Die jüngsten Ereignisse im Norden wie auch die Vorgänge in Burgund haben eine Lage entstehen lassen, die keiner der beteiligten Mächte angestrebt hat und die dennoch rasch nach Ordnung verlangt. Ich wende mich daher in offener und vertrauensvoller Weise an Euch, um Missverständnissen zuvorzukommen und Wege der Beruhigung auszuloten. Frankreich hat in den vergangenen Jahren wiederholt Verantwortung übernommen, um Stabilität in Burgund und darüber hinaus zu sichern. Diese Rolle wird im Reich gesehen und gewürdigt. Gerade deshalb sollten wir frühzeitig miteinander zu sprechen, bevor Entwicklungen eintreten, die den Handlungsspielraum aller Seiten unnötig einengen.
Die Situation in Burgund hat sich faktisch verändert. Die neue Regentschaft steht vor der Aufgabe, das Land zu befrieden und die Spannungen unter Adel und Ständen zu dämpfen. Dabei ist deutlich geworden, dass die fortgesetzte Bindung an Dänemark von vielen burgundischen Großen als Belastung empfunden wird, begründet in der Sorge, in einen Konflikt hineingezogen zu bleiben, der zunehmend fremden Interessen dient und kaum noch politisch einhegend wirkt. Auch aus reichsweiter Perspektive zeigt sich, dass König Radbod gegenwärtig wenig Bereitschaft erkennen lässt, auf Vermittlung oder Ausgleich einzugehen. Seine jüngsten Äußerungen lassen Zweifel daran, ob vertragliche Lösungen von seiner Seite überhaupt getragen würden. Dies erschwert es allen Partnern, ihre Verpflichtungen mit Maß und Berechenbarkeit zu erfüllen.
Mir liegt daran zu betonen, dass das Reich kein Interesse an einer Ausweitung des Konflikts hat und ebenso wenig daran, Frankreich in eine Lage zu bringen, die seinem Ansehen oder seinen weitergehenden Interessen schadet. Im Gegenteil: Ein geordneter Rückzug Burgunds aus der dänischen Verwicklung würde die Möglichkeit eröffnen, den nordischen Konflikt einzuhegen, ohne neue Fronten entstehen zu lassen, und zugleich Burgund wie Frankreich politisch zu entlasten. Ich halte es daher für sinnvoll, dass Frankreich diesen Prozess nicht als Verlust, sondern als Beitrag zur Stabilisierung versteht – als bewusste Entscheidung, einen unberechenbaren Konflikt nicht weiter mitzutragen. Das Reich ist bereit, diesen Weg transparent und im Einvernehmen mit allen beteiligten Mächten zu gestalten.
Ich bin überzeugt, dass ein offener Austausch zwischen Paris und dem Kaiserhof dazu beitragen kann, Missdeutungen zu vermeiden und die Grundlagen für eine ruhige Neuordnung zu legen.