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Thema: [Tropico 3] - Die Badelieder eines Nichtschwimmers

  1. #31
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    I Want You To Want Me

    I want you to want me.
    I need you to need me.
    I'd love you to love me.
    I'm beggin' you to beg me.

    Cheap Trick - I Want You To Want Me

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    "Und Sie wollen wirklich Wahlen stattfinden lassen, Presidente?"
    "Aber natürlich. Was hätte ich denn für eine Legitimation ohne Wahlen? Und jetzt zeig mir diese Unterlagen, die du zusammengestellt hast."
    "Wie Sie wollen, Sir! Hier sehen sie die verschiedenen Fraktionen samt ihrer Anführer, ihre Stärke und ihre Beziehungen zu ihnen. Die meisten stehen relativ neutral zu ihnen, Sir! Die Leute wissen noch nicht ganz was sie von ihnen halten sollen. Aber in keiner Fraktion gibt es jemanden wie Berenike Alvarez, Sir - Zum Glück!
    "Wer ist das?"
    "Diese Verrückte, die jetzt untergetaucht ist und sich Rebellin nennt. Kümmern Sie sich garnicht um die, Sir! Lassen Sie mich das machen."
    "Wie? Es gibt mittlerweile auf der Insel Rebellen und niemand hat ein Interesse daran, dass dem Präsidenten zu sagen?! Was hast du denn eigentlich genau vor?"
    "Eine Geheimpolizei, Sir! Einen halblegalen Dienst der unseren Staat schützt. Alle haben sowas mittlerweile nur wir nicht, Sir. Sie wollen doch nicht, dass man uns für eine rückständige Bananenrepublik hält, Presidente."
    "Vor allem will ich aber keine Geheimpolizei. Recht und Ordnung, schön und gut - aber nur nach Recht und bei Ordnung. Ich will doch nicht, dass man uns für eine rückständige Bananenrepublik hält."

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    Er war ein wenig empört über den Vorschlag des Beraters, auch wenn er mit soetwas schon gerechnet hatte. Es waren ja nun knapp sieben Jahre vergangen seit er sein Gedächtnis verloren hatte. Klarheit über sein Leben davor hatte er immernoch nicht. Aber ein wenig mehr Transparenz wäre nett. Und weil die Bürger bestimmt genauso dachten machte er sich auf mit ihnen zu sprechen. Transparenz schaffen durch Gespräche mit den Unzufriedenen. Auf die Bürger zugehen und ihre Probleme anhören. All das waren sicher gute Ideen. Außerdem standen sie in dem Büchlein, dass er auf dem Schreibtisch des Beraters gefunden hatte: "Wahlkampf - Regelmäßige Prärevolutionäre Zustände in Demokratien oder Wie sie die Leute einlullen können".

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    Ein weiterer Punkt in dem Büchlein waren sogenannte Wahlkampfreden. Kurz vor einer Wahl, so die Meinung des Autors, hörten die Leute auf der Straße tatsächlich zu, wenn man zu ihnen sprach. Allerdings nur einige wenige Male, dann treffen die Leute ihre Entscheidung. Also musste er eine Rede schreiben, in der er einen wichtigen Punkt ansprach, eine wichtige Gruppe der Leute auf seine Seite zog und ein konkretes Versprechen machte.
    Die Situation war schnell gefunden: Die Wohnungssituation in Musico. Er hatte bereits einen guten Ansatz durch die Mietshäuser und die Wohnblöcke die er in letzter Zeit gebaut hatte aber es gab noch viel zu tun. Und Kapitalisten sowie Kommunisten kümmerten sie beide um das Thema. Mit den beiden Gruppen im Rücken war der Wahlsieg schon ein ganzes Stück näher. Vor allem mit den Commies.
    Und deswegen war auch die Guppe die er lobte schnell gefunden. Die einfachen Arbeiter - vor allem die Kommunisten - wären der Grund für alle positiven Errungenschaften der letzen Jahre.
    Was schwieriger war, war ein konkretes Versprechen zu machen. Denn das Problem mit Versprechen war: Die Leute mögen es nicht, wenn man sie nicht einlöst. Die Waffenfabrik war nun die naheliegendste Entscheidung. Es gab Rebellen auf der Insel un die Militaristen waren keine zu vernachlässigende Fraktion. Es war keine Wunschentscheidung, die er traf aber die klügste.


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    El Maxi begann für die Rede zu üben und proben. Aber er wurde jäh gestört. Der Kronleuchter im Palast fiel vor ihm auf den Boden und der Spiegel splitterte. Er glaubte nicht an Zufall und solchen Quark, aber die Bewohner hatten Angst vor weiteren Katastrophen, nachdem nun so schnell nach dem Wirbelsturm ein Erdbeben die Insel traf. Aber eine Naturkatastrophe ist ein gar nicht so schlechtes Wahlkampfmanöver. So berichtete ihm zumindest der Berater und deshalb baute er in seine Rede auch den Wiederaufbau der zerstörten Wohnungen ein.
    Und die Rede wurde ein voller Erfolg. Viele Leute die im Vorhinein für die Herausforderin Genovefa Ramos stimmen wollten stimmten für El Presidente, nachdem die schöne Kommunistin ihre Kandidatur zurückzog. Seine neue Herausforderin Marina Fedoseeva von den Kapitalisten zog bei weitem nicht so viele Leute an.
    Alles in allem lief es wirklich gut auf der Insel. Der Frachter der Geld für das Eisen, das er mitnahm daließ hatte noch ein paar Menschen abgeladen und Amis und Sowjets zahlten pünktlich Weihnachtsgeld.

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    Am Wahltag bemerkte El Maxi den Berater mit einem großen Sack. Auf die Frage, was in diesem Sack sei antwortete dieser, dass darin seine Stimmzettel wären. Er hätte erstmal 100 weitere gedruckt - "für alle Fälle". El Maxi war bestürzt. Wahlbetrug? Nicht mit ihm! Da waren Wahlen doch hinfällig, wenn er vorher das Ergebnis wusste. Auch wenn es in dem lustigen Büchlein stand - mit sowas wollte er nichts zu tun haben.
    Und er brauchte es auch nicht. 44 zu 16 Stimmen für ihn waren ein eindeutiges Ergebnis. Und die Einladung zu einer weiteren Amtsperiode der harten Arbeit.
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  2. #32
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    School Day (Ring! Ring! Goes The Bell)

    Up in the morning and out to school
    The teacher is teaching the golden rule
    American history and practical math
    You studying hard and hoping to pass
    Working your fingers right down to the bone
    And the guy behind you won't leave you alone

    Chuck Berry - School Day (Ring! Ring! Goes The Bell)

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    Die Wahl war geschafft und El Maxi war glücklich. Natürlich hatte der Wahlkampf ein wenig geholfen, aber ohne eine gewisse Leistung in den letzten Jahren hätte das wohl nicht gereicht. Die Leute waren also alles in allem recht zufrieden mit ihm. Aber er ließ sich nicht viel Zeit um seinen Erfolg auszukosten. Am morgen nach der Wahlparty rief er den Berater zu sich, damit dieser ihm erzählte was denn so aktuelles auf der Insel anstand. Der Bericht war nicht sonderlich lang, hatte es jedoch in sich. Der Berater hatte nämlich zu vermelden, dass kleine rosafarbene Männchen vom Himmel auf die Erde herabgekommen waren und ihm persönlich die Aufgabe gegeben hatten bis Ende des folgenden Jahrzehnts auf dem Mond zu laufen.
    Der Präsident schickte den Berater wieder in sein Bett und machte sich selbst auf, die Stadt zu erkunden. Offensichtlich hatte der Mann die Wahlparty ausgiebig genutzt. Menschen auf dem Mond. Und dass in den 1960er Jahren? Solch ein Unsinn. Die Unterlagen, die der Berater aber wohl a vor der Wahl angefertigt hatte, waren kein Unsinn. Mit diesen konnte er arbeiten. Und auch die handschriftlichen Notizen die daneben lagen waren interessant. Rosanne Marino nannte sich jetzt auch Rebellin und war untergetaucht und in diesem Jahr waren drei Leute gestorben durch die schlechte Gesundheitsversorgung.
    Um diesen Fall zu untersuchen machte sich El Maxi auf den Weg zur Praxis von Doktor Silva. Doch die Tür war verschlossen. Die Leute auf der Straße erzählten El Maxi, dass Bautista Silva selbst gesorben war.

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    Seine nächsten Entscheidungen waren somit gefällt. Über eine Anzeige wurde ein neuer Arzt auf die Insel gelockt. Sein Name war Eugenio Soto und so wurde die Klinik wieder umbenannt in Soto-Klinik. Aber El Maxi hatte ein Problem erkannt. Er hatte zwar Arbeitslose auf der Insel, aber trotzdem konnten nicht alle Jobs erfüllt werden. Den Leuten fehlte offenbar die Bildung. Um nicht wieder in Namenskonflikte zu geraten, riet ihm der Berater, der mittlerweile wieder auf den Beinen war, die Schule nach einer wichtigen, historischen Person zu benennen. Die Ideen waren zahlreich - aber größtenteils dämlich. Daher ließ El Maxi den Berater gewähren, als dieser Vorschlug die Oberschule nach ihm, also "El Maxi"-Schule, zu nennen.
    Viel wichtiger als der Name waren ja doch die Lehrerinnen der Schule. Und die bestellte Lehrerin hieß Maritza Chavez. Ihr zuvor kam jedoch eine andere Frau: Prudence Romero. Die Bauarbeiterin überraschte die Leute, als sie erzählte, in ihrer Vergangenheit hätte sie als Lehrerin gearbeitet. Warum die Leute sowas bloß immer verschweigen müssen.

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    Aber eine Schule würde nur langfristig Probleme lösen. Noch mehr Menschen die keinen Job erledigen könen, in die Armut abrutschen und schließlich am Hunger sterben wollte er nicht auf der Insel. Was nötig war, war eine Einwanderungsbehörde. Damit, so gab es zumindest sein Berater an, könnte man schnell zugreifen, aber auch ruhige Hand walten lassen. Und vermutlich hatte er recht, der Berater. Also gab El Maxi sein ok und die Behörde wurde mit dem Weihnachtsgeld der Supermächte und den Eisenverkäufen gebaut.

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    Als dann die ersten Berichte der Behörde eintreffen sollten, war El Maxi gespannt wie ein Flitzebogen. Nun würde er ständig Informationen kriegen können, ohne auf die vorgefilterte Meinung des Beraters hören zu müssen. Als jedoch die Tür seines Präsidentenbüros sich öffnete war er verdutzt. In blauem Dress stand vor ihm Marina Fedoseeva. Seine Konkurrentin bei der letzten Wahl. Natürlich, irgendetwas musste sie ja machen. Aber sie wollte wohl wirklich in den Präsidentenpalast. Und das sie das auf diese Weise probierte imponierte ihm. Sie erzählte ihm jetzt Vorsitzende der Religiösen Fraktion zu sein, während sie natürlich immernoch die Fahne der Kapitalismus hochhielt. Über ihre Ankündigung, dass sie bei der nächsten Wahl wieder gegen ihn antreten werde, konnte El Maxi nur im nachhinein lachen. Was sollte das denn werden? Eine Frau mit Handtäschchen als Präsidentin. Ihr Spitzname würde international wohl Eiserne Lady werden, weil die Insel ja bisher hauptsächlich diesen Stoff exportierte. Nein, nein. Solch ein Unsinn würde niemals passieren.

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    Aber ein Ansatz, der die Wirtschaft ein bisschen ankurbelt wäre trotzdem nett. Und weil eine Ölraffinerie noch laut und dreckig und außerdem viel zu teuer ist, sollte damit noch gewartet werden. Viel sympatischer wäre es doch, wenn es ein paar Touristen gäbe. Dann könnte man diese lustige Pyramide endlich mal nutzen und der Strand war ja auch nicht zu verachten. Aber zunächst brauchte es eine Straße um diese Hälfte der Insel überhaupt anzuschließen. Noch war es allerdings bloße Fantasie, dass Touristen die Straße nutzten. Jetzt taten das bloß süße und wilde Tiere.
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  3. #33
    Registrierter Benutzer Avatar von Thymon
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    Zitat Zitat von maxim_e Beitrag anzeigen
    Die Leute auf der Straße erzählten El Maxi, dass Bautista Silva selbst gesorben war.
    Weißt du, ob's dafür 'nen bestimmten Grund gab? Oder war er einfach schon recht alt?
    Zitat Zitat von Hubabl Beitrag anzeigen
    Ich denke, jeder von uns würde Thymon fressen [Anm.: Eris nicht].
    Mad TV - "Ist alles so schön bunt hier"

  4. #34
    Porn in the USA Avatar von Maxvorstadt
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    @Thymon: Soweit ich das gelesen habe, war Bautista Silva grade mal 19 als er auf die Insel kam (Muß ein Highspeed Studium gewesen sein), Altersschwäche scheidet wohl aus. Erboste Patienten?

  5. #35
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    Alt war er nicht. Ich meine er war 19 als er auf der Insel ankam und das ist ja erst 2 -3 Jahre her. Aber mir ist das schon häufiger passiert, dass der erste Arzt stirbt.

    Übrigens ist noch jemand gestorben, der schon in der Story erwähnt wurde: Der ehemalige Führer der Religiösen Celino SILVA. Der ist zwar etwas älter gewesen, aber ich gehe davon aus, dass die drei Toten durch die Gesundheitsversorgung zufällig zwei prominentere getroffen haben.
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  6. #36
    Porn in the USA Avatar von Maxvorstadt
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    So, da ich es wohl noch nicht gesagt habe: Ich finde die Story lustig, kann mich an manchen Stellen richtig beeumeln!
    Vielleicht leg ich mir ja auch T3 zu, wenn`s denn unter Virus 7 läuft. Tropico und den 2ten (Piraten) Teil fand ich auch ganz nett!
    Also, weiter so!

  7. #37
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    Emoticon: Blumen
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  8. #38
    hat den Blues Avatar von Elwood
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    Auch von mir ein erklärtes weiter so , liest sich flott, dazu das Lied im Ohr, das Konzept hat echt potential, ich hoffe, dass du Nachahmer findest



    für die Fertigstellung der Waffenfabrik würde sich mMn "Buffalo Springfield - For What It´s Worth" gut eignen ... oder gleich die ganze Introsequenz aus Lord of War
    Geschichten zum Lesen ...

    Der seltsame Fall des William Penn | Col II --- TaC-Mod | abgebrochen
    Wahnsinn mit Methode? | Col II --- TaC-Mod | beendet | SdM April 2012
    Visiting Vvardenfell | TES III Morrowind | pausiert
    Es war einmal (noch) kein Portugal | Civ IV --- PAE-Mod | beendet
    Pack die Thermohose ein ... | Icewind Dale --- Trials of the Luremaster | läuft
    NEU: [RL] ... wie Gott nach Frankreich - Elwoods ??? | Modellbaubericht | läuft

  9. #39
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    Zitat Zitat von Elwood Beitrag anzeigen
    Auch von mir ein erklärtes weiter so , liest sich flott, dazu das Lied im Ohr, das Konzept hat echt potential, ich hoffe, dass du Nachahmer findest

    Punkt eins: Dankeschön


    für die Fertigstellung der Waffenfabrik würde sich mMn "Buffalo Springfield - For What It´s Worth" gut eignen ... oder gleich die ganze Introsequenz aus Lord of War
    Punkt zwei: Ist notiert
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  10. #40
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    Summer Dreaming

    Come on over have some fun
    Dancing in the morning sun
    Looking to the brandnew sky
    Come and let your spirit fly

    Kate Yanai - Summer Dreaming

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    Er schreckte auf. Er lag in seinem Bett. Alles war gut. Es war nichts passiert. Alles war bloß ein böser Traum gewesen.
    El Maxi richtete sich auf. Er hatte furchtbar geschlafen. Und dann dieser Traum am Ende. Jetzt war alles vorbei, aber er konnte nicht mehr schlafen. Das beste würde sein, einen kleinen Spaziergang zu machen. Am besten zum neugebauten Touristenhafen und dem noch neueren Hotel. Er würde sich besser fühlen wenn er da war. Vielleicht war dann auch dieser furchtbare Traum weg, der immernoch einen Schatten auf seine Gedanken warf.

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    Aber Hotel und Hafen waren ja nicht alles was neu war auf der Insel. Frisch aufgestellt waren auch jede Menge Sonnenschirme und eine Strandpromenade. Auf der Insel ein Tourismusgewerbe aufzubauen war eine Idee, die von seinem Berater kam. Also - indirekt. Auf dessen Schreibtisch hatte El Maxi nämlich eine Sammlung an Bademodekatalogen gefunden. Aber Tourismus war etwas schönes. Und weil der Großteil der Insel das auch war, Mietshäuser, Hütten und Minen vielleicht mal ausgenommen, konnte bestimmt auch ein wenig Geld damit erwirtschaftet werden. Und mit Geld konnte er den Leuten schöne Sachen kaufen, zum Beispiel Essen. Das war auch nötig. Denn immerwieder hatten sich die Bauern darüber beschwert, dass ihnen Ernte gestohlen wurde. Und so hatte El Maxi einen Erlass ausgegeben, dass das Essen zunächst auf der Insel blieb, und nur ein Überschuss verkauft werden würde. Seltsam, dass dies bisher anders geregelt worden war.

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    Aber nunja. Jetzt konnten sich die Leute wieder freuen. Musicanten wie Gäste. Denn von diesen waren die ersten gekommen. Als besondere Geste wollte El Maxi den ersten Touristen persönlich zeigen, wie es auf der Insel aussah, auch wenn der Berater ihm mehrfach davon abgeraten hatte. Die Gefahr durch die Rebellen sei viel zu groß. Aber Gefahr hier und Rebellen da - als Präsident überhörte El Maxi einfach mittlerweile den Berater, wenn der sich wieder in sicherheitspolitische Themen begab.
    Und so begrüßte El Maxi die Touristen am Hafen und führte sie die wenigen Meter bis zu ihrem Hotel. Von dort ging es weiter zum Strand, hier allerdings machte El Maxi nur kurz halt. Zu sehr erinnerte ihn der Anblick seiner Selbst in feinem Anzug am Badestrand an ein Buch, dass er zufällig gefunden hatte. Irgendeine Zaubergeschichte - naja.

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    Aber zum Glück gab es auf der Insel ja noch weitere Sehenswürdigkeiten, die er zeigen konnte. Obwohl? Nein, eigentlich gab es nur eine Sehenswürdigkeit. Eine antike Pyramide gab es. Dort angekommen verabschiedete El Maxi die Schar der Leute, die ihm noch folgten - interessanterweise waren die meisten zusammen mit dem Berater in der Bar hängen geblieben und interessiert sich gar nicht für die historische Dimension der Insel. In dem Moment tat der Präsident dies aber auch nicht. Er interessierte sich viel mehr für den Mitarbeiter im Pyramidenmuseum. Ein gewisser Herr Eugenio Soto. Auf die Frage, was er hier täte und warum er nicht mehr in der Praxis arbeitete, holte dieser lediglich eine Zeitung heraus und öffnete die Seite mit dem Wetterbericht.

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    Von dieser Nachricht beinahe erschlagen fand sich El Maxi bald wieder im Präsidentenpalast. Es war Zeit, die Stadt wieder aufzubauen. Nachdem er sich darüber informiert hatte, welche Gebäude neu aufzubauen waren und er dann die entsprechenden Befehle dazu gegeben hatte, war es dunkel geworden. Zeit ins Bett zu gehen und hoffentlich in Zukunft besser schlafen zu können.
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  11. #41
    Moderator Avatar von Kathy
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    Mein Beileid zu den ständigen Katastrophen, hoffentlich werfen sie die Insel nicht zu sehr zurück.

  12. #42
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    wieviele wirbelstürme sind das denn pro jahr bei dir o.O in der gegend würd ich nich wohnen wollen ^^

  13. #43
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    Zwei Wirbelstürme und ein Erdbeben in ziemlich genau 10 Jahren. Bei der Probe vorher mit genau den selben Einstellungen, von der kommt übrigens auch das Statistikbild im Prolog, hatte ich in 23 Jahren einen Wirbelsturm und ein Erdbeben. Ist wohl einfach ein bisschen Pech was mich diesmal trifft. Hmm...
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  14. #44
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    ach bei 10 jahren gehts ja noch könnt schlimmer sein ^^

  15. #45
    Geschichtsmeister Avatar von maxim_e
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    We Don't Need Money To Have A Good Time

    We don't need money to have a good time
    (Come on, come on, come on, come on)
    Forget our worries and do what we like
    (Come on, come on, come on, come on)
    When we were younger we had our hunger
    (Come on, come on, come on, come on)
    We don't need money to have a good time
    (Come on, come on, come on, come on)

    The Subways - We Don't Need Money To Have A Good Time

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    Eine Möglichkeit die Insel wieder aufzubauen, war die zerstörten Häuser eins zu eins wieder so aufzubauen, wie sie vorher waren. Das mochte für die Eisenmine auch die beste Option sein, weil Eisenminen prinzipiell immer gleich sind und es sich auch nicht lohnt, eine Mine weit ab von den Eisenfundorten zu bauen.
    Die Arztpraxis war auch am besten dort aufgehoben wo sie vorher stand - aber als Zeichen des Neubeginns sollte ein neuer Name her. Und weil man sich mit Namensfragen schnell ärgern konnte, wie El Maxi mittlerweile wusste, wurde nicht lange beraten sondern festgelegt, dass der Name "Neue Klinik" sein sollte. Schließlich war sie das ja auch. Eugenio Soto war froh, wieder in der Klinik arbeiten zu können. Zumindest ordnete El Maxi dies an und zumindest er war darüber froh.
    Aber ebenso wie Mine und Klinik, war ja auch die letzte Farm zerstört worden. Nun, um dies wieder auszugleichen und zu verhindern, dass noch mehr als die vier Leute vom letzten Jahr verhungerten, wurden zwei Farmen gebaut. Beide wurden nebeneinander am Rand der Stadt gebaut, so entstand dort nämlich noch etwas Nutzfläche, die bei Zeiten auch genutzt werden sollte. So zumindest der Plan.

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    Die vielen Toten des Vorjahres waren noch gar nicht begraben, als der Frachter einlief und 12.000 Dollar und vier Leute brachte. Gut. Diese Leute sollten es besser haben, als die armen Seelen, die zuvor Hungern mussten. Aber, das sagte zumindest der Berater, nur mit den Farmen werden vernünftige Leute nicht satt. Das reiche vielleicht für Esoteriker, Kommunisten oder Hippies aber nicht für die Bevölkerung der ganzen Insel. Was der Insel momentane fehle wäre stattdessen ein ordentliches Restaurant. Das würde auch den Touristen gefallen. El Maxi sah das ganze ein, ein klein wenig Luxus konnte die Insel den Touristen schon noch leisten. Außer einem Strand gab es ja nichts mehr, seit die Pyramide geschlossen worden war.

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    Also wurde mit dem Geld, dass USA und UdSSR geliefert hatten ein Aussichtspunkt geschaffen. Dort könnten die Touris die Schönheit der Insel bestaunen. Und damit die Schönheit der Insel nicht durch hässliche Hütten gestört wurde, bekamen die Mitarbeiter auf der Touristenseite einen eigenen Wohnblock spendiert. Im Moment war ja ein wenig Geld da. Und tatsächlich kamen bald neue Touristen. Also ein paar. Also eigentlich ein Paar. Nunja, da konnte man so schnell nichts machen. Es war wohl irgendwann an die Welt gekommen das es auf der Insel Rebellen gab. Denen hatte sich, wie El Maxi erfahren musste übrigens noch jemand angeschlossen: Emmanuelle Jackson. Der Berater meinte, dass die momentane Situation, wenn sie nicht der Realität entsprechen würde ein perfektes Setting für einen Film wäre: Drei böse Rebellinnen stellen sich auf einer schönen Südseeinsel einem mächtigen Herren gegenüber und haben eine gute Zeit. Er würde sich einen solchen Film zumindest anschauen, wenn die Altersempfehlung entsprechend wäre. El Maxi war sich nicht sicher, ob er diese Anspielung richtig verstanden hatte, ignorierte aber den Berater einfach wieder.

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    Nicht ignorieren konnte er allerdings, als nur kurze Zeit später zwei Meldungen auf seinen Tisch flatterten. Die Hafenmitarbeiter wollten mehr Geld und die Soldaten erst recht. Zwei für die Insel existentiell wichtige Gruppen wollten besänftigt werden. Aber zum Glück war durch die entstehende Tourismusindustrie eine gewisse Planbarkeit entstanden.

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    Dachte er sich, als der Berater in sein Büro stürzte. Das hatte grade noch gefehlt. Nunja. Jetzt hieß es wohl erstmal ein wenig Innenpolitik machen.
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