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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #511
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    8.-30. April 1707: Die westfälische Armee unternimmt einen entschiedenen Angriff auf die Bauern bei Hannover, nachdem die in Krakau angeworbenen SR-Söldner eingetroffen sind. Das flache Gelände kommt den Angreifern sehr entgegen, so dass man bis Anfang Mai die meisten Bauernhaufen besiegt oder zerstreut hat. Wie in Ungarn überschreiten diese zum Teil auch die Grenzen, so dass die Unruhe in Hessen und Brandenburg ebenfalls wächst, zugleich aber auch neue Landarbeiter für die Aussaat verfügbar werden. Hannover selbst gibt sich hingegen noch nicht geschlagen, so dass man die Stadt Anfang Mai zu belagern beginnt. Da Westfalen seine Belagerungsgeschütze aufgelöst hat, könnte sich dies einige Monate oder sogar länger hinziehen, wie man fürchtet.


    9. April 1707: Ein erstes Getreideschiff der NHG legt in Kopenhagen an, wo die Preise bereits über das gewöhnliche Maß hinaus gestiegen sind, seit die Kalmarer Flotte Seeland von allen Handelsrouten abgeschnitten hat und nur noch Schmuggel und Geschäfte der NHG möglich sind. Die Gewinne der Gesellschaft könnten daher trotz der Umstellung der Geschäfte nach Osten und den damit verbundenen Schwierigkeiten recht ansehnlich ausfallen.


    9. April 1707: Die burgundischen Streitkräfte vor Brügge und Gent führen kleinere Angriffe auf die Bauernhaufen durch, um sie von eigenen Operationen abzuhalten. Dabei zeigt sich, dass deren Kraft offenbar noch nicht nennenswert abgenommen hat. Da die französischen Söldner und die kaiserliche Armee herannahen, wäre aber Ende April oder Anfang Mai sicherlich eine Großoffensive möglich.

  2. #512
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    11. April 1707: Die französische Armee tut es der burgundischen gleich und greift die Bauern bei Paris in kleinen, lokalen Operationen an, um sie zunächst zurückzudrängen und dann einen größeren Vorstoß wagen zu können. Die Aufständischen ziehen sich aber immer wieder geschickt zurück und scheinen das Terrain gut für sich zu nutzen.


    14. April 1707: In Frauenchiemsee treten die Äbtissinnen aller bairischen Benediktinerklöster zur Neuwahl der Generaloberin zusammen. Dabei werden mehreren Kandidatinnen recht gute Chancen auf das Amt eingeräumt.


    14. April 1707: Der Aufmarsch beider Heeresgruppen des Kalifats ist mittlerweile vollständig abgeschlossen, nachdem die Söldner aus Konstantinopel eingetroffen sind. Kalif Yaqub I. gibt nochmals das Versprechen ab, eine koordinierte Abschaffung der Leibeigenschaft über einen längeren Zeitraum hinweg anzustreben und einzelne Verbesserungen schon jetzt zu planen. Die Bauern bei Sevilla scheinen aber weiterhin nicht gewillt, sich wieder zu zerstreuen, so dass die Armeeführung nun mit einer Offensive plant.

  3. #513
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    15. April 1707: Die bairische „Klosterbothin“ bringt neben mehreren Berichten zum Ableben der langjährigen Generaloberin auch einen großen Artikel zum Tode Putraqs VI. und seiner Regierungszeit. Dabei wird er recht nüchtern dargestellt, für seine Frömmigkeit und seine Bereitschaft, die Herrscherpflichten trotz vieler gesundheitlicher Probleme zu bewältigen, aber durchaus angemessen gewürdigt.


    16.-22. April 1707: In Las Palmas de Gran Canaria findet der kanarische Frühjahrsmaskenball statt, was die Unruhe weiter dämpft und die restlichen Rebellen auf Teneriffa ebenfalls zum Einlenken bewegen könnte. Es wird kolportiert, dass diese ohnehin nur noch formell auf ihre Kontrolle der Inselfestung bestehen, um die Verhandlungen auf La Palma aus einer Position der Stärke heraus führen zu können.


    17. April 1707: Pfalzgraf Balduin I. beginnt mit einer Rundreise durch die ländlichen Gebiete seines kleinen Reiches, um die Situation vor Ort besser einschätzen zu können. Dabei will er ausdrücklich nicht nur mit den adligen Grundherren, sondern auch mit den Leibeigenen und den freien Bauern und Dorfhandwerkern in Kontakt treten.

  4. #514
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    18. April 1707: Aus Oulu wird der Tod von Großfürst Kalevi I. gemeldet, der im Land überall große Betroffenheit auslöst. Im ganzen Ostseeraum drücken mongolische, schwedische und hanseatische Kaufleute ihre Trauer aus, und auch die Bischöfe ordnen Requien an, da der 82jährige angeblich getauft war, auch wenn er über seine religiöse Einstellung öffentlich nicht zu sprechen pflegte. Mitte Juni wird dann auch die Eduskunta in Rovaniemi zusammentreten, um einen Nachfolger zu bestimmen.


    19. April 1707: Die Verhandlungen zwischen den italienischen Bauern und Handwerkern und dem jungen Khan Urus I. in der Nähe von Genua werden fortgeführt. Der Monarch gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass er mit der Föderalisierung Italiens eine bessere Vertretung aller Schichten in den künftigen Ständevertretungen anstrebt, spricht aber (vielleicht auch wegen der bedeutenden Erfolge des Adels in Westfrankreich) die Leibeigenschaft nicht mehr direkt an. Gemeinsam mit den genuesischen Gilden wurde zudem eine recht großzügige Regelung für den städtischen Rat erarbeitet, der besonders den Handwerkerzünften entgegenkommt.


    20. April 1707: Kalif Yaqub I., der offenbar bereits von besonderen Taktiken gehört hat, die in Ungarn gegen revoltierende Bauern eingesetzt wurden, fordert seine Armeeführung auf, ähnliche Methoden anzuwenden. Da man aber nicht genau weiß, was die dortigen Reiter konkret gemacht haben, erweist sich dies als schwierig. Dennoch bekräftigt der Monarch dadurch noch einmal, dass im Kampf schonend mit den Bauern umgegangen werden soll, um deren Arbeitskraft zu erhalten.

  5. #515
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    21. April 1707: Das schottische Parlament tritt in Edinburgh zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Bauernfrage zu beraten. Da die Abschaffung der Leibeigenschaft bereits fest versprochen worden ist, kommt es darüber nicht mehr zu Diskussionen. Stattdessen richtet sich das Interesse des Adels nun auf den Erhalt des Landbesitzes und der Allmenden, die er offenbar dem Eigentum des jeweiligen Grundherrn zurechnet. Auch bäuerliche Weide- und Waldrechte seien an die Frondienste gebunden gewesen und müssten aufgehoben werden. Da bislang noch keine Bauern im Parlament vertreten sind, übernehmen mehrere Kleriker deren Interessenvertretung und verlangen eine gerechtere Aufteilung des bewirtschafteten Landes. Dies sei sowohl ein Gebot echter Gottesfurcht als auch der Notwendigkeit im Sinne des ganzen Königreichs. Der Monarch selbst schlägt vor, den Unterhalt der Grenzfestungen und der damit verbundenen Söldner von den Schultern des Adels zu nehmen, um zusätzlich Spielraum für Kompromisse zu gewinnen.


    22. April 1707: Die Satrapien Konstantinopel und West-Taman beginnen mit der Einberufung eigener Truppen, nachdem die Unruhe in den beiden mongolischen Regionen sehr deutlich zugenommen hat. Besonders die von Szeged aus nach Süden ausgewichenen Bauernhaufen scheinen noch einen gewissen inneren Zusammenhalt bewahrt zu haben und können daher vom lokalen Adel nicht wirksam bekämpft werden. Außerdem schließen sich offenbar auch unzufriedene Leibeigene aus dem Inland häufig den Banditen (oder Rebellen) an.


    22.-30. April 1707: In der Region Paris und in der Nähe von Gent halten die Kämpfe zwischen den Armeen des Königs und des Herzogs und den rebellierenden Bauern und Handwerkern an. Die Offiziere der SR*-Söldner bitten darum, bald eine etwas härtere Gangart in Aussicht nehmen zu dürfen, da man bislang zwar im Feld klar überlegen ist, aber durch die besondere Art der Kriegsführung und die hohe Ortskenntnis der Verteidiger auch erhebliche Verluste erleidet. Bei Gent kommen die burgundischen Streitkräfte etwas besser voran, was vielleicht damit zusammenhängt, dass sie die Bauern etwas weniger schonend behandelt werden, da die Streitkräfte stärker vom Adel geprägt sind. Anfang Mai steht man direkt am Stadtrand der Handelsmetropole und Hauptstadt und könnte mit einer Belagerung beginnen.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:14 Uhr)

  6. #516
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    23. April 1707: Die bairische Klosterbothin druckt eine Sonderausgabe zur Wahl der neuen Generaloberin aller benediktinischen Konvente im Land. Als besonders aussichtsreich gelten im Augenblick die Augsburger Priorin Agnes sowie die Äbtissinnen Kreszenz von Mallersdorf, Hildegard von Oberaltaich, Margaretha von Waldsassen, Veronika von Ettal und Theodelinda von Bendediktbeuren. Schwester Agnes wird als mystisch begabt beschrieben und soll sogar Geld für die Armen unterschlagen haben, was manche Mitschwestern angeblich an Elisabeth von Thüringen gemahnt. Andere werfen ihr vor, ihre Frömmigkeit und Nächstenliebe etwas zu sehr öffentlich zu präsentieren. Schwester Kreszenz hat sich lange mit der Mallersdorfer Druckerei und Buchkunst beschäftigt und trat bei verschiedenen Gelegenheiten für größere Frauenrechte und eine bessere Bildung im Land ein. Ihre Wahl könnte als richtungsweisend gelten und eine Modernisierung des Landes einleiten. Schwester Hildegards Fähigkeiten sind vor allem im organisatorischen Bereich zu suchen. Sie hält zäh an der Leibeigenschaft fest, so dass auch ihre Wahl wohl als Richtungsentscheidung gelten würde. Den Gegenpol zu ihr soll Schwester Margareta bilden, die eindeutig der Aufhebung aller Fronpflichten das Wort redet und eine umfassende Umstellung der gesamten Landwirtschaft vorschlägt. Für konservative Mitschwestern und auch den bairischen Adel ist sie daher auch eine Reizfigur, hat aber gute Verbindungen zu zahlreichen Reformern im Heiligen Römischen Reich, besonders in Böhmen und Schwaben. Die gegenwärtigen Spannungen in Europa und in Deutschland könnten einer ausgleichenden und kompromissbereiten Äbtissin gute Chancen einräumen. Als solche gilt ganz besonders Schwester Veronika, die sich überdies für Architektur und den modernen Klosterbau interessiert. Als Kompromisskandidatin gilt auch Schwester Theodelinda, deren Interesse ganz den praktischen Fragen von Landwirtschaft und Klosterfinanzierung gilt. Falls die Wahl sich einige Zeit hinziehen sollte, könnten der Heilige Stuhl und die Reichsstände vielleicht versuchen, Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen.


    23. April 1707: Die mongolischen Kaufleute und einige Geschäftspartner und Freunde aus dem Gastland selbst gestalten in der kanarischen Residenzstadt Las Palmas de Gran Canaria eine sehr schöne Trauerfeier für den verstorbenen Großkhan Putraq. Angeblich hatte ihnen Kronprinz Schinab selbst den Marktplatz dafür angeboten. Bischof Stefan von Viterbo hält sogar ein Requiem unter freiem Himmel für den Monarchen ab, und zahlreiche Händler ergreifen das Wort und rühmen die (an sich eher unspektakuläre) Regierungszeit des Dahingegangenen.


    23. April 1707: Der Kalmarer König Erik trifft sich mit einzelnen Vertretern des norwegischen und dänischen Adels, um über die Forderungen der Bauern und Handwerker zu sprechen.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Die in wenigen Kalmar verbliebenen Adligen erklären, dass sie kaum für die Kirche oder das Stadtpatriziat Oslos oder Kopenhagens sprechen könnten; sie selbst seien aber nicht dafür, die Rebellion auf Kosten des wahren Glaubens zu spalten. Ob das der Ansicht aller Adligen der beiden Königreiche entspreche, können sie aber nicht sicher sagen. Es wäre also auch denkbar, dass man die Revolte zum Abbau kirchlicher Privilegien nutzen könnte.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:15 Uhr)

  7. #517
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    24. April 1707: In der Nähe von Sevilla beginnt die große Offensive der merinidischen Armee gegen die Bauernverbände, die von Kalif Yaqub I. persönlich angeführt wird. Da sie vorsichtig und unter Vermeidung unnötiger Verluste vonstattengehen soll, dauern die Kämpfe bis weit in den Juni hinein an, enden dann aber mit einem überzeugenden Sieg der Loyalisten. Als die Niederlage der Bauern Mitte Juni deutlich absehbar ist und auch in Lissabon bekannt wird, nutzt der dortige Befehlshaber der „Heeresgruppe West“ die Gelegenheit und greift selbst entschlossen an, woraufhin sich die Bauernhaufen an der Atlantikküste rasch weitgehend zerstreuen. Ab Mitte Juli sind die Rebellen damit größtenteils besiegt, nur noch einzelne ungewöhnlich große Banditenbanden künden von der Aufstandsbewegung.


    24. April 1707: Ein zweites Getreideschiff der NHG legt in Kopenhagen an und verkauft seine wertvolle Fracht. Zwar wächst der Unmut in der Stadt auf die Gewinnsucht des Königs, doch wagen es die neuen Herren der Stadt nicht, Fahrzeug oder Ladung zu beschlagnahmen, um die künftige Versorgung nicht in Gefahr zu bringen.


    24. April 1707: Das in schwäbischen Diensten stehende LR-Söldnerminghan aus Pilsen wird von Herzog Eberhard III. nach Südbaden entsandt, greift die Rebellen aber noch nicht direkt an, sondern beschränkt sich darauf, eine Ausbreitung der Revolten zu verhindern. Zugleich trifft auch eine hochrangige Gesandtschaft aus Urach in der Vasallenregion ein, um mit dem Adel über mögliche Zugeständnisse an die Bauern zu sprechen und so eine friedliche Lösung der Krise zu ermöglichen.

  8. #518
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    25. April 1707: In Caen beginnen neue Verhandlungen zwischen den englischen Bauern und der Krone, nachdem die Vertreter der Rebellen die absehbare Niederlage ihrer Kameraden auf dem Festland aus nächster Nähe beobachten können. Da der König schon zu Beginn des Jahres eine klare rechtliche Regelung der Fronpflichten in Auftrag gegeben hat, akzeptieren die Verhandlungsführer der Aufständischen letztlich das Unvermeidliche und geben sich im Lauf des Sommers nach und nach geschlagen. Nur bei Bristol kommt es zwischen Mai und Juni noch zu größeren Gefechten, die von der englischen Armee gewonnen werden. Auf beiden Seiten des Kanals ist daher im Juli die Ruhe wiederhergestellt, auch wenn noch zahlreiche Banditenbanden das Land unsicher machen.


    26. April 1707: Eine kaiserliche Gesandte trifft in Kalmar ein, um mit König Erik zu sprechen. Es handelt sich um die Benediktinerschwester Anna Katharina, die von der verstorbenen Generaloberin bereits im Vorjahr in den hohen Norden entsandt worden ist. Mehrere Stadtklöster bieten ihr an, während der Zeit ihres Aufenthalts bei ihnen zu wohnen.


    27. April 1707: Nach einen weitgehend ereignislos verlaufenen und sehr schnellen Marsch in Richtung Westen trifft das kaiserliche Heer unter Prinzabt Eugen bei Gent ein, wo die dort operierenden Burgunder bereits im Vormarsch begriffen sind. Die Deutschordensarmee ist hingegen noch auf dem Weg, sollte aber spätestens Mitte Mai vor Ort sein. Der General schlägt daher vor, sie nicht auch nach Gent, sondern nach Breda zu schicken, um den militärischen Druck auf die Rebellen zu erhöhen.

  9. #519
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    29. April 1707: Ein Ausfall der Genter Rebellen gegen die Armee des Herzogs schlägt trotz kleinerer Anfangserfolge fehl, wobei sich neben der kaiserlichen Armee die SR*-Söldner der französischen Krone (welche bereits beim Vormarsch auf die Stadt eine sehr wichtige Rolle gespielt haben), besonders bewähren. Der „Rebellenrat“ der Stadt bietet dem Herzog nun neue Gespräche an und schlägt (wie bereits zum Jahreswechsel angedacht) eine gerechtere Verteilung der kommunalen Macht und eine Senkung der Steuern auf lebenswichtige Güter des täglichen Bedarfs vor. Dafür werde man die Residenzstadt kampflos an die Armee des Herzogs übergeben und die Waffen strecken.


    1.-24. Mai 1707: Der Angriff des französischen Heeres auf das Umland von Paris geht in eher mühsamem Tempo voran, nimmt dann zur Monatsmitte aber deutlich an Fahrt auf, als erste größere Bauernhaufen durch die taktisch sehr deutlich überlegenen Reiter eingeschlossen und zerschlagen werden können. Ende Mai ist dann schließlich die Hauptstadt erreicht, und auch wenn mehrere Bauernaufgebote sich noch hinter die Mauern zurückziehen können, hat man einen ersten wichtigen Sieg errungen und die Aufständischen vom freien Land vertrieben.


    1.-26. Mai 1707: Auch in Norwegen nehmen die Kämpfe Fahrt auf, und nach zähem und auf beiden Seiten recht verlustreichem Kampf gelingt der Durchbruch der königlichen Armee an die Stadtgrenze von Oslo. Die Zwangsarbeiter der Krone wurden mittlerweile vollständig im Osten Schonens konzentriert, um die norwegische Armee für die Kämpfe freizumachen, und auch einige Kontingente aus Schweden greifen in die Gefechte ein. Anfang Juni ist die Stadt dann schließlich vollständig eingeschlossen.

  10. #520
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    2.-31. Mai 1707: Die Streitmacht des Bischofs von Konstanz kann nach schweren Kämpfen den Weg zwischen Radolfzell und der Bischofsstadt freimachen, woraufhin die Rebellen in Radolfzell kapitulieren. Der Bodanrück bleibt aber in der Hand der Bauern, zumal dort für das Reiteraufgebot des Hochstifts sehr ungünstige Bedingungen herrschen. Andererseits könnten die Rebellen im Lauf des Jahres Versorgungsprobleme bekommen, wenn sie im Hinterland des Sees bleiben müssen.


    4. Mai 1707: Die lang erwartete Zweite Armee des Deutschen Ordens trifft bei Breda ein und unternimmt unter dem Befehl eines kaiserlichen Offiziers sofort Angriffe gegen die Rebellen, die sich im Umland der Festungsstadt verschanzt haben. Die Kämpfe sind erbittert und auch recht verlustreich, doch letztlich von Erfolg gekrönt: Anfang Juni kann die Festung vollständig eingeschlossen werden, und die wenigen entkommenen Bauernhaufen ziehen sich in den Süden nach Antwerpen zurück.


    6. Mai 1707: Ein 50-Mann-Schiff III der Kalmarer Union trifft im auf Spitzbergen gelegenen Fischerdorf Sveask ein. Als es einige Tage später wieder abfährt, lässt es vier Männer zurück, die sich im Hafen für einfache Arbeiten verdingen. Als einige schottische und hanseatische Walfänger etwas später dort eintreffen, zeigen sie sich zwar beunruhigt über die mögliche Konkurrenz, unternehmen aber zunächst noch keine konkreten Schritte dagegen.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:15 Uhr)

  11. #521
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    7. Mai 1707: In Jerusalem trifft eine päpstliche Kommission ein, die alle Vorbereitungen für die nächste Tagungsperiode des Konzils vornehmen soll. Sie wird auf Anweisung sowohl des Satrapen von Jaffa als auch des Bürgermeisters der Stadt mit allen nötigen Dingen versehen, damit sie ihrem Auftrag gerecht werden kann.


    8.-17. Mai 1707: Ein Vorstoß der ungarischen Reiter in italienischem Dienst gegen die noch immer intransigenten Bauern bei Genua erbringt rasche Erfolge. Einige Späher erreichen zur Monatsmitte hin sogar die Stadt selbst, auch wenn sie sich dann rasch wieder zurückziehen müssen. Vertreter der Rebellen aus Stadt und Land melden sich daraufhin bei Khan Urus I., um über eine Kapitulation zu verhandeln. Offenbar würden sie sich nun mit einem starken Anteil der Macht in Genua und in der künftigen Provinz Ligurien zufriedengeben und bieten dafür die Übergabe der Stadt an.


    9. Mai 1707: Der ständige Hanserat und die Vertreter der Kölner Bauern schlagen nach einer langen Nachtsitzung gemeinsam vor, die Leibeigenschaft im Hochstift des Erzbistums in den nächsten sechs Jahren vollständig abzuschaffen. Zudem sollen die bisherigen Dorfrechte an Wäldern, Flüssen, Weiden und der Allmende fortbestehen. Für das bearbeitete Land ist ein weitreichendes Pachtverfahren vorgesehen. Sollten Hansebürgermeister, Erzbischof und Domkapitel zustimmen, wäre dies die bislang großzügigste Bauernbefreiung in Europa.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:15 Uhr)

  12. #522
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    11. Mai 1707: Zur Feier der Siege bei Breda und Gent geben die Handelsgilden Dijons für den Herzog eine „Lebensuhr“ in Auftrag. Sie soll mit dem Tag seiner Geburt beginnen, aber auch seine gesamte Regierungszeit in Tagen und Stunden anzeigen und so die Verbindung seines Landes mit seinem ganzen Leben deutlich machen.


    13. Mai 1707: Der französische Theologe Pasquier Quesnel gibt eine vollständige, ausführlich kommentierte Ausgabe der Schriften eines deutschen Gelehrten aus dem 16. Jh. heraus, der als Vertrauter Martin Luthers an einigen von dessen Schriften mitwirkte. Seine Theologie gilt als reformorientiert, aber grundsätzlich recht versöhnlich. Die Tractate des höchst gelehrten und wahrlich gottsuchenden Philipp Melanchthon werden rasch zu einem großen Erfolg auf dem Buchmarkt und erleben bereits im Herbst eine zweite und dritte Auflage.


    14. Mai 1707: Die südbadischen Bauern, die vom Gesandten des schwäbischen Herzogs vor Ort informell als Gesprächspartner anerkannt worden sind, legen ihre Forderungen vor. Da man mittlerweile vom Vormarsch des kaiserlichen Heeres nach Burgund und den Siegen bei Gent und Paris gehört hat, fallen diese eher gemäßigt aus. Die Fronpflichten sollen nach dem Vorbild der englischen Krone exakt festgelegt werden, und zusätzliche Leistungen (etwa bei der Unterhaltung von Wegen) müssten dann bezahlt werden. Auch die dörflichen Rechte an Allmenden und an der Nutzung von Wäldern und Seen sollen künftig formell festgeschrieben werden, um Rechtssicherheit zu schaffen. Der südbadische Adel hat bereits signalisiert, dass er einer solchen Vereinbarung mehrheitlich zustimmen würde.

  13. #523
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    16. Mai 1707: Das vor Spitzbergen operierende 50-Mann-Schiff III der Kalmarer Union trifft im weiter nördlich gelegenen Fischerdorf Langenhafen ein. Hier lässt man bei der Abfahrt einige Tage später sogar sieben Männer zurück.


    17.-31. Mai 1707: Im bereits sehr sommerlichen und warmen Tarent findet der hellenische Adelstag statt, zu dem Khan Ibrahim I. Vertreter aller Landesteile eingeladen hat, um über mögliche Maßnahmen zur Stärkung der Zentralmacht und der Sicherheit zu Lande und zur See zu beraten. Die Stimmung ist sehr gut, auch wenn der Monarch eher als Freund der Kaufleute und weniger als Vertrauter des Adels gilt.


    18. Mai 1707: Nach längeren Verhandlungen über konkrete Fragen – Herzog Johann X., der sich bereits einen Namen als unnachsichtiger Strafverfolger gemacht hat, fordert auch hier die Preisgabe aller Männer, denen Verbrechen im Zusammenhang mit der Rebellion in Gent zur Last gelegt werden – kapituliert die burgundische Residenzstadt gegen die Zusage einer Amnestie für die Teilnahme am Aufstand selbst und die Zusage der Krone, eine Revision der städtischen Machtverhältnisse vorzunehmen. Etwa 300 Menschen werden als Rädelsführer oder besonders Beschuldigte an den burgundischen Herzog übergeben. Paris, das ein leicht abgeschwächtes Angebot König Heinrichs VIII. erhalten hat, bleibt dagegen zunächst hart und verweigert eine schnelle Kapitulation.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:16 Uhr)

  14. #524
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    22. Mai 1707: Die von der Hanse über die Ostsee geführte erste Ordensarmee trifft bei der belagerten westfälischen Stadt Hannover ein. Von dort aus bittet man den Kaiser um neue Einsatzbefehle. Man könnte die Stadt stärker abriegeln, aber auch nach Westen vorrücken, um Burgund zu unterstützen.


    24.-30. Mai 1707: Die kanarischen Gesandten, die noch beim Apinajé-Bund in Südostamerika weilen, schicken Sendschreiben an die Khanate Oiapoque, Tapuytapera und Kara’iwa, wo die Diplomaten des Inselkhanats als Spione gefangen genommen worden sind. Darin bestätigen sie, dass die Verdächtigen offizielle Diplomaten eines europäischen Staates seien und daher unter dem Schutz bestehender Verträge stünden. Die Regierungen der drei jungen Reiche geben ihre Gefangenen daraufhin umgehend frei und gewähren ihnen rasch eine Audienz. Nur in Tupinambá sind bislang keine Kanarier eingetroffen, so dass die dorthin entsandte Gruppe möglicherweise in den Wirren des Bürgerkrieges umgekommen ist.


    26.-27. Mai 1707: Nachdem der Erzbischof von Köln bis spät in die Nacht hinein beraten hat, stimmen Domkapitel und Landtag des Hochstifts der geplanten Bauernbefreiung über die nächsten sechs Jahre zu.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:16 Uhr)

  15. #525
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    30. Mai 1707: Die Geschütze, Söldner und Fußtruppenaufgebote der französischen Krone und ihrer Vasallen treffen in der Nähe von Paris ein, um die Belagerung der Stadt, die im Augenblick von den Reiterminghan etwas weiträumiger im Umland durchgeführt wird, effektiv zu verstärken.


    31. Mai 1707: Auch das dritte auf Spitzbergen gelegene Fischerdorf Pykror erhält nordischen Besuch, und auch hier werden beim Ablegen einige Männer zurückgelassen. Angeblich sollen die Bürgermeister der drei Gemeinden bereits ein Schiff nach Westen gesandt haben, um die Nachricht von den geheimnisvollen Gästen weiterzugeben.


    1.-30. Juni 1707: Prinz Roberto von Galicien und seine Gemahlin Eleonore von Toulouse sind in diesem warmen Frühsommer auf Besuch in der Heimat der jungen Braut. Das im Vorjahr vermählte Paar besucht dabei einige Stationen des Jakobsweges, feiert die Messe (für den Geschmack einiger Kleriker aus der Grafschaft allerdings in etwas zu demonstrativer Art) im mozarabischen Ritus und trifft auch mit der Familie Eleonores zusammen.
    Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:16 Uhr)

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