten kann. Am Ende kann man das klar mit ja beantworten. Die Strecke hat mir aber sicherlich auch ganz gut gelegen, da es keine extrem steilen Rampen gab und auch keine langen Berge. Das wird sich in den kommenden Wochen ändern.
Diesmal an keiner Stelle Bestwerte. Aber in fast allen Bereichen ab 3 Minuten die zweitbeste Leistung, die ich jemals gefahren bin. Das ist eine sehr konstante Leistungsentwicklung und zeigt, dass das Tempo in dem Rennen enorm hoch war.
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Am Samstag habe ich mich dann noch zu einem kurzen Rennen angemeldet, um nochmal alles zu geben, ehe ich dann eine Grundlagenfahrt absolviere.
Hier sind lediglich 4 Kilometer zu fahren und es gibt keinen Windschatten. Es geht also nur gegen sich selbst und die Uhr. Dabei steht ein schwerer Schotteranstieg auf dem Programm, der hier den Scharfrichter geben wird. Weiterhin starten hier alle Leistungsklassen zusammen und so ist es schwer zu wissen, wo man selbst steht im Vergleich zu den anderen Fahrern seiner Kategorie.
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Ich liefere mit am Berg harte Duelle mit dem Bruten und Ukrainer hinter mir und kann beide im Finale des Anstiegs leicht distanzieren.
Am Ende sehe ich dann, dass die Beiden jeweils in höheren Klassen unterwegs waren und gar nicht meine direkte Konkurrenz darstellten.
Ich stehe hier nach knapp 6 Minuten bei 343 Watt im Mittel und bin mit meiner Leistung am Berg enorm zufrieden. Jetzt noch in die Abfahrt drücken und dann etwas ausruhen.
Am Ende ist die Abfahrt zu kurz und an einigen Stellen nicht steil genug. Da habe ich nochmal ein paar Sekunden verschenkt, als ich das Treten eingestellt hatte.
Ich erreiche aber die Ziellinie nach 7 Minuten und 26 Sekunden und einer gemittelten Leistung von 337 Watt. Da kann man sich nicht beschweren.
In der Endabrechnung dann die Überraschung...
Die anderen Fahrer in meiner Kategorie haben auf 4 Kilometern mindestens 40 Sekunden verloren und keine Chance gehabt. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich freue mich über den Sieg und habe zudem nochmal meine Bestwerte über 5 Minuten nach oben geschraubt.
Da stehe ich jetzt bei 3,6 Watt pro Kilogramm und damit 0,6 Watt mehr als zu Jahresbeginn. Das sind schon Welten und ich bin gespannt, wie lange die Entwicklung noch in dem Tempo weitergehen kann.
Hier noch die Tabelle zur aktuellen Woche und ich habe das Gewicht wieder um einen Kilo drücken können
Ich war heute auch das erste mal wieder draußen mit meinem Trekkingrad unterwegs. Das ist so verrostet und alt... Aber war mal ganz spaßig im Vergleich zu früher zu sehen, wie entspannt man jetzt auch draußen die Hügel hochkommt und in der Ebene auf Geschwindigkeit.