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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #196
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    23. August 1703: Der italienische Khan Tenzin II. legt dem Kuriltai ein Friedensangebot vor, das ihm die französische Koalition anscheinend zugesandt hat und das neben den Vasallen der französischen Krone auch das Kalifat und Hellas berücksichtigen soll, mit denen man gegenwärtig noch nicht im Kriegszustand ist. Dem Vernehmen nach sind die Forderungen äußerst hart und einschneidend.

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Der Kuriltai teilt die Empörung des Khans, als er mitteilt, dass der Kalif, Galicien, Hellas und der Heilige Stuhl sich auf die gegnerische Seite gestellt hätten und möglicherweise bald dem Krieg gegen Italien beitreten könnten. Auch der Erzbischof von Genua kann keine Hoffnung machen. Zwar habe der päpstliche Legat nicht mit einer Kriegserklärung gedroht, doch die Überzeugung des Heiligen Vaters kundgetan, dass die Vorwürfe gegen Italien der Wahrheit entsprächen. Die Hoffnung des Monarchen, das Großkhanat Dagomys werde Ungarn ein Eingreifen versagen, wird zwar von einigen Ständen fast wie ein Strohhalm auf dem Meer ergriffen; angesichts der zahlreichen inneren Probleme der mongolischen Teilreiche dürfte eine fortdauernde Neutralität aber deutlich wahrscheinlicher sein. Auch diejenigen, die auf einen diplomatischen Erfolg des Kronprinzen im September hoffen, plädieren daher für eine Fortsetzung der Gespräche. Sollte sich die Sorge des Khans bewahrheiten, stünde man in wenigen Wochen sonst im Kampf gegen fast alle starken Militärmächte des freien Europa, was zweifellos den Untergang Italiens bedeuten würde. Finanzielle Forderungen könne der Herrscher dabei in jeder Höhe annehmen, die einen Frieden herbeiführe. Bei den Privilegien sind besonders die ligurischen Städte skeptisch, doch sogar die dortigen Kaufleute sehen es als geringeres Übel gegenüber einer Zerschlagung des Landes an. Stufe IV sei für Frankreich (erst recht, wenn dabei auch die Krone beteiligt sei) bei einer so hohen Geldforderung aber sehr viel. Vielleicht könne man hier nochmals nachverhandeln. Gebietsabtretungen lehnt man hingegen mehrheitlich ab, zumal dies im konkreten Fall den Verlust weiterer Pässe bedeuten würde. Die „kleineren“ Forderungen (Geiselstellung, Ersatz von Schiffen) könne Tenzin jederzeit als Verhandlungsmasse einsetzen, daran werde ein Friede aber sicherlich nicht scheitern. Außerdem überlässt man dem Monarchen die Entscheidung darüber, ob Italien offiziell um Frieden nachsuchen oder zunächst weiterhin informell verhandeln solle, um möglichweise durch den Erweis militärischer Kraft oder einen überraschenden Erfolg des Kronprinzen in Dagomys bessere Konditionen zu erhalten.



    24. August 1703: Eine Vertraute der bairischen Generaloberin trifft in Stuttgart ein, um mit dem Herzog verschiedene Fragen der Grenzverteidigung zu besprechen.

    Nur für das Khanat Baiern

    Achtung Spoiler:

    Der Herzog berichtet, dass er ein Reiterkontingent für Burgund angeworben und nach Süden geschickt habe. So soll ein Angriff der Eidgenossenschaft aus Ostburgund früh aufgehalten werden, falls es dazu kommen sollte. In der Bevölkerung fürchtet man die Ungarn aber sehr, so dass deren Beherbergung den Ruf des Kaisers leicht mindere. Herzog Ulrich geht davon aus, dass solche Ängste auch in einigen anderen Ländern latent vorhanden sein könnten.



    26. August 1703: In der eidgenössischen Bundesstadt Bern kommt die Bundesversammlung der Kantone (Tagsatzung) zusammen, um über die Situation in Italien, gewisse Forderungen aus dem Heiligen Römischen Reich und andere wichtige Themen zu beraten. Der äußerst angesehene Bundesamman Samuel Frisching hat dabei das erste Wort und legt auch die Tagesordnung fest.

  2. #197
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    27. August 1703: Eine etwas stärkere Streitmacht des Kalifats aus Lissabon rückt in Setúbal ein, um die Stadt von der nordischen „Besetzung“ zu befreien. Eine knappe Woche nach ihrem Überraschungscoup haben die beiden Prinzen und ihr Gefolge auch erkannt, dass kaum an einen militärischen Erfolg zu denken ist, da man über keine Verwaltung verfügt, mitten im „Feindesland“ steht und die Bevölkerung zwar ruhig bleibt, aber nicht mit den „Eroberern“ kooperiert, so dass man in Märkten, Schänken und sogar Kirchen stets vor verschlossenen Türen steht. Schließlich entscheiden sich die Nordmänner dazu, Setúbal zu verlassen, ohne es auf einen Kampf ankommen zu lassen. Zumindest die Stadtkasse, das Steuerregister und etwas einheimischen Wein nehmen sie als „Kriegskontribution“ aber mit auf See. Da die Stadt wieder frei ist, bevor man dort ankommt, erleiden die Stadtgarden und ihre Hilfstruppen keine Verluste. Der in Lissabon residierende Gouverneur schickt aber zwei Kriegsschiffe aus, um den Nordmännern zumindest ihre Beute wieder abzujagen und die Sache nicht einfach auf sich beruhen zu lassen. In Cordoba ist derweil der Große Hofrat unter dem Vorsitz des Kalifen Yaqub I. zusammengetreten, um mögliche Reaktionen zu erörtern.


    29.-31. August 1703: Erste Scharmützel vor Porto Maurizio werden noch sehr vorsichtig und fast ausschließlich von leichter Reiterei ausgetragen. Dabei zeigt sich, dass die ortskundigen Italiener die Flussübergänge gut gesichert und den Hafen damit vor einer Umklammerung geschützt haben. Im Lager der französischen Koalition gibt es offenbar unterschiedliche Vorschläge, wie damit umgegangen werden soll.

    Nur für die Mitglieder der französischen Koalition

    Achtung Spoiler:
    Die Übergänge sind gut geschützt, ein direkter Angriff brächte also recht hohe Verluste mit sich. Einige Generäle aus Burgund schlagen vor, den Übergang zu erzwingen, während die Südfranzosen dafür plädieren, im Rücken der Stadt von See her anzulanden.



    1.-18. September 1703: Dank zahlreicher Steuererleichterungen und Sonderregelungen ebbt die Welle von Revolten in den mongolischen Teilreichen allmählich ab, ohne dass es zu einer Gewalteskalation kommt. Nur kleinere Widerstandsnester im nordöstlichen Balkanraum, in den Anden und auf einigen südostasiatischen Inseln müssen militärisch bezwungen werden. Die Zugeständnisse könnten aber neue Probleme mit sich bringen, da man nun entweder auf zusätzliche Steuereinkünfte und Truppenaushebungen verzichten oder loyale Regionen stärker belasten (und damit möglicherweise ebenfalls zu Aufständen provozieren) muss.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:00 Uhr)

  3. #198
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    2. September 1703: Die mit Spannung verfolgte Gruppenauslosung für die Bartmannball-EM in Turku (Finnland) ergibt einige sehr interessante Duelle. Zwar haben sich noch keine klaren Favoriten herausgeschält, und die neue Sportart kennt auch noch keine echten Rivalitäten, doch zumindest die Duelle zwischen Nachbarländern versprechen große Emotionen. Als auffälligstes Team gelten nach den Vorbereitungsspielen die extrem wurfstarken, sehr offensiv eingestellten ungarischen Uberscorer, die für den Hansebund antreten.


    2. September 1703: Beide Vorstände der CTC in Rom und Genua machen einen Vorschlag für eine einvernehmliche Trennung der Gesellschaft. Da sich die hellenischen und italienischen Kapitäne, Seeleute und Händler noch immer misstrauisch gegenüberstehen und darauf zu warten scheinen, ob die jeweils andere Seite den ersten Schritt machen wird, scheint eine Rückkehr der Schiffe nach Genua praktisch ausgeschlossen, weil die Hellenen dem großen Widerstand entgegensetzen würden. Daher haben die Geschäftsführer Vorabsprachen mit einigen Hafenverwaltungen im Indischen Ozean getroffen, wo die Schiffe überwintern und auf die offizielle Aufteilung am Jahresende warten könnten, sofern alle drei Regierungen zustimmen.


    2.-7. September 1703: Das schottische Parlament tritt erneut in Edinburgh zusammen, um über die britische Handelsgesellschaft informiert zu werden. Die persönliche Initiative des Monarchen wird mehrfach gelobt, und auch seine Straßenbauidee stößt auf viel Interesse. Vor allem aber geben die Stände der Hoffnung Ausdruck, dass die WMC nicht dasselbe Ende nehmen möge wie die bedauernswerte CTC.

  4. #199
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    3.-4. September 1703: In Lyon tag ein Kriegsrat der französischen Krone, an dem führende Offiziere aller Vasallen teilnehmen. Hintergrund soll die Lage an der Küste sein, wo Mitte August einige Kontingente der Belagerungsgeschütze aus Galicien bei einem Durchbruch italienischer Reiterei verloren gegangen sind.

    Nur für das Königreich Frankreich und dessen Vasallen

    Achtung Spoiler:
    Der Angriff erfolgte offenbar unerwartet, da der Gegner sich zurückzuziehen schien und man vor allem auf Ausfälle aus der Stadt selbst gefasst war (welche zu diesem Zeitpunkt aber nur noch von wenigen Kämpfern besetzt gewesen sein kann). Die leichten Reiter griffen an einer unübersichtlichen Stelle an, die von LI der englischen Vasallen gehalten wurde und nutzten dabei offenbar kleinere Wege, die den Einheimischen vermutlich vertraut waren. Außerdem gingen sie so ein hohes Risiko ein, da ein Rückzug nur unter gewissen Verlusten möglich war, was sich später auch bestätigte. Falls man Fehler ausmachen kann, lagen diese vorwiegend in der Abstimmung der verschiedenen Streitkräfte. So waren burgundische Reiter bereits in Richtung der zurückgehenden feindlichen Hauptstreitmacht unterwegs, während englische Kavallerie auf den überfüllten Wegen nicht schnell genug vorrücken konnte. Der Gegenstoß verlief dann wieder planmäßig und war auch ein Erfolg.



    3.-30. September 1703: Der September ist in diesem Jahr auf mehreren größeren Ozeanen ungewöhnlich stürmisch, was die Seefahrt stark behindert. Im Mittelmeerraum und an der Ostsee können Handel und Fischerei aber ohne Einschränkung fortgeführt werden, und an der Nordsee ist ein Ausfahren nur für wenige Tage zu riskant. Man rechnet damit, dass die europäischen Länder kaum unter den Handelsverlusten leiden werden, weil die meisten Schiffe bereits wieder auf dem Weg in ihre Heimat waren, als die Stürme begannen.


    4. September 1703: Papst Siricius III. macht auf seinem Weg zum Konzil in Rhodos Station, wo er vom Erzbischof und der Bevölkerung freundlich und sehr ehrenvoll begrüßt wird. Auch Satrap Arkim Khan nimmt an der Zeremonie und einer Messfeier in der Kathedrale teil und lädt die Gäste aus Rom später noch zu einem feierlichen Abendessen mit geistlicher Musik in seine Residenz ein.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:01 Uhr)

  5. #200
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    5. September 1703: Eine böhmische Gesandtschaft trifft etwas überraschend in Induru ein, wo sie von den indischen Fürsten freundlich begrüßt wird. Offenbar hat man dort bereits in der Vergangenheit Besuch aus Europa bekommen, wie einige Andeutungen der Diplomaten des Föderationsrates vermuten lassen.

    Nur für das Khanat Böhmen

    Achtung Spoiler:
    Die Föderation wäre bereit, Kaperfahrern aus Europa ihre bereits eroberten Häfen zu öffnen, solange der Krieg gegen die Großkhanate andauert. Eine finanzielle Beteiligung scheut man hingegen, weil die Fürsten offenbar nicht überzeugt sind, dass dabei viel herauskommen wird. Immerhin seien die Europäer eher fremd in der Region.



    5.-8. September 1703: Am Impero und vor Porto Maurizio hat sich zunächst ein unsicheres Gleichgewicht der beiden Armeen herauskristallisiert. Beide Heere halten ihre Flussseite, Italien vorwiegend mit leichter Reiterei und Fußtruppen, die französische Koalition etwas stärker mit schwerer Reiterei. Auch die Flotten der jeweiligen Mächte zeigen Präsenz vor dem möglichen Schlachtfeld, um feindliche Operationen zu erschweren.


    6.-12. September 1703: Der italienische Handwerkerwettstreit in Mailand ist trotz der Krise gut besucht, zumal viele Betriebe hoffen, auf diese Weise ihre Sorgen loswerden zu können. Schließlich würde ein Sieg sehr viel Geld in die Kassen spülen. Am Ende freut sich diesmal ein mittelgroßer Schmuckhersteller aus Florenz, dessen fein gearbeitete Gold- und Silberketten, Ringe und Armreife besonders bei der Damenwelt des Khanats sehr gut ankommen. Dieser Sieg eines Produzenten von Luxuswaren gilt auch als Hinweis darauf, dass die Krise nicht als dauerhaft angesehen wird, sondern die Menschen Hoffnung auf einen neuen Aufschwung hegen.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:02 Uhr)

  6. #201
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    7. September 1703: Der italienische Kronprinz Urus trifft in Dagomys ein, um die Sichtweise Italiens auf die Mittelmeerkrise darzulegen. Der designierte Nachfolger des Großkhans, sein Neffe Yesun, nimmt den hochrangigen Gesandten sehr freundlich in Empfang. Offenbar ist das Khanat in der mongolischen Welt noch immer recht angesehen, was vermutlich mit der jahrzehntelangen Treue der Kommunen zum Großkhanat und den zahlreichen italienischen Händlern in Dagomys zu tun hat. Da auch der ungarische Khan in der Stadt weilt, bestünde zugleich die Möglichkeit direkter Gespräche der beiden Delegationen, sollte dies gewünscht sein.


    9.-18. September 1703: Santa Cruz de Tenerife richtet in diesem Jahr den Herbstmaskenball des Khanats der Kanarischen Inseln aus. Die abenteuerlustigen Prinzen Björn und Harald aus den drei nordischen Königreichen haben nach langer, ereignisreicher Fahrt endlich auch ihr Ziel erreicht und stürzen sich sofort ins Vergnügen. Besonders ihr letzter Streich im Kalifat wird von den Kanariern mit großer Begeisterung aufgenommen und weitererzählt. Dennoch entscheidet sich die Hafenverwaltung, einige Mitglieder der Stadtgarde zu den nordischen Schiffen zu schicken, um ein rasches Auslaufen nach einer etwaigen Spitzbuberei zumindest zu erschweren. Die Schiffe des Kalifats sind derweil wieder nach Lissabon zurückgekehrt, nachdem sie bei der Suche nach den nordischen Fahrzeugen erfolglos blieben. Der Kalif dürfte die Sache aber vermutlich nicht einfach auf sich beruhen lassen.


    11. September 1703: Die ungarische Delegation wird erneut vom Kronprinzen des Teilreichs Dagomys empfangen, der weiterhin seinen abwesenden Onkel vertritt. Dieser soll noch immer zur Erholung in Konstantinopel sein.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:

    Bei dem Treffen sind diesmal auch Yesuns Mutter Eltiana und ein hochrangiger General des in der Hauptstadt angesiedelten „Großen Kriegsrats“ anwesend, welche einen erheblichen Teil der Unterhaltung bestreiten. Beide bleiben freundlich, in der Sache aber sehr entschieden: Aus mongolischer Perspektive sei ein Durchmarschrecht in Kriegszeiten oder bei einem in Aussicht stehenden Kampf als Parteinahme zu werten und daher mit der Neutralität des Großkhanats nicht zu vereinbaren. Über die Benutzung eines Hafens könne man konkret sprechen, sobald sich die offenbar noch sehr fluide Situation geklärt habe. Eltiana weist außerdem darauf hin, dass die Satrapie Krakau ebenfalls Tribute an Ungarn entrichte, wodurch man selbst ein Interesse an der Einhaltung der Prager Konvention habe.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:02 Uhr)

  7. #202
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    12.-17. September 1703: Kalif Yaqub I. empfängt in seinem Sommerpalast eine Delegation aus dem Westen seines Reiches. Der Gouverneur von Lissabon, der Bürgermeister und der Kommandeur der Stadtgarde von Setúbal sowie einige hochrangige Bürger werden zu den Vorkommnissen im August befragt, die zeitweilig zum Verlust der kleinen Hafenstadt an nordische Seeleute geführt hatten. Zugleich lobt der Befehlshaber der Gläubigen aber Standhaftigkeit und Treue der Bürgerschaft, die trotz möglicher Repressalien jede Zusammenarbeit mit den Besatzern verweigert hatte.


    13.-24. September 1703:
    In Prag findet erneut das Universitätscommerium statt, bei dem die böhmischen Gelehrten zusammen mit einigen bedeutenden Gästen über die aktuellen wissenschaftlichen Themen diskutieren. In diesem Jahr plante man zunächst eine Reihe von Vorlesungen und Diskussionsrunden über das Seerecht, doch das Thema ist offenbar in der international geprägten Studentenschaft und sogar unter den Professoren emotional stark aufgeladen. Die entsprechende historische Vorlesung eines Krakauer Dozenten, der schon viele Jahre in Prag lehrt, musste im Sommer nach eskalierenden Konflikten letztlich sogar abgebrochen werden. Daher verlegt man sich auf das Längengradproblem, das keine politischen oder weltanschaulichen Streitigkeiten auszulösen droht.


    14. September 1703: Die beiden mächtigen Flotten an der ligurischen Küste treffen vor der belagerten Hafenstadt Porto Maurizio aufeinander, als die Schiffe des Kalifats von Cordoba, der französischen Vasallen und des Königreichs Galicien die Entscheidung suchen. Mit ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit bei großen Schiffen (1*250 und 15*100 stehen zu Beginn der Schlacht gegen 11*100; insgesamt kämpfen 73:73 Schiffe jeder Größe, zudem werden auf Seiten der Koalition sieben Brandner eingesetzt) scheinen die Angreifer im Vorteil zu sein. Allerdings sind einige ihrer Schiffe veraltet, während die kanarisch-italienische Seite ganz auf moderne Fahrzeuge (Stufe III) zurückgreifen und mehr kleine Einheiten einsetzen kann. Der Brandnerangriff, der die Gefechte eröffnen soll, bleibt weitgehend wirkungslos. Es gelingt nur einem der umgerüsteten südfranzösischen Schiffe, in die unmittelbare Nähe der Gegner zu kommen und ein 25-Mann-Schiff der Kanaren zu versenken. Auch die Schlachtordnung der gut koordinierten italienisch-kanarischen Flotte bleibt erhalten. Die Koalition hat eine deutlich stärkere Position auf dem rechten Flügel, wo die Schiffe des Kalifen operieren. Möglicherweise möchte man die Feinde in Richtung Küste drängen, wo offenbar auch ein Teil der burgundischen Artillerie Aufstellung genommen hat. Dies gelingt aber nicht, weil schnelle kanarische Schiffe die merinidische Flotte von der Seeseite her stark bedrängen. Dadurch verlagern sich die Gefechte eher in Richtung der hohen See. Dabei tut sich nach einigen geschickten Manövern beider Seiten ein kleines Loch zwischen den Südfranzosen (welche die Mitte der Koalitionsflotte bilden) und den Galiciern auf, was möglicherweise damit zu tun hat, dass Letztere noch nie mit den anderen Flotten zusammengearbeitet haben. In diese Lücke stoßen die Italiener erbarmungslos vor und bedrängen die älteren galicischen und südfranzösischen schweren Einheiten, die erhebliche Verluste erleiden. Dadurch muss auch die Kalifatsflotte den Rückzug antreten, wobei die modernen 100er großartige Arbeit verrichten und einen bedeutenden Teil der merinidischen Schiffe retten können. Insgesamt verliert Italien 3*100 III, 6*50 III, 2*25 III, Kanarien 1*100 III, 1*50 III, 6*25 III, das Kalifat 1*250 II, 3*100 III, 6*50 III, 1*25 III, 1*25 II, Galicien 5*100 II, 1*50 III sowie Südfrankreich 1*100 II, 5*50 III, 1*50 II, 4*25 III (insgesamt also 19:29 aus Sicht der Koalition). Der Sieg wird in den darauffolgenden Tagen sofort in den Städten des Khanats Italien bekannt gemacht und von zahlreichen Priestern sogar als Gottesurteil verstanden, während die Bischöfe mit Rücksicht auf Papst Siricius III. zwar etwas vorsichtiger sind, aber dennoch Dankgottesdienste feiern und das volle Geläut der Dome anordnen. Auf Seiten der Koalition ist man natürlich enttäuscht, aber noch immer sehr siegessicher.

  8. #203
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    15. September 1703: In Barcelona trifft eine gemeinsame Gesandtschaft Galiciens und des Kalifats ein. Da beide Mächte mittlerweile einen unerklärten Seekrieg gegen das Khanat Italien (und damit gegen den Suzerän der Grafschaft) führen, fällt der Empfang äußerst frostig aus. Der Ausgang der Schlacht vor Porto Maurizio ist aber offenbar noch nicht bekannt geworden.

    Nur für das Kalifat von Cordoba und das Königreich Galicien

    Achtung Spoiler:
    Der Graf und seine Regierung lehnen es ab, ihrem Herrn untreu zu werden. Gerade in Zeiten der Not und Bedrohung müsse man die Vasallenpflicht erfüllen. Die Katalanen weisen zudem darauf hin, dass ein gültiger Friedensvertrag bis 1714 in Geltung sei, wobei die Gesandten die Ansicht vertreten, dieser sei von Italien gebrochen worden
    .

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Der Graf schickt einen Fischer mit einer Botschaft nach Genua, um den Khan zu informieren, dass der Kalif und der König von Galicien Vorschläge gemacht hätten, die letztlich auf einen Treuebruch gegenüber Italien hinausgelaufen wären. Er habe aber deutlich gemacht, dass sein Haus an der Seite des Khanats kämpfen werde.



    16.-21. September 1703: Vor seiner Abreise aus Baiern verbringt Markgraf Albrecht IV. von Brandenburg noch einige Tage am Chiemsee, um mit Generaloberin Adelburga Maria über aktuelle politische Fragen zu sprechen. Den Kaiser, der bereits nach Heidelberg gereist ist, wird Albrecht dann dort bei der burgundisch-bairischen Verlobungsfeier treffen.


    17. September 1703: In London wird das englische Parlament eröffnet, das über den Vertrag mit Irland und Schottland zur WMC und die königliche Zivilliste für 1704 beraten soll. König Eduard VI. berichtet außerdem, dass ein weiterer Vorschlag aus Schottland eingegangen sei, über den man zunächst in einem vertraulichen Ausschuss sprechen möchte. Zugleich ist das schottische Parlament nach einer kurzen Pause erneut zusammengetreten. Außerdem hat man erneut eine Botenlinie eingerichtet, um Vereinbarungen treffen zu können. In Limerick tagt nur wenige Tage später der Föderationsrat.

    Nur für die Königreiche Schottland und England

    Achtung Spoiler:
    Der WMC-Vertrag wird ohne Gegenstimmen angenommen, und das Parlament schlägt eine deutlich höhere Zivilliste (400000 S) vor, was als überraschend großzügig gilt und sicherlich mit dem allgemeinen Bedrohungsgefühl zu tun hat. Auch Irland signalisiert, man werde dem WMC-Vertrag zustimmen. Er kann also alsbald veröffentlich werden. Ein Krieg gegen die Kanaren stößt hingegen in beiden Parlamenten auf Skepsis. Schottland ist deutlich besser gerüstet als England, aber auch dort glaubt man nicht so recht an einen schnellen Erfolg. Außerdem weisen beide Ausschüsse (man tagt ja noch vertraulich) darauf hin, dass bislang nur der Heilige Stuhl im Krieg mit den Kanaren stehe. Auch die Koalition zweifle offenbar daran, dass die Kanaren wirklich ein so leichter Gegner seien.

  9. #204
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    18.-30. September 1703: Das Khanat Italien weitet den Kaperkrieg gegen seine Gegner aus. Nach dem Königreich Frankreich und seinen kleineren Vasallen werden nun Kaperbriefe für burgundische, galicische und merinidische Schiffe ausgegeben. Wie schon im Juni erfolgt die Verbreitung wieder über eigene Handelshäuser, aber auch über die Kanaren und bei den karibischen Kontaktleuten des Inselkhanats.


    19.-29. September 1703: In Indien unternehmen die rebellischen Fürstentümer des Dekkan mehrere kleine Angriffe auf Verteidigungsstellungen der Großkhanate Dagomys und Melaka. Möglicherweise ist ihnen bekannt geworden, dass die Teilreiche mit inneren Schwierigkeiten zu kämpfen haben und nicht mehr die Mittel haben, Verstärkungen heranzuführen. Daher scheinen die Attacken sich auch vorwiegend gegen die Reiterei und die Geschütze beider Mächte zu richten und zielen offenbar nicht auf Geländegewinne ab.


    20. September 1703: In Dagomys kommt es zu einem Treffen des jungen ungarischen Khans Arpad V. und des italienischen Kronprinzen Urus. Die beiden scheinen sich trotz der gerade sehr schwierigen Beziehungen ihrer Heimatkhanate recht gut zu verstehen.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:
    Urus verspricht, sich nochmals mit seinem Vater zu beraten, weist aber darauf hin, dass Italien die Tribute treu bezahlt habe. Eine Nachforderung sei prinzipiell möglich, aber könne vielleicht als Treulosigkeit betrachtet werden. Eine wichtige Frage sei, ob Ungarn den Tribut im Jahr 1704 nochmals annehmen werde oder ob der Khan eine sofortige Erhöhung fordere?


    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Kronprinz Urus berichtet brieflich, dass ein Treffen mit der ungarischen Delegation in der mongolischen Hauptstadt stattgefunden habe. Der Khan habe nochmals eindringlich auf weitere Gespräche gedrängt, da eine Parteinahme Ungarns Italiens Lage vermutlich fast unhaltbar machen würde. Urus möchte nicht ohne Erlaubnis des Vaters vorgehen, würde allerdings für weitere Verhandlungen plädieren und könnte sie zur Not auch führen, falls Tenzin dies wünschen sollte. Ein Eingreifen der Mongolen erscheine gegenwärtig leider unwahrscheinlich, man habe ihm aber zumindest zugesagt, dass die Ungarn nicht über mongolisches Territorium in Italien einfallen dürften.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:03 Uhr)

  10. #205
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    21. September 1703: Kurz nach dem Herbstmaskenball in Santa Cruz de Tenerife taucht eine geheimnisvolle Schatzkarte auf. Ein kanarischer Händler hat sie den Prinzen Harald und Björn über Helena von Fischhausen verkauft, sie scheint aber auch einigen anderen Teilnehmern des Festes bekannt geworden zu sein. Angeblich hat ein karibischer Pirat auf der Flucht vor mongolischen Schiffen seinen Schatz auf einer kleinen Insel eines afrikanischen Flusses oder Sees verborgen, bevor man ihn gefangen nahm und hinrichtete. Unter den Gästen bricht daher ein regelrechtes Schatzfieber aus.


    22.-25. September 1703: Die Streitmacht der französischen Krone und ihrer Verbündeten an der ligurischen Küste überschreitet auf breiter Front den Impero. Die Italiener leisten zwar tapferen Widerstand, sind der Wucht des Angriffs aber nicht gewachsen. Die Koalition setzt erstmals die bislang geschonten burgundischen Feldgeschütze und französischen Reiter ein, die mit Waffen aus der Zeit der mongolischen Weltherrschaft ausgerüstet sind. Die große Reichweite der Feldartillerie zwingt die Verteidiger, sich vom Ufer zurückzuziehen, und der Vorstoß mehrerer Tausend Reiter mit zum Teil überlegenen Waffen überfordert selbst die herausragenden Söldner aus Kiew. Es gelingt der italienischen Streitmacht aber, sich unter dem Schutz der Reiterei und einiger geschickt ausgeführter Störangriffe aus der Stadt und dem Hinterland heraus geordnet nach Osten zurückzuziehen, während ein Angriff über die Hügel an der Wachsamkeit der Koalitionsarmee scheitert. Porto Maurizio ist damit von der Landseite her umzingelt, dank der italienischen Seeüberlegenheit kann die Garnison aber voraussichtlich weiter versorgt werden. Die Streitmacht der französischen Allianz beginnt wenige Tage nach dem Durchbruch damit, Belagerungsgerät unter starker Bewachung über eine provisorisch am Impero errichtete Holzbrücke (die alten Brücken nördlich und südlich der Stadt waren von den Verteidigern zerstört worden) direkt an die Mauern heranzuführen, um die Belagerung aufnehmen zu können.


    23. September 1703: Der galicische König Fernando ordnet ein Requiem für die Gefallenen der großen Seeschlacht von Porto Maurizio an. Dabei ehrt er die tapferen Männer, die für Gerechtigkeit und Ordnung ihr Leben gegeben hätten. Die unehrlichen Piratenkhane aus Italien und von den Kanaren hätten den Krieg ausgelöst und damit auch den Landfrieden gebrochen, den man erst verlängert habe. Während der Kalif seine Zusagen einhalte, seien die Aktivitäten der beiden Feindmächte nicht nur eine Bedrohung für Handel und Fischerei, sondern auch für die Pilgerfahrten nach Santiago. Für Anfang Oktober beruft der Monarch daher einen Landtag ein.

  11. #206
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    25. September 1703: Papst Siricius III. trifft in Jerusalem ein, wo die Vorbereitungen auf das Konzil bereits weit gediehen sind. Die Heilige Messe, die das Oberhaupt der Weltkirche in der Grabeskirche zum Dank für seine glückliche Ankunft feiert, wird von vielen Gläubigen besucht. Es handelt sich offenbar nicht nur um Menschen aus der Stadt selbst, sondern teilweise auch um Christen aus dem Umland.

    Nur für den Heiligen Stuhl

    Achtung Spoiler:
    Der Patriarch von Jerusalem bringt dem Papst sehr gute Nachrichten: Die Patriarchen haben mittlerweile alle ihr Kommen angekündigt, auch wenn die Herbststürme vielleicht gewisse Verzögerungen bringen könnten. Außerdem möchte Großkhan Putraq VI. trotz seiner vielen gesundheitlichen Probleme unbedingt als Gast erscheinen, sofern das irgendwie möglich ist und er die Reise durchhält. Er ist angeblich sogar schon in Konstantinopel, um neue Kraft zu schöpfen und sich dann auf den Weg zu machen.



    25. September 1703: Bei einem Treffen des Kronprinzen Yesun von Dagomys mit den beiden Delegationen aus Ungarn und Italien werden die unterschiedlichen Sichtweisen der Khanate sehr deutlich. Yesun bietet an, sowohl zwischen Ungarn und Italien als auch zwischen Italien und den übrigen Kriegsgegnern zu vermitteln, sollte dies gewünscht sein. Sein Onkel Putraq habe ihm hierfür die Vollmacht gegeben. Der Kronprinz macht aber auch deutlich, dass diese Bereitschaft nicht als Verstoß gegen die Krakauer Liberation gedacht sei und daher nur auf Wunsch der jeweiligen Kriegsgegner erfolgen könne.


    25. September 1703: Der italienische Khan Tenzin trifft in Genua ein, um die Besatzungen der siegreichen Schiffe zu belobigen und ein Fest mit ihnen zu feiern, bevor sie nach der Reparatur ihrer Schiffe wieder zu See fahren können. Trotz der Niederlage zu Lande nimmt die Bevölkerung regen Anteil an den Feierlichkeiten, und sei es nur, um die Angst vor der Eroberung Italiens durch eine übermächtige Feindkoalition zu vergessen. Außerdem ist man erkennbar stolz, die größte Seeschlacht im Mittelmeer seit Jahrzehnten gewonnen zu haben.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:04 Uhr)

  12. #207
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    26. September 1703: Der vereinigte Kronrat der Kalmarer Union tritt zusammen, um über die „Wilde Wikingerfahrt“ der Söhne König Eriks zu sprechen. Im Vorfeld hatte man sich ein wenig in den Hauptstädten und bei Hofe umgehört, und viel klammheimliche Freude über die „echten Kerle“ und ihre „Bubenstücke“ vernommen. Dennoch ist klar, dass man eine Strafe für Erik und Björn und vermutlich auch für die Mannschaften beider Schiffe finden muss, um die Autorität des Königs zu demonstrieren und außenpolitischen Schaden im Kalifat und in Schottland abzuwenden. Als strengstes Mittel käme wohl Festungshaft in Frage, mildere Möglichkeiten wären der Verlust der prinzlichen Apanagen oder die zeitweilige Verbannung vom Hof oder gar aus den Königreichen.


    26. September 1703: Der irische Förderationsrat nimmt den WMC-Vertrag an, den König Robert von Schottland erarbeitet hat und den die Parlamente beider Partnerländer bereits ratifiziert haben. Außerdem wird die Anregung Edinburghs befürwortet, bei einer starken Bedrohung der englischen Südküste oder der königlichen Lehen irische Schiffe rasch und ohne weitere Rücksprache mit dem Rat nach Süden zu entsenden. Hochkönig Patrick III. erhält die Befugnis, nach eigener Einschätzung der Lage die nötigen Maßnahmen zu ergreifen.


    27.-30. September 1703: Vor der ligurischen Küste ist die italienisch-kanarische Flotte seit der Schlacht von Porto Maurizio überlegen und operiert nunmehr in der Nähe von Marseille. Der Hafen selbst ist zwar durch eine Kette am Einfahrtsbereich und eine Mauer geschützt, die galicisch-merinidisch-südfranzösischen Schiffe verlassen aber ihre Liegeplätze trotzdem, um nicht hilflos dem feindlichen Kanonenbeschuss ausgesetzt zu sein. Erste Scharmützel in der Nähe der Küste bleiben auf beiden Seiten verlustfrei, es zeichnet sich aber ab, dass die Flotte der Koalition wohl nach Westen abgedrängt wird, sollte sie sich nicht erneut zur Schlacht stellen wollen.

  13. #208
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    1.-9. Oktober 1703: Von den Kanaren brechen mehrere Schiffe zur nordafrikanischen Küste auf, wo ein erster Hinweis auf den Piratenschatz des berüchtigten karibischen Seeräubers Henry Morgan versteckt sein soll. Neben den beiden nordischen Prinzen sind auch etwa zwanzig andere Abenteurergruppen unterwegs, die auf Ruhm und Reichtum hoffen. Die Nordmänner haben zwar als einzige Kriegsschiffe zur Verfügung, aber dafür müssen sie weiter nach Süden ausholen, um die Küste des Kalifats zu umfahren. Die Jagd nach dem Schatz gilt daher als offen.


    1.-24. Oktober 1703: Die „Wasserinspektoren“ kehren allmählich nach München zurück, um ihre Erkenntnisse zusammenzutragen. Zwar sind die Untersuchungen noch lange nicht an ein Ende gelangt, aber man beabsichtigt, die ersten Ergebnisse rasch schriftlich niederzulegen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem weiß man nicht, wie lange das ganze Projekt dauern wird und möchte den Fürsten bereits jetzt einen ersten Zwischenstand mitteilen.


    1.-31. Oktober 1703: Pfalzgraf Balduin I. nutzt den Herbst, um sich wie im Vorjahr einige Stücke von fahrenden Schauspielern anzusehen, anstatt der Jagd zu frönen. Einige Adlige kritisieren dies zwar als wenig standesgemäß, doch die Bürger scheinen stolz auf ihren volksnahen Monarchen zu sein. In diesem Jahr unterstützt der Herrscher auch mehrere Schaustellergruppen mit recht ansehnlichen Mitteln finanziell.

  14. #209
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    2.-6. Oktober 1703: Nach mehreren Reiterscharmützeln gelingt es der italienischen Armee, am Centa und seinem Nebenfluss Arroscia bei Albenga eine neue Stellung aufzubauen. Zudem hält Porto Maurizio weiter stand, was einen machtvollen Vorstoß der Koalition zumindest deutlich erschwert und auch sehr riskant machen würde.


    2.-22. Oktober 1703: Vor der galicischen Küste kommt es zu zahlreichen Seeräuberangriffen durch Piraten und mit ihnen fahrende Kriegsschiffe, die allgemein den Kanaren zugeordnet werden, auch wenn sie ein buntes Sammelsurium an Flaggen und Erkennungszeichen führen und die Mannschaften aus aller Herren Länder zu stammen scheinen. Mindestens drei der Piratensegler fahren sogar unter der Fahne des Propheten und haben es augenscheinlich auf galicische Kleriker abgesehen, die zum Konzil unterwegs sind und für die man dann Lösegeld von der galicischen Kirche einfordern kann. Prominentestes Opfer ist der Bischof von Ferrol, der aus Patriotismus auf einem galicischen Schiff fuhr, obwohl die Mongolen von mehreren westspanischen Häfen aus Passagen nach Jerusalem anbieten, welche unter dem Schutz der Großkhane stehen und bislang offenbar verschont blieben. Die in der Heimat stationierte, aber durch die im Sommer erfolgte Entsendung von 15 Schiffen ins Mittelmeer geschwächte Flotte des Königreichs ist mit den Angriffen erkennbar überfordert und verliert in Gefechten mit den Piraten und ihren Kriegsschiffen sogar vier Fahrzeuge (1*50 II, 3*25 II).


    3.-8. Oktober 1703: Die merinidisch-südfranzösisch-galicische Flotte bei Marseille beginnt mit einem geschickt durchgeführten, verlustfreien Rückzug in Richtung der Ostküste des Kalifats. Angeblich sollen aber einige südfranzösische Schiffe zurückgeblieben sein, um wichtige Häfen wenigstens nicht ganz ungeschützt zu lassen. Die Italiener und Kanarier beginnen daraufhin mit der Beschießung der Hafenanlagen von Marseille. Die Schäden bleiben zunächst noch gering, könnten aber deutlich größer ausfallen, sollte die Situation andauern. Die Angreifer müssen zwar immer wieder nach Genua zurückkehren, um weitere schwere Munition an Bord zu nehmen, angesichts ihrer vollständigen Seeüberlegenheit scheint dies aber den erwarteten Erfolg allenfalls zu verlangsamen. Angeblich interessieren sich die Seeoffiziere vieler Länder sehr für die Operation, da man schon längere Zeit keine Angriffe mehr auf befestigte Seehäfen erlebt hat.

  15. #210
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    4. Oktober 1703: Ein Eilbote der mongolischen Reichspost bringt die Zustimmung Tenzins II. von Italien zu einer Friedensvermittlung durch den Großkhan. Damit könnten Gespräche mit allen erklärten oder potentiellen Gegnern des Khanats über einen Vertrag beginnen, die sich dem Procedere anschließen möchten. Dies betrifft auch Ungarn, da Italiens Kronprinz Urus von seinem Vater die Erlaubnis zu Verhandlungen erhalten hat. Zugleich gibt es Gerüchte, wonach auch der Heilige Vater eine Friedensinitiative begonnen habe.


    4.-26. Oktober 1703: Mehrere hochrangige Bischöfe und Erzbischöfe und sogar zwei der aus nichteuropäischen Ländern stammenden Patriarchen senden Boten nach Jerusalem, um den Heiligen Vater über die Verzögerung ihrer Anreise zu informieren. Eigentlich war bereits für Anfang Oktober eine besondere Versammlung der Patriarchen geplant, doch die Stürme im September und die allgemeine Unsicherheit im westlichen Mittelmeerraum scheinen dieses Vorhaben nun zu vereiteln. Das Konzil selbst dürfte aber nicht betroffen sein.


    4.-28. Oktober 1703: Nach dem Ende der Belagerung Guangzhous greifen die Mongolen nun die übrigen weitgehend unabhängigen südchinesischen Fürstentümer an, die sich gegen das Reich verbündet haben. Die Regionen Guizhou, Hunan, Chongquing und Jiangxi werden von der Reiterei des Großkhanats Dagomys verwüstet, während das ebenfalls unabhängige, aber nicht am Bündnis beteiligte Yunnan verschont bleibt. Anfang November beginnen schließlich erste Friedenssondierungen zwischen den Konfliktparteien. Es gibt Gerüchte, wonach die Verbündeten der Chinesen in Ostafrika und Zentralindien mitgeteilt hätten, dass sie in diesem Jahr nicht mehr zu neuen Angriffen imstande seien.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 15:09 Uhr)

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