Der Kaiser nimmt zur Kenntnis, dass sich die Lage seit der letzten Stellungnahme des dänischen Königs grundlegend verändert hat. Die Ereignisse in Burgund sind eine direkte Folge der rücksichtslosen Inanspruchnahme der Ehre Karls von Burgund. Burgund wurde in einen Konflikt hineingezogen, dessen Eskalation weder von seinen Ständen noch von seinem Herzog noch kontrolliert werden konnte.
Vor diesem Hintergrund muss festgestellt werden, dass das zuletzt von Dänemark vorgelegte Angebot nicht ausreicht, um einen tragfähigen Frieden zu begründen. Es enthält Zugeständnisse im Detail, lässt aber die zentralen Konfliktlinien unangetastet. Insbesondere bleiben offen:
- die Frage Kalmar, die weiterhin ausgeklammert wird,
- jede verbindliche politische Regelung zu Schweden und Norwegen,
- eine belastbare Ordnung für Schonen
- sowie die ungelösten Spannungen und Maßnahmen gegenüber dem Orden, die weiterhin im Raum stehen.
Ein Frieden, der diese Punkte offenlässt, ist kein Abschluss, sondern lediglich ein Aufschub der nächsten Auseinandersetzung. Zugleich ist festzustellen, dass öffentliche Schuldzuweisungen, Polemik und propagandistische Nebenbemerkungen die Schlichtung nicht voranbringen, sondern sie untergraben. Wer verhandeln will, handelt nicht auf diese Weise.
Der Kaiser erwartet daher von Dänemark eine
substantielle Bewegung seiner Position. Substanziell bedeutet nicht, bekannte Zusagen zu wiederholen, sondern jene Fragen anzugehen, die den Konflikt überhaupt erst tragen. Nur so kann verhindert werden, dass weitere Mächte in einen Streit hineingezogen werden, der längst über seinen ursprünglichen Anlass hinausgewachsen ist.
Dabei wird nicht verkannt, dass jeder Schritt Zugeständnisse verlangt. Doch ebenso klar ist: Das Reich wird keinen Zustand akzeptieren, in dem ein einzelner Akteur durch starres Festhalten, wechselnde Forderungen oder öffentliche Eskalation versucht, andere gegeneinander auszuspielen. Zum Schluss sei dies unmissverständlich gesagt:
Dänemark wird das Reich nicht spalten. Weder durch Polemik, noch durch das Ausspielen von Verbündeten, noch durch das Aussitzen von Entscheidungen. Wer Frieden will, muss ihn möglich machen – jetzt.