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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #376
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    4.-14. August 1705: Im Vorfeld der Konferenz zu Venedig nutzen einige europäische Länder die Gelegenheit, mit einzelnen mongolischen Teilreichen zu sprechen. So lädt der italienische Khan die Delegation aus Quito zu einem Abendessen ein, während die Briten sich informell mit den Nordamerikanern treffen und Brandenburg eine Begegnung mit Dagomys arrangiert. Der Gesandtschaft aus Hellas gelingt es sogar, gleich mit zwei Großkhanaten (Melaka und Debul) Gespräche zu vereinbaren, und kurz vor dem Konferenzbeginn wird auch noch ein französisch-südamerikanischer Termin anberaumt.


    5. August 1705: In Absprache mit den betroffenen Kommunen begnadigt Tenzin Khan die von Ungarn im Kriegsjahr mutmaßlich entsandten Spione und erlaubt ihnen die Heimkehr nach Kärnten und in die Steiermark. Der ungarische Monarch dürfte damit an Ansehen gewinnen, schließlich hat er seine Getreuen nicht vergessen, sondern eine günstige Gelegenheit genutzt, sie zu befreien.


    5.-7. August 1705: Südlich von Lijiang kommt es zu einer dreitägigen Schlacht zwischen dem Heer Kaiser Lizongs II. und den tibetischen Milizen, bei der die Chinesen nach schweren und äußerst erbittert geführten Kämpfen die Oberhand behalten. Die Tibeter fluten ungeordnet nach Norden zurück, erleiden aber auf der Flucht nur geringe Verluste, da Lizong sich gegen eine Verfolgung des geschlagenen Feindes entscheidet. Stattdessen wendet er sich mit dem Hauptteil seiner Streitmacht nach Osten, um die vor Panzhihua stehende zweite tibetische Armee zu bekämpfen.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:54 Uhr)

  2. #377
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    6. August 1705: Als der hellenische Khan Ibrahim I. ausnahmsweise am Rande einer von den süditalienischen Apollo-Priestern in Salerno durchgeführten Opferzeremonie spricht – an der Darbringung des Stieres nimmt er als Muslim natürlich nicht teil – lobt er einerseits die große Mühe von Fronvögten und Bauern bei der Einbringung der diesjährigen Ernte, ruft den Adel aber zugleich zur Rücksicht gegenüber dem einfachen Volk auf. Zudem stellt er die Hilfe der Krone für die von der Hitzewelle Betroffenen in Aussicht.


    6.-27. August 1705: Mehrere der nach dem Friedensvertrag vom Oktober 1703 überstellten italienischen Geiseln schreiben ihren Verwandten aus Paris und bitten sie darum, sich für eine Fortdauer des Friedens einzusetzen. Möglicherweise könnte dies dazu beitragen, den Kuriltai versöhnlich zu stimmen, doch es gibt im Khanat auch viel Solidarität mit den seit Jahren befreundeten Kanaren.


    7. August 1705: Im Zentrum von Barbados brechen heftige Kämpfe zwischen Bündnissen der rebellischen Leibeigenen und den kanarischen Söldnern aus. Hauptgrund dürfte dabei wohl das Ringen um immer knapper werdende Güter des täglichen Bedarfs sein, seit die Invasoren sich ganz aus dem Land versorgen müssen und zudem noch zwei Häfen zerstört worden sind. Einige Rebellen bleiben „Schinab dem Befreier“ aber noch immer treu, da sie auf ein Ende der Leibeigenschaft hoffen dürfen. Dadurch können sich seine Streitkräfte teilweise gegen ihre ortskundigen Gegner behaupten. Mittlerweile ist ihnen zwar der von einer schweren Hungersnot heimgesuchte Nordosten um den zerstörten Fischerhafen Rockfield teilweise entglitten, dafür steht der Nordwesten recht sicher unter ihrer Kontrolle.

    Nur für das Khanat der Kanarischen Inseln

    Achtung Spoiler:
    Der größere Teil der Armee (0.8 Regimenter SI und 0,7 LI) steht weiter im Westen zwischen St. Lucia und dem zerstörten St. Jakob. Hier ist die Versorgung ganz gut, da man rebellische Gruppen von Leibeigenen nach Süden und ins Landesinnere vertrieb und sich Nahrungsmittel und Werkzeuge der Latifundien aneignete. Die etwas kleinere Streitmacht im Nordosten (0,2 Regimenter SI und 0,8 LI) ist hingegen deutlich unterversorgt und hat erbitterte Kämpfe mit verzweifelten Banden von Leibeigenen auszutragen. Das Kontingent im Westen erlitt in den letzten Wochen seit der Invasion etwa 200 Mann Verluste (meist Verwundete), die im Osten stehenden Söldner sogar 300 Mann. Leichtverwundete dürften aber in den meisten Fällen noch vor Jahresende wieder in den Dienst zurückkehren.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:55 Uhr)

  3. #378
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    9. August 1705: Eine knappe Woche vor Eröffnung der Konferenz von Venedig bittet die von Khan Tenzin II. angeführte italienische Delegation darum, nahe bei den Vertretern der sechs Großkhanate sitzen zu dürfen, um die Verbindung zu den mongolischen Reichen deutlich zu machen. Dieses Ansinnen wird ihnen problemlos gewährt, und der gastgebende Satrap von Rhodos Arkim Khan macht darüber hinaus deutlich, dass man den europäischen Gesandten je nach dem Rang ihrer Mitglieder die erste Platzwahl zugestehen werde. Offenbar versucht das Großkhanat Dagomys, die Europäer unter keinen Umständen zu verärgern.


    9.-31. August 1705: Wie bereits befürchtet verstärken sich die Versorgungsprobleme auf der umkämpften Karibikinsel Barbados recht deutlich. Während der Süden dank guter Häfen und nahe gelegener Verbündeter kaum betroffen ist, werden der Norden und die Mitte nach der Zerstörung zweier Häfen zu einem echten Mangelgebiet, so dass es zunehmend zu Kämpfen zwischen den kanarischen Söldnern und den einheimischen, ehemaligen Leibeigenen um die knappen Vorräte an Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern kommt. Einige Kontingente der Invasoren werden dabei in Hinterhalten regelrecht aufgerieben, so dass der im Nordosten stehende, kleinere Armeeteil in einzelne Kampfgemeinschaften zerfällt, die nach und nach kapitulieren – und zwar wenn möglich vor den Streitkräften Kurur Khans, da die früheren Leibeigenen mittlerweile den Ruf haben, keine Gefangenen mehr zu machen. Die auf der Westseite der Insel operierende, größere Abteilung bleibt hingegen zunächst intakt und konfisziert mit Erfolg den Großteil der dort verfügbaren Ernteerträge.


    11. August 1705: Ein irischer Gesandter trifft in Paris ein, um mit König Heinrich VIII. über „einige Themen von Interesse“ zu sprechen.

    Nur für das Königreich Frankreich

    Achtung Spoiler:
    Der irische Föderationsrat entschuldigt sich, die französischen Warnungen vor der Piraterie der Kanarier nicht ernst genug genommen zu haben. Mittlerweile sei man angesichts der Methoden an der westafrikanischen Küste und weiterer Erkenntnisse der Ansicht, dass es zum Vorteil für ganz Europa sei, wenn Barbados künftig der französischen Krone und damit einem verlässlichen Partner unterstehe. Der Rat bietet dem König an, 15 Schiffe (3*150 IV, 1*100 III, 6*50 IV, 5*25 IV) nach Barbados zu entsenden und sie bis auf weiteres seinem kommandierenden Admiral zu unterstellen.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:56 Uhr)

  4. #379
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    12. August 1705: Olof Scholtens Rücktrittsankündigung zum kommenden Jahr wird in den Hansestädten überrascht, aber mit großem Respekt aufgenommen. Mächtige Männer tun sich häufig schwer damit, ihre Ämter aufzugeben, und mit der Umstellung des Bundes zu einer eher timokratischen Gemeinschaft bietet sich ein Regierungswechsel sogar an. Der Neuwahltermin könnte dann zum Jahreswechsel (also im Jahreszug) festgelegt werden.


    13. August 1705: Die drei mutmaßlichen italienischen Spione treffen in Chambord ein, wo man sie im Beisein des Königs streng, aber gewaltlos verhört. Nähere Informationen werden zunächst nicht öffentlich bekannt.


    14.-18. August 1705: Bei einem viertägigen Opferfest in Tunis zeigen zahlreiche hochrangige Priester und Priesterinnen aus dem Khanat Hellas Präsenz und leiten die Zeremonien. Zwar gelingt es den muslimischen und jüdischen Autoritäten vor Ort, das Volk weitgehend von dieser Art der Gottesverehrung fernzuhalten, doch in der Oberschicht scheint der „antike“ Glaube mittlerweile eine gewisse Anziehungskraft auszuüben. Dem kommt entgegen, dass die heidnischen Missionare zahlreiche Gottheiten aus den mongolischen Alten Landen und dem griechisch-römischen Pantheon mit regionalen numinosen Mächten verbinden.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:56 Uhr)

  5. #380
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    15. August 1705: Einige Schwestern aus dem Kloster Weltenburg, die den großen Hansetag zu Ulm knapp verpasst haben, feiern das Fest der Himmelfahrt Mariens mit dem Konvent Blaubeurens am Albrand. Der dort gelegene Blautopf fasziniert die Frauen sehr, sehen sie darin doch ein von Gott geschaffenes Naturwunder und ein Gegenstück zum Altmühltal. Die junge, sportliche Schwester Jolanda Hasenmaier wagt sogar einen Tauchgang, kann aber trotz des klaren Wassers nichts erkennen. Die Benediktiner des örtlichen Klosters haben bereits vor fast drei Jahrhunderten eine erste Lotung durchgeführt und schätzen die Tiefe auf mehr als 60 Fuß, was es wohl unmöglich macht, den Grund zu erreichen.


    15. August 1705: Mit feierlichen Gottesdiensten hochrangiger Würdenträger verschiedener Religionsgemeinschaften beginnt die Konferenz von Venedig. An der Messe des Erzbischofs nimmt der päpstliche Legat als Diakon teil, was seine herausgehobene Stellung unterstreicht. Die größte Überraschung dürfte aber sein, dass der erkennbar kranke Großkhan Putraq VI. selbst nach Venedig gereist ist und – wenn auch mit zittriger, kaum vernehmbarer Stimme – die Eröffnungsansprache hält. Dies zeigt, welche Bedeutung man im mächtigsten Teilreich dem Frieden mit den Europäern zuschreibt, gilt aber zugleich als Risiko. Schließlich sehen viele Adlige und Bürger der freien Länder im hinfälligen Zustand des Monarchen auch ein Sinnbild für die Situation der mongolischen Welt. Andererseits zeigt sich auch, dass viele europäische Delegierte noch immer einen gewissen Respekt vor Putraq VI. hegen, der offenbar durch seinen persönlichen Einsatz noch ein wenig wächst.


    17. August 1705: Eine kleine französische Armee erreicht die südlichen Alpenpässe, die den Übergang zur Markgrafschaft Saluzzo bilden. Es soll sich um einige SR*-Söldner zusammen mit Aufgeboten der lokalen Vasallen handeln. Es scheint aber, als würde man nur den Pass selbst sichern und noch nicht in die Markgrafschaft vorrücken. Anscheinend werden diese Truppenbewegungen fast sofort in Italien bekannt, was die Vermutung nahelegt, dass es in der Region Spione des Khanats gibt. Beide Heereskommandeure sind aber erkennbar sehr bemüht, die Streitmächte des anderen Landes nicht zu provozieren, denn auch die Armee Italiens hat in Turin Aufstellung genommen, nicht etwa an der Grenze Saluzzos.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:57 Uhr)

  6. #381
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    18. August 1705: Zwei Tage nach der Eröffnung der Konferenz zu Venedig begibt sich die mit dem Pfalzgrafen bei Rhein gereiste Gruppe von bairischen Ordensschwestern zum Großkhan, um an seinem Krankenlager zu beten und ihre Hilfe anzubieten. Die behandelnden Leibärzte – darunter nicht wenige muslimische, jüdische und chinesische Koryphäen – haben gewisse Vorbehalte gegen diese (empfundene) Einmischung, Putraq VI. selbst bittet sie aber zu sich, um mit ihnen über die Auferstehungshoffnung zu sprechen. Letztlich akzeptiert man am Hof, dass diese geistliche Unterstützung durchaus helfen könnte, zumal man ohnehin nicht weiß, wie lange der Monarch noch durchhalten wird.


    19. August 1705: Die von Arpad V. entsandten Truppen in Ostungarn melden einen ersten Erfolg. Offenbar konnten sie auf Wunsch einer Witwe deren Verwandte daran hindern, mit geistlicher Unterstützung den verstorbenen Ehemann zu exhumieren und zu verstümmeln, den sie für einen Wiedergänger hielten.


    21. August 1705: Am Rande der Konferenz zu Venedig spricht die französische Delegation in vertraulicher Runde Kronprinz Yesun von Dagomys auf die Schweizer Kredite an. Angeblich sollen diese den Kanaren bei ihrem weltweiten Kaperkrieg den nötigen finanziellen Rückhalt geben. Der Thronfolger macht aber deutlich, dass man zumindest eine Einschätzung der Eidgenossen abwarten möchte, die immerhin das letzte europäische Land sind, die den Großkhan noch als Oberherrn anerkennen.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:57 Uhr)

  7. #382
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    24. August 1705: Die „Weltumsegler“ des Khanats der Kanarischen Inseln erreichen nach der abenteuerlichen und in den Häfen der freien Welt bald zur Legende gewordenen Fahrt von Genua über den Indischen Ozean nach Japan und von dort über die Südspitze Amerikas bis in den Atlantik ihre Heimat, wo sie endlich Wasser, Proviant, Waffen und Werkzeuge erstehen können. Sobald die Karibikflotte wieder zurück ist, wird das Khanat damit seine gesamte Seestreitmacht in den Heimathäfen versammelt haben.


    26. August 1705: Der angebliche Wiedergänger aus der Nähe von Cluj ist in der Nacht trotz der Präsenz der ungarischen Armee aus dem Grab verschwunden. Sofort sprechen einige Bauern davon, dass der Tote möglicherweise doch von dunklen Mächten zum Schaden der Menschen wieder auf die Erde zurückgebracht worden sei. Der Kommandeur des Minghan vermutet hingegen, dass einige der Verwandten oder sogar lokale Geistliche sich über das Verbot hinweggesetzt und den Leichnam exhumiert haben könnten.


    27.-30. August 1705: In der Schlacht von Panzhihua erringt Kaiser Lizong II. einen im ganzen Reich und sogar in einigen chinesisch-mongolischen Provinzen gefeierten Sieg über die von zwei Seiten in die Zange genommenen Tibeter. Dabei bewähren sich vor allem die Aufgebote aus Guizhou, Hunan und Jiangxi, die vorwiegend aus freien Bauern bestehen, welche man im Krieg gegen die Mongolen aus der Leibeigenschaft entlassen hatte. Möglicherweise könnte sich aus diesen Kämpfern mittelfristig der Kern eines stehenden Heeres bilden, das nicht mehr aus Söldnertruppen besteht.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:58 Uhr)

  8. #383
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    28. August 1705: Das Kalifat von Cordoba bemüht sich, während der Konferenz zu Venedig mit allen sechs Delegationen der Großkhanate zu sprechen. Zunächst gelingt es mit Glück und Geschick, den Botschafter Quitos in einer Verhandlungspause abzupassen und ohne größeres Aufsehen zu einem abgelegenen Raum zu führen.


    1.-9. September 1705: Kaiser Lizong II. hält ein fürchterliches Strafgericht über die gefangen genommenen Tibeter. Die meisten einfachen Kämpfer werden zur Leibeigenschaft in den östlichen Provinzen des Kaiserreiches verurteilt, während man die Offiziere größtenteils hinrichtet. Chinesische Hofjuristen rechtfertigen dieses Vorgehen, indem sie erklären, dass Tibet rechtmäßig von den Äbten der Klöster regiert werde. Bei den Milizen handle es sich daher nicht um eine Armee, sondern um eine Banditenbande.


    2.-10. September 1705: In Buda finden die Reiterwettkämpfe des Khanats Ungarn statt, die in diesem Jahr sogar noch mit einem Viehmarkt verbunden werden. Der Adel nimmt erneut mit großer Begeisterung an der Veranstaltung teil und nutzt die Gelegenheit, zu wetteifern und die eigene Sattelfestigkeit zu beweisen.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:58 Uhr)

  9. #384
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    3. September 1705: Nach einer schnellen Überfahrt trifft die kanarisch-italienische Flotte im Hafen von Santa Cruz de Tenerife ein. Zugleich wird gemeldet, dass italienische Schiffe noch weitere LI-Söldner auf die Inseln bringen sollen. Man erwartet allgemein, dass zumindest ein Teil der gewaltigen Seestreitmacht Ende September wieder in die Karibik aufbrechen wird, um dort den Aufstand Kurur Khans zu bekämpfen. Es ist eindeutig, dass der Kuriltai des Inselreiches dabei hinter Kronprinz Schinab steht.


    4. September 1705: Die Markgrafschaft Brandenburg gibt eine Liste aller Länder heraus, für welche man Schiffe in der Werft zu Narwa bestellen würde. Die Kosten betragen 15000 S bei einem 50-Mann-Schiff IV und 8000 S bei einem 25-Mann-Schiff IV. Sollten mehrere dieser Länder Interesse haben, dürfen sie sich entweder untereinander absprechen oder einen höheren Preis bieten. 1706 wird man das Kontingent aber auf finnischen Rat hin selbst nutzen, um die Sicherheit des Ostseeraums zu verbessern.


    6. September 1705: Die ersten Ernteerträge in Europa sind mittlerweile eingelagert, verkauft oder den Grundherrn zur Verfügung gestellt worden. Man ist wie schon in den letzten Jahren überall recht zufrieden mit den Ergebnissen, so dass die Versorgung der einfachen Schichten auch in diesem Winter wieder sichergestellt sein dürfte. In der Fischerei zeichnet sich zudem ebenfalls eine gute Saison ab.

  10. #385
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    8.-27. September 1705: Kleinere Gefechte im Westen von Barbados ändern zunächst nichts an der militärischen Grundsituation. Beide Seiten haben nun aber die Gelegenheit genutzt, Spione zu entsenden, um die Stärke der gegnerischen Truppen zu überprüfen. Auf Seiten Kurur Khans stehen 1700 Söldner (500 SI und 1200 LI) sowie 500 Mann LI-Aufgebote, auf Seiten der Loyalisten 700 Mann SI und 600 Mann LI, die aber durch den Zuzug einzelner versprengter Kontingente noch leicht anwachsen sollten.


    11.-16. September 1705: In Bern finden die Finalwettbewerbe der Schweizerischen Spiele statt. Wie von Bundesammann Frisching erhofft nehmen diesmal deutlich mehr Männer als noch 1701 teil, da das Preisgeld für zusätzliches Interesse sorgt. Diese Form der Spiele soll nun alle fünf Jahre stattfinden, das nächste Mal also voraussichtlich 1710.


    12. September 1705: Die finnische Handelsdelegation, die in Mailand und Ulm Gespräche führte und mit Italien sogar den Austausch von Handelsposten vereinbarte, trifft in Stettin ein. Der Ostseehafen ist offenbar stark von der Piraterie getroffen worden und hat mit einem deutlichen Rückgang des Handels zu kämpfen. Der Bericht der Delegation über erfolgreiche Gespräche mit vielen europäischen Kaufleuten wirkt in dieser Situation besonders ermutigend, und so hellt sich die Stimmung deutlich auf.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:58 Uhr)

  11. #386
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    13. September 1705: Die schwäbischen Autoren Mongke Karlsruher und Tohu Metropolisus bringen auf der Stuttgarter Buchmesse einen phantastischen Roman mit dem Titel „Das Licht von Malasand“ heraus, der rasch zum erfolgreichsten Werk des Herbstes avanciert. Offenbar schadet es dem Buchmarkt des Herzogtums nicht, dass man auf Wunsch des Kaisers einer Vereinbarung über die Geltung von Verlegerprivilegien zugestimmt hat. Der Roman erlebt bereits im Winter eine zweite Auflage und dürfte beim lesekundigen Adel und Bürgertum vermutlich auch ein beliebtes Nikolaus- oder Dreikönigsgeschenk werden.


    14. September 1705: Zum Jahrestag der Schlacht vor Porto Maurizio findet in Genua erneut der Tag des Seemanns statt, der den Stolz auf die Flotte des Khanats stärken soll. Neben den von Tenzin Khan zur Verfügung gestellten Mitteln wird auch ein Beitrag des Stadtrates zur Organisation der Feierlichkeiten geleistet. Zwar kann man natürlich nicht an die große und international besuchte Veranstaltung des Vorjahres anknüpfen, die Bevölkerung ist aber trotzdem wieder begeistert von der Feier, und auch die mächtige Flotte zeigt sich von der besten Seite, obwohl zwei große Schiffe nicht an der Seeparade teilnehmen können.


    14.-25. September 1705: In Santa Cruz de Tenerife findet in diesem Jahr wieder der äußerst beliebte, traditionelle kanarische Herbstmaskenball statt. Die Menschen lenken sich vom Barbados-Krieg ab, so gut es geht, und auch die Söldner und Schiffsbesatzungen nutzen diese Gelegenheit, nochmals einige unbeschwerte Tage zu genießen, bevor sie wieder aufbrechen müssen. Viele Maskeraden und Vorführungen verspotten den französischen König oder Kurur Khan von Barbados, was den Zusammenhalt der Bevölkerung und vermutlich auch den Mut der Krieger steigert.

  12. #387
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    16. September 1705: Am Rande der Konferenz von Venedig gelingt es den burgundischen Gesandten, sich mit dem Botschafter Quitos zu treffen, während die Männer des Kalifen mit viel Geschick sogar zwei vertrauliche Gespräche (und zwar mit hochrangigen Vertretern der Großkhanate Dagomys und Debul) vereinbaren können.


    17. September 1705: Da die krisenhafte Situation in Südwesteuropa viel Zeit von Vertretern der freien Reiche erfordert, wird das Bartmannballturnier auf 1706 verschoben. Es soll aber dennoch wie geplant in Mannheim stattfinden, und auch sonst dürfte sich daraus kein Nachteil für die Pfalzgrafschaft ergeben.


    17. September 1705: Eine mittelgroße Flotte unter irischer Flagge trifft im Süden der weiterhin heftig umkämpften Insel Barbados ein. Sie steht unter dem Kommando des französischen Admirals vor Ort und soll etwa 15 Schiffe umfassen.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 22:59 Uhr)

  13. #388
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    18. September 1705: Als die bairische Ordensschwester Teresa von Prien am Krankenlager des Großkhans von Dagomys wacht, kommt es zu einem überraschend offenherzigen und langen Gespräch des Herrschers mit der Gottesfrau. Offenbar unterschätzen viele Höflinge des Monarchen die Präsenz der Nonnen, da man Frauen weniger stark mit politischen und diplomatischen Fragen in Verbindung bringt, während die von Ratgebern für starke Frauen geprägten Baierinnen keine Scheu vor diesen Themen haben.

    Nur für das Khanat Baiern

    Achtung Spoiler:

    Der Großkhan vertraut Teresa an, dass er große Sorge um den Frieden in Europa habe. Man könne Angriffe wie die der Briten gegen Negübeihafen nur schwer unbeantwortet lassen, wenn sie einmal öffentlich bekannt seien. Deshalb sei man mit Quito übereingekommen, sogar vor den übrigen Teilreichen die Herkunft der Piraten, Kriegsschiffe und Söldner auf Japan zu verheimlichen. Es handle sich um Kämpfer unter kanarischem Kommando, die früher (während des Krieges zwischen Frankreich und Italien) Korsika bewacht hätten und dann in den Indischen Ozean gesegelt seien. Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, Kabul von einem Krieg gegen die Kanaren abzuhalten, doch er werde Barbados sicher nicht mehr vor den Zheng schützen. Man habe ihm aber zumindest das Versprechen abgenommen, die Rebellen nicht zu ermutigen oder gar militärisch zu unterstützen. Putraq hat zudem großes Vertrauen zu Kronprinz Yesun und dessen Sohn (Putraq) und geht davon aus, dass sie seine Politik des Ausgleichs mit Europa fortführen werden, sofern es irgendwie möglich sein sollte.



    19.-29. September 1705: In Athen findet bei strahlendem Sonnenschein und wunderschön blauem Meer die Handelsmesse Afrikanikí Agorá statt, die von Khan Ibrahim I. persönlich eröffnet wird. Zahlreiche Kaufleute aus Ostafrika und Südeuropa nutzen die Gelegenheit, Luxuswaren zu erwerben oder zu verkaufen, Kontakte zu knüpfen und sich dem Hof des hellenischen Monarchen zu empfehlen. Ibrahim sorgt auch dafür, dass seine Beamten Heilkräuter, Gold, Elfenbein und wertvolle Hölzer für den Hofbedarf in diesem Jahr besonders auf der Handelsmesse beziehen, um so ein Vorbild zu geben. Ein reicher Kaufmann aus Sansibar hat sogar Einhornelfenbein im Angebot.


    21.-29. September 1705: Die französische Käse- und Warenmesse wird nach einer kurzen Pause im Vorjahr wieder von den Handelsgilden der Hauptstadt organisiert und finanziert. Man kann aber zunächst noch nicht an den Erfolg der ersten Veranstaltungen anknüpfen und muss sich mit einem eher kleinen Angebot zufriedengeben.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 23:00 Uhr)

  14. #389
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    22. September 1705: Die Delegation des Kalifen kann ein weiteres Gespräch mit einem der mongolischen Diplomaten vereinbaren. Diesmal trifft man sich mit dem Vertreter Shikawos, der mittlerweile auf die Linie Putraqs VI. eingeschwenkt sein soll. Als besonderer Erfolg der merinidischen Diplomaten gilt aber, dass auch das Teilreich Quito inzwischen bereit ist, die Fortdauer der Krakauer Liberation zu unterstützen. Man rechnet nun damit, dass die fünf nichteuropäischen Großkhanate – wenn auch zum Teil eher zähneknirschend – die Lesart aus Dagomys übernehmen werden, solange die Europäer dem nicht klar widersprechen.

    22. September 1705: Die kanarische Hauptflotte macht sich zusammen mit zwei Schiffen aus dem Khanat Italien wieder auf den Weg in die Karibik, wobei man erneut LI-Söldner an Bord hat, wie ausländische Händler übereinstimmend berichten. Diese fahren aber ausschließlich auf angeworbenen Handelsschiffen, sollten also die Kampfkraft der Streitmacht nicht beeinträchtigen.

    Nur für das Khanat der Kanarischen Inseln

    Achtung Spoiler:
    Wie befohlen wurden 2*250 III (Italien), 15*100 III, 25*50 III, 45*25 III losgeschickt, und die Handelsschiffe haben noch 1,0 Regimenter LI aufgenommen. Auf den Kanaren stehen damit keine Söldner mehr, in Italien befinden sich neben den ungarischen Hilfstruppen noch 1,0 Minghan LR und 0,5 Regimenter LI unter kanarischem Vertrag, die im Westen des Landes konzentriert wurden, ohne aber direkt an der französischen Grenze zu stehen.



    22.-30. September 1705: Der chinesische Feldzug wird mit einem Vorstoß an die tibetische Grenze abgeschlossen, welche Kaiser Lizong II. aber nicht überschreitet. Stattdessen schickt er buddhistische Mönche als Gesandte zu den wichtigsten Klöstern des Landes, um mit ihnen einen formellen Vertrag zu schließen und den Krieg dadurch möglichst rasch zu beenden.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 23:01 Uhr)

  15. #390
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    23. September 1705: Einige Hansekaufleute aus Lübeck ziehen eine ernüchternde Bilanz zum Ostseehandel dieses Jahres. Die Abrüstung von Schiffen des Bundes, die Schwäche mehrerer Anrainerstaaten zur See und vor allem der Abzug großer Teile der Narwa-Flotte konnten von der (ohnehin wechselhaften) Unterstützung aus dem Westen nicht kompensiert werden, so dass man leider mit einem erheblichen Wohlstandsverlust in der Region rechnen muss. Die Steuer- und Zolleinnahmen der betroffenen Länder dürften aber dennoch eher moderat zurückgehen, da andere Geschäftsfelder intakt geblieben sind.


    24.-28. September 1705: Wenige Tage nach dem „Tag des Seemanns“ findet in Pisa der vom Khanat mit erheblichen Mitteln unterstützte italienische Handwerkerwettstreit statt. Den ersten Platz erringt zum zweiten Mal in Folge ein Meister aus Pisa, was in der Stadt auch ausgiebig gefeiert wird. Nach einem Geschützgießer handelt es sich in diesem Jahr nunmehr um einen Zuckerbäcker, dessen Kreationen den Preisrichtern offenbar gemundet haben.


    26. September 1705: Die unter dem Kommando des französischen Admirals Louis-Alexandre de Toulouse stehende „Barbados-Flotte“ beginnt damit, starke Kräfte in Richtung Atlantik zu positionieren. Vermutlich erwarten die Rebellen oder deren französische Lehnsherren eine baldige Rückkehr der kanarisch-italienischen Schiffe. Unter Umständen könnte es sogar zu einer Seeschlacht östlich der Insel kommen, die nicht hinter Porto Maurizio zurückstehen dürfte, sollten beide Streitmächte ihre volle Kraft entfalten.
    Geändert von Jon Snow (11. Oktober 2025 um 23:01 Uhr)

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