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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #271
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    29. Juni 1704: Am Peter- und Paulstag überschreitet der böhmische Khan Amir I. nach einer feierlichen Frühmesse in der Kapelle eines Adelsgutes überraschend die schlesische Grenze und reist über die frühere Johanniterkommende Glatz in Richtung Breslau. Der junge, erst seit dem Frühjahr dort amtierende Gouverneur Asuk Khan ist mit der Situation überfordert, wie es scheint. Daher bittet er seinen Vorgesetzten in Krakau um die Stellung von Reiterei, was man ihm aber verweigert. Stattdessen begibt der Satrap – ein im Reichdienst bewährter und sehr erfahrener mongolischer Hochadliger aus der Nordukraine namens Batu Khan – sich sofort selbst in die schlesische Hauptstadt, um den hochrangigen Gast mit aller ihm zustehenden Ehre zu empfangen. Die Reise Amirs in Richtung Breslau wird von Adel und Volk des Landes sehr freundlich aufgenommen, zumal nicht wenige schlesische Amtsträger in den Städten und die meisten Geistlichen ihr Studium zum Teil in Prag verbracht haben. Auch das Treffen mit den mongolischen Khanen Batu und Asuk verläuft ohne Zwischenfälle, so dass Amir Mitte Juli zufrieden nach Böhmen zurückkehren könnte.


    30. Juni 1704: Die erste Jahreshälfte war insgesamt etwas kühler als zuletzt gewohnt, der Regen reichte aber überall aus. Man darf also erneut mit einer guten Ernte rechnen.


    1. Juli 1704: In Galway trifft ein burgundischer Gesandter ein, um mit Hochkönig Patrick III. über den Auftragsbau von modernen Schiffen auf Nantucket zu sprechen. Da der Gesandte zugleich ein hochrangiger Kleriker der Hofkapelle ist, lädt man ihn ein, die Messe zum Fest des Apostels Thomas zu feiern, was er auch mit großer Freude zusagt. Auch in Irland soll im Herbst ein gerechtes System entwickelt werden, um auf Anfragen reagieren zu können.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:37 Uhr)

  2. #272
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    2.-25. Juli 1704: Gesandte des Großkhanats Negübeihafen machen in den Hauptstädten der übrigen fünf Teilreiche Abschriften der Verhörprotokolle James Stuarts und seiner Getreuen bekannt. Daraus ist ersichtlich, dass die Rebellion zu einem recht ansehnlichen Teil durch die Königreiche England und Schottland finanziert und von Gesandten beider Mächte strategisch unterstützt wurde. Da die Flotte Melakas das Meer kontrollierte, gelang den Gesandten die geplante Flucht nicht mehr, so dass sie im Februar ebenfalls in mongolische Gefangenschaft gerieten. Die Reaktion der Großkhane wird natürlich nicht öffentlich bekannt gemacht, doch Gerüchten zufolge soll Batu V. getobt und einen gemeinsamen Rachekrieg gegen die Briten verlangt haben. In Dagomys, Quito und Debul seien die Monarchen dagegen von großer Mutlosigkeit erfasst worden, wie es heißt. Offenbar glauben die meisten Großkhane nicht mehr an ihre dauerhafte Überlegenheit, hofften aber auf eine freundschaftliche, friedliche Zusammenarbeit mit den Europäern, was sich nun als Trugschluss herausstellen und den Zerfall der Teilreiche beschleunigen könnte. Die stärkste Reaktion zeigte allen Berichten zufolge Tohtu V. von Shikawo. Er hatte anscheinend wirklich geglaubt, das Auftreten der Briten, die vor wenigen Jahren mit mongolischen Bannern und mongolischer Kleidung in seine Hauptstadt gekommen waren, sei aufrichtig gewesen. Nun muss er erkennen, dass König Robert von Schottland zur selben Zeit, als er Gast in Nordamerika war und auf seine mongolischen Vorfahren um Yunus III. verwies, zugleich eine Rebellion gegen die Mongolen in einer anderen Weltgegend plante. Es heißt, Tohtu sei beim Bericht der Gesandten wie vom Donner gerührt gewesen und habe kein Wort mehr sagen können. Gerade in Shikawo könnte der mögliche Ansehensverlust des Großkhans (der sich offensichtlich hinters Licht führen ließ) verheerende Folgen haben, weil dort kein Kronprinz benannt worden ist und Tohtus Sohn Ögedei wegen seiner körperlichen Gebrechen nicht als geeigneter Herrscher gilt. Der Sieg Negübeihafens könnte so paradoxerweise weitaus mächtigere Teilreiche ins Wanken bringen. Zugleich dürfte in den Großkhanaten auch über die erste, meist noch in Dagomys aufgewachsene Herrschergeneration hinaus der Wunsch nach einer engen militärischen und politischen Kooperation bestehen bleiben.


    2.-31. Juli 1704: Ein Gesandter der hellenischen Botschaft in Sansibar begibt sich auf eine längere Rundreise durch die freien ostafrikanischen Kleinkönigreiche und Stadtstaaten.

    Nur für das Khanat Hellas

    Achtung Spoiler:
    Man wird von den Einheimischen höflich, aber sehr reserviert empfangen. Es scheint, als sei niemand an einer fortdauernden Präsenz hellenischer Truppen vor Ort interessiert, zumal das Khanat während des Krieges klar auf Seiten Melakas stand.



    3. Juli 1704: Nach einer kurzen Herrschaft von nur drei Jahren verstirbt Landgraf Kebek III. von Hessen überraschend an einer Magenerkrankung, die man offenbar falsch oder zu spät behandelte. Daraufhin werden einige Leibärzte vom Hof verbannt. Kebeks Sohn Shibani übernimmt noch am selben Tag die Regierung und soll im nächsten Jahr nach der neuen Form zum Landgrafen erhoben, aber zugleich auch vom Kuriltai bestätigt werden. Der 37jährige galt als enger Vertrauter seines Vaters und genießt großes Ansehen im Land.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:37 Uhr)

  3. #273
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    4. Juli 1704: Angesichts der überraschenden Informationen aus Negübeihafen setzt man im Großkhanat Dagomys den eigentlich beendeten Kuriltai fort, um die neue Situation intensiv zu besprechen. Auch die übrigen Teilreiche berufen wenige Wochen später außerplanmäßig ihre Adelsversammlungen ein, um über mögliche Reaktionen zu beraten und vor allem auch, um das Volk zu beruhigen und die Stabilität der mongolischen Herrschaft öffentlich sichtbar zu machen.


    4. Juli 1704: Die finnische Gesandtschaft, die in zwei Wochen erstaunliche 600 mongolische Meilen zurückgelegt hat, durchquert nun die nordschwäbische Handelsstadt Heilbronn, um über das hessische Schwäbisch Hall und die bairischen Städte Ansbach und Nürnberg nach Böhmen zu reisen. Falls man weiterhin so gut vorankommt, könnte man Mitte des Monats bereits am Ziel sein. Es wäre aber möglich, unterwegs mit einigen hessischen, bairischen, schwäbischen oder fränkischen Kaufleuten zu sprechen, wenn man das möchte.


    7. Juli 1704: Ein nordischer Gesandter trifft in Narwa ein und bittet um eine Audienz beim Satrapen, die ihm einige Tage später auch gewährt wird. Das Gespräch scheint aber nicht sehr befriedigend zu verlaufen, wie man hernach hört.

    Nur für die Kalmarer Union

    Achtung Spoiler:
    Der Satrap lehnt es höflich, aber sehr bestimmt ab, die militärischen Anweisungen, die er aus Dagomys erhält, mit auswärtigen Mächten zu diskutieren oder ihren Inhalt weiterzugeben. Dafür ist es aber in Schonen gelungen, einige Augenzeugen zu finden, die bei der Durchfahrt durch den Öresund zugegen waren und die man nach Kalmar geschickt hat.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:38 Uhr)

  4. #274
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    9.-31. Juli 1704: Auch aus anderen Regionen Europas wird mittlerweile gemeldet, dass das Großkhanat Dagomys Schiffe abziehen soll. Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den Angriffen auf den Seehandel im Indischen Ozean und Japan, auch wenn zumindest ein Teil der Flottenbewegungen bereits zu einer Zeit begonnen hat, als die verstärkte Piraterie in der mongolischen Hauptstadt noch nicht bekannt gewesen sein kann. Möglicherweise sind also auch noch andere Gründe im Spiel, zumal Quito und Melaka ihre Flottenverteilung ebenfalls zu verändern scheinen.


    12. Juli 1704: Der um knapp zwei Wochen verlängerte Kuriltai des Großkhanats Dagmoys geht mit einer sehr wohlwollend aufgenommenen Rede von Kronprinz Yesun zu Ende, in welcher er verspricht, die mongolische Herrschaft zusammen mit seinem Onkel Putraq VI. und den Khanen aller Regionen so gut wie möglich zu stärken und gegen Bedrohungen zu schützen. Der formelle Verlust von Teilen Südchinas und die absehbaren Zugeständnisse an die indischen Fürsten gelten aber auch als Warnsignale, dass man wegen der Größe des Reiches leicht in Situationen kommen kann, bei denen sich Aufstände überlagern und gegenseitig verstärken. In Bezug auf die britischen Mächte wird zunächst keine echte Entscheidung getroffen. Kronprinz Yesun erhält aber die Vollmacht, „angemessen“ zu reagieren.


    17.-31. Juli 1704: Der vierte Teil der merinidischen Manöver findet vor der marokkanischen Küste statt. Zwar fahren die Kriegsflotten der verbündeten Mächte nur selten so weit nach Süden; da man die Übungen aber bisher miteinander bestritten hat, nehmen sie auch an der letzten Etappe teil, um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern. Erste Auswertungen der wichtigsten Seeoffiziere sind bereits sehr positiv. Offenbar verliefen die Übungen trotz der vielen verschiedenen Flottentraditionen fast völlig reibungslos und stärkten die Kooperation der beteiligten Mächte deutlich.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:38 Uhr)

  5. #275
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    18. Juli 1704: Kurz vor dem Auslaufen des Waffenstillstandes schließen die Großkhanate Melaka, Dagomys und Debul ein dauerhaftes Friedensabkommen mit der Föderation von Induru. Der Dekkan wird damit offiziell gegen die Zahlung eines eher niedrigen Tributs als unabhängige Region anerkannt. Außerdem tritt Debul auch die Küstengebiete zwischen den Flüssen Savitri und Vashishti ab, so dass die freien Inder einen Zugang zu den Weltmeeren erhalten. Das indische Großkhanat ist damit geteilt und kann seine südlichen Satrapien nur noch auf dem Seeweg erreichen. Allerdings gelingt es dem geschickten Diplomaten Ashoka, die Festung Pune, die Lagune von Salsette und die besetzte Küste nördlich des Flusses Savitri zurückzubekommen. Dadurch wird eine mögliche Bedrohung der Hauptprovinzen Debuls im Nordwesten Indiens deutlich abgemildert. Das Großkhanat Melaka verzichtet auf die noch beanspruchten Fürstentümer im Osten des Dekkan, kann die wirtschaftlich bedeutenden Küstengebiete aber halten. Die Föderation hat damit weiter keinen Zugang zur indischen Ostküste. Es handelt sich bereits um den vierten Kompromissfrieden der mongolischen Teilreiche mit rebellischen Provinzen in diesem Jahr, was auf einen politischen Umschwung in den Hauptstädten der Großkhanate hindeutet. Viele europäische Hofbeamte vermuten, dass besonders das mächtigste Teilreich Dagomys angesichts der zahlreichen Krisen auf eine möglichst friedliche Regelung von Konflikten drängte und sich damit durchsetzen konnte, weil Kabul I. (Quito) vorwiegend an seinem Residenzbau und dem Krieg gegen die Japaner Interesse hat, während Tohtu V. (Shikawo) einen Einsatz seiner Streitmacht außerhalb Nordamerikas ablehnen soll. Die Großkhanate Debul und Negübeihafen sind wiederum erkennbar erschöpft und können weitere Truppenaushebungen kaum mehr verkraften. Einziger „Falke“ bleibt damit der junge Batu V. (Melaka), der aber inzwischen bereit ist, etwas stärker auf seinen Vater Jagun und seinen Schwager Elkim zu hören, nachdem die meisten seiner erratischen Entscheidungen zu schweren Krisen geführt hatten.


    19. Juli 1704: In Kaschgar stirbt Khagana Elitana, die ältere Schwester des Großkhans Putraq und Mutter des Kronprinzen Yesun nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Da sie lange Zeit als wichtigste Beraterin ihres Bruders gegolten hatte, dürften sich künftig neue Machtstrukturen im wichtigsten mongolischen Teilreich herausbilden. Die Khane der Alten Lande feiern für Elitana eine beeindruckende Totenwache und mehrere Gottesdienste der verschiedenen in der Region verbreiteten Religionen. Von Großkhan Putraq VI. erbittet man die Erlaubnis, seine Schwester in der Kathedrale von Karakorum beisetzen zu dürfen, was er wenig später zusagt. Die Bindung der Region an Dagomy könnte damit deutlich gestärkt worden sein.


    19. Juli 1704: Der nordische König Erik trifft sich gut zwei Wochen nach seiner Rückkehr mit wichtigen Marineoffizieren, um gemeinsam mit ihnen die Augenzeugen der mongolischen Flottenverlegung durch den Öresund zu befragen. Es scheint, als habe der Satrap von Narwa ihm eine Antwort auf seine Fragen zu dem Thema verweigert.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:39 Uhr)

  6. #276
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    20.-28. Juli 1704: In Dublin findet das vom Januar verlegte „Dreikönigstreffen“ statt, auf das vor allem der schottische Hof Wert gelegt hatte, um die Einheit und Stabilität der WMC für alle Investoren und Händler deutlich zu machen. Bislang sind in Irland noch keine Gerüchte über die Vorwürfe aus Australien bekannt geworden, so dass die Harmonie der Monarchen nicht getrübt wird. Die Königreiche England und Schottland scheinen neben der Bekräftigung des Vertrages auch eine dynastische Eheschließung zwischen Prinz Heinrich und Prinzessin Fiona anzustreben. Die beiden Stuart-Sprösslinge werden einander zum ersten Mal auf dem Dreikönigstreffen vorgestellt. Außerdem ist eine kleine Delegation der Zisterzienser vom Heiligen Nikolaus erschienen, die den britischen Mächten seit einigen Jahren recht eng verbunden sind. Die Seewege im Nordatlantik sind weiterhin sehr sicher, was man der mächtigen, modernen Flotte des Ordens zuschreibt und was den britischen Kaufleuten besonders in den letzten beiden Jahren zugutekam.


    20.-31. Juli 1704: Der Kuriltai des Großkhanats Melaka steht ganz unter dem Eindruck der militärischen und politischen Niederlagen, die man seit gut drei Jahren hinnehmen musste und die nun zur formellen Unabhängigkeit Südchinas, Ostafrikas und Zentralindiens führten. Da Batu V. seine Kriegspolitik 1701 begann, um die lockere Oberhoheit Melakas über einige dieser Gebiete wieder in eine effektive Herrschaft zu verwandeln und den Aufstand in der Satrapie Sansibar durch unbedachte Grausamkeit gegen einen Amtsträger sogar selbst ausgelöst hat, gilt seine Position als deutlich geschwächt. Zwar vermeiden die meisten anwesenden Khane persönliche Kritik (zumal man weiß, dass Batu darauf sehr harsch reagieren kann), die Herrschaft des Monarchen wird aber künftig durch einen Kronrat eingeschränkt und kontrolliert, in dem sein Schwager Elkim und sein Vater Jagun über entscheidenden Einfluss verfügen dürften.


    21. Juli 1704: Als Satrap Batu Khan von Krakau seinen Bericht über den Besuch Amirs I. von Böhmen in Breslau fertigstellen möchte, kommt es zu einer Diskussion mit seinem Sekretär Baldrius, dem Sohn einer ungarischen Mutter und eines Vaters aus Lübeck. Batu wollte in seinem Entwurf nämlich vorsichtige Kritik an der (aus seiner Sicht) kopflosen Reaktion des schlesischen Gouverneurs anbringen, was Baldrius aber für ungerecht hält. Asuk habe ganz im Gegenteil Initiative gezeigt und zugleich die nötigen Schritte für alle Eventualitäten in die Wege geleitet, indem er den Satrapen informierte und Reiterei angeforderte, die sowohl als Ehrengarde wie auch zur Demonstration der Stärke brauchbar gewesen wäre. Batu lässt sich von seinem langjährigen Mitarbeiter schließlich überzeugen und spricht in dem Bericht sogar ein Lob für den Gouverneur aus.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:39 Uhr)

  7. #277
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    22. Juli 1704: Nach einigen freundlichen Gesprächen mit Kaufleuten und Handwerkern auf dem Weg trifft die finnische Gesandtschaft in Prag ein, um dort über Handelsverbindungen zu beraten, die man unter Umständen vertiefen könnte.


    22. Juli 1704: Als die englische Wissenschaftsdelegation in Nordamerika von den Vorwürfen aus Australien erfährt, bemühen sich einige führende Gelehrte, die Wogen zu glätten und für eine Fortführung der Beziehungen Shikawos zu den britischen Mächten einzutreten. Dabei können sie offenbar auf die Unterstützung mehrerer Professoren der dortigen Universität und auch einiger Hofbeamter zurückgreifen, die ebenfalls für eine milde Reaktion werben, mit der man künftige wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Kontakte nicht zu stark erschweren würde. Die englischen Gelehrten berichten zudem in einem Brief an die beiden Monarchen von ihrem Teilerfolg, so dass man in London und Edinburgh ebenfalls eine gewisse Zuversicht (etwa gegenüber den Parlamenten, die im Herbst tagen sollen) verbreiten könnte.


    22.-31. Juli 1704: Ende Juli geht die Piraterie im Indischen Ozean schlagartig zurück, was eine Verwicklung der Föderation von Induru sehr wahrscheinlich werden lässt. Einige Seeräuber, die zu spät gewarnt worden sind, legen sogar in der Lagune von Salsette an, die mittlerweile wieder unter der Kontrolle Debuls steht und können dort gefangen genommen werden. Die Kaufleute der Region bleiben aber dennoch wachsam, weil man nicht weiß, wohin sich die Piraten nun wenden werden. Auch die um einige Schiffe aus Dagomys verstärkte Flotte des Großkhanats Melaka erweitert ihre Präsenz vor Ort, um die Seefahrt zu schützen und wenigstens einen Teil der Seeräuber aufzubringen.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:39 Uhr)

  8. #278
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    23. Juli 1704: Die finnischen Organisatoren laden alle Europäer ein, sich erneut am Turnier zur Bartmannball-Europameisterschaft in Pori anzumelden. Außerdem könnten auch einige neue Regeln eingeführt werden, um das Spiel zu verbessern. Das Eröffnungsspiel soll diesmal am 28. September stattfinden und von der finnischen Mannschaft bestritten werden, die im Vorjahr den Titel geholt hatte. Anmeldeschluss ist in diesem Jahr der 30. August, doch auch die Anmeldemodalitäten könnten auf finnischen Wunsch verändert werden.


    24.-31. Juli 1704: Kaufleute und Fischer aus Südspanien melden, dass vor den Kanaren starke Flottenbewegungen stattfänden. Als möglicher Grund dafür gelten die Manöver des Kalifats, die auf den Inseln vielleicht als Bedrohung wahrgenommen werden könnten.

    Nur für das Khanat der Kanarischen Inseln

    Achtung Spoiler:
    Bislang konnte man die Flotte aus Narwa nicht entdecken. Sie dürfte daher eher in Richtung Nordamerika unterwegs sein.



    28.-29. Juli 1704: Zum Ende des Dreikönigstreffens unterhalten sich die beiden Monarchen Schottlands und Englands noch zwei Tage lang unter sechs Augen mit Hochkönig Patrick III. von Irland, vielleicht um ihn über die Vorwürfe aus Negübeihafen zu informieren.
    Geändert von Jon Snow (04. April 2024 um 19:09 Uhr)

  9. #279
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    31. Juli 1704: Einige Tage nach seiner Rückkehr von der Landesreise erkrankt Khan Amir I. von Böhmen an einer fiebrigen Erkältung, so dass er trotz des sommerlichen Wetters an Schüttelfrost leidet. Als ein noch am selben Abend verschriebener Aderlass keine echte Linderung bringt, wird sein Beichtvater zu ihm geholt. Danach verabschiedet der sehr gebildete Monarch sich von seiner Familie und übergibt seine Seele der göttlichen Barmherzigkeit. Sein Sohn und Nachfolger Bohuslav, der noch auf dem Rückweg aus Frankreich ist, wird durch einen Eilboten informiert.


    1.-24. August 1704: Die Vorwürfe aus Negübeihafen gegen die Königreiche Schottland und England werden in Europa bekannt, scheinen aber zunächst keine größere Aufregung bei Adel und Volk auszulösen. Nur einige Kleriker und Fernhandelskaufleute äußern sich etwas besorgt, da sie im Fall eines militärischen Konflikts um das Konzil bzw. um ihre zuletzt stark gewachsenen Gewinne aus dem Überseegeschäft fürchten.


    2.-22. August 1704: Ein Kuriltai in Shikawo spricht Großkhan Tohtu einstimmig das Vertrauen des Reichsadels aus. Der Monarch hatte dem Vernehmen nach sogar seine Abdankung und Exilierung angeboten, war aber von den Adligen massiv bedrängt worden, die Herrschaft im nordamerikanischen Teilreich fortzuführen. Tatsächlich ist es dort bislang gelungen, anders als in allen anderen Großkhanaten den Ausbruch von Revolten zu verhindern, was durchaus auch der Sammlungspolitik Tohtus V. unter altmongolischem Banner zugeschrieben wird.

    Nur für das Königreich Schottland

    Achtung Spoiler:
    Die Vertreter Nova Scotias waren in diesem Jahr nicht geladen, was sicherlich mit der Krise im Verhältnis der Großkhanate zu den britischen Mächten zu tun hat. Man hat aber von einigen befreundeten Khanen erfahren, dass mehrere Satrapen eine Kriegserklärung forderten, die Tohtu V. selbst angeblich eher vermeiden möchte. Die Entscheidung soll aber wohl in enger Abstimmung mit den übrigen Teilreichen erfolgen.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:40 Uhr)

  10. #280
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    4. August 1704: Ein hellenischer Gesandter trifft in Paris ein, um mit dem dort residierenden Botschafter des Großkhanats Quito zu sprechen. Solche Besuche könnten den Ruf der französischen Hauptstadt stärken, die wichtigste Metropole Europas zu sein.


    5. August 1704: Eine recht starke Kriegsflotte der Großkhanate Quito und Dagomys beginnt mit der Blockade der Kojima-Bucht westlich von Kobe. Dort scheint man den bedeutendsten Stützpunkt der ungewöhnlich starken Piratengruppen zu vermuten, die in den vergangenen Wochen so großen Schaden im südchinesischen und japanischen Meer angerichtet haben. Die Hafenstadt Okayama und einige kleinere Fischerdörfer sind damit vom offenen Meer abgeschnitten. Die Vermutung der mongolischen Flottenkommandos scheint sich als richtig zu erweisen, denn bereits zur Monatsmitte hin geht die Piraterie wieder auf das übliche Maß zurück. Außerdem kann man mehrere Schiffe aufbringen, deren Mannschaften noch nichts von der Blockade ihres Stützpunkts gehört haben und die daher beutebeladen in die Bucht einlaufen. Erst nach etwa zehn Tagen endet diese Erfolgssträhne, und es treffen keine arglosen Seeräuber mehr ein.


    6.-25. August 1704: Die mutmaßlichen Piraten im Indischen Ozean scheinen sich nach Osten hin abgesetzt zu haben. Da sie einzeln oder in sehr kleinen Gruppen fuhren, konnten sie nur schwer von Handelsschiffen unterschieden werden, zumal viele von ihnen europäische oder indische Flaggen führten und die Kriegsflotte Melakas sich daher im Zweifel eher zurückhielt. Ende August muss der Oberkommandierende des Teilreiches vor Ort an seinen Großkhan melden, dass man nur fünf Piratenschiffe aufbringen konnte. Außerdem habe man weitere 59 Handelsschiffe zum Anlegen in mongolischen Häfen gezwungen und erfolglos durchsucht.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:40 Uhr)

  11. #281
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    7.-16. August 1704: Nach seiner Rückkehr vom Dreikönigstreffen beruft der englische König Heinrich VI. in Caen einen gemeinsamen Landtag seiner Herzogtümer und Grafschaften auf dem Festland ein. Hauptthema sollte ursprünglich der Umgang mit den Kriegsabgaben sein, welche freiwillig vom Adel und Bürgertum des Festlands und der Insel geleistet worden sind. Nun dürfte man aber auch den Konflikt mit den mongolischen Reichen besprechen.


    7.-28. August 1704: Die Großkhanate Quito, Dagomys und Melaka verlegen fast 40000 Mann aus den bislang umkämpften Gebieten nach Taiwan und auf die Putraqinen. Von dort sollen sie vermutlich sukzessive nach Japan gebracht werden, um die Inseln für das Mongolische Reich zurückzuerobern. Die Ermordung des Kronprinzen von Quito scheint in diesem Fall eine Einigung wie mit anderen Rebellengebieten deutlich zu erschweren. Man vermutet, dass die jüngsten Flottenbewegungen der drei Teilreiche mit diesen Transporten zu tun haben könnten, die angeblich vor allem von Schiffen Quitos durchgeführt werden. Diese wurden und werden nun möglicherweise in ihren bisherigen Operationsräumen von Fahrzeugen aus Melaka und Dagomys notdürftig abgelöst.


    7.-31. August 1704: Erste Rückmeldungen der Fronaufseher und Bauern deuten erneut auf eine gute bis sehr gute Ernte in Europa und Nordwestafrika hin. Besonders in Ost- und Mitteleuropa ist man sehr zufrieden, aber auch alle anderen Regionen sind zuversichtlich. Eine sehr gute Nachricht kommt außerdem aus dem Grenzgebiet zwischen dem Kalifat und den galicischen Vasallengrafschaften. Offenbar wird das lange Zeit brachgefallene Land, das südlich der christlichen und nördlich der muslimischen Festungen liegt, mittlerweile von nachgeborenen Freibauern wieder bewirtschaftet. Auch einige Adlige erheben nunmehr Anspruch auf frühere Rechtstitel, können sich aber bislang nicht damit durchsetzen.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:41 Uhr)

  12. #282
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    8.-26. August 1704: Ein Kuriltai des südamerikanischen Teilreiches in Quito wird von Khanen aus allen Regionen (auch aus der Karibik) besucht und verläuft reibungslos. Anders als die Großkhanate Dagomys, Melaka, Debul und Negübeihafen musste man bislang noch keine formellen Gebietsverluste hinnehmen und kann dank der Friedensverträge sogar hoffen, Japan militärisch zu bezwingen. Daher wird Kabuls kostenintensive Baupolitik in Quito nur sehr zurückhaltend kritisiert, so dass seine Position deutlich gestärkt sein dürfte.


    10. August 1704: Aufgrund der unsicheren Situation auf den Weltmeeren erlassen Putraq VI. von Dagomys und Kabul I. von Quito ein sofortiges Durchfahrtsverbot für nichtmongolische Kriegsschiffe durch den Großkhankanal und den Kronprinzenkanal; einzig das als absolut zuverlässig geltende Khanat Hellas soll auf Vorschlag des zuständigen Satrapen von Kairo ausgenommen bleiben. In gleichlautenden Schreiben an die europäischen Monarchen und die kürzlich unabhängig gewordenen Reiche werben beide Großkhane um Verständnis für diese Maßnahme. Man wolle keinem Reich eine hinterlistige Politik unterstellen, es gebe aber Hinweise darauf, dass verschiedene Piratengruppen sich mit der Flagge europäischer Länder tarnten, auch wenn die jeweiligen Heimatländer sicherlich nichts davon wüssten. Zwar ist die Sperrung der Kanäle nicht befristet, man geht aber davon aus, dass die zwei Großkhanate sie wieder aufheben werden, wenn ihr Bild von der Situation zu See etwas klarer geworden ist. Zudem wird in den Briefen ausdrücklich betont, dass Handelsschiffe weiterhin nach den gewöhnlichen Regeln passieren können. Ein bereits Ende 1691 vom schwäbischen Gelehrten Jean Mabillon herausgegebenes Werk über die mongolischen Kanäle findet angesichts dieser neuen Situation plötzlich große Aufmerksamkeit und erscheint bald darauf in einer zweiten Auflage.


    11. August 1704: Einige burgundische Schiffe, die in der Nähe der westfranzösischen Küste zusammen mit englischen Fahrzeugen operieren und dabei die Vorteile der burgundischen Seeoffiziere nutzen, bringen ein Piratenschiff auf, das unvorsichtig agierte und kurz nach einem Angriff auf einen Handelssegler praktisch auf frischer Tat ertappt wurde. Wie vom burgundischen Herzog angeordnet, soll die Besatzung nach Gent gebracht und dort genau verhört werden. Das Schiff übernehmen dafür die Engländer, um es dem Eigner des kurz zuvor versenkten Handelsseglers aus Brest als Entschädigung zukommen zu lassen.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:41 Uhr)

  13. #283
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    12. August 1704: Der junge Khan Bohuslav I., der seine zunächst recht langsame Rückreise nach der Todesnachricht deutlich beschleunigt hat, trifft wieder in Prag ein. Die Stadt ist bereits in angemessener Trauer geschmückt, und Adel, Hof, Bürgerschaft und Universität sprechen dem Monarchen das Mitgefühl des ganzen Landes aus. Bohuslav übernimmt nur wenig später die Regierung und stellt sofort eine Delegation zusammen, die nach Dagomys reisen soll.


    12. August 1704: Auf dem Kuriltai in Shikawo entscheiden die Khane auf Drängen einiger mit einem Adelstitel ausgezeichneter städtischer Beamter der Westküste, die Flotte im nächsten Jahr erheblich zu vergrößern. Bislang wird man im Süden, Westen und Südosten vorwiegend von Schiffen aus Quito geschützt, während man im Nordosten auf die Zisterzienser und zum Teil sogar die Iren als Unterstützer baut. Nachdem das südamerikanische Teilreich nun einige Fahrzeuge nach Asien abgezogen hat, ist Shikawo stärker auf sich selbst gestellt. Da der Adel der Region sehr traditionalistisch eingestellt ist und die bei der Reichsteilung in Amerika stationierte Flotte freiwillig fast vollständig dem Großkhanat Quito überließ – man drängte Kabul I. sogar regelrecht, die Verantwortung für das Meer auf sich zu nehmen – gilt diese Entscheidung als überraschend. Mittlerweile hat man aber wohl auch im Reich Tohtus V. erkannt, wie bedrohlich es für den Wohlstand und die Sicherheit eines Landes sein kann, wenn es seine Küsten nicht zu schützen vermag.


    12. August 1704: An der Ausfahrt der Kojima-Bucht zum offenen Meer kommt es zu einem Angriff der mutmaßlichen, in der Hafenstadt Okayama eingeschlossenen Piraten auf die von den Mongolen entsandte Blockadeflotte. Dabei haben die Angreifer eine schier unglaubliche Glückssträhne: Zunächst bieten einige japanische Fischer, die wegen der Blockade nicht aufs Meer hinausfahren können, elf ältere Fahrzeuge zu einem sehr günstigen Preis an, so dass am Ende für 55 000 S 15 Brandner ausgerüstet werden können, ohne dass die Seeräuber zu starke Einbußen erleiden. Dann gelingt den außerhalb der Bucht verbliebenen Kriegsschiffen eine unbemerkte Annäherung an die mongolische Flotte. Zuletzt ist der frühe Morgen des Sommertages neblig, so dass die Brandner ebenfalls ohne Aufsehen herankommen. Auch der Angriff selbst erfüllt seinen Zweck fast perfekt. Zwar gelingt es letztlich keinem der Brandner, ein Schiff zu versenken, doch die Mongolen ziehen sich ungeordnet aufs offene Meer zurück, was den Kriegsschiffen und den Fahrzeugen der Seeräuber die Flucht aus der Bucht ermöglicht. Als der mongolisch-japanische Kommandeur Keisuke Khan die Situation missdeutet und seine Flotte rasch eine Schlachtlinie bilden lässt, entrinnen die Fliehenden in kleinen Gruppen oder sogar einzeln fahrend auf den Pazifik hinaus. Selbst die Verfolgung der Seeräuber missglückt weitgehend, weil es kleinere Abstimmungsprobleme zwischen einigen Offizieren aus Dagomys und dem in Diensten Quitos stehenden Oberkommandierenden gibt. Einen Tag darauf gelingt es sechs mongolischen Schiffen zwar, eine kleine Gruppe aus zwei Kriegsschiffen (1*100 III, 1*25 III) und zwei Piratenseglern zu stellen und nach kurzem Kampf zu versenken, doch trotz dieses späten Erfolges und des Ausbleibens eigener Verluste gilt die Flucht der Feinde aus einem vollständig blockierten Hafen als schwere Niederlage.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:41 Uhr)

  14. #284
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    13.-19. August 1704: Nachdem die Seeräuber und Kriegsschiffe aus dem Hafen von Okayama verschwunden sind und ihre LI-Söldner zurückgelassen haben, herrscht für einige Tage recht große Unsicherheit und Verwirrung in der Stadt. Die Beamten des Tenno gehen davon aus, dass die Abtretung des Hafens weiterhin Gültigkeit hat, zumal man nicht weiß, ob es den Fliehenden gelingen könnte, mit einer zusätzlichen Kriegsflotte die Blockade erneut zu durchbrechen. Die LI-Söldner sind hingegen auf sich allein gestellt, weil sich auch die Agenten ihres Dienstherrn auf die ausbrechenden Schiffe begeben haben. Schließlich entscheidet der Regimentsobrist, dass Hafen und Stadt weiterhin gehalten werden, woraufhin die Japaner ihn als Vertreter des Vertragspartners anerkennen.


    14.-31. August 1704: Der mongolische Postdienst bringt Briefe aus zahlreichen europäischen Ländern nach Dagomys, deren Herrscher sich zu einer aktuellen Frage – vermutet wird, dass es vorwiegend um die Ereignisse in Negübeihafen gehen dürfte – äußern. Mehrere Staaten kündigen auch die Entsendung einer diplomatischen Delegation an. Kronprinz Yesun bittet daher Ende August die Botschafter der übrigen Teilreiche zu sich, um darüber zu beraten.


    16. August 1704: Ein italienischer Gesandter trifft in Dagomys ein, um mit dem Botschafter des Großkhanats Quito zu sprechen. Die Inhalte der Unterhaltung dringen zunächst nicht nach außen. Außerdem nimmt er danach noch Kontakt zum Kronprinzen auf, der ihm ebenfalls rasch eine Audienz gewährt.

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Der Botschafter dankt sehr für das Angebot, vermutet aber, dass man in seiner Hauptstadt keinen Bedarf an angemieteten Schiffen hat, zumal diese sicherlich längere Zeit nach Japan unterwegs wären. Falls der Khan es möchte, wird die Ständige Gesandtschaft aber in Quito nachfragen. Der Kronprinz ist hingegen äußerst dankbar für die Zusage. Man habe mit den anderen Teilreichen noch nicht vereinbart, welche Reaktion angemessen sei, werde aber gewiss auf das Angebot zurückkommen, sollte es wirklich zum Krieg mit den britischen Mächten kommen. Da noch einige europäische Delegationen angekündigt seien, möge Italiens Gesandter sich eingeladen fühlen, in der Hauptstadt zu bleiben, um an einer möglichen größeren Verhandlungsrunde teilnehmen zu können.
    Geändert von Jon Snow (10. Oktober 2025 um 11:42 Uhr)

  15. #285
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    17. August 1704: Die französische Käse- und Warenmesse muss in diesem Jahr mit Bedauern abgesagt werden, da die Pariser Handelsgilden nach dem Krieg und der Sonderabgabe (die vor allem im Hauptstadtgebiet freiwillig geleistet worden war) nicht mehr das nötige Geld dafür aufbringen können. Mittelfristig wäre es vielleicht möglich, das Ganze in eine eigene französische Tradition zu verwandeln, wozu man im italienischen Handwerkerwettbewerb ein (angesichts der Feindschaft allerdings inoffizielles) Vorbild hätte. Man könnte aber auch weiterhin auf die Eigeninitiative der Kaufleute bauen.


    17.-30. August 1704: In Gent beginnen die mehrtägigen Verhöre gefangen genommener und dem Herzog vorgeführter Piraten, bei denen erstmals seit Jahrhunderten wieder offiziell die Folter zum Einsatz kommt, was möglicherweise eine abschreckende Wirkung erzielen soll. Auf Befehl Johanns X. werden zudem diejenigen, die man für die Anführer der Bande hält, dazu gezwungen, beim Verhör der übrigen Seeräuber zuzusehen. Die Geständnisse werden protokolliert, was die Suche nach möglichen Hintermännern erleichtern könnte.

    Nur für das Herzogtum Burgund

    Achtung Spoiler:
    Die ungewohnte Form der Verhöre und die Wiedereinführung der (zumindest offiziell) schon seit langer Zeit nicht mehr praktizierten Folter sorgen dafür, dass die meisten Gefangenen recht viel sagen. Zugleich wird aber auch deutlich, dass selbst die Folter eine Art Kunst ist, welche man ein wenig üben muss. Zwar findet der Hof nach mehreren Absagen schließlich doch einige Wachmänner, die diese Pflicht übernehmen, ihre Methoden führen aber bei mehreren der ersten Verhöre zu verfrühten Todesfällen. Insgesamt ergibt sich dennoch ein recht klares Bild: Die Piraten stammen größtenteils aus Flandern und der Bretagne, wo sie meist als Fischer oder Gehilfen auf Handelsschiffen arbeiteten. Aus Not oder Habgier (sie behaupten natürlich Ersteres) begannen sie später zu unterschiedlichen Zeiten damit, zu schmuggeln und sich für andere gesetzeswidrige Aufträge zu melden. Im Frühjahr 1704 erwarben sie dann von einem irischen Kaufmann ein Schiff, mit dem sie selbst Piraterie betreiben wollten. Den Handelssegler, den sie in der Biskaya aufbrachten, beobachteten einige von ihnen bereits bei der Einfahrt in den Hafen von Brest, wo sie als Schauerleute arbeiteten. Angeblich gibt es viele einfache Arbeiter in der Hafenstadt, die sich auf diese Weise ein Zubrot verdienen oder sogar selbst ab und zu Piraterie betreiben, und einige Seeräuber nennen unter der Folter auch zahlreiche Namen. Als sie sahen, dass recht wertvolle Güter unter Deck gebracht wurden, wollten sie das Schiff einige Seemeilen außerhalb des Hafens kapern, doch die Verfolgung zog sich deutlich länger hin, was burgundisch-englischen Streitkräften die Ergreifung der Piraten gestattete.



    19. August 1704: Der schon vom verstorbenen ungarischen Khan Arpad IV. als informelle Einrichtung gegründete Rat aus besonders mächtigen Adligen tritt in Buda zusammen. Offenbar versucht der junge Monarch weiterhin, Reformen im Land zu initiieren.

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