Seite 373 von 376 ErsteErste ... 273323363369370371372373374375376 LetzteLetzte
Ergebnis 5.581 bis 5.595 von 5632

Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #5581
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Der gröbste Stress sollte vorbei sein. Daher geht es vorsichtig optimistisch weiter mit

    Lukas 9 (Teil 1)

    https://www.bibleserver.com/LUT.ELB.MENG.EU/Lukas9

    Achtung Spoiler:
    1 Er rief dann die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle bösen Geister sowie zur Heilung von Krankheiten,
    2 hierauf sandte er sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und (die Kranken) zu heilen.
    3 Dabei gab er ihnen die Weisung: »Nehmt nichts mit auf den Weg, weder einen Stock noch einen Ranzen, weder Brot noch Geld; auch sollt ihr nicht jeder zwei Röcke haben!
    4 Wo ihr in ein Haus eingetreten seid, dort bleibt und von dort zieht weiter!
    5 Und wo man euch nicht aufnimmt, da geht aus einer solchen Stadt weg und schüttelt den Staub von euren Füßen ab zum Zeugnis wider sie!«
    6 So machten sie sich denn auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf, indem sie überall die Heilsbotschaft verkündeten und Heilungen vollführten.
    7 Es hörte aber der Vierfürst Herodes von allen diesen Begebenheiten und fühlte sich dadurch beunruhigt; denn manche behaupteten, Johannes sei von den Toten auferweckt worden;
    8 andere wieder meinten, Elia sei erschienen; noch andere, einer von den alten Propheten sei auferstanden.
    9 Herodes aber sagte: »Den Johannes habe ich enthaupten lassen; wer mag nun dieser sein, über den ich solche Dinge höre?« So hegte er denn den Wunsch, Jesus persönlich zu sehen.
    10 Nach ihrer Rückkehr berichteten ihm die Apostel alles, was sie getan hatten. Da nahm er sie mit sich und zog sich in die Stille zurück in eine Ortschaft namens Bethsaida.
    11 Als aber die Volksmenge das in Erfahrung gebracht hatte, zogen sie ihm nach, und er ließ sie auch zu sich kommen, redete zu ihnen vom Reiche Gottes und machte die gesund, welche der Heilung bedurften.
    12 Als der Tag sich dann zu neigen begann, traten die Zwölf an ihn heran und sagten zu ihm: »Laß das Volk ziehen, damit sie in die umliegenden Ortschaften und Gehöfte gehen und dort Unterkunft und Verpflegung finden; denn hier sind wir in einer öden Gegend.«
    13 Doch er antwortete ihnen: »Gebt ihr ihnen doch zu essen!« Da erwiderten sie: »Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müßten sonst hingehen und Lebensmittel für dieses ganze Volk einkaufen« –
    14 es waren nämlich gegen fünftausend Männer. Er sagte aber zu seinen Jüngern: »Laßt sie sich in Gruppen von etwa je fünfzig Personen lagern.«
    15 Sie taten so und brachten alle dazu, sich zu lagern.
    16 Darauf nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis (Gottes), brach die Brote und gab sie immer wieder den Jüngern, damit diese sie dem Volk vorlegten.
    17 Und sie aßen und wurden alle satt; dann las man die Brocken auf, die sie übriggelassen hatten, zwölf Körbe voll.
    18 Es begab sich hierauf, als er für sich allein betete, daß nur die Jünger sich bei ihm befanden; da fragte er sie: »Für wen halten mich die Volksscharen?«
    19 Sie gaben ihm zur Antwort: »Für Johannes den Täufer, andere für Elia, noch andere meinen, einer von den alten Propheten sei auferstanden.«
    20 Darauf fragte er sie weiter: »Ihr aber – für wen haltet ihr mich?« Da antwortete Petrus: »Für Christus, den Gottgesalbten!«
    21 Da gab er ihnen die strenge Weisung und gebot ihnen, sie sollten das niemand sagen,
    22 und fügte noch hinzu: »Der Menschensohn muß vieles leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden und den Tod erleiden und am dritten Tage auferweckt werden.«

    23 Dann sagte er zu allen: »Will jemand mein Nachfolger sein, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz Tag für Tag auf sich und folge so mir nach! –
    24 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
    25 Denn was hülfe es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte? –
    26 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel kommt.
    27 Ich sage euch aber der Wahrheit gemäß: Einige unter denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Ich bin nicht mehr so ganz sicher, wo wir eigentlich waren. Obwohl ich das im Endeffekt schon 3x gelesen habe, verschwimmen die Mittelteile doch arg miteinander. In Lukas 9 geht es offenbar um die Aussendung der Apostel (V. 2).
      • In Markus 6 steht die Askese bei der Aussendung im Vordergrund: "und gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen [...]" (Markus 6, 8)
      • Bei Matthäus werden erstmal die Namen aufgelistet, dann steht der Israelbezug im Vordergrund: "geht vielmehr (nur) zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel" (Matthäus 10, 6) und das Heilsversprechen
      • Bei Lukas sind es die Verkündung des Reichs Gottes und das Heilen von Kranken (bei den anderen werden sie durch die übertragene Kraft dazu befähigt, es ist aber nicht der direkte Auftrag)

    • Dann gibt es, im Vergleich zu Matthäus, eine größere Abweichung. Wie bei Markus erfährt Herodes von Jesu Treiben und meint, den Johannes habe er enthaupten lassen (vgl. V. 9). Bei Matthäus lebt Johannes da noch und spricht durch die Jünger zu ihm: "Als aber Johannes im Gefängnis von dem Wirken Christi hörte, sandte er durch seine Jünger Botschaft an ihn" (Matthäus 11, 2)
    • Bei Markus folgt eine detaillierte Einordnung in das Verhältnis von Herodes zu Johannes. Bei Lukas kommt direkt die Speisung der 5000
    • In Vers 22 kündet Jesus nun auch bei Lukas von seinem Tod am dritten Tage.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  2. #5582
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
    Registriert seit
    24.11.06
    Ort
    Bei Nürnberg
    Beiträge
    33.484
    Ja, die ordnen ihr Material verschieden an.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  3. #5583
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Lukas 9 (Teil 2)
    Achtung Spoiler:
    28 Etwa acht Tage nach diesen Unterredungen nahm er Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten.
    29 Während er nun betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichts, und seine Kleidung wurde leuchtend weiß.
    30 Und siehe, zwei Männer besprachen sich mit ihm, das waren Mose und Elia;
    31 sie erschienen in (himmlischer) Herrlichkeit und redeten davon, wie sein Lebensausgang sich in Jerusalem vollziehen sollte.
    32 Petrus aber und seine Genossen waren von schwerer Schläfrigkeit befallen; weil sie sich aber mit Gewalt wach hielten, sahen sie seine Herrlichkeit und die beiden Männer, die bei ihm standen.
    33 Als diese von ihm scheiden wollten, sagte Petrus zu Jesus: »Meister, hier sind wir gut aufgehoben; wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia« – er wußte nämlich nicht, was er da sagte.
    34 Während er noch so redete, kam eine Wolke und überschattete sie; und sie gerieten in Furcht, als sie in die Wolke hineinkamen.
    35 Da erscholl eine Stimme aus der Wolke, die rief: »Dies ist mein auserwählter Sohn: höret auf ihn!«,
    36 und während die Stimme erscholl, fand es sich, daß Jesus allein da war. Und die Jünger blieben verschwiegen und teilten in jenen Tagen niemand etwas von dem mit, was sie gesehen hatten.
    37 Als sie aber am folgenden Tage von dem Berge wieder hinabgestiegen waren, kam ihm eine große Volksmenge entgegen.
    38 Da rief ein Mann aus der Volksmenge heraus: »Meister, ich bitte dich: nimm dich meines Sohnes an, er ist ja mein einziger!
    39 Siehe, ein Geist packt ihn, so daß er plötzlich aufschreit; und er zerrt ihn hin und her, so daß ihm Schaum vor den Mund tritt, und läßt nur schwer von ihm ab: er reibt seine Kräfte ganz auf!
    40 Ich habe deine Jünger gebeten, sie möchten ihn austreiben, doch sie haben es nicht gekonnt.«
    41 Da antwortete Jesus: »O ihr ungläubige und verkehrte Art von Menschen! Wie lange soll ich noch bei euch sein und es mit euch aushalten? Bringe deinen Sohn hierher!«
    42 Während nun der Knabe noch auf ihn zuging, riß der böse Geist ihn hin und her und zog ihn krampfhaft zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist, heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater (gesund) zurück.
    43 Da gerieten alle außer sich vor Staunen über die große Macht Gottes. Während nun alle voll Verwunderung über alle seine Taten waren, sagte er zu seinen Jüngern:
    44 »Laßt ihr die Worte, die ich euch jetzt sage, in eure Ohren dringen! Denn der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überantwortet werden.«
    45 Sie verstanden aber diesen Ausspruch nicht, sondern er blieb vor ihnen verhüllt, damit sie ihn nicht begriffen; doch scheuten sie sich, ihn wegen dieses Ausspruchs zu befragen.
    46 Es stieg aber (einmal) der Gedanke in ihnen auf, wer wohl der Größte unter ihnen wäre.
    47 Da Jesus nun den Gedanken kannte, der sie beschäftigte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich
    48 und sagte zu ihnen: »Wenn jemand dieses Kind auf meinen Namen hin aufnimmt, so nimmt er mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste unter euch allen ist, der ist groß.«
    49 Da nahm Johannes das Wort und sagte: »Meister, wir haben jemand gesehen, der mit deinem Namen böse Geister austrieb, und haben es ihm untersagt, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.«
    50 Jesus aber erwiderte ihm: »Untersagt es ihm nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.« 
    51 Als dann aber die Zeit seines Hingangs herankam, richtete er fest entschlossen sein Augenmerk darauf, nach Jerusalem zu ziehen,
    52 und er sandte Boten vor sich her. Diese machten sich auf den Weg und kamen in ein Dorf der Samariter, um dort ein Unterkommen für ihn zu besorgen;
    53 doch man nahm ihn nicht auf, weil er die Absicht hatte, nach Jerusalem zu ziehen.
    54 Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, fragten sie: »Herr, willst du, daß wir aussprechen, es solle Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren, wie auch Elia getan hat?«
    55 Er aber wandte sich um und verwies es ihnen mit den Worten: »Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschenleben zu vernichten, sondern um sie zu retten.«
    56 So begaben sie sich denn in ein anderes Dorf.
    57 Als sie dann des Weges weiterzogen, sagte einer zu ihm: »Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.«
    58 Jesus antwortete ihm: »Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wohin er sein Haupt legen kann.« –
    59 Zu einem anderen sagte er: »Folge mir nach!« Der entgegnete: »Erlaube mir, zunächst noch hinzugehen und meinen Vater zu begraben.«
    60 Da antwortete er ihm: »Laß die Toten ihre Toten begraben! Du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes!« –
    61 Noch ein anderer sagte: »Herr, ich will dir folgen; zunächst aber gestatte mir, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen!«
    62 Da sagte Jesus zu ihm: »Niemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und dann noch rückwärts blickt, ist für das Reich Gottes tauglich.«


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Jetzt kommt bei Lukas auch Jesu Verklärung und der Auftritt Mose und Elias. Chronologisch machen Markus und Matthäus hier größere Sprünge.
    • Spannend finde ich die Darstellung der drei Jünger. Bei Markus machen sie einen klaren Eindruck, da gibt Petrus aus Furcht das Versprechen, drei Kirchen zu bauen ("er wußte nämlich nicht, was er sagen sollte; in solche Furcht waren sie geraten.", Mk 9,6). Bei Lukas klingt es eher, als ob sie sich im Wachschlaf - von schwerer Schläfrigkeit befallen - befänden. Petrus weiß auch nicht, "was er da sagte", vielleicht wie jemand, der schlaftrunken ist?
    • Die Begegnung mit dem besessenen und leidenden Sohn ist nicht neu. Mir fällt hier auch kein wesentlicher Unterschied auf; Jesu Macht hat sich nach der Verklärung nochmal verstärkt.
    • Ein Unterschied ist, glaube ich, wie Jesus im Anschluss zu seinen Jüngern spricht. Bei Lukas bleibt er auch gegenüber den anderen Jüngern nun "verhüllt" - der Nimbus vom Berg umgibt ihn immer noch.
    • Der Vergleich mit dem Kind kommt bei den anderen auch vor, aber an anderer Stelle. Bin gerade zu faul, die rauszusuchen.
    • Bei Vers 49 wiederum bin ich mir nicht so sicher. Ich kann mich entsinnen, dass Jesus in den anderen Übersetzungen (und auch in dieser schon?) davor gewarnt hat, falschen Heilanden nicht zu folgen. Hier klingt es ein bisschen gegenteilig: Es mag einen falschen Heiland geben, aber wenn er das Richtige tut, ist er eigentlich nicht falsch.
    • Bei den letzten Versen bin ich mir fast sicher, dass das neuartig ist:
      • Die Samariter verwehren ihm Unterkunft, aber Jesus erlaubt seinen Jüngern nicht, dem "Feind" Böses zu wünschen. Er hält die andere Wange hin
      • Eine Reihe von Leuten schließt sich seinem Zug nach Jerusalem an. Wimre kam er da in den anderen Übersetzungen einfach irgendwann an. Jesus macht allerdings deutlich, dass man alles aufgeben muss - Heimat, Familie, Dorfgemeinschaft. Auch das ist ihm selbst so widerfahren, er hat seinem Dorf und seiner Familie den Rücken gekehrt und ist seither auf Wanderschaft.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  4. #5584
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
    Registriert seit
    29.12.11
    Beiträge
    8.981
    49 erinnert mich wenn, dann eher schlimmstenfalls an "Haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben?". Der Mann scheint ja nicht für sich zu beanspruchen, eine Jesus widersprechende Botschaft zu verbreiten (er selbst sei der Messias bzw. ein Prophet, oder so)
    Geändert von Mendelejev (28. Januar 2026 um 22:09 Uhr)

  5. #5585
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
    Registriert seit
    24.11.06
    Ort
    Bei Nürnberg
    Beiträge
    33.484
    Ein interessanter Vers, der oft überlesen wird, ist Vers 51

    Jesus fängt hier an, nach Jerusalem zu ziehen. Von hier bis zum Einzug in Jerusalem werden gefühlt einige Geschichten aneinandergereiht, die viel Inhalt umfassen. Man spricht vom "lukanischen Reisebericht", weil es alles sozusagen auf der Reise nach Jerusalem passiert. Dabei ist viel, was in Matthäus und Markus bisher keine Erwähnung fand. Wenn einer der drei synoptischen Evangelisten (matthäus, markus, Lukas) Dinge berichtet, die die anderen zwei nicht haben, spricht man vom "Sondergut". Lukas hat davon mehr als Matthäus und Markus. Sein Evangelium ist ja auch das umfangreichste.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  6. #5586
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Lukas 10
    Achtung Spoiler:
    1 Hierauf aber bestellte der Herr noch siebzig andere (Jünger) und sandte sie paarweise vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst zu gehen gedachte.
    2 Er sagte zu ihnen: »Die Ernte ist groß, aber klein die Zahl der Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf sein Erntefeld sende!
    3 Geht hin! Seht, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.
    4 Nehmt keinen Geldbeutel mit euch, auch keinen Ranzen und keine Schuhe, und laßt euch unterwegs mit niemand in lange Begrüßungen ein.
    5 Wo ihr in ein Haus eintretet, da sagt zuerst: ›Friede (sei) mit diesem Hause!‹
    6 Wenn dann dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm gewünscht habt, auf ihm ruhen; andernfalls wird euer Friedensgruß zu euch zurückkehren.
    7 In demselben Hause bleibt dann und eßt und trinkt, was man euch bietet; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Hause weg in ein anderes;
    8 und wo ihr in einer Stadt einkehrt und man euch aufnimmt, so eßt, was man euch vorsetzt,
    9 und heilt die Kranken daselbst und sagt zu den Stadtbewohnern: ›Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!‹
    10 Wo ihr aber in einer Stadt einkehrt und man euch nicht aufnimmt, so geht auf ihre Straßen hinaus und sagt:
    11 ›Sogar den Staub, der sich uns aus eurer Stadt an die Füße gehängt hat, wischen wir ab, damit er euch verbleibt, doch das sollt ihr wissen, daß das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist!‹
    12 Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tage erträglicher ergehen als der betreffenden Stadt!
    13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst, in Sack und Asche sitzend, Buße getan.
    14 Doch es wird Tyrus und Sidon beim Gericht erträglicher ergehen als euch.
    15 Und du, Kapernaum, wirst doch nicht etwa bis zum Himmel erhöht werden? Nein, bis zum Totenreich wirst du hinabgestoßen werden!
    16 Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.«
    17 Die Siebzig kehrten dann voller Freude zurück und sagten: »Herr, auch die bösen Geister sind uns kraft deines Namens gehorsam!«
    18 Da antwortete er ihnen: »Ich habe den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel herabgestürzt gesehen.
    19 Ihr wißt: ich habe euch die Macht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Macht über das ganze Heer des Widersachers, und keinen Schaden wird er euch irgendwie zufügen können.
    20 Doch nicht darüber freuet euch, daß die Geister euch gehorsam sind; freut euch vielmehr darüber, daß eure Namen im Himmel eingeschrieben stehen!«
    21 In eben dieser Stunde jubelte Jesus durch den heiligen Geist mit den Worten: »Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es Unmündigen geoffenbart hast; ja, Vater, denn so ist es dir wohlgefällig gewesen.
    22 Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.« –
    23 Dann wandte er sich zu den Jüngern besonders und sagte: »Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr seht!
    24 Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige haben gewünscht, das zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und das zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.«
    25 Da trat ein Gesetzeslehrer auf, um ihn zu versuchen, und fragte: »Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu ererben?«
    26 Jesus erwiderte ihm: »Was steht im Gesetz geschrieben? Wie lauten da die Worte?«
    27 Er gab zur Antwort: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken« und »deinen Nächsten wie dich selbst«.
    28 Jesus sagte zu ihm: »Du hast richtig geantwortet; tu das, so wirst du leben!«
    29 Jener wollte sich aber rechtfertigen und sagte zu Jesus: »Ja, wer ist denn mein Nächster?«
    30 Da erwiderte Jesus: »Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel Räubern in die Hände; die plünderten ihn aus, schlugen ihn blutig, ließen ihn halbtot liegen und gingen davon.
    31 Zufällig kam ein Priester jene Straße hinabgezogen und sah ihn liegen, ging aber vorüber.
    32 Ebenso kam auch ein Levit an die Stelle und sah ihn, ging aber vorüber.
    33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam in seine Nähe, und als er ihn sah, fühlte er Mitleid mit ihm;
    34 er trat an ihn heran und verband ihm die Wunden, wobei er Öl und Wein darauf goß; dann setzte er ihn auf sein Maultier, brachte ihn in eine Herberge und verpflegte ihn.
    35 Am folgenden Morgen holte er zwei Denare heraus (aus seinem Beutel), gab sie dem Wirt und sagte: ›Verpflege ihn, und was es dich etwa mehr kostet, will ich dir bei meiner Rückkehr ersetzen.‹
    36 Wer von diesen dreien hat sich nun nach deiner Ansicht dem unter die Räuber Gefallenen als Nächster erwiesen?«
    37 Jener antwortete: »Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat.« Da sagte Jesus zu ihm: »So gehe hin und handle du ebenso!«
    38 Als sie dann weiterwanderten, kam er in ein Dorf, und eine Frau namens Martha nahm ihn in ihr Haus auf.
    39 Diese hatte eine Schwester namens Maria, die sich zu den Füßen des Herrn niederließ und seinen Worten zuhörte;
    40 Martha dagegen ließ sich durch vielerlei Dienstleistungen für die Bewirtung in Anspruch nehmen. Nun trat sie zu ihm und sagte: »Herr, machst du dir nichts daraus, daß meine Schwester die Bedienung mir allein überlassen hat? Sage ihr doch, sie möge mir zur Hand gehen!«
    41 Aber der Herr gab ihr zur Antwort: »Martha, Martha! Du machst dir [Sorge und] Unruhe um vielerlei;
    42 aber nur eins ist nötig. Denn Maria hat das gute Teil erwählt: das soll ihr nicht genommen werden.«


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Die Aussendung klingt ähnlich zu der, die Jesus den "Hauptjüngern" schon mit auf den Weg gegeben hat. Nur, dass es sich jetzt an 70 statt an 12 richtet.
    • Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verse 3ff heute noch unter Predigern oder Mönchen oder sonstigen Anhängern einer christlichen Glaubensgemeinschaft als Anleitung dienen. Die Zeugen Jehovas sieht man hin und wieder so zurückhaltend-höflich und asketisch rumstehen.
    • Ich mag die Vorstellung, dass gewünschter Friede nicht kaputtgehen kann (vgl. V. 6). Man kann ihn weitergeben, aber nicht verlieren. Anders als alle materiellen Dinge. Nur mit diesem ganzen Bezug zum Reich Gottes (V. 9, 11), da verliert es mich dann wieder.
    • "Sogar den Staub, der sich uns aus eurer Stadt an die Füße gehängt hat, wischen wir ab, damit er euch verbleibt"
    • Verwerfen ist transitiv (V. 16) - vom Jünger über Jesus zu Gott. Das erscheint mir argumentativ klug, weil man so die Leute, die an Gott glauben, aber (noch?) nicht an Jesus einsammeln kann.
    • Das "Hören" beschreibt Jesus wiederum nicht als transitiv. Auch das erscheint mir nicht unsinnig: Er ist der Mund Saur... Gottes, seine Botschaft soll vernommen werden. Er verknüpft sich im "Negativen" (Verwerfen) mit Gott und übernimmt dadurch dessen ehrfurchteinflößenden Eigenschaften, im "Positiven" (Hören, aktiv) tut er das aber nicht und setzt eigene Akzente. Nicht zu viel Neues, aber auch nicht zu wenig. Dem kann man sicherlich einfacher folgen.
    • Die 70 tun das auch, mit Erfolg.
    • Steckt in Vers 18 erstmalig das Motiv des gefallenen Engels?
    • Die Dreieinigkeit wird in Vers 21 deutlich: Jesus ... heiligen Geist ... Vater, Herr des Himmels. An solchen Stellen versuche ich ja, zu verstehen, was genau dieser heilige Geist eigentlich ist. Hier sehe ich folgende Indizien:
      • In Vers 20 werden gehorsame (böse) Geister erwähnt. Der Heilige Geist könnte deren Gegenstück sein.
      • Er steht sprachlich zwischen Jesus und seinen Worten (die man ja hören solle). Seine Worte sind eine Lobpreisung Gottes und vor allem die Identifikation mit ihm als Sohn. Diese Verbindung entsteht "durch den Heiligen Geist mit den Worten", der Heilige Geist könnte sowas wie eine Verknüpfung zwischen den himmlischen und irdischen Aspekten von Göttlichkeit sein (Jesus ist ja aus Fleisch und Blut, zumindest im Text; Gott wird im Himmel verortet). Jesus ist sozusagen die Antenne, Gott ist der Satellit und der Heilige Geist sind die Funkwellen. Oder Jesus ist das Auge, Gott die Sonne und der Heilige Geist das Licht. Wobei ja Jesus schon als Licht bezeichnet wurde Emoticon: kratz
      • Übertragen auf die Beziehung zwischen Jesus und Gott als Vater und Sohn könnte der Heilige Geist sowas wie die Eizelle sein, aus der Jesus geschlüpft ist. Übertragen auf die Beziehung zwischen Jesus und Jüngern als Sprecher und Hörende ist der Heilige Geist vielleicht das, was den Worten Sinn verleiht und sie nicht einfach zu artikulierten Geräuschen macht Emoticon: kratz
      • Interessant ist auch, dass Jesus jubelt. Er ist mitten unter den Jüngern (auch wenn mehr als zwei oder drei versammelt sind). In dieser Gemengelage tritt der Heilige Geist auf. Er entsteht vielleicht aus diesen Zutaten: Freude und Gemeinschaft. Dann wäre er sozusagen das, was aus dem rein physischen Zusammentreffen von Personen eine Begegnung macht.

    • Vers 23 schließt die oft geöffnete Klammer des "Wer Augen hat, der sehe"
    • Der Typ, der Jesus versuchen will, ist glaub auch in den anderen Übersetzungen vorhanden. Aber er ist bei Lukas ganz anders eingebettet, und zwar zwischen Jesu Selbstidentifikation mit Gott und der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Die kam bisher noch nicht vor.
    • Über ihre Deutung ist aber auch nicht sonderlich viel zu sagen. Der vermeintlich schlechte Samariter (weil der aus Samaria war und das der Gegenentwurf zu Israel/ Jerusalem ist...?) entpuppt sich als der in Wahrheit Gute. Ein Bruch mit Stereotypen; das ist im Vergleich zum AT vielleicht neuartig, aus heutiger Sicht fast schon wieder ein Meta-Stereotyp.
    • "Martha, Martha! Du machst dir [Sorge und] Unruhe um vielerlei" in V. 41 klingt wie ne Zeile aus nem Schlagerlied aus den 80ern
    • "Denn Maria hat das gute Teil erwählt: das soll ihr nicht genommen werden" klingt irgendwie schlüpfrig Emoticon: snickerEmoticon: chris
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  7. #5587
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Schade, dass Jesus Martha nicht rät, sie solle sich nicht den Kopf zermarthan Emoticon: badumtss
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  8. #5588
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Lukas 11 (Teil 1)
    Achtung Spoiler:
    1 Jesus betete (einst unterwegs) an einem Orte, und als er damit zu Ende war, sagte einer seiner Jünger zu ihm: »Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger (Gebete) gelehrt hat!«
    2 Da sagte er zu ihnen: »Wenn ihr beten wollt, so sprecht: ›Vater, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme!
    3 Unser auskömmliches Brot gib uns Tag für Tag!
    4 Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der sich an uns verschuldet! Und führe uns nicht in Versuchung!‹«
    5 Dann fuhr er fort: »Wer unter euch hätte wohl einen Freund und ginge (nicht) mitten in der Nacht zu ihm und sagte zu ihm: ›Freund, hilf mir mit drei Broten aus!
    6 Denn ein Freund von mir ist auf der Reise zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts vorzusetzen‹;
    7 und jener würde von drinnen antworten: ›Belästige mich nicht! Die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder liegen schon bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und es dir geben!‹
    8 Ich sage euch: Wenn er auch nicht deshalb aufstehen und ihm das Gewünschte geben mag, weil jener sein Freund ist, so wird er doch wegen dessen Hartnäckigkeit aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.
    9 So sage denn auch ich euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird man euch auftun!
    10 Denn wer da bittet, empfängt, und wer da sucht, findet, und wer anklopft, dem wird man auftun.
    11 Wo wäre aber unter euch ein Vater, der seinem Sohne, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein reichte? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, wird er ihm statt dessen wohl eine Schlange reichen?
    12 Oder auch einen Skorpion statt eines Eies?
    13 Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht: wieviel mehr wird der Vater vom Himmel her Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten!«
    14 Er trieb dann einen bösen Geist aus, der stumm war; und als der böse Geist ausgefahren war, konnte der Stumme reden. Da geriet die Volksmenge in Erstaunen.
    15 Einige von ihnen aber sagten: »Im Bunde mit Beelzebul, dem Obersten der bösen Geister, treibt er die bösen Geister aus.«
    16 Andere wieder stellten ihn auf die Probe, indem sie von ihm ein Wunderzeichen vom Himmel her verlangten.
    17 Weil er jedoch ihre Gedanken kannte, sagte er zu ihnen: »Jedes Reich, das gegen sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und ein Haus stürzt auf das andere.
    18 Wenn nun auch der Satan gegen sich selbst in Zwiespalt geraten ist, wie wird dann seine Herrschaft Bestand haben können? Ihr behauptet ja, daß ich die bösen Geister im Bunde mit Beelzebul austreibe!
    19 Wenn ich aber die Geister im Bunde mit Beelzebul austreibe, mit wessen Hilfe treiben eure Söhne sie aus? Darum werden diese eure Richter sein.
    20 Wenn ich aber die bösen Geister durch Gottes Finger austreibe, dann ist ja das Reich Gottes (schon) zu euch gekommen. –
    21 Solange der Starke in voller Waffenrüstung sein Schloß bewacht, ist sein Besitztum in Sicherheit;
    22 wenn aber ein Stärkerer ihn überfällt und besiegt, so nimmt er ihm seine Waffenrüstung, auf die er sich verlassen hatte, und teilt die ihm abgenommene Beute aus. –
    23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
    24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, durchwandert er wüste Gegenden und sucht eine Ruhestätte; und wenn er keine findet, so sagt er: ›Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.‹
    25 Wenn er dann hinkommt, findet er es sauber gefegt und schön aufgeräumt.
    26 Hierauf geht er hin und nimmt noch sieben andere Geister, die bösartiger sind als er selbst; und sie ziehen ein und nehmen dort Wohnung; und das Ende wird bei einem solchen Menschen schlimmer als der Anfang war.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Das Vaterunser kam auch bei Matthäus (Mt 6,9ff) vor. Damals war mir schon aufgefallen, dass der Schlusssatz ("Denn dein ist das Reich...") bei Matthäus nicht vorhanden war. Die Fassung bei Lukas ist noch knapper:
      • "Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden" fehlt. Nach der Reichsankündigung kommt gleich das Brot.
      • Die Erlösung vom Bösen (der Schlusssatz bei Matthäus) fehlt.

    • Mir gefiel die matthäische Fassung schon besser als unsere "zeitgenössische (der Schlusssatz klingt so artifiziell), Markus ist mir fast schon zu knapp. Dass die Reichsankündigung fehlt, stört mich weniger; der Schluss irritiert mich etwas. Ich kann ab der Vorstellung etwas abgewinnen, dass nicht Gott allein vom Bösen erlösen kann.
    • Die folgende Belehrung ist auch neu. Auch sie geht viel stärker darauf ein, wie sich Jünger in der Welt verhalten sollen (vgl. Aussendung der 70): Wer bittet, empfängt, wer suchet, der findet und wer anklopft, dem wird man auftun. Der Optimismus, der darin steckt, gefällt mir
    • In gewisser Weise taucht die Erlösung vom Bösen im Vaterunser so doch noch bei Lukas auf, nur nicht in einem Satz zusammengefasst, sondern durch eine Erklärung und (V. 13) eine Demonstration (V. 14):
      • Vom Bösen erlöst wird, wer Gutes auf Erden bewirkt
      • Jesus zeigt das anhand des Stummen, der wieder reden kann.
      • Das erklärt (mir zumindest) nachträglich, warum der Satz im Vaterunser nicht stehen bleiben darf: Nicht Gott erlöst vom Bösen. Man muss das selbst tun, in dem man aktiv wird und Gutes tut. Dadurch gefällt mir das Vaterunser hier gleich viel besser

    • Der Kritik, er treibe den Teufel mit dem Belzebub aus (nichts anderes ist in Vers 15f beschrieben), begegnet Jesus auch bei Lukas. Er entkräftet sie hier aber mit zwei klugen Argumenten:
      • Er lenkt von sich ab und weist einen Widerspruch hin: "mit wessen Hilfe treiben eure Söhne sie aus?" (V. 19). Indem Jesus seine Macht teilt, teilt er auch die Kritik an die Machtempfänger auf.
      • Er weist auf seine Sonderrolle als Gott auf Erden hin ("Wenn ich aber die bösen Geister durch Gottes Finger austreibe, dann ist ja das Reich Gottes (schon) zu euch gekommen. Wenn ich aber die bösen Geister durch Gottes Finger austreibe, dann ist ja das Reich Gottes (schon) zu euch gekommen"). Das erzeugt auch einen Widerspruch, ich finde das erste Argument aber fassbarer (oder kann der oberste Diener Satans nicht einfach behaupten, er sei Gott auf Erden?)

    • Vers 23 erinnert mich an den HSV an die Stelle bei Markus, wo Jesus sinngemäß gesagt hat "Ich bin gekommen, um das Schwert zu bringen". Mit dem Unterschied, dass Jesus bei Lukas friedliche Absichten hat ("wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut"). Ein weiterer Beleg dafür, dass Lukas viel Wert darauf legt, die christliche Gemeinschaft im Namen Jesu zu betonen.
    • Ich mag, dass wir in diesem (und dem letzten) Kapitel von Lukas was über die Lore der bösen Geister erfahren Vers 26 gibt mir aber ein Rätsel auf: Wenn ein ausgetriebener Geist schlimmer zurückkommt, als er vertrieben wurde (mit "sieben andere[n] Geister[n]" nämlich) - welchen Sinn hat es dann, die Geister auszutreiben? Also das, was Jesus ständig macht?
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  9. #5589
    Administrator
    Registriert seit
    20.08.04
    Beiträge
    8.787
    Man muss halt zusehen, dass die bösen Geister in wüsten Gegenden Ruhestätten finden.
    Verstand op nul, frituur op 180.

  10. #5590
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
    Registriert seit
    24.11.06
    Ort
    Bei Nürnberg
    Beiträge
    33.484
    Über Lukas 11,14-26 habe ich heute eben grade gepredigt.

    Der Geist kommt nur zurück, wenn ihm "das Haus sauber gefegt und schön aufgeräumt" wird. Eine Anwendung wäre, dass man dafür sorgt, dass das Haus nicht wieder für den Bösen Geist zubereiet wird. Man sollte dafür sorgen, dass ein guter Geist im Haus wohnt - nämlich der Heilige Geist. Dann haut jeder Böser Geist wieder ab, das Haus wird ja schon bewohnt.

    Eine Veranschaulichung könnte ein Alkoholiker sein. Er kommt ins Krankenhaus und macht dort einen klinischen Entzug. Sein Körper hat den Entzug hinter sich und ist eigentlich befreit. Aber sein Haus ist für den Alkohol immer noch schön aufgeräumt und sobald er aus der Klink kommt, geht das Trinken wieder los. Der braucht noch etwas mehr als den klinischen Entzug, nämlich Therapie und Hilfe und er muss ein Leben mit guten Dingen anfüllen, damit die Schlechten nicht wieder die Oberhand gewinnen. So ähnlich stell ich mir das auch vor, was Jesus hier über die Bösen Geister sagt.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  11. #5591
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Das leuchtet ein

  12. #5592
    Administrator
    Registriert seit
    20.08.04
    Beiträge
    8.787
    Aber das steht da ja nicht.

    Der Geist sucht eine Ruhestätte in wüsten Gegenden.
    Wenn er keine findet, will er zurück in sein altes Haus.
    Wenn er dann hinkommt, findet er es sauber gefegt und schön aufgeräumt.

    =>Sobald der Geist den Entschluss fasst, zurück zu kehren, habe ich keinen Einfluss. In seiner Wahrnehmung ist das Haus immer sauber und aufgeräumt. Man muss den Geist in der Wüste binden.
    Geändert von Shakka (01. Februar 2026 um 13:29 Uhr)
    Verstand op nul, frituur op 180.

  13. #5593
    Reht bitharf Andlūkan. Avatar von Mendelejev
    Registriert seit
    29.12.11
    Beiträge
    8.981
    Zu Lk 10:1 hatte ich irgendwie in Erinnerung, dass es 72 gewesen seien, vielleicht weil die immer wieder signifikante Zahl 12 drin vorkommt. Stimmt aber nicht, und ist meinem Durchblättern der Evangelien zufolge auch lukas'sches Sondergut.

    Die bösen Geister werden glaube ich entweder als dem Teufel unterstehende gefallene Engel oder mit dem recht mysteriösen Genesis 6:2-4 in Verbindung stehend gesehen.

  14. #5594
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
    Registriert seit
    24.11.06
    Ort
    Bei Nürnberg
    Beiträge
    33.484
    Zitat Zitat von Shakka Beitrag anzeigen
    Aber das steht da ja nicht.

    Der Geist sucht eine Ruhestätte in wüsten Gegenden.
    Wenn er keine findet, will er zurück in sein altes Haus.
    Wenn er dann hinkommt, findet er es sauber gefegt und schön aufgeräumt.

    =>Sobald der Geist den Entschluss fasst, zurück zu kehren, habe ich keinen Einfluss. In seiner Wahrnehmung ist das Haus immer sauber und aufgeräumt. Man muss den Geist in der Wüste binden.
    Das wäre eine sehr merkwürdige Auslegung. Zumindest was die christliche Praxis und das dogmatische Verständnis betrifft. Denn es würde ja bedeuten, was Mongke angesprochen hat: Es macht gar keinen Unterschied, dass Jesus böse Geister austreibt, sie kommen eh zurück. Das beißt sich aber mit den Dingen, die wir sonst über ihn in der Bibel lesen. Und man denkt: Eigentlich kann das nicht damit gemeint sein.

    Es kommt beim Lesen von biblischen Texten öfter mal zu solchen Irritationen. Wenn das der Fall ist greift der Ausspruch: "Die heilige Schrift legt sich selbst aus" von Martin Luther. Man schaut also die Bibel durch, was sie sonst so zu der Thematik sagt. Und dann finden wir im Neuen Testament Erwähnungen, wie man dem Bösen widersteht - und dass das funktioniert.

    Beispiel: 1 Kor 6,9-11 wo Paulus einen Sündenkatalog aufzählt und dann sagt: Das sind einige von euch gewesen, jetzt aber seid ihr rein gewaschen.
    oder: Jak 4,7 "Unterwerft euch nun Gott! Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen." - Das ist grade der Vorgang, wie man das verhindert, was Jesus hier anspricht.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  15. #5595
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
    Registriert seit
    25.06.11
    Ort
    KA
    Beiträge
    20.365
    Man könnte es verhindern, indem man wüste Gegenden als Ruhestätten ausweist.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

Seite 373 von 376 ErsteErste ... 273323363369370371372373374375376 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •