In der dämmrigen Atmosphäre des Eclipse-Lagers stößt Aloy auf weit mehr als nur feindliche Krieger und rostige Maschinen. Sylens, der durch ihren Fokus als flüchtige, bläulich schimmernde Projektion erscheint, offenbart ihr die technischen Abgründe des Netzwerks, das die Schatten-Carja unter der Führung von Helis kontrolliert. „Ja – es ist möglich. Das Netz hat einen Schwachpunkt“, erklärt er mit seiner gewohnt kühlen Präzision, während um sie herum die geometrischen Linien einer holografischen Weltkarte pulsieren. Er erläutert ihr, dass die Eklipse die Langhälse – gewaltige, zur Zeitmessung und Kommunikation konzipierte Maschinen der Alten – zweckentfremdet haben, um ein flächendeckendes Sendenetz für HADES zu errichten. Für Aloy ist dies der Moment, in dem aus einer bloßen Verfolgung ein strategischer Sabotageakt wird. Sie begreift, dass sie die Hardware-Infrastruktur des Feindes physisch angreifen muss, um deren digitale Überlegenheit zu brechen.
Inmitten dieser feindlichen Basis findet Aloy private Aufzeichnungen, die ein düsteres Licht auf Helis werfen, den Schlächter von Meridian. Aus den Audiologs spricht ein Mann, der von einem tiefen, fast religiösen Fanatismus zerfressen ist. „Jeden Morgen erwache ich aus dem selben Albtraum“, gesteht Helis’ Stimme in einer Aufnahme, während Aloy in seinem Zelt steht, umgeben von rituellen Totems und dem Geruch von brennendem Öl. Er trauert dem „Heiligen Meridian“ nach, das seiner Meinung nach von „lasterhaften Gestalten“ und „Unwürdigen“ besudelt wurde. Helis sieht sich selbst nicht als Mörder, sondern als das göttliche Werkzeug der Sonne, das berufen ist, die Welt durch Feuer zu reinigen. Seine Geschichte ist eine der Verbitterung über den Verlust der alten Ordnung der Carja unter dem verrückten Sonnenkönig Jiran. Nach dessen Sturz floh Helis in die Schatten und fand in HADES eine neue, schreckliche Gottheit, die ihm die Rückkehr zur Macht versprach.
Während Aloy die Zelte durchsucht, erkennt sie die gefährliche Symbiose zwischen Helis’ blindem Gehorsam und HADES’ kalter Logik. Helis ist der operative Arm, der die physische Gewalt ausübt, während HADES die technische Überlegenheit liefert. Sylens warnt sie, dass Helis’ Fanatismus ihn unberechenbar macht, da er keinen Schmerz und kein Zögern kennt, solange er glaubt, den Willen der Sonne zu erfüllen. Aloy realisiert, dass dieser Mann kein bloßer Handlanger ist, sondern ein psychologisch tief verwundeter Krieger, dessen Trauma über den Fall seines Königs in eine apokalyptische Ideologie umgeschlagen ist. Aloy verlässt das Lager mit dem Wissen, dass sie nicht nur eine Armee von Maschinen aufhalten muss, sondern den wahnsinnigen Willen eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat.