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Thema: [Semi-Blog] Die Ghalerie

  1. #571
    Im Monsterland
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    PBEM 162

    Ich befand mich in diesem Forum bislang in einer Schieflage, was Informationen über mein Rollenspiel anging. Immer wieder tauchten die Vai auf, die ja eigentlich keine Rolle spielten... und das aufgrund eines PBEMs.

    Spaceman rief im Oktober 2006 zu einem mittelalterbasierten Duell zwischen drei Götter- und drei Titanenspielern auf. Ich griff zu meiner üblichen Master of Orion-Rasse (zu der ich euch noch eine Story schulde), die ganz ohne Grund Vai genannt wurden, und konvertierte sie: landwirtschaftlich/industriell wäre sie wohl und da ich gerne auf Enterfähren setzte, wählte ich gleich ganz die Maya. Meine UU wurde eine Catgirl-Bogenschützin, die ich immer schon einmal einbauen wollte (obwohl es sich bei den echten Vai um europäische Katzenmenschen handelte).

    Ich habe sie schon einmal hier gepostet.

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    Ihr Civilopedia-Eintrag zeigte schon deutlich, wie ich dieses neue Volk charakterisierte. Ganz ernst nahm es sich selbst nicht.

    #PRTO_Vaija_Garde
    ^
    ^
    ^Die [Vaija-Garde] ist die Spezialeinheit der $LINK. Sie ersetzen den normalen $LINK.
    ^Durch ihre weiblichen Reize hat die [Vaija-Garde] außerdem die Chance, den Gegner von sich zu überzeugen. Diese Armen tun dann alles, was die Kätzchen von ihnen wollen... und werden somit als $LINK eingesetzt.
    #DESC_PRTO_Vaija_Garde
    ^
    ^
    ^Die Vaija-Garde entstand der Sage nach, als sich eine Vai-Jagdgesellschaft im Wald verlaufen hatte. Auf dem Weg zurück dachten sie dann darüber nach, was sie ihren Stammesbrüdern erzählen sollten, und so kam es dann zu Vaija. Vaija ist die Stammgöttin der Vai, sie steht für die Jagd, aber auch für den Weg und das Wetter. Und so hatte das Volk seine neue Stammgöttin gefunden.
    ^Der Vaija-Glaube hat auch in die Umgangssprache Eingang gefunden. "Vaija dienen" bedeutet nichts anderes, als sich verlaufen zu haben, "Von Vaija gesegnet werden" kündigt von einem Regenschauer, den man gerade verspürte, und eine "Vaija-Garde" ist nichts anderes als eine der frühen Vai-Jägergruppen, die noch ganz im Einklang mit ihren katzigen Sinnen stehen.

    Passend zu der Catgirl-Einheit setzte ich Nina aus Words Worth, mein oft genutztes Avatar-Mädel, und nicht etwa Mirri um. Ich gab ihr den Blanko-Namen Kildrae.

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    #RACE_Vai
    Die Vai sind $LINK orientiert. Zu Beginn verfügen sie über die Technologien $LINK und $LINK.
    ^
    ^Die Vai sind eines der seltsamsten Völker des Universums. Von wo sie kommen, weiß keiner, und was sie noch vorhaben, ist ebenfalls allen unbekannt. Während ihrer Entwicklung von den ersten Baumhäusern bis zum galaktischen Imperium haben sie einige große Veränderungen hinter sich, und es existiert das Gerücht, dass sie genetischen Veränderungen nicht abgeneigt waren. Andere sprechen davon, dass die Magie, welches dieses Halbkatzenvolk einst erschaffen hat, nicht stabil ist, sondern sich immer mal wieder ändert.
    ^Fakt ist: Antworten kennt niemand.
    ^
    ^Dieses Szenario wird sich mit der Frühzeit der Vai beschäftigen, in der sie den Wald verließen, weil der ihnen zu langweilig war, und stattdessen dazu übergingen, gigantische Reiche zu erschaffen, die doch einander bekämpfen, wo immer es ging. Doch auch die siegreichen Reiche wurden selten alt, denn es konnte gut vorkommen, dass ein Monarch am nächsten Morgen sein Land verschenkte, um stattdessen eine Karriere als fahrender Sänger zu beginnen.
    #DESC_RACE_Vai
    ^Der durchschnittliche Vai entscheidet sich deutlich von einem Menschen. Seine körperlichen Unterschiede umfassen seine Katzenohren und seinen Katzenschweif, einige Vai haben zusätzlich Katzenpfoten und stellenweise Fell. Sie haben bessere Sinne als Menschen, sind gewandter und sehen häufig auch besser aus (zumindest finden sie das selbst.). Charakterlich sind die meisten Vai launenhaft. Ihre Stimmung kann sehr schnell umschlagen, und die meisten Vai tendieren zu beiden Extremen. So finden sie nichts dabei, zwölf oder vierzehn Stunden am Tag zu dösen, während die andererseits sehr überdreht sind, wenn etwas Aufregendes passiert. Auch arbeiten Vai sehr hart und aufopferungsvoll... oder gar nicht. Sie sind verspielt und rational, instinktgetrieben und geduldig, neugierig und gleichgültig. Als goldene Regel sollte man sich merken, dass es Vai auf den Tod hassen, unter Druck gesetzt oder irgendwo fest eingespannt zu werden. So nehmen sie Versprechen nicht so genau und ihre Pläne halten meist nur einige Tage.
    ^Kildrae, die momentane Führerin, ist eine Fürstin. Auch wenn sie über nicht umerhebliche Machtmittel verfügt, folgen ihr die meisten Vai nur, weil das, was sie tut, interessant werden könnte. Sie sollte sich somit bemühen, auch interessant zu bleiben... sonst kann es gut sein, dass die Vai ihre Technik und Hütten verlassen, um wieder im Wald von der Pilzsuche zu leben... zuzutrauen wäre es ihnen.

    Das hat alles noch recht wenig mit meinen Katzenmenschen aus Schattenfeuer zu tun. Das sind Vai.
    ... dann kam die Story.
    Keep your eyes on me, now we're on the edge of hell.

  2. #572
    Im Monsterland
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    Mutation

    Den Pana'Vai fehlt noch etwas: Eine wirkliche Identität. Zwar konnte ich mich damit behelfen, dass ich sämtliche in meinen RPGs erschienene Katzenmenschen als große Anführer einsetzte, doch es fehlten mir Städte.
    So griff ich zu meinem RPG und entschloss mich, dass es sich bei den Vai um die Epigonen der Katzenmenschen handeln musste, die den Katzentempel auf Kaervai, ein bis dahin ungeklärtes Relikt einer vorherigen Zivilisation, errichtet hatten. Ihr Reich lag wohl im Westen um Feychoris Zuflucht herum, als die Bucht noch aus Land bestand. Irgendeine große Katastrophe musste sie ausgelöscht haben.
    ... Ghaldak-RPG. Ich nehme trotz nocht nicht festgelegtem Spielverlauf das Ende vorweg.

    Ich schrieb eine Begleitgeschichte um eine Expedition einiger Studenten nach Kaervai nahe der VZ auf der Suche nach Wahrheit...
    ... Nechoria wurde dafür von mir erfunden. Sie betreten den Katzentempel, klar.
    ... und um meine Gegner zu verwirren, hieß meine Hauptstadt im Spiel nicht Nechoria, sondern Sadravis (Hafenstadt an der Mündung der Aedile).

    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Sodele. Meine Story basiert auf meinem eigenen RPG, deshalb nicht wundern. Zu jedem Zug wird ein neues Kapitel erscheinen.
    Sollten noch irgendwelche Fragen sich stellen... stellt sie.


    Der Tempel zu Nechoria

    Charaktere:
    Tarrin Seltrago (24 Jahre, Geschichtsstudent)
    Takea von Archilby, genannt „Archie“ (23 Jahre, Studentin der Kalistik (~ Religionswissenschaft))
    Anthros Kerstreiter (24 Jahre, Geschichtsstudent)
    Samus Narosec (19 Jahre, Schülerin)
    Srrt’vai, ausgesprochen: Schirt-vaj (17 Jahre, Katzenmädchen)

    Man sagt, am Ende siegt das Licht.
    Eine dumme Weisheit, die sich die Menschen im Verlauf der Zeit ausgedacht haben, und egal, wie oft sie enttäuscht wurde, so hängt man ihr doch an wie an der einen Wahrheit. So als würde es ein Gesetz geben, dass aus unendlich vielen Lügen Wahrheit entstehen lässt, aus unendlich viel Zerstörung Leben, aus unendlich viel Vergessen Weisheit.
    Zumindest was das Volk der Vai angeht, so hat sich diese Wahrheit nicht erfüllt. Heute, zu einer Zeit, in der die Menschen aufgeklärt, friedlich und weise sind, ist dieses Volk so spurlos aus dem Gedächtnis der Welt verschwunden wie ihre Ruinen in den wuchernden Hölzern des Rathenwaldes. Niemand kennt sie mehr, niemand stellt Fragen, niemand braucht sie.
    Heute, das ist das Jahr 917 nach der Krönung der ersten Friedenskaiserin, 2.535 in der alten Zeitrechnung, die nach Gründung irgendeiner Stadt geht und die heute kaum noch verwendet wird. Die Zeit der Vai ist schätzungsweise seit sechstausend Jahren vorbei. Doch in diesem Jahr bricht ein Student namens Tarrin zu einer Reise auf. Er tut es aber nicht aus dem Grund, dem er der Zentralen Sicherheit nennt, nämlich eine Erlebniswoche in der Wildnis, vielmehr hat er eine kleine Gruppe von Kommilitonen und Freunden zusammengestellt, um in die Westliche Sperrzone einzudringen und in den tiefen Wäldern nach verschollenen Spuren der Vai zu suchen. Unsere Geschichte setzt ein, als er einen alten Tempel findet, der tief verborgen in den wuchernden Wäldern der Insel Karevien zu finden war. Die ersten Archäologen hatten ihn nur vereinfachend „Katzentempel“ genannt. Seine ursprüngliche Bezeichnung war aber: „Tempel der Goldenen Göttin“, der Tempel zu Nechoria.


    Kapitel 1 – Eingang



    Auf einmal war da Licht. Es war anfangs nur ein schmaler Spalt, durch den Helles in die Dunkelheit fiel, dann wurde das steinerne Tor immer weiter aufgestemmt, bis schließlich eine Öffnung entstanden war, die groß genug für menschliche Wesen zum Durchschlüpfen war. Doch auch für das Licht der langsam schwächer werdenden Sonne war der Spalt breit genug und es erleuchtete die Eingangshalle, die nun seit über siebenhundert Jahren seinem Zugriff entzogen lag. Ob den fünf Gestalten, die immer noch vor dem Tor standen und keuchten, bewusst wurde, dass die Sonnengöttin in ihr Heim zurückgekehrt war, ist eher unwahrscheinlich, waren sie doch viel zu sehr damit beschäftigt, sich zu beglückwünschen. Ihre lange und beschwerliche Reise hatte nun endlich ein Ende gefunden.
    Tarrin, 24 Jahre, war der Anführer der Gruppe. Er war weder der Mutigste noch der Klügste der Gruppe, war weder wegeskundig noch ein Meister alter Sprachen. Doch er war der Grund, weswegen sie hier waren, es war seine Idee und sein Geist gewesen, der sie dazu gebracht hatte, tief in das Sperrgebiet einzudringen, um hier nach den Resten von Srrt’vais altem Volk zu suchen. Und so warteten seine Gefährten darauf, dass er ein paar Worte fand. „Also“, begann er daraufhin, etwas verunsichert. „Zunächst möchte ich euch alle danken, dass ihr mit mir mitgekommen seid. Die letzten Tage waren für uns alle nicht leicht, aber es hat sich doch gelohnt. Wir sind am Ziel. Srrt’vai… Würdest du bitte?“
    Das Katzenmädchen trat vor. Sie schien zu überlegen, ob noch Worte zu finden waren, doch dann nickte sie nur. Langsam durchschritt sie die Pforte, sah sich im Inneren um. Dann folgten ihr die anderen.
    „Na denn, auf in das Abenteuer“. Mit diesen Worten schloss sich Tarrin der Gruppe an. Die letzten Tage waren ihnen alle eine Prüfung gewesen. Nun mussten sie beweisen, dass sie es auch wert waren.
    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Kapitel 2 - Halle

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    (Dies ist eine Karte des Ortes unserer Handlung. Ich hoffe, ihr könnt das Gewirr aus Städten, Flüssen und Zonen richtig zuordnen.
    Das Orangene ist jedenfalls das Kulturland des Nezrather Reiches. )

    Beschäftigung hatte sie alle erfasst und kaum hatten sie den Tempel zusammen betreten, hatten sie sich schon aufgelöst. Andi bestannt nämlich darauf, erst den Tempel zu "sichern", und da wollte er außer Srrt'vai niemanden dabeihaben. Sie sollten in der Eingangshalle solange warten, bis man ihnen Bescheid gab. Endlos lange Minuten...
    Archie nutzte die Zeit besser. Sie hatte damit begonnen, ihren Laptop aufzubauen und ihre Kameraausrüstung auszupacken. Sie schien zu wissen, was sie tat, fand zumindest Tarrin, und so folgte er Samus wieder nach draußen. Langsam wurde es dunkel.

    ... und sie war nicht so leicht zu finden. "Samus!", rief er, und dann noch einmal "Samus!". Für einen Moment dachte er schon, dass sie irgendwelchen wilden Tieren zum Opfer gefallen war, doch dann hörte er ihre Stimme über sich. "Ich bin hier."
    "Samus, was machst du da oben?" Fassungslos sah er, wie die junge Frau über dem Eingang auf moosbewachsenen Simsen balancierte, ohne sich im Geringsten abgesichert zu haben. "Bist du denn verrückt? Wenn dir etwas passiert..."
    Langsam nur drehte sie sich zu ihm um und sah herunter. "Danke, dass du dir Sorgen machst", sagte sie mit ihrer leisen, sanften Stimme, "Ich bin schon vorsichtig." Dann drehte sie sich wieder der Wand zu, und spätestens als Tarrin die Klinge des Messers aufblitzen sah, wusste er, dass er nicht beruhigt war. "Gib' auf dich acht, ja?", murmelte er nur und setzte sich resignierend auf die Erde. Dort blieb er sitze und beobachtete sie. Was sollte er auch sonst tun?
    Bald erkannte er zumindest, was sie tat: Sie legte eine Inschrift frei, die sich über dem Torbogen befand. Eingemeisselte Worte, von den Jahrhunderten von Pflanzen bedeckt. Nun kamen sie wieder ans Tageslicht.
    Was war sie doch für eine Frau? Lange kannte er sie noch nicht, er hatte sie durch das Netz kennengelernt, zufällig in einem Gesprächsraum. Sie hatte dort nur "Samus" gehießen, und so war er lange Zeit davon ausgegangen, dass sie eigentlich ein Mann war. Sie war ihm recht schnell sympathisch gewesen.
    Und nun hantierte sie mit einem Messer, als würde sie jeden Tag Inschriften freilegen. Es waren scheinbar drei Zeilen, aber er konnte es nicht genau erkennen. Langsam war es einfach zu dunkel dafür. Und so sah er nur ihrem schönen Rücken.
    Sie war ein so zartes Wesen. Sanft, zerbrechlich, süße achtzehn Jahre. Er erinnerte sich daran, wie sie sich vor wenigen Monaten in Nezrath getroffen hatten, weil sie eh in die Stadt musste. Sie hatte sich verspätet, war sie doch im dem Gewirr aus Bussen, Schienenbahnen und Untergrundbahnen durcheinandergekommen. Am Ende hatte er über eine Stunde auf sie gewartet, und irgendwie konnte er ihr deswegen nicht böse sein.
    In anderen Gebieten aber war sie erschreckend gut. Wenn man nur daran dachte, wie sie gerade die Inschrift freilegte... So als würde sie dies jeden Tag tun. So als gäbe es keine Gefahr, auf dem schmalen Stein auszurutschen und drei Meter herunterzustürzen.
    "Und, kommst du voran?", fragte er schließlich. Es war sehr dumm von ihm, denn dadurch lenkte er sie ab und brachte sie nur in Gefahr. Aber er konnte einfach nicht mehr warten.
    Doch scheinbar musste er das auch gar nicht mehr. Mit der Sicherheit einer Schlafwandlerin hatte sie begonnen, den Abstieg auf sich zu nehmen. Sie verwendete vor allem Pflanzen und Löcher in der Mauer, ob voranzukommen. So musste sie auch schon hochgeklettert sein.
    "Ich bin hier", sagte sie schließlich und ihre Augen sagten ihm, dass sie sich innerlich schon auf eine Standpauke vorbereitet hatte. Doch er nickte nur. "Lass' uns besser wieder reingehen", sagte er und lächelte. Sie war doch wirklich ein süßes Mädchen. Und er konnte ihr einfach nicht böse sein.
    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Kapitel 3 - Von nun an keine Titel mehr

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    (Inschrift über dem Portals des Tempels zu Nechoria)

    "Hey, Archie, wie weit bist du?" Tarrin brachte diese Worte, als er gerade mit Samus den Tempel wieder betrat. Die blonde Studentin blickte auf und lächelte. "Ist funktionsbereit", sagte sie zufrieden, "nun kann ich mich an das Ausmessen dieses Raumes hier machen. Lust, mir dabei zu helfen?"
    "Naja", gab Tarrin zurück, "Ich habe sowas noch nicht gemacht. Ist er schwer?" Archie schien sein zögerliches Gesicht nur zu amüsieren. "Ich bräuchte jemand, der den Raum beschreibt. Möchte das mit meiner Krächzstimme nicht machen. Das klänge einfach nicht schön." - "Gut, das kann ich übernehmen", gab Tarrin nach, "aber wir brauchen erstmal deine Hilfe. Es gab draußen eine Inschrift, und wir können sie nicht entziffern. Vielleicht bist du ja schlauer." - "Wenn nicht ich, dann mein Computer", lachte sie. "Gib schon her." Und Samus reichte ihr ihre Abschrift.

    "Das sieht aus wie Alt-Nhordai.", sagte sie schließlich, als sie das Blatt genauer betrachtet hatte. "Ich hatte eigentlich gehofft, dass hinter mir zu haben. Eine eklige Sprache, eine eklige Schrift, aber Pflichtkurs für alle Kalisten." - "Dann kannst du es lesen?", fragte Tarrin erstaunt. Und das blonde Mädchen nickte.

    Doch statt, wie Tarrin erwartet hatte, ihm gleich eine Übersetzung zu liefern, wandte sie sich wieder ihrem Laptop zu. Sie begann mit einer Abschrift, wie es schien. Er wollte ihr gerade über die Schulter schauen, als...
    "Tarrin? Was hat das zu bedeuten?", hörte er hinter sich eine Stimme, und er drehte sich zu Samus um. "Du meinst, warum sie es kennt?" Sie nickte.

    "Das hat mit der Verbreitung der Sprachen zu tun.", sagte er und setzte sich auf einen Steinquader, "Du musst wissen, dass es in grauer Vorzeit einmal nur zwei Sprachen gegeben haben soll: Eine Sprache der Gelehrten, Adeligen und Priester und eine Alltagssprache für das Volk. Zu beiden Sprachen gehörte auch eine Schrift dazu. Und das war alles. Nicht zwei Sprachen pro Volk, sondern zwei Sprachen insgesamt. Stelle dir das mal vor."
    Das Mädchen nickte nur. "Die Sprachen entwickelten sich im Laufe der Zeit auseinander?" - "Ja, das stimmt. Wenn du dich heute mit einem Maresken zu unterhalten versuchst, wird er dich nicht verstehen und andersherum. Die Jahrtausende der Trennung und des Nichtkontaktes haben die Völker ihre eigenen Wege gehen lassen. Aber ich habe von Inschriften in der Maresker Trümmerstadt gehört, die sich für uns ganz leicht übersetzen lassen. Eben weil von all den alten Sprachen Alt-Nhordai sehr rein gehalten wurde." - "Das ist wahr", mischte sich Archie ein, "Habe sie selbst gesehen. Ist wirklich verblüffend."
    "Und wie rein ist unsere Inschrift hier?", wandte sich Samus an Archie. Diese antwortete nur: "Einen Großteil der Zeichen kenne ich. Mein Computer weigert sich aber, den Text zu übersetzen. Was meint ihr: Sollen wir uns selbst daranmachen?"



    (Anmerkung des Autors: Sodele. Nun habe ich aufgeholt. Ich fürchte nur irgendwie, dass in meinem Mailpostfach wieder ein neues Save auf mich wartet. -.-'
    Ich hoffe, ihr mögt die Inschrift da oben. Ich habe mir die gestrige Nacht damit um die Ohren geschlagen, den Vai eine eigene Schrift zu geben, ebenso wie die ersten Worte ihrer Sprache. Ich muss verrückt sein... )
    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Kapitel 4

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    (Kritzelei eines Heusenstammer Studenten während einer langweiligen Vorlesung.)

    Der Laptop sollte als Konzeptskizze dienen, und schon bald enthielt er auf mehreren Fenstern Zeichen und Worte dieser seltsamen Katzen. Tarrin hielt sich währenddessen im Hintergrund und sah zu. Beide Frauen waren geschickter in dieser Übung als er. Und er wollte sie nicht stören.
    "Das war ja einfacher als gedacht", hörte er schließlich Archie sagen. "Aber war etwas anderes zu erwarten?" Er blickte zu ihr hinüber, sah ihr zufriedenes Lächeln und lächelte zurück. "Liest du mal vor?", fragte er dann.
    "Tilith t Faichoa. Tilith na Kaervai. Garu tiu Sirvai." Samus hatte diesen Satz mit ihrer ruhigen Stimme ausgesprochen, und kaum war sie fertig, da fiel ihr Archie ins Wort. "Glauben wir zumindest. Das eine Zeichen konnten wir nur raten."
    "Faichoa... Klingt nach Fey'chrois.", murmelte Tarrin. "Aber sonst... was heißt es?"
    "Tempel der Fey'choris. Tempel zu Kaervai. Sei willkommen, Sirvai." - "Was Sirvai heißt, können wir nur raten. Wir denken, es hat eine Nähe zum Wort "Shinorda", was soviel wie "Bruder" oder "Freund" bedeutet.", ergänzte Archie schnell. Und Tarrin lächelte. "Das habt ihr gut gemacht. Ich bin stolz auf euch." Zufrieden klopfte er beiden Frauen auf die Schulter.
    "Tarrin?" Samus' Stimme war leise, so als hätte sie Angst, ihn anzusprechen. "Wir haben da noch etwas entdeckt." - "Ja, was denn?" - "Tilith t Faichoa. Das ist...", sie blickte zu Archie hinüber, doch diese schwieg. Also erzählte Samus weiter. "Das "t" ist an der Stelle etwas ungewöhnlich. Nimmt man das Altnhordaiische als Ausgangspunkt, so bezeichnet es eine Person, der etwas gehört." - "Und? Was ist daran ungewöhnlich?" - "Das es falsch ist. Das hier wäre...", Samus hob ihren Arm und zeigte ihm ihre Handflächen, "... dies hier wäre Nhuoro t Samus. Samus' Hand. Aber wir befinden uns hier in Tilith Faychoa. Oder Tilith ny Faychoa, also Tempel für Fey'choris. Ein t an dieser Stelle macht den Gott zum Sterblichen."
    "Und was bedeutet das?"
    Samus seufzte leise. "Das sich unsere Sprachen voneinander unterscheiden. Oder dass dies hier das blasphemischste Volk ist, dass es jemals gab."


    @Spaceman: Wenn du mehr Informationen möchtest, dann lies dir mein Civilopeadia-Eintrag durch. Und dann sage mir, welche Fragen noch übrig bleiben.
    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Püh.
    Mit dem Stoff habe ich lustigerweise keine Probleme. Viel schlimmere Sorgen machen mir die Bilder.


    Kapitel 5 - Rückblende

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    (Spätvaianische Darstellung der frühen Vaija-Garde, etwa 1.900 v. NZ.)

    In Kaervai herrschte hektische Betriebsamkeit. Die kleine Stadt, die zwischen Meer und dem Adisvai-Fluss wie auf einer Halbinsel lag, war in diesen Tagen angefüllt von Arbeitern, Priestern, Besuchern und Händlern, denn die Kunde vom Bau den Tempels hatte sich schnell verbreitet. Es sollte der Tempel zu Nechoria werden, eine zweite Heimat der Göttin Feychoris, die über sie und ihr Volk wachte. Sie selbst hatte den Entschluss erst nicht verstanden, doch nun, als sie Kaervai mit eigenen Augen sah, dachte sie anders. Ein wunderschöner Blick auf das Meer, weite Wälder und Berge zum Sichzurückziehen, und doch über die Adisvai gut mit dem restlichen Reich verbunden... ein wirklich passender Zweitwohnsitz für einen Gott.
    Die Vai würden Jahre brauchen, diesen Tempel zu bauen. Steine mussten aus den nahen Felsen geschlagen werden, Gold- und Silberminen mussten ausgeschöpft und ganze Wälder würden abgeholzt werden müssen. Und es würde die Vai über mehr als drei Generationen binden. Wenn sie daran dachte, dass sie nie erleben würde, wie der Tempel fertig aussah, dann stimmte sie das schon ein wenig traurig. Doch sie konnte es sich schon ganz gut vorstellen.
    Ihr Name war Kildrae. Sie war eine Bardin und eine Abenteurerin, sie hatte das heimische Land von Taizinn schon vor vielen Jahren verlassen, um die Welt kennenzulernen. Sie hatte Flüsse, Berge, Wälder, Vai und andere Wesen getroffen und sie hatte Lieder gefunden, die davon berichteten. Sie hatte aber auch jemand anderes getroffen, und das war der Grund, weswegen sie hier war.
    Kildrae kannte keine Eile. Sie lag im Gras, die Augen geschlossen, und sonnte sich. Es war Nachmittag, ein herrlicher Sonnentag, blauer Himmel über sich, das Rauschen des Meeres ganz schwach zu hören... oder bildete sie sich das nur ein? Vermutlich. Aber es war ein schöner Gedanke.
    Kildrae war glücklich. Viele Vai waren es. Sie konnte die Strahlen der Sonne über sich spüren, Feychoris' Werk. Diese Strahlen wärmten sie und nährten sie, diese Strahlen waren immer bei ihnen und spendeten Trost. Feychoris war mit ihnen, wenn sie auch nicht immer bei ihnen war. Sie lächelte, als sie an die kleine Göttin dachte, die bestimmt jetzt irgendwo in ihrem Tempel in Zilenvai hockte und sicher auch an sie dachte.
    Feychoris war bei ihnen. Mehr noch: Sie lebte mit ihnen. Sie war mächtig und sie war unsterblich, aber sonst nicht anders als sie. Eine wunderschöne Vai war sie, seidiges, rotbraunes Haar, funkelnde, grüne Augen, eine zarte Haut und ein Schnurren, wenn man sie hinter den Ohren kraulte... Ach, Feychoris, wie sie sie vermisste...
    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Kapitel 6

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    (*schluchz* Ich brauche Bilder. Dringendst. -.-')

    "Archie! Verdammt, Arrchieee!" Entsetzt stürmte Tarrin zu seiner Freundin, die gerade auf den Boden gestürzt war. Ganz plötzlich war sie bleich geworden und hatte ihn so geistesabwesend angeblickt, dann hatte sie auch schon zu taumeln begonnen.
    Kaum war sie gestürzt, war Tarrin auch schon bei ihr. Und während Samus immer noch wie angewurzelt darstand, fühlte er schon ihren Puls..
    "Was ist passiert?" Ohne dass es jemand bemerkt hätte, stand auf einmal Srrt'vai in der Tür. "Sie ist einfach umgekippt. Bewusstlos. Keine Ahnung warum."
    Tarrin gab sich nicht einmal Mühe, die Angst in seiner Stimme zu verbergen. Er drehte fast durch vor Sorge. Was war nur passiert? Was?
    Srrt'vai war da ruhiger. "Ich hatte ein seltsames Gefühl", erklärte sie ihr Erscheinen, "Irgendwas geht hier vor." Und Samus schwieg weiter.
    Ich weiß, einen großen literarischen Anspruch brauche ich nicht zu erheben. Genau wie die Legende litt dieses Werk darunter, dass ich ohne Konzept einfach drauflos schrieb. Dann fehlte mir langsam aber sicher die Zeit (besonders die Rechnerzeit). Ich musste mich darauf beschränken, Handschriftliches einzuscannen.

    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Vergebt mir.
    Momentan habe ich einfach nicht die nötige Rechnerzeit, um hier eine ernsthafte Geschichte mitzuschreiben. Da ich euch aber auch nicht enttäuschen möchte, muss ich experimentieren.

    Im Anhang findet ihr die nächsten beiden Kapitel, von Hand geschrieben und gescannt. Es ist nicht so schön, wie ich es wollte, aber mein Scanner mochte mich nicht.

    Ich hoffe, ihr könnt meine Schrift lesen. Wenn nicht... fragt.

    (Ich konnte durch die Forennormen außerdem die Bilder nicht einzeln anhängen. Ihr findet sie im Anhang im .png-Format. Wünsche schonmal viel Spaß.)

    Bis zu meinem nächsten Zug.
    Kapitel 7
    Archie fehlte nichts.
    In einer gründlichen Untersuchung konnten Tarrin und Srrt’vai keine Verletzungen oder Spuren eines Gifts feststellen. Auch für eine Krankheit gab es keine Anzeichen, zumindest hatte sie kein Fieber. So wie es aussah, schlief sie nur tief und fest, doch alle von Tarrins Weckversuchen blieben erfolglos. Niemand beachtete Samus. Niemand bekam mit, wie sie sich den Laptop nahm und daran zu arbeiten begann. Sie tippte und las – mehr nicht.
    „Was tust du da?“, fragte schließlich die erschöpfte Srrt’vai, doch Samus antwortete nicht. Sie begann, etwas vorzulesen.

    „Und als die Götter die Erdscheibe zimmerten, war da Feychoris und sie sah ihnen zu – sie war die jüngste von ihnen und da sie auch die schwächste war, fand sie auf der Welt keinen Platz für ihr Werk. Da ging sie zu ihrem Bruder Kheldator, der gerade die Meere füllte, doch dieser hatte keine Verwendung für sie und schickte sie fort.
    Da ging sie zu ihrer Schwester Galratha, doch diese formte gerade die Steine und hatte keine Geduld. Sie stach ihr die Augen aus.
    So wankte sie zu ihrer Schwester Narazul, die selbst keine Verwendung hatte, und flehte bei ihr um Hilfe, sie aber nahm eine Klinge und hieb Feychoris in Stücke. Zufrieden sah sie, was sie getan hatte, doch um nicht gestraft zu werden, packte sie den Leib und schleuderte ihn so weit fort, dass er die Himmelsglocke traf und an ihr kleben blieb. So entstanden die Sterne und die Sonne.“

    Mit dem letzten Wort fiel das Schweigen drückend auf die Gruppe. „Das ist aus der Weltenchronik des Rolaton von Serall.“, erklärte Samus schließlich, „Sie entstand um 1400. Was meinst du, Srrt’vai? Ist es wahr?“
    Das Katzenmädchen überlegte. „Ich kenne eine ganz andere Geschichte.“, antwortete sie dann und erzählte: „Feychoris ist der Beginn und sie ist das Ende. In meinem Stamm erzählt man sich, wie die Götter die Welt gemeinsam schufen – es war ein Spiel für sie und ein spontaner Einfall, der Abwechslung versprach. Sie übertrafen sich gegenseitig mit tollen Dingen – alle außer Feychoris.
    Sie stand abseits, da sie das Spiel ihrer Schwestern nicht interessierte, spürte sie doch zu sehr den leeren Schaffensdrang ohne Liebe für das Werk. Erst als sich diese erschöpften, betrat sie doch die Welt und wanderte allein durch das Land. Da es ihr gefiel, nutzte sie einen Teil ihrer Kraft, um die Welt zu vollenden, und heftete funkelnde Edelsteine an die Decke.“ Srrt’vai deutete einen Blick nach oben an und lächelte. „Doch die Geschichte geht noch weiter, schlug sie doch an diesem Ort ihre Zelte auf. Land und See gefielen ihr so sehr, dass sie dort mehrere Jahrhunderte verbrachte, ohne von ihren Schwestern gestört zu werden und ohne diese zu vermissen. Sie merkte gar nicht, wie einsam sie war, bis sie eines Tages Besuch bekam…“ – „Moment bitte, Srrt’vai, eine Frage: Du erzählst die Geschichte sehr sicher. Hast du sie auswendig gelernt?“
    Der Einwurf störte das Katzenmädchen nicht im Geringsten und sie nickte. „Das erkläre ich dir später.“, sagte sie und fuhr fort.
    „Der Fremde gehörte zu den lieblos erstellten Kreaturen ihrer Schwestern, ein Zauberer und Edelmann mit Namen Kheldator, doch da er ungehorsam war, floh er an Ende der Welt. Feychoris bot ihm Unterschlupf und verliebte sich. Einhundert Jahre lang ging alles gut und aus der Begegnung entstanden die Vai, die schon bald Leben in diesen Teil des Landes brachten. Dann jedoch erschienen die Götter und da Feychoris wusste, dass sie sich nicht allen in den Weg stellen konnte, erbaute sie ein Schiff und ermöglichte Kheldator damit eine Flucht über die Meere. Und er ging.
    Viele Jahre lebte Feychoris bei den Vai, doch immer mehr verzehrte sie die Sehnsucht nach ihrem Geliebten. Schließlich verwandelte sie sich in die Sonnenscheibe, um von oben nach ihm zu suchen, und als Kheldator das sah, wurde er zum Mond. So wanderte er mit ihr über die Himmelsglocke, fern dem Zugriff der Götter, und in manchen Nächten können sie sich wieder sehen.“
    Wieder ging eine Geschichte zu Ende. „Seltsam“, murmelte Samus, mehr zu sich selbst als zu Srrt’vai, „Das ist die erste Geschichte, in der Kheldator nicht als Gott dargestellt wird. Wem ist denn bei euch das Meer zugeordnet?“ – „Einem Gott namens Gnos. Ich weiß nicht, ob ihr ihn auch kennt. Ich glaube aber…“ Das Katzenmädchen lachte. „… das sollte man nicht so ernst nehmen. Die Geschichte wird hässlich mit Bruder und Schwester.“ – „Du kennst dich aber ziemlich gut aus. Woher kommt das?“
    „Ich bin eine ausgebildete Romaiko, wenn dir das etwas sagt… gut, dann erzähle ich die ganze Geschichte.

    Ich stamme aus Nemaparth, das ist eine der Pflanzsiedlungen am Rande des Rattenwaldes, angelegt von eurer Königin für jene von uns, die es zur Zivilisation zieht. Wir sind da recht selbständig und konnten einige unserer Bräuche bewahren, so die Romaiko. Ich denke, man kann es am Besten mit ‚Zaubermeister’ übersetzen.“ – „Du kannst zaubern, Vai?“ – „Nein, aber ich kann Zeremonien durchführen, Wunden versorgen, Kinder entbinden und mehr als eine alte Sprache sprechen. Ich glaube, du kannst erahnen, wie unsere Zauberei funktioniert.“ Samus nickte. „Profanes Wissen und großes Getue.“ – „Heute weiß das natürlich jeder, trotzdem gibt es immer noch Romaikos. Es ist eine schöne Tradition und hat sich eben bewährt.“ – „Und handhaben das alle eure Stämme so?“ – „Nicht genau, aber ähnlich. Die meisten Parthe… Stämme oder Stammessiedlungen… besitzen Romaikos, doch deren Aufgaben und Stellungen unterscheiden sich – manchmal Fürsten, manchmal Künstler, du verstehst?“
    „Ja, ich denke schon.“ Samus blickte das Katzenmädchen lange ernst an, ehe sie fragte: „Weswegen hast du deinen Stamm verlassen?“ – „Wegen Tarrin, warum sonst? Sein Vater, der bei einer der Firmen arbeitet, der wir unsere Hölzer verkaufen – NBFG –, erzählte mir von seinem Sohn auf einem Vorzeit-Trip und fragte mich, ob ich ihm nicht etwas Kultisches überlassen konnte, was er ihm zum Geburtstag schenken könne? Da sagte ich nur: „Habe ich – und ich komme mit.““
    Der fassungslose Blick der Schülerin belustigte Srrt’Vai sehr. „Am Ende sprang ich in bestem Zeremoniengewand aus einer Torte und legte Tarrin eine Kette mit Schutzamuletten um. So habe ich ihn kennen gelernt.“
    Samus wusste nicht, was sie sagen sollte. „Aber du als Priesterin, mit deiner Würde…“
    „Ich bin keine Priesterin, sondern eine Romaiko, und außerdem wollte ich mir eure Stadt ansehen. Das schien mir ein guter Weg zu sein.“ – „Das ist verrückt und leichtsinnig. Was da alles hätte passieren können…“ – „Es ist eine Menge passiert, Samus, wären wir sonst hier?“


    Kapitel 8
    Ihr Name lautete Kildrae und sie war eine Vai. Das Bild des schlafenden Mädchens, ihre Stimme und ihre Gedanken, verblassten langsam aus Archies Bewusstsein, als die Welt um sie herum wieder klarer wurde. Was war passiert? Hatte sie geträumt? Nein, kein Traum, stellte sie fest, es fühlte sich ganz anders an. Es war, als wäre sie in dem Moment diese schlafende Katze gewesen. Seltsam.
    Noch seltsamer erschien die Frage, wo sie sich nun befand. Um sie herum wirbelte ein Chaos aus einzelnen Farben, das nicht zu enden schien, bis eine Stimme es durchbrach. „Du hast mich gerufen?“ Sie klang weiblich und ohne jedes Gefühl.
    Ein zweites Mal folgte die Botschaft, doch diesmal langsamer. Archie entschloss sich, zu antworten. „Hallo? Bist du Feychoris?“ – „Ich bin… ja… nein…. Suchst du Feychoris?“
    Für Archie war das eine gute Frage. Suchte sie die Göttin? Irgendwie schon, aber andererseits auch nicht. Sie spürte jedoch, dass sie eine Entscheidung treffen musste. „Ja“, rief sie schließlich, „Bringe mich bitte zu ihr.“
    Von der Stimme fehlte jedes Zeichen und Archie zweifelte schon an ihrer Antwort, als sich ganz plötzlich die Realität wandelte.

    Takea von Archilby, die Nhordai, wurde sich ihrer Person sehr bewusst, als die Erinnerungen zurückkehrten. Sie spürte sich im Gras liegend, hielt die Augen geschlossen und genoss die Sonne. Sie konnte den Wind des nahen Meeres spüren, doch dessen Rauschen ging unter im Lärm des Tempelbaus. Steine scharrten, Tausende Arbeiter sprachen, dann dieses Geräusch, dann das – eine Symphonie –, und Archie wunderte sich, warum sich dies alles so vertraut anhörte. Sie wollte schon nachsehen, als sie einen Schatten auf sich spürte und sie eine Stimme grüßte: „Es ist schön, noch Besuch zu bekommen.“
    Archie richtete sich auf und sah, als sie die Augen öffnete, eine Frau neben sich im Schneidersitz auf dem Gras sitzen. „Feychoris?“, entkam es ihr, worauf die Frau nickte. „Faichoa, die Sonne, das Licht… was immer du in mir sehen möchtest. Bist du eine Tote?“ – „Ich? Nein.“, antwortete Archie verdutzt, „Ich war es jedenfalls nicht, bevor…“ Die Göttin lachte. „Deinem Körper geht es gut. Dein Liebster kümmert sich rührend um dich.“ – „Tarrin? Keine Chance. Wir sind nur gute Freunde.“ – „Schade.“
    Diese Antwort kam verwirrend. „Wende dich da besser an Samus.“, hörte sie sich haspeln, „Von der war er schon die ganze Reise lang nicht zu trennen. Würde mich wundern, wenn sie danach noch ein Wort mit ihm wechseln würde.“
    Feychoris fragte: „Ist sie eine Weißthron?“ – „Was?“ – „Schon gut. Ich kenne diese Art. Es hat schon seinen Grund, warum ich dich zu mir bat und nicht sie, obgleich ihr Blut etwas heller strahlt.“
    Archie verstand gar nichts mehr. „Wie lange bist du schon hier allein?“, fragte sie dann. „Seit dem Ende meines Volkes. Am Ende war es eine Qual, denn es wurde so ernst und der Tempel so kalt. Deshalb bin ich froh, dass ihr hier seid, Archie. Endlich einmal passiert etwas.“


    Kapitel 9
    „Weiß du, Vai?“, begann Samus langsam, während sie das Katzenmädchen musterte, „dass ich dich bisher immer ganz anders einschätzte? Dich aus der Torte springen zu sehen… nein. Das hätte ich nicht gedacht.“ Sie versuchte, ihre Enttäuschung möglichst aus ihrer Stimme herauszuhalten. Auch Srrt’vai wurde ernst. „Es ist nichts weiter passiert, wenn du das denkst. Das wäre auch herzlich dumm von mir gewesen.“
    Archie schwieg, was für Srrt’vai hieß, dass sie nicht verstand. „Du kennst eure Gesetze? Jegliche Verbindung zwischen den Rassen wird bei Todesstrafe verboten… das heißt, für mich, Tarrin hätte es genießen können. Glaube mir, wir wissen das sehr genau.“
    Samus’ Blick klärte sich nicht wirklich auf. „Davon wusste ich in der Tat nichts. Denkst du, das ist ernst gemeint?“ Srrt’vai schwieg und gab damit die Antwort.
    „Himmel“, sagte Samus und sprang auf, „Hättest du dir die Stadt nicht anders ansehen können?“ – „Es war so einfach am Sichersten.“ Das verstand Samus nicht und so musste Srrt’vai länger ausholen: „Ich bin keine Nhordai und außerhalb des talesnischen Gürtels vollkommen rechtlos. Du könntest mir mitten im Sonnenpark von Nezrath den Bauch aufschlitzen und könntest einfach davonschlendern, während ich auf dem Asphalt verbluten würde, da man mir auch medizinisch nicht helfen darf. Nezrath ist da knallhart.“
    Samus schluckte. „Ist es wirklich so schlimm? Ich hätte nicht gedacht…“ – „Du verstehst, warum ich da über jede Begleitung dankbar war?“ Samus nickte. „Das schon, aber… wenn es wirklich so schlimm ist, warum wolltest du dann in die Stadt?“
    Das Katzenmädchen lächelte. „Ich wollte sehen, wie Sieger leben.“

    Kapitel 10
    Es lag an Tarrin, auf Archie Acht zu geben, so gut er konnte. Viel stand nicht in seiner Macht, verstand er doch nicht, warum dieses Mädchen, dem nichts zu fehlen schien, nicht auf einmal aufwachte. Es ließ ihm keine Ruhe. Hatte er etwas übersehen? Er hatte doch alles versucht. Sollte er sie vielleicht einfach mal küssen, so wie im Märchen? Das wäre doch…
    Zu seiner Schande musste sich Tarrin eingestehen, dass er den Gedanken verlockend fand. Sie war so schön, ihm im Moment so nah und Vai und Samus achteten nicht auf ihn. Sie redeten über irgendwas und er hörte ihnen nicht zu.
    So nah. Behutsam fuhr er mit einem Finger durch ihr blondes, fast goldfarbenes Haar, während ihm Bilder in den Kopf kamen, von Archie, wie sie redete, lachte oder einfach nur da war. Nach zwei Wochen anstrengender Wanderung war sie jedoch schmutzig, bar jeder Kosmetik und ohne die Art von Kleidung, die sie sonst zu tragen pflegte, die ihre Figur und ihr fröhliches Naturell betonte. Er sah sie weiter an, bemerkte eine kleine Wunde über ihrer linken Braue, die sie wohl einem zurückschlagenden Ast verdankte, er blickte auf ihre Hände, auf ihre verschmutzten Finger… es war seltsam, die Wanderung hatte an ihnen allen ihre Spuren hinterlassen, doch an Archie störte es ihn nicht. Würde sie nun die Augen öffnen und ihm zulächeln, er würde…
    … nichts. „Hey, Tarrin“, hörte er in dem Moment Srrt’vai rufen, „Andi hat ein Wandbild gefunden. Kommst du mit oder bleibst du hier bei ihr?“ Er musste kurz überlegen. „Ich möchte sie nicht alleine lassen.“, sagte er dann, „Ihr kommt schon ohne mich klar.“ – „Wenn der Meister das meint. Dann bis später.“
    Auf einmal wurde es um sie gespenstisch still, als nur noch Archie bei ihm lag. Seine Gedanken jedoch kamen nicht zurück und er konnte in diesem Mädchen nichts anderes mehr sehen als eine Reisebegleiterin, die gerade seiner Wacht bedurfte.

    „Deine Gefährten“, sagte Feychoris plötzlich, „haben etwas gefunden, was sie in Aufregung versetzt. Interessiert dich das?“ – „Natürlich, was für eine Frage.“ Archie sah die Göttin fragend an. „Was haben sie denn entdeckt? Etwas Gefährliches?“ – „Nein, nur ein paar Listen. Aus der Zeit, als dieser Tempel noch lebte.“
    Archie wusste nicht, was sie sagen sollte. Die Göttin wirkte plötzlich so abwesend und sie hatte das Gefühl, das könnte nicht gut sein. So griff sie nach dem einzigen Faden, der ihr gerade in die Finger fiel: „Mit Kildrae?“
    „Ja, zufälligerweise. Es ist nur so lange her. Ich könnte dir von ihr erzählen. Ja, das würde ich gerne tun.“

    Das war es dann. Das PBEM gewann an Fahrt, ich kam mit dem Schreiben nicht hinterher und erkannte schließlich, wie wenig es doch die Leute interessierte. Ein einziger Aufruf des letzten Kapitels (bzw. lange Zeit über null) sprechen schon eine deutliche Sprache.
    Die Vaija waren im RPG angekommen. Das blieb.

    ... um auf die Anspielungen zurückzukommen.

    Charaktere:
    Tarrin Seltrago (24 Jahre, Geschichtsstudent)
    Takea von Archilby, genannt „Archie“ (23 Jahre, Studentin der Kalistik (~ Religionswissenschaft))
    Anthros Kerstreiter (24 Jahre, Geschichtsstudent)
    Samus Narosec (19 Jahre, Schülerin)
    Srrt’vai, ausgesprochen: Schirt-vaj (17 Jahre, Katzenmädchen)


    Tarrin wurde nach dem bösen Straßenjungen gleichen Namens benannt.
    Takea... lange Geschichte. Ich hatte erwähnt, dass die echte Takea nach dem Krieg an die Menschen verkauft wurde. Dort folgten wie beabsichtigt Kinder für den Aufbau einer halbelfischen Magierwaffe und mit der Zeit schaffte sie es auch, nach vorne zu kommen. Der Stamm der einstigen Serallen, der den Namen traditionell vererbte, wurde zum Herrscher der nördlichsten Insel, die von der Seefeste, der prestigeträchtigen "Burg der weißen Insel", aus beherrscht wurde. Durch die Flucht verlor sie freilich ihre Macht, doch der Name lebt weiter.
    Anthros, benannt nach dem Cithoren im Orkkrieg.
    Samus, die Kriegerin des Lichts.
    Srrt'vai ist ein NSC, den ich von System zu System mit mir herumtrage.

    Ihr seht hier einen Nezrather, einen Inselmenschen, einen Ostelfen und eine Katzendame. Allein das orkische Element fehlt.
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    Geändert von Ghaldak (22. September 2010 um 21:50 Uhr)
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  3. #573
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    Zum Letzten

    Noch einmal greife ich zu den Karten, wie versprochen. Es ist die Nummer 3. Ich lege hiermit gh in diese Hände, die Story, mein Auftreten hier, den Trümmerhaufen...
    Bitte, liebe Karten. Flüstert mir etwas dazu.

    Inzwischen kann ich es fast auswendig.

    Wer bin ich? Die Beleidigung. Ich kämpfe für meine Ehre (4 der Stäbe).
    Warum handele ich auf diese Weise? Ich suche die Ruinen (Turm).
    Wie verändert sich mein Verhalten? Ich blicke auf meine Erinnerung oder ich werde zur Erinnerung (Königin der Kelche).
    Wie reagieren andere auf mich? Sie halten mich für eitel, für eine Dame (7 der Stäbe).
    Was verberge ich vor mir? Dass ich zuhöre und mir das Fremde zu Eigen mache (Königin der Münzen).

    Auch aus dem dritten Orakel kann man viel sagen und alles so drehen, dass ich mich ertappt fühle. Ich lege die Karten besser weg. Es wird einfach nicht besser.
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  4. #574
    cute & great Avatar von Lenina
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    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Auch aus dem dritten Orakel kann man viel sagen und alles so drehen, dass ich mich ertappt fühle.
    Ohne dir zu nahe treten zu wollen... aber das ist doch das Essentielle an Orakeln, und warum sie angeblich immer recht haben.
    Hat dir sowas wirklich schon einmal im Leben weiter geholfen? (keine rhetorische Frage, sondern eine ernsthaft interessierte)

  5. #575
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    Zitat Zitat von Lenina Beitrag anzeigen
    Ohne dir zu nahe treten zu wollen... aber das ist doch das Essentielle an Orakeln, und warum sie angeblich immer recht haben.
    Ich betrachte sie doch selbst mit einem Augenzwinkern. Die Tarot-Karten besitze ich nur, weil ich sie für ein Rollenspiel brauchte (das ich dann doch nie schrieb )

    Hat dir sowas wirklich schon einmal im Leben weiter geholfen? (keine rhetorische Frage, sondern eine ernsthaft interessierte)
    Überrascht es dich, wenn ich ja sage?
    Eine Neujahrs-Kartenlegerei mit Magickarten war damals für mich der Grund, mit Yoga anzufangen.
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  6. #576
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    Was man noch findet...

    Ich hatte freilich schon Pläne, mein RPG in Civ4 umzusetzen (das ist auch der einzige Verwendungszweck, in dem ich es noch sehe, Strategiespiele). Heraus kam diese Karte.

    Vor den Orkkriegen:
    (Hellblau ist diesmal das Reich, mag verwirren.)

    Bild

    So sähe wohl ein Nezrather Sieg ohne Verseuchte Zone aus. Die beiden Gegenmächte wären Serall und Lorrancithor (in Besitz Mares'cus).

    Bild

    Das folgende Bild von dem Sieg einer Koalition gegen Nezrath spare ich euch. Diesem fehlt dann wirklich jede Basis.
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  7. #577
    cute & great Avatar von Lenina
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    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Überrascht es dich, wenn ich ja sage?
    Eine Neujahrs-Kartenlegerei mit Magickarten war damals für mich der Grund, mit Yoga anzufangen.
    Du machst Yoga?
    Tja, und ich dachte, ich würde dich wenigstens ansatzweise kennen. Macht das ganze aber nochmal spannender.

  8. #578
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    Na dann

    Zitat Zitat von Lenina Beitrag anzeigen
    Du machst Yoga?
    Tja, und ich dachte, ich würde dich wenigstens ansatzweise kennen. Macht das ganze aber nochmal spannender.
    Hab' mal, bin aber jetzt seit etwa einem Jahr inaktiv (wobei ich mir vor einigen Wochen von meiner alten Lehrerin ein neues Programm zugelegt habe). Ist aber auch nicht so spannend, da meine ganze Familie Yoga macht (bzw. seinerzeit meine Eltern).

    Eine wirkliche Langfassung kann ich dir gar nicht mehr geben. Es ist fünf Jahre her, ich war mit meiner Jugendgruppe über Silvester in einem Selbstversorgerhaus, wo ich eine Menge Magic spielte. Ich dachte mir, es könnte ganz witzig sein, mir aus jedem meiner vier Decks eine Idee für jeweils ein Quartal hervorzuziehen und... naja, das genaue Orakel habe ich vergessen. Ich sollte es mir aber aufgeschrieben haben.

    Aus irgendeinem Grund interpretierte ich dann meine zweite Karte (Warum schreibe ich immer Katze? ) als Veränderung, weswegen ich dann pünktlich zum April meine Mutter fragte, ob ich nicht mitkommen könnte.

    ... naja, das war alles. Nicht übermäßig spannend, ich weiß.
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  9. #579
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    Der Fluch

    Ein Großthema wurde abgeschlossen, ein anderes fällt mir gerade nicht ein, also möchte ich eine Umfrage stellen. Irgendwann kommt ja meine nächste größere Story und dann...

    Gefällt euch eigentlich meine Eigenart, die Spiele in der Story zu parodieren bzw. zu dekonstruieren?

    Auf Grandia ging ich ja stellenweise recht heftig los, bei Riva und StarCraft war es nicht anders. Bei einem nächsten Spiel ginge es wohl so weiter...

    ... nur, mögt ihr das denn? Oder soll ich lieber meinen Vorlagen die Treue halten?
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  10. #580
    Schande! (wegen AdC) Avatar von Booky
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    Dekonstruktion ist ein großes Wort, Ghaldak. Aber ich finde die Art und Weise, wie du deine Stories geschrieben hast, sehr unterhaltsam. Daher: Weiter so.
    Zitat Zitat von Totila
    Ich gehe davon aus, dass der Homo Sapiens vor 20000 Jahren entschieden klarer gedacht hat, als viele Menschen, die heutzutage in der Zivilisation leben.

  11. #581
    Im Monsterland
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    Zitat Zitat von Booky Beitrag anzeigen
    Dekonstruktion ist ein großes Wort, Ghaldak.
    Ich weiß. Vermutlich benutze ich es auch falsch, habe ich von meinem Umfeld.

    Aber ich finde die Art und Weise, wie du deine Stories geschrieben hast, sehr unterhaltsam. Daher: Weiter so.
    Danke. Aber ganz generell: Das ist kein Fishing for Compliments. Ich möchte besser werden und das geht in den meisten Fällen über Kritik.
    Keep your eyes on me, now we're on the edge of hell.

  12. #582
    Schande! (wegen AdC) Avatar von Booky
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    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Ich weiß. Vermutlich benutze ich es auch falsch, habe ich von meinem Umfeld.
    Ja, tust du. Macht aber nix.

    Danke. Aber ganz generell: Das ist kein Fishing for Compliments. Ich möchte besser werden und das geht in den meisten Fällen über Kritik.
    Wenn wir schon bei Konstruktion sind: Die Qualität deiner Storys, sofern ich sie gelesen habe, hing von sehr vielen Faktoren ab, ist also nur sehr schwer durch einfache Kritik zu "verbessern". IMHO war die Story dann am besten, wenn du dir selbst von der Geschichte nicht allzu viel erwartet hattest und, so kam es zumindest mir vor, einfach drauf losgeschrieben hast. Bei konstruierten Geschichten (wie die Grandia-Story, die ich nicht mehr verfolge... ) wirkt es manchmal zu kompliziert, zu staatsmännisch, zu gewollt, nicht "leicht" genug.

    Aber das ist natürlich auch nur die Meinung eines einzigen Lesers. Die Frage, die ich nicht klären kann, ist, was du unter dem besser werden verstehst.
    Zitat Zitat von Totila
    Ich gehe davon aus, dass der Homo Sapiens vor 20000 Jahren entschieden klarer gedacht hat, als viele Menschen, die heutzutage in der Zivilisation leben.

  13. #583
    Im Monsterland
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    Zitat Zitat von Booky Beitrag anzeigen
    Ja, tust du. Macht aber nix.


    Wenn wir schon bei Konstruktion sind: Die Qualität deiner Storys, sofern ich sie gelesen habe, hing von sehr vielen Faktoren ab, ist also nur sehr schwer durch einfache Kritik zu "verbessern". IMHO war die Story dann am besten, wenn du dir selbst von der Geschichte nicht allzu viel erwartet hattest und, so kam es zumindest mir vor, einfach drauf losgeschrieben hast.
    Mit anderen Worten: So wie in DSA-Riva?
    Was Grandia angeht, stimme ich dir zu. Es war von Anfang an klar, dass es nicht mein bestes Werk sein würde. Dazu waren die Charaktere zu wenig mir, die Handlung zu weit vom Boden und am Ende zuviel Druck von mir selbst. Ich tauschte von Anfang an hohe Qualität gegen die Möglichkeit, fertig zu werden. Das konnte dann auch die Überarbeitung nicht mehr alles auffangen.
    Allerdings ist diese "strukturierte Geschichte" eine Richtung, zu der ich hinmöchte. Drauflosschreiben kann man in Foren-RPGs oder Begleitgeschichten, aber für einen künstlerischen Anspruch (den ich an mich stelle) ist ein möglichst ballastfreier Plot unabdingbar.

    Bei konstruierten Geschichten (wie die Grandia-Story, die ich nicht mehr verfolge... ) wirkt es manchmal zu kompliziert, zu staatsmännisch, zu gewollt, nicht "leicht" genug.
    Am Komplizierten habe ich in der Überarbeitung sehr stark gearbeitet, nun decke ich vielleicht nur noch 5% der Geheimnisse nicht auf statt 20%.

    Danke aber für den Denkanstoß. Ob ich die Schachspielstruktur jemals ganz aus meinen Geschichten herausbekomme, weiß ich nicht - ich weiß auch nicht, ob ich es will.

    Aber das ist natürlich auch nur die Meinung eines einzigen Lesers. Die Frage, die ich nicht klären kann, ist, was du unter dem besser werden verstehst.
    Es gab bei Grandia eine Menge Kritikpunkte, auf die ich im Nachhinein gestoßen bin und bei denen ich gehofft hätte, dass mich schon vorher ein Leser darauf aufmerksam gemacht hätte. In diesem Fall: Schreibe, was dich stört oder was du gerne besser zu sehen wünschst. Dann kann ich mich damit auseinandersetzen und hoffentlich ein besserer Schreiberling werden.
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  14. #584
    Küchenmatrone Avatar von Masqurin
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    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    Mit anderen Worten: So wie in DSA-Riva?
    Ich halte diese Geschichte nicht ohne Grund für eine deiner besten Werke, was natürlich auch einigen absurden Ideen der Entwickler geschuldet sein mag. Doch das war einfach alles herrlich unkompliziert.

    Ansonsten hatte ich dir ja meinen aktuellen Kritikpunkt schon einmal genannt. Zumindest im Bezug auf Geschichten/Spielberichte über Civilization III. Früher hattest du dir ein bestimmtes Ziel gesetzt, das auch spielerisch interessant war (keine Forschung, Antike Panzer bei den Gegnern, KI Verbündete die du beschützen musstest, Keine Ressourcen, etc) und hast das ganze dann noch mit deinem Animemod hübsch verpackt. Das ganze zog sich dann auch über Wochen hin und man hatte recht lange etwas von dir beziehungsweise deiner jeweiligen Geschichte. Das ist irgendwie anders geworden und deine letzten Geschichten für Civilization III waren nach zwei Tagen vorbei. Ich nenne es mal Akkordarbeit, ohne es wirklich negativ zu meinen. Es ist nur zu schnell vorbei und die kleinen Details früherer Geschichten (Mag das zum Beispiel ;O) fehlen irgendwie. Nicht umsonst wünsche ich mir ja immer noch die Weltkarte auf einer Riesigen Spielwelt von dir, einfach damit es nicht so schnell vorbei ist (und mit dem neuen Computer sollte das ja auch Möglich sein?).


    Ganz einfache Idee:

    [Vai] Verärgerte Katzen kratzen!
    Bild

    Riesige Kontinentalkarte mit aggressiven Barbaren und ansonsten zufälligen Welteinstellungen. Dazu Standardspieleinstellungen mit der einzigen Änderung: Einzige Siegart ist Conquest.

    Dazu kannst du dir ja noch etwas ausdenken. Beispielsweise das du niemals Städte behalten wirst sondern immer abreißt (selbst wenn es eine eigene, zurückeroberte Stadt ist... befleckt vom Feind). Aber das bleibt dir überlassen.
    Klar, da hast du dann keine Chance es in zwei Tagen (siegreich) zu beenden, aber darum geht mir auch gar nicht primär. Vielleicht fehlt einfach die Pause zwischen den spielen, wie früher. Das zieht alles in die Länge, aber wenn man es nicht gerade übertreibt (), oder manchmal auch absichtlich die Leser etwas zappeln lässt, steigt doch meistens das Interesse. Sich Zeit lassen und immer mal wieder kleine Häppchen der Leserschaft zuwerfen, die immer nach mehr rufen. Mehr!

    Klar, da brauchst du allerdings erst einmal die Zeit dazu und auch die Lust. Vielleicht liegt es auch an letzteren, denn im Civilization III Forum ist ja schon lange nicht mehr soviel los wie früher. Ist schade, aber im Zweifel blieb ja noch Civilization IV. Davon habe ich zwar keine Ahnung, aber die paar Geschichten, die ich dazu gelesen habe, hatten mir nicht immer unbedingt gefallen. Ja... besonders in den Mehrspielerdingern... Städte im Krieg verschenken und solchen Unsinn. Scheint wohl Gang und gäbe zu sein. Mal von den Chatprotokolen abgesehen... da fehlt vielleicht ein Ghaldak, der da etwas Niveau reinbringt (aber ich habe auch nicht zwingend viele Geschichten dort gelesen, vielleicht mache ich mich auch gerade unbeliebt und habe nur die Perlen übersehen... ).


    Ja, nun ja. Ist weniger eine konstruktive Kritik, denn im Prinzip schreibe ich nichts anders als das ich gerne die alten Ghaldakgeschichten in Civilization wieder hätte. Und letztlich ist das mehr meine subjektive Vorliebe die sich ja immer am Leser selbst misst. Grandia war und ist schön, aber vermutlich für die meisten hier im Forum nicht westlich genug. Ist natürlich sehr schade für dich gewesen und ich hoffe auf Animixx war das Feedback besser.


    Tja, viel Text mit wenig aussage. Aber als es damals in der Schule um Kurz und bündig ging, war ich unaufmerksam.
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken
    Meine Geschichten:
    - [Pharao] Der Aufstieg der Niederlande im alten Ägypten (abgeschlossen)
    - [The Movies] A Film by CivForum.de Pictures (vorzeitig beendet)
    - [Shining Force III] Die Geschichte von drei Generälen (unterbrochen - geänderte Freizeitgestaltung dank einer P&P-Gruppe)

  15. #585
    Im Monsterland
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    Zitat Zitat von Masqurin Beitrag anzeigen
    Ich halte diese Geschichte nicht ohne Grund für eine deiner besten Werke, was natürlich auch einigen absurden Ideen der Entwickler geschuldet sein mag.
    An irgendeinem Fehler oder einer Wunderlichkeit habe ich eigentlich immer meine Geschichten aufgehangen (die Legende an flames 1-Einwohner-Stadt-Start, Grandia an Silesia, DSA auf Frust über nervige NSCs).

    Doch das war einfach alles herrlich unkompliziert.
    Dann notiere ich: "Wunsch: Mal wieder eine Heldengruppe, die zusammen- und nicht gegeneinander arbeitet."

    Ansonsten hatte ich dir ja meinen aktuellen Kritikpunkt schon einmal genannt. Zumindest im Bezug auf Geschichten/Spielberichte über Civilization III. Früher hattest du dir ein bestimmtes Ziel gesetzt, das auch spielerisch interessant war (keine Forschung, Antike Panzer bei den Gegnern, KI Verbündete die du beschützen musstest, Keine Ressourcen, etc) und hast das ganze dann noch mit deinem Animemod hübsch verpackt. Das ganze zog sich dann auch über Wochen hin und man hatte recht lange etwas von dir beziehungsweise deiner jeweiligen Geschichte. Das ist irgendwie anders geworden und deine letzten Geschichten für Civilization III waren nach zwei Tagen vorbei. Ich nenne es mal Akkordarbeit, ohne es wirklich negativ zu meinen. Es ist nur zu schnell vorbei und die kleinen Details früherer Geschichten (Mag das zum Beispiel ;O) fehlen irgendwie. Nicht umsonst wünsche ich mir ja immer noch die Weltkarte auf einer Riesigen Spielwelt von dir, einfach damit es nicht so schnell vorbei ist (und mit dem neuen Computer sollte das ja auch Möglich sein?).
    Eine Weltkarte hatte ich schon in Terra Ghaldacia.
    Das heißt ganz konkret: Auf Rundenerzählweise (statt der viel schnelleren Episodenerzählweise) zurückkehren und evtl. sogar simultan zum Spielen schreiben, wieder was Feines einfügen und überhaupt mehr Ghaldaks Europa leben?

    (...)

    Vielleicht fehlt einfach die Pause zwischen den spielen, wie früher. Das zieht alles in die Länge, aber wenn man es nicht gerade übertreibt (), oder manchmal auch absichtlich die Leser etwas zappeln lässt, steigt doch meistens das Interesse. Sich Zeit lassen und immer mal wieder kleine Häppchen der Leserschaft zuwerfen, die immer nach mehr rufen. Mehr!
    Langsameres Erzählen also. Damit also alles wie in alten Zeiten?
    Danke für deine Idee.

    Klar, da brauchst du allerdings erst einmal die Zeit dazu und auch die Lust. Vielleicht liegt es auch an letzteren, denn im Civilization III Forum ist ja schon lange nicht mehr soviel los wie früher. Ist schade, aber im Zweifel blieb ja noch Civilization IV.
    Civ4 habe ich einmal angerührt und zur Seite gelegt. Ich bleibe dem Dreier treu.

    Davon habe ich zwar keine Ahnung, aber die paar Geschichten, die ich dazu gelesen habe, hatten mir nicht immer unbedingt gefallen. Ja... besonders in den Mehrspielerdingern... Städte im Krieg verschenken und solchen Unsinn. Scheint wohl Gang und gäbe zu sein. Mal von den Chatprotokolen abgesehen... da fehlt vielleicht ein Ghaldak, der da etwas Niveau reinbringt (aber ich habe auch nicht zwingend viele Geschichten dort gelesen, vielleicht mache ich mich auch gerade unbeliebt und habe nur die Perlen übersehen... ).
    Civ4 lässt sich leider nicht mehr so primitiv modifizieren wie der Dreier. Schon deshalb fühle ich mich damit nicht so recht wohl.

    Ja, nun ja. Ist weniger eine konstruktive Kritik, denn im Prinzip schreibe ich nichts anders als das ich gerne die alten Ghaldakgeschichten in Civilization wieder hätte. Und letztlich ist das mehr meine subjektive Vorliebe die sich ja immer am Leser selbst misst.
    Natürlich ist das auch konstruktive Kritik.
    Danke dafür.

    Grandia war und ist schön, aber vermutlich für die meisten hier im Forum nicht westlich genug. Ist natürlich sehr schade für dich gewesen und ich hoffe auf Animixx war das Feedback besser.
    Mag sein, aber ich denke eher, Grandia war den meisten im Forum hier nicht unverbindlich genug. Das war ein "love me or hate me".
    Zu Animexx: Zwei Leserinnen, neun Kommentare, kein einziger zum Ende. Das Spiel ist zu alt und unbeachtet für Zufallsleser und mir fehlt die Beliebtheit für Sympathieleser.

    Tja, viel Text mit wenig aussage. Aber als es damals in der Schule um Kurz und bündig ging, war ich unaufmerksam.
    Geändert von Ghaldak (26. März 2010 um 00:31 Uhr)
    Keep your eyes on me, now we're on the edge of hell.

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