Hier ein paar wahllose Eindrücke von meinen ersten TAC-Gehversuchen (ich habe genau zwei Partien ohne Mod gespielt). Wirklich gespielt habe ich noch nicht, sondern bisher nur die Lage erkundet.
1. Der Gouverneur einer Stadt empfiehlt den Bau von Planwagen, obwohl überhaupt keine Stoffe vorhanden sind und auch nicht produziert werden können.
Die kannst du notfalls kaufen. Ab der 2. Stadt bzw. ab einer Binnenstadt benötigtst du aber Planwagen.
2. In zahlreichen Nachrichtenfenstern ist von "Euch" und "Ihr" die Rede. Korrekt lautet es aber "euch" und "ihr", außer in direkter Ansprache oder in Briefen.
3. Ist es Absicht, daß der König mit fast 250 Einheiten startet (normale Geschwindigkeit, Standardkarte)?

Sprich: Kurze Partien sind grundsätzlich unmöglich?
Ja das ist Absicht und von vielen Spielern so gewollt, damit du gezwungen wirst eine Kolonie erstmal aufzubauen.
4. Daß Geländefelder ohne Bonusressourcen oder Feldausbau praktisch keine Nahrung produzieren können ist lächerlich. Jahrtausendelang haben Menschen von der Jagd gelebt, und in TAC verhungern die Jäger einfach? Tiere kann man im Wald also für die Pelze jagen, aber essen kann man sie nicht? Stattdessen den Nahrungsertrag des Stadtfeldes auf vier zu erhöhen hat ganz offensichtlich rein spielmechanische Gründe. Es paßt auch nicht zur religiösen Auswanderung: was bringt es, in 19 Runden drei religiöse Einwanderer zu bekommen, wenn die mangels Nahrung nur dumm in der Landschaft rumstehen können? Und selbst mit Bauernhof produziert eine Bevölkerungseiheit auf einem guten Feld gerade genug Nahrung, um eine andere Bevölkerungseinheit zu ernähren. So sind überhaupt keine großen Siedlungen möglich. Und wie erklärt sich, daß ein Siedler im Dschungel zwar Zucker anbauen, aber sich dort nicht ernähren kann? Ich verstehe die Motivation, die Besiedlung des Landes zu verlangsamen, aber die gewählte Lösung erscheint mir sehr seltsam.
Auch hier ist das Balancing wichtig. Die ersten Siedlungen in Amerika sind buchstäblich (fast) verhungert, weil die Menschen sich nicht ernähren konnten bzw. die in Europa funktionierende Landwirtschaft in Amerika nicht übertragbar war. Zudem waren die Aussiedler keine Bauern, die etwas von Landwirtschaft verstanden.
5. Der Sinn von Gemeindehäusern scheint lediglich zu sein, das Spiel in die länge zu ziehen - ohne Gemeindehaus kann man mit einer Siedlung nichts sinnvolles machen. Das ist meines Erachtens überflüssig (insbesondere bei einer Bauzeit von mindestens fünf Zügen und sogar zwanzig Zügen, wenn kein Holz vorhanden ist). Da kann man auch gleich sagen, daß eine Siedlung zu gründen fünf Runden dauert - das spart wenigstens das Gefummele mit den Bauaufträgen. Aus Gründen des Spielspaßes würde ich darauf aber verzichten. Ein kompletter Siedlertreck sollte ja wohl in der Lage sein, in eimen Spielzug (vier Monate) eine Holzhütte aus dem Boden zu stampfen, von der aus sich alles weitere organisieren läßt.
Auch dieser Spielstart soll das historische Element in den Vordergrund schieben. Schließlich heißt der Mod ja auch "authentisch".
6. Wofür bei Bau einer Stallung oder Ranch Nahrung verbraucht wird, erschließt sich mir nicht.
Weil die Stallung ja von 0 Pferde plötzlich welche produzieren soll. Also muss ja erstmal ein Grundstock angefüttert werden.
7. Daß der Bau eines Planwagens eine Menge Güter benötigt, die 30% seiner Transportkapazität entspricht, erscheint überzogen. Daß der Bau Werkzeuge erfordert, entspricht nicht dem üblichen Spielprinzip. Normalerweise benötigt der Bau beliebiger Gebäude ausschließlich Holz und am Schluß kommt die Ausstattung hinzu, beispielsweise Werkzeuge für einen Wirtschaftsbetrieb. Daß ein fertiger Planwagen automatisch mit Werkzeug beladen wird, kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso erscheint es mir wenig logisch, daß für den Bau von Planwagen hochwertige Stoffe verbraucht werden sollen. Die Menschheit war durchaus in der Lage, ihre Transportprobleme halbwegs in den Griff zu bekommen, ohne Wagen mit Baumwollstoffen zu überziehen.
Hast du schon mal in alten Westernfilmen Planwagen gesehen? Den Stoff brauchst du für die Plane.
8. Ebenso die Stadthalle: Wozu lagert die Werkzeuge? Wenn Schule und Kirche keine benötigen, warum dann die Stadthalle? Hier scheint mir mit TAC eine andere Spielphilosophie hineingezwengt worden zu sein, ohne das Basisspiel zu überarbeiten.
Wer sagt denn lagern? Die werden verbraucht. Bei jeden fortgeschrittenen Gebäude werden bestimmte Dinge benötigt. Auch im realen Leben werden hochwertige Werkzeuge verschlissen.
9. Auf dem Europabildschirm ist unten links ein Knopf, der zum einen eine englische Beschriftung aufweist und zum anderen ein Buch einblendet, auf dem der englische Begriff "Tax" steht.
10. Eher auf meiner Wunschliste steht folgendes, was im Original leider auch nicht geht: Warum muß die erste Stadt unbedingt am Meer liegen? Warum kann man nicht den Transport von Gütern zum Schiff mit einem Planwagen organisieren? Ich befürchte, das gibt die Spielmechanik nicht her, wäre aber toll. Bei TAC steht dem natürlich auch noch entgegen, daß Planwagen zu bauen Ressourcen verbraucht.
Das gibt die Spielmechanik nicht her. Du brauchst einen Ort zum umladen von Planwagen in das Schiff. Außerdem sind auch im realen Leben Orte entstanden, wo Güter auf das Schiff verladen wurden. Sowas nennt man heute Hafen.
11. Das Miniicon der Indios (Ufopädie -> Einheiten) paßt irgendwie nicht zum Stil der anderen Miniicons: Bei allen anderen Einheiten sieht man nur den Oberkörper, aber die Indios sind ganz drauf und darum viel kleiner.
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Ansonsten gefallen mir die neuen Nachrichtenfenster sehr gut - sie sind hübsch gemacht und sehr stimmungsvoll. Erfeulich fand ich auch die zahlreichen Optionen beim Spielstart. Diese luschigen Fluyten für die Niederländer hätte man auch gleich weglassen können. Einen Vorteil gegenüber Karavellen bringen die ja nun nicht. Was im TAC-Handbuch steht, . klingt vielversprechend, auch wenn ich persönlich mit manchen Features zur Entschleunigung des Spiels nicht glücklich bin (z.B. daß wirklich jedes Gebäude per hand gebaut werden muß).