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Thema: Der Mongolensturm - Das 18. Jahrhundert

  1. #166
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    5.-25. Mai 1703: Mehrere Geistliche in Spanien, Italien, Burgund, Hellas, England, Rom und der Eidgenossenschaft rufen in ihren Predigten zum Frieden auf und beziehen sich dabei auf die Bitte des Heiligen Vaters, die dieser Anfang April öffentlich gemacht hatte. Frankreich ist hingegen kaum von den Friedensaufrufen betroffen, vielleicht weil man hier mittlerweile in allen Ständen von der Rechtmäßigkeit und Unabwendbarkeit des Krieges überzeugt ist und selbst päpstliche Aufrufe nichts daran ändern können.


    6. Mai 1703: Satrap Arkim Khan von Rhodos gewährt der ungarischen Gesandtschaft, die seit mehreren Monaten auf der Insel weilt, erneut eine Audienz.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:
    Der Satrap hat aus Dagomys die klare Anweisung bekommen, strikte Neutralität zu wahren. Er kann also keinen Einmarsch ungarischer Truppen ins Khanat Italien über die Region Venezien gestatten.



    7.-9. Mai 1703: Im westlichen Mittelmeerraum kommt es zur ersten Seeschlacht des noch von keiner Seite offiziell erklärten Krieges zwischen verschiedenen Mächten aus der Region. Die Hauptflotten des Kalifats von Cordoba und der südfranzösischen Städte und einige vom Papst und dem Khanat Hellas entsandte Schiffe versuchen, einer kanarischen Flottille an der Südspitze Korsikas den Weg abzuschneiden. Beim ersten Zusammentreffen am 7. Mai wird ein 25-Mann-Schiff von den Kanaren versenkt, wobei sich die Seeleute eines merinidischen und eines hellenischen Schiffes später im Hafen – freundschaftlich – darüber streiten, wem der entscheidende Schuss glückte. In den beiden folgenden Tagen kommt es dann mehrmals zu Gefechten der beiden Flotten, als es den kanarischen Schiffen gelingt, in einem Bogen um die Feinde herumzukommen. Da diese Kämpfe aus voller Fahrt heraus erfolgen, sind nur wenige Treffer zu verzeichnen, und nur ein 50-Mann-Schiff des Kalifats geht verloren.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:47 Uhr)

  2. #167
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    8.-10. Mai 1703: Die Gefechte zwischen den Flotten der verbündeten Mächte des westlichen Mittelmeerraums und der kanarischen Flottille gehen weiter. Der merinidische Kommandeur der Verfolger und die auf seinem Schiff segelnden Offiziere, welche aus Südfrankreich, Hellas und dem Kirchenstaat stammen, entscheiden sich, ihre Aufgebote zu teilen und einen Kurs einzuschlagen, der leicht westlich bzw. östlich an den Fliehenden vorbeiführt. So könne es gelingen, die Breitseiten der Schiffe einzusetzen, falls man einen günstigen Wind erreicht. Obwohl das Manöver hervorragend ausgeführt wird und beinahe zum Erfolg führt, als die kanarische Flotte fast schon erreicht ist, muss der Kampf ergebnislos abgebrochen werden. Am 10. Mai erreichen die kanarischen Schiffe nämlich die ersehnte italienische Küste, und dort fährt ihnen eine mächtige, aus Genua kommende Flotte entgegen. Die Schiffe der vier Mächte ziehen sich daher wieder zurück, als der merinidische Kommandeur das Signal dazu gibt. Auch die Italiener verzichten auf eine Verfolgung des Feindes, denn offenbar möchte gegenwärtig noch keine Seite ein unabsehbares Risiko eingehen.


    9.-31. Mai 1703: In Dagmoys findet eine Konferenz der fünf verbündeten Teilreiche statt, zu der neben Gastgeber Putraq VI. und seinem Neffen Yesun auch Batu V. (Melaka), Ashoka I. (Debul), Kabul I. (Quito), und Berke I. (Negübeihafen) persönlich gekommen sind. Angesichts der zahlreichen Krisen beschließen die Herrscher, Revolten überall einvernehmlich und in enger Absprache zu bekämpfen und wenn nötig militärisch zu kooperieren, auf keinen Fall jedoch Rebellen in irgendeiner Art zu unterstützen oder zu ermutigen. Außerdem werden mehrere dynastische Ehen vereinbart. Zwar ist ein Teil der Verlobten noch im Kleinkindalter, aber die dadurch über die nächsten eineinhalb Jahrzehnte hinweg in Aussicht stehenden Verbindungen dürften ihren Zweck dadurch erst recht sehr gut erfüllen. Schließlich werden so fast in jedem Jahr wichtige Trauungen stattfinden und den Hochadel der Teilreiche zusammenführen. Das Großkhanat Shikawo hält sich zunächst abseits, Tohtu V. verspricht aber in einem Brief an seine fünf Amtskollegen, dass er niemals gegen wahre Mongolen vorgehen werde und dies natürlich auch von seinen „Brüdern von den übrigen Kontinenten“ erwarte. Außerdem war bereits im Vorjahr die Verlobung seines Sohnes mit einer Nichte des Großkhans Kabul I. (Quito) bekannt gegeben worden. Gerüchten zufolge sollen die fünf in der langjährigen Reichshauptstadt des geeinten Großkhanats versammelten Herrscher mit einigen vertrauten Beratern auch über die Aufgabe von rebellischen Provinzen gesprochen haben, doch darüber dringt nichts Konkretes nach außen.


    11. Mai 1703: In der Nähe eines Hörsaals der Prager Universität wird mit dem Bau des vom Khanat finanzierten Kollegienhauses begonnen. Dort sollen Studenten eine bezahlbare Wohnung finden, und es sollen auch zusätzliche Lehrveranstaltungen stattfinden.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:48 Uhr)

  3. #168
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    12. Mai 1703: Eine Delegation des Kalifats von Cordoba trifft bei den freien, befreundeten nordafrikanischen Stämmen ein und besucht natürlich auch die eigenen Vasallen. So sollen die Bindungen nach Cordoba weiter gestärkt werden.


    12. Mai 1703: Pfalzgraf und Reichserztruchsess Balduin I. äußert sich auf einem Empfang zu Ehren des Namenstages seines Geheimrats Nereus von Landau begeistert über die freiwillige Beteiligung fast aller Reichsstände an der kaiserlichen Wasserkunst. Das Reich und der Kaiser stünden gemeinsam für die Zukunft und das Wohl aller Stände ein, und so geeint werde man mit Gottes Hilfe bis zur Wiederkunft Christi herrschen.


    12. Mai 1703: Papst Siricius III. hält eine Ansprache vor der Schweizergarde, bevor er einige Kontingente in den Nordteil seines weltlichen Herrschaftsgebietes entsendet. Danach trifft er sich mit den Mitgliedern der Kurie, um die Gründe seiner Kriegserklärung an die Kanaren darzulegen. Außerdem kündigt er an, die nächsten Wochen mit strengem Fasten und Gebet zu verbringen, um Gott um seine Hilfe für den Weg des Friedens und die Umkehr der Herzen gewalttätiger Menschen zu bitten. Die Kardinäle sind anfangs skeptisch, lassen sich aber mit etwas Mühe vom Nutzen dieser Idee überzeugen. Für die Dauer der päpstlichen Einkehr und des Fastens wird ein Rat aus erfahrenen Kurialen benannt, der sich den Alltagsgeschäften und den geistlichen Angelegenheiten widmen soll.

  4. #169
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    13. Mai 1703: In Stockholm trifft eine Delegation aus Galicien ein, um mit dem Hochmeister des Deutschen Ordens zu sprechen. Dieser empfängt die Spanier sehr freundlich und lädt sie ein, einige Tage zu bleiben und an den Horen der Ritter teilzunehmen. Zudem berichtet er, dass die Wallfahrt nach Santiago mittlerweile zumindest in Deutschland bekannt geworden sei und man vereinzelt sogar in Nordeuropa davon gehört habe.


    13. Mai 1703: Auf der CTC-Konferenz kommt es zur Abstimmung über eine neue Gestaltung der Handelsgesellschaft, die von Hellas ausgearbeitet wurde. Kernstück ist eine feste, nicht mehr durch Ankäufe veränderbare Verteilung der stimmberechtigten Stammanteile. Da der Heilige Stuhl und Hellas zusammen 500 der 1000 Stammaktien erhalten und damit die CTC wieder in die Hand bekommen würden, stimmen praktisch alle italienischen Handelshäuser zusammen mit dem Vertreter ihres Khans gegen die Neuregelung, was zu ihrer Ablehnung führt. Da Hellas und der Heilige Stuhl die Zukunft der Gesellschaft eng mit der Neuregelung verknüpft hatten, droht dem so hoffnungsfroh begonnenen gemeinsamen Projekt nun eine schwere Krise. Die Mehrheit der Geschäftsführung schlägt zwar vor, die weiteren Themen noch zu besprechen, aber auf hellenisch-päpstlicher Seite neigen mehrere Kaufleute nun einer Teilung der CTC oder einer Auszahlung Italiens zu.


    14.-16. Mai 1703: Ein Vorstoß südfranzösischer Reiter aus dem Col d‘Allos heraus in Richtung Saluzzo schlägt fehl. Anscheinend haben sich die Italiener gut auf einen Angriff vom Pass her vorbereitet und auch Feldartillerie an günstigen Positionen aufgestellt. Die markgräflichen Truppen stehen nun sehr isoliert in der Hauptstadt des kleinen Landes und werden wohl nicht mehr sehr lange standhalten können.

  5. #170
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    15.-18. Mai 1703: In Buda tagt der außenpolitische Rat des Khanats, der Arpad IV. einige Monate zuvor vom Kuriltai an die Seite gestellt wurde.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:
    Der außenpolitische Rat ist einhellig der Auffassung, dass der Khan recht damit hat, Italien in dieser Situation nicht als Vasallen anzunehmen. Hier steht man also voll hinter seiner Politik. Ähnlich sieht es beim zweiten Vorschlag aus. Arpads Skepsis in Bezug auf die zahlreichen, im Augenblick auch kaum zu klärenden Unwägbarkeiten bei einer Übernahme von italienischen „Werten“ (etwa CTC-Anteilen, Handwerkerausbildung etc.) dürfte sehr berechtigt sein. Allein eine Privilegierung ungarischer Händler verspräche einen sicheren Vorteil, wobei bei einem Friedensschluss vermutlich auch die andere Seite eine solche Forderung stellen könnte. Den vom Khan präferierten Vorschlag sieht man aber eher skeptisch. Italien habe seinen Tribut ordnungsgemäß bezahlt, und es sei kaum wahrscheinlich, dass dies 1704 nicht geschehen werde. Die Verhandlungsvollmacht für eine Erhöhung hat man dem Khan ja gegeben, im Augenblick seien also keine konkreten Angriffspläne nötig. Mit dem Großkhan könne man sicherlich sprechen, enge Kontakte seien aber nicht mehr vorhanden. Ungarn ist schon seit nahezu 80 Jahren unabhängig, so dass die persönlichen Bindungen mittlerweile weitgehend abgebrochen sind. Es sei aber gewiss vorteilhaft, wieder engere Bande zu knüpfen.



    16.-31. Mai 1703: Die italienischen Behörden berufen alle verfügbaren Leibeigenen ein, um die beiden Hauptwege nach Frankreich (die alte Handelsroute am Meer und den Col d’Allos) mit Hindernissen und improvisierten Schanzanlagen zu schützen. Man rechnet zwar nicht damit, dass dies eine ernsthafte Offensive verhindern kann, doch die Verteidigung Italiens wird dadurch auch symbolisch zu einer Sache aller Stände gemacht.

    Nur für das Khanat Ungarn

    Achtung Spoiler:
    Die beiden verbliebenen Agentenpaare berichten, dass in Italien mittlerweile ein Geist der grimmigen Entschlossenheit vorherrsche. Offenbar ist es dem Khan und seinem Kanzler gelungen, die Menschen davon zu überzeugen, dass Frankreich und seine Verbündeten keinerlei Gnade walten lassen werden und nur durch das Schwert an der Zerstückelung, Beraubung und Unterdrückung des Khanats gehindert werden können.



    17. Mai 1703:
    Eine Gesandtschaft des Khanats der Kanarischen Inseln trifft in Edo ein und wird von den rebellischen Japanern ins Landesinnere geführt. Dort soll ein Treffen mit einem hochrangigen Hofbeamten des Tenno stattfinden.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:48 Uhr)

  6. #171
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    18.-29. Mai 1703: Die Satrapen von Rhodos, Palermo, Konstantinopel, Jaffa und Kairo treffen sich auf Sizilien, um über die Situation im Mittelmeerraum und den Schutz der mongolischen Territorien und Handelsinteressen zu beraten. Konkrete Ergebnisse werden nicht bekannt, die Amtsträger sollen sich aber trotz aller Konkurrenz sehr gut verstanden haben.


    18.-31. Mai 1703: Das Khanat der Kanarischen Inseln beginnt damit, in Europa, der Karibik, im Mittelmeerraum und an der afrikanischen Küste Kaperbriefe gegen Handelsschiffe unter päpstlicher Flagge auszugeben. Zwar ist die Zahl der Handelshäuser unter der weltlichen Herrschaft der Kirche gering, doch die Versorgung Roms mit Luxusgütern, Getreide und anderen Importwaren könnte sich dennoch ein wenig verschlechtern.


    19. Mai 1703: Die nordischen Prinzen Harald und Björn verlassen Island überraschend an Bord der beiden königlichen Kriegsschiffe und lassen Dolmetscher und Berater Jakob von Urach auf der Insel zurück. Dafür soll ein Kaufmann von den Kanaren mit zweifelhaftem Ruf mit den beiden gefahren sein, der ihnen zuvor auf einem Empfang in leuchtenden Farben vom dortigen Maskenball erzählt hatte, bevor Jakob von Urach ihn hinauswarf. Offenbar sind die beiden ihm später in der Stadt nochmals begegnet und haben sich kurzerhand entschieden, die angebliche „Feierinsel Kanalle“ aufzusuchen.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:49 Uhr)

  7. #172
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    23. Mai 1703: Die markgräflichen Truppen in Saluzzo kapitulieren angesichts der starken und kaum überwindbaren italienischen Übermacht, um die Stadt und das Land zu schützen. Der italienische Befehlshaber vor Ort lässt die Adligen rasch auf Ehrenwort frei und bemüht sich auch sonst, Zwischenfälle zu vermeiden. Saluzzo und das Umland werden nur von kleinen Aufgeboten aus der Region Turin besetzt und man trägt dafür Sorge, dass alle Waren aus dem besetzten Gebiet sofort bezahlt werden.


    25. Mai 1703: Im (unerklärten) italienisch-französischen Krieg kommt es zu einem ersten mit Brandschiffen durchgeführten Angriff auf eine Küstenstadt. Es handelt sich offenbar sowohl bei den direkten Teilnehmern der Angriffswellen selbst als auch bei den Begleitfahrzeugen um ältere Handelssegler, die unter mehreren verschiedenen Flaggen in die Nähe des Hafens von Marseille gelangten und in vier Gruppen angreifen. Dort liegt gerade die Hauptmacht der südfranzösisch-merinidischen Flotte vor Anker, was den Angriff recht gefährlich macht. Die Küstenverteidigung ist aber aufmerksam und kann die Schiffe der der ersten Welle noch vor dem Hafen stellen. Durch Kanonenbeschuss gelingt es, die Explosion der Sprengstoffe herbeizuführen, so dass die Verteidiger keinen Schaden erleiden. Etwas überraschend wird nun ein zweiter Angriff durchgeführt, bei dem vier Schiffe der südfranzösischen Flotte (1*50 III 3*50 II) in Brand geraten und später aufgegeben werden müssen. Auch hier gelingt es den Angreifern aber nicht, den mittlerweile von den Seestreitkräften beider Mächte stark geschützten Hafen zu erreichen. Die Schiffe der dritten und vierten Welle werden dann von einem Jagdgeschwader noch auf hoher See entdeckt und aufgebracht. Da die Seeleute sich dabei jeweils auf die Begleitschiffe flüchten und ihre Brandner entzünden, gelingt fast der ganzen Begleitflotte dieser beiden Wellen die Flucht, ebenso den meisten Begleitern der ersten und zweiten Gruppe. Die Südfranzosen können aber insgesamt drei Handelsschiffe und gut 70 Mann Besatzung in Gewahrsam nehmen.


    27. Mai 1703:
    Die kanarische Gesandtschaft auf Japan wird vor einen Beamten des Tenno geführt. Das Treffen findet auf einem Landsitz einige Reitstunden von Kyoto entfernt statt, was auf ein gewisses Misstrauen hindeuten könnte.

    Nur für das Khanat der Kanarischen Inseln

    Achtung Spoiler:
    Die Japaner sind offenbar sehr vorsichtig und halten die Gesandten für Spione der Mongolen. Zwar versucht man immer wieder, die Gespräche in Richtung von Schmuggel oder Handel zu lenken, wird aber stets mit großer Freundlichkeit unterbrochen. Als man den Leichnam des jungen Kebek anspricht, scheinen sich die Gastgeber in ihrer Einschätzung bestätigt zu fühlen und bitten die Gesandtschaft höflich darum, sich zu Tisch zu begeben. Mit der Beschreibung des fremdartigen, aber sehr schmackhaften Mahles endet der Brief der Diplomaten an den Kronprinzen.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:49 Uhr)

  8. #173
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    28. Mai 1703: Angesichts der militärischen und politischen Krise im Süden entscheidet sich der französische Hof zu einer sehr schlichten Königskrönung in der Kathedrale von Reims. Dadurch soll das Königsheil auf den Monarchen und seine Vasallen herabgerufen werden. Hochrangigste Gäste sind König Eduard VI. von England und Herzog Johann X. von Burgund, die beide ihren Vasallenpflichten bereits seit dem Frühjahr entschieden nachkommen und König Heinrich VIII. mit allen Mitteln unterstützen. Der Erzbischof ruft in seiner Ansprache dazu auf, treu und tapfer für den Sieg des Rechts zu streiten.


    29. Mai 1703: Ein päpstlicher Eilbote trifft in Dagomys ein und bittet um eine Audienz, die er auch sofort erhält. Dabei ist nicht nur Putraq VI. anwesend, sondern auch die anderen vier in der Hauptstadt weilenden Großkhane, der Erzbischof der Stadt und der Patriarch von Sarai nehmen sich viel Zeit, mit ihm zu sprechen.

    Nur für den Heiligen Stuhl

    Achtung Spoiler:
    Angesichts der Krise in Südwesteuropa stimmen die Großkhane und die beiden Geistlichen zu, dass ein Konzil in Rom als Risiko angesehen werden muss. Daher erscheint Jerusalem allen als geeignete Ausweichmöglichkeit, zumal der Heiland hier gestorben und auferstanden ist und sein Friedensreich aufgerichtet hat. Die Herrscher der fünf Teilreiche versprechen, sofort für die Weitergabe der Nachricht zu sorgen und dazu auch die Postdienste zu nutzen.



    31. Mai 1703: An einem heißen Frühsommertag segnet Kalif Ibrahim IV. von Cordoba in der Hauptresidenz das Zeitliche. Das Oberhaupt der Muslime regierte sein Volk 42 Jahre lang und wird nicht nur in Spanien und Marokko aufrichtig betrauert. Auch im mongolischen Nordafrika, bei den merinidischen Hellenen und im Vorderen Orient nehmen sehr viele Menschen Anteil an seinem Tod. Obwohl Ibrahim als erfahrener Heerführer galt, weisen viele Prediger vor allem auf seinen Willen zum Frieden hin. In seiner Zeit ist der Vertrag zwischen dem Kalifat und den christlichen Mächten Spaniens geschlossen und danach mehrmals verlängert worden, zuletzt sogar für nicht weniger als zehn weitere Jahre. Ibrahims ältester Sohn Yaqub I. wird nunmehr Kalif anstelle des Kalifen.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:50 Uhr)

  9. #174
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    1. Juni 1703: Nach langwierigen und für alle Seiten – auch Geschäftsführer Joseph von Snoi – sehr anstrengenden Verhandlungen entscheidet sich die Mehrheit der CTC-Versammlung in Rom, die Gesellschaft in einen italienischen und einen päpstlich-hellenischen Teil zu trennen. Dazu trug zweifellos bei, dass das Khanat Hellas nochmals 200 Anteile erworben hat, so dass die beiden südlichen Teilhaberländer mit einigen ihnen verbundenen Handelshäusern erneut über die Majorität der Anteile verfügen. Die Gesellschaft ist noch immer sehr wertvoll, zumal die Mittel für das Handelsgeschäft wegen des Überbietungswettbewerbes der drei Mächte seit Jahresbeginn sogar nominell in ungeahnte Höhen stiegen. Die CTC umfasst gegenwärtig 2209 Anteile (Italien: 905, Heiliger Stuhl 450, Hellas 650, Handelskonsortien 204), 1 970 000 Silberdinare (größtenteils in Waren) und verfügt außerdem über 15 eigene Handelsschiffe (1*350, 7*100 und 7*25). Andererseits ist der Vertrauensverlust der Anleger enorm, was letztlich zu einer sehr deutlichen Mehrheit für die Spaltung (1224:955) führt. Offenbar sind auch die meisten italienischen Handelshäuser mittlerweile bereit, verzweifelte Maßnahmen zum Schutz ihrer Anlagen zu ergreifen. Da die Befürworter der Trennung keinen konkreten Plan vorgelegt haben, schlägt die Geschäftsführung die numerische Teilung der Waren und Geldmittel (891 S pro Anteil) und eine Absprache der künftigen Gesellschaften über die Schiffe (insgesamt 1225 Mann Besatzung, die Hälfte wäre 612,5) vor. Die Handelshäuser bitten ihre drei Monarchen darum, diese friedliche Lösung nicht zu bekämpfen.


    1. Juni 1703: Die nordischen Prinzen Harald und Björn treffen in Sligo ein, wo sie sich mit Hilfe des ortskundigen kanarischen Kaufmanns Udovico Uergens – der sich mittlerweile als „König von Kanarien“ bezeichnet – den Tavernen der Stadt zuwenden. Dank der erheblichen Mittel, die von der diplomatischen Mission (nicht zuletzt wegen der Sparsamkeit Jakobs von Urach) noch in den Schatzräumen der beiden Schiffe übrig sind und wohl auch wegen ihrer fremdartigen, von Fellen, Kettenhemden und Äxten geprägten äußeren Erscheinung werden die beiden bald von den Seeleuten und Schankmädchen Sligos regelrecht bewundert und wegen ihrer Großzügigkeit verehrt. In einigen Gasthäusern wird sogar ein neues „Prinzenale“ ausgeschenkt, und Harald und Björn sprechen diesem trotz ihrer Vorliebe für Met ausgiebig zu. Zugleich beginnen die Prinzen damit, das Schiff „nach Wikingerart“ zu schmücken und zu bemalen, um noch mehr Eindruck zu erwecken. Mittlerweile lassen zudem alle Seeleute und Wachmänner der Abenteurergruppe ihren Bart frei wachsen, wie es die Wikinger angeblich taten.


    1.-30. Juni 1703: Die Verlegung des Konzils von Rom nach Jerusalem wird mit Hilfe der sechs Großkhanate in aller Welt bekannt gemacht. Angesichts der Krise in Südwesteuropa fallen die Reaktionen darauf recht positiv aus, zumal Jerusalem ein Gefühl der Heiligkeit und der Gegenwart Jesu vermittelt. Einige Bischöfe nutzen die Gelegenheit, um nochmals gegen weltliche Machtgier und die Geißel der Seeräuberei zu predigen, ohne direkt eines der europäischen Reiche anzugreifen. Nur in der Satrapie Sansibar nennen einige Prediger (jedoch nicht der Patriarch selbst) konkret die beiden „Piratenfürsten“ Schinab Khan (Kanarische Inseln) und Tenzin II. (Italien).
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:50 Uhr)

  10. #175
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    2. Juni 1703: Das japanische Kaiserreich gibt offiziell bekannt, dass man mongolische Spione hingerichtet habe, die sich als Gesandte aus einem Inselreich im Fernen Westen ausgegeben hätten. Zugleich fordert man die Großkhane auf, die wenigen noch verbliebenen Festungen im Süden der Insel zu verlassen und Friedensverhandlungen aufzunehmen. Da die Spione nach der sterblichen Hülle des ehemaligen Kronprinzen gefragt hatten, versichert der Tenno zudem in einem persönlichen Schreiben an Kabul I. (Quito), dass man alle Amtsträger, die bei der Eroberung Kyotos bedauerlicherweise dem Zorn des Volkes zum Opfer gefallen seien, in der ihrer jeweiligen Religion entsprechenden Form beigesetzt habe, soweit dies möglich gewesen sei.


    3.-26. Juni 1703: Das Khanat Italien vergibt mittlerweile ebenfalls Kaperbriefe, die sich auf Schiffe der französischen Krone oder die einzeln benannten süd- und zentralfranzösischen Vasallengrafschaften, Herzogtümer und Städte beziehen. Die burgundischen und englischen Lehnsgebiete sind nicht erwähnt. Neben den italienischen Städten wird das Angebot bald auch auf den Kanarischen Inseln, in Nordwestafrika und in der Karibik verbreitet, aber stets in italienischem Namen.


    4.-29. Juni 1703: Die einheimischen Rebellen in Südchina, Zentralindien, Ostafrika und Japan beginnen praktisch gleichzeitig mit militärischen Vorstößen auf die mongolischen Häfen und Festungen in ihrer Region. Offenbar ist es ihnen gelungen, trotz der Entfernungen eine gute Kommunikation aufrechtzuerhalten, um die Großkhanate gemeinsam herauszufordern und an Truppenverlegungen zu hindern. Die ersten Erfolge kann dabei Japan verbuchen, das die meisten Festungen im Süden Honshus und auf den kleineren Inseln Kyushu und Shikoku zur Kapitulation zwingt. Auch die indischen Fürsten erweitern ihren Machtbereich an der Küste ein wenig, während die Ostafrikaner und Südchinesen ihre Offensiven zum Monatsende hin wieder einstellen. Die mongolischen Teilreiche finden gegenwärtig offenbar noch kein Mittel gegen diese abgestimmten Angriffe in ganz verschiedenen Weltgegenden.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:51 Uhr)

  11. #176
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    6. Juni 1703: Ein ungarischer Eilbote trifft in Dagomys ein und wird zunächst von einem sehr hochrangigen Beamten empfangen, da Großkhan Putraq VI. nach der langen Konferenz für mehrere Wochen zur Erholung in einem Bergschloss nahe der Hauptstadt weilt.

    Nur für das Khanat Ungarn

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    Der Beamte – ein Minister und Mitglied des Großen Rates – willigt ein, den Khan im Namen Putraqs VI. einzuladen, falls er offiziell nach Dagomys kommen möchte. Die Nachfolgefrage ist – so konnte der recht versierte ungarische Diplomat ohne Probleme herausfinden – bereits geklärt. Putraqs Neffe Yesun wird nach ihm den Thron übernehmen und wurde vom Kuriltai bereits bestätigt. Eine sehr wichtige Position hat auch Yesuns Mutter (und Putraqs ältere Schwester) Eltiana inne, die aber das 70. Lebensjahr bereits überschritten hat.



    7. Juni 1703: Einige italienische Kaufleute, deren Geschäftsfeld vorwiegend in Mitteleuropa liegt, erhalten eine Audienz bei Tenzin Khan. Es soll geprüft werden, ob der Handel über die Alpenpässe nach Norden auch weiterhin ohne Einschränkungen fortgeführt werden kann, was die Männer bejahen.

    Nur für das Khanat Italien

    Achtung Spoiler:
    Es handelt sich um die Männer, die man gebeten hatte, Geldflüsse aus Frankreich oder dem Kalifat nach Hessen zu prüfen. Sie haben etwa 1000 S als Bestechungsgeld aufgewendet, das sie aber aus Patriotismus nicht zurückverlangen. Inhaltlich hatte man leider keinen großen Erfolg. Offenbar ist keine größere Geldsumme in Kassel eingegangen, oder die Verwaltung konnte es erfolgreich verschleiern.



    7.-26. Juni 1703: In der belagerten mongolischen Handelsstadt Guangzhou ist offenbar eine Seuche ausgebrochen. Es scheint, als hätten verzweifelte Stadtbewohner begonnen, Wasser direkt aus dem Perlfluss zu trinken, nachdem viele Brunnen wegen des heißen Sommers zu wenig Entlastung geboten hatten. Außerdem sind die Menschen der Stadt vom Hunger und den anhaltenden Kämpfen geschwächt, was die Situation noch verschärft. Es handelt sich nach Berichten von Schmugglern und Händlern wohl um eine Durchfallerkrankung.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:52 Uhr)

  12. #177
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    8. Juni 1703: Nach gut einer Woche verlassen die nordischen Prinzen Harald und Björn ihre erste Station Sligo fluchtartig, nachdem ihr „König“ Udovico Uergens von den Stadtbütteln in Gewahrsam genommen worden ist. Offenbar lag gegen ihn ein Haftbefehl des Hochkönigs vor, den mehrere betrogene Geschäftspartner aus Galway erwirkt hatten. Da die Prinzen keine genaue Vorstellung von der Lage der Kanaren haben, verlassen sie sich nun auf die Führung zweier Schankmädchen und Sängerinnen, mit denen sie sich anfreundeten und denen sie sogar die Nebenehe versprochen haben, welche es in Norwegen angeblich für standesmäßig ungleiche Partner geben soll. Die beiden stammen aus dem Heiligen Römischen Reich und nennen sich Beatrix von Eglis und Helena von Fischhausen.


    9. Juni 1703: Als das Auseinanderbrechen der italienischen CTC auf den britischen Inseln bei den Handelshäusern und Regierungen bekannt wird, äußern mehrere Vorstände der WMC in Dublin ihre Besorgnis, dass im Konfliktfall eine ähnliche Entwicklung einsetzen könne, da die CTC-Regularien größtenteils übernommen worden seien. Die hellenisch-päpstliche Seite und die italienische Regierung hatten seit Beginn des Jahres zahlreiche neue Anteile kreiert, um sich eine Mehrheit zu verschaffen. Die irische Regierung schlägt daher vor, eine vertragliche Regelung zwischen den drei staatlichen Akteuren innerhalb der WMC zum gemeinsamen Ankauf von neuen Anteilsscheinen zu treffen. Die Regierungen würden sich also verpflichten, immer gleichzeitig und in gleicher Höhe zusätzliche Papiere der WMC zu erwerben, so dass ein Wettstreit um die Mehrheit entfiele. Das Königreich Schottland hatte bereits einige Tage zuvor nach ersten Gerüchten über das Ende der CTC ein Treffen aller Anteilseigner in Dublin vorgeschlagen, wo ein solcher oder ähnlicher Vertrag auf Wunsch der Monarchen ausgehandelt werden könnte.


    9.-19. Juni 1703: Bei hochsommerlichen Temperaturen findet in der angenehm gelegenen, von Teichen, Schwimmbecken und Wasserspielen geprägten Sommerresidenz des Kalifen der zweite Teil der Pirateriekonferenz von Cordoba statt. Das neue Oberhaupt des Islam, das bereits seit vielen Jahren an der Regierung des Landes Anteil nahm, ist noch in Trauer, was seine Worte aber nur noch eindringlicher und beeindruckender macht. Da viele Vertreter befreundeter Mächte erschienen sind, kann Yaqub I. auch sofort auf großer diplomatischer Bühne ein erstes Ausrufezeichen setzen und sich als treusorgender Landesvater und kluger Vermittler zwischen kulturell so verschiedenen Ländern präsentieren, die doch von einer gleichartigen Bedrohung herausgefordert werden. Am Rande der Konferenz nimmt der Kalif zudem die Ehrung der Veteranen aus der Schlacht vor der südfranzösischen Küste vor.

  13. #178
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    10. Juni 1703: Das Khanat Italien teilt der CTC-Verwaltung in Genua mit, dass die Teilung der Gesellschaft erst durchgeführt werden könne, wenn die 200000 S aus Hellas von der letzten Kapitalerhöhung beim Hauptsitz eingetroffen seien. Die Geschäftsführung kann damit erst einmal keine Gelder aus dem Hauptsitz für die neuen Gesellschaften nutzen, zumal Hellas bereits deutlich gemacht hat, dass man die Überweisung nach Rom für ausreichend hält. Offenbar erweist sich die schiedliche Trennung der einst so hoffnungsfroh gegründeten Handelskompagnie als schwieriges Unterfangen.


    12.-17. Juni 1703: Nach einer recht kurzen Fahrt gehen die nordischen Prinzen Harald und Björn mit ihrem Gefolge und den Gefährtinnen Beatrix von Eglis und Helena von Fischhausen in Edinburgh an Land. Da der Gruppe mittlerweile allmählich die Barmittel ausgehen, singen Beatrix und Helena mit recht gutem Erfolg in einigen Schänken und bei einer Hochzeit, was die Kasse wieder etwas füllt. Dennoch droht der großen Fahrt nunmehr ein trauriges Ende, da man zu wenige Vorräte für die Reise in südliche Gefilde übrig hat. Schließlich entscheiden die Prinzen sich, die Hofverwaltung ihres Vaters zu nutzen und stellen bei einer schottischen Bank einen Wechsel auf eine für künftige Zwecke ausreichende Summe aus. Leider scheint man ihnen nicht so recht zu glauben, dass sie tatsächlich Prinzen sind und die Mittel der nordischen Kronkasse nutzen dürften. Die meisten Gefolgsleute raten nun dazu, das Abenteuer abzubrechen.


    14. Juni 1703: Eine Delegation des mongolischen Teilreiches Quito trifft von Dagomys her kommend in Prag ein. Offenbar geht es vor allem um wissenschaftliche Fragen.

    Nur für das Khanat Böhmen


    Achtung Spoiler:
    Die Südamerikaner würden gern nochmals über die gemeinsame Auslobung einer Prämie für das Längengradproblem sprechen. Sie schlagen vor, astronomische Lösungen bevorzugt zu bedenken, da man auf diese Weise vielleicht die größere Bandbreite von Ideen unterstützen würde. Bei der Summe schlägt man eine hälftige Teilung vor, würde aber zur Not auch den Löwenanteil übernehmen.
    Geändert von Jon Snow (09. Oktober 2025 um 14:52 Uhr)

  14. #179
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    16. Juni 1703: Als erste frühere CTC-Teilhabergruppe legt die päpstlich-hellenische Seite eine Gründungsurkunde für eine neue Gesellschaft vor, die Khan Uhtman I. persönlich erarbeitet haben soll. Uthman hatte sich bereits seit einigen Jahren stark für Handelsbelange und die damit verbundenen Möglichkeiten interessiert und offenbar einiges gelernt, was ihm nun die Arbeit erleichterte. Die Roma-Napoli-Compagnia wird 1000 Stammaktien ausgeben (333 an Hellas, 333 an den Heiligen Stuhl und den Rest an die teilnehmenden Handelsgesellschaften oder spätere Interessenten). Die künftigen Anteile werden als Vorzugsaktien im Verhältnis 1:1 gegen die Abgabe früherer CTC-Anteile ausgegeben. Die beiden staatlichen Akteure und die privaten Teilhaber der CTC, die sich der RNC anschließen, werden also privilegiert, da sie für ihre bisherigen Anteile sowohl eine Stamm- als auch eine Vorzugsaktie erhalten. Spätere Käufer müssen dagegen für ein Stimmrecht die doppelte Summe aufwenden (1000 S für die Stamm- und 1000 S für die Vorzugsaktie, ohne die erstere praktisch wertlos ist). Dies könnte die Entwicklung der Gesellschaft etwas verlangsamen, zumal die Stammanteile (1000 Stück) begrenzt sind, so dass später hinzukommende Interessenten möglichweise kein Stimmrecht mehr erhalten werden. Andererseits stellt der hellenische Khan auf diese Weise eine starke politische Kontrolle der RNC sicher, die so nicht in ähnliche Turbulenzen wie die CTC geraten kann. Außerdem wäre es für die Anteilseigner der auseinanderfallenden gesamtitalienischen Gesellschaft vorteilhaft, sich sofort der päpstlich-hellenischen Seite anzuschließen, um von der faktischen Verdopplung ihrer Aktien zu profitieren.


    17. Juni 1703: Die nordische Gruppe um die Prinzen Harald und Björn Eriksson entscheidet sich nach einer heftigen Debatte, die Fahrt fortzusetzen. Da die Bank keinen Wechsel auf die Kalmarer Kronkasse akzeptieren wollte, versucht man es direkt im Hafen. Ein irisches Schiff, das Fisch, Wein und Tabak geladen hat, scheint den „Wikingern“ sehr geeignet, doch auch hier lehnt der Kaufmann den angebotenen Schuldschein ab. Ein Wort gibt das andere, und schließlich sieht sich der bedauernswerte Händler mit einer handschriftlich signierten, auf die Kalmarer Krone laufenden Schatzanweisung samt seiner Hilfskräfte unsanft auf die Docks befördert, während die Wikingerprinzen nunmehr mit drei Schiffen und wohlversorgt ihr Abenteuer fortsetzen können. Ein schottisches Kriegsschiff wird einige Stunden später ausgesandt, findet die Schiffsdiebe aber nicht mehr auf.


    18.-29. Juni 1703: Die Armee der französischen Krone beginnt nach dem Eintreffen weiterer Söldner mit einer Doppeloffensive am Meer und am Col d’Allos. Während im Norden eher Leichte Reiterei und bewegliche Fußtruppen agieren, werden im Süden auch Feldgeschütze und Söldner eingesetzt. Die italienische Armee hält zunächst stand, muss aber die Gebiete direkt an der Grenze räumen und sich geordnet in Richtung San Remo zurückziehen. Dort bildet sich dann eine neue Frontlinie, als die Angriffskraft der Franzosen allmählich erlahmt und die Verteidiger das Mauerwerk der Stadt in ihre Stellungen einbeziehen können. Am Passweg kommt es hingegen nicht zu größeren Veränderungen. Der Col d’Allos bleibt in französischer Hand, während die Straße nach Osten weiterhin von italienischen Truppen besetzt ist.

  15. #180
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    20. Juni 1703: Als die Geschichte vom „König von Kanarien“ Udovico Uergens auf den Inseln bekannt wird, erzählt man auch Schinab Khan von diesem neuen (nicht gerade ernsthaften) Prätendenten auf den Thron. Der Kronprinz spottet daraufhin in geselliger Runde, die Würde des Königs gehöre offenbar eher zum Karneval als zu einem echten Staat. Auch die Herrscher Englands und Frankreichs trügen schließlich diesen Titel.


    20. Juni 1703: Ein Dozent aus Krakau, der seit 1697 in Prag lehrt und überall als Experte in historischen und juristischen Fragen gilt, bricht seine Sommersemestervorlesung über das Seerecht nach Konflikten zwischen Studenten aus Süd- und Westeuropa und dem Heiligen Römischen Reich ab. Offenbar hatte er die Einschätzung der Marburger Kollegen über den Landfrieden von Barcelona in Zweifel gezogen und heftige inhaltliche Kritik daran geübt. Dies war bei Studenten aus Italien gut, bei solchen aus Frankreich, Hessen und Burgund hingegen ausgesprochen schlecht angekommen, so dass Diskussionen über die Vorlesung in einigen Bursen sogar zu Schlägereien geführt hatten. Der eher zurückhaltende Professor wurde auf der Straße sogar persönlich bedroht und in einen Streit verwickelt und fühlte sich dem Druck nicht mehr gewachsen. Der Dekan der juristischen Fakultät entscheidet in Absprache mit dem Senat, das Gehalt des Gelehrten auch in diesem Jahr vollständig zu bezahlen, obwohl keine vollständige, für eine Prüfung geeignete Vorlesung gehalten wurde.


    21.-26. Juni 1703: Der nordische Adelstag findet in diesem Sommer wieder in Kalmar statt. Da der König im Frühjahr ein „wikingisches“ äußeres Erscheinungsbild forderte, sind fast alle Teilnehmer in phantasievolle Gewänder gehüllt, die nicht immer zusammenpassen. Offenbar gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen von Kleidung und Schmuck der Raubkrieger des 8.-11. Jh., die sich nur schwer wirklich belegen lassen. Einige Gelehrte aus Kopenhagen und Stockholm weisen sogar darauf hin, dass Wikinger in vielen erhaltenen Dokumenten aus dieser Zeit als Piraten angesehen würden, was nicht zum auch von den nordischen Reichen unterzeichneten burgundischen Vertrag passe. Von derartigen Beckmessern lässt man sich die Freude am Adelstag aber allgemein nicht verderben, und auch die verschiedenen Arten von „wikingischer“ Magie (vorwiegend Heilkunst und Hellseherei) scheinen zunehmend Anklang bei den Edelleuten zu finden.

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