Ich beginne inzwischen mir Gedanken um Religion zu machen. Ich habe ein paar Ansätze, weiß aber noch nicht recht in welche Richtung ich will und hätte gerne Hilfe dabei zu verstehen welche Möglichkeiten es gibt.
Mein Interesse an Religion:
Eigentlich gar keins, aus meiner Sicht soll jeder glauben was er will, aber damit seine Mitmenschen in Ruhe lassen und weltliche Gesetze sollten religiösen Erwägungen oder "Gesetzen" vorgehen.
Andererseits Religion war immer auch ein Machtinstrument, wenn ich mir das zu Nutze machen kann, bin ich nicht völlig abgeneigt meine Skepsis zu dem Thema beiseite zu legen.
Was mir nicht gefällt:
Ich möchte nicht, dass mir eine/die Kirche versucht in die Politik hineinzuregieren, um so mehr, wenn es dabei nicht um ungarische Geistliche geht, die sich um ihre Schäfchen sorgen, sondern um ausländische Organisationen wie den Papst, die Oberhäupter anderer Religionen oder ausländische Orden.
Auch wären Abgaben wie der Peterspfennig aus meiner Sicht sinnvoller in die Sorge für die arme ungarische Bevölkerung als in prunkvollen Gebäuden in Rom oder anderen Orten (außerhalb Ungarns) angelegt.
Mögliche Ziele:
Hier wirds kompliziert, denn das ist eher ein Sammelsurium, dass sich z.T. gegenseitig widerspricht.
- Minimierung ausländischer Einflussmöglichkeiten durch Religion
- Einfluss des Klerus weiter gering halten, evtl. auch weiter reduzieren, oder alternativ dafür sorgen, dass der ungarische Klerus besonders loyal zum Khan steht (ihn evtl. auch als religiöses Oberhaupt ansieht), dann könnte man ihren Einfluss evtl. auch erhöhen.
- Vorrang des weltlichen vor dem kirchlichen Recht
- Religiöse Abgaben reduzieren/aufheben oder dafür sorgen, dass diese nach Ungarn statt ins Ausland fließen, im Idealfall sogar im Namen des Khans als Wohltäter
- Verhinderung der Einnistung fremder Orden ohne ausdrückliche Genehmigung durch den Khan (oder falls das zu anspruchsvoll ist durch den Kuriltai)
- Evtl. Neugründung oder Weiterentwicklung der ungarischen Kirche, hier sehe ich 2 mögliche Pfade:
A.) Analyse der wichtigsten Grundsätze der verschiedenen in Ungarn existierenden Religionen, dabei könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass diese sinngemäß eh weitgehend gleich sind. Dann könnte man diese Gemeinsamkeiten ins weltliche Recht übernehmen, so dass die Kirchen sich innerhalb dieses Spektrums relativ frei nebeneinander betätigen dürfen.
Da dann aber jeder Dorfpfarrer relativ frei wäre, gäbe es auch keine starken nationalen kirchlichen Autoritäten, sprich kaum Einfluss auf alles was über die Seelsorge der jeweiligen Gemeinde hinaus geht.
B.) Rückbesinnung auf die ungarische Historie als apostolisches Königreich. Diesen Titel hatte Ungarn ja schon vor der Eroberung durch die Mongolen, müsste es also auch hier im Spiel gehabt haben.
Dabei könnte man das Christentum (wieder?) zur Staatsreligion machen, sich dabei aber nicht auf die katholische Konfession festlegen. Dann könnte der König seine apostolischen Rechte ausüben und selber kirchliche Positionen wie Bischöfe besetzen und kirchliches Recht festsetzen (wie in der angelikanischen Kirche). Spielt der Papst mit kann man ihn weiter als eine respektable theologische Führungspersönlichkeit ansehen, die aber in Ungarn nicht zuständig ist und daher auch keine Abgaben fordern kann.
Macht der Papst Probleme --> Neugründung einer eigenen Konfession und komplette Abnabelung vom Papst.
Fragen die sich bisher für mich stellen:
1.) Hat Ungarn aktuell eine Staatsreligion?
2.) Kann man zumindest grob abschätzen, wie stark die jeweiligen Religionen in Ungarn vertreten sind?
3.) Kann Ungarn sich auf das apostolische Königreich rückbesinnen und den Titel bei einer Umformung vom Khanat zum Königreich wieder annehmen, oder bräuchte man da erneut die Anerkennung durch den Papst?
4.) Keine direkte Frage, aber ich wäre auch über weitere Einschätzungen zu den von mir skizierten Gedanken dankbar.