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Thema: Weltenbau: Caldirha - Oder meine Storyleiche 4.0!

  1. #31
    Kampfhamster Avatar von BruderJakob
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    Der Schöpfungsmythos - Das Menhiron Teil7

    30. Vers
    1 Und die Weite Ehôs waren ihre Heimat; sie taten was ihnen von ihrer Mutter aufgetragen und hüteten und pflegten was Ehô geboren hatte. 2 Mit Bedacht und Weisheit verrichteten die Hijrpar ihr Tagwerk und pflanzten Gärten an, dort die Jüngeren Kinder Ehôs leben konnten und lehrten sie vieles von ihrem Wissen. 3 Es wurden Kinder geboren und Generationen vergingen. 4 Doch kam kein Zwist auf zwischen den Alten und den Jungen noch zwischen Hijrpar und deren Schützlingen. 5 In diesen Tagen konnte eine Ziege verloren gehen und es geschah diesem nichts, nicht Wolf noch Adler rissen es. 6 Auch in jenen Tagen gab es Sommer und Winter, Kommen und Gehen des Lebens, doch fiel immer genügend Regen und dieser fiel zur rechten Zeit. 7 Ein Bauer war angesehen gleich einem König und ein König arbeitet am Webstuhl, sinnend auf das Wohl seines Volkes.

    31. Vers
    1 Viele tausend Jahre kamen und zogen vorüber, eine lange Zeit da Friede ward zwischen Jedermann und der Reisende immer einen freundlichen Ort fand, der ihn gerne aufnahm und einen Herd der ihn wärmte. 2 Die Hijrpar waren allenthalben gerne gesehene Gäste bei den jüngeren Kindern, welche sich langsam auf den Brüsten Ehôs ausbreiteten und von ihrer Muttermilch lebten. 3 Sie wurden von den Anderen geehrt und waren deren Wächter sowohl, als auch deren Lehrer. 4 So lernten die Jüngeren Abkömmlinge Ehôs von den Hijrpar im Leben einen guten und gerechten Pfad zu wählen, auf das sie zuletzt sich fänden im Lycijn. 5 Auch Gardvaen der Wanderer ward oft gesehen an den verschiedensten Orten. 6 So kam es, dass die Sicaqua, wie die Jüngeren genannt wurden, stark und ihre Herden fett wurden, die Lagerstätten boten auch im Winter Schutz vor der Kälte und die Früchte des Feldes gediehen alle Jahre gut. 7 Ehô erfreute sich am munteren Treiben ihrer Geschöpfe und es schien kein Ende der guten Tage. 8 In dieser Zeit ward den Sicaqua ein gutes und langes Leben vergönnt, welches nicht selten siebenhundert Sommer und mehr währte. 9 Wenn am Ende ihres Lebens endlich Rodesh sein Recht an den Sicaqua einforderte, so gingen sie mit ihm ohne Zögern, in Erwartung des Lycijn. 10 Sähen unsere Augen doch nur wieder solch gesegnete Friedenstage heraufziehen!

    32. Vers
    1 Doch dann folgten Tage in welchen den Hijrpar schien, alles sei getan und nun sei es Zeit sich auszuruhen, da alles gut ward. 2 Herrschte nicht aller Orten Friede und die Pflanzen hatten alle ihren Platz und einen Namen, so auch die Tiere und die Sterne des Alls. 3 So also gaben sich viele der Hijrpar dem Müßiggang hin und fanden es oft nicht einmal Wert über die Dinge aus Ehôs Schoß zu staunen. 4 Langsam interessierten sie sich nur noch für ihre eigenen Belange 5 Nicht mehr kümmerte sie die einfache Arbeit und überließen es den Sicaqua darüber zu wachen, dass alles seinen Gang und Weg gehe. 6 Cijendan ging nun immer öfter alleine auf den Pfaden welche zu den äußersten Enden der Weite Ehôs führten und ward immer seltener bei den anderen Hijrpar gesehen. 7 Seine Seele ließ im keine Ruhe und er sehnte sich nach neuen Aufgaben und tiefe Unzufriedenheit bemächtigte sich seines Innersten. 8 Um ihres Kindes wegen machte sich daher Ehô nun Gedanken und ersann noch einen weiteren Funken, welchen sie gebar; Und so gebar sie diejenigen welche bei den Hijrpar als die Erdgeborenen bekannt wurden.

    Inâccahs Trauer

    33. Vers
    1 In diesen Tagen saß am Fuße des Carh Athlan eine junge Frau. 2 Diese war noch hilflos und ohne Hoffnung wie zu Anfang, als Ehôs Schöpfung dem Säuglingsalter nicht entwachsen war. 3 Niemand hatte sie gelehrt wie sie sich gegen Wind und Kälte, Regen und Schnee schützen konnte, wie sie ein Feuer entfachen oder welche Pflanzen sie ohne bedenken essen konnte. 4 Der Name dieser Frau war Inâccah und sie war die erste der Intsha’ar. 5 Sie grämte sich sehr wegen ihres Loses. 6 Tränen rannten ihr über ihr Gesicht, so zahlreich, dass bald der Boden zu ihren Füßen feucht war und daselbst Bäume zu sprießen begannen. 7 Noch mehr Tränen fielen wie silberne Tautropfen zu Boden und der Boden war satt von Inâccahs Tränen und so flossen diese den Carh Athlan hinab. 8 Bis zu den tiefsten Senken reichte bald der Strom und es entstand daraus das Meer. 9 Wohin aber die Tränen reichten wuchsen alsbald dichte Wälder und spross Gras; darin weideten sodann anmutige Gazellen und vieles anderes Getier. 10 Das Meer gewann an Größe. Und es blühte Mohn und auch viele Kräuter und Gräser; es ward ein Garten voller Früchte. 11 Dies blieb auch Shama nicht verborgen und sie wunderte sich sehr darüber als sie die Gärten sah und das weite Meer. 12 Und sie sprach bei sich selbst: 13 Woher nun aber mag diese Fülle kommen und das Wasser das all diese Tiere und die Pflanzen nährt? 14 So machte sie sich auf die Suche ach der Quelle dieses Reichtums.

    34. Vers
    1 Shama entdeckte alsbald den Strom aus Tränen und da er silbermatt in der Sonne glänzte wie ein Seidentuch nannte sie ihn Anôr-Lan, den Silberfluß. 2 Und den Gärten links und rechts des Anôr-Lan gab sie den Namen Caldira (…..) und das Meer nannte sie Lahon ……. (Teich der tausend Tränen), denn offenbar war, woher er seine Kraft und Schönheit nahm. 3 Nun wanderte sie den langen Weg am Lauf des Anôr-Lan hinauf nach Norden um die Quelle selbst zu finden und das Rätsel zu lösen welches sie vorgefunden hatte. 4 Nach vielen Tagen und Nächten hörte sie in der Ferne ein Klagen und Schluchzen, welches Shamas Herz erweichte und sie schwor bei sich selbst, wer auch immer diese arme Kreatur sein möge, die solchen Kummer hatte, sie diese schützen und unterweisen wollte. 5 Noch zwei Tage vergingen bis Shama am Horizont eine kleine Gestalt auf einem Felsen sitzen sah, das Gesicht in den Händen vergraben und zitternd vor Furcht. 6 Verwunderung überkam Shama, als sie erkannte, dass dieses Wesen die Quelle des Anôr-Lan war und das Wasser aus dessen Augen hervorkam. 7 Inâccah jedoch wurde nicht gewahr, dass sich ihr eine der Hijrpar näherte und sie klagte laut ihr Leid: 8 Oh Weh, sollte dies nun mein Los sein? Zu sterben ohne wirklich gelebt zu haben? 9 Verhungert bin ich, ohne je etwas gegessen zu haben und verdurstet ohne getrunken zu haben. 10 Der kalte Nordwind zerrt an mir, vor den dunklen Regenwolken habe ich keinen Schutz. Nichts von der Welt weiß ich und niemand weiß von mir; nicht wüsste ich wo ich suchen sollte nach Hilfe, oh ich unglückseliges Ding. 11 Bald werde ich vergehen und nichts wird an mich erinnern außer dem Strom meiner Tränen und auch er wird ja versiegen. 12 So also wird es sein als wäre ich nie gewesen. Dass doch Hilfe käme mich zu retten vor dem Tod der schon anklopft; das Leben fürchte ich, es weicht schon von mir.
    Zitat Zitat von Brabrax Beitrag anzeigen
    In Forenspielen ist "Systeme nicht verstehen" Volkssport.

  2. #32
    Kampfhamster Avatar von BruderJakob
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    Der Schöpfungsmythos - Das Menhiron Teil8

    35. Vers
    1 Shama sah und hörte all dies und es schmerzte sie sehr das Leid zu sehen, welches die Fremde empfand. 2 Langsam näherte sie sich Inâccah bis sie zuletzt fast neben ihr stand und fragte dann: 3 Was ist der Grund für dein Klagen und die Ursache für deine Tränen? 4 Ohne aufzusehen erwiederte Inâccah: 5 Herrin, seht ihr es denn nicht? Seit langer Zeit, länger als ich zu denken vermag wandelte ich hier umher auf der Suche nach etwas das meinen Hunger stillt und nach Schutz vor der kriechenden Kälte, welche meine Glieder lähmt. 6 Doch weder fand ich das eine noch das andere und es war auch niemand hier, der mir hätte zu sagen vermocht wo dies zu finden sei. 7 Da also ließ ich mich hier nieder und schrie meine Verzweiflung heraus, aber niemand hörte mich und kam, mir aus meiner Pein zu helfen. 8 Also schloß ich mit dem Leben ab und warte seither auf mein Ende doch wollte nicht einmal der Tod mich finden und so sitze ich hier und weine um mich. 9 Wenn nun aber ihr der Tod seid, so nehmt mich getrost mit, denn ich bin des Lebens müde. 10 Wenn ihr es nicht seid so will ich euch dienen bis zu meinem letzten Atemzug wenn ihr mich nur befreit aus diesem traurigen Dasein und mir zeigt, wie ich zu Essen finde und Schutz vor dem Schnee des Winters der hier lange und hart ist. 11 So sagt nun: Wer seid ihr?

    36. Vers
    1 Shama war überrascht von solch furchtlosen Worten und erinnerte sich daran, was sie sich selbst geschworen hatte. 2 Daher antwortete Shama: 3 Eine der Hijrpar bin ich und wache über das Leben und Sterben und leite die Sterne in ihrer Bahn. 4 Weit bin ich gekommen und dachte alles in Ehôs Weiten zu kennen; Doch ich sah noch niemanden wie dich und auch du bist mir unbekannt. 5 So erkenne ich nun, dass ich selbst noch zu lernen habe und bin dankbar dafür. 6 Nun aber sehe ich, dass deine Worte voller Kummer sind und doch besitzt du Kraft, so also nehme ich dein Angebot an: 7 Lehren werde ich dich was gut für dich ist zu essen und was du meiden sollst. 8 Ich werde dir das Feuer zähmen und es in deine Gewalt geben. 9 Kleider wirst du weben und dir ein Haus bauen fester als Stein. 10 Deine Herrin werde ich sein und du mir dienen, doch wir wollen verbunden sein in Freundschaft so lange du dich an meine Worte hältst. 11 Nun aber nimm meinen Mantel, zum Zeichen der Freundschaft zwischen uns und dich zu wärmen.

    37. Vers
    1 Als nun Shama aber Inâccah den Mantel über die Schultern legte wurde sie gewahr, dass diese nicht aus einem der reinen Gedanken Ehôs gemacht war und erschrak. 2 Nicht bist du geformt aus du aus Ehô, sondern aus den Brüsten Ehôs bist du geworden, Erdgeborene. 3 Nur ein kurzes und vergängliches Leben ist dir zuteil geworden und geringer bist du als selbst die jüngeren Kinder unserer Mutter. 4 Zerbrechlich und Schwach bist du, ein bedauernswertes Wesen. 5 Was aber soll nun mit dir werden, da wir einen Bund geschlossen haben, dass ich dich hüten möge. 6 Aber ich stehe für mein Wort ein und will dein Leben verlängern, dass du sein mögest wie eine Sicaqua und in dich legen was mein Weg ist für dich zu gehen. 7 Da berührte Shama Inâccahs Herz und gab ihr Anteil an ihrem Leben. 8 Und damit gab sie Inâccah auch einen Wegweiser, was richtig sei, dies ist das Gewissen unseres Volkes seit diesem Tage. 9 Also hielt Shama ihr Versprechen und Inâccah von diesem Augenblick auch das ihre und in Freundschaft waren beide verwoben. 10 Dies war der Anfang unseres Volkes.

    38. Vers
    1 Doch Shama hatte nicht verstanden was sie gesehen hatte, da Inâccah, die Erdgeborene, nicht war wie all die anderen, welche Shama kannte. 2 Daher hielt sie Rat mit den übrigen mächtigen unter den Hijrpar. 3 Doch auch nach vielen Tagen der Beratung wusste selbst Gardvean nicht zu sagen was dies zu bedeuten hatte. 4 So kam der Rat der Hijrpar überein Ehô aus ihrem Schlummer zu wecken um sie darüber zu fragen. 5 So kamen sie überein, dass Shama zu Ehô gehen möge, da diese auch Inâccah gefunden hatte und durch ihr Gelübde an jene gebunden war. 6 Also machte sich Shama auf, Ehô aufzusuchen um diese um Rat zu bitten und um eine Antwort auf die Fragen der Ihren zu finden woher die Erdgeborenen kämen und welches der Grund für ihr Erscheinen sei. 7 So also flüsterte Shama ihre Worte in die Ohren Ehôs, damit diese nicht aus ihrem Dämmerschlaf gerissen würde und Unheil über ihre Kinder brächte wenn sie aufschreckte und das All darüber erzittere. 8 Ehô aber wusste bereits um das Kommen Shamas, denn es war ihre Hoffnung gewesen den Hijrpar eine neue Verantwortung zu geben, damit dies über die Schwachen wachen sollten. 9 So also sprach sie zu Shama in deren Gedanken: 10 Du kommst also, mich zu fragen wer diese sind die Hilflos und nackt über die Erde kriechen und sterben nur einen Augenschlag später? Ist es nicht so meine Tochter? 11 Meine Kinder sind müßig geworden und haben keine Freude mehr an meinen Werken, so dass sie ihnen gleichgültig sind. 12 Darüber bin ich betrübt denn so vieles habt ihr noch nicht begriffen und noch nicht gesehen, aber ihr denkt ihr wäret weiße und eure Aufgaben seien der Fülle nach getan. 13 So habe ich einen Entschluss gefasst und euch diese, die Erdgeborenen, wie ihr sie nennt, zur Obhut gegeben. 14 Sie werden immer eurer Hilfe und Stärke bedürfen und dennoch werden sie nicht auf euch hören und euch betrüben, so wie ihr mich betrübt habt! 15 Dies sind meine Worte und nun geh und teile sie dem Rat deines Volkes mit.

    Der Rat der Hijrpar

    39. Vers

    1 So erkannte Shama was die ihren getan hatten und trauerte darüber. 2 Solchermaßen kam sie zurück und schon aus der Ferne erkannten die Hijrpar die Tränen auf Shamas Wangen und sorgten sich um sie. 3 Und in Gedanken wägte Shama die Worte ihrer Mutter ab; doch diese waren so neu und befremdlich, dass nicht einmal Himisca diese zu deuten oder zu verstehen vermochte. 4 Als sie dies nun erkannt hatte suchte sie in der Ferne die Gedanken der Erdgeborenen um diese in sich aufzunehmen und zu spüren. 5 Doch es war ihr nicht möglich diese zu fassen und sie erbleichte, da sie nun erkannte, dass deren Gedanken wie in Nebel gesponnen und schwach waren, dass sie diese nur erahnen konnte; so blieben ihr das Meiste der Erdgeborenen verborgen und Himisca erkannte, dass dies ein Geschenk Ehôs an ihre jüngsten Kinder war. 6 Seit diesem Tag blieb das Antlitz Himiscas weiß wie der Schnee auf den Gipfeln des Iriadschan. 7 Daher nennt man sie seither auch Himisca Adlaria, was Himisca Weißhaupt bedeutet. 8 Als nun Shama zu den anderen der Versammlung gestoßen ward und ihnen von Ehôs Wort an die Ihren berichtet hatte begann der Rat sich über diese Wendungen in Worten und reichlichen Gesten auszutauschen. 9 Bald wurden die Hijrpar betrübt über die Botschaft, die ihnen Shama überbracht hatte, denn ihnen wurden ihre Fehler bewusst und sie waren voller Trauer darüber. 10 Daher beschlossen sie nun, dass ein jeder von ihnen für einige der Erdgeborenen wie eine Mutter oder wie ein Vater sein wollten. 11 So beschloss der Rat sich dieser neuen Aufgabe anzunehmen und sich fortan nicht mehr der Selbstsucht hinzugeben. 12 So wurde das Volk der Intsha’ar seit diesen Tagen von Shamas gütiger und weiser Hand geleitet.
    Zitat Zitat von Brabrax Beitrag anzeigen
    In Forenspielen ist "Systeme nicht verstehen" Volkssport.

  3. #33
    Kampfhamster Avatar von BruderJakob
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    Die Geschichte des "Wolkenbrüters"

    Seit Anbeginn der Menschheit hat sich deren Weltbild immer wieder grundlegend verändert. Oft war der Anlass eine neue Entdeckung oder hatte religiös motivierte Gründe. Ab und an haben die Hüter Caldirhas den Menschen auch selbst Dinge über das Wesen der Welt enthüllt.
    Hätte man einen der ersten Menschen gefragt was die Welt sei, so wäre seine Antwort wohl gewesen: „Ein düsterer Ort voller Schrecken in den ich gestellt wurde ohne mein Woher und Wohin zu kennen.“
    Später, nachdem die Menschen von den Hijrpar gelehrt worden waren war das Bild, welches sie von Caldirha hatten optimistischer und sie sahen in Caldirha ihre Heimat, für die sie Sorge zu tragen hatten.
    Nachdem sich einige Hijrpar gegen ihre Schöpferin aufgelehnt hatten wurde die Welt für die Menschen ein gefährlicher Ort voller Krieg, Tod und Trauer.
    Eine Konstante jedoch blieb im Weltbild der allermeisten Menschen über all die Jahrhunderte: Sie sahen in ihrer Insel Palanthos den Mittelpunkt der Welt und des Universums; dass Caldirha eine Scheibe sein müsse und ihre Insel umgeben sei von einem weiten Ozean, der an den Rändern der Welt in die unendlichen Tiefen des Alls stürzten.
    Einige wenige wussten es besser. Ihnen war bewusst, dass Caldirha weit mehr als eine Insel war und ist, sogar, dass es noch weitere Völker gab wussten diese Wenigen. Jedoch wurde dieses Wissen teils vorsätzlich geheim gehalten, teils für Häresie gehalten und zuletzt zum größten Teil vergessen. Das wenige Wissen darüber schlummerte versteckt in einigen dunklen Gewölben einer alten Bibliothek in der alten Hauptstadt Doria. Dort sollten sie zuletzt mitsamt der gesamten Insel in den Wogen des Ozeans versinken.
    Allerdings gab es noch weitere Hinweise darauf, dass auch jenseits des Ozeans Land vorhanden sein könnte. Diese wurden aber entweder ignoriert oder als solche nicht erkannt. Und sollte dennoch einmal jemand einen der Hinweise entdecken war das Weltbild der Menschen so verfestigt, dass er Angst haben musste für verrückt erklärt zu werden.
    Die Bewohner der Stadt Cauria hatten einen dieser Hinweise tagtäglich ein halbes Jahr lang vor Augen ohne jedoch darauf zu kommen, dass sie einen der Schlüssel für neue Länder in Händen hielten.
    Wie das gehen soll?
    Eigentlich ganz einfach: In Form eines nicht besonders großen und auch nicht besonders ansehnlichen Vogels. Dieser kleine gefiederte Geselle verbrachte das Winterhalbjahr an den Küsten des Landes und vor allem in den alten Gemäuern der Lagerhäuser in der Stadt.
    Den Bürgern Caurias fiel das Fehlen des Wolkenbrüters im Sommer kaum auf, weil er meist als Plage empfunden wurde. Flink und diebisch war der Vogel fast so gefürchtet wie die allgegenwärtigen Mäuse und Ratten.
    Dennoch verrät schon der Name, dass sich einige Gedanken machten, wo der Vogel wohl den Rest des Jahres verbringen würde und zudem ihren Nachwuchs aufziehen würden.
    Da sich die Wolkenbrüter im Frühjahr zum Abflug sammelten und dann gemeinsam losflogen, es im Weltbild der Menschen jedoch keinen Platz für weiteres Festland gab mussten andere Theorien her. Die gängigste war die Ansicht, dass die Vögel auf den Wolken über dem Meer nahe dem Weltenrand nisten und brüten würden und ihre Nahrung in dieser Zeit aus den Fischen bestand, die über den Rand gespült wurden.
    Diese Theorie war aber von der Wahrheit so weit entfernt, wie die die Annahme, dass es neben Palathos kein weiteres Land gäbe.
    Aber die meisten Menschen waren in dieser Hinsicht absolut unbelehrbar. Nur eine kleine Gruppe von Menschen sahen sich nach den Zeichen um, die für Land im Westen sprach. Diese Menschen kannten die alten Legenden aus der Zeit des Ursprungs der Welt und die Geschichten über das ferne Land.
    Dass allerdings gerade ein Fischer aus Cauria der erste war, der sich auf den Weg machte konnte niemand ahnen. Athimon war schon seit seiner Kindheit von den kleinen frechen Wolkenbrütern begeistert und wollte alles über ihr Leben erfahren. Als er noch ein Kind gewesen war konnte ihn sein Vater nur mit viel Mühe davon abhalten sich mit einem selbstgebauten Floß auf den Weg zu machen, um die Wolkennester der Vögel zu finden oder ihnen wenigstens beim Fangen der Fische am Weltenrand zuzusehen.
    Lange Zeit hielt er aus diesem Grund und der Tatsache, dass ihn seit damals fast alle für verrückt hielten sein Vorhaben geheim sich doch noch auf den Weg zu machen.
    Da alle Mitleid mit dem verrückten Fischer hatten, dieser aber die besten Fische im Angebot hatte (vor allem Hochseefisch, weil sich niemand so weit aufs Meer wagte wie er) war er zu bescheidenem Wohlstand gelangt. Das Geld verwendete Athimon für den Bau und die Ausrüstung eines Hochseetauglichen Schiffes. Zu diesem Zeitpunkt das größte und mächtigste Schiff der Menschen, denen lange Zeit das Meer suspekt gewesen war.
    Erst am Tag seiner Abreise teilte er seinen wenigen Freunden seinen Plan mit. Diese versuchten zwar ihn umzustimmen und angeblich wollt einer der Freunde sogar die Priester informieren, damit ihn diese in ihre Obhut nähmen, aber zuletzt lief Athimon auf seinem Schiff, welches er Wolkenbrüter nannte aus dem Hafen aus und machte sich auf die ungewisse Reise. Da er das Schiff hätte nicht alleine steuern können hatte er das große Glück, dass zwei seiner Freunde mit ihm kamen. Eigentlich um ihn dann nach einer Tagesreise zur Umkehr zu bewegen, was ihnen jedoch nicht gelang wie sich noch erweisen sollte.
    Nach einigen Wochen, als niemand mehr mit seiner Rückkehr rechnete und das Leben weiterging wie gewohnt entdeckten einige Kollegen Athimons die Wolkenbrüter mit Kurs auf den Hafen von Cauria.
    Sie brachten die Botschaft in die Stadt und nur wenige Zeit später legte auch Athimon im Hafen an. Neugierig versammelten sich zahlreiche Bürger der Stadt am Hafen um selbst zu sehen, was sie erwarten würde. Einige waren gekommen um ihre Neugierde zu befriedigen, andere weil sie sehen wollten, wieso alle zum Hafen liefen und wieder andere wollten ihrer Schadenfreude Raum geben, wenn ein enttäuschter Athimon endlich einsehen würde, dass Palanthos alles war, was es gab.
    Was aber auf die wartende Volksmenge zukam war etwas gänzlich anderes:
    Am Bug der Wolkenbrüter stand Athimon und winkte den Menschen lachend und rufend. Hinter ihm konnte man neben seinen beiden Begleitern noch große Mengen an Pflanzen erkennen.
    Als sich diese Neuigkeit verbreitete hatte sich bald auch der letzte Rest der Bürger am Kai versammelt.
    Freudig entlud Athimon die Schätze die er gefunden hatte: Pflanzen die es auf Palathos nicht gab, einige Steine und Erzproben sowie Käfige voller Tiere.
    Den Wartenden wurde schnell klar: Athimon hatte seinen Traum erfüllt und Land gefunden! Land! Unbewohnt vielleicht, voller Schätze und Wunder. Ein Abenteuer!
    Schneller als sich die Menschen am Hafen eingefunden hatten verbreitete sich nun in umgekehrter Richtung das Gerücht, nein die Gewissheit, dass es doch noch unbekannte Länder geben musste.
    Athimon wurde in den folgenden Tagen und Wochen von den Ratgebern des Königs, dem König selbst und nicht wenigen Priestern befragt um seine Geschichte auf die Wahrheit hin zu untersuchen.
    Währenddessen war aber die Bevölkerung längst überzeugt von der neuen Entdeckung und einige planten bereits selbst eine Expedition um am Reichtum des unbekannten Landes teil zu haben.
    Als nach acht Wochen und drei Tagen auch der König von Athimons Geschichte überzeugt war stattete er Athimon mit der Vollmacht aus eine königliche Expedition auszustatten und anzuführen. Zu ehren des Vogels, welcher Athimon auf seiner Reise geführt hatte wurde das Wappen der Stadt geändert. Dieses wurde nun geziert vom grauen Flügel eines Wolkenbrüters – der jetzt plötzlich einen neuen Namen benötigte. Letztlich wurde er vom Volk Athimonvogel genannt.
    Dieses Ereignis machte aus Cauria zu diesem Zeitpunkt zu einer der wichtigsten Städte und läutete das Zeitalter der Entdeckungen und der Kolonisation der Inseln rund um Palanthos ein.
    Zitat Zitat von Brabrax Beitrag anzeigen
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  4. #34
    Hamburg! Avatar von [DM]
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    Willst du einen neuen "Der Herr der Ringe" Epos kreieren"?
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
    Make Byzantium even greater!
    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
    Imperium first, Bedenken second!

  5. #35
    Kampfhamster Avatar von BruderJakob
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    So weit würde ich nicht gehen wollen...
    Zitat Zitat von Brabrax Beitrag anzeigen
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  6. #36
    Kampfhamster Avatar von BruderJakob
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    Erklären kann ich die bei Bedarf gerne auch noch ein wenig
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