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15. Oktober 2024, 21:46
#496
24. Februar 1707: Die päpstlichen SI-Regimenter aus Galicien und Südwestfrankreich werden in ihre Heimat zurückbeordert, um die Sicherheit des Kirchenstaates aufrechtzuerhalten und Unruhen zu verhindern. In Santiago hält König Fernando IV. zuvor noch ein Pilgerfest für die Schweizergardisten ab, um sich für ihre Hilfe zu bedanken und sie dem Segen des heiligen Jakobus anzuvertrauen. Da die Kämpfer in der Regel praktizierende Christen sind, scheint ihnen diese Form der Dankbarkeit durchaus zu gefallen.
24. Februar 1707: Mit Beginn der sicheren Seefahrt werden 0,1 Regimenter FG pro dortiger Festung aus Italien nach Katalonien verbracht. Danach sollen die Transportschiffe zu den Kanaren weitersegeln, um die noch auf Teneriffa stehenden 400 SI-Söldner abzuholen. Im Zuge dieser Operation soll zudem festgestellt werden, wer den Transport bisher vergessen hat, um ihn zum Pastakoch weiterzubilden.
26. Februar 1707: Nachdem im Rheinland die Schneeschmelze eingesetzt hat, entsendet Hansebürgermeister Baur 300 Mann Söldnerreiterei nach Köln (man musste ihm leider mitteilen, dass 250 Mann nicht sinnvoll aufzubieten wären). Zudem bittet er die Rebellen darum, einen Unterhändler zu entsenden. Der Erzbischof soll angeblich nicht glücklich darüber sein, dass die Hanse nun direkt eingreift, ihm bleibt aber mit Rücksicht auf den örtlichen Adel kaum eine andere Wahl, als die Verstärkung willkommen zu heißen.
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17. Oktober 2024, 15:13
#497
27. Februar 1707: Nach längeren Verhandlungen lehnen die Pariser Handwerker das erste Angebot der französischen Krone zur Niederlegung ihrer Waffen ab. Daraufhin wirbt der Hofmarschall wie befohlen sofort ein Regiment SI in Lyon an, das zusammen mit den aus Südfrankreich kommenden LI-Aufgeboten und den königlichen Geschützen die Stadt im Notfall auch militärisch bezwingen soll.
27. Februar 1707: Im brandenburgischen Grube spitzt sich die Situation um die Zuchtkatze Hilderich IV. angeblich weiter zu. Es wird gemeldet, dass ein Artikel der Klosterbothin aus dem vergangenen Dezember einige Unholde gar zum Diebstahl des edlen Tieres ermutigt haben soll. Bald erweist die Meldung sich aber als unrichtig, woraufhin der Schlossbesitzer Elkim von Rodin erneut beteuert, wie sehr ihm Hilderich IV. ans Herz gewachsen sei.
27. Februar 1707: Der eidgenössische Gelehrte Azraelus Khan, der bereits vor sechs Jahren eine neue große Titulatur für Tohtu V. entwickelt hatte und in den erblichen Adelsstand erhoben worden war, erarbeitet trotz der unklaren Lage in der Residenzstadt Shikawo in mühevoller Arbeit eine neue Karte der beiden amerikanischen Teilreiche, die auch alle unabhängig gewordenen Khanate und Föderationen beinhaltet. Einerseits zeigt sich so, welche Verluste man hinnehmen musste, andererseits ermöglicht die hervorragende Darstellung den Beamten auch eine bessere Ausrichtung auf das verbliebene Gebiet.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:11 Uhr)
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17. Oktober 2024, 15:14
#498
1. März 1707: Auch die Unterhändler der burgundischen Städte lehnen das Angebot Herzog Johanns zunächst ab und halten an ihrem Bündnis mit den rebellierenden Bauern fest. Das Herzogtum soll nun weitere Unterstützung von einem Minghan SR* der französischen Krone erhalten, das Böhmen bereits verlassen hat.
1. März 1707: Die Prinzen Björn und Harald machen den Kopenhagener Bürgern erneut den Vorschlag, ihre Wünsche und Forderungen an König Erik weiterzugeben und sich für deren Annahme einzusetzen. Gerüchten zufolge soll der Monarch selbst vorgeschlagen haben, beide jungen Männer als Vermittler einzusetzen, nachdem sie in der Hauptstadt mit so großem Jubel empfangen worden waren, als sie von ihrer Kaperfahrt zurückkehrten.
1.-31. März 1707: Nach dem Beginn der Schneeschmelze in Schottland geben sich die in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten um Glasgow, Edinburgh und Duns stehenden Bauern nach und nach geschlagen und bitten (ähnlich wie viele loyal gebliebene Leibeigene) um eine Unterstützung aus der Bauernkasse. Anfang April strecken dann auch die Handwerker in den beiden größten Städten des Landes und der Festung Duns die Waffen. Schottland ist damit das erste von den Revolten betroffene Reich, das die Unruhen (von einzelnen Banden, die sich nun als Banditen herumtreiben dürften, einmal abgesehen) vollständig unter Kontrolle bekommen hat.
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17. Oktober 2024, 15:15
#499
2. März 1707: Als die Nachricht vom Tod des Großkhans in Lübeck eintrifft, ordnet die Hanse auf Wünsch von Chrysostomos Baur an, alle Flaggen auf Halbmast zu senken und so Anteil an der Trauer der Mongolen zu demonstrieren. Mehrere Kaufleute aus Osteuropa äußern sich dazu sehr anerkennend, wenn sie sich zu Geschäften im Westen aufhalten.
2. März 1707: Die bairische Generaloberin Adelburga Maria segnet nach einem langen und sehr produktiven Leben das Zeitliche und wird nach einem feierlichen Requiem mit einem schlichten Holzkreuz auf dem Gottesacker von Frauenchiemsee beigesetzt, wie es der Tradition ihres Ordens entspricht. Anfang Mai sollen die bairischen Konvente dann zusammenkommen und eine Nachfolgerin wählen.
2. März 1707: Ein beträchtlicher Teil der französischen Kronflotte verlässt Marseille, um die westfranzösische Küste und die neue Kolonie Barbados zu schützen. König Heinrich VIII. soll damit angeblich auch auf Kritik aus dem Vorjahr reagieren, nach welcher er seine Vasallen nicht ausreichend unterstützt habe.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:12 Uhr)
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17. Oktober 2024, 15:16
#500
3. März 1707: Ein kanarischer Gesandter bietet dem Apinajé-Bund die offizielle Anerkennung durch das europäische Inselkhanat an. Als Verhandlungsführer des Bundes tritt Abt Nikolaus aus dem am mittleren Araguaia gelegenen Kloster vom Heiligen Geist auf, der bereits früher eine gewisse Berühmtheit gewonnen hatte, als er mehrfach mit scharfen Worten die Habgier und Unbarmherzigkeit der Plantagenbesitzer rügte. Beide Parteien werden sich rasch einig, wodurch die Kanaren einen möglichen Partner im Landesinneren gewinnen könnten. In den freien Reichen an der Küste sind hingegen noch immer keine Diplomaten vom Inselkhanat eingetroffen, wobei zumindest in Oiapoque und Tapuytapera Männer inhaftiert sind, die dort als Spione gelten, selbst aber den Status von Gesandten einfordern.
4. März 1707: Die im Februar aufgebotenen Hansetruppen treffen im Erzbistum Köln ein, wo sie die Armee des Adels verstärken, aber auch dafür sorgen, dass zunächst Gespräche mit der Bauernschaft aufgenommen werden. Eine kleine Delegation der Rebellen wird sogar nach Lübeck geschickt, um direkt mit Hansebürgermeister Baur sprechen zu können.
4. März 1707: Als die Nachricht vom Tod Putraqs VI. in Mailand eintrifft, ordnet der dortige Khan Urus I. ein offizielles Requiem an, dem bald zahlreiche weitere spontane Gottesdienste zur Seite treten, welche von Adligen oder Klerikern auf eigene Initiative in Auftrag gegeben werden. Zudem macht sich Prinz Jalpa an der Spitze einer diplomatischen Delegation nach Dagomys auf, um möglicherweise schon an der Ausrufung des Großkhans auf dem Kurtiltai teilnehmen zu können.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:12 Uhr)
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18. Oktober 2024, 19:34
#501
6. März 1707: In Südeuropa werden die Verhandlungen zwischen der jeweiligen Staatsmacht und den rebellierenden Bauern und Handwerkern fortgesetzt. Sowohl im Kalifat als auch bei Genua fordern die Aufständischen weiterhin eine Perspektive für die gänzliche Abschaffung der Leibeigenschaft, auch wenn man inzwischen wohl auch ein langfristiges Auslaufen dieses Standes über mehrere Jahre hinweg akzeptieren würde.
6. März 1707: Auf direkten Wunsch des schottischen Königs bestätigt der Landtag von Nova Scotia erneut die Oberhoheit des Großkhanats Shikawo über die Halbinsel. Damit stellt sich Robert IV. offenbar auf die Seite Tohtus V. und bemüht sich, das wankende Teilreich wieder zu stabilisieren, soweit dies europäischen Ländern möglich ist.
6. März 1707: In Jaffa beginnt gleichzeitig der Bau eines großen Handelspostens des Heiligen Stuhls und eines ebensolchen Stadtklosters der nordatlantischen Zisterzienser. Die beiden Bauwerke sollen vor allem den Pilgern zugutekommen, welche die Heiligen Stätten besuchen möchten und dazu sehr häufig im Hafen von Jaffa auf Reittiere umsteigen oder sich zu Fuß auf den Weg nach Jerusalem, Bethlehem, Kafarnaum oder Nazareth machen.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:12 Uhr)
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18. Oktober 2024, 19:35
#502
7. März 1707: Die Athener Börse wird in diesem Jahr weiter ausgebaut und soll ungefähr auf die doppelte Größe anwachsen, nachdem sie 1706 erfolgreich eröffnet worden ist. Die vom Khan ohnehin seit Jahren umworbene Kaufleuteschicht erklärt sich bereit, einen Teil der für das Gebäude anfallenden Baukosten zu tragen. Man bietet schließlich ein Viertel der Summe von 100 000 S (also 25 000 S) an.
8. März 1707: Eine Gruppe böhmischer Gelehrter und herausragender Studenten beginn in Prag eine Forschungsreise nach Indien. Sie führt nach alter böhmischer Tradition zunächst nach Südfrankreich, wo man dann auf einem Schiff in den Orient segeln wird.
9. März 1707: Auf der französischen Vasalleninsel Barbados tritt der Kuriltai zusammen, um über das weitere Vorgehen gegenüber den revoltierenden Leibeigenen zu beraten, die noch immer einen großen Teil des Landesinneren und seit dem Jahresbeginn sogar wieder kleine Küstengebiete im Norden besetzt halten. Mittlerweile neigen recht viele Adlige dazu, einen Kompromiss zu schließen und die Insel faktisch aufzuteilen. Kurur Khan besteht aber darauf, zunächst den Rat des französischen Königs einzuholen.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:13 Uhr)
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18. Oktober 2024, 19:37
#503
10. März 1707: Die burgundische Armee bei Brügge rückt vorsichtig vor, während man bei Gent noch auf Verstärkungen aus Deutschland wartet, die der kaiserliche Feldherr Prinz Eugen heranführen möchte. Auch in der Gegend um Hannover beginnt das westfälische Heer, gegen die Bauern einzugreifen, um besser an die Stadt heranzukommen. Offenbar bleiben die Rebellen bislang vor allem dort intransigent, wo Bauern und Handwerker eine Stadt samt ihrem Umland besetzt halten. Häufig kam es dort auch zu Schwureinungen, die eine einseitige Abmachung mit der jeweiligen Staatsmacht ausschließen. Selbst im Umland von Paris, wo den Handwerkern mittlerweile recht großzügige Bedingungen angeboten worden sind, kommt es noch nicht zu einer Einigung. Möglicherweise würde aber ein erfolgreicher militärischer Vorstoß zum Umdenken vieler Rebellen führen.
10. März 1707: Drei große Hanseschiffe (2*300 III und das Handelsschiff der Tauros-Klasse) treffen in Stockholm ein, um die Streitmacht des Deutschen Ordens an Bord zu nehmen. Da man auch noch auf einige Ordensfahrzeuge zurückgreifen kann, dürfte der Transport mit nur zwei Überfahren möglich sein, so dass man bereits Ende März übergesetzt haben wird. Die Bevölkerung der schwedischen Hauptstadt ist erkennbar von der Größe des Tauros-Klassen-Schiffes beeindruckt, das nahe des Hafeneingangs ankert und die Gebäude und Lagerhallen am Kai überragt.
10. März 1707: Die Rebellen auf englischem Gebiet und in den Festlandslehen der Krone, die Gesandte nach Caen geschickt haben, verlangen eine Bauernbefreiung nach schottischem Vorbild. Eine exakte Festlegung der Fronpflichten sei zwar auch schon ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber noch nicht aus. Die Verhandlungen werden also wohl noch nicht sofort zu einer Einigung führen.
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18. Oktober 2024, 19:39
#504
11.-29. März 1707: In Katalonien kommt es zu ersten Kämpfen zwischen den Bauernhaufen und der Adelsstreitmacht, die aber noch kein klares Ergebnis bringen. Da Urus I. von Italien eine Einschätzung seiner Vasallen zur Bauernbefreiung erbat, raten ihm die Katalanen bei allem Respekt von einer solchen Veränderung ab. Auch der Tiroler Adel wendet sich eher gegen solche Pläne, zumal er in Deutschland und Ungarn das Vorbild einer militärischen Lösung vor Augen hat.
12.-31. März 1707: In der Nähe von Konstanz rückt die bischöflichen Armee langsam auf das Ufer des Gnadensees vor. Dort haben sie die rebellierenden Bauern bei Radolfzell, auf der Insel Reichenau und auf dem Bodanrück gesammelt. Da das Gelände den Reitern nicht entgegenkommt, bleibt der Vorstoß bald stecken. Es gelingt den Adligen aber immerhin, Radolfzell nach Norden und Westen hin abzuschnüren.
13. März 1707: Auch im Königreich Schottland kommt es zu offiziellen Trauerkundgebungen für Großkhan Putraq VI., während man in Deutschland manchmal sogar für den Monarchen und Äbtissin Adelburga Maria gemeinsame Requien und Erinnerungsfeiern abhält. Dort ist die Trauer um die bairische Generaloberin aber erkennbar größer als um den fernen und letztlich auch fremden Großkhan.
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19. Oktober 2024, 11:09
#505
14. März 1707: Auch die Pfalzgrafschaft bei Rhein wirbt zusätzliche Söldner an und beruft die Adelsreiterei des kleinen Landes ein, um mögliche Unruhen schnell bekämpfen zu können. 200 Mann LI-Söldner aus Kassel sollen die Festungen Speyer und Heidelberg vor Revolten der städtischen Bevölkerung schützen.
15. März 1707: Kalif Yaqub I. ordnet brieflich eine Trauerfeier für Putraq VI. in der Großen Moschee zu Cordoba an. Da der Großkhan Christ war, handelt es sich zwar offiziell um eine Erinnerung an seine Friedenspolitik und nicht um einen echten Gottesdienst; dennoch wird damit natürlich ein klares Zeichen der Verbundenheit und Versöhnung gesetzt, das einige vor Ort befindliche mongolische Kaufleute auch öffentlich wahrnehmen und anerkennen.
16. März 1707: Die Armee Prinz Eugens in Augsburg ist mittlerweile vollständig eingetroffen. Sie umfasst 0,1 Minghan SR, 2,0 Regimenter SI und 2,0 Regimenter DR-Söldner aus Pilsen. In Berlin ist derweil die Armee der Deutschordensritter eingetroffen, die aus 1,5 Minghan SR und 0,4 Regimenter SI besteht und sich auf Wunsch mit der bairischen Armee vereinigen könnte, wenn beide in Richtung Burgund vorrücken. Es wäre aber auch möglich, die Ordensritter zunächst in Westfalen einzusetzen.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:13 Uhr)
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19. Oktober 2024, 11:11
#506
18. März 1707: Bei einem Treffen des hellenischen Khans mit Vertretern des Hochadels lässt der Monarch deutlich werden, dass es ihm um einen substantiellen Beitrag der Grundherren zur Finanzierung von Flotte und Armee geht. Dies könne entweder über eine Grundsteuer oder über eine Kopfabgabe auf Leibeigene erfolgen und durch die Vergabe lukrativer und ehrenvoller Offiziersposten in den Streitkräften an Vertreter des Adels ausgeglichen bzw. honoriert werden. Der Adel scheint aber noch sehr skeptisch zu sein und fragt, ob nicht vielmehr die reichen Kaufleute finanziell stärker herangezogen werden könnten?
18. März 1707: Kurz nach Beginn der sicheren Seefahrt im Ostseeraum treffen 400 Mann SI und 600 Mann LI vom Söldnermarkt Narwa in Göteborg ein. Da die übrigen Truppen der drei Kronen ihre Winterquartiere bereits verlassen haben, könnten die militärischen Operationen bald beginnen. Dabei setzt nun auch König Erik auf eine Kombination aus Verhandlungen mit den städtischen Rebellen und militärischer Gewalt. Als Besonderheit gilt, dass Seeland von der königlichen Flotte blockiert werden soll, so dass nur die NHG-Schiffe dort noch Handel treiben (aber keine Personen befördern) dürfen. Ziel ist es vermutlich, der NHG zusätzliche Einnahmen zu verschaffen und zugleich den Druck auf die dortigen Handwerker erhöhen, Kopenhagen friedlich an die Truppen des Monarchen zu übergeben. Die drei recht großen Schiffe der Handelsgesellschaft sind bereits ins Baltikum gesegelt, um dort Getreide zu erwerben.
20. März 1707: Hansebürgermeister Chrysostomos Baur schlägt den Gesandten der Bauern aus dem Erzbistum Köln vor, ihre Familien mit nach Lübeck zu bringen, damit sie sich keine Sorgen um deren Wohlergehen machen müssten. Die Vertreter der Rebellen lehnen dieses Angebot aber höflich ab und argumentieren, dass alle Bauernfamilien des Erzstifts von den Ungerechtigkeiten der Leibeigenschaft betroffen seien und man daher keine Unterschiede zwischen ihnen machen wolle. Man vermutet aber, dass auch die Furcht vor einer künftigen Geiselnahme eine gewisse Rolle spielt, falls die Verhandlungen scheitern sollten. Erzbischof Ulrich von Köln erklärt sich aber bereit, eine Entscheidung des Hansetages mitzutragen.
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19. Oktober 2024, 11:13
#507
22.-27. März 1707: Ein Angriff der Adelsreiterei auf die gut verschanzten und ortskundigen Bauern im Südschwarzwald schlägt bereits nach wenigen Tagen vollständig und unter sehr schweren Verlusten der badischen SR-Aufgebote fehl. Die örtlichen Grafen und Barone sind daher gezwungen, offiziell um die Hilfe des schwäbischen Herzogs und des Kaisers zu bitten, was diesen natürlich einen Einflussgewinn in der Region verspricht.
24.-31. März 1707: Die Verhandlungen zwischen Monarchen, Adel und den revoltierenden Handwerkern und Bauern in vielen Ländern Europas gehen weiter. Am weitesten geht der italienische Khan, der (zunächst intern bei Hofe) ein Auslaufen der Leibeigenschaft bis zum Jahr 1720 samt einer Verpachtungspflicht für das bearbeitete Land vorschlägt. Allerdings zweifeln die Hofbeamten daran, dass der Kuriltai einem solchen Gesetz seine Zustimmung geben würde, zumal man bei der Föderalismusreform auf die Stimmen der Grundherren angewiesen sein dürfte. Der westfälische Khan verbessert sein Angebot gegenüber den Zünften Hannovers, bleibt aber gegenüber den Bauern hart. Im Kalifat und in den beiden Landesteilen der englischen Krone versuchen es die jeweiligen Monarchen mit moralisch-historischen Argumenten: Während Eduard VI. an die Verwüstungen vergangener Kriege erinnert, stellt Yaqub I. die langsame Abschaffung der Sklaverei als langfristige Wirkung von Vorschriften aus dem Koran dar. Beide Herrscher zeigen sich überdies offen für eine künftige Abschaffung der Leibeigenschaft mit einem Übergang zu Pachtverträgen. Auf Seeland haben die Rebellen mittlerweile einen gemeinsamen Rat gebildet und treten in Gespräche mit der Krone ein, die durch die Prinzen Harald und Björn vertreten wird. Sie fordern eine schnelle Abschaffung der Leibeigenschaft, eine Landverteilung, einen Anteil an der Stadtregierung sowie die Aufhebung kirchlicher Sonderrechte im ganzen Reich. Ähnliche Forderungen werden von den Rebellen im Erzbistum Köln erhoben, wobei hier die kirchenkritischen Stimmen besonders laut sind.
26. März 1707: Die französisch-burgundische Allianz bleibt ihrer politischen Linie treu, bietet den revoltierenden Städten aber keine neuen Zugeständnisse mehr an. Schließlich habe man bereits Vorschläge unterbreitet, die ja auch erhebliche Einschnitte für andere Schichten der Bevölkerung bedeuten würden und könne den Rebellen nicht weiter entgegenkommen. In diesen Ländern dürfte es daher (wie in Ungarn und Westfalen) bald zu Kämpfen kommen.
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19. Oktober 2024, 16:56
#508
27. März 1707: Der Kuriltai des Großkhanats Dagomys tritt in der Hauptstadt zusammen, um Yesun I. formell als Herrscher zu bestätigen und dessen einzigen Sohn Putraq Khan als neuen Kronprinzen einzusetzen. Beide Beschlüsse fallen einstimmig und ohne längere Diskussion, und der designierte Thronfolger wird sofort aus der Eidgenossenschaft zurückgerufen, wo man ihn als Residenten eingesetzt hatte, um ihm politische Erfahrung zu verschaffen. Die Adelsversammlung wird aber von den schlechten Neuigkeiten aus Amerika überschattet, über die man dann auch bis Mitte April berät. Europäische Gesandte sind (von dem in Dagomys residierenden Schweizer Botschafter abgesehen) nicht vertreten.
31. März 1707: Die beiden Hilfsarmeen des Deutschen Ordens sind mittlerweile vollständig im Heiligen Römischen Reich, genauer gesagt in der eng mit den Rittern verbundenen und auch von ihnen geprägten Markgrafschaft Brandenburg zusammengezogen worden. Eine Armee aus deutschen Rittern und Hilfstruppen (1,5 Minghan SR, 0,4 Regimenter SI) ist auf dem Weg nach Westen, eine zweite Streitmacht (2,5 Minghan SR, 0,7 Regimenter SI) steht gegenwärtig bei Schwerin. Abtprinz Eugen von Savoyen hat zudem bereits Offiziere zu beiden Heeren entsandt, die in seinem Auftrag als Verbindungsleute agieren sollen.
1.-15. April 1707: Die erste Aprilhälfte ist warm und sonnig, so dass militärische Operationen nun in allen Teilen Europas möglich sein dürften. Zudem könnte zumindest ein Teil der noch im Felde stehenden Bauernhaufen Schwierigkeiten mit der Disziplin bekommen, falls die Besitzer eigener Felder zur Aussaat nach Hause gehen sollten.
Geändert von Jon Snow (18. Oktober 2025 um 15:13 Uhr)
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19. Oktober 2024, 16:57
#509
2.-30. April 1707: Der englische Festlandsadel verliert als erste Oberschicht die Geduld mit den noch immer hart verhandelnden Bauern. Zudem fürchtet man weitere Zugeständnisse der Krone, sollten die Gespräche andauern. Da man vor Ort über mehr als 7000 Reiter aus den verschiedenen Grafschaften und Herzogtümern verfügt und die LR-Söldner der Krone aus dem Poitou nicht benötigt, ist man auch selbstbewusst genug, um den Angriff ohne Absprache mit dem König zu beginnen. Tatsächlich erweisen sich die Reiterverbände den Bauernhaufen als weit überlegen und erringen bereits Mitte April mehrere entscheidende Siege in Touraine, Maine und Anjou, wo sich die Rebellen bis Anfang Mai fast vollständig geschlagen geben müssen. In der Bretagne und der Normandie leisten die Bauern und kleinstädtischen Handwerker stärkeren Widerstand, werden aber auch hier schließlich gewaltsam unterworfen. Anfang Juni sind auf dem englischen Festland damit nur noch kleinere Rebellenverbände aktiv, die faktisch zu bloßen Räuberbanden verkommen. Der überzeugende Sieg könnte dem Adel auch in anderen Ländern zu neuem Selbstvertrauen verhelfen, wie man vermutet.
4. April 1707: Das Herzogtum Schwaben beginnt mit der Vorbereitung eines Konzepts, um in mehreren Kleinstädten des Landes Bibliotheken einrichten zu können. So sollen möglichst viele Einwohner Zugriff auf Bücher erhalten oder diese sogar vorgelesen bekommen. Der Hofetat wird daher (zweckgebunden) erhöht.
6. April 1707: Der Aufmarsch beider ungarischer Reiterheere ist abgeschlossen, und auch in dem osteuropäischen Khanat beginnt nun die Offensive des Adels gegen die Bauernhaufen. Dabei operiert die Armee „Khan Arpad der Große“ (1,8 Minghan SR, 4,3 Minghan LR) unter dem Befehl des 67jährigen Magnaten Ramir von Turda in der Region um Cluj und die Armee „Khatun Ludovica“ (1,9 Minghan SR, 4,5 Minghan LR ) unter dem Befehl des 55jährigen Magnaten Mehmed von Kistelek in der Nähe des südungarischen Szeged.
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19. Oktober 2024, 21:58
#510
7. April 1707: Der Kanton Appenzell erwirbt beim Kloster St. Gallen mehrere Gartengeräte, da der Bundesammann in einem Brief an die Kantone darum bat, dass die Elementarschulen sich aufs „Schreiben und Rechen“ konzentrieren sollten. Als der Schreibfehler entdeckt wird, zeigt sich aus Sicht einiger Beamter, dass der Bildungsstand in Appenzell tatsächlich gehoben werden müsste. Schließlich sei für einen gebildeten Kantonsvertreter offenkundig gewesen, welche Ziele der Bundesammann mit seinen Reformvorschlägen angestrebt habe.
7.-19. April 1707: Ein erster Vorstoß der Kalmarer Söldner (400 Mann SI und 600 Mann LI) in Richtung Nordwesten bleibt nach einigen Anfangserfolgen im Grenzgebiet zwischen den drei Reichen stecken. Offenbar haben sich die Bauern die Geländeverhältnisse geschickt zunutze gemacht, um die ortsfremden Söldner aufzuhalten. Dennoch sind die Verluste beider Seiten noch gering. Da man bislang aus Angst vor weiteren Aufständen wie vom König befohlen die schwedische und norwegische Reiterei im Lande beließ, könnte man die Truppen der Krone zudem rasch verstärken.
7.-30. April 1707: Auch in Ungarn beginnt der Angriff der Adelsreiterei auf die Bauernhaufen, die sich zwar zäh verteidigen und erbittert kämpfen, den erfahrenen Minghan aber praktisch in allen Belangen unterlegen sind und zudem noch unter der zerstreuten Siedlungsweise der Dörfer und Kleinststädte leiden und häufig nicht koordiniert genug agieren. Während Ramir von Turdas Armee bei Cluj auf eine klassische Taktik setzt und damit recht hohe Verluste bei den Bauern verursacht (auch wenn der General sehr darauf achtet, keine Gräueltaten seiner Reiter zuzulassen), nutzt der geistig beweglichere Mehmed von Kistelek die hohe Disziplin und große Reitkunst seiner Truppen, um die Rebellen in Schrecken zu versetzen und so zur überstürzten Flucht zu verleiten. Dadurch macht er vorwiegend Gefangene und schont die Bauern, die man schließlich noch für die Feldarbeit benötigt. Der Sieg der ungarischen Reiter fällt sogar noch überzeugender aus als derjenige des englischen Adels, so dass die Rebellen bereits Mitte Mai weitgehend besiegt sind. Sogar das Banditenwesen nimmt weniger stark zu, weil viele versprengte Bauernhaufen die Grenze zu den Satrapien Konstantinopel und West-Taman überschreiten und dort Unruhe stiften oder sich als Landarbeiter verdingen.
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