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PBEM-Guide deutsch
PBEM-Guide V1.0d
Von Henrik Lohmander und R.A. Prucknicki
Übersetzt von kronic
Einleitung
Diese Anleitung beschreibt, wie PBEM-Spiele abgewickelt werden und versucht, die wichtigsten Grundsätze des Verhaltens in PBEM-Spielen darzustellen.
PBEM steht für „Play by Email“ und stellt im Wesentlichen nichts anderes dar, als eine Möglichkeit, lange und zeitintensive Multiplayer-Partien zu spielen, ohne dass alle SpielerInnen mehrere Stunden gleichzeitig online sein müssen.
Um Civilization II per PBEM zu spielen, benötigt man die Multiplayer Gold Edition von Civilization II, und natürlich ein gutes Szenario für Multiplayer-Spiele (es ist auch möglich, normale Spiele per PBEM zu spielen, normalerweise werden jedoch Szenarien über diesen Modus gespielt). Ein Szenario ist dann für Multiplayer-Spiele geeignet, wenn es mehrere spielbare Zivilisationen vorweist, nämlich aus dem folgenden Grund: in der Regel werden nur die spielbaren Zivilisationen auch mit menschlichen SpielerInnen besetzt. Je mehr Zivilisationen also spielbar sind, umso mehr SpielerInnen können teilnehmen. In diesem Sinne ist bspw. das Szenario „Red Front“ kein gutes Szenario für den PBEM-Modus, weil die einzige spielbare Zivilisation die Sowjets sind. Demgegenüber ist „Hellas“ ausgezeichnet geeignet: 6 spielbare und untereinander gut ausbalancierte griechische Stadtstaaten stehen in diesem Szenario miteinander in Konkurrenz.
Spielstart
Zuerst einmal sollte man Civilization II starten! (Wer hätte das gedacht?
)
Im Spiel wählt man nun zunächst „Multispieler-Sitzung“ [„Multiplayer Game“], in der nächsten Dialogbox, wenn das Spiel nach der Spielart fragt, „Internet-Spiel“ [„TCP/IP Game“]. Bei der nächsten Wahlmöglichkeit nimmt man nun, abhängig davon, ob man ein neues Spiel starten oder ein gespeichertes Spiel laden möchte, entweder „Gespeichertes Netzwerk-Spiel laden“ [„Load a Saved Multiplayer Game“], „Neues Netzwerk-Spiel starten“ [„Start a New Multiplayer Game“] oder „Szenario starten“ [„Begin Scenario“].
Wenn man ein neues PBEM-Spiel starten möchte, wähle man „Szenario starten“ [„Begin Scenario“] oder „Neues Netzwerk-Spiel starten“ [„Start a New Multiplayer Game“], je nachdem, ob man ein Szenario oder ein normales Spiel per PBEM absolvieren möchte.
Nach diesem Schritt wählt man das Szenario aus und/oder die Einstellungen, die man spielen möchte. PBEM-Spiele werden prinzipiell auf dem König-Level gespielt, da dieser Schwierigkeitsgrad der KI keine Bonusse (Boni) gewährt, was bedeutet, dass die Einheiten der Zivilisationen, die von der KI kontrolliert werden, keine Boni erhalten, wenn einer der menschlichen Spieler seinen Zug ausführt. In der nun folgenden Dialogbox „Multispieler-Optionen auswählen“ [„Select Multiplayer Features“], kann man nun einstellen, was man möchte, solange die Option „Zivilisation bei Abtreten zerstören“ [„Kill Civilization on Retirement“ nicht aktiviert wird (und alle Mitspieler den Einstellungen zustimmen).
Nun sollte man die Rundenzeit einstellen. Es liegt auf der Hand, dass sich hierfür die Einstellung „Unbegrenzt“ [„Unlimited“] anbietet. Jetzt kann man den eigenen „Netznamen“ [„Net Name“], den Spielnamen [„Game Name“] und die eigene IP eingeben. Nichts, was man hier einträgt, berührt das Spiel in irgendeiner Weise (die anderen Mitspieler können die Eingaben sowieso nicht sehen).
Man braucht selbstverständlich auf niemanden zu warten, wenn das Spiel es verlangt, weil man es lediglich für sich selbst aufsetzt. Man kann getrost auf „Spiel starten“ [„Start Game“] klicken. Dann sollte man natürlich noch die eigene Zivilisation auswählen. Diese muss unbedingt die sein, die zuerst in diesem Szenario am Zug ist! Im mitgelieferten Szenario zum Zweiten Weltkrieg bspw., müsste also derjenige Spieler das Spiel starten, der die Achsenmächte [Axis] übernimmt.
Wenn man nun eine Runde in einem bereits laufenden PBEM-Spiel absolvieren möchte, sollte man die Option „Gespeichertes Netzwerk-Spiel laden“ [„Load a Saved Multiplayer Game“] auswählen und dann das Spiel anklicken, das man vom Spieler, der zuvor zog, erhalten hat (Anmerkung: Es ist zwingend notwendig, dass die Spieler ihre Züge in der Reihenfolge machen, in der auch die Zivilisationen angeordnet sind! Andernfalls werden eine oder mehrere Zivilisationen für die entsprechende Runde KI-gesteuert sein!). Wie beim Start eines PBEM-Spiels gibt man den „Netznamen“ [„Net Name“], den Spielnamen [„Game Name“] und die eigene IP nach eigenem Gutdünken an. Dies hat keinen Einfluss auf das Spiel. Wenn das Spiel auf andere Mitspieler wartet, kann man das Spiel getrost starten, wie beim Start eines neuen PBEM-Spiels auch. Dann wählt man seine Zivilisation, spielt seinen Zug und beachtet die folgenden Hinweise. Der Spielstand (der eine *.net-Datei sein muss, was v.a. für Mac-Nutzer wichtig ist, weil Macs keine Dateiextensionen benötigen um zu erkennen, um welchen Typ von Datei es sich handelt) wird dann gezippt (bspw. mit Hilfe von WinZip für PC-NutzerInnen oder ZipIt für Mac-SpielerInnen), sodann in einem Forum gepostet (in der Regel zusammen mit einem kleinen Bericht über den eigenen Zug) UND dem nächsten Spieler per Email zugesendet. Das hilft, Problemen mit den Email-Konten der Spieler, die das Spiel verlangsamen können, abzuhelfen.
Diplomatie
Im Außenminister-Dialog (F3) hat man nun die Möglichkeit, die „Einstellung“ [„attitude“] zu anderen SpielerInnen einzustellen. Wenn man z.B. ein Bündnis mit einem/einer anderen SpielerIn eingehen möchte, müssen beide SpielerInnen ihre Einstellung zueinander auf „Verehrend“ [„Worshipful“] setzen – andernfalls wird die KI das Bündnis nicht akzeptieren. Manchmal wird sie das Bündnis auch dann nicht eingehen, wenn dies beachtet wurde, bspw. dann, wenn die Reputation desjenigen/derjenigen, der/die das Bündnis anbietet, schlecht ist (und die KI denkt, dass es sowieso wieder gebrochen wird) oder das aktuelle Mächtegleichgewicht dem entgegensteht (aus unbekannten Gründen ist die KI so programmiert, dass sie fast immer Bündnisse zurückweist, die vom/von der stärksten oder einem/einer stärkeren menschlichen SpielerIn angeboten wird). Solange man aber eine Absprache mit dem/der eigentlichen (menschlichen) SpielerIn hat, sollte dies jedoch nicht sehr stören.
Verhandlungen mit Zivilisationen menschlicher SpielerInnen sind nur dann erlaubt, wenn man vorher eine Absprache darüber mit dem/der SpielerIn getroffen hat (über Email, PN, Chat usw.). Nicht abgesprochene Verhandlungen mit von menschlichen SpielerInenn geführten Zivilisationen, während die KI diese kontrollieren, wird als cheaten betrachtet und resultiert prinzipiell in einer Kriegserklärung vom/von der jeweiligen SpielerIn.
Nicht vergessen: Strg+N!
Wenn man seinen Zug durchführt, sollte man sich zuerst versichern, dass in den „Spieloptionen“ [„Game Options“, Strg+O] „Immer beim Ende der Runde warten.“ [„Wait At End of Turn“] aktiviert ist. Dies ermöglicht, dass man die eigene Zivilisation weiter bearbeiten kannn, nachdem alle aktiven Einheiten bereits gezogen wurden. Von größter Bedeutung sind hierbei die inaktiven Einheiten.
Wenn man befestigte (inaktive) Einheiten in den Städten in einem PBEM-Spiel zurück lässt, MUSS man unbedingt den Befehl Strg+N [Ctrl-N] (bzw. Command oder Apple-Taste+N bei Macs) ausführen um die verbleibenden Bewegungspunkte der inaktiven Einheiten zurückzusetzen (der Befehl befindet sich auch im Menü „Befehle“ [„Orders“] und heißt das „Runde beenden“ [„End Player Turn“]). Wen Strg+N nicht gedrückt wird und der Spielstand dem/der nächsten SpielerIn übergeben wurde, wird die KI die eigene Zivilisation übernehmen und alle Einheiten bewegen, die noch über Bewegungspunkte verfügen (wie z.B. die befestigten Einheiten). Sie wird sie prinzipiell aus den Städten herausziehen und die diese mehr oder weniger unverteidigt zurücklassen. Die KI wird gleichfalls viele Veränderungen bei der Produktion in den Städten vornehmen. Um sicher zu gehen, dass die KI keine unerwünschten Dinge tut, ist zwingend darauf zu achten, dass die Runde mit Hilfe von Strg+N korrekt beendet wird.
Es ist peinlich, wenn das Spiel unterbrochen werden muss, nur weil jemand vergessen hat, den Befehl auszuführen. Er ist von höchster Bedeutung und wenn sich herausstellt, dass ein/eine SpielerIn vergessen hat, ihn zu benutzen und mehr als ein/eine SpielerIn bereits nach ihm gezogen hat, wird im Regelfall einfach weiter gespielt.
Passwörter
Es ist am besten ein Passwort für die eigene Zivilisation einzustellen um Spionageversuche zu vereiteln. Die Option „Kennwort festlegen“ [„Set Password“] befindet sich im Menü „Spiel“ [„File Menu“]. Wenn ein/eine SpielerIn sein/ihr Kennwort verliert, gibt es KEINE MÖGLICHKEIT mehr, die jeweilige Zivilisation wieder zu kontrollieren. In dem Fall ist sie wohl oder übel der KI ausgeliefert. Dies ist nicht nur peinlich für denjenigen/diejenige, dem/der es passiert, auch für die anderen SpielerInnen ist dies äußerst unangenehm.
Pünktlichkeit
Obwohl dies nicht direkt Bestandteil des Spiels selbst ist, ist es einer Erwähnung wert. Man sollte es möglichst vermeiden, andere SpielerInnen ohne einen Grund und ohne Mitteilung warten zu lassen. Häufig passieren unvorgesehene Dinge und Civilization II ist auch das nicht RL, aber dennoch sollte man nicht vergessen, dass SpielerInnen an einem PBEM-Spiel teilnehmen, weil sie sich davon erhoffen, dass es voran kommt und nicht, dass es stagniert. Dies ist ein kleiner, aber sehr wichtiger Nebenaspekt und eine Frage der Höflichkeit in PBEM-Spielen.
Das trifft v.a. dann zu, wenn man sich entscheidet, aus einem PBEM-Spiel auszusteigen. Wenn man dies möchte, sollte man den anderen SpielerInnen dies auch mitteilen, damit sie einen Ersatz finden können, falls nicht die KI die Zivilisation übernehmen soll. Auszusteigen, ohne jemanden davon in Kenntnis zu setzen wird, als äußerst unfair und als Verstoß gegen die Spielregeln betrachtet, weil es das Spiel zum Stillstand bringt und in manchen Fällen sogar scheitern lässt. SpielerInnen, die so handeln, werden bei zukünftigen PBEM-Spielen höchstwahrscheinlich boykottiert.
Geändert von Historical Atze (27. September 2006 um 13:16 Uhr)
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