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Thema: Hast du die Bibel je selbst gelesen?

  1. #2341
    der 397ste von 29355 Avatar von X_MasterDave_X
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    Zitat Zitat von Brandschutzverordnung Beitrag anzeigen
    Ein Appenzeller kann doch nicht Vater werden. Das ist doch Käse!

    Du verstehst kein bairisch, oder?

  2. #2342
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Hehe, ich wollte heute, weil ich gestern schon wieder gemerkt hab, dass ich aus etwas Lustlosigkeit wieder nicht dran gedacht hab, ein paar mehr Kapitel lesen, aber heute ist eh ein langes. Dann les ich das am Stück. Noch 6 weitere und das Pentazeug ist durch

    5. Mose 28

    Achtung Spoiler:

    1 »Wenn du aber den Weisungen des HERRN, deines Gottes, gewissenhaft nachkommst, indem du auf die Beobachtung aller seiner Gebote, die ich dir heute zur Pflicht mache, bedacht bist, so wird der HERR, dein Gott, dich über alle Völker der Erde erhöhen,
    2 und alle die folgenden Segnungen werden dir zuteil werden und bei dir eintreffen, wenn du den Weisungen des HERRN, deines Gottes, nachkommst:
    3 Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Felde.
    4 Gesegnet wird die Frucht deines Mutterleibes sein und die Frucht deines Ackers und die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und der Nachwuchs deines Kleinviehs.
    5 Gesegnet wird dein Fruchtkorb und dein Backtrog sein.
    6 Gesegnet wirst du bei deinem Eingang sein und gesegnet bei deinem Ausgang.
    7 Der HERR wird deine Feinde, die sich gegen dich erheben, niedergeworfen vor dir erliegen lassen; auf einem einzigen Wege werden sie gegen dich zu Felde ziehen, aber auf sieben Wegen vor dir fliehen.
    8 Der Herr wird bei dir den Segen walten lassen in deinen Speichern und bei allen deinen Unternehmungen und dich in dem Lande segnen, das der HERR, dein Gott, dir geben wird.
    9 Der HERR wird dich zu einem ihm geheiligten Volke erheben, wie er dir zugeschworen hat, wenn du die Gebote des HERRN, deines Gottes, beobachtest und auf seinen Wegen wandelst;
    10 da werden denn alle Völker der Erde sehen, daß du mit Recht das Volk des HERRN genannt wirst, und werden sich vor dir fürchten.
    11 Und der HERR wird dich durch die Frucht deines Mutterleibes und durch die Frucht deines Viehs und die Frucht deines Feldes zum Überfluß an Gütern gelangen lassen in dem Lande, das der HERR, wie er deinen Vätern zugeschworen hat, dir geben wird.
    12 Der HERR wird dir seine reiche Schatzkammer, den Himmel, auftun, um deinem Lande zu rechter Zeit den Regen zu spenden und alle Arbeiten deiner Hand zu segnen, so daß du vielen Völkern wirst leihen können, ohne selbst etwas entlehnen zu müssen.
    13 So wird der HERR dich zum Haupt und nicht zum Schwanz machen, und es wird mit dir immer nur aufwärts gehen und nicht abwärts, wenn du den Geboten des HERRN, deines Gottes, deren genaue Beobachtung ich dir heute zur Pflicht mache, gehorsam bleibst
    14 und von allen Weisungen, die ich euch heute gebiete, weder nach rechts noch nach links abweichst, indem du anderen Göttern nachgehst, um ihnen zu dienen.«

    15 »Wenn du aber den Weisungen des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, daß du auf die sorgfältige Beobachtung seiner Gebote und Satzungen, die ich dir heute zur Pflicht mache, bedacht sein sollst, so werden alle folgenden Flüche über dich kommen und dich treffen:
    16 Verflucht wirst du sein in der Stadt und verflucht auf dem Felde.
    17 Verflucht wird dein Fruchtkorb und dein Backtrog sein.
    18 Verflucht wird die Frucht deines Mutterleibes und die Frucht deines Ackers sein, der Wurf deiner Rinder und der Nachwuchs deines Kleinviehs.
    19 Verflucht wirst du bei deinem Eingang sein und verflucht bei deinem Ausgang. –
    20 Der HERR wird den Fluch, die Bestürzung und die Verwünschung gegen dich senden bei allen Geschäften, die du unternimmst, bis du wegen deines frevelhaften Tuns, weil du mich verlassen hast, vertilgt bist und schnellen Untergang gefunden hast.
    21 Der HERR wird die Pest an dir haften lassen, bis er dich aus dem Lande ausgerottet hat, in das du jetzt ziehst, um es in Besitz zu nehmen.
    22 Der HERR wird dich mit Schwindsucht und Fieber, mit Entzündung und Hitze, mit Dürre, Kornbrand und Vergilbung des Getreides heimsuchen, und dies alles wird dich verfolgen, bis du zugrunde gegangen bist.
    23 Der Himmel über deinem Haupt wird zu Erz werden und die Erde unter deinen Füßen zu Eisen.
    24 Der HERR wird als Regen für dein Land Flugsand und Staub geben: vom Himmel wird er auf dich herabfallen, bis du vertilgt bist.
    25 Der HERR wird dich niedergeworfen vor deinen Feinden erliegen lassen: auf einem einzigen Wege wirst du gegen sie ausziehen und auf sieben Wegen vor ihnen fliehen; und du wirst für alle Reiche der Erde ein Schreckbild sein.
    26 Deine Leichen werden allen Vögeln des Himmels und den wilden Tieren zum Fraß dienen, ohne daß jemand sie verscheucht.
    27 Der HERR wird dich mit den Geschwüren Ägyptens und mit Pocken, mit Aussatz und Grind schlagen, daß du nicht wirst geheilt werden können.
    28 Der HERR wird dich mit Wahnsinn, mit Blindheit und geistiger Zerrüttung schlagen,
    29 so daß du am hellen Mittag umhertappen mußt, wie der Blinde im Finstern tappt; und du wirst bei deinen Unternehmungen kein Gelingen haben, sondern allezeit nur vergewaltigt und beraubt sein, ohne daß jemand dir hilft.
    30 Mit einem Weibe wirst du dich verloben, aber ein anderer Mann wird bei ihr schlafen; ein Haus wirst du dir bauen, aber nicht in ihm wohnen; einen Weinberg wirst du anlegen, aber seine Früchte nicht genießen.
    31 Dein Rind wird vor deinen Augen geschlachtet werden, ohne daß du von ihm zu essen bekommst; dein Esel wird dir vor deinen Augen geraubt werden und nicht wieder zu dir zurückkehren; dein Kleinvieh wird deinen Feinden gegeben werden, ohne daß dir ein Helfer erscheint.
    32 Deine Söhne und Töchter fallen einem anderen Volke (als Sklaven) in die Hände; deine Augen müssen es ansehen und den ganzen Tag vor Sehnsucht nach ihnen schmachten, du aber vermagst nichts dagegen zu tun.
    33 Die Früchte deines Feldes und den ganzen Ertrag deiner Arbeit wird ein Volk verzehren, das du bis dahin nicht gekannt hast, und du wirst allezeit nur der Vergewaltigte und Mißhandelte sein:
    34 wahnsinnig wirst du werden beim Anblick dessen, was deine Augen zu sehen bekommen.
    35 Der HERR wird dich mit bösen Geschwüren an den Knien und Schenkeln schlagen, von denen du nicht wirst geheilt werden können, von der Fußsohle bis zum Scheitel.
    36 Der HERR wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einem Volke führen, das dir und deinen Vätern bis dahin unbekannt gewesen ist; dort wirst du anderen Göttern, Götzen von Holz und Stein, dienen müssen
    37 und wirst ein Gegenstand des Entsetzens, des Spottes und Hohns bei allen Völkern werden, wohin der HERR dich führen wird.
    38 Aussaat wirst du in Menge aufs Feld hinausbringen, aber nur wenig einernten; denn die Heuschrecken werden es abfressen;
    39 Weinberge wirst du anpflanzen und bearbeiten, aber Wein weder trinken noch einkellern, denn der Wurm wird ihn abfressen.
    40 Ölbäume wirst du überall in deinem Gebiet haben, aber dich nicht mit Öl salben; denn deine Ölbäume werden die Früchte abfallen lassen.
    41 Söhne und Töchter wirst du zeugen, aber sie werden dir nicht verbleiben, denn sie müssen in die Gefangenschaft wandern.
    42 Alle deine Bäume und die Früchte deines Ackers wird das Ungeziefer aufzehren.
    43 Der Fremdling, der in deiner Mitte lebt, wird immer höher über dich emporsteigen, während du immer tiefer hinabsinkst:
    44 er wird dir leihen, du aber wirst ihm nichts zu leihen haben; er wird zum Haupt, du aber wirst zum Schwanz werden.
    45 Alle diese Flüche werden über dich kommen, dich verfolgen und dich treffen, bis du vernichtet bist, weil du den Weisungen des HERRN, deines Gottes, nicht gehorcht hast und seinen Geboten und Satzungen, die er dir zur Pflicht gemacht hat, nicht nachgekommen bist;
    46 und sie werden an dir und deinen Nachkommen als Zeichen und Wunder bis in Ewigkeit haften.«

    47 »Zur Strafe dafür, daß du dem HERRN, deinem Gott, trotz des Überflusses an allem nicht mit freudigem und bereitwilligem Herzen gedient hast,
    48 wirst du deinen Feinden, die der HERR gegen dich senden wird, dienen müssen bei Hunger und Durst, bei Mangel an Kleidung und bei völliger Verarmung; und er wird dir ein eisernes Joch auf den Nacken legen, bis er dich vertilgt hat.
    49 Der HERR wird gegen dich aus der Ferne, vom Ende der Erde her, ein Volk heranführen, das so schnell wie ein Adler daherfliegt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst,
    50 ein Volk mit wildtrotzigem Angesicht, das auch auf einen Greis keine Rücksicht nimmt und mit keinem Kinde Erbarmen hat.
    51 Es wird den Ertrag deines Viehstandes und den Ertrag deines Feldes verzehren, bis du vertilgt bist, da es dir vom Getreide, vom Wein und Öl, vom Wurf deiner Rinder und vom Nachwuchs deines Kleinviehs nichts übriglassen wird, bis es dich zugrunde gerichtet hat.
    52 Es wird dich in all deinen Städten belagern, bis deine hohen und starken Mauern, auf die du dein Vertrauen setzt, in deinem ganzen Lande gefallen sind, und es wird dich in all deinen Städten belagern, in deinem ganzen Lande, das der HERR, dein Gott, dir gegeben hat.
    53 Da wirst du dann in der Angst und Bedrängnis, in die dein Feind dich versetzen wird, deine leiblichen Kinder verzehren, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die der HERR, dein Gott, dir geschenkt hat.
    54 Sogar der an Wohlleben und die größte Üppigkeit gewöhnte Mann bei dir wird dann auf seinen Bruder und auf das Weib an seinem Busen und auf den Rest seiner Kinder, die er noch übrigbehalten hat, voll Mißgunst blicken,
    55 so daß er keinem von ihnen etwas von dem Fleisch seiner Kinder abgibt, die er, ohne sich irgendeins übrigzulassen, in der Angst und Bedrängnis verzehrt, in die dich dein Feind in all deinen Ortschaften versetzen wird.
    56 Sogar die an Wohlleben und die größte Üppigkeit gewöhnte Frau bei dir, die vor Verzärtelung und Verweichlichung noch nie versucht hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen – auch deren Auge wird auf den Mann an ihrem Busen und auf ihren Sohn und ihre Tochter voll Mißgunst blicken
    57 und wird ihnen die Nachgeburt mißgönnen, die aus ihrem Schoß hervorgeht, und die Kinder, die sie zur Welt gebracht hat; denn bei dem Mangel an allem wird sie diese heimlich verzehren in der Angst und Bedrängnis, in die dich dein Feind in deinen Ortschaften versetzen wird.
    58 Wenn du nicht auf die Beobachtung aller Bestimmungen dieses Gesetzes, die in diesem Buch aufgezeichnet stehen, bedacht bist, indem du diesen ruhmvollen und furchtbaren Namen, den HERRN, deinen Gott, fürchtest,
    59 so wird der HERR über dich und deine Nachkommen außergewöhnliche Unglücksschläge verhängen, schwere und andauernde Unglücksschläge und bösartige und andauernde Krankheiten.
    60 Er wird dann alle Seuchen Ägyptens bei dir einkehren lassen, vor denen du einst Grauen empfunden hast, und sie werden an dir haften bleiben.
    61 Auch alle Krankheiten und alle Heimsuchungen, die in diesem Gesetzbuch nicht verzeichnet stehen – auch die wird der HERR über dich kommen lassen, bis du vertilgt bist;
    62 und es werden Männer von euch nur in geringer Anzahl übrigbleiben, statt daß ihr vorher den Sternen des Himmels an Menge gleichkamt, weil du den Weisungen des HERRN, deines Gottes, nicht nachgekommen bist.
    63 Und wie der HERR vorher seine Freude daran gehabt hatte, euch Gutes zu erweisen und euch zahlreich werden zu lassen, ebenso wird der HERR dann bei euch seine Freude daran haben, euch zugrunde zu richten und zu vertilgen, so daß ihr aus dem Lande herausgerissen werdet, in das du jetzt einziehst, um es in Besitz zu nehmen.
    64 Der HERR wird dich alsdann unter alle Völker von einem Ende der Erde bis zum andern zerstreuen, und du wirst dort anderen Göttern dienen müssen, von denen ihr, du und deine Väter, nichts gewußt habt, Götzen von Holz und Stein.
    65 Und du wirst unter jenen Völkern zu keiner Ruhe kommen, und für deine Fußsohle wird es keine Stätte der Rast geben, sondern der HERR wird dir dort ein immer zitterndes Herz und vor Sehnsucht schmachtende Augen und eine verzweifelnde Seele geben.
    66 Dein Leben wird dir an einem Faden zu hangen scheinen, so daß du bei Tag und bei Nacht in Angst schwebst und dich deines Lebens niemals sicher fühlst,
    67 am Morgen wirst du sagen: ›Ach, wäre es doch erst Abend!‹, und am Abend wirst du wünschen: ›Ach, wäre es doch schon Morgen!‹ infolge der Angst deines Herzens, die du empfinden wirst, und infolge des Anblicks der Schrecknisse, die dir vor Augen stehen.
    68 Und der HERR wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückkehren lassen auf dem Wege, von dem ich dir gesagt habe: ›Du sollst ihn nie mehr wiedersehen!‹ Dort werdet ihr euch dann euren Feinden zu Sklaven verkaufen wollen, aber es wird sich kein Käufer finden.«
    69 Dies sind die Worte des Bundes, den Mose auf Befehl des HERRN mit den Israeliten im Lande der Moabiter geschlossen hat, außer dem Bunde, den er am Horeb mit ihnen geschlossen hatte.


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • Bei Vers 3 hab ich schon die Tech-Zitat-Stimme "Gesegnet wird sein der Ertrag deines Ackers..." sagen hören
    • Im Prinzip wird, wenn man auf den Gott, für den Fruchtbarkeit so wichtig ist (nicht in die Leisten treten etc.), hört, man mit Fruchtbarkeit in allen Belangen (man selbst, Kinderreichtum, Nahrung, ...)
    • Abgesehen davon sind die ersten 15 Verse die Art Versprechungen, die man sich klassischerweise wünschen würde: man ist Babo (oder halt Haupt), die anderen Chabos (oder Schwänze) und Chabos wissen, wer der Babo ist
    • Anschließend werden verschiedene Art der Verfluchungen genannt. Beides bezieht sich auf die gleichen Objekte (Stadt, Land, Fruchtkorb) und in genauso paralleler Manier werden die Rollen von eigenem Volk und Feinden vertauscht (beim Segen müssen die Feinde in 7 Richtungen gehen, beim Fluch die Israeliten; einmal sind die Israeliten Kopf, einmal sind sie Schwanz etc.). Rhetorisch ein eher einfacher Trick, nichtsdestotrotz wirkungsvoll um den scharfen Gegensatz zu beschreiben.
    • Passt auch schön dazu, dass im vorherigen Kapitel die 12 Stämme bildlich auf die zwei Berge aufgeteilt werden, von wo aus die einen Segnungen, die anderen Flüche aussprechen.
    • Die Inhalte und Metaphern, die bedient werden, hatten wir gefühlt auch alle irgendwie schon (z.B. Vers 23: Himmel zu Erz, Boden zu Eisen; das müsste mir schonmal aufgefallen sein). Ich könnte dazu wohl noch mehr sagen, von der Stilmitteldichte gefällt mir dieses Kapitel wieder (wie die anderen Stellen, an denen über die Bestrafung der Israeliten gesprochen wird ). Das wäre aber arg repetitiv und ich bin zu faul.
    • Am wirkungsvollsten müsste dabei, bezogen auf das, was Mose bislang von sich gegeben hat, die Drohung um Vers 40-45 rum sein, wieder einem fremden Volk in Knechtschaft zu dienen. Mose wurde ja nicht müde zu betonen, dass der Herr die Israeliten aus Ägypten befreit hat (an der Stelle hab ich mich auch gewundert, dass Ägypten noch nicht erwähnt wurde)
    • Vers 50 hat mich beim Lesen nochmal ins Stocken gebracht: was für ein Volk könnte das sein? Mein erster Gedanke war sowas wie die Mongolen. Mein zweiter Gedanke war: aha, Gott sucht sich bei Missachtung also einfach ein neues Volk, das er anführt
    • "Außergewöhnliche Unglücksschläge" (Vers 59) empfand ich nach der Aufzählung brutaler Dinge wieder als unfreiwillig komische Übersetzung. Ist aber auch schwer, dem in wenigen Worten gerecht zu werden; die "außergewöhnlichen Plagen" bei Elberfelder finde ich noch am besten, weil anschließend der antizipierte Verweis auf Ägypten (und etwas später nochmal) kam.
    • Bei der Gewichtung fällt mir auf, dass viel mehr schreckliche Dinge als gute Dinge benannt werden. Den Zuhörern Angst zu machen/ sie abzuschrecken kommt mir als Motivation hauptsächlich in den Sinn.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  3. #2343
    der 397ste von 29355 Avatar von X_MasterDave_X
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    [*]Vers 50 hat mich beim Lesen nochmal ins Stocken gebracht: was für ein Volk könnte das sein? Mein erster Gedanke war sowas wie die Mongolen. Mein zweiter Gedanke war: aha, Gott sucht sich bei Missachtung also einfach ein neues Volk, das er anführt
    Naja, Mose hat hier entweder die Assyrer und Babylonier vorausgesehen, die mit wilden Gesichtern und fremdartiger Zunge wie ein Adler so schnell über das eigene Land herfallen und brutal alles erobern, jede Stadtmauer nehmen, und auch keine Rücksicht auf Greise und Kinder nehmen.....

    ...oder alternativ wurde das erst im babylonischen Exil von den Juden so erstmals nieder geschrieben, und Mose in den Mund gelegt. Da hätte man das alles ja noch gut im Kopf gehabt, was erst wenige Zeit zuvor geschehen war.

  4. #2344
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    Zitat Zitat von X_MasterDave_X Beitrag anzeigen
    Du verstehst kein bairisch, oder?
    Ich versteh noch nichtmal, wenn der Seehofer versucht, Hochdeutsch zu sprechen
    .

  5. #2345
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    5. Mose 29

    Achtung Spoiler:
    1 Mose berief also alle Israeliten und sagte zu ihnen: »Ihr habt selbst alles gesehen, was der HERR vor euren Augen im Lande Ägypten dem Pharao und allen seinen Knechten[1] und seinem ganzen Lande hat widerfahren lassen:
    2 die großen Machterweise, die du mit eigenen Augen gesehen hast, jene großen Zeichen und Wunder.
    3 Aber bis auf den heutigen Tag hat der HERR euch kein Herz zum Erkennen, keine Augen zum Sehen und keine Ohren zum Hören gegeben.
    4 Und doch habe ich euch vierzig Jahre lang in der Wüste wandern lassen: eure Kleider sind euch dabei nicht am Leibe zerfallen, und deine Schuhe haben sich an deinen Füßen nicht abgenutzt;
    5 ihr habt kein Brot zu essen gehabt und keinen Wein und kein starkes Getränk getrunken, weil ihr erkennen solltet, daß ich der HERR, euer Gott, bin.
    6 Als ihr dann in diese Gegend gelangtet, zogen Sihon, der König von Hesbon, und Og, der König von Basan, uns zum Kampf entgegen, aber wir schlugen sie
    7 und eroberten ihr Land und gaben es den Stämmen Ruben und Gad und dem halben Stamm Manasse zum Erbbesitz.
    8 So beobachtet denn die Bestimmungen dieses Bundes und befolgt sie, damit ihr bei allen euren Unternehmungen glücklichen Erfolg habet!«
    9 »Ihr steht heute allesamt vor dem HERRN, eurem Gott: eure Stammeshäupter, eure Richter, eure Ältesten und Obmänner, alle Männer Israels,
    10 eure Kinder, eure Weiber und die Nichtisraeliten, die sich bei dir inmitten deines Lagers befinden, von den Holzhauern an bis zu den Wasserträgern bei dir,
    11 damit du in den Bund mit dem HERRN, deinem Gott, und zwar in seine Eidgemeinschaft eintretest, den der HERR, dein Gott, heute mit dir schließt,
    12 weil er dich heute zu seinem Volk einsetzen und er dein Gott sein will, wie er dir zugesagt und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.
    13 Aber nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen Fluchvertrag,
    14 sondern sowohl mit denen, die heute hier mit uns vor dem HERRN, unserm Gott, stehen, als auch mit denen, die heute noch nicht mit uns hier zugegen sind.«

    15 »Ihr wißt ja selbst, wie wir im Lande Ägypten gewohnt haben und wie wir mitten durch die Völker gezogen sind, die ihr durchzogen habt;
    16 und ihr habt ihre Scheusale und Götzen von Holz und Stein, Silber und Gold gesehen, die es bei ihnen gibt.
    17 Daß nur ja kein Mann oder Weib, kein Geschlecht oder Stamm sich unter euch befinde, dessen Herz sich heute vom HERRN, unserm Gott, abwendet, daß er hingeht, den Göttern jener Völker zu dienen! Daß sich unter euch nur ja keine Wurzel finde, die Schierling und Wermut als Frucht hervorbringt,
    18 niemand, der, wenn er die Worte dieses Fluchvertrags vernimmt, dann sich in seinem Herzen glücklich preist, indem er denkt: ›Gut wird es mir ergehen, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle!‹ Das würde zur Folge haben, daß alles, das bewässerte Land mitsamt dem trockenen, hinweggerafft würde.
    19 Einem solchen Menschen wird der HERR nicht gewillt sein zu verzeihen, nein, lodern wird alsdann der Zorn und Eifer des HERRN gegen den betreffenden Mann, und alle Flüche, die in diesem Buch aufgezeichnet stehen, werden auf ihn einstürmen, und der HERR wird seinen Namen unter dem Himmel austilgen,
    20 und der HERR wird ihn aus allen Stämmen Israels zum Unheil aussondern, wie es allen Flüchen des Bundes entspricht, der in diesem Gesetzbuch aufgezeichnet steht.
    21 Die späteren Geschlechter aber, eure Kinder, die nach euch erstehen werden, und die Ausländer, die aus fernen Ländern kommen, werden fragen, wenn sie die Unglücksschläge und Krankheiten sehen, mit denen der HERR dieses Land heimgesucht hat,
    22 den Schwefel und das Salz – eine Brandstätte wird sein ganzer Boden sein, so daß er nicht besät werden kann und nichts sprossen läßt und keine Pflanze in ihm aufkommt, eine Verwüstung wie die von Sodom und Gomorrha, Adama und Zeboim, die der HERR in seinem Zorn und Grimm dem Untergang preisgegeben hat –,
    23 ja, alle Völker werden fragen: ›Warum hat der HERR diesem Lande solches Geschick widerfahren lassen? Welchen Grund hat diese schreckliche Zornesglut?‹
    24 Dann wird man antworten: ›Das ist die Strafe dafür, daß sie den Bund mit dem HERRN, dem Gott ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus dem Lande Ägypten herausführte,
    25 und daß sie dazu übergegangen sind, anderen Göttern zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen, Göttern, die ihnen vorher unbekannt gewesen waren und die er ihnen nicht zugeteilt hatte:
    26 darum ist der Zorn des HERRN gegen dieses Land entbrannt, so daß er den ganzen Fluch, der in diesem Buche aufgezeichnet steht, über das Land hat kommen lassen;
    27 und darum hat der HERR sie im Zorn und Grimm und in gewaltiger Erbitterung aus ihrem Lande herausgerissen und sie in ein anderes Land geschleudert, wie es heutigentags der Fall ist.‹
    28 Das noch Verborgene steht beim HERRN, unserm Gott, aber das bereits offenbar Gewordene ist für uns und unsere Kinder für alle Ewigkeit bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes erfüllen.«


    Bemerkungen/ Gedanken:

    • Wie sollen die Israeliten "selbst alles gesehen" haben, wenn die Bevölkerung in der Wüste einmal durchgewechselt wurde?
    • Ich hab mich beschämend viele Minuten lang gefragt, was Machterweise (Vers 2) sein sollen, weil ich "Machter-Weise" (Vers 2) statt "Macht-Erweise" gelesen hab...
    • Wenn der Herr den Israeliten bis auf den Tag der Rede kein "Herz zum Erkennen" gab, wie sollten die Israeliten in der Wüste dann "erkennen" (Vers 4 und 5)
    • Insgesamt sehr nett, dass Mose nach dem Rezitieren der Gesetze nochmal zusammenfasst, warum wir eigentlich hier sind
    • Von Vers 15 an ist es wieder arg repetitiv (mir gefällt aber, dass Sodom und Gomorrha es schon jetzt zur Redewendung geschafft haben), deshalb hänge ich noch das nächste Kapitel dran


    5. Mose 30

    Achtung Spoiler:
    1 »Wenn nun alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgetragen habe, (einst) bei dir eintreffen werden und du es unter allen Völkern, unter die der HERR, dein Gott, dich (alsdann) verstoßen hat, dir zu Herzen nehmen wirst
    2 und du samt deinen Kindern von ganzem Herzen und mit ganzer Seele zum HERRN, deinem Gott, zurückkehrst und seinen Weisungen in allem, was ich dir heute gebiete, gehorsam bist:
    3 so wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder aus all den Völkern sammeln, unter die der HERR, dein Gott, dich zerstreut hat.
    4 Wenn deine verstoßenen (Söhne) sich auch am Ende des Himmels befinden sollten, wird der HERR, dein Gott, dich doch von dort sammeln und von dort dich zurückholen;
    5 und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen hatten, damit du es wieder in Besitz nimmst, und er wird dich glücklicher und zahlreicher werden lassen, als deine Väter waren.
    6 Und der HERR wird dir und deinen Nachkommen das Herz beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebst um deines Lebens willen;
    7 und der HERR, dein Gott, wird alle jene Flüche über deine Feinde und über deine Widersacher hereinbrechen lassen, die dich verfolgt haben.
    8 Du aber wirst wieder den Weisungen des HERRN gehorchen und alle seine Gebote befolgen, die ich dir heute zur Pflicht mache.
    9 Alsdann wird der HERR, dein Gott, dir Überfluß an Glück bei allem, was du unternimmst, verleihen durch Kindersegen, durch reichen Viehbesitz und reichen Ertrag deiner Felder; denn der HERR wird zu deinem Heil wieder Freude an dir haben, wie er an deinen Vätern Freude gehabt hat,
    10 wenn du nämlich den Weisungen des HERRN, deines Gottes, gehorchst, so daß du seine Gebote und Satzungen beobachtest, alles, was in diesem Gesetzbuch aufgezeichnet steht, wenn du dich von ganzem Herzen und mit ganzer Seele zum HERRN, deinem Gott, bekehrst.«

    11 »Denn dieses Gesetz, das ich dir heute gebiete, ist für dich nicht zu schwer und nicht unerreichbar;
    12 es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: ›Wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen, um es uns zu holen und es uns zu verkündigen, damit wir es befolgen können?‹
    13 Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: ›Wer wird für uns über das Meer hinüberfahren, um es uns zu holen und es uns zu verkündigen, damit wir es befolgen können?‹
    14 Nein, ganz nahe ist dir das Wort: in deinem Munde und in deinem Herzen hast du es, so daß du es befolgen kannst.«

    15 »Bedenke wohl: ich habe dir heute das Leben und das Glück und (andrerseits) den Tod und das Unglück zur Wahl vorgelegt.
    16 Was ich dir heute gebiete, ist: den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote, seine Satzungen und Verordnungen zu beobachten, damit du am Leben bleibst und zahlreich wirst und der HERR, dein Gott, dich segnet in dem Lande, in das du jetzt einziehst, um es in Besitz zu nehmen.
    17 Wenn aber dein Herz sich abwendet und du nicht gehorsam bist, sondern dich dazu verführen läßt, andere Götter anzubeten und ihnen zu dienen,
    18 so kündige ich euch heute schon an, daß ihr unfehlbar zugrunde gehen werdet: ihr werdet alsdann nicht lange in dem Lande wohnen bleiben, in das du jetzt über den Jordan ziehst, um es in Besitz zu nehmen.
    19 Ich rufe heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch an: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch. So wähle denn das Leben, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen,
    20 indem du den HERRN, deinen Gott, liebst, seinen Weisungen gehorchst und fest an ihm hältst; denn davon hängt dein Leben und die Dauer deiner Tage ab, während deren du in dem Lande wohnst, dessen Verleihung der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.«


    Bemerkungen/ Gedanken:
    • So schlimm Gott also auch sein mag, er wird sich nicht vollends von den Israeliten abwenden. Mir dünkt, auch das haben wir hier im Faden schon diskutiert. Nach den ganzen Schreckensbildern (Kapitel 28 und das Ende vom letzten Kapitel 29) kann es nicht schaden, den Israeliten ein wenig Hoffnung zu machen.
    • Es kommt wieder eine Aufzählung von Dingen, die Gott dann tun wird; als besonders relevant scheint mir Vers 10 dabei zu sein: "...wenn du dich von ganzem Herzen und mit ganzer Seele zum HERRN, deinem Gott, bekehrst". Das ist die fundamentale Bedingung und da mir religiöse Gefühle fremd sind, kann ich glaube ich gar nicht ganz erfassen, wie "groß" die ist. Oder überhöhe ich es aus Unwissenheit gerade deshalb? Denn in Vers 11 steht, dass das Gesetz, um Gottes Gnade zu erreichen, nicht "zu schwer" sei.
    • In Vers 14 steht im Lateinischen (was EU etc. mit "Wort" übersetzen) sermo, d.h. Rede, Gespräch, Vortrag. Das könnte man also auf alles, was Mose gesagt hat beziehen (wenn die Israeliten zugehört haben, haben sie die Worte abgespeichert und geben sie weiter). Man kann es aber auch mit Botschaft oder Sprache übersetzen und das eröffnet - finde ich - eine ganz spannende Interpretation: nachdem Gott ganz am Anfang der Bibel die Erde gemacht hat, und diese wüst und leer war, hat er nicht einfach das Licht angemacht, sondern er sprach, dass es Licht werde. Der Akt des Sprechens, die Sprache, geht dem Erhellen der Welt voraus. Jetzt ist diese Sprache den Menschen "ganz nahe" und der Schlüssel dafür, dem Herrn nah zu sein. "Miteinander reden", sich also auch zuhören, "sich austauschen" könnte man als zentralen Wert für die Gemeinschaft ableiten. Das hat meiner Erfahrung nach bis heute Gültigkeit: wie viel Streit und Ärger sich Leute sparen könnten, wenn sie nicht Dinge übereinander annehmen, sondern miteinander reden würden... Wer das nicht tut, wessen Sprache "verwirrt" ist oder wird, dem ergeht es wie den Babelturmbauern. Spannend.
    • Hehe, wo wir schon bei der Genesis sind: die zuerst erschaffenen Himmel und Erde werden als Zeugen einbestellt.
    • Das Kapitel hat mir ein bisschen zu Denken gegeben und war wesentlich spannender, als das andere. Ich bin froh, es heute noch gelesen zu haben, weil ich zuletzt weniger Bock hatte und jetzt, wo sich in meiner Interpretation ein bisschen der Bogen zum 1. Buch schließt, eher auf die letzten Kapitel gespannt.
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  6. #2346
    Infrarot Avatar von Der Kantelberg
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    Zu den Generationen durchtauschen und dass sie es selbst gesehen haben:

    Die erwachsene Generation ist in der Wüste gestorben. Die Leute, die jetzt 50 sind und in den Stämmen das Sagen haben, sind also mit 10 durchs Schilfmeer marschiert und haben durchaus die Macht-Erweise ( ) Gottes gesehen. Man könnte sagen, dass die Leute zwischen 43 und 60 diese Sachen selbst erlebt haben. Die Jüngeren haben bisher an den Machterweisen nur das Manna, die Wachteln und die Siege über die Kanaanäer östlich des Jordans gesehen.

    Schön, dass dir das mit der Sprache und dem Wort in Kap 30 aufgefallen ist.
    Die Macht des Verstandes ... sie wird auch im Fluge dich tragen - Otto Lilienthal

    Schweinepriester: Ihr habt euch alle eine Fazialpalmierung verdient.


  7. #2347
    Überläufer Avatar von deWutz
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    Was Vers 14 angeht, im Hebräischen steht hier הַדָּבָ֖ר, (had·dā·ḇār) und das hat neben Wort/Sprache/Gespräch auch die Bedeutung von Sache, (Gesprächs-)gegenstand. Daher übersetzt Hieronymus im Lateinischen hier auch "sermo" statt "verbum". Da "sermo" ebenfalls die Dimension des miteinander Redens und des Gesprächgegenstandes ausdrückt, trifft hier das Lateinische "sermo" den hebräischen Text sogar ziemlich gut (und sogar besser als das Griechische).

    Damit kann man den Text so verstehen, dass es nicht schwer sei, sich an die Gebote der Thora (= "das Gesetz" aus Vers 11) zu halten, da diese dem Menschen entsprechen und ihm letztlich gut tun.

    Man könnte den Vers aber auch so verstehen, dass es nicht so schwer sei, mit Gott in Kontakt zu bleiben. Der hebräische Text verwendet in Vers 11 und 14 vielleicht nicht ohne Grund verschiedene Begriffe. Wie gesagt, sowohl im Hebräischen, wie auch im Lateinischen steht in 14 ein Wort, das die Perspektive vom Gesprächsgegenstand aus hin auf das Gespräch selbst öffnet. Sprachlich ist das, finde ich, sehr schön gemacht.
    "Ein Mensch, wer Arges dabei denkt!"

    Wildschwein in Asterix, Band XXVI

  8. #2348
    der 397ste von 29355 Avatar von X_MasterDave_X
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    Noch ein kleiner Nachtrag zu 5. Mose 28 und zur vermutlichen Textentstehung dieser Passage, siehe Wiki:


    Zitat Zitat von Wiki
    Der von der Bibel negativ gewertete König Manasse verhielt sich als treuer Vasall der Neuassyrer, was den Untertanen während seiner langen Regierung (694–640 v. Chr.) eine stabile und prosperierende Zeit bescherte.[24]

    Der assyrische König Asarhaddon ließ 672 einen Text verfassen, mit dem seine Vasallen auf die von ihm gewünschten Thronfolger verpflichtet wurden: Assurbanipal auf dem Thron Assurs und Šamaš-šuma-ukin auf dem Thron Babylons. Der Text, auf Keilschrifttafeln niedergelegt, wurde assyrisch als adê („Treueid“) bezeichnet. Britische Archäologen fanden 1955 über 350 Fragmente dieser Tafeln im Nabu-Tempel von Nimrud. Bei der Erstveröffentlichung 1958 interpretierte man adê als „Vasallenvertrag“, daher die Bezeichnung The Vassal-treaties of Esarheddon, abgekürzt VTE. Die Ähnlichkeit der bei Untreue angedrohten Flüche mit den Flüchen in Dtn 28 war auffällig.[25] Aber erst 1995 konnte Hans Ulrich Steymans nachweisen, dass die Ähnlichkeiten nicht auf einer altorientalischen Tradition des Drohens und Fluchens beruhen, sondern dass Dtn 28 von den VTE literarisch abhängig ist.[26]

    Ein Beispiel (Übersetzungen nach Steymans):[27]
    Assurbanipal und ein Mitglied seines Gefolges (British Museum)


    „Mögen alle Götter … euren Boden wie (aus) Eisen machen! Nichts möge daraus aufgehen! Wie es vom Himmel aus Bronze nicht regnet, so mögen Regen und Tau auf eure Felder und eure Fluren nicht kommen! Statt Regen … möge es Kohlen auf eurer Land regnen!“ (VTE §63, Zeile 526 – §64, Zeile 533)

    „Und es wird dein Himmel, der über deinem Kopf (ist), Bronze, und die Erde, die unter dir ist, Eisen. JHWH gebe (als) Regen (für) deine Erde Staub und Asche, vom Himmel komme er herab auf dich bis zu deiner Ausrottung.“ (Dtn 28,23–24 EU)


    Exemplare der VTE wurden bisher nur in Tempeln gefunden, wo sie von den Vasallenkönigen anscheinend wie Götterbilder verehrt wurden. Man kann daher annehmen, dass auch König Manasse von Juda sein Exemplar im JHWH-Tempel von Jerusalem aufstellte.[28] So wurde der Text in der Jerusalemer Oberschicht bekannt. Der Grundbestand von Dtn 28,20–44 EU ist nach Steymans Analyse bald nach 672 geschrieben worden, wobei zu bedenken ist, dass Ninive ab 612 in Trümmern lag und der Text der VTE das Ende des Neuassyrischen Reichs wohl nicht sehr lange überlebte.

    Es gibt noch viele weitere Hinweise darauf, dass vieles aus dem Deuteronomium (=5. Mose) aus den assyrischen Vasallenverträgen entlehnt wurde:

    Eckart Otto weist auf eine weitere Parallele hin. Schon ein „übles, schlechtes, unpassendes Wort, das für Assurbanipal … nicht angemessen, nicht gut ist“, gilt in den VTE als Hochverrat (VTE §10). Hochverräter müssen angezeigt und an den Palast ausgeliefert werden, am besten ist es aber, „sie zu packen, sie zu töten“ (VTE §12). Es besteht eine auffällige Ähnlichkeit zu Dtn 13,2–10 EU, wo der Tatbestand eines religiösen Hochverrats geschaffen wird, der ebenfalls mit Lynchjustiz geahndet werden soll. „Die Forderung der Lynchjustiz … hat im gesamten Rechtssystem des Alten Testaments keinen weiteren Anhalt, wohl aber in den VTE.“[30] Sie widerspricht anderen Texten des Deuteronomiums, die ein ordentliches Gerichtsverfahren mit Anhörung von mindestens zwei Zeugen fordern (Dtn 17,2–13 EU; Dtn 19,15–21 EU), ein Indiz dafür, dass in Dtn 13,2–10 eine andere Rechtstradition zitiert wurde.[31] Nach assyrischem Vorbild schafft Dtn 13,2–10 eine Art JHWH-Loyalitätsverpflichtung, mit Drohungen, die innerhalb des Deuteronomiums und innerhalb der Hebräischen Bibel befremdlich klingen....

    ....Thomas Römer sieht in den VTE die „Vorlage und Inspirationsquelle“ des Ur-Deuteronomiums, legt sich aber nicht fest, ob diese Rezeption subversiv war „oder einfach dem Zeitgeist entsprach.“[33] Das heißt auch: „Ohne die Assyrer hätte es das Dtn nie gegeben!“[34]
    Auch der Ausspruch dass man "Gott JHWH von ganzen Herzen lieben solle" entstammt vermutlich diesen Vasallenverträgen:

    Moshe Weinfeld und S. David Sperling weisen darauf hin, dass dem Leser im Deuteronomium die konventionelle Sprachform von Staatsverträgen des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr., nur eben auf die Gottheit und nicht auf den Herrscher bezogen, begegnet. So sei die Versicherung, man „liebe ihn mit ganzem Herzen“, die übliche Weise, wie man damals seine Loyalität zum Herrscher bekundet habe.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Deuter...es_Vasalleneid

  9. #2349
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    Ich habe bei Dtn 29,4 gestockt:

    daß ich der HERR, euer Gott, bin.
    Das ist hier als wörtliche Rede von Moses gekennzeichnet. Für mich klingt es an der Stelle so, als behaupte Moses er sei der HERR?

    Auch den Widerspruch beim "Erkennen", den MK bereits erwähnt, verstehe ich nicht.

  10. #2350
    Hat einen Plan Avatar von Mongke Khan
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    Ich hab das einfach als "Gott spricht durch Mose" abgetan
    Zitat Zitat von Baldri Beitrag anzeigen
    Würfel doch mal für nen Job bevor du hier finanzielle Aussagen triffst die ernstgenommen werden sollen.

  11. #2351
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    Zitat Zitat von Mongke Khan Beitrag anzeigen
    Ich hab das einfach als "Gott spricht durch Mose" abgetan
    Hat er aber noch nie gemacht, wimre. Und auch vorher und nachher benutzt Moses immer die 3. Person.

  12. #2352
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    Äh, hast du bisher geschlafen?

  13. #2353
    Registrierter Benutzer Avatar von Cailie
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    Entweder das oder plötzlicher Gedächtnisverlust.
    "La majestueuse égalité des lois, qui interdit au riche comme au pauvre de coucher sous les ponts, de mendier dans les rues et de voler du pain." - Anatole France

    Zitat Zitat von Fonte Randa Beitrag anzeigen
    Manchmal kann ich Cailie verstehen...
    Zitat Zitat von Kaiserin Uschi Beitrag anzeigen
    Ja, aber das ist nur ein Grundgesetzbruch, aber kein Verfassungsbrauch. Bring das mal vors Bundesgrundgericht ;)

  14. #2354
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    Zitat Zitat von Jon Snow Beitrag anzeigen
    Äh, hast du bisher geschlafen?
    Also eine Stelle

    Mose sagt: "Ich bin der HERR"
    kann ich mich zuvor echt nicht erinnern. Emoticon: kratz Magst du mir eine zeigen?

  15. #2355
    Zurück im Norden
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    Mose sagt nicht "ich bin der Herr", sondern er spricht im Namen Jahwes bzw. zitiert ihn im konkreten Fall sogar. Und das kam ja nun oft genug vor.

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