I want you to want me.
I need you to need me.
I'd love you to love me.
I'm beggin' you to beg me.
Cheap Trick - I Want You To Want Me
"Und Sie wollen wirklich Wahlen stattfinden lassen, Presidente?"
"Aber natürlich. Was hätte ich denn für eine Legitimation ohne Wahlen? Und jetzt zeig mir diese Unterlagen, die du zusammengestellt hast."
"Wie Sie wollen, Sir! Hier sehen sie die verschiedenen Fraktionen samt ihrer Anführer, ihre Stärke und ihre Beziehungen zu ihnen. Die meisten stehen relativ neutral zu ihnen, Sir! Die Leute wissen noch nicht ganz was sie von ihnen halten sollen. Aber in keiner Fraktion gibt es jemanden wie Berenike Alvarez, Sir - Zum Glück!
"Wer ist das?"
"Diese Verrückte, die jetzt untergetaucht ist und sich Rebellin nennt. Kümmern Sie sich garnicht um die, Sir! Lassen Sie mich das machen."
"Wie? Es gibt mittlerweile auf der Insel Rebellen und niemand hat ein Interesse daran, dass dem Präsidenten zu sagen?! Was hast du denn eigentlich genau vor?"
"Eine Geheimpolizei, Sir! Einen halblegalen Dienst der unseren Staat schützt. Alle haben sowas mittlerweile nur wir nicht, Sir. Sie wollen doch nicht, dass man uns für eine rückständige Bananenrepublik hält, Presidente."
"Vor allem will ich aber keine Geheimpolizei. Recht und Ordnung, schön und gut - aber nur nach Recht und bei Ordnung. Ich will doch nicht, dass man uns für eine rückständige Bananenrepublik hält."
Er war ein wenig empört über den Vorschlag des Beraters, auch wenn er mit soetwas schon gerechnet hatte. Es waren ja nun knapp sieben Jahre vergangen seit er sein Gedächtnis verloren hatte. Klarheit über sein Leben davor hatte er immernoch nicht. Aber ein wenig mehr Transparenz wäre nett. Und weil die Bürger bestimmt genauso dachten machte er sich auf mit ihnen zu sprechen. Transparenz schaffen durch Gespräche mit den Unzufriedenen. Auf die Bürger zugehen und ihre Probleme anhören. All das waren sicher gute Ideen. Außerdem standen sie in dem Büchlein, dass er auf dem Schreibtisch des Beraters gefunden hatte: "Wahlkampf - Regelmäßige Prärevolutionäre Zustände in Demokratien oder Wie sie die Leute einlullen können".
Ein weiterer Punkt in dem Büchlein waren sogenannte Wahlkampfreden. Kurz vor einer Wahl, so die Meinung des Autors, hörten die Leute auf der Straße tatsächlich zu, wenn man zu ihnen sprach. Allerdings nur einige wenige Male, dann treffen die Leute ihre Entscheidung. Also musste er eine Rede schreiben, in der er einen wichtigen Punkt ansprach, eine wichtige Gruppe der Leute auf seine Seite zog und ein konkretes Versprechen machte.
Die Situation war schnell gefunden: Die Wohnungssituation in Musico. Er hatte bereits einen guten Ansatz durch die Mietshäuser und die Wohnblöcke die er in letzter Zeit gebaut hatte aber es gab noch viel zu tun. Und Kapitalisten sowie Kommunisten kümmerten sie beide um das Thema. Mit den beiden Gruppen im Rücken war der Wahlsieg schon ein ganzes Stück näher. Vor allem mit den Commies.
Und deswegen war auch die Guppe die er lobte schnell gefunden. Die einfachen Arbeiter - vor allem die Kommunisten - wären der Grund für alle positiven Errungenschaften der letzen Jahre.
Was schwieriger war, war ein konkretes Versprechen zu machen. Denn das Problem mit Versprechen war: Die Leute mögen es nicht, wenn man sie nicht einlöst. Die Waffenfabrik war nun die naheliegendste Entscheidung. Es gab Rebellen auf der Insel un die Militaristen waren keine zu vernachlässigende Fraktion. Es war keine Wunschentscheidung, die er traf aber die klügste.
El Maxi begann für die Rede zu üben und proben. Aber er wurde jäh gestört. Der Kronleuchter im Palast fiel vor ihm auf den Boden und der Spiegel splitterte. Er glaubte nicht an Zufall und solchen Quark, aber die Bewohner hatten Angst vor weiteren Katastrophen, nachdem nun so schnell nach dem Wirbelsturm ein Erdbeben die Insel traf. Aber eine Naturkatastrophe ist ein gar nicht so schlechtes Wahlkampfmanöver. So berichtete ihm zumindest der Berater und deshalb baute er in seine Rede auch den Wiederaufbau der zerstörten Wohnungen ein.
Und die Rede wurde ein voller Erfolg. Viele Leute die im Vorhinein für die Herausforderin Genovefa Ramos stimmen wollten stimmten für El Presidente, nachdem die schöne Kommunistin ihre Kandidatur zurückzog. Seine neue Herausforderin Marina Fedoseeva von den Kapitalisten zog bei weitem nicht so viele Leute an.
Alles in allem lief es wirklich gut auf der Insel. Der Frachter der Geld für das Eisen, das er mitnahm daließ hatte noch ein paar Menschen abgeladen und Amis und Sowjets zahlten pünktlich Weihnachtsgeld.
Am Wahltag bemerkte El Maxi den Berater mit einem großen Sack. Auf die Frage, was in diesem Sack sei antwortete dieser, dass darin seine Stimmzettel wären. Er hätte erstmal 100 weitere gedruckt - "für alle Fälle". El Maxi war bestürzt. Wahlbetrug? Nicht mit ihm! Da waren Wahlen doch hinfällig, wenn er vorher das Ergebnis wusste. Auch wenn es in dem lustigen Büchlein stand - mit sowas wollte er nichts zu tun haben.
Und er brauchte es auch nicht. 44 zu 16 Stimmen für ihn waren ein eindeutiges Ergebnis. Und die Einladung zu einer weiteren Amtsperiode der harten Arbeit.


Zitieren


, liest sich flott, dazu das Lied im Ohr, das Konzept hat echt potential, ich hoffe, dass du Nachahmer findest 

